Kategorie: Regionen

  • Ein identitätsstiftender Baustein in Etappen

    Ein identitätsstiftender Baustein in Etappen

    Auf einer Fläche von rund 40 000 Quadratmetern – das entspricht etwa der Grösse der Luzerner Altstadt – wird ein neues Stadtquartier unter den Zielvorgaben der 2000-Watt-Areale realisiert, schreiben die SBB in einer Mitteilung. Entwicklerin des neuen Quartiers «Rösslimatt» – dieses liegt zentral direkt neben dem Bahnhof Luzern – ist die SBB. Die Projektverantwortlichen nennen das entstehende Quartier einen neuen und identitätsstiftenden Stadtbaustein.

    Neben dem neuen Standort der Hochschule Luzern entstehen in den nächsten rund zwanzig Jahren auf fünf weiteren Baufeldern Gebäude mit Wohn-, Büro-, Dienstleistungs- und Gastronomieflächen. Ausserdem sollen neue Aussenräume und Grünflächen geschaffen und bestehende aufgewertet werden. Diese grosse Zeitspanne für die Entwicklung des Areals liegt daran, weil die späteren Etappen erst nach dem Bau des Durchgangsbahnhofs und der Freistellung der weiteren Arealflächen umgesetzt werden können, wenn das gesamte Areal umgezont wird und die Nutzungsbestimmungen angepasst werden.

    Vielseitige Geschäftszone
    «perron» ist das erste Gebäude, welches auf dem Areal «Rösslimatt» realisiert wird. Die erste Bauetappe sieht neben der Hochschule eine Geschäftszone für Dienstleistungsbetriebe sowie Gastronomie und Retail vor. Als Witterungsschutz dienen beim Geschäftshaus «perron» umlaufende Veranden. Gemeinsam mit den die Höhe betonenden vertikalen Elementen verleihen sie der Fassade Struktur. Im Erdgeschoss mit zweigeschossiger Arkade sollen Verkaufs-, Gastronomie und Schulnutzungen das Quartier beleben. Mit diesem Bürokomplex und den folgenden Bauetappen B und C komme die SBB der aktuellen und künftigen Nachfrage nach zusammenhängenden Dienstleistungsflächen in Luzern nach.

    Nachhaltiger Umgang mit Ressourcen
    Zudem würden die Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft erfüllt. Das Zertifikat für «2000-Watt-Areale» zeichnet Siedlungsgebiete aus, die einen nachhaltigen Umgang mit Ressourcen für die Erstellung der Gebäude, deren Betrieb und Erneuerung sowie die durch den Betrieb verursachte Mobilität nachweisen können. Die Auszeichnung wird durch das Bundesamt für Energie (BFE) übergeben. ■

  • Durchgangsbahnhof:  Ein Schlüsselprojekt des Kantons Luzern

    Durchgangsbahnhof: Ein Schlüsselprojekt des Kantons Luzern

    Der Durchgangsbahnhof gilt als Schlüsselprojekt des Kantons Luzern und Bestandteil der zentralen Planungsinstrumente des Kantons. Im Agglomerationsprogramm, im kantonalen Richtplan – die beide vom Bund genehmigt werden – und im kantonalen ÖV-Bericht werde das Projekt mit höchster Priorität verfolgt, ist auf der Webseite das Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements BUWD zu lesen. Auch der SBB-Korridorrahmenplan Zentralschweiz erachte den Durchgangsbahnhof als zentrales Vorhaben zur Weiterentwicklung des Bahnknotens Luzern. Die Zentralschweizer Regierungskonferenz und die Zentralschweizer Konferenz des öffentlichen Verkehrs hätten den Durchgangsbahnhof neben dem Zimmerberg-Basistunnel 2 zudem als strategisches Projekt deklariert, das rasch möglichst realisiert werden müsse.

    Finanzierung und Ausbau neu geregelt
    Ein Blick zurück: Seit das Schweizer Stimmvolk 2014 die Vorlage Finanzierung und Ausbau der Bahninfrastruktur (FABI) angenommen hat, ist die Finanzierung und
    der Ausbau der schweizerischen Bahninfrastruktur neu geregelt. Während die Kantone und der Bund den Bahnausbau gemeinsam finanzieren, ist für dessen Planung und Umsetzung einzig der Bund verantwortlich und die Kantone sind in diesen Prozess involviert. Die Bahninfrastruktur wird dabei schrittweise ausgebaut. Über die jeweiligen Ausbauschritte entscheiden National- und Ständerat alle vier bis acht Jahre.

    Zeithorizont von 20 Jahren
    Im Juni 2019 hat das eidgenössische Parlament dem Ausbauschritt 2035 für die Bahninfrastruktur zugestimmt. Für den im Ausbauschritt 2035 ausdrücklich erwähnten Durchgangsbahnhof Luzern bedeutet dies, dass dessen Projektierung inklusive Auflageprojekt ohne Unterbruch erfolgen kann. Damit sei ein wichtiger weiterer Meilenstein erreicht, betonen die Projektverantwortlichen. Im Vorfeld zum parlamentarischen Entscheid hatte sich der Kanton Luzern gemeinsam mit den weiteren Zentralschweizer Kantonen bei den National- und Ständeräten für die Aufnahme des Durchgangsbahnhofs im Ausbauschritt 2035 eingesetzt, da dieser in der Botschaft des Bundesrates ursprünglich nicht enthalten war.

    Ausbauschiritt 2040: Zurzeit läuft die Projektierung für den Durchgangsbahnhof. Die am Durchgangsbahnhof beteiligten Partner – das Bundesamt für Verkehr (BAV), die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), die Kantone Luzern, Nidwalden und Obwalden, die Stadt Luzern, der Verkehrsverbund Luzern (VVL) und die Zentralbahn – treiben nun die Planung des Durchgangsbahnhofs voran, sodass mit dem nächsten Ausbauschritt die Realisierung in Angriff genommen werden kann. Über den Ausbauschritt 2040 wird das Parlament voraussichtlich in den Jahren 2026 abstimmen. Läuft alles nach Plan, soll der Durchgangsbahnhof höchstwahrscheinlich ab 2040 betriebsbereit sein.

    Gesamtkosten von rund 2,4 Milliarden Franken
    Die Kosten für den Durchgangsbahnhof belaufen sich gemäss Planungsbericht des Kantons Luzern auf 2,4 Milliarden Franken. Die erste Etappe, die das Angebot ausbaut und die Anschlüsse systematisiert, kostet rund 1,8 Milliarden Franken. Die zweite Etappe beziehungsweise die Durchmesserlinie, welche die Achsen Basel/Bern–Luzern und Luzern–Zürich miteinander verbindet und damit die Fahrzeiten verkürzt, werden mit rund 600 Millionen Franken veranschlagt. ■

  • Wenn sich Architektur mit der Natur verbindet

    Wenn sich Architektur mit der Natur verbindet

    Die Gemeinde Vitznau wird nicht umsonst «Luzerner Riviera» genannt: Liegt sie doch direkt am Ufer des Vierwaldstättersees und am Südfuss der Rigi. Sie ist gut geschützt, so dass hier problemlos Palmen und Wein gedeihen. Neu besitzt Vitznau mit der vier Villen umfassenden Siedlung «Dryade» auch ein besonderes architektonisches Werk, welches die Schweizer Architektin Ivana Calovic-Putincanin, Inhaberin von LakeSideDevelopment AG, erschaffen hat.

    In der griechischen Mythologie sind Dryaden die Baumnymphen. Und so stehen die vier Bauten wie die griechischen Naturwesen im direkten Dialog mit ihrer Umwelt und dazu noch an unverbaubarer Südlage mit Seeblick am Ende einer privaten Strasse. Ohne erkennbare Grenzen, einem Dach oder einem Sockel verbinden sich die Häuser mit dem Hang und setzen sich mit ihrer weissen Farbe dennoch von der Natur ab. Die 56-jährige Architektin ist bekannt für extravagante Bauten, die sich wie selbstverständlich ins Gelände einfügen.

    Eine Garage wie ein Ballsaal
    Die schönste und grösste der vier Villen ist die Villa Orea mit 7½ Zimmern und einer Wohnfläche von 404 Quadratmetern: Hier spielt die Architektur mit dem Licht, das sich im See spiegelt, und dem Grün der umliegenden Natur. Dank klaren Linien und akribischer Perfektion verschmilzt die Naturkulisse mit der Architektur. Die Villa Orea strahlt auf einer Grundstückfläche von 630 Quadratmetern Ruhe und Eleganz aus.

    Bereits die Garageneinfahrt ist aussergewöhnlich: Die Kronleuchter, die von der hohen Betondecke hängen, und die goldene Rückwand geben einem das Gefühl, als würde man direkt in einen Ballsaal fahren. Zur Villa Orea gehört eine Garage mit drei Abstellplätzen. Betritt man das Haus von aussen, führt der Weg über eine Steinbrücke. Die Eingangshalle ist knapp 5 Meter hoch und mit einem 8,5 Meter langem beleuchteten Aquarium ausgestattet. Heller Kalkstein und Einbauten aus dunklem Wenge-Holz ziehen sich durch alle drei Stockwerke.
    Im 1. Stock erwarten einem auf 150 Quadratmeter Ganzglasfenster, seitliche Terrassen sowie eine moderne Küche mit einer grosszügig ausgestatteten Hausbar. Von der Küche aus hat man den gesamten Raum im Blick. Bei Nichtgebrauch verschliessen sich Hausbar, Küchengeräte und Arbeitsflächen hinter raumhohen Wenge-Türen. Schaut man in die Ferne, sieht man weit über den Vierwaldstättersee auf den Bürgenstock und den Pilatus.

    Rahmenlose Fenster, Dampfbad und Teppanyaki
    Zwei Treppen führen in das nächste Geschoss: Hier befinden sich die privaten Räumlichkeiten. Drei Zimmer sind gegen die Abendsonne ausgerichtet. Die Master-Suite befindet sich an der prominentesten Lage ganz vorne Richtung See. Zur Suite gehört ein Ankleidezimmer, eine Wellness-Dusche mit Lichttherapie sowie ein Bad mit Armaturen aus Edelstahl und mit einer in die Fensterbank eingelassenen Corian-Badewanne mit Weitsicht. Eine Treppe führt von hier aus direkt zum Dampfbad und auf die Dachterrasse.

    Die Dachterrasse ist dann auch das Herzstück der Villa Orea: Steinwege führen durch den 230 Quadratmeter grossen, begrünten Garten. Vorne überblickt man die Siedlung, das Park-Hotel, den See und die Berge. In der Mitte findet man die Aussenküche samt Gasgrill und Teppanyaki sowie einen erhöhten Wellnessbereich mit Swimmingpool inklusive Gegenstromanlage, Whirlpool und Aussendusche mit Blick auf den Rigi-Südfuss und den Parkwald.

    Die Villa ist barrierefrei und verfügt über einen internen Lift, eine Alarmanlage, Bodenheizung und Kühlung. Eine kontrollierte Lüftung, die zentrale Staubsaugeranlage sowie ein Wäscheabwurf und viele weitere Extras sorgen für maximalen Wohnkomfort. Der öffentliche Verkehr ist 450 Meter entfernt. Geschäfte, Kindergarten und Grundschule befinden sich im Umkreis von 1100 Metern. ■

  • In der Siedlung ein zukunftsweisendes Mobilitätsverhalten fördern

    In der Siedlung ein zukunftsweisendes Mobilitätsverhalten fördern

    Mit der Sagenmatt-Überbauung plant die moyreal immobilien ag ein neue Quartierergänzung zwischen der Schachenweid- und der Luzernerstrasse. In Ebikon entstehen so in den nächsten Jahren rund 260 Wohnungen, davon etwa ein Drittel Eigentumswohnungen, Mietwohnungen sowie Raum für Gewerbe.

    Mix aus unterschiedlichen Mobilitätsangeboten
    Die Investorin legt generell Wert darauf, Gebäude nicht losgelöst von ihrem Kontext zu planen, sondern – im Gegenteil – den Kontext mit aufzuwerten. Aus diesem Grund ist auf dem ehemaligen AMAG-Areal auch kein «Wohnklotz» geplant, sondern ein durchlässiger Gebäudekomplex mit unterschiedlichen Höhen, die unter jener der Nachbarbebauung liegen.

    Dank der durchdachten Anordnung der Bauten würden Innenhöfe, parkähnliche Räume und Begegnungszonen entstehen, welche den Quartierbewohnern eine hohe Wohn- und Lebensqualität böten, betonen die Projektverantwortlichen. Um in der Siedlung ein zukunftsweisendes Mobilitätsverhalten zu fördern, soll ein Mix von verschiedenen entsprechenden Angeboten direkt in die Wohnungsmiete integriert werden. Vorgesehen ist, dass zukünftige Bewohner von ÖV-Gutscheinen und von Car- und Bikesharing-Angeboten profitieren können.

    So könne das Quartier vom motorisierten Individualverkehr entlastet werden, während gleichzeitig der Langsamverkehr begünstigt werde, was dazu führe, dass trotz mehr Wohnraum keine Verkehrszunahme gegenüber der vorherigen Nutzung entsteht. Vorgesehen ist, dass der Aussenraum mit hochwachsenden Bäumen bepflanzt und der Mühlebach renaturiert wird. Über den Bebauungsplan und die Teilzonenplanrevision werden die Ebikoner Stimmberechtigten 2020 abstimmen können. Anschliessend erfolgen Projektierung und Baueingabe. Nach der Baugenehmigung durch die Gemeinde Ebikon kann mit dem Abbruch der heutigen Bauten und dem Neubau des Quartiers begonnen werden. ■

  • «Dreiklang» Sursee: Zeitgemässes Wohnen  und Arbeiten

    «Dreiklang» Sursee: Zeitgemässes Wohnen und Arbeiten

    Die Überbauung «Dreiklang» besteht aus zwei Hochhäusern (48 und 38 Meter Höhe) und einem Riegelbau, der die zwei Türme verbindet. Diese drei Volumen würden ein Ensemble bilden, welches sich
    als markanter Stadtbaustein ins Quartier einfüge und mit den zwei Hochhäusern klare Akzente setze, betonen die Architekten. Das Projekt «Dreiklang» war 2015 aus einem Projektwettbewerb hervorgegangen, welchen Mischa Badertscher Architekten AG für sich gewinnen konnten.

    Klare Gliederung der Baukörper
    Realisiert werden in der Überbauung 91 Eigentums- und Mietwohnungen, Büro- und Retailflächen. Ende 2022 bezieht die Luzerner Kantonalbank als Bauherrin im «Dreiklang» ihren neuen Regionalsitz. Dadurch führt sie ihre zwei bisherigen Standorte in Sursee zusammen. Die Verkaufsflächen im Erdgeschoss, die Dienstleistungen im Sockel sowie die Wohnnutzungen darüber unterscheiden sich im Fassadenraster. Die Baukörper weisen eine klare Gliederung der hell verkleideten Fassade auf – sie soll zusammen mit den bronzefarbenen Fenster- und Türeinfassungen einen ruhigen Charakter vermitteln –, welche die unterschiedlichen Nutzungen klar differenziert. Die Verkaufsflächen im Erdgeschoss, die Dienstleistungsebenen im Sockel sowie die Wohnnutzungen darüber unterscheiden sich in Raster- und Öffnungsgrössen. ■

  • Neubebauung schafft urbane Flussfront

    Neubebauung schafft urbane Flussfront

    In den nächsten Jahren entstehen in
    Reussbühl rund 500 neue Wohnungen, aber auch Platz für Büros und Dienstleistungen. Den Anfang macht das genossenschaftliche Wohnbauprojekt «Reusszopf». An diesem Standort sollen in den nächsten drei bis vier Jahren achtzig Mietwohnungen gebaut sowie 1300 Quadratmeter Gewerbeflächen realisiert werden. Die geplante Neubebauung schaffe eine urbane Flussfront, die das Siedlungsgebiet abschliesse und dieses vom Lärm der Umfahrungsstrasse schützen soll, betonen die Projektverantwortlichen.

    Wohnformen zu fairen Mietpreisen
    Das Projekt wird durch die Baugenossenschaft Reussbühl, zwei private Grundeigentümern und einer Gesellschaft umgesetzt. Ihr Ziel ist es, gemeinsam als Gruppe Wohnformen zu fairen Mietpreisen anzubieten. Dieses Konsortium gibt damit den Anstoss zur Entwicklung des neuen Stadtquartiers Reussbühl Ost.

    Realisiert wird die Überbauung Reusszopf vom Luzerner Architekturbüro Lütolf und Scheuner, das in einem Wettbewerbsverfahren die Jury zu überzeugen vermochte. Der Kern des Projekts ist ein fünfstöckiger Längsbau, bestehend aus fünf Hausteilen entlang der Reusszopfstrasse. In den einzelnen Häusern sind Wohnungen in verschiedenen Grössen und für unterschiedliche Familienformen und Lebenssituationen angeordnet. Jedes Haus verfügt zudem über eine Dachterrasse. Diese Flächen dienen der Hausgemeinschaft als Aufenthaltsort und Sonnenterrasse. Auch können diese für Nutzgärten eingerichtet werden und ergänzen die gemeinschaftlichen Räume der Siedlung.

    Hofartige Atmosphäre
    Jede Wohnung hat mindesten ein Schlafzimmer, das auf die ruhige Hofseite ausgerichtet ist. Zusätzlich ist ein vierstöckiges Einzelhaus in Richtung Hauptstrasse vorgesehen. Im Erdgeschoss sind Atelier- und Dienstleistungsflächen vorgesehen, die nach Bedürfnissen der zukünftigen Mieter ausgebaut werden können. Durch die neuen Gebäude entsteht eine hofartige Atmosphäre, die sich zum bestehenden Wohnquartier hin öffnet. An der Gebäudeecke im Nordosten des Längsbaus, zum Seetalplatz und zum Fluss orientiert, soll zudem eine Kaffeebar entstehen. Mehrwert für das Quartier soll ein attraktiver und grüner Aussenraum an der verkehrsberuhigten Rückseite schaffen. Zu diesem Aussenraum zählen beispielsweise ein Spielplatz, ein Brunnen sowie ein Platz mit unterschiedlichen Spielmöglichkeiten. ■

  • Vielfältiges Stadtquartier mit urbanem Leben

    Vielfältiges Stadtquartier mit urbanem Leben

    Das Areal der Viscosistadt in Emmenbrücke liegt direkt an der Kleinen Emme, nördlich des Seetalplatzes. Mit einer Ausdehnung von 89 000 Quadratmetern entspricht das ehemalige Industrieareal der Grösse der Altstadt Luzern. Das Industriegelände hat eine bewegte Geschichte und durch die charakteristischen Industriebauten eine eigene Identität. Noch Anfang der 1980er Jahre gingen täglich bis zu 3000 Mitarbeitende in der Viscosuisse ein und aus. Die industriellen Bauten aus dieser Zeit sind grösstenteils erhalten.

    In der Viscosistadt soll in den nächsten Jahren ein lebendiger Stadtteil mit Industriecharme entstehen, in dem Arbeit, Bildung, Kultur und Wohnen Platz finden. Die Entwicklung geschieht durch die Viscosistadt AG in kleinen Schritten. Das neue Quartier wird ergänzt mit einem rund 16 000 Quadratmeter grossen Park, direkt am Fluss. In Zukunft sollen auch Wohnungen realisiert werden.

    Ring für Ring wachsen
    Um ein Areal wie die Viscosistadt zu transformieren, brauche es eine Mischung aus visionärem Denken, gesundem Menschenverstand und pragmatischem Umsetzen, sagt Alain Homberger, Geschäftsführer der Viscosistadt. Im Verlauf des Projektes seien sie zum Schluss gekommen, das Areal in kleinen Schritten ohne die Hilfe von Investoren zu entwickeln. Die Viscosistadt soll nicht innert weniger Jahre gebaut werden, sondern wie ein Baum langsam, Ring für Ring wachsen, sagt Homberger. «So ist gewährleistet, dass das Projekt auch in dreissig Jahren den Bedürfnissen der Menschen entspricht.»

    Austausch zwischen Industrie, Gewerbe und Kreativwirtschaft
    Ende November 2019 wurde als Ankermieter die Hochschule Luzern – Design & Kunst in der Viscosistadt eingeweiht. Das Gebäude trägt die Handschrift der EM2 Architekten, Zürich. «Die Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden bringen neues Leben in die Viscosistadt. Dadurch entsteht ein Austausch zwischen Industrie, Gewerbe und Kreativwirtschaft», so Homberger. Diese Mischung mache den besonderen Charakter der Viscosistadt aus. Dieser Weg soll auch in den nächsten Jahren weiter verfolgt werden. In einem ersten Schritt hat sich die Viscosistadt gegenüber Firmen aus verschiedensten Branchen geöffnet und ist ein Standort für Kunst, Kultur und Events geworden. In Zukunft sollen am Ufer der Kleinen Emme auch neue Wohnungen entstehen. ■

  • Arealüberbauung in Stadtnähe zu Luzern

    Arealüberbauung in Stadtnähe zu Luzern

    Das Areal «Innerschache» liegt im Süden von Ebikon. Das heisst zwischen der Luzernerstrasse und der Kaspar-Kopp-Strasse. Hier werden mit dem Projekt «St. Klemens» auf einer Fläche von rund 13 000 Quadratmetern Eigentums- sowie Mietwohnungen zwischen 1½- bis 6½-Zimmer-Wohnungen realisiert. Die Palette reicht von Alters- und Studentenwohnungen bis hin zu Wohnungen für junge Paare und Familien. Sämtliche Wohnungen verfügen über eine kontrollierte Wohnungslüftung (Komfortlüftung) mit individuellem Betrieb. Auf weiteren 400 Quadratmetern entsteht zudem Raum für Büro- und Dienstleistungsnutzungen.

    Verkehrsfreies Areal
    Entlang der Luzernerstrasse fassen zwei Längsbauten den Strassenraum. Sie dienen als Lärmriegel für die dahinterliegenden Wohnbauten. Von der Luzernerstrasse verfügen die Längsbauten über vier Geschosse, innerhalb des Areals sind sie fünfgeschossig. Die Punkthäuser in der zweiten und dritten Gebäudereihe ergänzen die bestehende Bebauungsstruktur entlang der Kaspar-Kopp-trasse. Sie sind dreigeschossig, mit einem zusätzlichen zurückversetzten Attikageschoss. Auf dem östlichen Teil des Areals wird ein Quartierplatz mit einem Pavillon, Spielanlagen und einer Baumbepflanzung umgesetzt Das ganze Areal ist verkehrsfrei. Zur Überbauung «St. Klemens» gehören eine unterirdische Einstellhalle, Carsharing-Parkplätze sowie gedeckte Veloabstellplätze. Baubeginn: Februar 2020. Läuft alles nach Plan, ist die Fertigstellung auf Herbst 2021 vorgesehen. ■

  • Projekt «4Viertel»: Das Initialprojekt in Emmen verleiht neue Impulse

    Projekt «4Viertel»: Das Initialprojekt in Emmen verleiht neue Impulse

    Als Initialprojekt am Seetalplatz soll «4Viertel» der Gemeinde Emmen und dem zukünftigen Stadtzentrum Luzern Nord neue Impulse verleihen und einen unverwechselbaren Auftakt zum neuen Stadtteil machen. Es lasse den industriellen Charakter des Gebiets nachklingen und setze gleichzeitig auf neue urbane Plätze und Gassen zwischen den Baukörpern, betonen die Projektverantwortlichen. Dass das neue Quartier «4Viertel» heisst, hat folgenden Grund: Das städtebaulich und architektonisch markante Gebäudeensemble besteht aus vier Bauten. Diese würden eine unverwechselbare Gesamteinheit, das grosse Ganze bilden. Mit anderen Worten: die Nummer eins am Seetalplatz.

    Vielseitiger Nutzungsmix
    Zu dem bestehenden Gebäude mit dem heutigen Kino Maxx gesellen sich drei Neu- und Anbauten mit rund 45 000 Quadratmeter Nettogeschossfläche. Vorgesehen ist ein Nutzungsmix aus rund 180 Wohnungen, Büros und Läden, Gastronomie und Freizeitangeboten. Das öffentliche Parkhaus soll bestehen bleiben. Die vier Bauten, die das architektonisch markante Ensemble bilden, integrieren sich harmonisch in die Umgebung, ist einer Medienmitteilung zu entnehmen. Das «4Viertel» ist ein gemeinsames Projekt der Viscosuisse Immobilien AG sowie des Investmentfonds «CS 1a Immo PK» der Credit Suisse.

    Förderung der Durchmischung von LuzernNord
    Das Projekt sieht einen Nutzungsmix aus Wohnungen, Büros, Retail, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen wie Kino und Bowling vor. Um die Flächenbedürfnisse der zukünftigen Mieter abzudecken, sei das Raum- und Flächenangebot flexibel konzipiert. Das öffentliche Parkhaus bleibt bestehen. Für Christoph Zurflüh, Gebietsmanager Luzern Nord, ist klar: «Das vielseitige Projekt fördert die Durchmischung von LuzernNord weiter ,und das neue Stadtzentrum am Fluss ist der Ort, wo Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Bildung zusammentreffen.» Ausserdem biete es grosse zusammenhängende Büro- und Dienstleistungsflächen, was für die Ansiedlung neuer Unternehmen von Interesse sein könnte. Läuft alles nach Plan, soll im Frühling 2020 mit den Bauarbeiten begonnen werden. ■

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  • Die Pilatus Arena könnte im Herbst 2023 fertiggestellt sein

    Die Pilatus Arena könnte im Herbst 2023 fertiggestellt sein

    Die Anpassungen vorweg: Die Verantwortlichen haben vergangenes Jahr an der multifunktionalen Sport- und Eventhalle und der geplanten Mantelnutzung gearbeitet. Die Halle wurde bezüglich Zuschaueranordnung sowie Ausrichtung auf Schul- und Hochschulsport weiterentwickelt und die Höhe der Wohnnutzungen leicht angepasst, schreibt die Pilatus Arena in einer Mitteilung. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Kriens haben die Verantwortlichen den Bebauungsplan erarbeitet. Zur Finanzierung der Halle und des Grundstücks konnte nebst Beiträgen von Bund und Kanton Luzern auch die Halter AG Zürich als Investor und Realisator gewonnen werden.

    Vielfältige Nutzungsmöglichkeiten
    Die Pilatus Arena soll über modernste Sport- und Eventinfrastruktur verfügen und auf zwei Rängen Platz für 4000 Zuschauer bieten. In Zukunft soll in der Arena nationaler und internationaler Indoorsport wie Handball, Tennis, Hallenfussball, Volleyball und Basketball stattfinden. Angedacht sind beispielsweise auch Konzerte, Shows und Kongresse. Vorgesehen ist auch, dass die Arena ausserhalb des eigentlichen Event-Betriebes als doppelte Dreifach-Halle genutzt werden kann, schreibt die Stadt Kriens in einer Mitteilung. Flankiert wird die Halle durch zwei Wohnbauten: Am Gebäude direkt am Mattenhof-Kreisel sind rund 138 Mietwohnungen vorgesehen, im 110 Meter hohen Turm direkt beim Bahnhof Mattenhof sollen 277 Miet- und Eigentumswohnungen – davon rund hundert modulare Studiowohnungen und Kleinstwohnungen nach dem MOVEment-Raumkonzept – realisiert werden. Dieses Konzept sieht vor, dass mit verschiebbaren Elementen die Wohnsituation je nach Tageszeit und Bedarf verändert werden kann. Das erlaubt auf kleiner Fläche einen hohen Nutzen und Wohnkomfort.

    Wichtige Impulse für die Quartierentwicklung
    Im Sockelbau der Überbauung entstehen rund tausend Quadratmeter Gewerbefläche, 1549 Veloparkplätze und eine Einstellhalle mit zweihundert Parkplätzen. Die zentrale Lage am Bahnhofplatz Mattenhof sei nicht nur für die Event- und Wohnnutzung attraktiv, betonen die Projektverantwortlichen. Durch publikumsorientierte Nutzungen im Erdgeschoss – wie zum Beispiel ein Strassen-Café, eine Buvette, Geschäftsräume oder Co-Working-Spaces – soll das Projekt auch wichtige Impulse in der Quartierentwicklung des Mattenhofs übernehmen. Die Eberli AG in Sarnen und die Halter AG, Zürich, werden in einer Arbeitsgemeinschaft als Totalunternehmer die Pilatus Arena und die Wohnnutzungen realisieren.

    Die Gesamtinvestitionen belaufen sich nach heutigen Schätzungen auf über 200 Millionen Franken. Kostenpunkt für die Pilatus Arena: Rund 39 Millionen Franken. Finanziert wird die Pilatus Arena durch Beiträge von Kanton (vier bis sechs Millionen Franken aus Swisslos-Lotterieerträgen des Kantons Luzern) und Bund (drei Millionen aus dem Nationalen Sportanlagenkonzept NASAK) sowie aus der Mantelnutzung mit den beiden Wohnhochhäusern.

    Läuft alles nach Plan, soll die Baubewilligung im Frühling 2021 vorliegen. Baustart wäre ebenfalls 2021, und die Pilatus Arena könnte – vorausgesetzt, keine Volksabstimmung ist nötig – 2023 eröffnet werden. Das Gesamtprojekt wäre 2024 bezugsbereit. ■

  • Schweighofareal: Rund eine halbe Milliarde  Franken wird verbaut

    Schweighofareal: Rund eine halbe Milliarde Franken wird verbaut

    Der Baustart für die Überbauung des 67 000 Quadratmeter grossen Areals in der Ebene am Fusse des Pilatus startete vor weit mehr als einem Jahrzehnt. Der Gestaltungsplan für die Überbauung
    Schweighof wurde 2013 erteilt. 2015 erfolgte der Baustart. Insgesamt werden 18 Wohnbauten mit rund 600 Wohnungen erstellt. Hinzu kommen drei Bürogebäude und Gewerbebauten entlang der Ringstrasse. Bereits fertiggestellt sind ein Büroneubau sowie neun Wohngebäude mit insgesamt 340 Mietwohnungen. Die gute Erschliessung des im Zentrum verkehrsfreien 2000-Watt-Areals trage ebenfalls zur guten Vermietbarkeit bei, sagt Projektkoordinator Guido Cavelti von BHP – Brugger und Partner.

    Wohnraum mit Dienstleistungen
    Die Schweighofpark AG, die Erbengemeinschaft der ehemaligen Landbesitzer, investiert 28 Millionen Franken in Wohnraum mit Dienstleistungen im Alter. So entstehen 21 Pflegeplätze und 46 Wohnungen, (32 2½-Zimmer-, 6 3½-Zimmerwohnungen, 6 Studios) sowie zwei Wohngemeinschaften mit je sechs Zimmern (Clusterwohnungen). Läuft alles nach Plan, soll der Zentrumsbau Ende 2020 bezugsbereit sein. Dieser ist ein Hybridbau, Fassade und Trennwände sind aus Holz. Ebenso möchte die Schweighofpark AG noch einen Wohnbau realisieren. Die Realisierung des gesamten Projektes soll Ende 2025 abgeschlossen sein. ■

  • Die Überbauung Eichhof West nimmt Gestalt an

    Die Überbauung Eichhof West nimmt Gestalt an

    Im April 2019 haben die Arbeiten für das Eichhof-Hochhaus im Krienser Gebiet «Eichhof West» begonnen. Nebst Arbeitsplätzen werden rund 270 Mietwohnungen auf dem Areal entstehen, die in mehreren Gebäuden verteilt sind, heisst es in einer Mitteilung der Investorin, der Pensionskasse BVK. Der Baubeginn ist frühestens auf Frühling 2021 geplant.

    Vollständig verkehrsfrei gestaltet
    Das Erdgeschoss soll für die Büronutzer, für die Anwohnerinnen und Anwohner und die Öffentlichkeit verschiedene Dienstleistungen wie einen Quartierversorgungsladen, eine Kindertagesstätte, ein Fitnesscenter und Gastronomie beherbergen. Mit einer unterirdischen Verkehrserschliessung soll das Areal vollständig verkehrsfrei gestaltet werden. Zudem ist vorgesehen, das ganze Eichhof-Areal optimal an Kriens anzubinden, betonen die Projektverantwortlichen. Weiter soll ein grosszügiger Grünraum geschaffen werden, der zur Erholung und Freizeit einlädt. Das Projekt wird nach den Vorgaben der 2000-Watt-Gesellschaft umgesetzt. ■

  • Neues Quartier für Wohnen, Arbeiten und Freizeit

    Neues Quartier für Wohnen, Arbeiten und Freizeit

    In den nächsten Jahren sollen in Luzern Süd rund tausend neue Wohnungen auf den Markt kommen. Das Nidfeld gehört neben dem Eichhof, Mattenhof, Schlund, Horw Mitte und Horw See/Campus zu den sechs Teilgebieten in Luzern Süd.

    Acht Gebäude und ein Hochhaus
    Das Areal Nidfeld in Kriens, auf dem früher der Pilatusmarkt seine Bleibe hatte, lag zehn Jahre brach. An diesem Standort entsteht nun ein neues innovatives Quartier für Wohnen, Arbeiten und Freizeit. Es besteht aus acht Gebäuden sowie einem 15-geschossigen Hochhaus. Insgesamt werden rund 500 Wohnungen für etwa 900 Personen realisiert. Das brachliegende Areal soll zum pulsierenden Mittelpunkt von Luzern Süd werden, betonen die Projektverantwortlichen. Anfang Juni 2019 zertifizierte «EnergieSchweiz» 2000-Watt-Areale, darunter auch die Nidfeld-Überbauung in Kriens, schreibt das Onlineportal Zentralplus. Alle Gebäude werden nach Minergie-P-Eco-Standard zertifiziert.

    Neben den Wohnungen werden Büro-räume sowie in den Erdgeschossen Gewerbeflächen zur Verfügung stehen. Geschäfte, Restaurants und Ateliers sollen den Quartierbewohnern eine Infrastruktur bieten und das Areal beleben.

    In den acht Wohngebäuden werden 325 Wohnungen mit zwischen 1½ und 5½ Zimmern gebaut. Im Erdgeschoss sind Gewerbeflächen geplant. Die einzelnen Gebäude werden über eine Höhe von 24 Metern verfügen. Eingeplant sind auf dem Areal auch zwei begrünte Innenhöfe, die auch für Quartierfeste oder für einen Marktplatz genutzt werden können.

    Wohnungen mit exzellenter Aussicht
    Im Norden des Areals wird bei diesem Grossprojekt ein 60-Meter-Hochhaus mit fünfzehn Obergeschossen realisiert. Dieses wird über 120 Wohnungen, Büros und Retailflächen verfügen. Während letztere im Erdgeschoss auf eine reine Gewerbe- beziehungsweise Verkaufsfläche ausgerichtet ist, sollen die ersten zehn Obergeschosse aus Wohnungen und Dienstleistungsflächen bestehen. Auf den oberen fünf Etagen sind ausschliesslich Wohnungen mit exzellenter Aussicht auf Pilatus, Stadt Luzern und Vierwaldstättersee vorgesehen

    Apropos Energie: Die Wärme- und Kälteerzeugung erfolgt über Seewasser aus dem Vierwaldstättersee, Solar-Anlagen produzieren einen Teil des benötigten Stroms. ■

  • IMMO’20: Ein Konzept das sich bewährt

    IMMO’20: Ein Konzept das sich bewährt

    Unter Regie der MV Invest und Swiss Circle, avancierte die Event & Convention Hall – StageOne auf dem ehemaligen ABB-Industrieareal während zweier Messetagen wieder zum Hotspot der nationalen und zunehmend auch internationalen Immobilienwirtschaft. Die Veranstalter blicken bereits auf die 8. Edition dieses in der Schweiz einmaligen B2B-Formats zurück.

    Neue Höchstmarken und Teilnehmer
    Seit nunmehr 3 Jahren richtet sich die Messe ausschliesslich an ein professionelles Zielpublikum. Das Augenmerk liegt erklärtermassen klar auf der Investorenseite. Mit 79 Ausstellern und über 1600 Besuchern wurden erneute Höchstmarken realisiert. Dabei setzen die Organisatoren weiterhin auf die langjährige, erfolgreiche Partnerschaft mit der Schweizer Finanzmesse. Die Parteien profitieren hierbei von gegenseitigen Synergie- und Skaleneffekten, im Speziellen scheint die Nähe zum Kapitalmarkt für die verschiedenen Immobilienakteure von grossem Interesse zu sein.

    Das Aussteller- und Teilnehmerprofil umfasst von Asset Managern, Investmentgesellschaften, Immobilien-Aktiengesell­schaften, Immobilienfonds, Banken, Family-Offices, Infrastrukturanbietern, Energieversorgern, Projektentwicklern, Gene­ral- und Totalunternehmungen, Immobilienbewertern bis hin zu den Architekten, Zertifizierungsgesellschaften, Anwaltskanzleien und Bildungseinrichtungen einen Grossteil der Wertschöpfungskette. An der diesjährigen Auflage neu mit dabei waren unter anderem die ABB Schweiz, Alpiq E-Mobility, Avobis Group, CRONOS FINANCE, FREO Switzerland, Ernst & Young, Eiffage Suisse, IAZI, Mobimo Holding, MoneyPark und die pom+Consulting. Aus der Nachbarschaft die US Treuhand, Drooms und BuildingMinds aus Deutschland, als auch die Terra Nova Real Estate Brokers aus Dubai. Für frischen Wind sorgen vermehrt auch ausgewählte Serviceprovider und die «jungen Wilden» der PropTech- und ConTech-Szene.

    Mit dem verstärkten Einbezug von Bildungsinstitutionen, wie beispielsweise der Universität Zürich – Center for Urban & Real Estate Management (CUREM) als auch der Schweizerischen Kammer der Pensionskassenexperten (SKPE), mausert sich der Anlass zunehmend auch zu einer ganzheitlichen Plattform mit Weiterbildungscharakter.

    Begleitkongress mit Anziehungskraft
    Der von der SKPE als Weiterbildungsveranstaltung anerkannte Begleitkongress, das IMMO’Forum, gilt seit jeher als Herzstück der Messe. Dabei fühlt es den Puls der Industrie und nimmt sich den aktuellsten, vorherrschenden Themen der Branche an. 83 Referenten präsentierten und diskutierten die brennendsten Fragestellungen und zogen das Publikum in ihren Bann.

    Die Messetage wurden jeweils frühmorgens mit den integrierten Sonderanlässen Immobilien-Breakfast beziehungsweise dem Swiss Circle Briefing eröffnet. Mit mehr als zwei Dutzend individuellen Podiumsbeiträgen lieferte das Forum den Teilnehmern wiederum ein repräsentatives und abwechslungsreiches Themen­spektrum. Im Fokus der Aufmerksamkeit standen insbesondere diverse Themen zur Nachhaltigkeit, zum Portfolio- und Datenmanagement als auch zu den anhaltenden Digitalisierungstendenzen. Zuschauermagnet war auch dieses Jahr der fast schon obligate Immobilienmarktausblick der Herren Eckert und Ammann von JLL Schweiz respektive Wüest Partner. Unterstützt wurden die Referenten vom äusserst versierten Moderationsteam, bestehend aus Alice Hollenstein, Urban Psychologist und Stv. Managing Director CUREM und Dr. Christian Kraft, Dozent und Co-Leiter MScRE HSLU Wirtschaft / IFZ Zug.

    Konzeptionell auf dem richtigen Weg
    Mit einem ausgereiften Veranstaltungskonzept, bestehend aus Messe, Forum und Magazin, hat sich der Branchenanlass als Business-to-Business Veranstaltung im Markt positioniert und etabliert. Ziel ist es, die jeweiligen Kernkompetenzen der Anbieter hervorzuheben, die Visibilität der einzelnen Akteure zu maximieren, Berührungspunkte und Begegnungsorte zu schaffen und Netzwerke effizient auszubauen und zu pflegen. Das stimmige Gesamtkonzept scheint die Teilnehmer zu überzeugen, ein Grossteil der Aussteller engagiert sich mittlerweile in mehreren, wenn nicht allen konzeptionellen Teilbereichen. Nichtsdestotrotz strebt man nach der nächsten Evolutionsstufe, denn die Veranstalter arbeiten kontinuierlich an neuen zeitgemässen Konzeptbestandteilen. So wurden der Digitalisierungstrend und das damit verbundene Potenzial längst erkannt, digitale Medien und geeignete Social Media Kanäle werden gezielt berücksichtigt.

    An der IMMO’20 feierte folglich der DigitalCorner seine Premiere. Dieser bot den Ausstellern unter freier Contentwahl die Möglichkeit, vor Ort einen professionellen, qualitativ hochstehenden Short Movie produzieren zu lassen und ihren Messeauftritt somit auf der jeweiligen Firmenwebsite oder auf Social Media zu bewerben, innovativ. Die Chancen stehen gut, dass dieser Service zukünftig, als viertes konzeptionelles Kernelement, in die Angebotspalette für Aussteller aufgenommen wird. ■

  • Urbaner, vielfältiger und ökologischer Lebensraum

    Urbaner, vielfältiger und ökologischer Lebensraum

    Die Stadt Luzern, die abl allgemeine baugenossenschaft luzern (abl) und ewl energie wasser luzern, realisieren gemeinsam auf dem heutigen ewl Areal ein neues Sicherheits- und Dienstleistungszentrum inklusive Wohnungen. Dazu haben die drei Parteien im Dezember 2018 die ewl areal ag gegründet.

    Objekte für verschiedene Bedürfnisse
    Die abl plant auf dem rund 20 000 Quadratmeter grossen Areal ein vielfältiges Angebot an gemeinnützigem Wohnraum. Die Palette reicht von 72 2½- bis 5½-Zimmer-Wohnungen. Dies ergänzend zum benachbarten Projekt Kooperation Industriestrasse. Zusammen mit den 81 Zimmern des Pflegezentrums der Viva Luzern AG soll so auf dem ewl Areal Wohnraum für verschiedene Bedürfnisse und Lebensformen entstehen. Dies in einem lebendigen Quartier mit Entwicklungspotenzial. So soll ein durchmischtes, nachhaltiges, ökologisches Vorzeigequartier für Wohnen, Arbeit und Freizeit entstehen. Für die Architektur des ewl-Areals zeichnen Masswerk Architekten Luzern und E2A Architekten Zürich verantwortlich. Gemeinsam hat das Team das Siegerprojekt «Rotpol» entworfen.

    Gemeinsamer Nutzen
    Ziel der Überbauung ist, dass die Aussenräume von den Anwohnerinnen und Anwohnern wie auch von den Mitarbeitenden aller Bereiche gemeinschaftlich genutzt werden können. Die bauliche Vergangenheit und das industrielle Erbe des Gaswerkareals bleiben im Projekt «Rotpol» mit dem Erhalt des «Roten Hauses» – ein Zeitzeuge Luzerner Industriekultur – erhalten. Sanft restauriert, wird diesem Haus eine neue Bedeutung zugesprochen. Das «Rote Haus» soll zum sozialen und kulturellen Treffpunkt der Überbauung werden. Um das «Rote Haus» – im Herzen des Areals – kreiert die Architektur einen Quartierplatz. Dieser wird von drei unterschiedlich geformten Gebäudekomplexen gefasst, die sich in Struktur und Ausdruck stark voneinander unterscheiden.

    Ökologisches Vorzeigeprojekt
    Das ewl Areal soll einen Meilenstein im verantwortungsbewussten und nachhaltigen Städtebau darstellen, betonen die Projektverantwortlichen. Die zukünftigen Nutzer sollen in der Lage sein, ihren Energiebedarf selber zu optimieren und dadurch ihren Teil für die verantwortungsbewusste Gestaltung der Zukunft beizutragen. Vorgesehen ist, dass die Seewassernutzung hierfür eine Schlüsselrolle einnehmen wird. Das Zusammenspiel von thermischer Energieversorgung durch einen Mix aus Seewasser-, Solarenergie- und Abwärmenutzung soll den Energiebedarf zu hundert Prozent aus erneuerbaren Energiequellen decken. Zudem strebt die Überbauung das Zertifikat für «2000-Watt-Areale» an.

    Baubewilligung wird 2021 erwartet
    Noch sind nicht alle Hürden überwunden: In der Stadt Luzern entscheiden 2021 die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die städtische Finanzierung dieses Projekts. Die ewl areal ag rechnet mit Baubewilligung im gleichen Jahr. Der Baustart der ersten Etappe ist für 2022 vorgesehen. Gebaut wird in zwei Etappen. Der Betrieb der vorhandenen Nutzungen auf dem Areal werde während der gesamten Bauphase ohne Provisorien gewährleistet, teilt das ewl mit. Der Baustart der zweiten Etappe ist für 2024 geplant. Zwei Jahre später sollen die Wohnungen, Pflegeplätze und Büroräumlichkeiten bezogen werden. ■

  • Luzern Nord: Bauliches Energiewunder trotzt Hitze und Kälte

    Luzern Nord: Bauliches Energiewunder trotzt Hitze und Kälte

    Das visuelle Gesicht Emmens ist geprägt durch eine industrielle Baukultur, die sich seit einigen Jahren transformiert, wie in der Viscosistadt beim Seetalplatz im neuen Stadtteil Luzern Nord oder in der westlich angrenzenden Vorderen Emmenweid. Aktuelle Bauprojekte beweisen einen respektvollen und zukunftsweisenden Umgang mit Emmens reicher «Industrie-DNA». So auch der Bau 2226 in ebendieser Vorderen Emmenweid, der als energetisches Pilotprojekt Geschichte schreibt. Weltweit wurde ein solcher Bau erst einmal realisiert, und schweizweit stellt das Gebäude, das ohne Heizung, mechanische Lüftung und Kühlung auskommt, eine Premiere dar. Über das Spannungsfeld zwischen Zukunft und Vergangenheit, Innovation und historischem Erbe sowie ökologischen und ökonomischen Ansprüchen.

    Von der Masse abheben
    Die Sanierungsbedürftigkeit des Crinolbaus an der Emmenweidstrasse war hoch. Zu hoch. Das teilweise mit Spannvorrichtungen zusammengehaltene Bauwerk konnte deshalb nicht effektiv genutzt werden. Dieser Umstand veranlasste den Eigentümer, die BRUN Real Estate AG, im Jahr 2014 eine Studie in Auftrag zu geben für die künftige Entwicklung des Gebäudes. Eine Herausforderung für einen solch geschichtsträchtigen Bau. Um den grossen Ansprüchen an den Neubau gerecht zu werden, wurde der Wettbewerb deshalb eng durch die Gemeinde Emmen und die Kantonale Denkmalpflege begleitet. Dies mit dem Ziel, eine zeitgemässe und wirtschaftliche Lösung zu finden. Mit Erfolg: «Das Siegerprojekt hat am meisten überzeugt, weil es innovativ und energetisch sinnvoll ist. Ausserdem hebt es sich von der Masse ab und entspricht dem Zeitgeist und dem nachhaltig ökologischen Wandel. Als Immobilien-Entwickler müssen Sie heute innovativ sein», begründet Adrian Brun, Inhaber der BRUN Real Estate AG, die Wahl des Projektes vom Architekturbüro Baumschlager Eberle.

    Siegerprojekt ohne Heizung, Lüftung und Kühlung
    «Ein selbstbewusstes […] Gebäude gesellt sich als Ersatzneubau und Nachfolger des Crinolbaus zu den bestehenden Bauten und verhilft dem Ensemble zu einer neuen, starken Identität», hält der Bericht der Jury fest. Das Beachtliche an dem viergeschossigen Neubau ist, dass er ohne Heizung, mechanische Lüftung und Kühlung auskommt. Dennoch wird stets eine angenehme Innentemperatur geboten: Für die Temperaturstabilität sorgt die thermische Masse. Die Aussenwände sind fast 80 cm dick und verfügen über einen zweischaligen Wandaufbau, der einerseits eine hohe Druckfestigkeit aufweist und andererseits effizient isoliert. Dadurch weisen die Aussenwände eine sehr gute Wärmedämmung auf. Geheizt wird das Gebäude mit der Abwärme der Menschen, der Computer, des Lichts und weiterer Maschinen. Bei sommerlicher Hitze wird nachts mit Zugluft gekühlt. Eine ausgeklügelte Regelungstechnik betätigt Klappenlüftungen und sorgt stets für eine angenehme Raumtemperatur und die richtige Luftqualität.

    Ein vergleichbares Projekt wurde weltweit erst einmal verwirklicht: In Lustenau (Österreich) realisierten die Baumschlager Eberle Architekten im Jahr 2013 bereits ein ähnliches Bürogebäude. Dieser Bau diente energetisch auch als Prototyp und trägt den pragmatischen Namen 2226, weil die Innentemperatur stets im Bereich zwischen 22 und 26 Grad Celsius gehalten wird.

    Verbindung zwischen alt und neu
    Der alte Crinolbau war ein wesentlicher Bestandteil der südlichen Backsteinfront in der Emmenweid sowie ein bedeutender Zeitzeuge der Emmer Industriegeschichte. Es handelte sich um eine Mischkonstruktion mit Sichtbacksteinmauern sowie einer inneren Tragkonstruktion aus Eisen und Holz. Das mächtige Walmdach, bestehend aus vier Dachflächen, war charakteristisch für das Gebäude. Diesen historischen Merkmalen sollte der Neubau gerecht werden. Die Wuchtigkeit der Aussenwände des neuen Gebäudes erinnert deshalb stark an den Späthistorismus im 19. Jahrhundert, insbesondere an die Jugendstilzeit.

    Geschichtsträchtiger Ort
    Die Vordere Emmenweid hat die Geschichte Emmens stark geprägt. Als 1906 die französische Société de la Viscose ihre Kunstseidenfabrik in der Vorderen Emmenweid öffnete, nahm die Entwicklung richtig Fahrt auf und katapultierte Emmen innerhalb weniger Jahre an die Spitze der Industriegemeinden rund um Luzern. Entsprechend entstanden von 1906 bis 1945 in der Vorderen Emmenweid zahlreiche Fabrikanlagen. Mit den tiefgreifenden wirtschaftlichen Veränderungen und der Stagnation in den 1970er- bis 1990er-Jahren verlor das Industriequartier in der Vorderen Emmenweid zunehmend an Bedeutung. Die traditionsreichen Crinolhallen wurden nach wie vor genutzt und boten anderen industriellen Betrieben und Unternehmen ein zuhause.

    Zeit stand still
    Während die Vordere Emmenweid, wie es schien, baulich still stand, entwickelten sich die umliegenden Gebiete in den letzten Jahren rasant. Die Viscosistadt hat sich zu einem städtischen Zentrum mit über 100 Mietern aus 15 Branchen weiterentwickelt, unter ihnen die Hochschule Luzern-Design & Kunst. Sie bezog im November 2019 bereits ihren Erweiterungsbau. Die Vordere Emmenweid reiht sich mit dem Bau 2226 also nahtlos in diese Transformation ein. «Emmen ist im Aufschwung und wird seine Position als wichtiger regionaler Wirtschaftsstandort ausbauen», erklärt Brun. Durch den Neubau hat die Vordere Emmenweid ein schweizweites Leuchtturmprojekt erhalten, das sowohl ökologisch funktioniert als auch eine moderne Mieterschaft anspricht – tiefere Nebenkosten inklusive. ■

  • Mit Blick auf den Pilatus und  den Vierwaldstättersee

    Mit Blick auf den Pilatus und den Vierwaldstättersee

    Die Pläne des Projektes «Luegisland» sehen ein 32 sowie ein 35 Meter hohes Gebäude mit total 125 Wohnungen, Ateliers, Büros sowie Läden und einem Restaurant vor. Ausserdem ist eine öffentlich zugängliche Grünanlage als Erholungsraum für das gesamte Quartier geplant. Der Name der Überbauung «Luegisland» ist eine Anlehnung an einen der Türme der historischen Luzerner Museggmauer und steht nach Angaben der HRS Investment AG symbolisch für den Ausblick von den Wohnungen. So sieht man teilweise direkt auf den Pilatus und auf den Vierwaldstättersee. Die vorgesehenen Gebäude sind nur zwei bis drei Stockwerken höher als die Nachbargebäude und fügen sich so bestens in das Quartier ein, so die Projektverantwortlichen. Derzeit liegt der Gestaltungsplan bei der Stadt Luzern zu Genehmigung. Im Sommer 2021 sollte das Baugesuch eingereicht werden können, Baubeginn ist voraussichtlich 2021. ■

  • 5 Prozent weniger Autos auf Luzerns Strassen

    5 Prozent weniger Autos auf Luzerns Strassen

    Experten schätzen, dass die Mobilität in Luzern bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent zunimmt. Um diese Zunahme zu bewältigen, wird ab Frühling 2020
    das «Gesamtverkehrskonzept Agglomerationszentrum Luzern» umgesetzt. Das Gesamtverkehrskonzept wurde gemeinsam von der Stadt Luzern, dem Kanton Luzern, dem Verkehrsverbund Luzern und dem Gemeindeverband LuzernPlus entwickelt. Dabei soll die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden erhöht, der Bus-, Velo- und Fussverkehr ausgebaut und die Aufenthalts- und Lebensqualität im Agglomerationszentrum erhöht werden.

    Staus bilden sich in der Luzerner Innenstadt vor allem zu den Hauptverkehrszeiten. Autolenker weichen dann gerne auf Quartierstrassen aus, was die Lebensqualität und Verkehrssicherheit der Anwohner beeinträchtigt. Das Problem: Aufgrund der Topografie können in Luzern keine neuen und auch keine breiteren Strassen gebaut werden. Wie Verkehrsmodelle zeigen, würde der Verkehr auch zu den Stosszeiten fliessen, wenn 5 Prozent weniger Autos auf den Hauptstrassen unterwegs wären.

    Damit dieser Prozentsatz erreicht wird, richtet die Stadt neben den bereits vierzehn bestehenden neun weitere Dosierstellen auf Quartiersstrassen ein. So müssen sich Autolenker bei den Einfahrten auf die Hauptstrassen einige Minuten gedulden, bis die Ampeln auf grün schalten. Zudem werden neu fünf zusätzliche Parkhausausfahrten zwischen 17 und 19 Uhr mit Ampeln gesteuert, wie dies bereits seit längerem erfolgreich beim Bahnhof-Parking gehandhabt wird.

    Separate Busspuren, neue Busschleusen und Fahrbahnhaltestellen
    Sensoren erfassen zu jeder Zeit das Verkehrsaufkommen der Stadt Luzern. Zeichnet sich eine Stautendenz ab, greifen automatisch die Dosierprogramme, und zwar von innen nach aussen: Zunächst wird der Verkehr in unmittelbarer Nähe des Staus dosiert. Löst sich der Stau dadurch nicht auf, werden weiter entfernte Dosieranlagen dazugeschaltet. Ausserdem wird der öffentliche Verkehr konsequent gefördert: Der Busverkehr wird ausgebaut und beschleunigt. Im Vergleich zu heute soll der öffentliche Verkehr bis zum Jahr 2030 einen Kapazitätsausbau von 60 bis 70 Prozent erfahren.

    Dies beispielsweise mit Hilfe einer separaten Busspur auf der Alpenstrasse, zusätzlichen vier Busschleusen, wie es unter anderem an der Luzernerstrasse (Grenzhof) geplant ist, oder auch neuen Fahrbahnhaltestellen – so zum Beispiel an der Zürichstrasse. In der zu den Stosszeiten stark frequentierten Dreilindenstrasse ist hingegen kein Platz für eine Busspur: Hier soll der Autoverkehr während der Hauptverkehrszeit auf die Adligenswilerstrasse umgeleitet werden. Geplant sind zudem der Einsatz grösserer Busse, ein erhöhter Fahrplantakt sowie neue Buslinien. Ein weiteres Projekt sieht eine verkehrsfreie Bahnhofstrasse vor.

    Die Massnahmen wurden in zwei Prioritäten unterteilt. Die 27 Massnahmen erster Priorität werden ab 2020 umgesetzt. Frühestens ein halbes Jahr nach der Umsetzung wird deren Erfolg kontrolliert. Wenn nötig, werden dann die Massnahmen zweiter Priorität wie zum Beispiel die «Dosieranlage Bundesplatz», «Einfahrtssperre Hirschmattstrasse», «neue Verkehrsführung Pilatusplatz mit Dosierung Parkhaus Kesselturm» oder «Vereinfachung Knoten Hirschengraben» realisiert.

    Die Gesamtkosten der Massnahmen in erster Priorität werden auf 3,3 Millionen Franken geschätzt, wie Thomas Karrer von Tiefbauamt Stadt Luzern sagt. Die Stadt Luzern steuert dazu 1,46 Millionen Franken bei. ■

  • Andreas Zettel: «Das neue Raumplanungsgesetz erfordert ein aktives Management der Entwicklungsschwerpunkte»

    Andreas Zettel: «Das neue Raumplanungsgesetz erfordert ein aktives Management der Entwicklungsschwerpunkte»

    Herr Zettel, der Kanton Luzern, alle Luzerner Gemeinden sowie Netzwerkpartner aus Wirtschaft und Industrie engagieren sich finanziell und ideell für einen wachsenden Wirtschafts- und Wohnstandort Luzern. Wie beurteilen Sie deren Erfolg?
    Wenn wir auf die letzten Jahre zurückblicken, beobachten wir eine dynamische Entwicklung des Wirtschaftsstandortes Luzern. In den Jahren 2012 bis 2017 ist die Anzahl Unternehmen und Arbeitsplätze im schweizweiten Vergleich überdurchschnittlich gewachsen. Im erwähnten Zeitraum sind kantonsweit über 2 000 Unternehmen und über 15 000 Arbeitsplätze entstanden. Das ist ein nationaler Spitzenwert. Die gemeinsamen Anstrengungen haben sich also gelohnt. Auch letztes Jahr hat der Firmenbestand wiederum um über drei Prozent zugenommen.

    Was macht den Kanton Luzern denn besonders attraktiv?
    Ich würde die attraktive Kombination verschiedener Standortfaktoren in den Vordergrund rücken. Sie macht letztlich die Standortqualität aus. Nebst den stimmigen harten Faktoren wie tiefe Steuern, Verfügbarkeit von Arbeitskräften oder die gute Erreichbarkeit, ist der Kanton Luzern auch landschaftlich reizvoll und kulturell spannend. Jährlich besuchen viele Touristen die Region Luzern. Von den touristi-
    schen Angeboten profitiert direkt auch die lokale Bevölkerung.

    Zurück zu den harten Fakten. Gibt es noch Flächen, welche für Firmenansiedlungen und Unternehmensentwicklungen zur Verfügung stehen?
    In der Tat hat sich der Markt in den letzten Jahren stark verändert. Die Verfügbarkeit von Baulandgrundstücken und entwickelten Arbeitsflächen ist eine zentrale Herausforderung der Zukunft. Das neue Raumplanungsgesetz gibt enge Grenzen vor. So sind Einzonungen nur noch unter bestimmten Bedingungen möglich. Folglich liegt der Fokus zukünftig klar in der Entwicklung nach Innen und auf die bessere Ausnützung von Flächen. Das betrifft in hohem Ausmass auch die Unternehmen, insbesondere das lokale KMU-Gewerbe. Namentlich die Immobilienwirtschaft ist gefordert, neue, attraktive und bezahlbare Angebote zu schaffen für diese Betriebe.

    Wo sehen Sie örtlich die Möglichkeiten für Neuansiedlungen?
    In den neuen Stadtzentren LuzernSüd und LuzernNord sind attraktive neue Flächen am entstehen. Im Zentrum der Stadt Luzern ist die Entwicklung räumlich limitiert, das heisst, hier erfolgt die Entwicklung im Rahmen von Arealentwicklungen, welche die letzten Baulücken füllen und sich in die bestehende Stadt eingliedern müssen. Aus regionaler Optik bedeutet dies, dass sich die Stadt Luzern als funktionaler Raum ausdehnt und neue, attraktive Stadtzentren in den umliegenden Gemeinden entstehen, welche hervorragend erschlossen sind und eine neue urbane Qualität bieten können. Persönlich sorge ich mich etwas um die reinen Arbeitszonen, diese wurden im Zuge der Innenentwicklung häufig einer anderen Nutzung zugeführt, ohne dass Ersatz entstanden ist. Diese Flächen fehlen dann dem Gewerbe.

    Also sind diese Flächen ein knappes Gut?
    Nun, dieser Eindruck kann tatsächlich entstehen. Bei genauerem Hinsehen fällt aber auf, dass es im Kanton Luzern noch eine beträchtliche Anzahl von Grundstücken gibt, welche eingezont, aber noch nicht entwickelt sind. Hier ist die Frage, ob die Grundeigentümer überhaupt entwickeln möchten. Wir stellen eine gewisse Tendenz zur Baulandhortung fest, was klar nicht in unserem Sinne ist. Manchmal fehlt es aber nicht nur am Willen, sondern auch einfach am Wissen, wie man diese Flächen entwickeln könnte. Vor allem die Filetstücke müssen sehr clever und nachhaltig entwickelt werden, damit auch die nächste Generation maximal davon profitieren kann.

    Wie sieht die Entwicklungsstrategie im Kanton Luzern aus?
    Im aktuellen Richtplan wurden zwölf sogenannte kantonale Entwicklungsschwerpunkte (kurz ESP) definiert. Dabei handelt es sich um grossflächige Arbeitsplatzgebiete an gut erschlossenen Standorten. Dabei wird eine eine qualitative Entwicklung angestrebt, wobei insbesondere auch die Abstimmung von Siedlung und Verkehr eine wichtige Rolle spielt. Die ESP sind ein zentrales Element der Luzerner Standortpolitik und ein wichtiges Instrument der gemeinsamen Wirtschaftsförderung von Kanton und Gemeinden.

    Wo befinden sich diese Entwicklungsschwerpunkte?
    Sie orientieren sich aufgrund der wirtschaftlichen Potenziale an den Hauptverkehrsachsen des Kantons Luzern. Hauptsächlich befinden sie sich an gut erschlossenen Lagen, welche verkehrstechnisch gut liegen, mit dem Auto, aber auch mit dem ÖV.

    Wie ist der Stand dieser Entwicklungsschwerpunkte?
    Sehr unterschiedlich. Während etwa in der Stadtregion Luzern die bereits erwähnten Gebiete LuzernSüd und LuzernNord relativ weit fortgeschritten und bereits in der Umsetzung sind, besteht beispielsweise in den beiden Regionalzentren Hochdorf oder Willisau ein erhebliches Nachholpotenzial. Diese Gebiete sind es, welche in den nächsten Jahren vermehrt in den Fokus von Investoren und Entwicklern rücken werden.

    Wo kann man sich über die einzelnen Entwicklungsschwerpunkte informieren?
    Investoren und interessierte Unternehmen können sich bei uns melden, denn wir haben eine gute Übersicht über den Stand dieser Gebiete und kennen sämtliche Ansprechpartner. Zentral für die Entwicklung dieser ESP sind nebst den Standortgemeinden auch die vier regionalen Entwicklungsträger im Kanton Luzern. Das heisst LuzernPlus, Sursee-Mittelland, Region Luzern West und Idee Seetal. Das positive Zusammenspiel von Staat und Wirtschaft ist ein Kernelement unserer gemeinsamen Wirtschaftspolitik. Dieses wollen wir weiter verbessern. ■

  • Michèle Graber: «Es ist ein Gebot der Stunde,  die weitere Zersiedelung zu verhindern»

    Michèle Graber: «Es ist ein Gebot der Stunde, die weitere Zersiedelung zu verhindern»

    Frau Graber, herzliche Gratulation zur Wahl zur Präsidentin von LuzernPlus. Was hat Sie bewogen, sich für das Amt zur Wahl zu stellen?
    Vielen Dank. Warum ich mich zur Wahl gestellt habe? Es waren die spannenden Herausforderungen, die mich gereizt haben. Ich möchte mich gerne vermehrt direkt für die prosperierende Weiterentwicklung unserer wunderschönen Region Luzern einsetzen.

    Wurden Sie für dieses Amt angefragt oder haben Sie sich hierfür «beworben»?
    Die interne Findungskommission für die Nachfolge von Pius Zängerle hat mich für das Amt angefragt. Das hat mich natürlich sehr gefreut. Nach verschiedenen Gesprächsrunden bei der Findungskommission und dem Vorstand wurde ich schliesslich als Kandidatin der Delegiertenversammlung vorgeschlagen und einstimmig gewählt.

    Was sind Ihre Hauptaufgaben als Präsidentin?
    Das Präsidium von LuzernPlus ist für die strategische Führung des Gemeindeverbandes zuständig. Dazu werde ich vom Vorstand unterstützt. Auf operativer Ebene kann ich mich auf ein eingespieltes Team in der Geschäftsstelle verlassen.

    Seit dem 1. Januar 2020 präsidieren Sie den Gemeindeverband LuzernPlus. Wo setzen Sie Ihre Prioritäten und Schwerpunkte?
    Die ersten Wochen möchte ich dazu nutzen, um mir einen guten Überblick zu verschaffen. Grundsätzlich ist es mir sehr wichtig, den regelmässigen Austausch mit unseren Gemeinden und Partnern zu pflegen und so für alle ein offenes Ohr zu haben. Als zentralen Punkt für unsere Region erachte ich die Weiterentwicklung des Durchgangsbahnhofs. Das ist aus meiner Sicht das wichtigste Infrastrukturprojekt der Region LuzernPlus für diese Generation.

    Es ist zu lesen, dass Sie als Kantonsrätin und Geschäftsführerin der GLP über grosse politische und strategische Erfahrung verfügen und gewohnt sind, im politischen Prozess geeignete Lösungen zu finden. Was heisst geeignete Lösungen?
    Ich vertrete seit mehreren Jahren die GLP im Luzerner Kantonsrat. Als Fraktionsvorsitzende einer kleinen Partei bin ich gefordert, Lösungen über die eigene Partei hinaus zu fördern. Für mich steht immer die Sache im Zentrum.

    Als Präsidentin möchten Sie die Siedlungs-, Landschafts- und Verkehrsentwicklung in der Region gemeinsam mit den 24 Gemeinden anpacken und damit zur Attraktivität der Region LuzernPlus beitragen. Wo setzen Sie hier die Prioritäten?
    Die Abstimmung von Siedlung und Verkehr ist ein zentraler Baustein unserer Entwicklung. Dazu gehört die Förderung von flächeneffizienten Verkehrsmitteln im urbanen Raum. Es ist ein Gebot der Stunde, die weitere Zersiedelung zu verhindern und beispielsweise die Zentren mit der Versorgung zu stärken. Das ist gelebter Klimaschutz. Als einen sehr wichtigen Teil in der Gestaltung von verdichteten Siedlungsgebieten erachte ich die Erhaltung und Erstellung von hochwertigen Angeboten an multifunktionalen Flächen, grosszügigen Begegnungszonen und attraktiven Grünanlagen.

    Sie sprechen auch von gemeindeübergreifenden Themen. Will heissen?
    Besonders die Fragen der Mobilität und der Energieversorgung enden nicht an den Gemeindegrenzen. LuzernPlus möchte diese Synergien noch stärker in den Vordergrund rücken. Hier sind wir alle gemeinsam gefordert.

    Ihr Vorgänger, Pius Zängerle sagte, dass das enorme Potenzial der Region LuzernPlus nur durch eine zielgerichtete Zusammenarbeit zwischen den 24 Gemeinden möglich ist. Ist das nicht eine Herkulesaufgabe?
    Das ist wahrlich eine grosse Herausforderung. Ich glaube aber, dass LuzernPlus bisher verschiedene wichtige Meilensteine setzen konnte. So sind zum Beispiel die Gebietsmanagements, welche die Nahtstelle zwischen den Gemeinden, dem Kanton, der Wirtschaftsförderung und den Investoren bilden, schweizweit einzigartig. Wir werden die Gemeinden weiterhin unterstützen, Projekte gemeinsam zu entwickeln. Auf diesem Weg möchte ich gerne weiterfahren.

    Wie stark können Sie die Strategie respektive den Kurs von LuzernPlus prägen, beziehungsweise umsetzen?
    Ich möchte gerne meine Funktion dazu nutzen, die Gemeinsamkeiten herauszuschälen und diese Stärken zu stärken. Nur gemeinsam können wir den grossen zukünftigen Herausforderungen entgegentreten und gute Lösungen erarbeiten.

    Welches sind die Gemeinsamkeiten und was bedeutet es, diese herauszuschälen und zu stärken?
    Die Region LuzernPlus steht gemeinsam für die Realisierung des Durchgangsbahnhofs Luzern ein. Dieser bringt für die kommende Generation einen Meilenstein in der schienengebundenen Mobilität: einerseits für den Fernverkehr, andererseits aber auch für die S-Bahn Luzern. So wird die dringend notwendige Taktverdichtung im Regionalverkehr erst mit dem Durchgangsbahnhof Luzern möglich sein.

    Auch wollen Sie in Ihrem Amt zur Attraktivität der Region beitragen. Das ist ein allgemeiner Begriff. Können Sie etwas konkreter werden?
    Unsere Region bietet nicht nur das «Touristen-Luzern », wie es den meisten bekannt ist. Zu einer attraktiven Region gehören ausserdem eine nachhaltige Energieversorgung, vielfältige Freizeitmöglichkeiten und ein attraktives Kultur- und Sportangebot. Gerade was die Naherholung auch für uns Einheimische betrifft, sind wir sicherlich gut unterwegs – aber wir dürfen hier nicht stehen bleiben.

    Für Armin Camenzind, Geschäftsführer von LuzernPlus, zählt die Mobilität zu einem bedeutenden Standortfaktor, denn die Standortattraktivität hängt massgeblich von der Erreichbarkeit ab. Wie ist diese zu bewerkstelligen respektive was heisst optimale Erreichbarkeit?
    Die Erreichbarkeit unserer Region muss mit allen Verkehrsträgern möglich bleiben. Dazu gehört der Durchgangsbahnhof, aber auch das Gesamtsystem Bypass, welcher für das Strassennetz eine merkliche Entlastung geben dürfte. Wir dürfen nicht vergessen, dass ein Grossteil des öffentlichen Verkehrs auf der Strasse stattfindet. Hier hat für mich die konsequente Bevorzugung des Busverkehrs eine hohe Priorität. Als passionierte Velofahrerin ist aber ebenso die Nutzung des Velos wichtig. Das Miteinander von ÖV, dem motorisierten Individual- und Langsamverkehr macht es aus.

    Als Kantonsrätin der GLP machen Sie sich stark für eine gesunde Umwelt und florierende Wirtschaft und möchten diese in Einklang bringen. Sie bezeichnen diese als Lebensgrundlagen von morgen. Wie wollen Sie diese Bereiche unter einen Hut bringen?
    Die beiden Begriffe sind keineswegs Gegensätze: Energiestrategie, Klimaschutz und CO2-Gesetze bieten grosse Chancen für unsere Wirtschaft. Diese können durch wirksame und sozialverträgliche Lenkungsmassnahmen rasch und effizient genutzt werden. Damit werden viele Subventionen und Regulierungen überflüssig. Umweltbewusstes Handeln muss und kann sich für Unternehmen lohnen.

    Was heisst umweltbewusstes Handeln muss und kann sich für Unternehmen lohnen?
    Immer noch verschwenden wir sehr viel Energie, weil sie zu wenig kostet. Dabei ist die wertvollste Kilowattstunde diejenige, welche nicht verbraucht wird, denn diese muss nicht produziert, transportiert und gespeichert werden. Mit einem verursachergerechten Energiepreis würden Energieeffizienzmassnahmen endlich rentabel und längst vorhandene Cleantech-Lösungen würden umgesetzt. Investitionen in erneuerbare Energie sind bei einer Vollkostenrechnung der fossilen und atomaren Energie schon heute wirtschaftlich überlegen und lohnen sich. Auch der dringend nötige Umstieg auf eine umweltfreundliche Mobilität wird mit den richtigen Anreizen rasch folgen. Der Mensch und die Wirtschaft funktionieren nun mal so, dass er nur etwas ändert, wenn es sich für ihn lohnt.

    «Wir verschwenden sehr viel Energie, weil sie zu wenig kostet.»

    Sie führen unter anderem eine eigene Firma für Managementberatung. Wie gross wird Ihr Arbeitspensum als Präsidentin von LuzernPlus sein?
    Das Pensum als Präsidentin liegt bei knapp zwanzig Prozent, wobei sicherlich die erste Phase ein deutliches Mehr an Arbeit bringen wird. Ich freue mich auf mein neues Engagement.

    Worauf freuen Sie sich am meisten?
    Es sind die vielen neuen Themen, in welche ich mich am Einlesen bin. Sie sind sehr spannend. Dass LuzernPlus vernetzt, spüre ich bei der Lektüre der verschiedenen Dossiers immer wieder.

    Apropos Engagement: Sie sind seit 1997 Vorstandsmitglied der Fallschirmgruppe Titlis und seit 2013 deren Präsidentin. Wie sind Sie zum Fallschirmspringen gekommen und was bedeutet Ihnen dieser Sport?
    Zur Erstkommunion habe ich von meinem Götti – er war Flugbegleiter bei der damaligen Swissair – einen Flug von Zürich nach Genf geschenkt bekommen. Schon damals wäre ich am liebsten aus dem Fenster gesprungen, um auf den Wolken spazieren zu können. Als Zwanzigjährige habe ich meinen ersten Fallschirmsprung verwirklicht. Fasst dreissig Jahre lang habe ich meine Passion für das Fallschirmspringen gelebt. Dies zum Teil sehr intensiv als Wettkämpferin und Fallschirmsprunglehrerin. Nur «auf den Wolken spazieren zu können» hat nicht geklappt (lacht).

    Zählt Fallschirmspringen – nebst Biken und Langlaufen – noch heute zu Ihren Hobbys?
    Nein, das aktive Springen habe ich aufgegeben. Mein letzter Sprung war vor eineinhalb Jahren.

    Oft hört man von Fallschirmspringern, dass es das Gefühl der absoluten Freiheit, der Adrenalinkick und Nervenkitzel ist, was die Faszination ausmacht. Ist dem so?
    Die grosse Faszination waren für mich die freien, aber auch sehr kontrollierten Bewegungen im dreidimensionalen Raum. Als Fallschirmsprunginstruktorin ist es sehr bereichernd, den Lernenden ihre Angst vor dem Neuen zu nehmen und ihnen das Vertrauen zu geben, dass sie die Extremsituationen sicher meistern können. Der Nervenkitzel und Adrenalinkick wechseln bald in pure Lebensfreude und münden in einem gesunden Respekt gegenüber den Naturkräften.

    Vertrauen zu haben und Extremsituationen zu meistern, gilt sicherlich auch am «Boden». Welche Situationen kommen Ihnen dabei spontan in den Sinn?
    Die politische Arbeit ist oftmals vergleichbar. Harte Verhandlungen und das Ringen um Kompromisse können mitunter durchaus schwierig sein. Aber das reizt mich. ■

  • Stefan Kurath: «Bei Arealentwicklungen ist  diplomatisches Verhandlungsgeschick nötig»

    Stefan Kurath: «Bei Arealentwicklungen ist diplomatisches Verhandlungsgeschick nötig»

    Herr Kurath, das 2014 in Kraft getretene revidierte Raumplanungsgesetz schiebt dem Wachstum in die Fläche einen Riegel vor und fordert die Entwicklung nach innen. Das heisst?
    Arealentwicklungen finden zukünftig in einem gebauten Kontext mit vielen Akteuren und noch mehr Anforderungen statt. Planungsbehörden und Grundeigentümer müssen damit umgehen können. Es braucht eine klare Strategie der Mitwirkung. Das macht das Vorgehen komplizierter und erfordert auch Diplomatie.

    «Es braucht eine klare Strategie der Mitwirkung.»


    Wie viele Industriebachen sind aktuell in der Schweiz vorhanden?
    Gemäss Bundesamt für Raumentwicklung sind zahlreiche ungenutzte Areale ab einer Grösse von 10 000 Quadratmetern mittlerweile zwischen- oder umgenutzt worden. Dass das Potenzial für die Revitalisierung von Brachen ungebrochen ist, zeigt der Entwicklungsatlas von Wüest Partner. Dieser listete 2018 über 700 Areale auf, die aufgrund von Fläche und Gestaltungsoptionen attraktiv sind. Doch die funktionale wie wirtschaftliche und ökologische Aufwertung von Arealen ist anspruchsvoll, denn jede Entwicklung ist ein Einzelfall. Alle Phasen in einem Revitalisierungsprozess können lange dauern.

    Warum?
    Die Gründe hierfür sind vielfältig. Auch wenn Makro- und Mikrolage erfolgsversprechend sind, können Altlasten, Denkmalschutzauflagen, ungünstige Bauökonomie sowie behördlicher oder privater Widerstand eine Umnutzung kompliziert machen. Dennoch besitzen Arealentwicklungen gute Erfolgschancen.

    Worauf beruhen diese Erfolgschancen?
    Befindet sich das Areal in einem Gebiet mit einer expandierenden Wirtschaft sind die Erfolgschancen einer Transformation gross. In der Schweiz gibt es zahlreiche Projekte, die das belegen. An Standorten mit Bevölkerungswachstum sorgen innovative Projekte für den benötigten Wohnraum. Liegt eine Industriebrache standortmässig günstig, stellen diese in unterschiedlichen Formen auch eine bedeutende Nutzugsreserve dar. Hinzu kommt, dass die Umnutzung der bebauten Entwicklungsflächen Wohnraum für 288 000 Personen bieten würde und zusätzlich sich 257 000 Arbeitsplätze realisieren liessen.

    Immer wieder hört man, das Arealentwicklung eine sinnvolle Wertschöpfung ist. Was ist darunter zu verstehen?
    Insbesondere ältere Industrie- und Gewerbeareale liegen mittlerweile zentral gelegen in den Stadt- und Siedlungsgebieten. Städtebaulich macht es Sinn, diese zu entwickeln und neuen Nutzungen zukommen zu lassen und so neue Entwicklungsimpulse für die umgebenden Stadträume zu geben. Wir können da von einer städtebaulichen Wertschöpfung sprechen. Natürlich werden auch die Eigentümer wirtschaftliche Wertschöpfung betreiben können bei entsprechender Nachfrage.

    Gibt es eine Art Leitfaden für eine Arealentwicklung? Wenn ja, wie sieht dieser aus?
    Idealerweise versucht man, die städtebaulichen und gesellschaftlichen Alleinstellungsmerkmale eines Areals herauszuarbeiten und zu stärken, indem man sie massgeschneidert anreichert. Wichtiger als auf andere Arealentwicklungen zu schauen, ist es also, Experimente zu wagen und möglichst viele von der Transformation betroffenen Akteure mit auf den Weg zu nehmen.

    Warum sind urbane Lebensqualitäten mehr denn je gefragt?
    Drei Viertel der Menschen in der Schweiz wohnt und arbeitet in Städten oder Gemeinden der städtischen Agglomerationen. Der Trend ist ungebrochen, und die Siedlungsfläche dehnt sich immer weiter aus. Um dem entgegen zu wirken, wird eine Siedlungsentwicklung nach innen angestrebt.

    Die Nachhaltigkeit spielt sicherlich auch bei Arealentwicklungen eine wichtige Rolle.
    Unbedingt. Egal, welche Ziele Investoren mit einer Entwicklungsfläche anstreben möchten, eines haben alle Projekte gemeinsam: Der Erfolg hängt nicht nur von Faktoren wie Rentabilität, zentrale Lage im urbanen Umfeld, gute Verkehrsanbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Vermarktungspotenzial ab.

    Sondern?
    Immer mehr Menschen streben auch ökologische wie gesellschaftliche Nachhaltigkeit an. Das geschieht zum Beispiel an Orten, die vielfältige und veränderbare Lebens- und Nutzungsformen erlauben. Wenn brachliegende Areale als Wirtschaftsstandorte neu entwickelt werden sollen, dürfen die sich in den Lebensstilen widerspiegelnden Bedürfnisse nicht vernachlässigt werden. Dazu gehört auch eine gute soziale und funktionale Durchmischung. Die Umsetzung dieser Attribute trägt zu einem positiven Gesamt­image bei.


    Das Attisholz-Areal im solothurnischen Riedholz ist eine der grössten Industriebrachen der Schweiz. Die Transformation soll 2045 abgeschlossen sein. Ist vorhersehbar, wie die Menschen in 25 Jahren leben möchten?
    Man kann alle die städtebaulichen Strukturen sukzessive stärken und aufrüsten, die bereits die letzten hundert Jahre den gesellschaftlichen Wandel überdauert haben und auch die nächsten hundert Jahre überdauern sollen. Das nenne ich das städtebauliche Grundgerüst. Inwieweit das Areal sich aber tatsächlich entwickelt oder stagniert, basiert auf Wachstums- oder Schrumpfungsprozessen. Welche Bedürfnisse die zukünftigen Bewohner haben werden, steht in den Sternen. Architektur und Städtebau bedeutet auch weniger vorauszusagen wie etwas wird, als vielmehr Strukturen zu entwerfen, die zukünftige Ereignisse ermöglichen, von denen wir heute nicht wissen, wie sie sein werden. Die Bauten mit Nutzungsangeboten können verfeinert werden, wenn sich die Entwicklungsperspektive auf zwei Jahre verkürzt hat.

    Welches sind gute Beispiele, bei denen die Bevölkerung mitreden konnte?
    Zum Beispiel das Sulzer-Areal in Winterthur. Durch Aktivitäten während der Transformation gelang es besonders im Lagerplatz-Areal, die Beziehungen und Bindungen zum Quartier aufrecht zu erhalten. Mittels guter Angebote fürs Gewerbe und Wohnen wurde ein relativ stabiles Quartierleben erreicht, das weiter transformiert wird. Und bei der Überbauung Kalkbreite in Zürich wurden bereits vor dem Bau Kollektivgärten realisiert und dadurch die Verbundenheit zum Ort gestärkt. Die Nachbarschaft wird belebt, wenn Freiräume bereits während der Bauphase bespielt werden. Eine weitere Möglichkeit von Arealentwicklung sehe ich mit «Sihlcity», der ehemaligen «Zürcher Papierfabrik an der Sihl», welches 2007 als erstes Urban Entertainment Center, inklusive einem Hotel, eröffnet wurde.

    Was macht «Sihlcity» speziell?
    Vom früheren Gebäudekomplex auf dem Areal blieben vier Bauten erhalten, die als Zeitzeugen an ein Stück Zürcher Geschichte erinnern. Mit dem Bikepark gibt es zudem Freizeitmöglichkeiten für alle, die nicht an Konsum gebunden sind – und das Sihlufer bietet Erholung. Das Nebeneinander dieser sehr unterschiedlichen Angebote, die gute Verkehrs­erschliessung und Dichte ist wohl ein Erfolgsfaktor.

    Gilt die Schweiz eigentlich als Vorzeigeland in Sachen Arealentwicklung? Wenn ja, warum?
    Die Deindustrialisierung hat in der Schweiz früh eingesetzt, und die Kapitalflüsse haben es ermöglicht, umfassende Massnahmen zu ergreifen und die Arealentwicklungen ganzheitlich in Angriff zu nehmen. Die Schweiz hat hinsichtlich der Entwicklung von Arealen eine relativ grosse Kontinuität, und Gebiete wie Zürich West oder Neu Oerlikon haben in den 1990ern und 2000ern viel Aufmerksamkeit erweckt.

    Noch ein Blick über die Grenzen hinaus. Welche Arealentwicklungen im nahen Ausland dienen Ihnen als Vorbild und warum?
    Grosse Arealentwicklungen haben vor allem in den ehemaligen Häfen grosser Städte stattgefunden. So haben sich in den 1990ern in Amsterdam die zentralen Hafenanlagen zu grossen Wohnquartieren und vollwertigen Stadtteilen entwickelt. In Hamburg hat die Transformation des Hafens zur «HafenCity» viel Aufmerksamkeit erweckt, insbesondere auch mit der Elbphilharmonie der Schweizer Architekten Herzog & de Meuron. In Antwerpen ist die Transformation des Hafens noch in vollem Gange. Auch hier geht es um die Öffnung ehemaliger Hafen-, Lager- und Arbeitsplatzgebiete für Wohnbauten, kulturelle Einrichtungen, Naherholungsgebiete und Ausbilden von neuen Wasserfronten und Stadtsilhouetten. ■

  • Der SUPSI Universitätscampus in Mendrisio

    Der SUPSI Universitätscampus in Mendrisio

    Der neue Campus ist eine regionale Einrichtung. Der Standort entlang der Nord-Süd-Hauptbahnachse ermöglicht es, die Zugehörigkeit des Gebäudes zu einer Region und nicht zu einem Ort zuzuordnen, wodurch es als territoriale Infrastruktur charakterisiert wird, während seine Identität kantonal ist. Der voluminöse Körper fügt sich perfekt in das gegenwärtige Stadtgefüge ein: eine klare Präsenz entlang der Eisenbahnachse und ein abnehmendes Volumen in Richtung der vorderen Nachbarschaft.

    Entlang der Eisenbahn
    Das Funktionsprogramm des Instituts ist in verschiedene Bereiche unterteilt: Laboratorien, Klassenzimmer, Forschungs- und Verwaltungsbüros. Bestimmte Räume wie die Bibliothek, der Mehrzweckraum, das Schulrestaurant und die Ausstellungsbereiche vervollständigen eine komplexe Funktionskonstellation. Der Vorschlag des Genfer Studios Bassi Carella Marello Architectes organisiert die Funktionen „nach Schichten“, die aneinander gelehnt sind, wie in einem für ein Schienensystem typischen Serialitätsprinzip. Die Analogie zur Eisenbahn wird durch den Wunsch vervollständigt, eine für ein städtisches Programm charakteristische räumliche Intensität zu erzeugen. Die verschiedenen Höhen der Räume, die mit jeder Funktion verbunden sind, führen zu Lücken zwischen den verschiedenen Bereichen und ermöglichen einen großen volumetrischen Reichtum.

    Eine interne Straße
    Die Größe des Territoriums und die programmatische Dichte werden in der internen Organisation des Gebäudes durch eine „Fußgängerrampe“ ausgedrückt, eine interne städtische Treppe, die alle Räume der Universität verbindet. Diese Infrastruktur definiert den Charakter des Gebäudes, ermöglicht eine globale Vision des Ganzen und erleichtert die Beziehungen zwischen den Menschen, die dort häufig sind und zirkulieren.
    Die Fließfähigkeit der von den Rampen erzeugten Wege erleichtert Bewegungen und den Austausch zwischen den Schülern. Die leichte Neigung ermöglicht es auch, diesen Raum für Veranstaltungen, zur Unterhaltung oder zum Lesen oder Lernen zu nutzen.

    Die Struktur, die organisiert
    Der architektonische Ausdruck des Projekts ist eng mit der statischen und konstruktiven Struktur des Gebäudes verbunden. farbiges beton ist das einzigartige und wesentliche material, das seinen körper ausmacht. Unterschiedliche statische Kapazitäten, die mit der Nutzung der Räume, der Vorfertigung und der Korrelation zwischen Struktur und Techniken verbunden sind, ermöglichen es, auf die verschiedenen Bauprobleme des Gebäudes zu reagieren.


    Architektur entsteht daher aus einer Herausforderung, einem Interesse an architektonischen Lösungen von Großarbeiten. Das Know-how der Ingenieure ermöglichte es, die Berechnungs- und Konstruktionstechniken optimal zu nutzen und die Materialien optimal zu nutzen. Die Größe des Gebäudes und das sich wiederholende und modulare Prinzip haben wirtschaftliche Lösungen ermöglicht, die schnell umgesetzt werden können, aber auch eine große Ausdruckskraft haben.
    Eine Fachhochschule, die lehrt, wie man ähnliche Fächer entwirft, baut und behandelt, wird in der Lage sein, sich zu Themen, die sie betreffen, bei Studenten, die für diese Themen sensibel sind und sie verstehen möchten, umfassend zu äußern.
    Transparenz gegenüber dem zentralen Raum ist ein wesentlicher Aspekt des Projekts und ermöglicht visuelle Interaktion und Austausch, die für den Charakter des Gebäudes wesentlich sind.
    Eine aktive Energiemasse Die Ausbeutung der gebäudeigenen Mineralmasse ist einer der wesentlichen Faktoren des Energieaspekts. Der wichtige Betonkörper ermöglicht nicht nur eine bessere Kontrolle der Phasen der Außentemperaturen, sondern nutzt dank seiner Aktivierung durch aktive Platten seine Energiequalitäten optimal aus. Die Verwendung eines einzigartigen Hauptmaterials, die radikale Reduzierung von Beschichtungsmaterialien und die Analyse der Grauenergie sind ein wesentlicher Auftakt zur Erreichung des Minergie-Standards. Lösungen, die auch große Wärmedämmstärken, einstellbaren Sonnenschutz und mechanische Belüftung sowie einen geringen Stromverbrauch für die Beleuchtung und ein perfekt von der Luft isoliertes Gebäude umfassen. ■

  • USI-SUPSI Ostcampus in Lugano-Viganello

    USI-SUPSI Ostcampus in Lugano-Viganello

    Der neue Ostcampus befindet sich auf dem Universitätscampus in Lugano im Bau und wird die ersten Studenten im Jahr 2020 begrüßen. Er wird die Fakultäten für Informatik und die neue Fakultät für Biomedizinische Wissenschaften der Universität der Italienischen Schweiz (USI), das Department of Innovative Technologies, beherbergen (DTI) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften und Künste der Südschweiz (SUPSI), des Dalle-Molle-Instituts für Studien zur künstlichen Intelligenz USI SUPSI, des Startup Promotion Center und einer Reihe gemeinsamer Dienste, darunter Räume für sportliche Aktivitäten, ein Mehrzweckraum, ein Refektorium, eine Bibliothek und ein Kindergarten.


    Es wird eine durchschnittliche tägliche Wahlbeteiligung von etwa 1000 Studenten und 600 Mitarbeitern erwartet, die das neue akademische Viertel von Lugano bevölkern werden.

    Das Gebäude
    Es wird auf dem Land des ehemaligen Campari-Gebiets in unmittelbarer Nähe des Universitätscampus von Lugano errichtet. Die genaue Geometrie des großen Innenhofs und des öffentlichen Raums steht im Gegensatz zum artikulierten Volumen, das den Anforderungen des Kontextes entspricht. Der Park erstreckt sich bis an die Grenzen des Geländes und wird eine mögliche zukünftige Erweiterung nach Norden ermöglichen.


    Die vier Eingänge oben im Band laden Sie ein, den Innenhof zu betreten und zu entdecken. Die durch die großzügige Kolonnade geschaffene räumliche Kontinuität ermöglicht es, die Eingänge der verschiedenen Institute miteinander zu verbinden.


    Das Gebäude mit einem Volumen von ca. 120.000 m3 erstreckt sich über sechs Stockwerke über dem Boden (einschließlich des Erdgeschosses) und ein Untergeschoss. Im Erdgeschoss, umgeben von einem Portikus, befindet sich der Innenhof, der als Atrium dient und in dem sich die Haupteingänge befinden. Der Innenhof wird im Dienst der Campus-Aktivitäten stehen. Die Zugänge von USI, SUPSI, dem Mehrzweckraum, dem Refektorium sowie dem Kinderzimmer werden diesen Raum beleben. Um das Funktionsangebot zu vervollständigen, gibt es in diesem Bereich einige spezielle Labors, die Verwaltungsräume beider Schulen und den Bereich für Ausstellungen.


    Wenn die Lautstärke steigt, tritt sie wieder in den ersten Stock ein, wo die Klassenzimmer entlang des Zirkulationsrings angeordnet sind. Der Studentenbereich und die Bibliothek befinden sich am Ende der Etage und interagieren mit der Stadt. Die beiden Empfangs- und Ausstellungsbereiche interagieren mit dem Innenhof.


    Die oberen Stockwerke der Hauptbände beherbergen Büros und Labors und sind in zwei „Lamellen“ (Ost und West) von vier Stockwerken über dem ersten Stockwerk und in zwei „Türme“ (Nord und Süd) von zwei Stockwerken unterteilt.


    Die Lamellen im Osten und Westen beherbergen USI und SUPSI (entlang des Cassarate-Flusses) bzw. USI. Die neue Fakultät für Biomedizinische Wissenschaften wird im Südkörper untergebracht sein, während sich die IDSIA, das Dalle Molle-Institut für künstliche Intelligenz und das Startup Promotion Center im Norden befinden werden. Im Raum zwischen den Bänden finden wir die vier Terrassen, die weitere Räume zur Erholung bieten.


    Im Untergeschoss befindet sich die Garage mit 88 Parkplätzen, einige spezielle Labors, Bereiche für sportliche Aktivitäten, Lagerhäuser und technische Räume. ■

  • Nachhaltigkeit für Pian Scairolo

    Nachhaltigkeit für Pian Scairolo

    IBSA wuchs exponentiell von 40 Mitarbeitern im Jahr 1985 auf die heutigen 660 allein im Tessin und war im Laufe der Jahre gezwungen, kontinuierlich neue Büros zu eröffnen. Die Notwendigkeit, alles an einem einzigen Standort zu konzentrieren, geht auf das Jahr 2001 zurück, als das Unternehmen 240 Mitarbeiter beschäftigte (heute beschäftigt die IBSA-Gruppe 1600), und ist inzwischen dringend geworden. Leider endete dieses erste Projekt jedoch aufgrund verschiedener bürokratischer Hindernisse, die vor einigen Jahren endgültig freigeschaltet wurden, in einer Pattsituation.

    Daher definiert die Vision der Zentralisierung in einem einzigen Viertel, einer Art „pharmazeutischem Campus“, alle „Inhalte“ des Unternehmens, wie sie die Architektin Christophe Almeida Direito, Leiterin Gebäude & Infrastruktur bei IBSA, definiert: Hauptsitz, Produktionsabteilungen, Forschung und Entwicklungslabors und Logistik.

    Ein titanisches Projekt
    Pian Scairolo ist sicherlich eines der größten Industriebauprojekte, die jemals im Tessin begonnen wurden. In der Tat ist die Umwandlung von über 68’000 m2 Gebäudefläche die Rede. Die geplante finanzielle Investition ist ebenfalls enorm: zwischen 80 und 100 Millionen Franken. Ebenso groß war die bürokratische Herausforderung, die es zu bewältigen galt, da sich das Gebiet, in dem die künftige CorPharma IBSA entstehen wird, zwischen zwei Gemeinden befindet, nämlich Lugano und Collina d’Oro. Der Großteil der Arbeiten wird voraussichtlich bis 2025 abgeschlossen sein.

    Die erste Phase des Projekts – die bereits begonnen hat – umfasst die vollständige Renovierung des Gebäudes des ehemaligen Titanic-Fitnessstudios, in das der derzeitige Hauptsitz in Massagno mit rund hundert Arbeitsplätzen verlegt wird. Ein Gebäude mit einer Fläche von ca. 5500 m2, das sich auf vier Ebenen erhebt und eine Bruttonutzfläche von ca. 11’000 m2 bietet. Allein für diese Struktur rechnet die IBSA mit einem Aufwand von rund 55/60 Millionen Franken.

    Im Einklang mit der Umwelt
    Neben diesem Bau umfasst das künftige Zentrum drei weitere Gebäude (Lager, Laboratorien, Produktion, technische Einrichtungen), die bereits teilweise von IBSA bewohnt werden und sich auf der anderen Seite der Kantonsstraße befinden, die die Grenze zwischen den Gemeinden Lugano und Lugano markiert Collina d’Oro. Besonderheiten: Sie werden über einen unterirdischen Tunnel mit Schienen für den Materialtransport und Rohrleitungen für Flüssigkeiten mit dem ehemaligen Titanic-Standort verbunden. Eine Wahl, letztere, die keine Auswirkungen auf die Umwelt hat. Wie der Bogen. Almeida, die harmonische Einfügung in die Umgebung, ist in der Tat ein grundlegendes Kriterium des Projekts, das auch mit anderen architektonischen Maßnahmen wie beispielsweise mit Grün bedeckten Dächern und Wänden sowie allen in der Gebäudehülle enthaltenen Industrieanlagen verfolgt wird .

    Der Aspekt der ökologischen Nachhaltigkeit wird auch durch die Photovoltaikanlage auf dem Dach des ehemaligen Titanic-Gebäudes gefördert, wodurch das IBSA-Zentrum hinsichtlich der Wärmeerzeugung völlig autark wird. Nachhaltigkeit wurde auch durch die Auswahl möglichst nachhaltiger Baustoffe gefördert: Beton, Glas und Aluminium. Darüber hinaus erfüllen die Gebäude die Minergie-Standardparameter: Pflege der Gebäudehülle und extrem niedriger Energieverbrauch bei hohem Anteil an erneuerbarer Energie.

    Weniger Verkehr und grüner
    Besonderes Augenmerk wurde auch auf die Mobilität gelegt, ein besonders heißes Thema in diesem stark frequentierten Bereich. Die 492 Parkplätze im ehemaligen Titanic-Gebäude werden gemäß den kantonalen Vorschriften auf 200 reduziert, um die Nutzung des Autos zu verhindern. Darüber hinaus hat die IBSA eine Studie zur Unternehmensmobilität gestartet und hält sich an den Mobilitätsplan des Distrikts, der die Einführung konzerninterner Shuttles vorsieht, mit denen Grenzgänger direkt über die Grenze in den Gebieten Como und Varese abgeholt werden. Der Service wird bereits mit zwei täglichen Shuttles getestet.

    Ein wichtiger Bestandteil des Projekts wird der sogenannte „grüne Park“ sein, ein Gebiet von 10’000 m2, in dem sich auch ein geschütztes Biotop befindet, in dem einige seltene Arten von nationaler Bedeutung vorkommen . Der Park wird am „rechten Ufer“ in der Gemeinde Collina d’Oro entstehen und, wie der Architekt erklärt. Almeida „wird unsere Pflanzen mit einer“ vertikalen grünen Front „betrachten, die den gesamten Komplex einheitlich macht“. Auf der anderen Hälfte des Gebiets wird es das Land geben, auf dem die IBSA Heilpflanzen anbaut. Der Park wird zu einem Erholungsgebiet für die Öffentlichkeit, insbesondere für Schulkinder, mit Bildungswegen. ■

  • IRB, ein neues Forschungszentrum für das Tessin

    IRB, ein neues Forschungszentrum für das Tessin

    Das IRB, das Forschungsinstitut für Biomedizin, ist ein Kompetenzzentrum auf dem Gebiet der Immunologie, verfügt über ein aktives Netzwerk von Kooperationen mit den renommiertesten Institutionen der Welt, ist seit 2010 mit USI verbunden und bietet ein einzigartiges wissenschaftliches Umfeld. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 ist es kontinuierlich gewachsen und arbeitet eng mit dem Research Oncology Institute (IOR, seit 2017 mit USI verbunden) und den Grundlagenforschungslabors des Cantonal Hospital (EOC) zusammen. Dank dieser Zweckeinheit wurde das Projekt für ein neues Hauptquartier für das IRB, das IOR und die EOC-Forschung ins Leben gerufen, das darauf abzielt, die heute in Bellinzona und Taverne vorhandenen operativen Büros unter einem Dach zusammenzuführen.

    Das Projekt
    2014 startete die IRB-Stiftung einen internationalen Wettbewerb für die Gestaltung eines neuen Hauptquartiers im ehemaligen Militärlager in Bellinzona auf einem von der Stadt Bellinzona zur Verfügung gestellten Grundstück. Laut der kommunalen Botschaft wollen wir in diesem Bereich den wissenschaftlichen Pol und einen Campus für biomedizinische Wissenschaften schaffen.
    Am Ende des Evaluierungszeitraums wurde das Projekt «Nel Parco» des Aurelio Galfetti-Teams ausgewählt. Der Hauptgrund für die Wahl liegt in der Tatsache, dass im Gegensatz zu den anderen sowohl die durch die Besonderheiten des Instituts vorgegebenen Bedürfnisse als auch die ideale Integration in den Stadtpark berücksichtigt wurden. Die vorgeschlagene Lösung bietet dem IRB einen würdigen und funktionalen Sitz, der gleichzeitig das freie Territorium der Stadt integriert und mit ihm kommuniziert.


    Aurelio Galfetti, zusammen mit dem Atelier4architetti-Konsortium, zu dem die Architekten Carola Barchi und Alex Braggion sowie der Ingenieur Luciano Schiavon gehören, wollte mit dem Projekt einen Campus anstelle eines monumentalen Gebäudes schaffen, das die R6-Bauindizes gewährt hätten, und bevorzugte ein niedriges Gebäude, das den Blick auf die Burgen offen lässt: ein Gebäude, das in den Park eingetaucht ist und ihn nicht überblickt. Das Gebäude erstreckt sich nicht über 3 Stockwerke und ist perfekt in die Landschaft integriert. Es stellt keine Stadtarchitektur dar, die aufgrund ihrer Lage auf jeden Fall schwierig mit der Stadt zu verbinden gewesen wäre.

    Alle gemeinsamen Aktivitäten finden im Erdgeschoss statt: die Verwaltung, die Cafeteria, die Seminarräume und die Foyers sowie die Unterstützungsräume; Im ersten und zweiten Stock befinden sich stattdessen alle Forschungslabors und Büros der Teamleiter, die den Umfang des Gebäudes überblicken. Der Keller wird eine Garage mit 52 Plätzen haben. Die Einfahrt von Autos wird im Süden auf der Höhe der Via Bramantino erwartet. Das Tierhaus, die Lagerhäuser, die Archive und die technischen Zentren werden ebenfalls im Keller untergebracht.


    Anlagenbau
    Das Rückgrat des Gebäudes bilden alle Systeme, der eigentliche Kern des Instituts, der rund ein Drittel der Gesamtinvestition ausmacht. Die architektonische Herausforderung bestand darin, es zu einem integralen Bestandteil des Projekts zu machen. Die Systeme befinden sich tatsächlich entlang der Mittelachse des Gebäudes: Die Innenräume befinden sich im Erdgeschoss, die Außenbereiche (Generatoren und Lüftungsgeräte) in den Innenhöfen der oberen Stockwerke.

    In den beiden oberen Stockwerken, seitlich zu den zentralen technischen Innenhöfen, sind geschlossene Maschinen und Hilfsdienste wie Schränke und Schränke eingefügt.


    Die Workshops
    Die Forschungslabors mit einer vorgegebenen Größe von 90 bis 120 m2 Oberfläche sind mit hohen biologischen Sicherheitskoeffizienten ausgelegt, um eine Kontamination von außen zu vermeiden und die Ergebnisse der Versuche nicht irrezuführen. Sie sind nach Osten und Westen ausgerichtet und haben alle eine vollständig verglaste Fassade, die aus modularen Doppelhautelementen der neuen Generation (Closed Cavity Facade) mit einer Oberfläche von 3,20 × 3,20 m und einer Dicke von 30 cm besteht, um maximale Transparenz zu ermöglichen und natürliches Licht zum Leuchten zu bringen alle Räume. Die Innenwände der Labors sind ebenfalls verglast, mit Licht und Blick nach außen auf die Korridore, die sie bedienen.

    Zu den vom Kunden festgelegten Bedingungen gehörte der Wunsch nach gemeinsamen Räumen, um die Verbindungen zwischen den verschiedenen Funktionseinheiten des Gebäudes zu erleichtern und die Möglichkeit des Treffens und der Kommunikation zwischen Benutzern zu fördern.

    Daher wurde ein großes Atrium in voller Höhe konzipiert, das den Haupteingang bildet und den öffentlichen und monumentalen Raum des Instituts darstellt.

    Die architektonischen Energien dieses Projekts wurden bei der Gestaltung des Atriums, in der vollständig transparenten Fassade der Laboratorien und bei der maximalen Belegung der verfügbaren Fläche über die gesamte Länge des Grundstücks genutzt, um auf alle Kundenwünsche ohne zu reagieren Das Gebäude über die drei Stockwerke hinaus zu erheben, einen Dialog mit dem Grün zu gewährleisten und dem Park eine physische Grenze zu geben.

    Die verwendeten Materialien sind Beton für die Struktur und Glas und Aluminium für die Verkleidung. Die 3000 m2 des horizontalen Daches, das im ursprünglichen Projekt eine fünfte grüne Fassade hätte bilden sollen, werden vollständig mit Photovoltaik-Modulen zur Stromerzeugung abgedeckt, die von AMB gekauft wurden. ■

  • Ex Macello – Ex Gassektor, Locarno

    Ex Macello – Ex Gassektor, Locarno

    Die Stadt Locarno hat etwa 50’000 m2 innerhalb des Stadtgefüges in einem der Gebiete mit dem größten landschaftlichen und naturalistischen Wert, nämlich dem ehemaligen Gassektor von Macello in der Nähe des Deltas des Maggia-Flusses. Für die Requalifizierung dieses Sektors hat die Stadt beschlossen, das Verfahren des Studienmandats parallel anzuwenden. Die Wahl fiel einstimmig auf den Vorschlag der Designgruppe mit dem Gruppenleiter Inches Geleta Architects aus Locarno, der von LAND Suisse aus Lugano, Urbass fgm aus Manno und dem Ingenieurbüro Francesco Allievi aus Ascona unterstützt wurde. Ihr Projekt war nicht nur für die Lösung aus städtischer Sicht erfolgreich, sondern auch für das Angebot des Wohnvorschlags, der mittelgroße Lösungen und das Vorhandensein diversifizierter Intim- und Gemeinschaftsräume bietet: Wohnräume, ein Haus für ältere Menschen, Mehrzweckräume Räume und Dienstleistungen harmonisch in eine weit verbreitete grüne Landschaft integriert. Ausgewogene und gleichzeitig abwechslungsreiche Lösungen dank der Einbeziehung von Unterscheidungs- und Identitätselementen wie dem ehemaligen Schlachthaus und einem Hotelturm.

    Gesamtkonzept und Stadtplanung
    Der Studiensektor ist ein wichtiges Stück des städtischen Gefüges von Locarno, auch dank ikonischer Elemente wie dem Schlachthaus, ein Zeugnis der jüngsten Geschichte der Stadt, und befindet sich in der Nähe des neuen Bezirks, der zur Neugestaltung der Struktur von Locarno beigetragen hat die Stadt, die neue städtische Achsen definiert und die Entwicklung neuer Wohnviertel anregt.


    Der Projektvorschlag verfolgt eine qualitativ hochwertige Stadtentwicklung, die auf die vollständige Integration des Gebiets in das städtische Gefüge der Stadt abzielt und die funktionalen und räumlichen Beziehungen zu den Nachbargebäuden, den angrenzenden Strukturen und zum Sportzentrum sowie dem Lebensbedingungen und kollektives Wohlbefinden fördern das Gefühl einer erneuerten Identität und das Gefühl, zu Orten zu gehören.


    Das Projekt wird auch als ein tugendhaftes Beispiel für eine qualitativ hochwertige zentripetale Entwicklung skizziert, bei der die Gebäudedichte, die durch einen Funktionsmix gekennzeichnet ist, der den Wohninhalt begleitet und nach der Modalität der Genossenschaft organisiert ist, in große öffentliche und Grünflächen integriert wird, die als Aggregationsorte gedacht sind durch die starke soziale Betonung.


    Der Bezirk hat eine klare städtische Umgebung:
    • Der Sektor des ehemaligen Schlachthofs, der das Technopole-Gebäude und den historischen des Schlachthofs integriert, wird als „letztes“ Element des neuen Viertels definiert, von dem er die Strenge der planimetrischen Umgebung und der genau definierten Geometrien aufgreift. Die verschiedenen Bände bestimmen eine formale Einheit, die ein charakteristisches Element im Stadtgefüge schafft, das sich durch Konformation und städtischen Maßstab als Sektor mit öffentlicher Berufung hervorhebt.


    • Der Wohnsektor, dessen Volumen in Richtung Via Balestra darauf ausgerichtet ist, das Rückgrat der Mobilität des öffentlichen Verkehrs, schlägt Volumen vor, die in die angrenzende Bausubstanz integriert werden und eine harmonische Entwicklung des neuen Bezirks in Richtung See und Räumlichkeit schaffen – eine menschliche Maßnahme ”, Wodurch Makroelemente vermieden werden, die nicht die Sprache der Stadt Locarno sprechen;


    • Der Bereich neben dem Stadion ist ein öffentlicher Raum für den gesamten Bezirk und ebenfalls ein freier und grüner Raum, der den Parco Isolino und den Lanca degli Stornazzi verbindet. Eine urbane „Leere“, die von Referenzelementen wie dem Altenheim und dem Hotelturm übersehen wird, Wahrzeichen des Bezirks und Mittelpunkt der Fußgängerachsen (via della Pace und via della Posta), die über das New Quarter Largo Zorzi verbinden auf die neue Stadtentwicklung vorgeschlagen.

    Straßennetz und öffentliche Räume
    Das Projekt steht im Einklang mit den Zielen und Maßnahmen des PALoc3 und garantiert eine funktionale und formale Integration in den weiteren Kontext, insbesondere unter Bezugnahme auf den Stadtplan des neuen Bezirks, aber auch auf das Siedlungsgefüge und das angrenzende Straßennetz der Sektor.

    Grünflächen
    Die Gestaltung des Straßennetzes und der öffentlichen Räume zielt darauf ab, qualitativ hochwertige Grünflächen innerhalb des neuen Stadtteils anzubieten, wobei erneut die Notwendigkeit berücksichtigt wird, sowohl auf städtischer als auch auf lokaler Ebene angemessene Flächen im städtischen Maßstab in Bezug auf die Inhalte für die Region anzubieten Nutzen für neue Bewohner. In diesem Sinne wird das grüne System (öffentlich und privat) als eine „diffuse Landschaft“ verstanden, die sich aus einladenden und nicht eingezäunten Räumen in Bezug auf die angrenzenden öffentlichen Räume zusammensetzt, von denen es eine natürliche Fortsetzung ist und zu seinem Charakter und seiner Wahrnehmung beiträgt. Dies führt zu einer Reihe von Freiflächen, in denen verschiedene Funktionen für die Nutzung der Nachbarschaft untergebracht werden können (private Grünflächen, Gemeinschaftsgärten, Stadtgärten, Spielbereiche usw.).

    Verwendungszweck und Volumen
    Das Projekt sieht die Verteilung und Organisation von Inhalten nach einer Logik vor, die eine korrekte funktionale Vermischung sicherstellt, um die Beziehungen zwischen den Inhalten des neuen Bezirks mit regionaler Anziehungskraft und Reichweite und denen, die rein lokal, aber auch in lokal sind, besser zu verwalten um die Bewegung von Fußgängern und Fahrzeugen zu optimieren und die soziale Dynamik zu fördern, die auf die Generationenübergreifung abzielt.

    Kulturelles und historisches Erbe
    Das Projekt garantiert die Integration des ehemaligen Schlachthauses als historisches Denkmal, das im neuen städtischen Sektor zu einem zentralen und attraktiven Element werden kann. Daher wird ein städtebaulicher Ansatz verfolgt, der die Spuren der Vergangenheit aufwerten und als Element der Identität und des Respekts für das historische Gedächtnis des Ortes thematisieren kann. In diesem Sinne ist der Sektor des ehemaligen Schlachthauses geprägt von Kultur-, Ausstellungs-, Bildungs- und Mehrzweckinhalten mit sozialen Erholungsräumen.

    Öffentliche / private Parkplätze und Stände für Fahrräder / Zweiräder mit Motor
    Im Distrikt werden eine CarSharing-Fahrzeugstation für Mobilität sowie eine Fahrradstation des Locarnese Bike Sharing Network (Velospot) in Betrieb genommen.


    Die kurzen Strecken zwischen Stadtzentrum und Stadtteil des ehemaligen Schlachthofs ex Gas zum Wandern und Radfahren. Die SBB-Station Locarno-Muralto erreichen Sie auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Die mittel- und langfristige Sanierung der Via Serafino Balestra (Maßnahme PALoc 3) sowie die mögliche Anordnung einer Fußgängerprioritätsachse entlang der Via della Posta begünstigen die „langsamen“ Beziehungen zwischen dem künftigen Stadtteil und dem Herzen von Locarno. ■

  • Winterthurer Pioniergeist:  Wie die Industrievergangenheit die heutige  Arealentwicklung beeinflusst

    Winterthurer Pioniergeist: Wie die Industrievergangenheit die heutige Arealentwicklung beeinflusst

    Im 19. Jahrhundert tüftelte Charles Brown erst in der Firma Sulzer an der Verbesserung der Dampfmaschinen und später als Mitbegründer der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik (SLM) an der Erfindung der Elektrolokomotive. In den Hallen des Sulzer-Areals befand sich das damals wegweisende Zentrum für Lokomotivbau, das für die ganze Welt produzierte und entwickelte. Ende des 20. Jahrhunderts zog sich die Schwerindustrie rasant aus Winterthur zurück. Was blieb war ein riesiges, äus-serst zentral gelegenes Areal. Erst drei Jahrzehnte später erwachte die einst «verbotene Stadt». Das Portier-Häuschen erinnert an die Eingangskontrolle – heute ein hippes Kleinlokal. Die Winterthurer Bevölkerung musste sich erst daran gewöhnen, dass sie in diesem Areal nun willkommen ist: Der Skills Park, das Cameo Kulturkino sowie das Les Wagons beleben heute den Lagerplatz. Auch die zahlreichen Studierenden haben das Areal wieder zum Leben erweckt. Als Bindeglied zwischen Bildung und Wirtschaft fungiert auf dem Areal der Technopark Winterthur, der Startups fördert. Heute ein geglückter Mix.

    Lokstadt – die wohl grösste Neugestaltung
    Gleich angrenzend zum Lagerplatz kam es nach fast dreissig Jahren zum Spatenstich für den neuen Stadtteil Lokstadt. Ein Grossteil des früheren Industrieareals, der nun zukünftig Wohnen, Arbeiten und Freizeit verbinden soll. Rund 120 000 Quadratmeter Land stellen in den nächsten sieben Jahren die wohl grösste Neugestaltung in der Winterthurer Arealentwicklung dar. In Zusammenarbeit mit diversen Stakeholdern wurde ein konsensgerechter Gestaltungsplan erstellt. Die grösste Herausforderung bei solchen Grossprojekten ist, dass diese von der Bevölkerung angenommen und entsprechend genutzt werden. «Dabei spielen eine gute Durchmischung und smarte Mobilitätskonzepte eine grosse Rolle», so Lucius Graf, Leiter Business & Meetings bei House of Winterthur. Die Lokstadt werde grösstenteils verkehrsfrei bleiben – durch Tiefgaragen werde der Verkehr zu den entsprechenden Gebäuden gelenkt. Die maximal 200 Ein- und Ausfahrten pro Stunde könnten daher knapp werden. An Alternativen für Mobilität in der Zukunft wie dem dreirädrigen Bicar tüfteln Entwickler der ZHAW auf dem benachbarten Lagerplatz. Oder in der Velostadt bietet sich der ultraleichte Anhänger Polyroly an.

    The Valley – Entwicklungsareal und Forschungszentrum
    Heute verkehren täglich über 120 000 Personen und 670 Züge zwischen Zürich und Winterthur. Der Bahnhof Kempt-
    thal liegt dabei an einer der meist befahrenen Zugstrecken. Direkt an diesem Bahnhof liegt das industriehistorische Maggi-Areal. Heute Entwicklungsareal und Forschungszentrum: «The Valley». Die unter Denkmalschutz stehenden Gebäude werden aufwändig saniert und zusätzliche Neubauten realisiert. The Valley umfasst 100 000 Quadratmeter Mietfläche mit einem lebendigen Nutzermix. «Mit über sechzig Mietern ist die Hälfte der Mietfläche besetzt, und es arbeiten aktuell rund 700 Personen hier. Zudem laufen fortwährend Investitionen in Gebäudepark und Infrastruktur: So wird im Frühjahr 2020 die Silobar über den Dächern des Areals eröffnen, die Ansiedlung von Lebensmittelshops ist in Verhandlung und nächsten Sommer wird das eben beschlossene ‹Valley House of Food›, ein Hub für innovative Lebensmittelentwicklung und Produktion, fertiggestellt sein», so Mikula Gehrig, Immobilienentwickler der Mettler2Invest AG. Mit Blick in die Zukunft wird The Valley im Vollausbau viel Leben nach Kemptthal bringen, wobei bereits Mobilitätslösungen angedacht sind wie beispielsweise Züge im Viertelstundentakt. «Ein optimaler Anschluss an das ZVV-Netz ist zentraler Faktor für die erfolgreiche Arealentwicklung», so Bernard Hosang, Gemeindepräsident Lindau.

    Zukunftsbrille aufgesetzt – werden Visionen wahr?
    Seit Dezember 2019 ist die Startup-Szene im «Home of Innovation» in Töss auf dem Rieter Fabrikareal eingezogen. Wo neue Ideen gesponnen werden, liegen zudem zukunftsweisende Erschliessungsprojekte auf dem Tisch: Der geplante Brüttemer Tunnel soll das Nadelöhr im Eisenbahnnetz zwischen Zürich und der Ostschweiz entlasten. In Neuhegi-Grüze, wo ein zweites urbanes Zentrum als bipolare Stadtvision von Winterthur angedacht war, gibt es noch Entwicklungspotenzial, wobei der grösste Park der Stadt, ein neu gebautes Primar-Schulhaus sowie verfügbare Gewerbeflächen, bereits vorhanden sind. Die geplanten Pocket Parks, verschiedene Formen von altersgemischtem Wohnen, und nicht zuletzt die neue Autobahnerschliessung Neu-Hegi sollen hier die künftige Entwicklung unterstützen.
    Nach dem Rückzug der Schwerindustrie brauchte Winterthur dreissig Jahre, um die ehemaligen Industrieareale mit neuem Leben zu füllen. An vielen Stellen bereits mit grossem Erfolg. An anderen Stellen ergeben sich neue Herausforderungen. Winterthur hat jedoch in den vergangenen zweihundert Jahren schon manche Herausforderung gemeistert und wird auch hier Lösungen finden. Mit Pioniergeist. ■

  • Schulhaus Stämpach wird saniert und erweitert

    Schulhaus Stämpach wird saniert und erweitert

    Die Schule Stämpbach ist bald 50-jährig und wurde seit dem Bau nie umfassend saniert. Am 8. Juli 2019 startete die erste Bauetappe mit dem Neubau von Kindergarten, Tagesschule und Zwischentrakt und der Sanierung der Turnhalle. Das Projekt sei für die Zukunft der Gemeinde sehr wichtig, betont Gemeindepräsident Walter Schilt. Im Juli 2020 bis 2021 folgt mit der Sanierung des Klassentraktes Ost und dem Anbau der Gruppenräume die zweite Etappe. Die dritte Etappe sieht die Sanierung des Klassentraktes West vor. Die drei Erweiterungsbauten würden sich in den bestehenden Kontext einfügen und die Anlage auf sinnvolle Weise ergänzen, betonen die Architekten. Die umfassenden Arbeiten dauern bei laufendem Schulbetrieb von April bis Dezember 2021. Von Januar bis April 2022 werden die Umgebungsarbeiten abgeschlossen sein, sodass das Projekt im Mai 2022 abgeschlossen sein wird.

  • Basel: Erneuerung und Erweiterung des Helvetia Hauptsitzes

    Basel: Erneuerung und Erweiterung des Helvetia Hauptsitzes

    Die Baufreigabe für das Projekt Campus Basel hat die Helvetia im Frühjahr 2019 erhalten. Das Projekt basiert auf Entwürfen von Herzog & de Meuron. Die Bauarbeiten haben Mitte Oktober 2019 begonnen. Parallel zum heutigen Hauptgebäude wird voraussichtlich bis Ende 2022 ein Zwillingsbau als zeitgemässe Neuinterpretation des bestehenden Gebäudes realisiert. Die beiden Hochhäuser werden durch einen Zwischenbau verbunden, der einerseits ein grossräumiges, transparentes Auditorium, andererseits einen repräsentativen Empfangsbereich und Räumlichkeiten für Veranstaltungen aufnehmen wird, so die Projektverantwortlichen.

    Gleichzeit wird das Mitte der 1950er-Jahre erbaute, bisherige Hauptgebäude, einer umfassenden Erneuerung unterzogen. Die letzte Etappe, bei der auf der Nordseite der St. Alban-Anlage der Bau eines neuen Wohnhauses vorgesehen ist, startet voraussichtlich 2025. Ebenfalls nach den Plänen von Herzog & de Meuron werden dort rund fünfzig Mietwohnungen gebaut. Die Parkanlage bleibt erhalten. Das gesamte Projekt dauert bis voraussichtlich Ende 2027.

  • Migros erneuert historisches Warenhaus in Basel

    Migros erneuert historisches Warenhaus in Basel

    1904 erbaut, übernahm die Magazine zum Globus AG das Haus drei Jahre später und führt das traditionelle Warenhaus nunmehr seit über 110 Jahren. Das denkmalgeschützte Globus-Warenhaus in Basel soll nun umfassend erneuert werden. Der Globus-Standort bestehe aus verschiedenen Liegenschaften unterschiedlicher Zeitepochen und sei im Laufe der Zeit kontinuierlich verändert und erweitert worden, schreibt die Migros in einer Medienmitteilung. Der allgemeine Zustand der Bausubstanz und der technischen Anlagen mache jedoch eine umfassende Erneuerung notwendig.

    Umsetzung mit grossem Respekt gegenüber der Historie

    Das Basler Architekturbüro Miller Maranta werde die Massnahmen mit grossem Respekt für die Historie des Gebäudes und den Standort im Herzen von Basel ausarbeiten, erklärt die Migros. Der Rückbau der Laube sei mit der Denkmalpflege abgesprochen. Er wird möglich, damit der ursprüngliche Zustand der 1904 erbauten Liegenschaft wieder hergestellt werden kann. Einzig der Arkadengang soll verschwinden, und die ganze Schaufensterreihe wird nach vorne an die Strasse gerückt. Gleichzeitig soll der Haupteingang am Marktplatz eine Aufwertung erfahren. «Die Architekten stellen sich das folgendermassen vor: Betritt der Kunde das Warenhaus, steht er in einem gegen sechs Meter weiten Innenhof, der bis ins zweite Obergeschoss reicht», schreibt die «Basler Zeitung».

    Im dritten Stock ist ein Lichthof vorgesehen. Laut Medienberichten ist ebenso eine Rooftop-Gastronomie angedacht. Mit der angekündigten Erneuerung stelle die Migros weiter konsequent die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft ihrer Liegenschaften und Ladenflächen. Die Investition erfolge unabhängig davon, ob der angekündigte Verkauf von Globus mit oder ohne Immobilien stattfinden werde, halten die Projektverantwortlichen fest.