Kategorie: Personen

Personen – Immobiliennews zu führenden Persönlichkeiten, Karrierewegen & Akteuren der Schweizer Immobilienbranche.

  • Luzerner Kantonalbank: Simon Kauth wird neues Mitglied der Geschäftsleitung

    Luzerner Kantonalbank: Simon Kauth wird neues Mitglied der Geschäftsleitung

    Die LUKB hatte im Januar 2022 bekanntgegeben, ihre Aufbauorganisation anzupassen, um ihre Schlagkraft bei den Themen IT und Digitalisierung zu erhöhen. So wechselt der Bereich Informatik, der aktuell CFO Marcel Hurschler unterstellt ist, per 1. Januar 2023 in das bisherige Departement Marktservices. Gleichzeitig werden der Bereich Asset Management vom Departement Marktservices in die Zuständigkeit von Marcel Hurschler verschoben und der Bereich Spezialberatungen (Finanzplanung, Vorsorge-, Steuer- und Erbrechtsberatung) neu dem Vertrieb, sprich dem Departement Firmenkunden & Private Banking zugewiesen. Das Departement Marktservices wird in Zukunft noch stärker auf IT und Digitalisierung fokussiert sein und ab 2023 die neue Bezeichnung «Technologie & Services» tragen.

    Im Zuge dieser Reorganisation kommt es auch zu personellen Wechseln: Leo Grüter, seit 2010 Geschäftsleitungsmitglied der Luzerner Kantonalbank AG (LUKB), wird per Ende Jahr 2022 aus der Geschäftsleitung austreten. Nachfolger als Leiter Firmenkunden & Private Banking wird Beat Hodel, der noch bis Ende Jahr 2022 das bisherige Departement Marktservices führt.

    Per 1. Januar 2023 wird Simon Kauth die Leitung des neu strukturierten Departements Technologie & Services übernehmen. Simon Kauth hat im Jahr 1997 an der Universität St. Gallen HSG in Wirtschaftswissenschaften promoviert. Er verfügt über langjährige Berufserfahrung sowohl im Banking als auch auf der Seite der Anbieter von Kernbanken-Software (Avaloq und Finnova), zuletzt auf Geschäftsleitungsstufe. Der gebürtige Thurgauer Simon Kauth wohnt mit seiner Familie in Zollikon ZH. 

    «Simon Kauth erfüllt mit seinem Profil und seinem bisherigen Leistungsausweis unseren Anforderungskatalog für die Leitung des Departements Technologie & Services optimal: Ausgeprägter IT-Hintergrund und profundes Knowhow im Banking», begründet LUKB-CEO Daniel Salzmann die Wahl des neuen Geschäftsleitungsmitglieds. Die LUKB führte unter der Leitung von Daniel Salzmann und mit Unterstützung von externen Spezialistinnen und Spezialisten einen mehrstufigen Auswahlprozess durch.

  • Neuer Niederlassungsleiter in Solothurn

    Neuer Niederlassungsleiter in Solothurn

    Die PRIVERA Niederlassung in Solothurn wird ab dem 01.08.2022 von Matthias Räber geleitet. Herr Räber ist Immobilienbewirtschafter mit eidg. Fachausweis und verstärkt die PRIVERA seit Oktober 2021 als Senior Bewirtschafter. Er war zuvor als Leiter Bewirtschaftung bei einem renommierten Immobilienunternehmen in der Region Olten/Gäu/Solothurn tätig und hat mehrjährige Erfahrung in der Immobilienbranche.

    Matthias Räber tritt damit die Stelle von Roger Kiefer an. Herr Kiefer verlässt PRIVERA per Ende Juli 2022, um eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Bis zum Stellenantritt von Matthias Räber wurde die Zeit optimal für die Übergabe genutzt. «Die Niederlassungsleitung in Solothurn intern besetzten zu können, ist ein Gewinn für PRIVERA. Matthias Räber wird die Niederlassung mit grossem Engagement weiterführen.», sagt Andrea Jürg Wegmüller, COO der PRIVERA.

  • Hansueli Loosli wird in Verwaltungsrat von Avobis gewählt

    Hansueli Loosli wird in Verwaltungsrat von Avobis gewählt

    Mit der Wahl von Hansueli Loosli ist der Verwaltungsrat der Avobis Group AG laut Medienmitteilung komplettiert worden. Der frühere CEO und Verwaltungsratspräsident der Coop-Gruppe bringe unternehmerisches Denken und Fachexpertise sowie ein umfassendes Netzwerk mit, heisst es weiter. Er werde dazu beitragen, die Wachstums- und Innovationsstrategie von Avobis voranzutreiben.

    Avobis investiert neben anderen Bereichen auch im Limmattal. Laut einem Bericht im „Badener Tagblatt“ geschieht das über die beiden Immobiliendienstleister Rimaplan und Centerio, die in Wettingen AG an attraktiver Lage bauen und die Center Passage betreiben. Die Avobis Gruppe hatte beide 2021 gekauft. Die Rimaplan AG hatte bis Anfang 2020 ihren Hauptsitz in Würenlingen AG und danach in Zug. Sie ist als Projektentwicklerin im Häfliger-Areal an der Wettinger Landstrasse engagiert, wo unter anderem zwei fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 35 Wohnungen und einem kleinen Gewerbeanteil erstellt werden sollen. Rimaplan übernahm Anfang 2016 die Bewirtschaftung des Wettinger Einkaufszentrums Center Passage. Dies wurde 2019 von der Centerio AG übernommen.

    Hansueli Loosli bringe „grosse strategische Erfahrung und vielseitige Kompetenz mit und sei eine wertvolle Ergänzung zum heutigen Gremium“, wird Thomas Abegg zitiert, Verwaltungsratspräsident der Avobis Group AG. Avobis sei ein „agiles, innovatives und mutiges Unternehmen, das den Immobilienmarkt in der Schweiz seit 25 Jahren erfolgreich revolutioniert“, wird Hansueli Loosli zitiert, der im Verwaltungsrat den Vorsitz des Ausschusses Kunden und Markt übernimmt und damit die strategische Bearbeitung des Marktes und die Betreuung von Grosspartnerschaften verantwortet.

    Loosli war 2010 Schweizer Unternehmer des Jahres und hat 2003 den SwissAward erhalten.

  • Nachhaltige Wohnquartiere: großer Sprung statt kleiner Schritte

    Nachhaltige Wohnquartiere: großer Sprung statt kleiner Schritte

    Nur mit der Wohnungswirtschaft ist die Energiewende zu schaffen. Denn fast 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen stammen aus Gebäuden, und der größte Teil davon wiederum aus Wohngebäuden. Um die Klimaschutzziele zu erreichen, zielt die europäische und nationale Regulierung daher immer stärker auf die Bau- und Wohnungsbranche.  

    Doch nicht nur immer schärfere Vorschriften zwingen Bauherren und Eigentümer, auf die Nachhaltigkeit zu achten. Auch unabhängig davon fordern Investoren zunehmend ein, dass bei Immobilienprojekten ökologische und soziale Kriterien berücksichtigt werden, und die EU-Offenlegungsverordnung sorgt in dieser Hinsicht für mehr Transparenz. Objekte, die Nachhaltigkeitskriterien unzureichend erfüllen, werden an Wert verlieren und es immer schwerer haben, Käufer und Mieter zu finden.  

    So schafft der Markt Anreize für Bauherren und Eigentümer, ihre Objekte nachhaltiger zu machen. Dabei tritt der «Impact»-Gedanke immer mehr in den Vordergrund: Es geht nicht darum, mit geringstmöglichem Aufwand die Vorschriften zu erfüllen, sondern mit angemessenem Aufwand größtmöglichen Nutzen für Umwelt und Gesellschaft zu stiften.  

    Es kommt dabei nicht in erster Linie darauf an, am Reißbrett Neubauten nach den neuesten ökologischen Standards zu planen. Denn die allermeisten Häuser, in denen wir in zehn, 20 oder 30 Jahren wohnen werden, sind längst gebaut. Und viele davon haben den energetischen Standard der siebziger Jahre und damit keinerlei Features, um Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen im Rahmen zu halten. Abriss und Neubau sind oftmals nicht finanzierbar. Hinzu kommt die sogenannte graue Energie, die für Förderung, Herstellung und Transport von Baustoffen und den Bau selbst aufgewendet wird. Eine Sanierung mit unspektakulären, aber intelligenten Maßnahmen hat damit oftmals mehr ökologischen Impact als ein ökologischer Musterneubau.  

    Starker Hebel 
    Quartiere, also ganze Gebäudeensembles oder Stadtviertel, bieten besondere Möglichkeiten, Impact zu erzielen. Zum einen natürlich, weil entsprechende Projekte eine Vielzahl von Wohneinheiten umfassen. Damit multipliziert sich die Wirkung von Maßnahmen auf Gebäudeebene wie verbesserte Dämmung, Einbau besser isolierender Fenster oder Austausch der Heizanlage durch energieeffizientere Technologie.  

    Vor allem aber ist dank der Skaleneffekte der Bau aufwendiger Anlagen erheblich kostengünstiger möglich, weil sich mehrere Gebäude gemeinsame Infrastruktur teilen können. Energieeffiziente Blockheizkraftwerke können damit ebenso wirtschaftlich werden wie Nutzung von Solarenergie, Klein-Windkraftanlagen oder Geothermie. Auch Elektromobilitätskonzepte, zu denen zum Beispiel das Angebot von Ladeinfrastruktur für Elektroautos oder -fahrräder gehört, lassen sich in einem Quartier erheblich leichter realisieren als in einem Einzelgebäude. Weitere Möglichkeiten betreffen gemeinsame Grünanlagen, die das Mikroklima verbessern oder Biotope für Pflanzen und Insekten beherbergen.  

    Zudem haben größere Quartiersprojekte Ausstrahlungswirkungen auf die Nachbarschaft und unter Umständen sogar darüber hinaus. Das betrifft insbesondere die soziale Komponente. So können Einrichtungen wie etwa Kindergärten oder Arztpraxen, die im Rahmen der Quartiersentwicklung mitgeplant werden, auch von Anwohnern aus dem weiteren Umkreis genutzt werden. Die Planung bezieht daher die soziale Struktur über die Grenzen des Quartiers hinaus ein und sollte in enger Abstimmung mit Kommune und Anwohnern erfolgen. Bei größeren Projekten sollte es auch eine Verkehrsplanung in Zusammenarbeit mit externen Stellen geben, die auf Fußgänger- und Fahrradfreundlichkeit und eine stärkere Nutzung von öffentlichem Personennahverkehr und Elektromobilität hinwirkt.  

    Je stärker ein Projekt auf die Nachbarschaft ausstrahlt, umso größer ist das Gewicht, das Bauherren und Eigentümer in Verhandlungen mit Kommunen und Behörden auf die Waage bringen. Das kann auch zu städtebaulichen Entscheidungen führen, die die Nachhaltigkeit und damit auch den Marktwert des Projekts steigern, etwa wenn für ein neues oder umgestaltetes Quartier eine neue Straßenbahnhaltestelle angelegt wird.  

    Gute Kontakte und Verhandlungsgewicht im Austausch mit Behörden sind auch wichtig, um bürokratische Prozesse im Sinne der Nachhaltigkeit des Projekts zu beeinflussen oder zu beschleunigen. Ein Beispiel ist der Milieuschutz, der nicht selten verhindert, dass umweltschädliche Heizungssysteme durch effizientere Technologie ersetzt werden. Behörden haben bei Genehmigungen aber einen gewissen Spielraum und werden diesen eher nutzen, wenn eine Genehmigung für ein umfangreiches Projekt großen Nutzen für den Umweltschutz bringt.  

    Mögliche Konflikte zwischen ökologischer und sozialer Nachhaltigkeit sind dabei zu berücksichtigen. So ist es denkbar, dass energetische Sanierungen die Mieten erhöhen. Dem steht eine Entlastung der Mieter bei den Nebenkosten gegenüber, was wegen der jüngst stark gestiegenen Energiekosten stärker ins Gewicht fällt. Mit staatlichen Hilfen ist es denkbar, energetische Sanierungen gesamtmietenneutral zu gestalten.  

    Der Klimaschutz ist eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit, und die Immobilienbranche hat hier eine besondere Verantwortung. Bei Quartiersprojekten haben die Akteure einen besonders starken Hebel in der Hand, schnell spürbare Wirkungen zu erzielen. 

  • SVIT Swiss Real Estate Forum 2022 – Digitalisierung, Disruption und Datenflut im Fokus 

    SVIT Swiss Real Estate Forum 2022 – Digitalisierung, Disruption und Datenflut im Fokus 

    Nach der offiziellen SVIT Delegiertenversammlung am Donnerstagvormittag referierte im Konferenzsaal des Verkehrshaus Luzern zunächst der Strategie- und Innovationsberater Maks Giordano. Er zeigte auf, was passiert und wie man reagieren kann «wenn Zukunft in exponentiellen Schritten kommt». Giordano ist überzeugt, dass nach Mobilfunk und World Wide Web unsere Industrien jetzt durch die dritte Welle der digitalen Disruption und mit deren exponentiellen Entwicklungen der Technologie, nochmals grundlegend verändert werden. «In diesen Zeiten der Hyper-Innovation und des Hyper-Wachstums ist es zwingend erforderlich, dass wir alle die notwendigen Fähigkeiten erlernen, um diesen Wandel zu bewältigen», so seine Botschaft. 

    Comedy und Politgeflüster 
    Im Anschluss bot Comedian Kaya Yanar ein «Best Of» seines bisherigen Schaffens in der Fernseh- und Komikerszene, ehe dann am Nachmittag eine erste Podiumsdiskussion anstand. SVIT Forum-Moderator Urs Gredig begrüsste die Politiker Hans Egloff (SVP, Präsident HEV Schweiz) und Michael Töngi (Grüne, Vize-Präsident des Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverbands) sowie Martin Tschirren, Direktor des BWO Bundesamts für Wohnungswesen, auf der Bühne. Sie analysierten gemeinsam die derzeitige politische und gesellschaftliche Stimmungslage hinsichtlich einer möglichen Totalrevision des Schweizer Mietrechts, das aus dem Jahr 1990 stammt. Generell halten sie angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Nationalrat nur kleinere Änderungen für möglich, auch wenn Egloff und Töngi grundlegende Modifikationen und Teilrevisionen verlangten. Bundesamtleiter Tschirren gab zu bedenken, dass in der vor uns liegenden Zeit eine Verschärfung der Wohnungsknappheit droht. Dies sei vorrangig in den Grossstädten und -zentren festzustellen. 

    Bundesrat sieht Handlungsbedarf bei Mieten 
    Am Ende des ersten Tages des SVIT Forum 2022 richtete Bundesrat Guy Parmelin, Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung und Bundespräsident im 2021, eine Grussbotschaft an die SVIT-Delegierten und -Gäste. Er betonte, die neue Bedeutung für das Wohnen als eine Folge der Corona-Pandemie. Vor allem Arbeitende in Büros hätten sich nun angesichts von Homeoffice und Videokonferenzen vom Zuhause aus vermehrt Gedanken über ihre Wohnsituation gemacht. Es gelte heute zu reagieren auf stark steigende Wohnungs- und Energiepreise. Zudem sei die Wohneigentumsquote in der Schweiz wieder im Rückwärtsgang: Während diese noch im 2015 bei 38,4 Prozent lag, habe sie im 2019 bereits nur noch 36,4 Prozent betragen, zitierte Parmelin aus den Zahlen des BFS und des Bundesamts für Wohnungswesen. Bei der Mietzinsgestaltung sieht er einen «gewissen Handlungsbedarf». Konkret wurde er bei einer allfälligen Überprüfung der Orts- und Quartiersüblichkeit. Hier werde es schon bald eine Expertengruppe geben, die sich dieses Themas annehme. Zu den jüngsten Entwicklungen auf der Zinsseite sagte Parmelin: «Die Schweizerische Nationalbank kommt zurück auf den normalen Weg.» 

    Schifffahrt und Achterbahn 
    Der erste Event-Tag wurde mit einer Schiffrundfahrt auf dem Vierwaldstättersee auf der MS Diamant abgerundet. Der zweite Tag des SVIT Forum 2022 am Freitag begann mit einem eindrücklichen Impulsreferat des früheren AMD-Chefs und heutigen Start-up-Investors Carsten Maschmeyer, der die Hohen und Tiefen seiner Wirtschaftskarriere schilderte und dem Publikum seine «Erfolgsformel durch Chancen und Krisen hindurch für ein erfülltes Leben» verriet. 

    Datenrechte digitalisierter Dienstleister 
    Die zweite Podiumsdiskussionsrunde, moderiert von «Immobilia»-Herausgeber Ivo Cathomen, beschäftigte sich mit der Zukunft der Immobiliendienstleister. Er hatte hierzu Oliver Hofmann, CEO der Wincasa AG, Béatrice Schaeppi, Chefin des gleichnamigen Familienunternehmens, sowie Severin Krebs, Geschäftsführer der Pfannenstiel Immobilien AG, auf das Podium eingeladen. Die drei Unternehmensleader schilderten, wie die Digitalisierung die Arbeit des Bewirtschafters heute in vielerlei Hinsicht beeinflusst und bestimmt. Als die wichtigsten Baustellen für Dienstleistungen in der Immobilienbranche identifizierten sie die Datenhoheit bzw. den Datenschutz sowie die Befriedigung der unterschiedlichen Kundenbedürfnisse und die Rekrutierung von Fachpersonal. 

    Das SVIT Swiss Real Estate Forum 2022 endete am Freitagmittag im Verkehrshaus Luzern mit einer Verabschiedung durch SVIT-Präsident Andreas Ingold und schliesslich mit einem Thai-Stehlunch im Foyer, während draussen ein erster grosser Gewitterschauer des Tages niederging.

  • «FRZ Flughafenregion Zürich – Der grosse Freundeskreis von mir»

    «FRZ Flughafenregion Zürich – Der grosse Freundeskreis von mir»

    Zur Person
    Christoph Lang ist seit der Gründung im Jahr 2012 Geschäftsführer des Wirtschaftsnetzwerks FRZ Flughafenregion Zürich (FRZ). Dieses umfasst aktuell über 750 Unternehmungen und 14 Städte und Gemeinden. Der Jurist sowie Standort- und Wirtschaftsförderer par excellence hält die FRZ auf Expansionskurs – in der Region und darüber hinaus. Der 68-Jährige ist zudem Gemeinderat in Rickenbach im Kanton Zürich und dort zuständig für die Bereiche Finanzen, Sicherheit und Verkehr.

    Herr Lang, wie hat sich das Wirtschaftsnetzwerk FRZ Flughafenregion Zürich (FRZ) im Laufe der vergangenen Zeit entwickelt?
    Die Flughafenregion hat sich sehr gut entwickelt. Zu Beginn, im Jahr 2012, hatten wir 49 Mitglieder. Inzwischen hat sich diese Zahl weit mehr als verzehnfacht. Wir zählen über 750 Unternehmungen. Was mich ganz besonders freut: Wir konnten in der Zwischenzeit von 8 auf 14 Städte und Gemeinden wachsen. Zuletzt schlossen sich die Gemeinden Volketswil und Bachenbülach an. Die Städte und Gemeinden erkennen, dass wir nur gemeinsam stark sind und die Region dadurch bekannter wird. Sie wird attraktiver sowohl für Firmenansiedlungen als auch für neue Einwohnerinnen und Einwohner. Das sieht man beispielhaft an Bülach. Die Stadt ist in den letzten 15 Jahren von rund 14.000 auf 23.000 Einwohner gewachsen ist. Dank der Überbauung Bülach Nord mit dem Glasi Areal wird die Einwohnerzahl bald gegen 30’000 steigen.

    Was sind die Vorteile der FRZ?
    Die Firmenmitglieder haben realisiert, dass sie durch die vielen FRZ-Veranstaltungen viel Wissen und wichtigen Information erhalten. Vor allem der jährliche Immobilien-Summit erfreut sich grosser Beliebtheit und ist immer ein hochkarätiger und spannender Anlass. Die NZZ hielt fest, dass sich der Immobilien-Summit zu einem der wichtigsten Immobilien-Anlässe der Schweiz positioniert hätte. Die weiteren Networking Events tragen ebenfalls dazu bei, dass es einerseits viele Neuansiedlungen gibt und andererseits untereinander gut kooperiert und gewirtschaftet wird. Ein schönes Beispiel ist der Vermarktungserfolg des Milliardenprojekts The Circle am Airport Zurich, wo inzwischen über 85 Prozent der Flächen vermarktet werden konnten – und dies trotz Corona-Pandemie. Das ist ein Trend, den man vor zwei, drei Jahren nicht erwartet hat. Gemäss neuesten Informationen des Circle steht man mit neuen Interessenten in Kontakt. Wir haben zwar generell immer noch rund zehn Prozent Büroleerstände in der Region. Dennoch zeigen uns die Vermietungen, wie attraktiv dieser Raum ist. Das ist übrigens weltweit ähnlich in den Flughafenregionen: die Menschen wollen dort wohnen und arbeiten. Die Erreichbarkeit ist immer noch das A und O.

    Wie sieht Ihre Definition der Flughafenregion Zürich heute aus?
    Das ist die Region mit rund 20 Städten und Gemeinden rund um den Flughafen Zürich. Die Flughafenregion Zürich im weiteren Sinne erstreckt sich jedoch bis zum Rhein, bis in die Nähe von Winterthur und Uster. Eigentlich gehört das Zürcher Oberland, das Furttal und das Limmattal ebenso dazu. Man kann es auch so sehen: Die Flughafenregion ist überall dort, wo die Menschen dem Fluglärm ausgesetzt sind, dann sind der Kanton Thurgau und die Innerschweiz Teil davon. Der Flugverkehr bringt eine gewisse Lärmbelastung mit sich – allerdings ebenso Arbeitsplätze und weitere Vorteile. In der Zukunft – vielleicht schon in 20 Jahren – werden die Flugzeuge deutlich leiser sein. Dann wird Fluglärm kein Thema mehr sein. Davon bin ich fest überzeugt.

    Wie geht es dem Flughafen momentan und wie sind die weiteren Geschäftsaussichten?
    Der Flughafen hat aufgrund der Corona- Pandemie zwei schwierige Jahre hinter sich. Wir hatten allerdings bereits im Herbst 2021 an gewissen Tagen gute Zahlen. Im Oktober gab es beispielsweise bei Edelweiss Air eine Auslastung von 90 Prozent. Die Reiselust steigt. Ich rechne damit, dass die durchschnittliche Auslastung in diesem Jahr bei über 70 Prozent liegen wird. Dies ist selbstverständlich abhängig von anderen Regionen, ob und wie stark die bisherigen Reise-Restriktionen gelockert werden aufgrund der Entwicklung der Gesundheits- und Sicherheits-Situation. Ich bin zuversichtlich, dass im Jahr 2024 das Passagieraufkommen wieder das Vor-Corona-Niveau erreichen wird. Der Flughafen investiert sehr viel in seine Entwicklung, bis eine Million Franken pro Tag. Davon profitiert die gesamte Region. Viele Firmen aus der Flughafenregion haben am Bau des Circle mitgearbeitet.

    Und wie sieht es da mit den Nachhaltigkeitsaspekten aus?
    Ich hoffe, dass der Pfad der Nachhaltigkeit konsequent weiterverfolgt wird. Mit effizienteren Flugzeugen und alternativen Treibstoffen ist das möglich. Dabei ist mir sehr wichtig, dass wir als Netzwerk, als Region und als Gesellschaft unseren Beitrag zum Erreichen der globalen Klimaziele leisten.

    Welche Ziele verfolgt die FRZ mit der Strategie 2022-2025?
    Innerhalb dieser Strategie ist die Informations- und Kommunikations-Technologie (ICT) sehr wichtig. Wir haben beispielsweise HP, Isolutions, Microsoft und SAP in der Region. Google hat in Zürich den grössten Standort ausserhalb der Vereinigten Staaten. Es werden viele Rechenzentren in der Flughafenregion gebaut, fast schon so viele wie Einfamilienhäuser. Meine Vision ist, dass die Flughafenregion ein weltweiter ICT-Hub wird.

    Sie haben im Februar 2022 via ZKB ein sogenanntes «Tracker-Zertifikat» der Flughafenregion Zürich lanciert. Warum?
    Hier stecken mehrere Gedanken dahinter. Die Flughafenregion verfügt über viele gute und attraktive Firmen, deshalb macht die Emission eines solches Finanzprodukts Sinn. Wenn man 15 bis 20 dieser erfolgreichen Unternehmen selektioniert, ergibt dies ein sehr interessantes Wachstumsprofil. Die im Finanzprodukt enthaltenen Unternehmen wachsen und performen überdurchschnittlich. Im Weiteren geht es um Werbung für die Flughafenregion Zürich. Wir sind der einzige Standort- und Wirtschaftsförderer in der Schweiz, der eine solche Initiative lanciert hat. Aus diesen Gründen haben wir diesen Schritt zusammen mit der Zürcher Kantonalbank gewagt. Jetzt gibt es natürlich wirtschaftlich eine gewisse Unsicherheit wegen der Unruhe in der Ukraine. Doch wenn die Märkte sich wieder beruhigt haben, werden auch die Firmen im ZKB-Tracker-Zertifikat Aufwärtstendenzen zeigen.

    Die FRZ feiert 2022 ihr Zehn-Jahres- Jubiläum (…)
    (…) Wir sind sehr stolz, dass wir dieses Jubiläum mit unseren über 750 Mitgliedern und den Stadt- und Gemeindevertretern feiern können. Wir werden etwas Spezielles anlässlich des Wirtschaftsforums organisieren, das wieder im Zelt von Salto Natale stattfinden wird. Als Keynote-Speaker haben wir Roland Brack gewinnen können, ein sehr erfolgreicher Guru im Online-Handel. Gian-Luca Bona, langjähriger CEO der Empa wird uns als zweiter Keynote Speaker beehren.

    Wo steht die FRZ in zehn Jahren?
    Wir werden nach wie vor das persönlichste und digitalste Netzwerk der Schweiz sein. Wir wollen weiter den Standort erfolgreich entwickeln, dass er Anziehungskraft für Firmen und Menschen besitzt. Sollte ich mal nicht mehr aktuelle Position innehalten, werde ich ganz sicher gerne möglichst viele FRZ-Anlässe besuchen. FRZ Flughafenregion Zürich – das ist der grosse Freundeskreis von mir. Wir wollen die bereits angesprochene Strategie 2022-2025 erfolgreich umsetzen und natürlich auch mit der FRZ wachsen. Etwa im Bereich Sponsoring, in dem wir momentan rund eine halbe Million Franken pro Jahr einnehmen. Mein Ziel für 2025 ist, in diesem Segment die Millionengrenze zu erreichen und dann total mit der FRZ zwischen drei und fünf Millionen Umsatz erzielen. Aktuell setzen wir über zwei Millionen Franken um.

    Wo sehen Sie noch Platz für weitere Immobilienprojekte?
    Da gibt es noch eine Vielzahl an Möglichkeiten. Ich denke da an Bachenbülach oder an das Glasi-Areal in Bülach sowie an die Städte und Gemeinden östlich der Flughafenregion. Es gibt 15 bis 20 grosse Bauprojekte in der Region mit einem Bauvolumen von über 100 Millionen Franken. Alles was von der Bauzone her möglich ist, wird in der Gegend überbaut. Wir haben in der Schweiz ein jährliches Bevölkerungswachstum von 40.000 bis 50.000. In wenigen Jahren wird die Schweiz zehn Millionen Einwohner zählen. Viele davon wollen in einer Gegend leben, welche gut erreichbar ist. Das ist vor allem für jüngere Mitarbeitende sehr wichtig. Der Druck auf die Ballungszentren bleibt unverändert bestehen, das ist deutlich feststellbar. Hier müssen in der Schweiz Überlegungen angestellt werden: Was machen wir mit den Randregionen? Wichtig ist für mich, dass die Infrastrukturen in Randregionen erhalten bleiben und nicht von der Abwanderung bedroht werden. Eine Initiative von mir wäre eine engere Zusammenarbeit via Organisation miaEngiadina mit der Region Unterengadin. Diese ist sehr stark im digitalen Bereich unterwegs. Das ist eine attraktive Gegend zum Arbeiten und vielleicht ist das auch eine Chance, dass sich verstärkt Firmen in dieser einzigartigen Region der Schweiz ansiedeln.

    Vielen Dank, Herr Lang, für das interessante Gespräch.

  • «Die Immobilienbranche hat die besten Jahre der Digitalisierung noch vor sich»

    «Die Immobilienbranche hat die besten Jahre der Digitalisierung noch vor sich»

    Zur Person
    Giuseppe Giglio verantwortet als Chief Digital Officer der Steiner AG die digitale Transformation und die Entwicklung neuer digitaler Produkte. Zuvor war er bei der Swisscom verantwortlich für die Digitalisierung der Vertriebskanäle und den Aufbau von Supportplattformen für den Privatkundenbereich.

    Herr Giglio, was ist Ihre Aufgabe bei der Steiner AG?
    Ich bin gemeinsam mit meinem Team von rund 25 Personen für die digitale Unternehmensentwicklung zuständig. Unser Ziel: das Unternehmen technologisch fit zu halten und erfolgreich in neuen digitalen Märkten zu etablieren. Dafür hat die Steiner AG vor einem Jahr die Kompetenzen für den digitalen Bereich gebündelt und mir die Verantwortung übertragen.

    Sie waren zuvor ausserhalb der Immobilienbranche tätig. Wo steht aus Ihrer Sicht die Digitalisierung im Immobilienbereich im Vergleich zu anderen Branchen?
    Andere Branchen konnten früher von den Vorteilen der Digitalisierung profitieren. Der Immobilienbereich steht noch am Anfang dieser Reise. In den vielen Gesprächen, die ich mit unterschiedlichen Unternehmen aus unserer Branche führen durfte, spüre ich aber eine grosse Veränderungsbereitschaft. Es herrscht eine Art Aufbruchstimmung. Der Immobilienbereich hat die besten Jahre der Digitalisierung noch vor sich. Dieser Umstand war es auch, der mich persönlich zum Wechsel bewogen hat.

    Wurde diese Aufbruchstimmung durch die Coronapandemie beflügelt?
    Die Pandemie hat sicher einen gewissen Druck auf das Vorantreiben digitaler Themen ausgeübt. Ich glaube aber, dass die Immobilienbranche selbst ohne Corona an diesem Punkt stehen würde. Unternehmen wollen den Anschluss nicht verpassen und wettbewerbsfähig bleiben.

    Wo hat die Steiner AG punkto Digitalisierung die Nase vorn?
    Das Unternehmen konnte sich nicht zuletzt wegen seiner modernen IT-Infrastruktur sehr rasch an die neuen Marktbedingungen der letzten zwei Jahre anpassen. So konnten wir zum Beispiel problemlos von jetzt auf gleich die Belegschaft von den Büros ins Homeoffice schicken und den operativen Betrieb jederzeit sicherstellen. Wir sind erfolgreicher und stärker aus der Pandemie herausgekommen. Auch hat die Steiner AG schon sehr früh bei ihren Eigenentwicklungen konsequent auf BIM gesetzt. Heute können wir auf über zehn Jahre Erfahrung in dieser Technologie zurückgreifen und kennen alle Tricks und Stolperfallen.

    Welche Digitalisierungsthemen werden aktuell besonderes nachgefragt?
    Die Energie- und Klimaziele 2030 fordern die Branche entlang der ganzen Wertschöpfungskette. Insofern werden Themen zur Transparenz bezüglich Umweltkennzahlen stark nachgefragt. Daneben fassen Online-Kollaborationsplattformen – die in anderen Branchen bereits zum Standard gehören – allmählich auch in der Immobilienindustrie Fuss.

    Wie stark hat sich BIM heute bereits durchgesetzt?
    Wir stellen fest, dass BIM oder Teile von BIM bei grösseren Projekten sehr häufig zur Anwendung kommen. Bei Renovationen beziehungsweise Bestandesbauten registrieren wir in den letzten Monaten ebenfalls eine hohe Nachfrage. Bei kleineren Projekten oder auch explizit im Bereich des Gebäudebetriebs haben wir Aufholbedarf. Die Digitalisierung ist stets mit Prozessveränderungen und Investitionen verbunden – viele Firmen sind hier noch vorsichtig. Wir müssen den Entscheidungsträgern die Vorteile von BIM aufzeigen und Beweise erbringen.

    Welche Vorteile bringt BIM?
    BIM schafft die Grundlage für echte Vernetzung von Immobilienprojekten. Konsequent und durchgängig angewendet, lassen sich in einer frühen Phase Planungsfehler vermeiden – und es kann schneller und dadurch günstiger auf neue Rahmenbedingungen reagiert werden. Digitales Planen ermöglicht zudem ein effizientes Betreiben. Die Vorteile für den Gebäudebetrieb sind exponentiell grösser.

    « Künstliche Intelligenz ist bereits heute nicht mehr wegzudenken »

    Können Sie ein Beispiel für Smart Home nennen?
    Bekannteste Beispiele sind die intelligente Steuerung der Gebäudetechnik wie Licht, Heizung und Sicherheitslösungen, etwa Türschlösser oder Alarmanlagen. Solche Lösungen sind mittlerweile weit verbreitet.

    Was sind die Vorteile von Smart Home?
    Man spricht heute von «Ambient Assisted Living». Smarte Technologie im Wohnbereich erlauben es beispielsweise älteren Menschen auch bei gesundheitlichen Einschränkungen länger in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus zu verbleiben und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. So beispielsweise mit Hilfe von Sensoren, die registrieren, wenn jemand umfällt und direkt einen Alarm auslösen. Es gibt auch die Möglichkeit, Licht/Storen etc. barrierefrei über die Sprache und nicht über komplizierte Bedienelemente zu steuern. Diese Thematik birgt nicht zuletzt auch auf Investorenseite viel Potenzial.

    Welches genau?
    Ein smartes Zuhause kann den Verbrauch der Haushalttechnik wie Heizung oder Kühlung messen und steuern, was zu einer Reduzierung des Stromverbrauchs führt. Dies resultiert in tieferen Betriebskosten.

    Wie und wo setzt man Zukunftstechnologien wie Augmented Reality (AR), Virtual Reality (VR), Artificial Intelligence (AI) schon heute ein?
    AR und VR sind derzeit noch Nischenthemen, die oft als Marketinginstrumente zum Einsatz kommen. Sie eignen sich hervorragend zur Visualisierung von Visionen und sind Nährboden für Inspiration.

    AI hingegen ist bereits öfters Realität als man denkt: Beispielsweise bei der Kostenermittlung oder Erkennung von Anomalien im Gebäudebetrieb. Da diese Abläufe meist im Hintergrund ausgeführt werden, bemerkt der Anwender oftmals nicht, dass eine künstliche Intelligenz oder ein Algorithmus im Spiel ist. Wenn man heute digital plant und baut, ist Künstliche Intelligenz nicht mehr wegzudenken.

    Was ist nötig, damit AR und VR ebenfalls alltagstauglich werden?
    Wir müssen Projekte mit einem «Digital-First-Mindset» anpacken. Je früher ein Projekt digital angegangen wird, desto profitabler wird es in der Gesamtbetrachtung. Wir brauchen noch mehr Praxisbeispiele, die aufzeigen, dass Projekte mit einer solchen Denkweise erfolgreicher werden. Gerade VR ist in einer frühen Phase hilfreich, um die Zusammenarbeit zu verbessern und um erfolgskritische Entscheide rasch herbeizuführen. Ich bin überzeugt, dass sich AR und VR im Immobilienbereich in den nächsten fünf Jahren durchsetzen werden.

    Welche Digitalisierungslösungen werden von Partnern und Subunternehmern der Steiner AG am meisten nachgefragt?
    Viele Unternehmen stehen noch am Anfang ihrer Digitalisierungsreise. Deshalb sind Schulungen, BIM-Management sowie die Bestandsaufnahmen von Immobilien für die digitale Inventarisierung des Immobilienportfolios zurzeit besonders gefragt.

    Wie verändert die Digitalisierung die Branche Ihrer Meinung nach in den nächsten fünf Jahren?
    Ich glaube, dass die Digitalisierung uns alle näher zusammenbringt. Bauherrschaft, Öffentlichkeit sowie Unternehmen arbeiten und tauschen sich auf der gleichen Plattform aus und gestalten das Projekt aktiv mit. Dies führt zu einer Demokratisierung von Immobilienprojekten, was wiederum zu erfolgreicheren und nachhaltigeren Ergebnissen führt.

  • «Planerische Rahmenbedingungen mit Weitsicht setzen»

    «Planerische Rahmenbedingungen mit Weitsicht setzen»

    Zur Person
    Balz Halter ist Hauptaktionär und Verwaltungsratspräsident der Halter AG. Die Unternehmensgruppe der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft beschäftigt rund 320 Mitarbeitende an den Standorten Schlieren, Bern, Basel, Luzern, Lausanne, Genf und St. Gallen. Der Ingenieur ETH und Jurist ist bekannt für Unternehmergeist und Innovationskraft. So hat sein Unternehmen «The Branch», ein Do-Tank und eine Kollaborationsplattform für eine innovative und integrierte Immobilienwelt, initiiert.

    Herr Halter, Ihr Unternehmen ist seit über 100 Jahren am Markt tätig. Was hat sich seither in der Stadtplanung verändert und was ist gleichgeblieben?
    Unverändert ist sicher immer noch die Anziehungskraft von Wirtschaftsmetropolen wie Zürich. Den Drang in die Stadt gab es schon vor 100 Jahren und er ist heute nicht geringer, wahrscheinlich sogar grösser. Es ist immer noch der gleiche Kampf um günstigen Wohnraum. Das wird ein ewiges Thema in allen Städten bleiben. Anders als damals macht man sich heute kaum Gedanken zu einer übergeordneten Stadtplanung und der Frage, wie sich Stadt über ihre politischen Grenzen hinaus entwickeln soll. Mit Aufkommen des Individualverkehrs und Ausbau der S-Bahnen wurde primär in Infrastrukturen gedacht und geplant. Entstanden ist die konturlose Agglomeration, die weder Dorf noch Stadt ist und ihre Identität sucht. Den Herausforderungen des Wachstums und die damit verbundene Not an zahlbaren Wohnraum begegneten unsere Ahnen vor 100 Jahren mit dem internationalen Städtebauwettbewerb Gross-Zürich, der sich weit über die damaligen Stadtgrenzen Zürichs erstreckte. Es wäre höchste Zeit, wieder einen derartigen Wettbewerb angepasst auf die aktuellen Anforderungen und Herausforderungen zu veranstalten.

    Gibt es hier vielleicht einen Wechsel durch die aufkommende Elektromobilität?
    Wir wissen, dass sich etwas verändern wird, aber wir sehen noch zu wenig klar, was da auf uns zukommt. Wie und wann sich Konzepte des Selbstfahrens, motorisierter Individualverkehr im Sharing-Modell kommen wird, wissen wir noch nicht. Wie dieser im Zusammenspiel mit öffentlichen Verkehrsträgern wie Tram, Bus und Bahn funktionieren oder diese sogar teilweise ersetzen werden, können wir noch nicht abschätzen. Es ist jedenfalls anzunehmen, dass diese Entwicklungen Auswirkungen auf die Stadtplanung haben werden, insbesondere auf den öffentlichen Raum. Möglicherweise werden weniger Parkplätze als Umschlagplätze gefragt sein.

    Im Wandel der Mobilität, von der Pferdekutsche bis zum Automobil und vielleicht sogar bis zur künftigen Drohne als individuelles Verkehrsmittel, muss man wie früher auch schon die Strukturen grosszügig planen, dann kann sich Vieles ergeben. Wir sehen gerade vor der Tür in Schlieren mit der Limmattalbahn oder auch im Glatttal die Wiedergeburt der Strassenbahn. Das ist möglich, wenn öffentliche Räume zur Verfügung stehen. Deshalb wäre es falsch, grundsätzlich von einem Paradigmenwechsel auszugehen.

    Faktor Flugzeug und Flughafen – wie strahlt das auf die Region Zürich und die Immobilienprojekte aus?
    Der Flughafen ist ein Treiber für Arbeitsplätze, Wohlstand und Prosperität. Wir verdanken wohl dem Airport Zürich auch, dass Zürich die Wirtschaftsmetropole in der Schweiz ist. Es war damals ein strategischer Entscheid, den Landesflughafen im Gebiet des damaligen Waffenplatzes Kloten-Bülach anzusiedeln. Davon profitieren wir alle heute in hohem Mass. Wir müssen diesen Vorteil weiter nutzen und dem Flughafen mit seiner Hub-Funktion Sorge tragen, so dass er direkte Verbindungen in alle Welt auch nach Corona bieten wird. Das Reisen wird wieder zunehmen, wenn auch nicht in dem rasanten Tempo, wie wir es zuvor erlebt haben. Der Flughafen Zürich hat eine enorm grosse Bedeutung und ich hoffe, dass das auch so bleibt.

    Braucht es einen Flughafenausbau, und falls ja, wie und wann?
    Im Wettbewerb der Volkswirtschaften ist die Schweiz als Binnenland und Exportnation auf diese Stärke angewiesen. Wir müssen den Flughafen als langfristiges Projekt verstehen, dass sich wandelnden Bedürfnissen anpassen kann und muss. Deshalb müssen wir planerisch und regulatorisch die Basis schaffen, dass ein weiterer Ausbau möglich bleiben wird. Ob das dann wirklich geschieht, steht auf einem anderen Blatt. Das können und müssen wir nicht heute oder morgen entscheiden. Aber die Rahmenbedingungen müssen mit Weitsicht gesetzt werden.

    Im Moment sind Lärm und Nachhaltigkeit sowie fossile Brennstoffe grosse Themen. Dank Fortschritt bei neuen Antriebsmodellen und bei der Energiegewinnung wird es auch in der Flugindustrie zu Veränderungen kommen. Es wird andere Kraftstoffe geben, die nachhaltiger sind. Die Lärmbelastung durch den Luftverkehr wird von Jahr zu Jahr weiter sinken. Auch deshalb können und sollten wir Weichen stellen, um einen Airport-Ausbau zu ermöglichen und Wachstum zuzulassen.

    In der Flughafenregion sind Sie zuhause und haben bereits eine Vielzahl an Projektentwicklungen mit Ihrer AG realisiert. Die jüngste in dieser Reihe ist eine Neuüberbauung in Wetzikon in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof. Was ist hier der aktuelle Stand und was entsteht dort genau?
    Das Zentrum Metropol, so der Name des Projektes, ist in meinen Augen ein wegweisendes Vorhaben, das als Modell für Zentrumsüberbauungen in Subzentren dienen könnte. Aus der Sicht des Stadtentwicklers ist es deshalb spannend, weil wir es mit der Um- und Neunutzung eines Einkaufszentrums zu tun haben. Shoppingcenter kennt man aus den 1960er und 1970er Jahren und mit dem Projekt Metropol erfolgt in Wetzikon eine Neuinterpretation dieses Modells. Geplant ist ein neuartiges Einkaufskonzept, das auch nach aussen strahlt. Wir bauen einen Stadtbaustein, der die verschiedenen öffentlichen Räume vernetzt und das Leben dort unterstützt. Wir interpretieren Stadt quasi neu. Es wird nicht mehr ein in sich geschlossenes System sein, sondern ein offener, zugänglicher und vielfältiger Ort für alle. Die Nutzungen werden gemischt sein: neben Retail- entstehen Dienstleistungsflächen, Wohnungen sowie Angebote für Coworking und neue Formen des Zusammenarbeitens. Wir streben einen guten Mix an, so dass der Ort lebt, nicht nur zu Büro- oder Geschäftszeiten. Wetzikon soll an Attraktivität gewinnen, gegenüber den grossen Zentren Zürich und Winterthur, so dass die Leute in ihrer Stadt bleiben.

    Stichwort «Digitales Planen und Bauen»: Mit Raumgleiter besitzt Halter hier eine wegweisende und innovative Schwestergesellschaft. Was wird heutzutage noch analog gemacht und was bereits alles digital?
    Raumgleiter ist ein Pionier im Bereich Virtualisierung, digitaler Planungs- und Bauprozesse auf der Basis von 3D-Modellen, respektive des digitalen Zwillings eines Gebäudes. An diesen Themen arbeiten wir bei Raumgleiter, aber eigentlich in allen Unternehmen unserer Gruppe. Doch: Immobilien sind und bleiben real. Deshalb ist deren Realisierung und auch vieles im Betrieb analog und wird es auch in Zukunft bleiben. Die Digitalisierung hilft uns jedoch, die heute sehr komplexen, hoch fragmentierten Bau- und Betriebsprozesse neu zu gestalten. Das Ziel muss sein, dass Gebäude effizienter und nachhaltiger erstellt und betrieben werden können, in hoher Qualität und ausgerichtet auf die tatsächlichen Bedürfnisse ihrer Nutzer. Wir stehen noch am Anfang: die Digitalisierung bietet unserer Industrie jedoch ein enormes Potenzial.

    Welche Rolle spielt dabei der von Ihnen mitinitiierte Do-Tank «The Branch»?
    Im Branch kommen viele verschiedene Beteiligte aus der Bau- und Immobilienwirtschaft zusammen: Unternehmer, Dienstleister, Bauherren, Investoren und finanzierende Institute. Wir als Halter-Gruppe sind auf Planer und Unternehmer angewiesen, wenn es um die Entwicklung und Realisierung von Gebäuden geht. Deshalb müssen wir Partner haben, die denken wie wir und die bereit sind, neue Prozesse, Produkte und Tools zu entwickeln und auszuprobieren. Deshalb laden wir Gleichgesinnte aus der Branche ein, auf unserem Weg in die Digitalisierung mitzumachen und durch innovative Konzepte neue Geschäftsmodelle, Berufsbilder und Plattformen zu schaffen und zu gestalten. Wir sind ein Do-Tank. Es geht nicht nur darum nachzudenken, sondern konkret zu handeln. Das können gemeinsame Pilotprojekte sein oder sogar gemeinsame Unternehmungen. Diese Initiative ist auf sehr offene Ohren gestossen. Wir haben enormen Zulauf von Bauunternehmern, Zulieferern, institutionellen und privaten Investoren und Planern. Wir sind auf einem sehr guten Weg, ein neues Verständnis und neue Denkmodelle in unsere Industrie hineinzubringen. Ziel ist es, über die Innovation hinaus unsere Wirkung zu verbessern, insbesondere auch bezüglich Nachhaltigkeitsaspekten und einer zirkulären Wirtschaft.

    Vieles in der Digitalisierung hängt scheinbar von gemeinsamen Standards ab. Sollten diese national oder besser international sein?
    Ich glaube, man überschätzt die Möglichkeiten einer Standardisierung, eines technokratischen Ansatzes in einer Zeit der sich rasch wandelnden technischen Möglichkeiten. Es ist verführerisch zu sagen, wir handeln alle gleich und wir denken alle gleich. Aber die Bauindustrie ist extrem regional und wenn man diese international und global betrachtet, findet man so viele unterschiedliche Kulturen, Usancen, aber auch Normen und Standards. Man kann sehr viel Energien verschwenden, wenn man versucht, den einen gemeinsamen Standard zu bauen. Man muss sich vielmehr an der Denkweise der Softwareindustrie orientieren. Dort ist nicht die Frage, ob alles nach dem gleichen Modell funktioniert, sondern wie kann man das «Handover» zwischen den verschiedenen Lösungen mit den richtigen Programmierschnitt- stellen hinbekommen. Am Ende werden sich aus diesen technischen Innovationen auch gewisse Industriestandards formieren. Diese sind dann nicht kraft Definition entstanden, sondern aus Bewährtem im Arbeitsalltag.

    Wie schaut Raumplanung und Stadtentwicklung in 20, 50 oder gar 100 Jahren dann aus?
    Ich bin kein «Digital Native» und keiner, der sich in den «Metaverses» herumtreibt. Aber auch zukünftige Generationen werden reale Geschöpfe bleiben und in der analogen Welt leben. Daran wird sich nichts ändern. Deshalb lohnt sich ein Blick zurück und zu schauen, wie Städte vor 100 Jahren gebaut wurden. Sie sind damals menschengerecht geplant und realisiert worden. Wir leben noch heute in diesen Städten und schätzen gerade diese bewährten Stadtstrukturen und Quartiere sehr. Natürlich verändern sich Möglichkeiten und Bedürfnisse. Die Grundstrukturen funktionieren aber noch, die wesentlichen Elemente, die Stadt ausmachen, bleiben die gleichen. Das ist vor allem am öffentlichen Raum abzulesen, den man früher mit Grosszügigkeit und Weitsichtigkeit, aber auch zuweilen mit einer gewissen ‘Verengtheit’ geplant hat. Das sind heute spezifische Qualitäten, die wir sehr schätzen.

    Wenn man Bilder vom Zürcher Bellevue vor 100 Jahren anschaut: Das war ein riesiger Platz, wo nicht viel passierte. Irgendwann kam das Tram, die Pferdekutschen verschwanden und dann sind die Autos, Zweiräder und Busse dazugekommen. Das konnte alles aufgenommen werden und funktionierte. Man muss offen sein für künftige neue Bedürfnisse und auch neue technologische Möglichkeiten. Grosszügige öffentliche Räumen schaffen Identität, Flexibilität und die Chance neue Entwicklungen zuzulassen. Das ist eine Qualität, die auch den Menschen gerecht wird und die die Attraktivität der Stadt ausmacht. Wenn wir an den bewährten Grundelementen weiterarbeiten, wird die Stadt in 100 Jahren zwar grösser und vielzähliger, aber nicht deutlich anders ausschauen. Gewisse Flächen und Räume werden anders bespielt werden als heute. Aber die Anziehungskraft von Städten wird bleiben.

  • So sieht Bürogestaltung heute aus

    So sieht Bürogestaltung heute aus

    Wie und wo arbeiten wir am liebsten beziehungsweise am besten? Das ist die Frage, die Arbeitnehmende beschäftigt. Und die Herausforderung, mit der sich Unternehmen auseinandersetzen.

    Der Wandel von der Präsenzkultur in hierarchischen Strukturen zur Vertrauens- und Leistungskultur in Netzwerken schreitet voran. Wir sind immer mehr gewohnt, uns ungebunden von Ort und Zeit für die gemeinsamen Unternehmensziele zu engagieren. Besonders der unfreiwillige Massentest Homeoffice hat gezeigt, wie sich die Definition des Arbeitsplatzes nachhaltig verändert. Unternehmen reaktivieren ihre Büros und fragen sich: Sind unsere Arbeitsräume noch zeitgemäss? Es liegt auf der Hand: Das Büro mit Zukunftsaussichten geht über die Mauern der Firmenzentrale hinaus. Es entsteht eine neue Gestaltungsnormalität, die eine hybride Nutzung unterstützt und das Büro als Teil eines Ökosystems betrachtet.

    Wie sieht Bürogestaltung Heute aus?

    Auf den Standort kommt es an
    Neben den Räumlichkeiten ist der Standort entscheidend dafür, wie sehr wir motiviert sind, ins Büro zu pendeln. Mitarbeitende erwarten eine gute Erreichbarkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und vor Ort beste Verpflegungs- und Einkaufsmöglichkeiten.

    Ein Hoch auf Vielfalt und Wahlfreiheit
    Als attraktives Büro gilt eine Arbeitsumgebung, in der sich Mitarbeitende jeweils die Zone aussuchen können, die am besten zur aktuellen Tätigkeit passt. Also ein Mix aus Projekt-, Kreativ-, Besprechungs- und Fokusräumen sowie loungeartigen Begegnungszonen. Und nicht zu vergessen: der Arbeitsplatz mit dem höhenverstellbaren Schreibtisch für fokussierte Einzelarbeit. Alternativen wie Homeoffice, Coworking Space oder Kaffeehaus erweitern das Arbeitsangebot ausserhalb des Büros.

    Das Quartier ist unser Revier
    Sogenannte Home Bases oder Hubs schaffen Orientierung im Büro. Es sind Quartiere, in denen Teams zusammenkommen. Förderlich für den gegenseitigen Austausch sind zudem Rituale: zum Beispiel der fixe Bürotag, das Teamfrühstück oder das gemeinsame Mittagessenkochen. Entscheidend dafür, dass sich soziale Aktivitäten unter Mitarbeitenden etablieren, ist die Büroraumgestaltung.

    Bitte nicht stören!
    Online-Meetings bleiben auch in Zukunft fester Bestandteil des Arbeitsalltags. Klar ist es störend, wenn jede und jeder die Calls im offenen Teambüro durchführt. Die Lösung? Rückzugsmöglichkeiten in Form von «Telefonkabinen» mit guter Akustik, Belüftung und Beleuchtung. Grössere Kabinen sind perfekt für das Vieraugengespräch oder als temporäres Einzelbüro.

    Akustisch optimierter Arbeitsplatz für kollaborative Teamarbeit.

    Am liebsten hybrid
    Zoom & Co. für digitale Besprechungen machen den Anfahrtsweg überflüssig. Gleichzeitig schätzen wir auch physische Begegnungen. Es ist nicht die Frage, ob die Zusammenarbeit hybrid stattfindet, sondern vielmehr wie sehr. Der Schlüssel liegt in der räumlichen Integration und intuitiven Bedienung der Technologie.

    Das Büro als Wohlfühlort
    Wie ein Raum gestaltet ist, beeinflusst nachweisbar das Engagement, die empfundene Wertschätzung sowie die Zufriedenheit. Besonders wichtig ist die Akustik: In Sitzungs- und Kommunikationsräumen sollte die Sprachverständlichkeit hoch sein, in offenen Räumen hingegen sollte es möglichst ruhig sein. Für eine angenehme Arbeitsatmosphäre sorgen zudem eine gezielt eingesetzte Beleuchtung sowie Pflanzen.

    Büro? Ja, natürlich!
    Je natürlicher die Umgebung, desto wohler fühlen wir uns. Natürlichkeit lässt sich mit Möbel und Dekoration auch im Büro erreichen. Auf den ersten Blick nicht sichtbar hingegen ist die Nachhaltigkeit der eingesetzten Materialien. Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft, Stoffe aus rezyklierten Materialien oder wiederaufgefrischte Möbel verleihen dem Büro zusätzliche innere Werte.

    Raum für zufällige Begegnungen und Gespräche.

    Nutzen Sie die Chance, mit der physischen Arbeitsumgebung die Identität und die Kultur Ihres Unternehmens zu prägen. Zeigen Sie Ihren Mitarbeitenden, warum es sich lohnt, auch in Zukunft wieder ins Büro zu kommen.

    Zur Person
    Oliver Hauri ist der Vice President von Central & Eastern Europe und Managing Director bei der Haworth Schweiz AG.

    In seiner Rolle ist er verantwortlich für die Führung und das Wachstum von Haworth in Zentral- und Osteuropa. Das Familienunternehmen zählt zu den weltweit führenden Lösungsanbietern für die Ausstattung inspirierender Lern- und Arbeitswelten.

    haworth.com

  • «Eine Generalisten-Ausbildung eignet sich gut für den Beruf als Standortförderer»

    «Eine Generalisten-Ausbildung eignet sich gut für den Beruf als Standortförderer»

    Standortförderer pflegen ein Netzwerk, das von Unternehmen über Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Fachorganisationen und öffentlichen Institutionen bis hin zu kreativen Persönlichkeiten reicht. Sie bewerben zum einen den Standort durch Imagekampagnen, Messeauftritte wie auch durch den persönlichen Kontakt zu Investoren. Zum anderen setzen sie sich für Innovationen ein, begleiten Firmenansiedlungen, unterstützen KMUs und Startups und fördern damit die kontinuierliche Weiterentwicklung, die Branchenvielfalt sowie die Innovationskraft eines Wirtschaftsstandortes.

    In der Schweiz üben etwa 300 Personen die Tätigkeit des Standortförderers aus. Derzeit gibt es keinen anerkannten Berufsabschluss und auch keine einheitliche Ausbildung. Die Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement (SVSM) ist dabei, das Berufsbild zu definieren und die Ausbildung zu koordinieren und zu vereinheitlichen. Dabei setzt sie auf die Zusammenarbeit mit Universitäten, Fachhochschulen und Beratungsfirmen.

    Immo!nvest hat mit zwei erfahrenen Berufsträgern gesprochen, um zu erfahren, welche Talente und Eigenschaften für den Beruf des Standortförderers von Vorteil sind, wo die Herausforderungen liegen und was sie Berufseinsteigern raten.

    Zur Person
    Albert Schweizer ist seit 1998 Leiter Immobilien Stadt Schlieren und seit 1999 auch der Standortförderer. Er absolvierte eine handwerkliche Ausbildung, erlangte in der allerersten SVIT Ausbildung den Dipl. Immobilienverwalter und schloss 2004 an der FHS St. Gallen als Immobilienökonom den Master Real Estate Management ab. Von 1984 bis 1998 baute Schweizer bei einem grösseren Ostschweizer Generalunternehmer den Bereich Bewirtschaftung/Kauf/Verkauf auf. Heute ist er Gründungsmitglied (2001) und Vorstandsmitglied der SVSM sowie Vorstandsmitglied von Bio-Technopark Schlieren, Start-Smart-Schlieren, IG Rietbach und Healthtechpark Zürich-Schlieren.

    Wie sieht Ihr Berufsalltag in fünf Sätzen beschrieben aus?
    In meinem Beruf als Bereichsleiter Immobilien- und Standortförderung der Stadt Schlieren ist vor allem hohe Flexibilität gefragt. Da ich in einem Clustersystem arbeite, delegiere ich stetig Aufgaben an die jeweiligen Verantwortlichen. Daneben betreue ich bis zu 15 parallellaufende Projekte, die viel von meiner Zeit und Aufmerksamkeit fordern. Aus diesem Grund bin ich kurzfristig nicht immer sofort erreichbar.

    Welche Ausbildung eignet sich, um den Beruf des Standortförderers auszuüben?
    Ich habe einen Masterabschluss der Fachhochschule St. Gallen im Bereich Real Estate. Zudem bin ich bereits seit rund 40 Jahren in der Immobilienszene tätig. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass sich eine generelle Ausbildung im Immobilienbereich sehr gut eignet, um den Job eines kommunalen Standortförderers auszuüben.

    Welche Talente und Eigenschaften sind wichtig?
    Von grossem Vorteil sind sicher Weitsicht, Nachhaltigkeit und insbesondere Beharrlichkeit. Man muss Menschen und Immobilien mögen und ist gezwungen, alle geforderten Arbeiten von A bis Z selber zu erledigen.

    Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?
    Die Arbeit im Hintergrund sowie die Chance, persönlich etwas bewegen zu können.

    Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen?
    Wie so viele Berufe wird sich auch unserer komplett verändern und digitaler werden. Man benötigt ein sehr grosses Netzwerk. In Zukunft werden die Internationalität und damit verbunden die Sprachen ein grosses Thema sein.

    Wie wird sich das Berufsbild des Standortförderers in Zukunft Ihrer Meinung nach sonst noch verändern?
    Ich denke, es braucht künftig eine einheitliche Berufsbildung, beziehungsweise mindestens einen Lehrgang für den Beruf des Standortförderers mit einem entsprechenden Abschluss.

    Was raten Sie jungen Berufseinsteigern, um erfolgreich im Beruf Fuss fassen zu können?
    Junge Immobilienfachleute sollten sich vor allem Stellenausschreibungen von Standortförderern anschauen und sich permanent weiterbilden.

    Welche Meilensteine und Highlights haben Sie in Ihrem Berufsleben bislang erreicht und erlebt?
    Ich durfte wesentlich dazu beitragen, dass die Stadt Schlieren von 650 Firmenansiedlungen im Jahr 2000 auf 1200 im Jahr 2021 zurückblicken darf. Diese erfreuliche Entwicklung löste auch rund 5000 neue Arbeitsplätze aus. In der Stadt Schlieren konnte ich erfolgreich und nachhaltig die Cluster Biotechnologie, Startup-Förderung sowie Medical-/Healthtech einführen.

    Zur Person
    Mario Epp hat im Jahr 2018 den Master in International Affairs and Governance an der Universität St. Gallen (HSG) abgeschlossen. Nach seinem Praktikum auf der Schweizerischen Botschaft in Baku war er als Projektleiter bei Limmatstadt tätig. Zuletzt war er Mitarbeiter Kampagnen bei der FDP, bevor der gebürtige Urner im Dezember 2021 seine heutige Arbeit als Projektleiter Standortförderung für den Kanton Uri übernahm.

    Welche Ausbildung eignet sich, um den Beruf des Standortförderers auszuüben?
    Die Tätigkeit als Standortförderer umfasst eine grosse Bandbreite. Deshalb ist eine Generalisten-Ausbildung, wie ich sie an der Universität St. Gallen (HSG) in International Affairs and Governance geniessen durfte, von grossem Vorteil. Die perfekte Ausbildung gibt es meiner Meinung nach nicht: Standortförderung lernt man nicht im Studium, sondern in der Praxis. Wirtschaftliche Affinität, gute Fähigkeiten im Projektmanagement und Kontaktfreudigkeit erachte ich als zentrale Voraussetzungen.

    Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?
    Die Vielseitigkeit und das in mehrerlei Hinsicht: Man trifft auf eine breite Palette von Persönlichkeiten mit verschiedensten Hintergründen aus allen Branchen. Ebenso abwechslungsreich ist das Tätigkeitsfeld: Es reicht von Arealbesichtigungen mit Ansiedlungsinteressenten über Netzwerkanlässe bis hin zu wirtschaftspolitischen Analysen. Kaum ein Tag gleicht dem anderen. Vor allem aber bin ich überzeugt, dass der Wirtschaftsstandort Uri zu Unrecht unterschätzt wird. Zu Gunsten der Urner Bevölkerung und Wirtschaft kann ich dazu beitragen, das Potenzial des Kantons noch besser auszuschöpfen. Eine derart sinnstiftende Tätigkeit auszuüben, schätze ich sehr.

    Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen?
    Dazu gehört sicherlich der Fokus auf das Wesentliche. Genauso vielseitig wie der Beruf sind auch die Anfragen und Anliegen, die an die Standortförderung herangetragen werden. Abzuschätzen und zu priorisieren, was dem Standort Uri am ehesten zugute kommt, ist eine Herausforderung.

    Wie wird sich das Berufsbild des Standortförderers Ihrer Meinung nach in Zukunft entwickeln und verändern?
    Mit der sich abzeichnenden globalen Mindestbesteuerung entgleitet der Schweiz ein nicht zu unterschätzendes Standortargument. Aber die Schweiz und gerade auch Uri verfügen glücklicherweise über weitere überzeugende Standortvorteile. In der Konsequenz gehe ich von einer Verschärfung des Ansiedlungswettbewerbs in der Schweiz aus. Hinzu kommt, dass befeuert durch die Digitalisierung und den Homeoffice-Trend verstärkt Softfaktoren wie die Wohn- und Freizeitqualität ins Zentrum rücken. Softfaktoren sind aber schwieriger zu vermitteln. Ich gehe darum davon aus, dass die Rolle des Standortförderers noch wichtiger wird und der Beruf in der Konsequenz weiter an Bedeutung gewinnt.

    Was raten Sie jungen Berufseinsteigern, um erfolgreich im Beruf Fuss fassen zu können?
    Das Handwerk des Standortförderers zu kennen, ist das eine. Was aber genauso wichtig ist: Passion für seinen Standort. Ohne diese Leidenschaft wird es schwer, Unternehmen und Menschen für den Standort zu gewinnen. Hier habe ich Glück: Ich bin meinem Heimatkanton stark verbunden. Das macht es einfacher, Interessenten für den attraktiven Gotthardkanton zu begeistern.

    Welche Meilensteine und Highlights haben Sie in Ihrem Berufsleben bislang erreicht und erlebt?
    Hier ist sicherlich die Startup-Woche Uri hervorzuheben, die im Herbst erstmals stattfindet. Damit will die Standortförderung Jungunternehmen und Wissensarbeitende für den Standort Uri begeistern und dessen Vorzüge hervorheben. Ein weiteres Highlight stellt meine Tätigkeit für die Schweizer Botschaft in Baku dar, wo ich während eines Jahres Einblicke in die Diplomatie erhielt und auch Aserbaidschaner über die Schweiz informieren und für unser Land begeistern durfte.

  • SVSM besucht den Glattpark

    SVSM besucht den Glattpark

    Bei einem Rundgang durch das Entwicklungsareal Glattpark in Opfikon haben der Vorstand der Schweizerischen Vereinigung für Standortmanagement (SVSM) und führende Mitglieder und Berater am 15. Juni die Entwicklung in Augenschein genommen. Die vom Schlieremer Standortförderer Albert Schweizer organisierte Begegnung war Teil der Initiative Arealentwicklung – Königsdisziplin der Standortförderung. Dabei geht es um das Zusammenspiel zwischen öffentlicher Hand, Investoren, Architekten, Gebietsmanagement, Nutzern sowie Vereinen von unterschiedlichen Interessen bei der Entwicklung einer gemeinsamen Vision und Strategie.

    Die zweistündige Besichtigung fand unter der Leitung von Beny Ruhstaller, Gebietsmanager Glattpark und SVSM-Präsident, statt. Er hat die Publikation „Glattpark – eine Stadt entsteht“ herausgegeben. Die Teilnehmenden besuchten die verschiedenen Quartiere, sahen sich die Innenhöfe an, begutachteten die Architektur und besuchten den See und Park.

    An der Besichtigung nahm auch Arun Banovi, Verleger von Immoinvest und Medienpartner der SVSM, teil. Ebenso das ehemalige SVSM-Vorstandsmitglied Beat Ritschard und Alexandra Vogel, die Geschäftsführerin der SVSM in Winterthur, sowie Jasmina Ritz, Geschäftsführerin der Standortförderung Limmatstadt AG.

    Zum Zweck des Anlasses heisst es von den Initiatoren, der SVSM-Vorstand pflege aktiv die Beziehung zu seinen Senior-Mitgliedern und erfahrenen Experten. Es gehe dabei um das Erhalten des grossen Wissensschatzes und Netzwerkes dieser Persönlichkeiten. Und es gehe bei solchen Einladungen auch um die Wertschätzung ihrer Verdienste zugunsten des Verbandes und der ganzen Branche. Miteingeladen sind bei Veranstaltungen wie im Glattparkt jeweils auch die SVSM-Sponsoren.

    Nach der Besichtigung am Nachmittag war für 17 Uhr ein Apéro und Nachtessen im Restaurant Casa Cosi angesetzt.

  • Stellungnahme Dadvan Yousuf

    Stellungnahme Dadvan Yousuf

    Jedoch wird aktuell eine früher ausgelöste MROS-Meldung polizeilich ermittelt, folglich ist ausschliesslich ein polizeiliches Ermittlungsverfahren hängig. Zurzeit laufen die polizeilichen Abklärungen, was die MROS-Meldung bedeutet. Danach macht die Polizei beim Staatsanwalt entweder einen Antrag auf Eröffnung eines Untersuchungsverfahrens wegen Geldwäscherei oder auf Einstellung des Vorverfahrens.

    Berichterstattung entbehrt jeglicher Verhältnismässigkeit – Medien abgemahnt
    2021 gab es in der Schweiz 5964 MROS-Verdachts-Meldungen (Jahresbericht MROS). Davon wurden 1351 im Rahmen eines polizeilichen Ermittlungsverfahrens überprüft. Warum in den Medien diese Tatsache aussen vor gelassen und ausschliesslich über Dadvan Yousufs MROS-Meldung auf eine bereits vorverurteilende Art und Weise in den vergangenen Tagen berichtet wurde, ist fragwürdig und entbehrt jeglicher Verhältnismässigkeit. Weiter haben mehrere Medien die Rechtslage nicht korrekt wiedergegeben und wurden anwaltlich abgemahnt, ihre Berichterstattung der Faktenlage anzupassen. Diese haben bis spätestens 28. Mai 2022, 18.00 Uhr, Zeit, eine bereits verschickte Berichtigung zu publizieren. Für den Fall einer ausbleibenden Berichtigung innert vorgewährter Frist werden rechtliche Schritte vorbehalten, zudem wurde eine Gegendarstellung zur umgehenden Publikation mitgeschickt. Bereits die Berichtigung veröffentlicht haben die Handelszeitung.ch sowie Nau.ch.

    Keine Falschmeldungen und Vorverurteilungen
    Bereits in der Vergangenheit wurde in verschiedenen Artikeln erwähnt, dass sich Dadvan Yousuf hohe Beträge von Krypo-Exchanges auf seine Bankkonten hat auszahlen lassen, hierauf sogar «Grossbanken Dadvan Yousuf abgewimmelt haben» (HZ). Alleine dieser Umstand kann zu einer MROS-Meldung führen. Dadvan Yousuf wehrt sich weiterhin gegen Falschmeldungen und Vorverurteilungen.

    Gerne werden wir transparent über die nächsten Schritte informieren, sobald Dadvan Yousuf von den Behörden kontaktiert und über den Fortgang der polizeilichen Vorabklärungen informiert wird.

  • City Com Baden lädt zum 2. Forum Einkaufsstadt ein

    City Com Baden lädt zum 2. Forum Einkaufsstadt ein

    Die Detaillistenvereinigung City Com Baden veranstaltet am Donnerstag, 2. Juni, das 2. Forum Einkaufsstadt Baden. Beginn ist laut Mitteilung auf LinkedIn um 19 Uhr im Kultur- und Kongresszentrum Trafo in Baden in der Halle 36.2. Saalöffnung ist um 18.30 Uhr.

    Zu dem zweiten Forum dieser Art begrüsst Michael Wicki, Präsident von City Com Baden, die Teilnehmenden. Thema des Abends sind laut dem Programm Fragen im Zusammenhang mit Bauen und Immobilien. Titel des Input-Vortrags ist: „Baustelle Einkaufsstadt – Vorhaben und Herausforderungen“. Dazu sprechen Gabriela Rast, Portfoliomanagerin der Pensionskasse SBB, und Fredy Hasenmaile, Leiter Immobilienanalyse bei der Crédit Suisse. Aus der Praxis berichtet Daniel Lorenzi, Inhaber und Geschäftsführer des gleichnamigen Küchenfachgeschäfts. Die Moderation liegt bei Katia Röthlin von der Kommunikationsagentur Röthlin & Röthlin in Baden-Dättwil.

    Um 19.30 Uhr gibt es Workshops zu den Fragestellungen: Um- und Neubauten – wie bleiben wir für die Kundschaft zugänglich? Attraktiver Ladenmix – wer sorgt für den passenden Mietnachfolger? Neue Raumangebote – was brauchen Start-ups? Die Auswertung der Gruppendiskussionen ist für 20.15 Uhr angesetzt und nach dem Schlusswort von Michael Wicki wartet ein Apéro riche.

    Das Forum Einkaufsstadt ist eine Initiative von City Com Baden und der Kontaktstelle Wirtschaft der Stadt Baden, der früheren Standortförderung. Die Inspirations- und Diskussionsplattform funktioniert hybrid – mit physischen Veranstaltungen zu bestimmten Themen und als virtueller Ort, wo die neusten Entwicklungen der Einkaufsstadt laufend verbreitet und verhandelt werden, heisst es zum Ziel der Veranstaltung auf der LinkedIn-Seite.

  • «Die Aufbruchstimmung ist spürbar»

    «Die Aufbruchstimmung ist spürbar»

    Herr Camenzind, wie hat sich die Urner Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung in den vergangenen Jahren verändert?
    Als ich 2012 ins Amt gekommen bin, haben wir die Ansiedlungsstrategie angepasst und sind eine Zusammenarbeit mit der Greater Zurich Area eingegangen. Das war ein wichtiger Schritt. Dann kam die Tourismusentwicklung in Andermatt dazu. Solche Entwicklungen sind wichtige Standortfaktoren und Verkaufsargumente. Man redet heute im Kanton Uri weniger über die Stausituation vor dem Gotthardtunnel sondern mehr über Andermatt. Die Entwicklung im Urner Talboden ist indes anders gelagert. Hier haben wir es in den letzten sechs, sieben Jahre vor allem mit Quartierentwicklungen zu tun gehabt. Wir als Kanton Uri besitzen im Urner Talboden auch Land, welches wir entwickeln möchten und das für Gewerbe und Industrie zum Verkauf steht. Ein weiterer wichtiger Standortfaktor ist der neue Kantonsbahnhof, an dem seit dem letzten Dezember internationale Züge halten. Bei uns ist in letzter Zeit sehr viel passiert. Diese Entwicklungen nehmen wir dankbar im Standortmarketing auf, damit wir spannende Geschichten erzählen können.

    Was sind die Vor- und Nachteile der neuen Destination Andermatt und des Kantons generell?
    Der Vorteil von Andermatt ist ganz klar: Wir sind als Kanton Uri positiv im Gespräch. Wir können unser Image verbessern und etwas für die Ausstrahlung des ganzen Kantons tun. Alleine in Andermatt sind 1000 Arbeitsplätze neu geschaffen worden. Und das nicht etwa durch Umlagerungen oder Umstrukturierungen. Es sind Arbeitsplätze, die wir in der Art und Vielzahl bislang nicht hatten. Das ist sicher sehr positiv. Und es hilft uns wiederum auch auf anderen Gebieten, wo wir vielleicht noch schwächer aufgestellt sind. Dieser Effekt strahlt mittlerweile in die umliegenden Gemeinden aus. All das wirkt sich positiv aus – bis hinunter in den Urner Talboden um Altdorf.
    Die Nachteile sind gestiegene Immobilienpreise – vor allem in Andermatt. Das ist teils schwierig für die lokale Bevölkerung. Ich bin aber überzeugt, dass Andermatt und seine Bevölkerung unter dem Strich von der Tourismusentwicklung profitieren.

    Wie sieht die Situation im Kantonshauptort Altdorf aus?
    Hier in Altdorf sind wir gut unterwegs – insbesondere dank dem neuen Verkehrsknotenpunkt in Altdorf. Dadurch ist der Kanton noch besser erschlossen. Wir haben hier gute Entwicklungen, etwa mit der Dätwyler in Schattdorf, welche unter anderem Kaffee-Kapseln für Nespresso herstellt. Die Perspektiven des Kantons Uri sind wesentlich besser als noch vor 20 Jahren. Vorher haben wir nur von Arbeitsplatzabbau der RUAG, SBB und beim Militär geredet. Das ist nicht mehr das Thema. Heute suchen
    die Firmen hier händeringend nach Arbeitskräften.

    Wie sehen Angebot und Nachfrage auf dem Urner Immobilienmarkt aus?
    In Altdorf und im Urner Talboden ist in den letzten zehn Jahren so viel gebaut worden wie noch nie. Die Befürchtungen, es gebe aufgrund der Neubauten irgendwann hohe Leerstände, haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Wir haben keine hohe Leerwohnungsziffer. Es sind in den vergangenen zehn Jahren etwa 3000 Wohnungen im Kanton neu gebaut worden. Das ist für Urner Verhältnisse viel. Die Preise sind hingegen stabil geblieben und nicht unter Druck geraten. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass wir im Verhältnis wenig Wohnfläche pro Einwohner hatten. Bis vor zehn Jahren waren wir noch bei etwa knapp 40 Quadratmeter pro Person. Im Schweizer Schnitt sind wir mittlerweile bei 50 Quadratmeter pro Person. Da haben wir jetzt ein wenig aufgeholt. In den letzten fünf, sechs Jahren ist darüber hinaus auch ein Bevölkerungswachstum im Kanton Uri festzustellen. Dies absorbiert die Wohnungen, die gebaut werden. Der Markt funktioniert.

    Wie geht es dem Gewerbestandort Uri?
    Eine der stärksten Branchen im Kanton Uri war schon immer die Baubranche. Das hat mit den grossen Infrastrukturprojekten zu tun: Kraftwerke, Bahngeleise, Autobahn, Tunnelbau. Das sind alles Baumeisteraufgaben. Da wird etwas gebaut, später stehen dann Sanierungen in regelmässigen Abständen an. Nehmen wir beispielsweise die Autobahn: Die Gotthardautobahn wird – mit der notwendigen Sanierung – jetzt quasi zum dritten Mal gebaut. In diesem Bereich tut sich also immer etwas. Dann ist Dätwyler mit seinen etwa 900 Angestellten in Uri ein sehr wichtiger Akteur. Die Metallverarbeitung war bei uns schon immer stark. Wir haben sehr viele mechanische Metallverarbeitungsbetriebe mit grossem Knowhow.

    Wir kommen auf den Neubau der Urner Kantonalbank zu sprechen: Welche Impulse gehen davon aus?
    Auf den entstandenen Büroflächen konnten bereits spannende Firmen eingemietet oder angesiedelt werden, unter anderem das norwegische Software-Unternehmen Crayon. Das ist eine internationale Firma, die auch weiterwächst und erst vor wenigen Jahren in den Kanton Uri gekommen ist. Das hilft uns und dem Standort. Auch ziehen solche Erfolgsgeschichten immer weitere Ansiedlungen an. Das hat Ausstrahlung über den Standort Altdorf hinaus. Zusätzlich entstehen noch weitere Bauwerke rund um den Kantonsbahnhof wie Wohnungen und Geschäfts- und Gewerbeflächen. Es ist wichtig, dass wir am verkehrsreichsten Punkt von Uri eine weitsichtige und ausgewogene Entwicklung haben, und der Neubau der Urner Kantonalbank ist hierfür ein guter Start.

    Alles in allem finden auf kleinstem Raum im Kanton Uri gerade sehr viele Investitionen statt. Die positive Aufbruchstimmung und Dynamik gilt es jetzt, gewinnbringend zugunsten des Kantons Uri zu verwenden.

  • Luzerner Jungforscher erhalten Siemens Excellence Award

    Luzerner Jungforscher erhalten Siemens Excellence Award

    Der mit 10’000 Franken dotierte nationale Siemens Excellences Award ist in diesem Jahr an zwei Absolventen des Studiengangs Gebäudetechnik der Hochschule Luzern gegangen, informiert Siemens Schweiz in einer Mitteilung. Patrick Heller und Lorenz Rüegsegger wurden für ihre Bachelorarbeit „Optimale Regelung für ein neuartiges dezentrales Latentspeichermodul in einem Mehrfamilienhaus“ ausgezeichnet. Hier hatten die beiden Luzerner Jungforscher in Zusammenarbeit mit der Berner BMS Energietechnik AG ein System für die dezentrale Brauchwarmwasseraufbereitung entwickelt. Hier wird eine Frischwasserstation von einer dezentralen Wärmepumpe betrieben, die ihre Verdampfungsenergie im Winter aus dem Heizkreislauf und im Sommer aus der Raumwärme bezieht.

    „Das System hat ein hohes energetisches Einsparpotenzial und soll in Neubauten im Wohnsektor eine langfristige Anwendung finden“, erläutert Siemens Schweiz in der Mitteilung. Ihr zufolge ist die Entwicklung der Jungforscher zudem „nicht nur national, sondern auch international skalierbar und somit auch aus wirtschaftlicher Sicht ein vielversprechender Ansatz“. Für die Jury war darüber hinaus wichtig, dass das Projekt gemeinsam mit dem Industriepartner fortgeführt wird.

    „Mit dem Excellence Award möchten wir junge Menschen motivieren, sich mit wissenschaftlichen Themen zu beschäftigen, die in der Praxis umsetzbar sind“, wird Gerd Scheller, Country CEO von Siemens Schweiz, in der Mitteilung zitiert. Die Auszeichnung gehört zum Bildungsprogramm Generation 21 von Siemens, mit dem junge Talente in Naturwissenschaft und Technik gefördert werden.

  • FHNW verstärkt Expertise zu digitalem und nachhaltigem Bauen

    FHNW verstärkt Expertise zu digitalem und nachhaltigem Bauen

    Die Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW baut die eigene Expertise in den Bereichen digitales und nachhaltiges Bauen weiter aus. Dazu hat sie zwei neue Professor*innenstellen errichtet, die von fachkundigen Experten mit hohem Praxisbezug und grosser Innovationskraft angetreten werden.

    Fokus Digitales Bauen: Informationsmanagement
    Am 2018 neu gegründeten und seither rasch wachsenden Institut Digitales Bauen wird Lukas Schildknecht ab 1. Mai 2022 als Professor für Digitales Bauen mit Fokus Informationsmanagement antreten. Der Umweltingenieur und Informatiker ist bereits seit fünf Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik und am Institut Digitales Bauen engagiert. Als Leiter des Produktbereiches Forschung hat er die Projektakquise und Forschungstätigkeit des noch jungen Instituts aufgebaut und hat unter anderem verschiedenste Projekte zu Fragestellungen des Bauinformationsmanagement im Auftrag von öffentlichen und privaten Partner*innen geleitet. In seiner neuen Funktion wird er wie bis anhin Teil der Institutsleitung sein und seinen Schwerpunkt noch stärker auf das Management komplexer Datensysteme ausrichten. «Mich interessieren insbesondere die interdisziplinären Schnittstellen zwischen Informationstechnologien und (digitalen) Bauwerksmodellen. Hier brauchen wir für die Praxis kompatible Lösungen, so zum Beispiel durch gute Integrationsplattformen zur Harmonisierung heterogener Datenquellen», so Schildknecht. Die Baubranche durchlaufe aktuell mit der Einführung von BIM technologische und methodische Entwicklungen, welche in anderen Branchen bereits vor mehr als zehn Jahren erfolgt seien. Es sei daher an der Zeit, das so etablierte Wissen zu transferieren und auf die Baubranche zu spezifizieren, ohne dass das Rad neu erfunden werden müsse. 

    Fokus nachhaltiges Bauen: Ökobilanzen im Bauwesen
    Nebst der Digitalisierung des Bauwesens gewinnt für die Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW auch der Anspruch auf nachhaltige Bauprozesse an Bedeutung. Das vor zwei Jahren neu ausgerichtete Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau unter der Leitung von Barbara Sintzel belegt deshalb mit einer neuen Professorenstelle ein für die Bauwende in der Schweiz wichtiges Themenfeld: jenes der Ökobilanzierung. 

    Für diese Position konnte die Hochschule den Experten für nachhaltiges Bauen und Ökobilanzen, Daniel Kellenberger, engagieren. Der Kultur- und Umweltingenieur war zuletzt Geschäftsleitungsmitglied und Bereichsleiter «Klimaschutz und Energiemanagement» des interdisziplinären Forschungs- und Beratungsunternehmen Intep und hat unter anderem am Aufbau der international renommierten Ökobilanzdatenbank Ecoinvent mitgearbeitet. Mit seiner neuen Position als Professor für Nachhaltiges Bauen mit Fokus Ökobilanzen im Bauwesen strebt er an, die Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW als Kompetenzzentrum für Ökobilanzen in der Baubranche zu etablieren. «In den vergangenen Jahrzenten wurde sehr erfolgreich zum energieeffizienten und klimafreundlichen Betreiben von Immobilien geforscht. Die Umsetzung erfolgt jedoch oft ohne Rücksichtnahme auf die graue Energie und entsprechende Treibhausgasemissionen. Eine konsequente Netto-Null-Strategie ist aber nur dann erfolgreich, wenn auch die Bau- und Baustoffbranche einen Beitrag leistet. Mit Ökobilanzierungen haben wir hierzu ein wichtiges Instrument in der Hand», so Kellenberger. Er tritt die Stelle auf 2. November 2022 an.

    Ruedi Hofer, Direktor der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW, freut sich über den kompetenten Zuwachs und führt aus: «Unsere Hochschule hat mit diesen beiden Stellen einen weiteren grossen Schritt in eine digital gestützte und nachhaltig bebaute Umwelt gemacht. Ich bin stolz auf die grossartigen Erfolge der Institute unserer Hochschule und freue mich, dass wir mit unserer Arbeit sowohl die Aus- und Weiterbildung aber auch Forschung zu wichtigen Zukunftsthemen der Baubranche vorantreiben können».

  • Avobis bestätigt Ralf Capeder als Geschäftsführer von Verit Immobilien

    Avobis bestätigt Ralf Capeder als Geschäftsführer von Verit Immobilien

    Die Avobis Group AG hat Ralf Capeder offiziell in seiner Funktion als Geschäftsführer der Verit Immobilien AG bestätigt, informiert das seit Frühjahr 2021 zu Avobis gehörende Immobilienunternehmen in einer Mitteilung. Capender hatte Verit Immobilien seit Anfang November vergangenen Jahres ad interim geführt. Der studierte Jurist und Immobilienökonom ist vor sechs Jahren bei Verit eingestiegen. In den vergangenen Jahren habe Capender dabei erfolgreich den Standort Chur geleitet, heisst es in der Mitteilung.

    „Wir freuen uns sehr über die Ernennung von Ralf Capeder“, wird Sandro Sulcis  in der Mitteilung zitiert. Der Co-CEO von Avobis ist überzeugt, dass Capeder „mit seiner grossen Erfahrung und seinem breiten Netzwerk Verit Immobilien als verlässlichen Partner im Immobilienmarkt weiter stärken und das Unternehmen als leistungsfähiges Standbein innerhalb der Avobis Gruppe positionieren wird“.

    Per Anfang März hat Verit Immobilien seine Geschäftsleitung zudem durch Manuela Gläser-Glänzel verstärkt, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Die Expertin für Immobilienbewirtschaftung soll als Leiterin Bewirtschaftung die operativen Geschicke von Verit Immobilien verantworten. Vor ihrem Eintritt bei Verit Immobilien war Gläser-Glänzel unter anderem für die Intercity Bewirtschaftung AG, Livit, Suva und Wincasa tätig.

  • Generalversammlung der Allreal Holding AG stimmt sämtlichen Anträgen zu

    Generalversammlung der Allreal Holding AG stimmt sämtlichen Anträgen zu

    An der Generalversammlung der Allreal Holding AG waren 10’584’282 Aktienstimmen vertreten, entsprechend 63.8 Prozent des Aktienkapitals bzw. 80.0 Prozent des eingetragenen, stimmberechtigten Aktienkapitals.

    Der Jahresabschluss 2021 wurde von der Generalversammlung genehmigt und einer Ausschüttung von insgesamt CHF 7.00 pro Namenaktie am 14. April 2022 wurde zugestimmt. Diese wird in Form einer ordentlichen Dividende von CHF 3.50 (brutto) pro Namenaktie (CHF 2.275 netto nach Abzug der Verrechnungssteuer) verteilt. Zusätzlich wurde eine Ausschüttung aus Reserven aus Kapitaleinlagen von CHF 3.50 pro Namenaktie (ex-Datum 12. April 2022) genehmigt.

    Die Aktionäre haben zudem Ralph-Thomas Honegger als Präsident des Verwaltungsrats wiedergewählt. Mit Philipp Gmür, Andrea Sieber, Peter Spuhler, Olivier Steimer, Thomas Stenz und Jürg Stöckli bestätigte die Generalversammlung auch die Wiederwahl der bisherigen Mitglieder des Gremiums. Neu in den Verwaltungsrat wählte die Generalversammlung zusätzlich Anja Wyden Guelpa.

    Breite Zustimmung fanden auch die Anträge zu den Statutenänderungen, etwa für die Verlängerung und Erhöhung des genehmigten Kapitals von höchstens CHF 1.0 Million nominal und die Reduktion des bedingten Kapitals auf CHF 0.5 Million nominal.

    Die 24. ordentliche Generalversammlung der Allreal Holding AG findet am 21. April 2023 in Zürich statt.

  • Zwei Frauen stärken den Vorstand der SVSM

    Zwei Frauen stärken den Vorstand der SVSM

    An der Generalversammlung der Schweizerischen Vereinigung für Standortmanagement (SVSM) in Baden haben die Mitglieder am 31. März zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt: Jasmina Ritz und Katharina Hopp. Die Generalversammlung fand laut Mitteilung auf der Internetseite der Vereinigung im Rahmen des SVSM Dialog Standortmanagement 2022 im Gartensaal der Villa Boveri in Baden statt. Beim Dialog verfolgten über 30 Personen die praxisnahen Referate zum Standortmanagement in Baden, in der Region Wil und im Oberwallis.

    Mit der Wahl von Jasmina Ritz, Geschäftsführerin der Standortförderung Limmatstadt AG, sind neu drei Limmattaler im siebenköpfigen Vorstand der SVSM. Präsident Beny Ruhstaller ist auch Leiter der Geschäftsstelle der Vereinigung der Grundeigentümer Niderfeld, Albert Schweizer ist SVSM-Gründungsmitglied und Leiter der Standortförderung Schlieren.

    Auf Nachfrage erklärt Ritz zu ihrer Motivation für das Vorstandsamt: „Ich möchte mich für mehr Sichtbarkeit und Bewusstsein für unseren Berufsstand einsetzen, unsere Leistung und Wirkung erkennbarer zu machen. Unsere Arbeit lässt sich nicht auf Firmenansiedlungen reduzieren. Wir sind Gestalter, treiben Projekte voran, bringen Menschen zusammen, öffnen Türen und sind Botschafterinnen für unsere Standorte.“

    Die ebenfalls in den SVSM-Vorstand gewählte Katharina Hopp war bis 2021 als Leiterin Arealentwicklung bei der Standortförderung Baselland tätig. Ab Sommer 2022 arbeitet sie bei AXA Investment Managers als ESG/Asset Management Analyst.

  • Thomas Hinderling wird neuer Bereichsleiter

    Thomas Hinderling wird neuer Bereichsleiter

    Thomas Hinderling ist bereits seit 2017 für Wincasa tätig. Er war entscheidend am Aufbau der seit fünf Jahren bestehenden Abteilung Mixed-Use Site Management (MUSM) beteiligt und führte anfänglich die Projekte im Raum Zürich. Ab 2019 wurde ihm die Leitung des Bereichs MUSM Deutschschweiz übertragen. In dieser Rolle verantwortete er den Teilbereich innerhalb des Center & Mixed-Use Site Management (CMSM) und war der stellvertretende Bereichsleiter CMSM. Der 47-Jährige verfügt über einen Executive MBA Marketing FH, einen CAS in Urban Management FH und war vor seiner Zeit bei Wincasa als CEO und Partner verschiedener Marketing- und Distributionsunternehmen tätig. Ab 1. Mai 2022 wird er neuer Bereichsleiter CMSM bei Wincasa und damit Geschäftsleitungsmitglied. Nachfolger von Thomas Hinderling wird Philipp Arnold als neuer Leiter MUSM Deutschschweiz.

    Interne Nachfolgeregelungen
    Thomas Hinderling freut sich auf seine neue Aufgabe: «Die CMSM-Leitung von Felix Kubat übernehmen zu dürfen, erfüllt mich mit Freude und Stolz. Wir beide haben in der Vergangenheit sehr gut zusammengearbeitet und viele Projekte erfolgreich lancieren können. Nun gilt es, diese Arbeit zusammen mit meinem neuen Team weiter voranzutreiben, denn es gibt nach wie vor viel Potential.»

    Der Bereich CMSM wurde seit Ende 2019 von Felix Kubat geleitet. Während seiner Wirkungszeit hat er für den Bereich erfolgreich eine neue Strategie entwickelt und implementiert. Dazu gehörten unter anderem der Aufbau zweier CMSM-Standorte, dank denen durch eine gezielte Bündelung der Kräfte und Expertise seitens Center- sowie Mixed-Use Site Management grosse Mehrwerte erreicht werden konnten. Zudem führte er den Geschäftszweig souverän durch die Corona-Krise. Er verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch und wird sich künftig der Führungs- und Dozententätigkeit an einer kaufmännischen Berufs-schule widmen. «In den vergangenen 2.5 Jahren bei Wincasa durfte ich den Bereich Center und Mixed-Use Site prägen und stetig weiterentwickeln. Es war eine sehr spannende und intensive Zeit, auf die ich sehr gerne zurückblicke. Nun freue ich mich auf ein neues Kapitel. Seit einigen Jahren bin ich sporadisch als Dozent auf Stufe HF im Bereich Führungsausbildung tätig. Diese Passion werde ich nun mit einer Führungs- und Dozententätigkeit an einer kaufmännischen Berufsschule weiterverfolgen», sagt Kubat zu seinem Wechsel.

    Die Nachfolge von Thomas Hinderling ist ebenfalls ein interner Wechsel. Neu übernimmt Philipp Arnold die Funktion des Leiters MUSM Deutschschweiz. Er ist seit 2014 bei Wincasa tätig, hat als Centerleiter Zentrum Regensdorf & HUB begonnen und dann im Januar 2020 die Leitung des MUSM Hubs Zürich übernommen. Philipp Arnold verfügt unter anderem über ein Betriebswirtschaftsstudium, einen MAS Immobilienmanagement, einen MAS Brand and Marketing Management und ist RICS Mitglied. Er ist somit bestens für die Nachfolge von Thomas Hinderling gerüstet.

    Oliver Hofmann, CEO Wincasa, sieht die beiden internen Karriereschritte sehr positiv: «Ich danke Felix Kubat herzlich für sein wertvolles Engagement und die gute Zusammenarbeit. Dass wir Thomas Hinderling als neuen Leiter CMSM und Philipp Arnold als neuen Leiter MUSM Deutschschweiz nominieren und die Nachfolge intern regeln konnten, ist sehr erfreulich. Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser personellen Lösung unsere bereits führende Position im Markt noch weiter stärken können.»

  • ETH-Professorin Kaijima erhält Wolf Preis

    ETH-Professorin Kaijima erhält Wolf Preis

    Die Professorin für Architectural Behaviorology an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), Momoyo Kaijima, ist gemeinsam mit ihrem Partner Yoshiharu Tsukamoto mit dem diesjährigen Wolf Preis für Architektur ausgezeichnet worden. Tsukamoto ist Professor am Tokyo Institute of Technology. Beide betreiben gemeinsam das Atelier Bow-​Wow. Die Jury hat laut Medienmitteilung der ETH die Arbeiten beider Professoren aufgrund ihrer grossen Feinfühligkeit für lokale Kontexte und die sozialen Auswirkungen von Architektur zu Preisträgern gewählt.

    Der Wolf Preis wird seit 1978 an Wissenschaftler und Künstler von der in Israel ansässigen Wolf Foundation vergeben. Ausgezeichnet werden Verdienste zum Wohle der Menschheit und freundschaftliche Beziehungen unter den Völkern. Frühere Preisträger in der Kategorie Architektur sind laut der ETH-Mitteilung Frank O. Gehry, Jean Nouvel, Peter Eisenman oder David Chipperfield. Momoyo Kaijima ist erst die dritte Frau, die den Wolf Preis für Architektur erhält.

    Nach diversen Gastprofessuren. unter anderem an der Unoversität Harvard, der Royal Danish Academy of Fine Arts und der Columbia Universität, kam Momoyo Kaijima 2017 an die ETH Zürich, wo sie den Lehrstuhl für Architectural Behaviorology aufgebaut hat.

  • Hans Egloff, Präsident HEV Schweiz: «Der Zusammenschluss von Immoscout24 und Homegate könnte ein Fall für die WEKO werden»

    Hans Egloff, Präsident HEV Schweiz: «Der Zusammenschluss von Immoscout24 und Homegate könnte ein Fall für die WEKO werden»

    Herr Egloff, inwiefern profitieren Sie von Ihrem Studium der Rechtswissenschaften für Ihre Arbeit als Präsident des Hauseigentümerverbandes (HEV) der Schweiz und des Kantons Zürich?
    Es ist auf jeden Fall hilfreich. Der Hauseigentümer hat immer wieder rechtliche Probleme und Fragen zu lösen: Vom klassischen Bereich des Eigentums über Steuern, Grundbuch bis hin zum Nachbarschafts- und Mietrecht gibt es ein breites Spektrum, das für unsere Mitglieder wichtig ist. Wir bieten unseren Mitgliedern eine kostenlose Rechtsberatung an – diese wird sehr rege genutzt. Aber auch im politischen Diskurs profitiere ich von meinem juristischen Background.

    Die Abschaffung des Eigenmietwerts wird derzeit erneut auf politischer Ebene diskutiert. Können Sie kurz die Nachteile benennen, die dadurch für Hausbesitzer entstehen und wer davon am meisten betroffen ist?
    Der Eigenmietwert wird auf ein fiktives Einkommen besteuert. Eigenheimbesitzer müssen daher 60 bis 70 Prozent der marktüblichen Miete als Einkünfte für ihre Immobilie versteuern – und zwar solche, die sie in der Praxis nicht erwirtschaften. Dieser Betrag kommt zusätzlich zum regulären Einkommen hinzu. Das hat oft zur Folge, dass die Betroffenen in die höhere oder gar höchste Progression abrutschen und somit deutlich mehr Steuern zahlen müssen. Vor allem ältere Hausbesitzer sind von der derzeitigen Praxis negativ betroffen. Oft haben sie ihre Schulden abbezahlt, sodass der Schuldzinsabzug für sie nicht mehr relevant ist.

    Wie zuversichtlich sind Sie, dass die Reform dieses Mal durchgeht?
    Der Eigenmietwert wurde vor 100 Jahren als Kriegssteuer eingeführt. Diese wurde dann immer wieder befristet verlängert, bis sie sich als feste Steuer etablierte. Seit 25 Jahren versuchen wir, den Eigenmietwert abzuschaffen. Vor 10 Jahren war ich einmal sehr zuversichtlich, dass wir erfolgreich sein könnten. Das Projekt läuft jetzt wieder, aber ich bin mir nicht sicher, ob es gelingen wird.

    Wo sehen Sie die Probleme?
    Einerseits stellen Eigenheimbesitzer eine Minderheit in der wahlberechtigten Bevölkerung dar. Auf der anderen Seite hat man gerne Hausbesitzer als Steuerzahler – der Staat verzichtet nur ungern darauf. In diesem Fall gibt es wahrscheinlich keine perfekte Lösung.

    Energierechts-Initiant Martin Neukom von den Grünen sagte, dass laut einer Umfrage in der Stadt Zürich weniger als die Hälfte der Hausbesitzer beim Austausch ihrer Heizungsanlage Alternativen zu Öl und Gas in Betracht gezogen hätten und es daher verbindliche Regeln für den Austausch brauche. Was halten Sie von dieser Argumentation?
    Energie- und Wärmethemen waren in den letzten Jahren ein Thema in jeder Publikation des HEV Schweiz und des HEV des Kantons Zürich. Unsere Mitglieder verfügen diesbezüglich über einen hohen Informationsstand. Die Treibhausgasemissionen sind in den letzten 30 Jahren um 34 Prozent gesunken. Und das, obwohl die Wohnfläche im gleichen Zeitraum um 46 Prozent zugenommen hat. Unsere Mitglieder investieren jährlich 20 Milliarden Franken in den Gebäudeunterhalt – je 9,5 Milliarden Franken in energetische Sanierungen. Diese Zahlen zeigen, dass Hauseigentümer ihre Verantwortung ernst nehmen.

    Weitere Argumente gegen das geplante Energiegesetz, etwa Zwangsräumungen, Zwangsverkäufe oder Mieterhöhungen, hat der Mieterverband der Stadt Zürich entkräftet: Das Energiegesetz zwingt Hauseigentümer nicht, Liegenschaften umfassend zu renovieren und Mietverhältnisse zu kündigen. Waren die Argumente des HEV und Ihrer Partei, der SVP, irreführend?
    Das Energiegesetz zwingt Immobilieneigentümer dazu, im Laufe der Zeit fossile Heizsysteme durch solche mit erneuerbaren Energien zu ersetzen. Nehmen wir als technisches Beispiel eine Immobilie aus den 1960er Jahren mit Ölheizung. Geht diese aus, muss der Eigentümer eine Wärmepumpe einbauen lassen. Bei dieser bereits in die Jahre gekommenen Immobilie macht dies nur Sinn, wenn gleichzeitig die Gebäudehülle saniert wird. Wird beispielsweise mit alten Heizkörpern die Vorlauftemperatur nicht mehr erreicht, muss zusätzlich eine Fußbodenheizung eingebaut werden. Dies führt einerseits zu enormen Kosten. Andererseits können diese Renovierungen nicht mit dem Mieter in der Wohnung durchgeführt werden.

    Und was sagen Sie zur politischen Sichtweise?
    Im Juni dieses Jahres hat der Präsident des Schweizerischen Mieterverbandes, Carlo Sommaruga, in Bern eine Vorlage eingereicht, in der er wörtlich „mietrechtliche Massnahmen gegen Leerstandsanzeigen im Zusammenhang mit energetischen Sanierungen“ fordert. Wenn die von uns vorgebrachten Argumente irreführend wären, wäre ein solcher Ansatz meines Erachtens nicht erforderlich.

    Welchen Beitrag könnten Hausbesitzer Ihrer Meinung nach leisten, um die Klimaziele zu erreichen?
    Ich glaube an Eigenverantwortung, und die oben genannten Zahlen bestätigen, dass diese ernst genommen wird. Zeichnet man auch den Absenkpfad des CO2
    Wenn wir im Gebäudebereich weiter voranschreiten, sehen Sie, dass wir die Klimaziele des Pariser Abkommens problemlos erreichen können. 2050 werden wir bei Netto Null sein. Eine staatliche Regelung halte ich daher in diesem Fall für überflüssig.

    Für wie wichtig und zukunftsweisend halten Sie persönlich die Elektromobilität?
    Grundsätzlich bin ich für Elektromobilität. Aber es bringt viele Herausforderungen mit sich. Einerseits haben wir Lücken in der Energieversorgung. Wir können selbst nicht genug Strom produzieren. Das heißt, wir müssen Atomstrom aus Frankreich und Kohlestrom aus Deutschland beziehen. Andererseits ist die graue Energie in der Elektromobilität relativ hoch. Für die Entsorgung der entsprechenden Batterien wurde noch keine nachhaltige Lösung gefunden. Für mich gibt es zu diesem Thema noch viele offene Fragen.

    Laut einer Studie des Beratungsunternehmens EBP scheitert ein forcierter Verkauf von E-Autos in Sachen Elektromobilität unter anderem an fehlenden Ladestationen in Liegenschaften. Warum fällt es Hausbesitzern schwer, eine solche Installation durchzuführen?
    Ein privater Hausbesitzer, der eine Ladestation für sich selbst benötigt, wird es sicherlich nicht schwer haben, diese installieren zu lassen. Vorausgesetzt, er hat die Mittel dazu. Hat man aber ein Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohnungen und eine Tiefgarage mit zehn Stellplätzen, stellt sich die Frage, wie viele Ladestationen man eigentlich installieren sollte. Und wer zahlt die Investition, wenn hinterher kein Mieter ein Elektroauto hat? In einem solchen Fall ist es unwahrscheinlich, dass der Mieter einer Mieterhöhung zustimmt. Darüber hinaus gibt es einen zunehmenden Trend zu autofreien Wohnsiedlungen – insbesondere in Ballungsgebieten. Die Installation von Ladestationen würde hier keinen Sinn machen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass der Markt vieles selbst regelt.

    Können Sie den letzten Punkt näher erläutern?
    Vor etwa 50 Jahren konnte man plötzlich keine Wohnung mehr mieten, wenn sie keine Badewanne hatte. Oder vor 30 Jahren wiederholte sich das Szenario mit Wohnungen ohne Geschirrspüler. Ich gehe davon aus, dass die zukünftige Nachfrage auch das Angebot bei der Elektromobilität beeinflussen wird. Irgendwann werden Sie keine Wohnung mehr vermieten können, wenn Sie dem Mieter keine auf seine Mobilitätsbedürfnisse zugeschnittene Lösung anbieten können.

    Wie beurteilen Sie die Immobilienblase, die die UBS seit längerem prognostiziert und von der vor allem Zürich stark betroffen sein soll?
    Bei Zins- und Immobilienpreisentwicklungen sehe ich eine Konstante: Die Prognosen waren in den letzten Jahren immer falsch. Der UBS-Index sagt diese Blase seit Jahren voraus – geplatzt ist sie bisher noch nie. Ich persönlich sehe einen starken Immobilienmarkt mit steigenden Preisen. Bei der Finanzierung von Wohneigentum ist auf jeden Fall Vorsicht geboten. Vor allem im Heimbereich. Die Portabilitätsregelungen sind individuell und umfassend zu prüfen. Andernfalls könnte ein plötzlicher starker Anstieg der Zinsen den einen oder anderen vor existenzielle Probleme stellen.

    Gibt es einen massiven Anstieg der Zinsen?
    Die dafür relevanten Länder EU und USA können sich eine Zinserhöhung nicht leisten. Andererseits sehen wir deutliche Anzeichen einer steigenden Inflation – das könnte Auswirkungen haben. Für den Immobilienmarkt bedeutet Inflation jedoch meist steigende Preise – denn in dieser Situation steigt der Bedarf an Sachwerten.

    Sie haben sich aus der aktiven Politik zurückgezogen. Welche Erfolge würden Sie als Ihre persönlichen Meilensteine bezeichnen?
    Mein grösster Erfolg war sicherlich die Abschaffung der Erbschafts- und Schenkungssteuern für direkte Nachkommen im Kanton Zürich. Als zweiten großen Erfolg betrachte ich die Abschaffung der Grunderwerbsteuer, die wir mit einer Volksinitiative herbeigeführt haben.

    Und welche Meilensteine haben Sie in der Immobilienbranche erreicht?
    Hier möchte ich den guten Kontakt und Austausch zwischen den verschiedenen Immobilienorganisationen erwähnen. In meiner Anfangszeit als Präsident des HEV Schweiz hat jeder in erster Linie sein eigenes Gärtchen bestellt. Mir war es wichtig, den Austausch zu pflegen und gemeinsame Ziele zu definieren. Heute treffen wir uns viermal im Jahr im Bundeshaus und besprechen aktuelle politische Dossiers.

    Mit Immoscout24 und Homegate haben sich zwei große Player zusammengeschlossen. Wie bewerten Sie diese Veranstaltung?
    Ich bin mir nicht sicher, ob diese Fusion ein Gewinn für die Verbraucher ist. Ich gehe davon aus, dass wir in Zukunft mit massiven Preiserhöhungen rechnen müssen. Dieser Fall dürfte allenfalls die Wettbewerbskommission (WEKO) betreffen.

  • Neue Professorin für Analyse, Entwurf und Konstruktion bringt zukunftsorientierte Impulse

    Neue Professorin für Analyse, Entwurf und Konstruktion bringt zukunftsorientierte Impulse

    Ab März wechselt Friederike Kluge von der Fachhochschule in Konstanz an Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW und freut sich auf diese neue Herausforderung: «Mich interessiert die Frage, wie das Bauen in der Zukunft aussieht. Der status quo kann langfristig nicht funktionieren. Meine Hoffnung und mein Ziel sind deshalb, in der Forschung und zusammen mit den Studierenden Lösungen zu finden, wie wir das Bauen in Zukunft gestalten können. Klimaneutrales und klimapositives Bauen müssen fokussiert angegangen werden, stets unter Beachtung von biologischer Diversität. So geht es beispielsweise im ersten Jahr darum, junge Menschen an das Fachgebiet Architektur heranzuführen, ihnen die Grundthemen zu vermitteln und dennoch Raum für Entwicklung und Kreativität zu lassen. Diese Spannung zwischen fixen, z.B. physikalischen Grössen, die unumstösslich sind, und Veränderung, welche für eine nachhaltige Zukunft unerlässlich ist, interessiert mich und ich freue mich darauf, diese an der FHNW gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen zu erforschen und weiterzuentwickeln. Immer mit dem Ziel, architektonisch qualitätsvolle Gebäude zu schaffen»

    Friederike Kluge studierte Architektur an der Universität Karlsruhe und sammelte an der Professur für Gebäudelehre und Entwerfen, Prof. Daniele Marques, und am Institut für Bildende Künste, Prof. Stephen Craig, erste Erfahrungen in der Lehre. Neben dem Architekturstudium absolvierte sie das fachübergreifende Begleitstudium «Angewandte Kulturwissenschaften» mit dem Ziel, Gebäude zu entwerfen, die das Wissen vieler Fächer zusammenführen und gleichzeitig einen eigenen, unverkennbaren Charakter besitzen.

    Während ihrer fünfjährigen Arbeit bei Buchner Bründler Architekten in Basel konnte sie unter anderem am Schweizer Pavillon für die Expo in Shanghai 2010 arbeiten, sowie als Projekt- und Bauleiterin am Wohnhaus «Bläsiring» in Basel.

    Seit 2012 selbständig, gründete sie Anfang 2014 zusammen mit Meik Rehrmann das Büro «Alma Maki» in Basel. Gemeinsam vertreten sie die Ansicht, dass Architektur dazugewinnt, wenn sie von der ersten Skizze bis zur Baufertigstellung einen ganzheitlichen Prozess darstellt und die architektonische Grundidee in den Details noch erkennbar ist. Um dies bestmöglich kontrollieren zu können, setzt das Büro die geplanten Projekte, wenn möglich, auch handwerklich um und wurde für diese Herangehensweise 2018 mit dem ersten Preis des «Schweizer Foundation Award» ausgezeichnet.

    Seit 2013 vermittelt Frederike Kluge ihre Überzeugung der konzeptuell-entwerferischen, darstellerischen und auch gebauten Stringenz u.a. im Rahmen eines Lehrauftrags an der Professur für Architektur und Konstruktion, Annette Spiro, ETH Zürich und seit 2019 an der HTWG Konstanz, wo sie die Fächer Baukonstruktion und Entwerfen konsequent auf den Themenschwerpunkt Nachhaltiges Bauen ausrichtete. So organisierte sie beispielsweise einen Workshop mit dem Titel «Das architektonische Detail in Zeiten der Klimakrise». In der Folge gründete sich die Gruppe «Countdown 2030» . Die Gründungsidee war, einen Leitfaden zu entwickeln und eine Countdownuhr über dem Architekturmuseum zu installieren, welche die Architekturbranche darauf sensibilisiert, beherzte Maßnahmen in der Architekturpraxis zu ergreifen und eine zukunftsfähige Baukultur zu entwickeln. Die Gruppe hat mittlerweile über 50 aktive Mitglieder, veranstaltet Workshops, Podiumsdiskussionen und Ausstellungen, ist beteiligt an Jurys und in städtischen Gremien aktiv, publiziert zu verschiedenen Themen Beiträge in Fachzeitschriften und wurde für seine Tätigkeit mit dem «Faktor 5 Publikumspreis» und mit einer Nominierung für den Swiss Art Award ausgezeichnet. 

    Das Institut Architektur freut sich ausserordentlich, dass eine solch engagierte und zukunftsorientierte Persönlichkeit gewonnen werden konnte. 

    Quellen:
    Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW
    Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik www.fhnw.ch/habg 

  • Wüest Partner Deutschland: Aufbau eines ESG-Teams

    Wüest Partner Deutschland: Aufbau eines ESG-Teams

    «Ich freue mich, Wüest Partner ab jetzt noch intensiver unterstützen zu können», sagt Gerhard Hoffmann, der neue Director ESG and Sustainability bei Wüest Partner Deutschland. Ökologie und Ökonomie unter Verwendung modernster Technologien in Einklang zu bringen, seien schon immer das oberste Ziel seiner Tätigkeit gewesen. Bei Wüest Partner habe er die besten Voraussetzungen dafür. «Nun gilt es, ein interdisziplinäres und hochmotiviertes Team aus erfahrenen Experten zu bilden.» Dies vor allem, um die immer wichtiger werdenden Themen strategisch und operativ auf dem deutschen Markt voranzutreiben, so Hoffmann.

    Langjährige Expertise im Segment Nachhaltigkeit
    Über vier Jahrzehnte widmet er sich bereits seiner Mission, CO2-Emissionen durch die Entwicklung nachhaltiger Energiekonzepte in der Immobilienwirtschaft zu reduzieren. Der Diplom-Ingenieur und Diplom Wirtschafts-Ingenieur ist bei zahlreichen internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojekten mit dem Fokus auf regenerative Energieversorgung engagiert. Er hat Energiekonzepte für über 900 Gebäude entwickelt und an mehr als 1.400 Nachhaltigkeitsprojekten mitgewirkt. Der lizensierte BREEAM-Auditor sitzt in Arbeitskreisen des ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. Zudem ist er Mitglied und Senior Auditor der DGNB Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen.

    «Idealbesetzung für einen hochkomplexen Markt»
    Als selbstständiger Berater hat Hoffmann bereits die Implementierung des Wüest Climate Tools auf dem deutschen Markt erfolgreich begleitet. Damit habe er «einen wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte maßgeblich gestaltet», schreibt das Unternehmen. Die neue Position sei die logische Fortsetzung einer erfolgreichen Zusammenarbeit, sagt Rüdiger Hornung, Partner und Geschäftsführer von Wüest Partner. Damit gehe man «den entscheidenden Schritt auf dem Weg in eine nachhaltige Zukunft in der Immobilienbranche». Hoffmann sei fachlich wie menschlich die «Idealbesetzung, um in unserem hochkomplexen Markt die Themen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz voranzutreiben».

    Schweizer Gruppe in vier Ländern vertreten
    Wüest Partner (Gründungsjahr: 1985) mit Hauptsitz in der Schweiz verfügt derzeit über elf Standorte in vier europäischen Ländern. Die Schweizer Bürostandorte finden sich in Zürich (Hauptsitz), Bern, Genf und Lugano. In Deutschland (Markteintritt: 2007) zählen zur Gruppe Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg und München. Weitere Standorte gibt es in Paris sowie in Lissabon. Im Gruppenbesitz befinden sich zudem – jeweils zu 100 Prozent – die zwei Tochtergesellschaften Datahouse und Durable.

  • «In Sachen Energie muss sich die Bau- und Immobilienbranche neu erfinden»

    «In Sachen Energie muss sich die Bau- und Immobilienbranche neu erfinden»

    Zur Person
    Pascal Bärtschi,
    Bauingenieur ETH, ist
    Vize-Präsident von
    Entwicklung Schweiz und seit 2015 CEO der Losinger Marazzi AG. Der 52-Jährige leitete zuvor bei Losinger
    Marazzi die Region Mitte (Bern-Freiburg-Basel).

    Wo sieht der Branchenverband Entwicklung Schweiz seine Kernaufgaben?
    Wir vertreten Unternehmen, die in der Lage sind, Gesamtleistungen zu übernehmen. Also solche, die von der Projektentwicklung bis und mit Realisierung alles abdecken können. Unsere Hauptaufgabe sehen wir darin, mit unseren Kunden, Investoren, den zuständigen Behörden wie auch mit politischen Verantwortlichen übergeordnete Themen wie etwa Verdichtung und Raumplanung auf einer entsprechenden Flughöhe zu besprechen. Unsere Mitglieder erhalten so die Möglichkeit, via Entwicklung Schweiz mit den zuständigen Personen in Dialog zu treten. Darüber hinaus haben wir als Verband verschiedene Positionspapiere verfasst – derzeit entsteht zum Beispiel gerade ein Positionspapier zur Frage, was man unter Qualität eines Bauprojekts versteht.

    Von welchen Vorteilen profitieren Ihre Mitglieder?
    Wir organisieren für unsere Mitglieder und assoziierte Partner regelmässig Anlässe, bei denen sie sich mit Stakeholdern wie Politikern oder Investoren austauschen können. Darüber hinaus ist es deutlich einfacher als Verband, Gespräche zu übergeordneten Themen mit Kantonen oder auch Instanzen wie zum Beispiel dem Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) zu führen, als wenn dies jedes Mitglied für sich tun müsste. Gerade bei regulatorischen Themen profitieren unsere Mitglieder von der direkten Schnittstelle zur Politik, die wir dank unserem Präsidenten, Ständerat Martin Schmid (FDP), haben. Er ist Rechtsanwalt und somit nicht in der Branche tätig, was wir als weiteren Vorteil sehen.

    Welchen Einfluss hat der Verband in der Schweiz und insbesondere auch in Bundes-Bern?
    Wir bieten den Ämtern, Investoren und unseren Kunden eine bewährte Schnittstelle. Ich bewerte unseren Einfluss als gut. Wir haben uns als Gesprächspartner der grossen Instanzen sehr gut etablieren können. Die Immobilienbranche ist dezentralisiert aufgestellt. Für uns ist es deshalb wichtig, dass wir nicht nur in Bern Gehör finden, sondern auch bei den Kantonen und Gemeinden. Denn ein Projekt wird von einer Gemeinde oder einem Kanton bewilligt. Dank unserem Präsidenten und den Kontakten der Geschäftsstelle haben wir einen guten Draht zu Bundes-Bern, was natürlich hilft, wenn es um Themen wie etwa das Raumplanungsgesetz geht.

    Braucht es so einen Verband zwingend für eine erfolgreiche Zukunft der Baubranche?
    Ich würde sagen, es ist wichtig und notwendig, dass ein solcher Verband existiert. Die Zahl der Schweizer Gesamtdienstleister in der Immobilienbranche ist überschaubar. Unser Verband kann diese Unternehmen optimal auf den verschiedenen Ebenen vertreten.

    Welche Verantwortung nimmt Entwicklung Schweiz in Bezug auf die Wohn- und Lebensqualität bei Bauprojekten wahr?
    Wir setzen unseren Mitgliedern keine Rahmenbedingungen. Die Wahrnehmung der Wohnqualität ist jedoch auf jeden Fall gegeben, da wir uns als Entwicklung Schweiz mit damit zusammenhängenden Themen wie Lärmschutz, Verdichtung nach innen und Raumplanung intensiv auseinandersetzen. Aber bei uns ist jedes Mitglied selbst dafür verantwortlich, die Projekte entsprechend zu entwickeln und die nötige Qualität zu liefern. Man darf nicht vergessen, dass sich die Mitglieder in einer Wettbewerbssituation befinden.

    «
    CO2-arme
    Baumaterialien, flexiblere
    Umnutzungen
    »

    Welche Bedeutung hat die Energiestrategie 2050 für den Verband?
    Die Energiestrategie hat eine grosse Bedeutung für uns. Wir versuchen, Partner und Kunden dafür zu sensibilisieren. Der CO2-Verbrauch in der Immobilien- und Baubranche ist immer noch relativ hoch. Der eine Teil fällt beim Bau an, der andere während des Lebenszyklus einer Immobilie. Geht man von einem Lebenszyklus einer Liegenschaft von 60 Jahren aus, haben Entscheidungen, die heute für einen Neubau getroffen werden, langfristige Auswirkungen. In diesem Zusammenhang wird sich die Immobilien- und Baubranche neu erfinden müssen.

    Wie meinen Sie das?
    Vor zehn Jahren fielen etwa 50 Prozent der CO2-Emmissionen bei der Herstellung der Baumaterialien sowie in der Bauphase selbst an. Die anderen 50 Prozent fielen auf den Unterhalt einer Liegenschaft. Heute sind wir, was Unterhalt und Betrieb eines Gebäudes betrifft, bei etwa einem Drittel des CO2-Ausstosses; bei der Herstellung der Baumaterialien sowie dem Bau selber bei zwei Dritteln. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir den CO2-Fussbadruck einer Immobilie reduzieren können. Eine Lösung besteht darin, dass man wirklich nur die für ein Gebäude notwendige Fläche bebaut. Ein anderer Ansatz ist die Wahl der Materialien – heute gibt es bereits CO2-armen Beton oder die Möglichkeit des umweltfreundlichen Holzbaus. Ausserdem müssen bestehende Strukturen später umgenutzt werden können. Schauen wir uns die Investitionen in der Immobilienbranche an, fallen 99 Prozent auf Neubauten und nur 1 Prozent geht in Sanierungen. Hier sehen wir Handlungsbedarf.

    Wie hat die Bau- und Immobilienbranche die Pandemie bis jetzt bewältigt?
    Die Baubranche ist relativ gut durchgekommen – es gab wenig Umsatzeinbussen, da die Baustellen mit Ausnahme des Kantons Genf auch während des Lockdowns offengeblieben sind. Etwas schwieriger gestaltete sich die Immobilienentwicklung. Die Entwicklung eines Projekts startet in der Regel mit einem Quartierplan und einer Baubewilligung. Die Pandemie hat vieles ausgebremst. So mussten Gemeindeversammlungen, bei denen beispielsweise über ein Vorhaben abgestimmt werden sollte, häufig verschoben werden. Damit verschiebt sich automatisch auch das Projekt. Bei der Bearbeitung der Baugesuchdossiers hat man die Verlagerung zur Arbeit im Home-Office gespürt: Der Austausch wurde erschwert; es hat alles etwas mehr Zeit in Anspruch genommen, was wiederum zu Verzögerungen geführt hat.

    Zeichnet sich beim Arbeitsleben durch die Pandemie eine Veränderung ab?
    Die Pandemie hat Tendenzen, die sich schon vorher abgezeichnet haben, beschleunigt. Ein Beispiel hierfür ist die pro Person weniger benötigte Bürofläche. Bei der Konzeption von Wohnungen dürfte die Berücksichtigung des immer öfter benötigten Home-Office langfristig Einfluss haben. Wobei dies nicht zwingend in einem zusätzlichen Arbeitszimmer in der Wohnung selber resultieren muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass man innerhalb eines Quartiers verschiedene kleine Co-Working-Spaces entwickelt. Diese könnten auch Mischnutzungen aufweisen, also beispielsweise über Mittag als Restaurant fungieren.

    Wohnen die Menschen in der Romandie anders als in der Deutschschweiz?
    Die Nachhaltigkeitsaspekte werden zurzeit in der Romandie noch weniger wahrgenommen als in der Deutschschweiz. Ich vermute, das kommt daher, dass die grünen Tendenzen zunächst aus Deutschland kamen und somit zuerst die Deutschschweiz erreicht haben. Auch im Bereich des Öffentlichen Verkehrs hat die Deutschschweiz einen gewissen Vorsprung – wobei die Romandie hier am Aufholen ist.

    Welche Meilensteine hat Entwicklung Schweiz in den letzten Jahren erreicht?
    Der wichtigste Punkt ist sicher, dass wir heute etablierte Ansprechpartner für übergeordnete Themen auf Stufe Kantone und Bund sind.

  • «Der Umnutzungs- und Sanierungsmarkt wird das stärkste Wachstum aufweisen»

    «Der Umnutzungs- und Sanierungsmarkt wird das stärkste Wachstum aufweisen»

    Zur Person
    Dr. Jens Vollmar ist Head Division Buildings/Country President Schweiz sowie Mitglied des Executive Committee bei der Implenia AG. Ausserdem ist er Vize-Präsident von Entwicklung Schweiz und Vorstand des Dachverbands «Bauen Schweiz». Der 37-Jährige hat an der Universität St. Gallen (HSG) und der University of California in Berkeley studiert und einen Doktor in Accounting and Finance. Des Weiteren ist er Lehrbeauftragter in den Bereichen Bau & Immobilienmanagement und Mergers & Acquisitions (Fusionen und Übernahmen) an der HSG.

    Welche Faktoren sind für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Immobilienmarkts in unserem Land aus Sicht von Entwicklung Schweiz von Bedeutung?
    Aus unserer Sicht unterstützen die Marktparameter, also die sogenannten Fundamentaldaten, die positive Entwicklung des Schweizer Immobilienmarkts kurz- und mittelfristig weiterhin. Wichtige Treiber wie das Bevölkerungswachstum, das Tiefzinsniveau oder etwa die Arbeitslosenquote sehen wir auf einem stabilen und guten Niveau. Für eine gesunde Entwicklung sind jedoch auch die Immobilien selbst von Bedeutung. Ausser der Lage einer Liegenschaft steht die Qualität der Investitionen im Vordergrund. Dabei verstehen wir unter Qualität nicht nur die Materialisierung, sondern vielmehr die optimale Ausbalancierung der Bedürfnisse aller Anspruchsgruppen. So muss eine Immobilie heute die gewünschte Flexibilität und Adaptierbarkeit für Nutzer und Eigentümer aufweisen. Aber auch die Frist, innert der man eine Liegenschaft auf den Markt bringen kann, ist wichtig. Wir setzen uns als Verband für mehr Planungssicherheit, Beschleunigung der Bewilligungsprozesse sowie Verschlankung und Vereinheitlichung der Planungsgesetzgebung ein. In diesem Zusammenhang bemühen wir uns, die beteiligten Akteure für diese Themen zu sensibilisieren.

    Welchen Einfluss hat der Klimawandel und die damit verbundene Erhitzung der Städte auf Bauprojekte?
    Die Frequenz und Intensität von Hitzewellen nehmen zu und sind bereits Realität. Dazu verlangt die Raumplanung verstärkt verdichtetes Bauen nach innen, was zur zusätzlichen Erwärmung der Städte beiträgt. Als direkte Folge werden die Temperaturen in den nicht klimatisierten oder nicht gekühlten Innenräumen von Liegenschaften im Sommer steigen. Dieser Herausforderung müssen wir uns stellen. Unsere Mitglieder arbeiten entsprechend an technischen und baulichen Lösungen. Dazu gehören zum Beispiel thermische Simulationen in der frühen Entwicklungsphase oder die Möglichkeiten, eine Bodenheizung zur Kühlung zu aktivieren. Auch verzeichnen wir eine verstärkte Nachfrage nach Begrünung von Gebäuden.

    Der Online-Handel boomt, was Auswirkungen auf gewerbliche Erdgeschossnutzungen haben dürfte. Wie beurteilen Sie die Zukunft dieser Nutzungen?
    Die Erdgeschossnutzungen stellen Gemeinde, Stadtplaner, Investoren und Projektentwickler tatsächlich vor grosse soziale und städtebauliche Herausforderungen. Verschiedene Nutzungen wachsen immer stärker zusammen: So sind heute Arbeiten, Wohnen und Freizeit praktisch nicht mehr voneinander zu trennen. Die bislang in Zonenplänen und in der Bau- und Zonenordnung vorgesehenen Nutzungstrennungen lassen sich mit diesem Trend nur schwer in Einklang bringen. Neue, flexible Zonierungen auf Basis alternativer Kriterien sind aus unserer Sicht prüfenswert – damit könnten Erdgeschossnutzungen wieder attraktiver werden.

    Zeichnen sich denn bereits Veränderungen ab?
    Ja, wir registrieren das Vorantreiben von innovativen Erdgeschossformaten wie Showrooms oder Paket-Pick-up-Stellen. In Zukunft dürften auch die immer häufiger geforderten Beschränkungen des motorisierten Individualverkehrs oder die Schaffung von Fussgängerzonen sowie die Diskussion um breitere Trottoirs die Aussenräume von Liegenschaften und Quartieren nachhaltig verändern und damit auch die Erdgeschossnutzungen beeinflussen. Letztere sollte aber unserer Ansicht nach bedürfnisorientiert und unter Berücksichtigung von Nutzung und Umgebung festgelegt werden und nicht starren gesetzlichen Vorgaben folgen müssen. Flexibilität dürfte langfristig auch bei den Erdgeschossnutzungen ein entscheidender Punkt sein.

    Welche Faktoren haben Einfluss auf die Entscheidung für eine Umnutzung/Sanierung oder einen Neubau?
    In der Vergangenheit waren Ersatzbauten ein grosses Thema. Wir glauben aber, dass der Umnutzungs-und Sanierungsmarkt in Zukunft das stärkste Wachstum aufweisen wird. Gerade in Hinblick auf die zunehmenden Nachhaltigkeitsüberlegungen. Hier spielen Energie- und Flächeneffizienz sowie regulatorische Anforderungen eine wichtige Rolle. Für eine Entscheidung über Neu- oder Umbauten oder auch einer Umnutzung sind verschiedene Faktoren relevant: Die Erfassung des Gebäudezustands und wo im Lebenszyklus sich eine Immobilie befindet, über Analysen zur Standort- und lokalen Marktentwicklung bis hin zu finanziellen/wirtschaftlichen Parametern oder auch die Betrachtung der Ausnutzungsreserven.

    «
    Unflexible
    Regulierungen erschweren
    das Bauen am
    Bestand
    »

    Welche Anstrengungen unternimmt Entwicklung Schweiz bei der Digitalisierung?
    Die Planung und Realisierung von Gebäuden und Infrastruktur weisen auch heute noch einen starken Unikats-Charakter auf. Dabei sind Themen wie Industrialisierung, Produktivität und Digitalisierung für die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz im Bereich der Entwicklung unabdingbar. Dank dem Einsatz von BIM und 3D-Druckern, der digitalen Baufortschrittskontrolle oder Anwendung von Drohnen- oder Robotik-Technologie kann die Planungssicherheit hinsichtlich Kosten, Qualität und Terminen stark optimiert werden. Unserer Ansicht nach sind hier die Vereinheitlichung und Standardisierung sowie die Vereinfachung in der Anwendung sehr wichtig. Entwicklung Schweiz prüft zusammen mit den Mitgliederfirmen mögliche Beiträge zur Förderung und Verbesserung von Standards und deren Anwendung. Wir erwarten ein Jahrzehnt, das unsere Industrie im Bereich der Digitalisierung und Produktivität wie noch keines zuvor verändern wird.

    Heute müssen Neubauten energieeffizient und bevorzugt komplett recyclingfähig gebaut werden. Wie werden diese Aspekte bei Entwicklung Schweiz berücksichtigt?
    Nachhaltigkeit und ESG-Strategien sind in der Immobilienbranche aktueller denn je. Unsere Mitglieder haben diese Marktbedürfnisse längst erkannt und diese in ihre Organisation und in ihr Leistungsangebot implementiert. Viele Unternehmen weisen zum Beispiel bereits jetzt Nachhaltigkeitsabteilungen auf. Der grösste Hebel liegt dabei nicht bei den Neubauten, sondern bei räumlichen und energetischen Sanierungen von Bestandsliegenschaften. Entwicklung Schweiz betrachtet die Fragestellung rund um energetische Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz sowie Kreislaufwirtschaft stets ganzheitlich. Das heisst, wir versuchen ökonomische, soziale sowie ökologische Aspekte ausgewogen zu berücksichtigen. Unsere Mitglieder arbeiten mit Start-ups, Entwicklern und Forschungsinstitutionen zusammen, um eine schnelle Markteinführung innovativer Ideen zu unterstützen und voranzutreiben.

    Nach wie vor werden in der Schweiz landwirtschaftliche Flächen überbaut. Ist das aus Ihrer Sicht notwendig?
    Nein, der Fokus liegt klar auf einer Siedlungsentwicklung nach innen. Verschiedene gesetzliche Vorstösse, wie zum Beispiel die Revision des Raumplanungsgesetzes von 2013, beschränken die Überbauung von Kulturland zugunsten der Verdichtung. Die Umwandlung landwirtschaftlicher Flächen in Bauzonen ist zudem meist nur noch mittels Flächenkompensation bzw. -abtausch möglich. Generell ist festzuhalten, dass die Ausnutzungsreserven in den Städten und Agglomeration noch sehr hoch sind. Für die Schaffung von Wohn- und Arbeitsraum sollten vorab diese Nutzungsreserven realisiert werden.

    Was ist das Problem hierbei?
    Weniger einschränkende gesetzliche Vorgaben wären wünschenswert. Die Mehrwertabgabe etwa erschwert oder verunmöglicht teilweise die Realisierung von Ausnutzungsreserven. Es gibt aber noch viele weitere unflexible Regulierungen, welche das Bauen im Bestand zu fast unüberwindbaren Herausforderungen machen. Entwicklung Schweiz ist gemeinsam mit der Branche bestrebt, die Entscheidungsträger, Behörden und Politik auf diese Thematik zu sensibilisieren. Wir plädieren für mehr Ermessensspielraum, damit gute Lösungen unter Berücksichtigung situativer Gegebenheiten und der Nutzerbedürfnisse erarbeitet werden können.

    Halten Sie die immer wieder prognostizierte Immobilienblase in der Schweiz für ein ernstzunehmendes Szenario?
    Die anhaltende Tiefzinspolitik der Zentralbanken sowie die Marktentwicklung machen die Investition in Immobilien attraktiv. Es gibt wenige Anlagealternativen, die ein ähnliches Rendite-/Risiko-Profil aufweisen. Die Schweiz hat zudem aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und steht heute – beispielsweise vor dem Hintergrund einer restriktiveren Vergabe von Hypotheken – deutlich besser da als noch zu Beginn der 00er-Jahre. Die spürbar lauter werdenden Forderungen nach einer Rückkehr zu einer normalisierten Geldpolitik zeigen aber, dass sich dieser Zustand auch in der Schweiz ändern kann. Ein zu schnelles Anziehen von Zinssätzen und damit verbundene Refinanzierungshürden könnten zu einem Rückgang der Marktwerte führen, was wiederum einen Einfluss auf die Eigenkapitalanforderungen hätte. Die Schweiz tut entsprechend gut daran, ihre stabile Geld- und Zinspolitik fortzusetzen und in Szenarien zu denken. Je robuster die Geschäftsmodelle und Finanzierungen sind, desto weniger wird unsere Volkswirtschaft Risiken ausgesetzt. Als Verband sehen wir der kurz- und mittelfristigen Zukunft sehr zuversichtlich entgegen.

  • «Wir müssen in unseren Berufen den Spagat zwischen Tradition und Moderne schaffen und dies in eine Stärke verwandeln»

    «Wir müssen in unseren Berufen den Spagat zwischen Tradition und Moderne schaffen und dies in eine Stärke verwandeln»

    Anfang Februar hat mit Silvia Fleury eine neue Direktorin die Leitung des Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verbands übernommen. Damit vertritt die Aargauerin künftig an vorderster Front die Berufsinteressen von schweizweit rund 1900 Mitgliedsfirmen mit knapp 10 000 Angestellten. In ihrer Aufgabe will sie vor allem auf Kontinuität setzen: «Der Verband befindet sich auf einem guten Weg. Ich werde weiterführen, was sich bewährt hat», erklärt Fleury. «Aber selbstverständlich ist die Branche auch mit Herausforderungen konfrontiert, die wir gemeinsam mit den Regionalverbänden, mit unseren Mitgliedern und mit allen an der Branche Interessierten anpacken werden.» Als Beispiele nennt sie den Fachkräftemangel, das Lohndumping oder die Digitalisierung. 

    Handwerk und Digitalisierung gewinnbringend vereinen 
    Gerade auf die Digitalisierung will Fleury in den nächsten Jahren ein besonderes Augenmerk richten: «Handwerk und Digitalisierung schliessen sich nicht aus, im Gegenteil», ist sie überzeugt. Es gebe genügend Beispiele, die zeigten, dass der Spagat zwischen Tradition und Moderne möglich ist und dass zielgerichtet eingesetzte digitale Hilfsmittel auch Handwerksberufe und -betriebe stärken und voranbringen können. «Wichtig ist, dass wir bei den Betrieben nicht aufhören, sondern dass die Digitalisierung auch in der Aus- und Weiterbildung sowie im Verband selbst gefördert wird.» Die Digitalisierung sei ein Zeichen von zeitgemässer Arbeitsausführung und damit bei Jugendlichen und Eltern gleichermassen ein wichtiges Argument bei der Berufswahl. Gerade in Zeiten eines ständig zunehmenden Fachkräftemangels werde dies immer wichtiger, um die besten Nachwuchskräfte gewinnen zu können. Kombiniert mit der handwerklichen Kompetenz, die auch in Zukunft zentral bleiben wird, können der Maler- und der Gipserberuf jungen Menschen eine abwechslungsreiche, moderne und zukunftsgerichtete Tätigkeit bieten. Fleury sieht in diesem Prozess ihre Aufgabe darin, «voranzugehen, die Diskussion anzustossen und Chancen, aber auch Risiken aufzuzeigen, damit wir alle bestmöglich von den grossen Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren.» 

    In der Branche bestens bekannt und vernetzt 
    Innerhalb des Verbands und der Branche ist Silvia Fleury bestens bekannt und vernetzt. Als Bereichsleiterin der Zentralen Dienste hat sie während 13 Jahren die gesamte Verbandsadministration verantwortet und kennt den SMGV von Grund auf. «Mit Silvia Fleury konnte der Vorstand seine Wunschkandidatin für die anspruchsvolle Position der Direktorin gewinnen», freut sich SMGV-Zentralpräsident Mario Freda. «Sie kennt die Stärken, Herausforderungen und Abläufe des Verbands sehr genau. Gleichzeitig verfügt sie über die fachlichen und menschlichen Qualitäten, die nötig sind, um den SMGV erfolgreich in die Zukunft zu führen. Wir freuen uns, diesen Weg mit ihr zu gehen und gemeinsam die kommenden Herausforderungen anzupacken.»

  • Verstärkung der PRIVERA-Geschäftsleitung

    Verstärkung der PRIVERA-Geschäftsleitung

    Per 1. Januar 2022 verstärkt PRIVERA ihre Geschäftsleitung. Andreas Wegmüller, wird neu Leiter Bewirtschaftung Schweiz und Mitglied der Geschäftsleitung der PRIVERA.

    Andrea Wegmüller ist eidgenössisch diplomierter Immobilientreuhänder. Er verfügt über einen Masterabschluss in Real Estate Management und verstärkt das PRIVERA Team seit 5 Jahren. Zur Zeit ist er Regionenleiter Bewirtschaftung Ost.

    Andrea Wegmüller wird die Bewirtschaftungsregion Ost wie bis anhin direkt leiten und zudem ad interim die Region West verantworten. Die Region Mitte wird weiterhin von Nicole Kuhn geleitet. Die Niederlassungsleitung Wallisellen wird ab 1. Januar 2022 neu von Nadja Abdelrahim wahrgenommen. Frau Abdelrahim ist Immobilienbewirtschafterin mit eidgenössischem Fachausweis und bei der PRIVERA Wallisellen seit knapp drei Jahren als Teamleiterin tätig.

    Über PRIVERA AG
    Ein Unternehmen der Investis Gruppe – hat ihren Hauptsitz in Gümligen. Sie ist die führende unabhängige Schweizer Immobiliendienstleisterin. PRIVERA AG deckt alle Immobiliendienstleistungen entlang dem Lebenszyklus einer Immobilie ab und bietet ihren Kunden dadurch den entscheidenden Mehrwert. Dank dem national weitgespannten Niederlassungsnetz verfügt PRIVERA AG über hohe regionale Marktkompetenz sowie hervorragende lokale Beziehungen.

    Medienkontakt PRIVERA AG
    Alisha Held
    Fachspezialistin Kommunikation
    T: 058 715 63 32
    alisha.held@privera.ch
    www.privera.ch

  • Sohn von Samih Sawiris soll bei Orascom übernehmen

    Sohn von Samih Sawiris soll bei Orascom übernehmen

    Die Orascom Development Holding (Orascom DH) kündigt einen Wechsel in der Führung an. Samih Sawiris wird an der nächsten Generalversammlung im Frühling 2022 nach mehr als 30 Jahren von seinem Amt als Verwaltungsratspräsident zurücktreten. Zu Wiederwahl tritt der ägyptische Investor nicht mehr an.

    Neu wird sein Sohn Naguib Samih Sawiris zum Präsidenten des Verwaltungsrats vorschlagen. Er ist seit 2016 Mitglied des Verwaltungsrats und seit 2020 dessen Vizepräsident. Als Teil der geplanten Nachfolgeregelung soll Naguib Samih Sawiris zum neuen Mehrheitsaktionär der Orascom DH werden. Samih Sawiris wird dafür die Kontrolle auf seinen Sohn übertragen.

    Samih Sawiris will der Holding weiterhin als Berater zur Verfügung stehen. Ausserdem bleibt er Präsident des Verwaltungsrats der Andermatt Swiss Alps AG. Die Orascom DH hält einen Anteil von 49 Prozent an der Andermatt Swiss Alps AG. Die Mehrheit ist und bleibt in Privatbesitz von Samih Sawiris.

    Insgesamt umfasst das Portfolio der Orascom DH Destinationen in sieben Ländern. Zu diesen zählen neben der Schweiz Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Oman, Marokko, Montenegro und Grossbritannien. Die Aktien der Holding sind an der SIX kotiert.

  • Neue Professorin für Zirkuläres Bauen am Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau der FHNW

    Neue Professorin für Zirkuläres Bauen am Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau der FHNW

    Das Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW engagiert sich in den Bereichen Forschung, Aus- und Weiterbildung sowie Dienstleistungen aktiv in den Themenbereichen energieeffizientes und klimaneutrales Bauen, integrale Gebäudetechnik, nachhaltiges Bauen und Betreiben, ressourceneffizientes und zirkuläres Bauen sowie gesundheitliche Aspekte in Gebäuden. Eines der grundlegenden Anliegen dieser Strategie ist es, das Bauen in der Kreislaufwirtschaft zu stärken. Sowohl im Bereich der Aus- und Weiterbildung wie auch in der Forschung leistet das Institut einen wichtigen Beitrag dazu, dass in der Schweizer Baupraxis vermehrt energie- und ressourceneffiziente sowie nachhaltige Bauweisen realisiert werden. Die Expertise der an der FHNW tätigen Forscherinnen und Forscher wird sowohl national und international als auch innerhalb der FHNW nachgefragt.

    Um dieses hochqualifizierte Team zu verstärken, ist es dem Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau gelungen, Andrea Klinge von ZRS Architekten Ingenieure Berlin als Professorin für Zirkuläres Bauen zu gewinnen.

    Andrea Klinge studierte Architektur an der technischen Universität Berlin und spezialisierte sich an der London Metropolitan University im Bereich des nachhaltigen Bauens. Sie arbeitete in verschiedenen Architekturbüros in London, Rom und Berlin, und ist seit 2013 bei ZRS Architekten tätig, wo sie die Forschungsabteilung etablierte. Ihre Forschungsschwerpunkte sind ein ganzheitlicher Ansatz des Bauens und beinhalten das kreislaufgerechte, LowTech Bauen sowie den Einsatz natürlicher Baustoffe (Lehm, Holz, Naturfasern) zur Verbesserung der Innenraumqualität in Gebäuden.

    Durch ihren Hintergrund als Tischlerin arbeitet Andrea Klinge immer wieder praktisch, um Forschungsergebnisse in die direkte Anwendung zu bringen. Sie hat dazu mehrere Projekte mit Holz, Lehm und Bambus mit Studierenden verschiedener Universitäten aber auch Kollegen international umgesetzt.

    An der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW möchte Andrea Klinge einiges bewirken und bewegen: «Was ich mit der Professur verbinde und angehen möchte, sind die aktuellen Herausforderungen im Bausektor. Dieser ist einer der ressourcenintensivsten Wirtschaftssektoren weltweit und trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Um die Pariser Klimaziele einzuhalten, bedarf es dringend konsequenter Ansätze, die die notwendige Bauwende im Bausektor umsetzen.»

    Seit September 2021 ist Andrea Klinge Mitglied im Fachbeirat Lebenszyklus und zirkuläres Bauen der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen. Seit Oktober 2021 leitet sie zudem zusammen mit Eike Roswag-Klinge die AG DIN Circular Economy Normungsroadmap, Arbeitsgruppe Bauwerke und Kommunen.

    Prof. Barbara Sintzel, Leiterin Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau freut sich auf die Zusammenarbeit mit Andrea Klinge: «Andrea Klinge steht für die Bauwende. Sie bringt die Begeisterung und Vielseitigkeit mit, die dieses Thema braucht. Sie verfügt über Fachexpertise, um der Anwendung von ReUse Bauteilen und erneuerbaren Baustoffen in der Praxis mit angewandter Forschung zum Durchbruch zu verhelfen und damit die Bauwende möglich zu machen. Wir freuen uns auf ihre tatkräftige Unterstützung in Forschung und Lehre.»