Fabio Giacomazzi (62), Stiftungsratspräsident und Architekt.
Die Wirtin der Osteria Corippo, Claire Amstutz (62), ist vom Projekt überzeugt.
Corippo TI ist die kleinste Gemeinde in der Schweiz – und eine der schönsten, schreibt der Blick. Enge Gassen, Steinhäuser, Brunnen, Kirche und Piazza schmiegen sich auf knapp 600 Meter Höhe an einen wild bewachsenen Berghang im Verzascatal. Doch die Postkartenidylle trügt. Wo einst noch 300 Menschen lebten, wohnen heute nur noch 13 Personen. Und: Eine dreiköpfige Familie zieht bald weg. Es bleiben zehn Bewohner übrig. Bis auf Gemeindepräsident Claudio Scettrini (55) sind alle im Pensionsalter. Und der Sindaco hat nun auch noch sein Amt geschmissen, zusammen mit den anderen der Dorfverwaltung, zwei Seniorinnen im Alter von 67 und 82 Jahren. Irgendwie fehle die Motivation, so Claudio Scettrini zu seinem Abgang.
Stiftung will aus Dorf das Hotel «Albergo Corippo» machen Ein touristisches Projekt soll den Ort vor dem Aussterben retten. Es heisst «Albergo Corippo» und will aus dem Dorf ein Hotel machen. Der verwegene Plan: Die Osteria am Platz wird zur Rezeption und die Rustici sind die Zimmer. Dahinter steckt die Stiftung «Corippo 75», einst gegründet von Gemeinde, Kanton und Bund. Schon vor Jahren erwarb sie rund ein Dutzend Häuser im Ort. Jetzt werden die Rustici zu Hotelzimmern. «Jedes Rustico erhält den Namen der alteingesessenen Familie, die es einst besass», erklärt Fabio Giacomazzi (63), Stiftungspräsident und Architekt. Sein Ziel: «Der Charakter der traditionellen Lebensweise soll erhalten bleiben.» Das sind die Merkmale des Pilotprojekts. Als Vorbild dafür dienten die «Alberghi diffusi», Hoteldörfer in Italien, wo ganze Geisterstädte mit dem Konzept wieder auferstanden.
Eigenes Brot backen wie die Vorväter Neben den Rustici will die Stiftung auch die alte Mühle instand setzen. Das Backhäuschen wird wieder angeschmissen, das Räucherhaus aufgebaut und es werden wie einst terrassierte Roggenfelder bestellt. «So wird Corippo sein eigenes Brot backen, so wie es die Vorväter machten», erzählt Fabio Giacomazzi. Ein Shuttle-Dienst bringt die Gäste zur Bushaltestelle. Ausflüge in die Umgebung, Backkurse, Museumsbesuche wird es geben. Und das Hoteldorf soll erweitert werden. Haus um Haus. Aber: Noch ist alles Zukunftsmusik. «In einer zweiten Etappe wollen wir auch andere Ferienhausbesitzer für unser Projekt gewinnen», sagt Giacomazzi. Siebzig Häuser umfasst der Ort.
Mit dem Hotel Innovation Award 2017 ausgezeichnet «Ich finde die Idee wunderbar», sagt Claire Amstutz (62). Seit 20 Jahren lebt die Deutschschweizerin im Verzascatal. Heute führt sie die Osteria Corippo, die später einmal die Rezeption werden soll. «Das Lokal wird vergrössert. Hier soll nicht nur Frühstück serviert, sondern auch eine Halbpension angeboten werden», sagt Claire Amstutz. Vom Erfolg ist die Wirtin überzeugt. «Die Deutschschweizer entdecken wieder ihre Heimat. Und das Tessin. So ein Hoteldorf kommt bestimmt gut an.» Das Konzept ist bereits vor der Eröffnung preisgekrönt. Gastrosuisse zeichnete das Gesamtprojekt «Albergo Corippo» mit dem Hotel Innovation Award 2017 aus. «Seit wir diesen Preis gewonnen haben, kontaktieren uns Leute, die ein Zimmer reservieren möchten. Nur gibt es dieses Hotel noch gar nicht», sagt Fabio Giacomazzi.
Bis 2023 soll der Stücki Park ein neuer Wirtschaftsstandort sein.
Die Grundsteinlegung für die neuen Büro- und Laborflächen im Stücki Park fand Ende August 2018 statt. Damit werden die bereits bestehenden Flächen in zwei Etappen erweitert. Parallel zum bereits bestehenden langen Bürogebäude, welches den Technologiepark Basel beherbergt, und dem Shopping-Center entstehen vier Gebäude – zwei mit Labor- und Forschungsflächen und zwei mit Büroräumlichkeiten. Diese Neubauten bieten Raum für insgesamt 1’700 Arbeitsplätze. Verbunden sind die vier Gebäude über einen gemeinsamen dreigeschossigen Sockelbau. Bis 2023 soll der Stücki Park ein neuer Wirtschaftsstandort für Basel werden. Über 4’000 Menschen werden dann auf dem Areal arbeiten. ■
Das Stoffel Areal befindet sich auf der südwestlichen Talschulter an prominenter Lage oberhalb des Ortes Mels. Das Areal umfasst Fabrikbauten, ein Kraftwerk und eine Villa. Mit seiner schutzwürdigen Spinnerei und Weberei bildet das Stoffel Areal ein hervorragendes Ensemble der Textilindustrie und gehört zu den bedeutendsten wirtschaftshistorischen Zeugen. Durch die Transformation der bestehenden Bausubstanz und der Verbindung von «Alt und Neu» wird der Ort neu definiert. Dort wo einst Webstühle standen, werde neu Wohnen, Arbeiten und Freizeit miteinander vereint und es entstehe ein überregionaler Anziehungspunkt von hoher Qualität, betonen die Projektverantwortlichen.
Bauarbeiten sind im Zeitplan Die Bauarbeiten schreiten planmässig voran: Der Rohbau der Weberei steht kurz vor dem Abschluss, der Neubau der «Öffnerei»« ist in vollem Gange und der Umbau der Spinnerei – die dritte Etappe – hat begonnen. Die Weberei wird innen und aussen auf modernsten Eigentumsstand gebracht: Es entstehen Wohnungen in allen Grössen und im Erdgeschoss zusätzlich Atelierräume. Verschiedene Anbauten werden entfernt und teilweise durch Neubauten ersetzt. Unter dem Fabrikhof zwischen der Weberei und der Spinnerei entsteht eine grosse Tiefgarage. Der Bezug ist auf Herbst 2019 geplant.
Die «Öffnerei», ein Neubau mit Gemeinschaftsräumen und Ateliers im Erdgeschoss, bildet den nordwestlichen Abschluss des Projekts. Mit dem Bau der Standseilbahn erhält «Uptown Mels» eine direkte Verbindung zum Dorfzentrum. Von da führt eine Treppenkaskade am ehemaligen Kraftwerk vorbei zum zentralen Stoffelplatz. Fertigstellung: Frühling 2020.
Nach dem Vorbild der Weberei erhält auch das historische Spinnereigebäude eine Frischzellenkur. Die grosszügigen Wohnlofts werden bezüglich Akustik und Wärmedämmung auf den neusten Stand gebracht und im Erdgeschoss entlang der Stoffelgasse entstehen vielseitige Gewerbe-, Atelier- und Büroräume. Bezug: Frühling 2021. Die letzte und abschliessende Etappe von «Uptown Mels» bildet der Neubau des Wohngebäudes «Steigs» direkt auf der Hangkante. Gleichzeitig soll die Fabrikantenvilla mit ihrer grosszügigen Gartenanlage renoviert werden. Der voraussichtliche Bezug soll Mitte 2022 erfolgen.
Die CSA Real Estate Switzerland Commercial, eine Anlagegruppe der Credit Suisse Anlagestiftung, renoviert ihre Liegenschaft an der Aeschenvorstadt 72 in Basel. Diese bildet gemeinsam mit dem Nachbargebäude Aeschenplatz 3 das Eingangsportal zur Aeschenvorstadt beziehungsweise zur Innenstadt. Mit der Renovation sollen eine städtebauliche Qualitätssteigerung erreicht und der Aussenraum attraktiver gestaltet werden, schreibt das Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt in einer Mitteilung.
Damit die Liegenschaft eine möglichst hohe Attraktivität aufweist, wird die Liegenschaft aufgestockt sowie innen und aussen komplett saniert. Um die Aufstockung zu ermöglichen, musste der bestehende Bebauungsplan angepasst werden, der das Architekturbüro Diener & Diener umsetzte. Die Sanierungsarbeiten haben im Januar 2019 begonnen. Nach Abschluss der Arbeiten, die rund 15 Monate in Anspruch nehmen, wird die Liegenschaft neu aus drei Untergeschossen, sechs Vollgeschossen und einem Attikageschoss bestehen.
Die notwendigen und baulichen Eingriffe sind umfangreich, ist auf der Homepage des Hochbauamtes zu lesen. Die Massnahmen umfassen unter anderem die Sanierung der Gebäudehülle, die Schaffung der grosszügigen, öffentlich nutzbaren Fussgängerverbindungen zwischen Rhein und Platzebene, eine Lösung für die Erdbebenertüchtigung des Gebäudes, die Sanierung des Innenausbaus, die Erneuerung der Gebäudetechnik, neue sanitäre Anlagen sowie insbesondere die Umgestaltung für kulturelle Nutzungen und die Integration neuer Nutzungen wie beispielsweise Gastroeinrichtungen auf Rhein- und auf Platzebene.
Besser mit dem öffentlichen Raum vernetzt Durch die Sanierung und Umnutzung des länglichen Hauptbaus wird das Gelände besser mit dem öffentlichen Raum vernetzt, erklären die Projektverantwortlichen von Caretta Weidmann. Es entsteht ein lebendiger und vielfältiger Platz mit einem dreigeschossigen attraktiven Verbindungsraum (Plaza) im Hauptbau, welcher Rheinpromenade und Kasernenhof miteinander verknüpft. Die beiden Ebenen werden durch eine grosszügige Treppe verbunden, die gleichzeitig als Sitzgelegenheit dient und bei besonderen Anlässen die Funktion eines kleinen Auditoriums wahrnehmen kann. Die neuen Nutzungsräume wie Restaurants, Bars, Büros, Projekträume, der Veranstaltungsraum Turm Nord, sowie ein grosser Saal und eine Probebühne sind im Hauptbau untergebracht. Alle bestehenden Freizeiteinrichtungen auf dem Areal bleiben erhalten und werden in das Konzept integriert.
Im Baukredit für das Projekt SSZ sind nur die Massnahmen eingerechnet, die zur Umsetzung des Raumprogramms erforderlich sind. Dazu gehören der Umbau der Räume der Schulverwaltung, der Einbau eines Lifts und der Ersatz des Blockheizkraftwerks. Geplant war, darüber hinausgehende Unterhaltsmassnahmen wie bis anhin im laufenden Betrieb umzusetzen.
Durch das Auslagern des Schulbetriebs und den damit verbundenen Leerstand des Schulhauses Burghalde 1 bietet sich nun die einzigartige Gelegenheit, werterhaltende Sanierungsmassnahmen, die zurückgestellt wurden, vorzuziehen und diese koordiniert mit dem Sekundarstufenzentrum kostengünstiger umzusetzen.
Zwingend notwendige Massnahmen Die Sanierung des Schulhauses erfolgt in zwei Etappen. Die Sanierungsmassnahmen der ersten Etappe sollen zusammen mit dem Sekundarstufenzentrum umgesetzt werden. Es handelt sich dabei um Massnahmen, die zwingend notwendig sind und deren Umsetzung zu einem späteren Zeitpunkt unter laufendem Betrieb mit erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand verbunden wäre.
Saniert und ersetzt werden vor allem sämtliche Dächer.
Bei der Fassade wird der Putz und die Gläser der Fenster saniert sowie der Sonnenschutz erneuert.
Im Inneren werden sämtliche Nassräume (WCs und Duschen) inkl. Haustechnik erneuert.
Die Sanierungsmassnahmen der zweiten Etappe sollen spätestens ab 2030 umgesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt müssen sämtliche Unterrichtsräume saniert werden (Boden-, Wand- und Deckenbeläge, technische Installationen und Einbauten). In voraussichtlich sechs Unteretappen werden die Sanierungsmassnahmen in diesen Räumen jeweils in den Sommerferien umgesetzt.
Das Kurtheater Baden ist ein Gastspielhaus, dessen Geschichte lange zurückreicht. 1675 wurde in Baden der erste Theatersaal der Schweiz erbaut. Der heutige Bau der Architektin Lisbeth Sachs entstand 1952. Das Kurtheater ist das grösste Theater im Kanton Aargau mit vollständiger Infrastruktur. Der Zuschauerraum bietet rund 600 Sitzplätze. Die Baubewilligung wurde bereits im April 2014 erteilt. Nach Abweisung der letzten Beschwerde durch das Bundesgericht wurde sie im Januar 2017 rechtskräftig. Mit dem Umbau, der Sanierung und der Erweiterung des Kurtheaters werde der Theaterbetrieb auf hohem Niveau für die nächsten Jahrzehnte sichergestellt, betonen die Verantwortlichen der Theaterstiftung und der Stadt Baden. Die Wiedereröffnung des Kurtheaters ist auf Anfang 2020 vorgesehen.
Das Zürcher Oberland ist als Wohnregion attraktiv und verzeichnet in den letzten Jahren ein enormes Bevölkerungswachstum. Diese Veränderung ist auch für das GZO deutlich spürbar. Die Notfallstation und weitere Abteilungen werden stark frequentiert, die Nachfrage nach medizinischer Leistung ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Deshalb ist die Infrastruktur an ihre Kapazitätsgrenze gekommen.
Umsetzung in Etappen Die Realisation eines Erweiterungsbaus sowie die Modernisierung bestehender Gebäude werden in den nächsten Jahren das GZO Spital Wetzikon prägen. Mit der Erweiterung und Modernisierung des Spitals werde die Basis geschaffen für eine zukunfts- und tragfähige Spitalinfrastruktur für die Region und ihre Bevölkerung, betonen die Projektverantwortlichen. Die Bauarbeiten für den Um- und Erweiterungsbau des GZO werden in Etappen umgesetzt. Südlich des Hochhauses entsteht ein Erweiterungsbau mit fünf Stockwerken. Dieser soll Platz bieten für zusätzliche Kapazitäten der medizinischen und diagnostischen Einheiten, aber auch für neue Bettenabteilungen mit Ein- und Zweibettzimmern. Das Spital wird über 172 Betten auf den Bettenstationen verfügen. Um dafür Platz zu schaffen, werden bestehende Gebäude oder Gebäudeteile rückgebaut. Den betroffenen Abteilungen stehen drei Provisorien zur Verfügung. Ist der Neubau fertiggestellt, beginnt die Renovation des denkmalgeschützten Hochhauses. Ein Personalhaus wird die Erweiterung beenden. Der Spitalbetrieb läuft während der gesamten Bauzeit in vollem Umfang weiter.
Zürcher Hauptbahnhof: Im zweiten Quartal 2018 hat die SBB mit den Instandsetzungsarbeiten des Südtrakts begonnen.
Die 1871 errichtete markante Haupthalle aus Sandstein gilt mit ihren überhohen Räumen und Wandelgängen als architektonisches Schmuckstück und bildet den Dreh- und Angelpunkt zwischen dem Zürcher Hauptbahnhof und der Bahnhofstrasse. Damit die Bausubstanz unter Berücksichtigung heutiger Normen und Gesetze erhalten kann, wurde nach bald 150 Jahren eine Generalsanierung nötig. Im zweiten Quartal 2018 hat die SBB mit den Instandsetzungsarbeiten des Südtrakts im Zürcher Hauptbahnhof begonnen.
Herzstück ist die Bahnhofshalle Die Sanierung erfolgt in zwei Etappen. Als Herzstück gilt die 20 Meter hohe und fast 2000 Quadratmeter grosse Bahnhofshalle. Der prunkvolle Neorenaissance-Bau mit seinem Triumphbogen und einem Denkmal des Eisenbahnpioniers Alfred Escher besteht aus Sandstein. Damit der Südtrakt wieder in altem Glanz erstrahlt, werden die Gebäudehülle und sämtliche technischen Anlagen erneuert und die Innenräume nach Vorgaben der kantonalen Denkmalpflege saniert. Die historische Bausubstanz der Fassade wird aufgefrischt und wo nötig wiederhergestellt. Seit knapp über einem Jahr sind die Sanierungsarbeiten des Südtrakts im Zürich HB in vollem Gange. Die historische Substanzerhaltung, die nachhaltige Nutzungsflexibilität, das Kosten- und Terminmanagement sowie der Austausch des erarbeiteten Wissens unter den Projektbeteiligten im Zeitalter der Digitalisierung würden das Projektteam täglich beschäftigen, sagt Gesamtprojektleiter Martin Riesen.
Mitte 2020 beginnt die zwei Etappe Die erste Etappe startete im zweiten Quartal 2018 und beinhaltet Arbeiten im Untergeschoss der Wannerhalle und des Ostportals. Für die Gastronomie wird eine neue Produktionsküche gebaut. Mitte 2020 beginnt die zweite Etappe. Dabei handelt es sich um eine wirtschaftliche und nachhaltige Sanierung, Umnutzung und Entwicklung der bestehenden historischen Bausubstanz des gesamten Südtraktes. Nach aktuellem Planungsstand wird die Generalsanierung im Sommer 2023 abgeschlossen sein.
Innenansicht des Neumarkts Oerlikon nach der Revitalisierung
Der 1978 erbaute Neumarkt Oerlikon an der Hofwiesenstrasse 350 in Zürich wird seit Februar 2019 revitalisiert. Begonnen wurde im ersten Untergeschoss. Das Shopping-Center wird komplett neu gestaltet. Unter anderem werden die Rolltreppenanlage und die Ladenfronten neu positioniert sowie die Fassade erneuert. Ausgeführt und umgesetzt wird das Projekt durch Privera und das Architekturbüro Walker Architekten. Bauherrenberater ist die Firma MMK mit Hansjörg Pedrett, und als Generalunternehmer hat Halter den Lead in der Arbeitsplanung und -ausführung übernommen. Auch die Neu- und Wiedervermietung verlaufe positiv, heisst es bei Privera. Einige für den Neumarkt und den angestrebten Mietermix wichtige Mietverträge seien bereits unterschrieben. Als neue Mieter stehen gemäss Privera bereits Lidl, die Restaurantkette Suan Long und das Café Bauer fest.
Knapp sechs Jahre nachdem das Basler Stimmvolk dem Bebauungsplan mit 53 Prozent Ja-Stimmen zugestimmt hatte, konnte Mitte Mai 2019 der Grundstein für den Claraturm am Riehenring gelegt werden. Während dieser Zeit wurden am 96-Meter-Hochhaus planerische Veränderungen vorgenommen.
Veränderte Nachfrage Die Morger Partner Architekten änderten die Fassadenfarbe von weiss auf dunkelbraun, der Totalunternehmer Halter AG reduzierte aufgrund veränderter Nachfrage die Gewerbeflächen zugunsten von zusätzlichem Wohnraum. Anstelle der vorerst geplanten 170 Wohnungen entstehen im Turm und im fünf Stockwerke hohen Annexbau insgesamt 285 Mietwohnungen, schreibt die Basler Zeitung.
Städtebauliche Bedeutung Ab dem zweiten Stock entsteht ein Mix aus 1- bis 4½-Zimmer-Mietwohnungen sowie 35 möblierte «MOVEment» Mikroapartments mit verschiebbaren Raummodulen. Das oberste Geschoss wird öffentlich nutzbar sein. Im Erdgeschoss sind Gewerbe- und Gastronomieflächen geplant. In den drei Untergeschossen werden eine Auto-Einstellhalle und Velo-Parkplätze erstellt. Für Architekt Meinrad Morger leistet der Claraturm einen Beitrag zur Clusterbildung am Messeplatz. Er ist überzeugt: «Das Wohnhochhaus hat eine städtebauliche, architektonische und gesellschaftliche Bedeutung für die Stadt Basel.» Eigentümerin und Bauherrin ist die Balintra AG, eine Immobiliengesellschaft des UBS Sima. ■
Heute präsentiert sich das Gebäude mit seinen 45 000 Quadratmetern Fläche und 1800 Arbeitsplätzen im Minergie-Standard mit hochwertigem Grundausbau und beherbergt als Mieter über 40 nach Branchen diversifizierte Unternehmen. Der Balsberg ist ein 24-Stunden-Haus mit einem Empfang, der das ganze Jahr rund um die Uhr besetzt ist. Die kontrollierten Eingänge und der Notstrom würden den Balsberg als einzigartig auszeichnen und durch Serviceleistungen wie Postdienst, Personalrestaurant, Catering und Kleiderreinigung ergänzt, betonen die Projektverantwortlichen.
Auf künftige Nutzerbedürfnisse eingehen Mit der Aufstockung um weitere drei Geschosse wird das bestehende Angebot um zusätzlich 21 500 Quadratmeter Nutzfläche erweitert; rund 7800 Quadratmeter pro Geschoss. Dabei wird bei der Planung auf die heutigen und künftigen Nutzerbedürfnisse eingegangen. So soll das bestehende Serviceangebot des Balsbergs um zusätzliche Dienstleistungen erweitert werden. Vom äusseren Erscheinungsbild des Gebäudes wird die bestehende Fassadenstruktur beibehalten. Der hohen technischen Komplexität des Gebäudes sowie einem möglichst emissionsarmen und betriebsunterbruchfreien Bauablauf wird in der Planungsphase mit aller Gründlichkeit Rechnung getragen. Denn auch während der Bauphase muss ein reibungsloser Betrieb sowie die hohe Arbeitsplatz- und Aufenthaltsqualität im Geschäftshaus Balsberg sichergestellt werden. Dabei wird besonderer Wert auf die aktive Mieterkommunikation und -information gelegt.
Die gelben Flächen mit Anschluss an Rhein und Wiese gehören Novartis und sind nun an die private Investorengruppe übergegangen. Die roten Flächen gehören der BASF, die ihr Areal im Juli 2019 an Swiss Life verkauft hat.
Da die Werkareale der ehemaligen Ciba-Geigy AG im Basler «Klybeck» nur noch eingeschränkt genutzt werden, haben sich die Grundeigentümerinnen (die beiden Chemiekonzerne Novartis und BASF) 2016 mit dem Kanton Basel-Stadt zusammengeschlossen, um das rund 300’000 Quadratmeter grosse Areal einer neuen Entwicklung zuzuführen.
Ein Blick in die Zukunft Novartis Pharma hat Ende Mai 2019 ein rund 160’000 Quadratmeter grosses Entwicklungsareal an die Central Real Estate Gruppe verkauft. Dabei handelt es sich um das ehemalige Werksgelände der Ciba-Geigy, der heutigen Novartis, das mehr als vierzig zum Teil noch industriell genutzte Gebäude umfasst sowie sechs teilweise aneinander angrenzende Grundstücke.
Central Real Estate Central Real Estate ist eine von der Baloise, der Zuger Pensionskasse, der Credit Suisse Anlagestiftung, der J. Sarasin Anlagestiftung und weiteren Schweizer Pensionskassen neu gegründete Immobilien-Beteiligungsgesellschaft. Für die Arealentwicklung hat sich die Gesellschaft Unterstützung von Mettler2Invest, Nova Property Fund Management und Credit Suisse AM gesichert. Central Real Estate werde die Verpflichtung von Novartis übernehmen und die Planung wie vereinbart fortsetzen, heisst es.
Anfang Juli 2019 hat BASF ihren Anteil des Klybeckareals an Swiss Life verkauft. Die weitere Entwicklung des zukünftigen Stadtquartiers soll nun durch einen Eigentümer fortgeführt werden, dessen Kernkompetenzen, Fähigkeiten und Erfahrungen schwerpunktmässig im Bereich der Areal- und Stadtentwicklung liegen, schreiben BASF und Swiss Life in einer gemeinsamen Medienmitteilung. Mit dem Projekt «klybeckplus» wird das ehemalige, rund 300’000 Quadratmeter grosse Industriegebiet in den nächsten Jahren zu einem neuen Basler Stadtquartier. Bis 2035 rechnet man mit rund 30’000 neuen Arbeitsplätzen und 20’000 zusätzlichen Einwohnern. Damit zählt «klybeckplus» zu den grössten Entwicklungsgebieten der Schweiz. ■
Bis zu 160 Meter hohe Wohntürme und mehrere Stadthäuser sollen zukünftig die Nordspitze des Dreispitz-Areals prägen. Das Siegerprojekt des Studienauftrags von Herzog & de Meuron sieht dort rund 800 Wohnungen, einen Park und einen grossflächigen Dachgarten auf dem MParc vor. Der Kanton muss zuerst über den Bebauungsplan befinden. Erst mit dem grünen Licht des Grossen Rats, angestrebt wird 2021, sowie allenfalls der Stimmberechtigten, kann das Grossprojekt in Etappen realisiert werden. ■
In Volta Nord soll das ehemalige Güterareal zu einem urbanen Quartier werden. Wenig genutzte Flächen werden verdichtet. Geplant ist, dass auf dem Gewerbe- und Industrieareal rund 2’000 bis 3’000 Arbeitsplätze sowie Wohnraum für 1’300 bis 1’900 Einwohnerinnen und Einwohner entstehen sollen. Durch die städtebauliche Aufwertung werde das Potenzial des Lysbüchel-Areals ausgeschöpft, schreibt das Planungsamt des Kantons Basel-Stadt. Das Stimmvolk stimmte am 25. November 2018 dem Bebauungsplan mit 61 Prozent zu. Zudem erhöhe der Bebauungsplan mit Grünräumen und Parkanlagen die Aufenthaltsqualität für die heutigen und zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer des Quartiers deutlich, schreiben die SBB in einer Mitteilung. Eine neue Primarschule sowie Freiräume sollen das Profil der Arealentwicklung abrunden. Damit entsteht der neue Wirtschafts- und Wohnraum Volta Nord. ■
Das Zentrum wird aus vier Gebäuden mit einer Höhe von bis zu 114 Metern bestehen und Platz für 1’750 Mitarbeitende bieten. Eine Tiefgarage bildet das Fundament für die Bauten 4 und 7. Bau 4 beherbergt das Convention Center mit Auditorien, in Bau 5 werden Büroarbeitsplätze untergebracht. Die Bauten 6 und 7 beinhalten flexible Laborarbeitsplätze. Zusammengehalten wird der Gesamtkomplex im Erdgeschoss über die sogenannte «Avenue, eine überdachte Verbindungsstrasse zwischen allen Gebäuden. Investitionsvolumen: Rund 1,2 Milliarden Franken. ■
Der Roche-Turm Bau 2 lehnt sich optisch stark an den 2015 fertiggestellten Roche-Turm Bau 1. Der Turm wird mit seinen 205 Metern rund dreissig Meter höher werden als der Bau 1. Das 50-Stockwerk-Gebäude löst seinen «Zwillingsbruder» zudem als höchstes Hochhaus der Schweiz ab. Aber nicht nur die Grösse unterscheidet die beiden Türme voneinander: der Bau 2 erhält eine deutlich schmalere Form. Die geringere Grundfläche hat zur Folge, dass der zweite Turm mit 1’700 Büroarbeitsplätzen etwas weniger Kapazität als der Bau 1 bereitstellt. Die Geschossflächen entsprechen elfeinhalb Fussballfeldern. Läuft alles nach Planung, wird der Roche Tower 2 bis Mitte 2022 fertiggestellt. ■
Frau Zenhäusern, welche Einflüsse haben Ihren beruflichen Weg geformt? Ganz klar mein Studium an der ETH Zürich, wo ich durch namhafte Dozenten und Professoren wie Herzog & de Meuron, Gion A. Caminada oder Miroslav Šik geprägt und ausgebildet wurde. Insbesondere durch letzteren lernte ich, durch Bilder zu entwerfen.
Wie ist das zu verstehen? Man stellt sich den Raum vor, wie er gebaut und ausgestaltet werden könnte, und entwirft ihn dementsprechend. Mittels eines Renderings beziehungsweise einer Fotomontage kann man überprüfen, wie sich die Idee in die umgebende Landschaft oder ins bestehende Stadtbild einfügen wird. Solche Bilder sind auch im Entwicklungsprozess gemeinsam mit der Bauherrschaft sehr hilfreich, da man in technische Pläne sehr viel hineininterpretieren kann. Man darf nicht erwarten, dass jeder Bauherr in der Lage ist, anhand von Grundrissen und Gebäudeschnitten eine realistische Vorstellung dessen zu bekommen, was entstehen wird. Bilder helfen, Missverständnissen vorzubeugen und erleichtern allen Beteiligten zu erkennen, was wir planen und wie es aussehen wird.
Neben Neubauten haben Sie sich auch mit Umbauten und Renovationen einen Namen gemacht. Bei der Sanierung einer Attikawohnung in einem Wohn- und Geschäftshaus in Visp haben Sie ganz neue Perspektiven eröffnet. Wie sind die Ideen hierfür entstanden? Das mehrstöckige Gebäude, das wir umgebaut haben, befindet sich in unmittelbarer Nähe zur Altstadt in Visp. Das Konzept dieser Attikawohnung sieht vor, den Innenraum mit dem Aussenraum und der beeindruckenden Aussicht zu verschmelzen. Wir haben interessante Lösungen der Lichtführung realisiert mittels Oberlichtern und einem zentral in der Wohnung gelegenen Lichthof mit Gartencharakter. Sanierungen sind eine faszinierende Aufgabe, weil die Objekte oftmals an sehr interessanten Orten stehen. In unserem Beispiel hat man die ganze Geschichte der Gemeinde Visp vor Augen.
Gut geplant ist halb gebaut, heisst es allenthalben. Lässt sich das auch für Sanierungen so bestätigen, die je nach Alter des Objekts auch manche Überraschung ans Tageslicht bringen? Planung ist das A und O, insbesondere achten wir auf einen detaillierten Kostenvoranschlag, da der Aufwand bei Umbauten und Sanierungen oftmals unterschätzt wird. Je älter ein Gebäude, desto wichtiger ist auch die Einplanung gewisser Reservepositionen für unvorhergesehene Zusatzkosten, da unter Umständen zu wenig aussagekräftige Informationen über die bestehende Substanz dokumentiert sind.
Welche grösseren Projekte beschäftigen Sie derzeit? Ich plane ein neues Wohnhaus mitten in Brig, in einer gewachsenen Strasse mit den für ihre Entstehungszeit typischen Charakteristika. Hier müssen wir ein neues, individuelles Gebäude entwerfen, das aber zum bestehenden städtischen Gesicht passt. Städtebau hat mich schon immer fasziniert und ich gehe mit grossem Respekt an diese Aufgabe.
Was haben die von Ihnen realisierten Werke gemeinsam? Einfachheit in der Materialisierung, Einfachheit in der Formgebung und klare Linien sind Charakteristika, auf die ich grossen Wert lege. Daran orientiere ich mich, um Räume entstehen zu lassen, die der Bewohner respektive Benutzer oder Besucher als angenehm und stimmig empfindet.
Wo finden Sie Ihre persönliche Quelle der Inspiration? Auf Reisen, in anderen Kulturen, aber auch in meiner Heimat, wenn ich beispielsweise ein altes Walliser Haus betrete. Es ist wichtig, seinen Wurzeln treu zu bleiben und weiterzuentwickeln, was unsere Vorfahren aufgebaut haben. Und genauso wichtig ist es, dass dann später auch die nächste Generation unsere Werke weiter nutzen oder an ihnen bauen kann.
Woran messen Sie selbst Ihren Erfolg? Mein Ziel ist es, Architektur zu gestalten, die eine besondere Stimmung in einem auslöst, wenn man ihr begegnet, in der man sich wohlfühlt, wenn man sie betritt, und die in ihren Kontext passt. Ein positives Feedback vonseiten der Bauherrschaft reicht dann schon.
Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Partner bei der Realisierung eines Projektes aus? Wir arbeiten mit regionalen, ortsansässigen Partnern. Abhängig vom Bauvolumen beauftragen wir dann grössere oder kleinere Unternehmer, um sicherzustellen, dass ihre personellen Kapazitäten dem Auftragsaufkommen entsprechen. Ausschlaggebend ist die Zufriedenheit der Bauherrschaft, deshalb wählen wir verlässliche, kompetente Partner, die auch längerfristig und vor Ort für die Bauherrschaft ansprechbar sind.
Wie viel Architektur braucht der Mensch? Ist Ästhetik am Bau mehr als nur Luxus? Architektur ist erst dann gelungen, wenn sie eine Atmosphäre erschafft, einem Raum Kraft und Ausstrahlung verleiht. Ein Gebäude ohne architektonisches Konzept ist schnell erstellt, aber man sollte sich nicht nur über kurzfristige Kosten Gedanken machen und nicht jedem Trend nacheifern. Hier kommt wieder die Einfachheit in der Materialisierung ins Spiel oder der Einsatz regionaler, zeitloser und nachhaltiger Materialien, wie beispielsweise Holz. Mit entsprechender Architektur lässt sich auch direkt eine Botschaft kommunizieren, wie dies in der Marketingarchitektur umgesetzt wird.
Was machen Sie als Ausgleich zur Architektur? Neben meinen Beruf als Architektin bin ich passionierte Fotografin. In der Briger Burgschaft habe ich seit Anfang Jahr mein eigenes «atelierkathrin», wo ich mich der Porträt- und Peoplefotografie widme. Wie in der Architektur, bin ich auch in der Fotografie stets auf der Suche nach dieser magischen Stimmung und Emotionen.
Herr Stricker, mit welchen Vorzügen werben Sie für den Wirtschaftsstandort Kanton Basel-Stadt? Natürlich mit der einmaligen Lage am Dreiländereck und der hohen Lebensqualität. Aber vor allem ist Basel eine sehr dynamische Wirtschaftsregion mit starkem Wachstum, einer hohen Innovationskraft und dem damit verbundenen Talentpool. Im aktuellen kantonalen Wettbewerbsindikator der UBS liegt Basel-Stadt auf Rang zwei und punkto Innovation sogar auf dem ersten Rang.
Auf Ihrer Homepage ist zu lesen, dass der Kanton Basel-Stadt einen aktiven Beitrag leistet, damit die ansässigen Unternehmen eine höhere Wertschöpfung erzielen. Was heisst das konkret? Wir unterstützen Firmen bei individuellen Fragestellungen, sei es bei Anliegen an die kantonale Verwaltung wie Arbeitsbewilligungen oder bei der Immobiliensuche. Dafür ist der persönliche Kontakt und Austausch unserer Branchenverantwortlichen mit den Firmen sehr wichtig. Aber wir arbeiten auch strukturell für optimale Rahmenbedingungen, beispielsweise bei der Wirtschaftsflächenentwicklung.
«Momentan haben wir bei Büroflächen die niedrigste Angebotsquote der Schweiz.»
Die Standortförderung setzt sich dafür ein, dass Unternehmen optimale Bedingungen vorfinden. Mit dieser Aussage buhlen auch andere Kantone. Wie hebt sich der Kanton Basel-Stadt von der Konkurrenz ab? Zum Beispiel engagiert sich der Kanton sehr aktiv in der Innovationsförderung. Mit dem Technologiepark Basel, welcher Büro- und Laborflächen für Jungunternehmen anbietet, haben wir ein erfolgreiches Angebot geschaffen, das zusammen mit den hier ansässigen Hochschulen und Forschungsinstituten ein attraktives Ökosystem für Startups bildet.
Sie gilt auch als Vermittlerin im Immobilienbereich. Wer sind Ihre Kunden und woher stammen sie? Die meisten Anfragen kommen von hier ansässigen Firmen, die Fläche zum Expandieren suchen oder neue Arbeitsformen implementieren wollen. Es gibt aber auch Neuansiedlungen von internationalen Firmen, zum Beispiel aus Nordamerika oder Asien. Diese werden dann von der regionalen Standortpromotion BaselArea.swiss unterstützt.
Der Kanton Basel-Stadt ist bestrebt, dass Flächen in einem der Nachfrage entsprechenden Mass und in der gewünschten Qualität zur Verfügung stehen. Das heisst? Man muss sich vorstellen, dass eine Firma zur Wahl eines neuen Standortes eine Auswahl von möglichen Optionen benötigt – die meisten Menschen schauen sich bei der Suche nach einem neuen Wohnort auch nicht nur eine Wohnung an. Für uns heisst das, dass man im besten Fall mehrere Flächen zur Verfügung hat, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Grösse und Lage für verschiedene Tätigkeiten und Firmen interessant sind.
Wie beurteilen Sie den Geschäftsimmobilienmarkt im Kanton Basel-Stadt? Momentan haben wir im Bereich Büroflächen die niedrigste Angebotsquote der ganzen Schweiz. Gleichzeitig gab es in den letzten Jahren eine konstant hohe Nachfrage – insbesondere nach Laborflächen. Wir sind aber optimistisch, dass bald weitere, sehr interessante Flächen für wirtschaftliche Tätigkeiten verfügbar werden. Für Investoren bieten sich aufgrund der Nachfrage spannende Perspektiven, und wir zählen darauf, dass auch im Bereich der Miet-Laborflächen eine höhere Angebotsdynamik entsteht.
In Basel und Umgebung sind viele Arealentwicklungen im Gange. «Volta-Nord», «Dreispitz», «Klybeckplus», das «Areal Wolf» oder das «Stücki-Areal», um nur einige Beispiele zu nennen. Wie profitiert die Standortförderung Basel-Stadt von diesen Mega-Projekten? Alle diese Areale sind historisch Wirtschaftsflächen, die nun in neue Nutzungsstrukturen überführt werden. Da gilt es, die richtige Strategie für die zukünftige Ausrichtung des Wirtschaftsstandorts Basel und einen gesunden Mix aus verschiedenen Nutzungen zu finden. Basel-Stadt möchte bis 2035 Raum für rund 20’000 neue EinwohnerInnen und für 30’000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Ohne diese Entwicklungsareale ist das nicht zu schaffen.
Die Region Basel gilt weltweit als führender Life Sciences Cluster. Liegt das hauptsächlich an den beiden Unternehmen Roche und Novartis? Natürlich sind die beiden Firmen sehr wichtig für unseren Standort. Es gibt aber auch viele weitere wichtige Firmen im Bereich Life Sciences, wie zum Beispiel Lonza, Bayer, Syngenta oder Straumann, die zum Teil stark wachsen. Zum Cluster, das sie ansprechen, gehören aber auch die vielen Startups, KMU, Hochschulen und Forschungsinstitute. Insgesamt sind über 700 Life Sciences Firmen in der Region aktiv, das Wachstum ist also breit abgestützt.
«Der EuroAirport ist dank vieler Direktverbindungen enorm wichtig.»
Wie stark profitierte der Kanton Basel-Stadt vom «Switzerland Innovation Park Basel Area»? Der Switzerland Innovation Park mit seinen Standorten in Allschwil, Basel und Delémont ist ein wichtiges Element in der vorher erwähnten Innovationslandschaft und ein Symbol für die regionale Zusammenarbeit. Er eröffnet dem Life Sciences Cluster neue Möglichkeiten.
In welchen Bereichen sehen Sie die grössten Herausforderungen? Momentan haben wir eine hohe Nachfrage nach Laborräumlichkeiten, die kurzfristig nicht genügend gedeckt werden kann. Dabei wäre es wichtig, den vielen erfolgreichen Startups Expansionsflächen zur Verfügung zu stellen. Hier sind die Investoren gefragt!
«Eine gewisse Konkurrenz liegt im Interesse der Unternehmen.»
Der Wirtschaftsstandort Basel grenzt sowohl an Deutschland als auch an Frankreich. Wie stark steht die Standortförderung Kanton Basel-Stadt in Konkurrenz mit diesen zwei Nachbarländern? Bei den wertschöpfungsstarken Unternehmen nehmen wir eher den Standortwettbewerb mit anderen Kantonen und mit «Hot Spots» im Ausland wahr. Anders sieht es im Detailhandel aus – da sind die Grenzlage, der Wechselkurs und vor allem der Onlinehandel ernsthafte Herausforderungen.
Für viele internationale Unternehmen stehen bei einer Ansiedlung Steuervorteile im Vordergrund. Wie überzeugen Sie Firmen, ihr Headquarter in der Region Basel-Stadt anzusiedeln? Basel bietet nach der Annahme der STAF auf kantonaler und Bundesebene rückwirkend per Anfang 2019 einen attraktiven Gewinnsteuersatz von dreizehn Prozent und damit eine grosse Planungs- und Rechtssicherheit für Unternehmen. Diese schätzen zudem die hohe Verfügbarkeit von Fachkräften und Talenten. Da profitiert Basel von der Personenfreizügigkeit und von rund 35’000 qualifizierten Grenzgängern und Grenzgängerinnen aus Deutschland und Frankreich.
Welche Rolle spielt für die Standortförderung Basel-Stadt der nahe EuroAirport Basel Mulhouse? Der EuroAirport ist dank vieler Direktverbindungen und Zubringerflügen zu den Hubs enorm wichtig für die Region – nicht nur für den Personentransport, sondern auch als Logistikdrehscheibe. Der Flughafen ist beispielsweise sehr stark auf die anspruchsvolle Logistik von Pharmaprodukten spezialisiert. Das ist ein wichtiges Argument für viele Firmen der Region.
Worin sehen Sie die wichtigsten Unterschiede zwischen dem Standort Kanton Basel-Stadt und anderen Wirtschaftsstandorten der Schweiz? Durch die spezielle Lage an zwei Landesgrenzen und dem Rhein ist Basel die Logistikdrehscheibe der Schweiz und von Natur aus sehr international ausgerichtet. Daneben bietet die Region eine einzigartige Innovationslandschaft, vor allem im Bereich der Life Sciences, und eine beeindruckende Konzentration an Versicherungsgesellschaften. Zudem geht oft vergessen, dass – ein Unikum in der Schweiz – Kantons- und Stadtbehörden identisch sind. Das macht uns als Partner der Unternehmen handlungsfähig und agil.
Auch der Kanton Basel-Landschaft ist ein Wirtschafts-, Innovations- und Bildungsstandort mit Schwerpunkt Life Sciences. Wie stark konkurrenzieren sich diese beiden Kantone? Eine gewisse Konkurrenz und ein gutschweizerischer Ideenwettbewerb liegen sicher im Interesse der Unternehmen. Gleichzeitig arbeiten wir aber in wichtigen Projekten und Institutionen auch sehr eng zusammen, übrigens meist zu dritt mit dem Kanton Jura. Auf der persönlichen Ebene sind die Kontakte gut. Wir kennen und schätzen uns – trotz der Kantonsgrenzen.
Wie und wo macht die Standortförderung Kanton Basel-Stadt auf ihre Wirtschaftsregion aufmerksam? Wir sind an vielen Anlässen zum Thema Wirtschaftsentwicklung in der Region präsent und organisieren und unterstützen selber auch wichtige Veranstaltungen zur Vernetzung wie etwa das Swiss Innovation Forum im November oder den kürzlich durchgeführten Digitaltag. Im Ausland vertritt die BaselArea.swiss unseren Standort.
Was wünschen Sie dem Standort Basel? Dass er sich weiter so positiv entwickelt wie in den vergangenen Jahren und wir weiter Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass sich neben den Grossfirmen auch Startups und KMU am Standort Basel positiv entwickeln können. ■
Herr von Graffenried, herzliche Gratulation: Im Städteranking 2019 von Wüest & Partner liegt die Stadt Bern in Sachen höchste Lebensqualität neu an dritter Stelle. Worauf führen Sie das zurück? Bern hat einen Lauf. Die Stadt hat eine starke Identität – die Bernerinnen und Berner lieben ihre Stadt und haben konkrete Vorstellungen, was gut ist für Bern. Das sind beste Voraussetzungen, um eine hohe Lebensqualität zu entwickeln. Politik und Verwaltung waren erfolgreich darin, die Interessen der Einwohnerinnen und Einwohner aufzunehmen. Das hat spürbar zur Erhöhung der Lebensqualität beigetragen.
Seit 2017 sind Sie Stadtpräsident von Bern. Was bedeutet Ihnen dieses Amt? Es ist schlicht das schönste, vielfältigste Amt, und das in der schönsten Stadt der Welt. Was will man mehr.
Filippo Leutenegger, 2018 Anwärter auf das Zürcher Stadtpräsidium, sagte in einem Interview: «Als Stadtpräsident hat man keine Macht, höchstens Einfluss». Stimmen Sie dem zu? Wo er recht hat, hat er recht! In der Schweiz ist die Macht vielfach geteilt. So bin ich kein CEO der Stadt, sondern muss für alle Entscheide Mehrheiten gewinnen. Im Gemeinderat, im Stadtparlament oder auch in einer Volksabstimmung. Das ist zwar mitunter anstrengend, ist aber im Erfolgsfall befriedigend und führt zu einer besseren Akzeptanz. Dieses System ist die wichtigste Voraussetzung für die gut integrierte Gesellschaft in der Schweiz, das ist für mich unser wichtigster Erfolgsfaktor überhaupt.
Auf Ihrer Homepage ist zu lesen, dass Bern eine ökologische Vorbildstadt sein soll. Was heisst das konkret und wie möchten Sie das umsetzen? Als Hauptstadt haben wir eine Leaderfunktion. Wir haben den Anspruch an uns, im Bereich der Nachhaltigkeit die innovativste und fortschrittlichste Schweizer Stadt zu sein. Im Verkehr – Stichwort Verkehrsberuhigung in den Wohnquartieren – gelingt uns dies bereits sehr gut. Dasselbe wollen wir auch in anderen Bereichen wie Energie, Raumplanung, Städtebau umsetzen.
Von 2007 bis 2011 waren Sie bei Losinger Marazzi AG verantwortlich für nachhaltige Entwicklung und von 2012 bis 2016 Direktor «Immobilienentwicklung Mitte». Wie definieren Sie nachhaltige Entwicklung? Gemäss den gängigen Definitionen: Die Befriedigung unserer heutigen Bedürfnisse soll nicht die Möglichkeiten künftiger Generationen beeinträchtigen. Wichtiger als die präzise Begriffsdefinition ist mir aber die Erkenntnis, dass nachhaltige Entwicklung heute keine Lifestylefrage mehr ist, sondern eine Überlebensfrage.
Das heisst? Vor 10’000 Jahren, in der letzten Eiszeit, lag über Berlin ein 200 Meter dicker Eispanzer. Was meinen Sie, wieviel tiefer lag damals die Durchschnittstemperatur in Berlin? Die Antwort ist: Fünf Grad. Ich glaube, das zeigt gut, wie wichtig und dringend ein sorgsamer Umgang mit der Klimaerwärmung ist. Nachhaltige Entwicklung heisst Verantwortung übernehmen; Verantwortung für eine sozial, ökologisch und wirtschaftlich tragbare Zukunft.
Welche Kriterien müssen erfüllt werden, damit man diesem Begriff bei Arealentwicklungen gerecht wird? Wir bauen Neubauten für 50, 80 oder über 100 Jahre. Wenn wir sehen, wie aufwändig Sanierungen sind, ist es logisch, dass wir künftige Entwicklungen antizipieren müssen. Nachhaltige Arealentwicklung beinhaltet auch Ansprüche der sozialen Nachhaltigkeit. Dies fängt im Partizipationsprozess der Arealentwicklung an und setzt sich mit einem schlauen Mix der zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer fort, damit unsere neuen Stadtquartiere bereits beim Bezug mit Leben erfüllt werden.
Sie plädieren für die Planung von 2’000-Watt-Quartieren und Plusenergie-Bauten. Können Sie das etwas genauer erläutern? Es geht um unsere Zukunft! Wir wollen nicht, dass sich künftige Städterankings an Kriterien wie einer funktionierenden Wasserversorgung oder der Anzahl der Hitzetoten bemessen. Dafür müssen wir den CO2-Ausstoss drastisch senken. Nun ist der Gebäudesektor in der Schweiz mindestens für ein gutes Viertel der hier ausgestossenen Klimagase verantwortlich. Daher ist es zentral, bei der Sanierung bestehender oder der Erstellung neuer Gebäude die grossen Potenziale zu nutzen, um den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss zu senken. Das können wir nur mit der Förderung von 2’000-Watt-Quartieren und Plusenergie-Bauten erreichen.
Was wurde in diesen Bereichen bereits verwirklicht? Bei städtischen Gebäuden setzt die Stadt Bern Massstäbe für umwelt- und energiegerechtes Bauen. Im Bereich der Wohnüberbauungen haben wir die vorbildhaften Siedlungen «Stöckacker Süd» und «Burgunder» realisiert. Weitere Planungen wie das «Warmbächli-Areal» oder das «Viererfeld» werden bald folgen.
Das Projekt «Aarerain» in Worblaufen der Gemeinde Ittigen soll das erste Plusenergie-Quartier der Schweiz werden und einen Beitrag zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 des Bundes leisten? Um den Standard Plusenergie-Quartier zu erreichen, ist es notwendig, pro Jahr mehr Energie zu produzieren als das Quartier verbraucht. Es lohnt sich auf jeden Fall, dieses Ziel anzustreben. Auch wir in Bern sind gewillt, bei geeigneten Arealen mit den Grundeigentümerschaften Regelungen anzustreben, welche die Realisierung von Plusenergie-Quartieren ermöglichen.
«Partizipation wird in Bern grossgeschrieben.»
Welche weiteren Grossprojekte stehen an, respektive welche Projekte liegen Ihnen besonders am Herzen? Die Bebauung des «Viererfelds» mit Wohnungen für über 3’000 neue Einwohnerinnen und Einwohner. Ebenso am Herzen liegen mir Infrastrukturprojekte wie der Ausbau des Bahnhofs Bern oder die Tunnellösung Bypass A6; diese haben einen enormen Einfluss auf das zukunftsfähige Funktionieren der Stadt. Sehr viel erhoffe ich mir schliesslich von unserem Projekt «Kooperation Bern», das der Stärkung der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit dient, bis hin zu Fusionen.
Als Stadtpräsident möchten Sie den Städtebau vorantreiben, denn Sie würden über ein «Planungsgen», verfügen, berichtete die Neue Zürcher Zeitung. Können Sie dieses «Gen» anwenden? Ob es ein Gen ist, bezweifle ich. In der Sache ist es aber in der Tat so, dass wir in Bern derzeit viele und ausgesprochen spannende Planungsprojekte haben.
Sie sagen: Wenn eine Stadt wächst, treffen unterschiedliche Bedürfnisse aufeinander. Wie kann man diesen gerecht werden? Indem man in erster Linie gut zuhört. Dann erfährt man, was die Menschen brauchen und möchten. Partizipation wird in Bern grossgeschrieben. In unterschiedlichen Arten der Mitwirkung holen wir die Bedürfnisse ab, also zum Beispiel die Anliegen der Wohnbevölkerung, der Gewerbetreibenden, der Kultur-, Sport- oder Eventszene. Beispielsweise können sich die Menschen momentan in einem breit angelegten Mitwirkungsprozess zur Zukunft des Freibads Marzili einbringen.
«Die Leute möchten den öffentlichen Raum nutzen.»
In welche Richtung wird sich Bern und die umliegenden Quartiere entwickeln? Dynamisch. Ich spüre einen grossen Gestaltungswillen aus der Baubranche, der Politik, aber auch aus der Bevölkerung. Die Leute möchten den öffentlichen Raum nutzen und mitgestalten, was zu lebendigen Quartieren beiträgt. Gleichzeitig möchte ich dafür sorgen, dass Investitionen in Neubauten und Sanierungen sorgfältig erfolgen. Qualität soll von zentraler Bedeutung sein. Im Städtebau, Wohnraum, Sozial- und Aussenraum, in der Ökologie, um nur einige Beispiele zu nennen. Die Entwicklung der Stadt soll – kurz gesagt – nachhaltig erfolgen.
Wo setzen Sie als Stadtoberhaupt Ihre Prioritäten? Ich möchte dafür sorgen, dass sich die Menschen in Bern zuhause fühlen. Damit schliesse ich unterschiedlichste Lebenswelten ein: Ob dies das Zuhause des Wohnens, Arbeitens, der Bildung, von Gästen oder von Freizeit und Sport ist. Und ich will der Bevölkerung Mitbestimmung und Selbstverantwortung ermöglichen und zu einer tragfähigen Gesellschaft beitragen, in der sich die Menschen auch für andere und für die Gemeinschaft engagieren. ■
Die Vorgeschichte Die Region – nennen wir sie Musterland – ist eine in ein ländliches Umfeld eingebettete Agglomeration mit einer Zentrumsstadt von rund 25’000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die gesamte Agglomeration beheimatet rund 60’000 Personen.
Die Region wagt nun einen Schritt in die Zukunft und hat in eine gemeinsame Standortmarketing-Organisation investiert. Sie vergibt das entsprechende Mandat an eine Persönlichkeit, die in der regionalen Wirtschaft und Politik bekannt und geschätzt ist. Sowohl die ansässige Wirtschaft mit deren Verbänden (Industrie-, Handels- und Gewerbeorganisationen) als auch die knapp zwanzig Gemeinden umfassende Region geben eine Verpflichtungserklärung ab, und beteiligen sich in einer zeitgemässen Public-Private-Partnership an der Organisation.
Der neue Standortmarketer erhält sogleich den Auftrag, der Region eine attraktive Marke mit modernen, zukunftsgerichteten Werten zu «verpassen». Dies tut er zusammen mit einer anerkannten Branding-Agentur. Der Auftritt der «neuen» Region ist erfrischend und vermittelt das Bild eines innovativen, offenen und liberalen Standorts.
Obwohl dies eine fiktive, für diesen Artikel erfundene Ausgangslage ist: In der kleinräumigen Schweiz dürften einige Standortmarketing-Organisationen so oder ähnlich institutionalisiert worden sein. Dies die Vorgeschichte.
Nach dem Aufstieg kommt die Stagnation Beim Markenaufbau in dieser Fallstudie wird übrigens Vieles richtig gemacht. Die Investoren sprechen bereits nach einem guten Jahr sehr positiv auf die Marke an, und nach etwas mehr als fünf Jahren hat die Region in der Ansiedlung von Firmen und Privatpersonen schon recht beachtliche Erfolge aufzuweisen.
Doch ab dem verflixten siebten Jahr beginnt das «Aufwärts» zu stagnieren. Die Organisation verliert in der Region schleichend an Rückhalt, obwohl ihr Ansehen bei Investoren und externen Partnern immer noch sehr gut ist.
Was ist hier passiert? Es wurde in dieser Region zwar motiviert und erfolgreich in eine neue Marke investiert. Was allerdings nie berücksichtigt wurde, war die Einstellung der ansässigen Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger zu den Werten der neuen Marke. Die gelebten Grundwerte der Region waren nämlich eher konservativ. Mehr und mehr biss sich die liberal und offen auftretende Marke (mit dem entsprechenden Markenverhalten der Standortmarketing-Organisation) mit den effektiv gelebten Werten in der Region. Die Region entfremdete sich – salopp gesagt – immer mehr von der Marke. Nachvollziehbar, denn die gelebten Werte der Bürgerinnen und Bürger und Organisationen sind über Jahrzehnte entstanden und gefestigt worden. Leider übertrug sich die «Entfremdung» immer mehr auch auf die Vermarktungssorganisation. Deren anfänglicher guter Ruf litt.
Analogien und Ungleichheiten zur Wirtschaft In einem Unternehmen wird begleitend zum Aufbau einer neuen Marke mit frischen Werten richtigerweise ein Veränderungsprozess aufgesetzt. Die neuen Werte werden intensiv nach innen kommuniziert, und mit vielen kleineren und grösseren Massnahmen werden «Stakeholder» in der Organisation an die neuen Werte herangeführt. Manchmal kommt es vor, dass man sich von einzelnen Akteuren trennen muss, damit ein solcher Veränderungsprozess erfolgreich wird.
Viele Elemente eines solchen Veränderungsprozesses gelten im Standortmanagement genauso. Doch sie sind wesentlich komplexer anzuwenden und umzusetzen. Von ansässigen Firmen, die sich ungenügend mit neuen (Marken-)Werten identifizieren, kann man sich schlecht trennen. Bürgerinnen und Bürger, welche die Werte einer neuen Regionsmarke nur schwer vertreten können und wollen, kann man auch nicht einfach entlassen.
Standortentwicklung und Veränderungsmanagement als Aufgabe im Standortmanagement Und nun kommt unser Standortmarketer wieder ins Spiel. Der Name sagt es: Der Marketer vermarktet die Region. Aber kann/muss/darf er auch die Rolle eines Standort- und Change Managers einnehmen? Hat er die Legitimation und das Wissen, in das komplexe und naturgemäss träge «System» einer Region einzugreifen? Ist er in der Lage, Veränderungen im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umfeld zu initiieren? Und kann er eine eher konservative Region in einen innovativen, offenen und liberalen Standort transformieren? Und dies erst noch innert einer nützlichen Frist?
In der Regel nicht, denn die vier Rollenbilder im Standortmanagement (siehe Illustration) können kaum von einer einzigen Person ausgefüllt werden. Standortmanagement ist eine komplexe Aufgabe. Das sollte beim Aufbau einer (neuen) Marke berücksichtigt werden. Seit Jahrzehnten existierende Werte können nicht einfach so über den Haufen geworfen werden. So sollte eine neue Marke entweder auf bestehende Werte aufbauen. Im andern Fall muss der Standort sanft an die Werte einer neuen Marke herangeführt werden.
Ob diese Aufgabe durch einen Standortmarketer wahrgenommen werden kann oder muss, ist fraglich. Und doch muss die Rollenverteilung unbedingt berücksichtigt werden, damit am Ende des Tages eine Marke auch funktioniert und mit den gelebten Werten eines Standorts korreliert.
*Markus Müller ist Vorstandsmitglied der SVSM, entwickelte und führte mehr als 10 Jahre eine Standortmanagement-Organisation. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Firma «SOULWORXX», die heute unter anderem im Bereich der Standortentwicklung und -innovation tätig ist. ■
Der zentral gelegene Güterbahnhof Wolf dient heute dem Güterumschlag. Die teilweise Verlagerung der Logistik nach Basel-Nord und eine räumliche Optimierung ermöglichen die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers auf zehn Hektaren zwischen dem Schienenfeld und der St. Jakobs-Strasse, schreiben die SBB in einer Mitteilung. Das Richtprojekt geht auf die spezielle Lage ein und schlägt einen in Ost-West-Richtung ausgedehnten und lärmgeschützten Hof vor. Die historischen Bauten werden in die Hofraumfigur eingebettet und sollen die Identität des neuen Quartiers stärken, betonen die Projektverantwortlichen. Die SBB und der Kanton Basel-Stadt sind sich einig, mit dem Richtprojekt einen überzeugenden Städtebau und ein passendes Nutzungskonzept vorzulegen.
Raum für Logistik, Gewerbe und Wohnen Im Richtprojekt sind rund 73’000 Quadratmeter Wohnfläche, 36’000 Quadratmeter Büro- und Dienstleistungsfläche, 62’000 Quadratmeter für Gewerbe- und Logistiknutzungen sowie 11’000 Quadratmeter für öffentliche Einrichtungen, Verkauf und Gastronomie vorgesehen. Wohnen und Arbeiten werden in einen Wohn- und einen Gewerbehof räumlich getrennt. Die rund 550 Wohnungen sollen im westlichen Teil des Hofes angesiedelt werden. Im östlichen Teil sind Gewerbe- und Büronutzungen vorgesehen.
Eine wichtige Rolle spielt bei der Entwicklung die Mobilität. Entlang der St. Jakobs-Strasse sind ein Veloweg und ein Busbahnhof vorgesehen. Für eine bessere Verbindung der bestehenden Quartiere auf beiden Seiten des Gleisfelds ist eine Passerelle für den Langsamverkehr geplant. Um das Stadtquartier nicht zu belasten, wird neu auch die Zufahrt für die Logistik neu organisiert. Zudem ist geplant, für das neue Quartier und die umliegenden Gebiete eine eigene Haltestelle für die S-Bahn zu realisieren.
Im nächsten Planungsschritt erarbeiten der Kanton Basel-Stadt und die SBB einen Bebauungsplan. Dieser wird nach der öffentlichen Planauflage dem Grossen Rat voraussichtlich 2020 zur Beschlussfassung vorgelegt. Die ersten Neubauetappen sind zurzeit ab 2024 vorgesehen. ■
Die Stadt Bern trägt seit 2020 das Label Energiestadt Gold und möchte ihre Vorreiterrolle bei der Energiewende ausbauen. Hierfür setzt sie bei den stadteigenen Liegenschaften auf einen reduzierten Energieverbrauch und baut nach energetischen Standards. So auch am Standort der ehemaligen Krankenpflegeschule Engeried, wo die Stadt eine Wohnüberbauung realisiert. Das Projekt umfasst nebst Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen rund hundert Wohnungen, eine Bibliothek, eine Basisstufenklasse sowie eine Tagesschule. Alle Wohnungen sollen als gemeinnütziger Wohnungsbau vermietet werden. 24 Wohnungen davon werden im Segment «Günstiger Wohnraum» realisiert, betonen die Projektverantwortlichen.
Im Sommer 2017 gewann das Büro B Architekten aus Bern mit dem Projekt «milet» den Projektwettbewerb. Das Siegerprojekt sieht vier Gebäude vor, die zu einem gemeinsamen Innenhof ausgerichtet sind und der rechtwinkligen Struktur des Quartiers Rechnung tragen sollen. Die Erschliessung aller Nutzungen erfolgt ausschliesslich über den klar gefassten und abwechslungsreich gestalteten Hofraum. Die Aussen- und Zwischenräume sollen parkähnlich mit einem Anteil an naturnahem Lebensraum realisiert werden. Die Dächer der vier Neubauten werden zu bestmöglichen Nutzung der erneuerbaren Energien mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet. Beheizt werden die Gebäude mit einer Erdsonden-Wärmepumpe. Angestrebt wird, dass die vier Gebäude die Anforderungen an ein 2’000-Watt-Areal erfüllen. Läuft alles nach Planung soll die Überbauung im Jahr 2022 fertiggestellt sein. ■
Die Berner Fachhochschule (BFH) ist historisch gewachsen. Die verschiedenen Departemente sind heute auf rund 26 Standorte in Bern, Biel, Burgdorf, Magglingen und Zollikofen verteilt. Das erschwere die Zusammenarbeit im Lehrbetrieb, führe zu Doppelspurigkeiten, hohen Mietkosten und Platznot, betonen die Verantwortlichen der BFH. Zudem seien viele der heute belegten Gebäude in die Jahre gekommen.
Aus diesen Gründen soll auf dem Areal Weyermannshaus Ost – es ist Teil des Premium-Entwicklungsschwerpunktes (ESP) Ausserholligen – bis 2026 der neue Campus Bern entstehen – parallel zum Campus Biel, dessen Bau 2019 starten soll. Im Campus Bern werden die heute auf zahlreiche Standorte verteilten BFH-Departemente Gesundheit, Soziale Arbeit und Wirtschaft sowie die performativen Künste der Hochschule der Künste und die Bereiche Rektorat und Services unter einem Dach vereint.
Ineinandergreifendes Campusgelände Das Siegerprojekt für den neuen Campus Bern der Berner Fachhochschule (BFH) steht seit Januar 2019 fest: «Dreierlei» hat das Preisgericht unter der Leitung des Amts für Grundstücke und Gebäude (AGG) am meisten überzeugt, schreibt der Campus Bern in einer Mitteilung. Das Projekt kombiniere die eigenständigen Departementsgebäude der BFH mit einem gemeinsamen Sockelgebäude und einem grosszügigen Aussenraum zu einem ineinandergreifenden Campusgelände. Verantwortlich für «Dreierlei» ist ein Planerteam unter der Leitung der Wulf Architekten GmbH, Stuttgart. Das Architektenteam entwickelt das Projekt auf der Grundlage der Empfehlungen des Preisgerichts weiter. Nach heutiger Planung werden die Bauarbeiten 2022 beginnen.
Mit dem neuen Campus Biel/Bienne kann die BFH Synergien im Betrieb von Lehre und Forschung nutzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen, betonen die Verantwortlichen der BFH. Der Kanton Bern hat Ende Januar 2017 mit den SBB, welchen das Grundstück in Weyermannshaus Ost gehört, einen über achtzig Jahre laufenden Baurechtsvertrag für die Baufelder Nord und Süd abgeschlossen.
Mehr Nachhaltigkeit, mehr Interaktion Der Bau müsse in Sachen Energieeffizienz hohen Ansprüchen genügen: Bei der Ausschreibung des Projektwettbewerbs wurden die kantonalen Baustandards, der Standard Minergie-P-ECO sowie die Prüfung eines Holzbaus vorgegeben. Nicht zuletzt fördert die Zusammenlegung der verschiedenen Departemente und Fachbereiche die themenübergreifende Lehre, Forschung und Innovation. Dozierende, Studierende und Verwaltung erhalten Gelegenheit, sich über Disziplinen hinweg auszutauschen und zu inspirieren.
Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen aufwerten Dass die Umgebungsflächen des Campus Bern den Entwicklungsschwerpunkt Ausserholligen prägen und aufwerten werden, davon sind die Projektverantwortlichen überzeugt. Geplant sind beispielsweise neue Spazier- und Velowege, grosszügige Spielplätze und Begegnungszonen. Die BFH plant zudem, im Sommer in den Aussenanlagen öffentliche Konzerte und Theatervorführungen zu veranstalten. Wichtiges Element der Aussenraumgestaltung ist auch die von der Stadt geplante neue Velo- und Fussgängerunterführung. Gemäss Berechnungen werden täglich mehr als 6’000 Studierende, Beschäftigte und Besuchende diese direkte Verbindung zwischen Campus und Europaplatz nutzen. ■
Der 53 Meter hohe «Garden Tower» zählt momentan zum ersten Hochhaus der Schweiz, welches mit einer begrünten Fassade aufwartet. Der Wohnturm überzeugt ebenso durch seine aussergewöhnliche Architektur.
Bei der Überbauung Bächtelenpark in Köniz wurde ein 53 Meter hohes Hochhaus mit einem Erdgeschoss und 16 Obergeschossen gebaut, welches 2016 bezogen werden konnte. Das im Minergiestandard erbaute Gebäude am Fusse des Berner Hausbergs Gurten umfasst insgesamt 45 3½- und 4½-Zimmer-Wohnungen mit offenen Grundrissen. Sie sind teils als Miet- und Eigentumswohnungen konzipiert worden. Zusammen mit der aussergewöhnlichen Gebäudeform bildet die steinerne Fassade das Hauptmerkmal des Hochhauses. Den äussersten Abschluss bildet eine, das ganze Gebäude umhüllende, filigrane Netzkonstruktion mit freigelassenen Ausschnitten für die Aussicht sowie einer Begrünung.
Der «Garden Tower» des Architektenbüros Buchner Bründler aus Basel ist zurzeit das erste Hochhaus der Schweiz, das mit einer begrünten Fassade aufwartet. Wegen der Brandschutzbestimmungen sei ein solches Projekt nicht ganz unkompliziert, erklärte Andreas Bründler gegenüber der «Berner Zeitung». Unter anderem sei diese Form des Begrünens in der Schweiz noch nicht verbreitet. Bauherr des Hochhauses ist der frühere Oerlikon-Bührle-Chef und Aargauer Industrielle Hans Widmer (1940).
Flächendeckendes Grün Die Begrünung macht ein feines metallenes Netz möglich, das rund um das Gebäude gespannt worden ist. Es sorgt dafür, dass die 1’200 Quadratmeter Grünfläche an der Fassade zu sehen ist. Die Pflanzen klettern entlang der Maschen empor und entwickeln sich gleichzeitig gegen links und rechts. 95 bodenerdige Pflanzentröge auf allen Etagen sind ein integraler Bestandteil der Architektur. Sie stehen versetzt, damit sich das Grün flächendeckend ausbreiten kann. «Es muss gewährleistet sein, dass die Pflanzen nicht verdorren und die Brandgefahr dadurch nicht steigt», sagen die Verantwortlichen. Deshalb sei der Wohnturm mit einer Bewässerungsanlage ausgestattet worden. Diese registriert, wann sie den Pflanzen wie viel Wasser geben muss. Die Bewohner können so entspannt in die Ferien reisen, ohne jemanden für das Giessen engagieren zu müssen. Bei der Wahl der Pflanzen sind zudem Lichtverhältnisse berücksichtigt worden, die auf allen vier Seiten verschieden sind.
Verschiedene Himmelsrichtungen Die Wohnungen sind so konzipiert, dass sie mindestens gegen zwei, und meist gegen drei, Himmelsrichtungen ausgerichtet sind. Alle Fenster reichen vom Boden bis zur Decke und lassen viel Licht in die Wohnungen. Am meisten besticht der Aussenraum, denn bei jeder Wohnung kommen mindestens 45 Quadratmeter als Balkon zur Wohnfläche hinzu. Die Architekten schafften so einen Ersatzgarten, damit alle Bewohnerinnen und Bewohner auch draussen genug Platz finden. Zuoberst im 16. Stock thront eine Attikawohnung mit einer Fläche von über 200 Quadratmetern. Bei schönem Wetter ist das Alpenpanorama garantiert. ■
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Teil des «Bächtelenparks» – fünf verschiedene Gebäudekomplexe Der «Bächtelenpark» sei eine einzigartige Komposition, betonen die Projektverantwortlichen. Die Überbauung setzt sich aus fünf Teilprojekten zusammen, welche eine Einheit aus individuellen Gebäudetypen bildet. Diese Teilprojekte unterscheiden sich stark in ihrer Architektur und Materialenverwendung. Das Bauprojekt folgte dem Credo «belebte Vielfalt statt Gleichförmigkeit». Im Zentrum steht der 53 Meter hohe Wohnturm. Mit den erwähnten 16 Geschossen gibt das Hochhaus dem modernen Gesamtkonzept des Quartiers «Bächtelenpark» ein unverwechselbares Gesicht. Modern, zentrumsnah und gut erschlossen – die Überbauung reiht sich mit diesen Eigenschaften nahtlos in die Weiterentwicklungsprojekte der Gemeinde Köniz ein.
Komplexes Bauvorhaben Eiffage Suisse betreute als Totalunternehmung das Bauvorhaben im Auftrag von Dr. Hans Widmer. Der «Bächtelenpark» sei zu Beginn eine Grossbaustelle mit fünf voneinander unabhängigen Bauprojekten verschiedener, durch Wettbewerbe gewählten Architekten, erklären die Projektverantwortlichen. Dies führte zu grosser Komplexität in Abläufen und Prozessen, sowohl bei der Planung wie auch bei der Umsetzung. In Spitzenzeiten wurden bis zu dreihundert Bauarbeiter gleichzeitig koordiniert. Beim Hochhaus ergaben sich zusätzliche komplexe Herausforderungen, wie zum Beispiel die hohen Windlasten.
Die Bewohner der knapp hundert Wohneinheiten im Energiequartier «Hohlen» in Huttwil werden sich weitgehend selbstständig mit Solarstrom versorgen.
Die Energiestrategie 2050 ermöglicht neu Zusammenschlüsse zur Produktion und Nutzung von lokal produziertem Strom. Im Zuge dessen realisiert die IGD Grüter AG in Huttwil das erste eigenständige Energiequartier der Schweiz.
Die Wohnüberbauung «Hohlen Südhang» wird mit Solarstromanlagen ausgestattet und der Strom innerhalb des gesamten Quartiers vernetzt. Somit wird das Quartier zum Elektrizitätswerk. Die selbst erzeugte Energie ist im gesamten Quartier von allen Bewohnern nutzbar. Die Idee ist, dass keine einzelnen Hausanschlüsse von Stromlieferanten mehr benötigt werden. In den vier Häusern sind 24 3½- und 16 4½-Zimmer Wohnungen untergebracht.
Das Plusenergie-Quartier besteht aus 22 Gebäuden. Die Bewohner der knapp hundert Wohneinheiten im Energiequartier «Hohlen» in Huttwil werden sich weitgehend selbstständig mit Solarstrom versorgen. Photovoltaik-Anlagen auf allen Dächern und Balkongeländern produzieren mehr Energie als das Quartier im Jahr braucht und das zu einem tieferen Preis als mit einer konventionellen Energieversorgung.
Der eigene Strom wird im Quartier zum Wohnen, Arbeiten, Autofahren sowie zur Wärmeerzeugung verwendet. Ein Carsharing mit Elektroautos soll persönliche Zweitfahrzeuge überflüssig machen. Vorgesehen ist, dass ein Batteriespeicher die Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit erhöht. Angestrebt wird, dass mit diesen technischen Innovationen sichergestellt wird, dass möglichst viel der selber produzierten Energie auch selber verbraucht werden kann. ■
Das Neubauprojekt «Ahornpark» in Bätterkinden bietet Alters- und Mietwohnungen mit unterschiedlichen Grundrissen.
Der «Ahornpark» stelle für Bätterkinden einen Meilenstein dar, weil das Projekt eine Antwort auf den Mangel an altersgerechten Wohnmöglichkeiten in der Region biete, wird Gemeindepräsident Beat Linder in einer Medienmitteilung zitiert. Die zusammenhängend gestaltete Überbauung wurde Ende 2018 von der Gemeindeversammlung genehmigt und diesen Frühling rechtskräftig. Die Überbauung «Ahornpark» umfasst ein Alterszentrum, verteilt auf vier Gebäude. Hinzu kommen vier Mehrfamilienhäuser. Neben der Wohnnutzung wird in einem Teilbereich, gegenüber dem Bahnhof, eine Gewerbefläche realisiert, welche zukünftig an einen Betreiber aus dem Gesundheitsbereich vermietet werden soll. Nach einer Bauzeit von zwei Jahren übergibt die Halter AG im Sommer 2021 der Bauherrschaft die fertiggestellten Gebäude. ■
Läuft alles nach Plan, wird das Dienstleistungs- und Bürogebäude «ZOWO» im Jahr 2022 fertiggestellt.
Das Projekt Zollikofen Work «ZOWO» im Businessquartier der 10’000 Einwohner zählenden Gemeinde – wird rund 8’000 Quadratmeter für Büro- und Gewerbenutzungen umfassen. Zurzeit laufen für das fünfstöckige Gebäude Verhandlungen mit Ankermietern und Investoren. Läuft alles nach Plan, wird das Dienstleistungs- und Bürogebäude im Jahr 2022 fertiggestellt.
Das «ZOWO» sei gut an das Verkehrsnetz angeschlossen, betonen die Projektentwickler. Den Bahnhof Zollikofen ist in wenigen Gehminuten zu erreichen, und mit dem Auto ist man in rund fünf Minuten auf der Autobahn A1 oder in etwas mehr als zehn Minuten in Bern. Im nahen Umfeld der Überbauung gebe es zudem Verpflegungs- und Einkaufsmöglichkeiten, auch ein Spaziergang im Wald sei «quasi direkt vor der Haustüre möglich». ■
Der «Bäre Tower» in Ostermundigen gilt schon heute als das zukünftige Wahrzeichen von Ostermundigen.
Direkt am Bahnhof Ostermundigen wird Grosses, respektive Hohes, realisiert: Mit dem «Bäre Tower» entsteht ein 100,5 Meter hoher Turm; das zukünftige neue Wahrzeichen von Ostermundigen. Zum neuen Bärenplatz hin werden sich Gastronomie- und Verkaufsflächen sowie Büro- und Dienstleistungsflächen orientieren. Im unteren Teil des Hochhauses ist ein Hotel vorgesehen, darüber befinden sich ein Panoramarestaurant und Mietwohnungen. Die Fassade setzt sich aus einzelnen Aluminiumelementen zusammen. Die Bauarbeiten haben Ende 2018 begonnen. Die Fertigstellung ist auf Ende 2021 vorgesehen. ■
Die fünf sechsstöckigen Gebäude mit dazwischengeschalteten zweistöckigen Verbindungsbauten werden in die Umgebung integriert, und eine Promenade mit direkter Aaresicht verbindet die Häuser. Auf dem Areal des ehemaligen Industrieareals «Hammerwerk» werden 77 Eigentumswohnungen (vom Studio bis zur 5½-Zimmer-Wohnung) realisiert. Dazu gehören Gewerbe und kulturelle Einrichtungen sowie Gastronomiebetriebe, die in Bestandesbauten integriert werden. Auf dem Gelände befinden sich historisch bedeutende Elemente wie beispielsweise ein denkmalgeschütztes Gebäude mit einer historischen Hammeranlage. Sie ist die älteste wasserbetriebene Anlage der Schweiz und gilt als Herzstück des Quartiers. Diese, mit dem hölzernen Wellbaum und den wassergetriebenen Schwanzhämmern aus dem 17. Jahrhundert, zeugt von der industriegeschichtlichen Entwicklung. Zurück in die Gegenwart, respektive in die Zukunft: Die Fertigstellung der neuen Überbauung ist auf Herbst 2021 geplant. ■
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