Kategorie: Personen

Personen – Immobiliennews zu führenden Persönlichkeiten, Karrierewegen & Akteuren der Schweizer Immobilienbranche.

  • Warum Next Property AG?

    Warum Next Property AG?

    Warum braucht die Immobilienbranche die Next Property AG?
    Um vorteilhafte Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Branchenakteuren ermöglicht, in einer digitalen Welt möglichst unabhängig und selbstbestimmt zu wirtschaften, ohne zum Spielball dominierender Unternehmen zu werden.

    Was ist die Vision von Next Property AG und wie erreichen Sie diese?
    Wir setzen uns im Sinne unserer Aktionäre für fairen Wettbewerb in der Schweizer Immobilienwirtschaft ein. Dies beinhaltet die Beobachtung und Risikobewertung technologischer Entwicklungen und die Mitbestimmung bei der Gestaltung von Kundenschnittstellen sowie der Verarbeitung und Monetarisierung von Daten, welche durch unsere Aktionäre im Tagesgeschäft generiert werden.

    Um diese Vision zu verwirklichen, braucht es in erster Linie Branchenakteure, die bereit sind, in ihre unternehmerische Zukunft zu investieren und das Gedankengut teilen, dass es wirkungsvolle Allianzen braucht, um in einer digitalen Welt mitbestimmen zu können. Dabei geht es nicht um kurzfristigen Erfolg, sondern darum, dass die Erbringung von professionellen Immobiliendienstleistungen, wie wir sie heute kennen, auch in Zukunft attraktiv bleibt.

    Müssen die Immobilienmakler und -bewirtschafter um Ihr Geschäftsmodell fürchten?
    Wenn wir die Entwicklungen ausserhalb der Immobilienwirtschaft beobachten, führt die Digitalisierung zweifellos zu radikalen Veränderungen von lang bewährten Geschäftsmodellen. Mit anderen Worten, die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten, um den heutigen Bedürfnissen von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Kunden gerecht zu werden. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wir stellen jedoch fest, dass der Reifegrad der Entwicklung nun so weit ist, dass die Veränderungen zunehmend für Unternehmen in der Immobilienwirtschaft spürbar werden. Unternehmen, die sich an die Dynamik der digitalen Welt anpassen, müssen sich um ihr Geschäftsmodell keine Sorgen machen.

    Wie kann sich die Immobilienbranche auf die Herausforderungen der digitalen Zukunft vorbereiten?
    Es hat sich gezeigt, dass auch grosse etablierte Branchenakteure zu klein sind, um bei digitalen Entwicklungen einer Branche eine bedeutende Rolle einzunehmen. Somit empfehlen wir Immobilienunternehmen sich in einer leistungsstarken Interessensgemeinschaft wie der Next Property AG zusammenzuschliessen, um sich gemeinsam für vorteilhafte Rahmenbedingungen einzusetzen.

    Gibt es ein Beispiel dazu?
    Aktuelles Beispiel hierfür ist die Förderung des Immobilienmarktplatzes newhome, der sich an vereinbarte Branchengrundsätzte hält und bei dem die über 500 Next Property AG Aktionäre indirekt beteiligt sind. Gemeinsam wird mit frühzeitigen oder exklusiven Inseraten und gezielten Marketingaktionen dafür gesorgt, dass newhome zu einer regional wettbewerbsfähigen Marktplatzalternative für professionell vermarktete Immobilien wird. Wir empfehlen «newhome first».

  • Losinger Marazzi setzt Klimastrategie in ihren Projekten um

    Losinger Marazzi setzt Klimastrategie in ihren Projekten um

    Welche Klimastrategie verfolgt Losinger Marazzi?
    Lennart Rogenhofer: Mit unserer Klimastrategie verfolgen wir das Ziel, unsere CO²-Emissionen bis ins Jahr 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2021 zu reduzieren. Dieses erreichen wir, indem wir neben einem verstärkten Fokus auf Holzbau- sowie Renovationsprojekte die Nachhaltigkeit in allen Projekten als zentrales Thema behandeln. Dabei verfolgen wir einen wissenschaftlichen Ansatz gemäss der Science Based Targets Initiative, welche unter anderem auch unsere Zielerreichung auditiert.

    Wie wird die Strategie konkret umgesetzt?
    Wir integrieren die Nachhaltigkeit bereits seit Jahren vollumfänglich in unsere Unternehmensstrategie. Umgesetzte Belege dafür sind unter anderem die Grossprojekte Greencity in Zürich (2012 erstes 2000-Watt-Areal der Schweiz in Entwicklung), Erlenmatt West in Basel (2013 erstes 2000-Watt-Areal der Schweiz in Betrieb) oder das nachhaltige Quartier Églantine in Morges im 2019.

    Nach weiteren Vertiefungsschritten in den letzten Jahren setzen wir unsere Klimastrategie systematisch um. Seit 2019 erstellen wir kohärent für jedes Projekt eine CO2-Bilanz für die Erstellung und den Betrieb der Gebäude – also über den gesamten Lebenszyklus eines Projekts und unabhängig von den angestrebten Umweltlabels. So konnten wir eine Erfahrungsdatenbank aufbauen, die es ermöglicht, die Emissionen zukünftiger Projekte abzuschätzen und zu reduzieren.

    Welche Ziele verfolgt Losinger Marazzi in Bezug auf den Holzbau?
    Der Holzbau ist ein Fokusthema der Klimastrategie von Losinger Marazzi. Diese sieht vor, verstärkt auf Baustoffe mit tiefen CO2-Emissionen wie zum Beispiel Holz zu setzen. Unsere Klimastrategie zielt darauf ab, ab der Konzeption die Lebenszyklusemissionen eines Gebäudes in dessen Erstellung und Betrieb möglichst tief zu halten. Der vermehrte Einsatz von Holz ist hier natürlich ein wichtiges Element, immer nach dem Grundsatz «Das Richtige Material am richtigen Ort». Das heisst,einen Fokus auf lokale, leichte, biobasierte Materialien dort zu setzten, wo sie gemäss ihren technischen Eigenschaften am besten passen und einen maximalen Einfluss auf die Nachhaltigkeit haben. Das kann neben einer Reduktion der CO2-Emissionen beispielsweise auch eine bessere Rückbaubarkeit oder ein Beitrag zu einem angenehmen Innenraumklima sein. Diese Strategie setzen wir konkret bereits in Projekten wie dem Greencity Baufeld B6 (Vergé), dem Verwaltungsgebäude des Kantons Luzern und dem Dienstleistungsgebäude BERN 131 um.

    Aktuelle Projekte:
    Greencity Baufeld B6 (Vergé)
    In Zürich mit einem optimierten Energiekonzept (100 % erneuerbar) und einer voll auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Materialisierung (Holz-Fassade, Leichtbau-Innenwände, schlanke Tragstruktur, etc.)

    Verwaltungsgebäude des Kantons Luzern
    Für rund 1500 Mitarbeitende am Seetalplatz in Emmenbrücke (LU), unter anderem mit einem Atrium aus Holz, SNBS-Gold und Minergie-P-ECO Zertifizierung

    Dienstleistungsgebäude BERN 131
    Im Wankdorf Bern mit Photovoltaik-Modulen auf dem Dach und an den Fassaden, Holzbau und SNBS Gold Zertifizierung

    Stadterneuerungsprojekte Côté Parc
    In Genf und Spenglerpark in Münchenstein (BL), in welchen aktiv auf eine Nutzung und Aufwertung des Bestands anstatt auf einen Abriss-Neubau gesetzt wurde

  • Marktposition durch Unternehmensübernahme gestärkt

    Marktposition durch Unternehmensübernahme gestärkt

    Die gammaRenax AG schlüpft unter das Dach der ISS Facility Services AG in Zürich. Das Dübendorfer Unternehmen wird künftig unter der Marke ISS firmieren, informiert die Schweizer Tochter der weltweit tätigen ISS-Gruppe für Liegenschaftsverwaltung und Gebäudemanagement mit Hauptsitz in Kopenhagen in einer Mitteilung. Über den Kaufpreis werden in der Mitteilung keine Angaben gemacht.

    «Die Übernahme von gammaRenax AG repräsentiert eine wichtige Erweiterung unserer Kompetenzen und eine Stärkung unserer Marktposition», wird André Nauer, CEO von ISS Schweiz, in der Mitteilung zitiert. «GammaRenax steht, gleich wie ISS Schweiz, für Qualität, Kundenorientierung und Professionalität.» Die Neuerwerbung soll das Angebot der ISS Facility Services AG bei Servicedienstleistungen für Hotels und im Hygienemanagement für Bäder- und Wellness-Bereiche sowie bei Aus- und Weiterbildungen erweitern.

    Severin Gallo, bisheriger Eigentümer und Geschäftsleiter der gammaRenax AG, zieht im Zuge der Übernahme in den Verwaltungsrat der ISS Facility Services AG ein. «Severin Gallo ist innerhalb unserer Branche ein anerkannter Experte und einer der führenden Köpfe, welcher die Facility Services-Branche über die letzten 27 Jahre geprägt hat», erläutert Nauer. «Mit dem Eintritt in unseren Verwaltungsrat wird er sich auch strategisch für die professionelle Integration engagieren und darüber hinaus strategische Beratungsleistungen erbringen.»

  • Historische Wahl bei Schweizer Ingenieur- und Architektenverband

    Historische Wahl bei Schweizer Ingenieur- und Architektenverband

    Susanne Zenker ist von der Delegiertenversammlung zur neuen Präsidentin des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverbandes (SIA) gewählt worden. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, ist damit zum ersten Mal in der etwa 190-jährigen Geschichte des Berufsverbandes eine Frau an die Spitze gewählt worden. Die gebürtige Schwedin, an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) ausgebildete Architektin, bringt langjährige Erfahrungen im Baubereich und in der Gestaltung nachhaltigen Lebensraums mit ins Amt, heisst es in der Mitteilung. Derzeit ist Susanne Zenker Leiterin des Bereiches Development und Mitglied der Geschäftsleitung von SBB Immobilien. Zudem ist sie Stiftungsrätin der Stiftung Baukultur Schweiz.

    „Der SIA vereint mit seinen Mitgliedern ein enormes Wissen und Engagement unter seinem Dach“, wird Zenker aus ihrer Rede in der Mitteilung zitiert. „Die nachhaltige Gestaltung des Lebensraums ist eine anspruchsvolle und vielfältige Aufgabe. Im SIA müssen wir darum unser Wissen noch mehr vernetzen, um wirkungsvoll zu bleiben. Dafür möchte ich mich als Präsidentin einsetzen“. Susanne Zenker übernimmt ihr Amt am 1. Juli 2024 und wird die SBB Immobilien Ende Juni verlassen.

    „Die Wahl einer Frau an die Spitze des Vereins ist ein historischer Moment. Mit Susanne Zenker gewinnt der SIA eine erfahrene Brückenbauerin. Ich bin überzeugt, dass sie die vielfältigen Interessen im Verein auf gemeinsame Ziele auszurichten vermag“, erklärt Alain Ouveley, einer der interimistischen Co-Präsidenten.

    Des Weiteren haben die Delegierten Sarah Kristin Schalles in den Vorstand gewählt.

  • Helvetica stärkt Führungsteam zur Umsetzung strategischer Ziele

    Helvetica stärkt Führungsteam zur Umsetzung strategischer Ziele

    Im Rahmen ihrer langfristigen Unternehmensstrategie wurden wichtige Personalentscheidungen getroffen, um ihre Führungsebene zu stärken und das Unternehmen im Wettbewerb optimal zu positionieren. Die neuesten Ergänzungen des Teams umfassen Dirk Adriaenssen als Leiter des Asset Managements, Mauro Golinelli als Spezialist für Investor Relations und Ruedi Voegeli, der die Abteilung Finance, Controlling und Accounting übernimmt.

    Dirk Adriaenssen bringt mehr als 25 Jahre Branchenerfahrung in den Bereichen Einzelhandels-, Büro- und Wohnimmobilien mit. Er war in verschiedenen europäischen Märkten aktiv, darunter zehn Jahre in der Schweiz. Zuletzt unterstützte er die Integration der Immobilienportfolios von Credit Suisse in das UBS-Portfolio und leitete zuvor als Country Managing Director bei Redevco das Management gewerblicher Immobilienportfolios in der Schweiz und Zentraleuropa. Adriaenssen, der einen Master in Rechtswissenschaften von der Universität Brüssel hält und als MRICS zertifiziert ist, wird bei Helvetica das Asset Management und die strategische Immobilienbetreuung leiten.

    Mauro Golinelli, der am 1. Juni 2024 beginnt, wird als Client Relationship Manager die Beziehungen zu Investoren pflegen und insbesondere die Präsenz des Unternehmens in der Westschweiz verstärken. Mit über zehn Jahren Erfahrung bei der Swiss Finance & Property Group verfügt er über tiefgreifende Kenntnisse im Vertrieb von Immobilienanlagen und ist ein eidgenössisch diplomierter Finanz- und Anlageexperte.

    Ruedi Voegeli, der seit Januar 2024 Teil des Teams ist, übernimmt als Leiter der Abteilungen Finance, Controlling und Accounting. Voegeli war als CFO der PFS Pension Fund Services und davor bei der Edelweiss Air tätig. Er bringt umfassende Erfahrung in der Finanzleitung mit und ist Betriebsökonom FH sowie eidgenössisch diplomierter Experte in Rechnungslegung und Controlling.

    Diese strategischen Neubesetzungen sind Teil vom Bestreben, ihre Fonds effektiv zu managen und innovative Lösungen anzubieten, die den sich ändernden Marktbedingungen gerecht werden. Die Erweiterung des Teams soll dazu beitragen, die Ziele der Fonds effizient umzusetzen und die Position als führendes Unternehmen im Bereich der Immobilieninvestitionen zu festigen.

  • Beatrice Lifart tritt als neue CEO an

    Beatrice Lifart tritt als neue CEO an

    Seit ihrem Einstieg im Jahr 2000 als Leiterin des Bereichs Human Resources hat Beatrice Lifart ihre Karriere kontinuierlich ausgebaut. Ihre jüngste Position als Stellvertreterin des CEO hat sie mit ihrem tiefgreifenden Verständnis für das Unternehmen und ihre aussergewöhnlichen Managementfähigkeiten ausgefüllt. Unter ihrer Leitung hat sich der Bereich Human Resources stark darauf konzentriert, die Entwicklung und Förderung von Mitarbeitenden voranzutreiben, was wiederum die Grundlage für hohe Kundenzufriedenheit bildete.

    Als Mitglied der Geschäftsleitung und in ihrer Rolle als stellvertretende CEO hat Lifart entscheidend zum Unternehmenserfolg beigetragen. Ihre Fähigkeit, strategische Weitsicht mit einem starken Fokus auf Kundenorientierung zu verbinden, hat sie auch in verschiedenen interimistischen Leitungspositionen, unter anderem in der Leitung des Baumanagements, unter Beweis gestellt. Diese Erfahrungen machen sie zur idealen Führungskraft, um Livit in einer sich schnell wandelnden Branche weiterhin erfolgreich zu positionieren.

    Hermann Inglin, der Verwaltungsratspräsident, betont Lifarts bedeutenden Einfluss auf das Unternehmensimage: «Beatrice Lifart hat massgeblich dazu beigetragen, dass Livit heute als innovatives und zukunftsorientiertes Unternehmen wahrgenommen wird. Ihre herausragende Kundenorientierung und ihr strategischer Weitblick haben neue Standards in der Branche gesetzt.» Mit Beatrice Lifart an der Spitze setzt der Verwaltungsrat auf eine erfahrene Führungskraft, die Stabilität und Qualität in der Weiterentwicklung von Livit gewährleisten wird. Ihre Vision für das Unternehmen, gepaart mit ihrem Engagement für Innovation und Kundenzufriedenheit, verspricht eine dynamische Zukunft für Livit.

  • Erfolge, Perspektiven und Highlights des 100. immoTable in Zürich

    Erfolge, Perspektiven und Highlights des 100. immoTable in Zürich

    Im Rahmen des 100. immoTable im Ambassador House, einer der Top-Veranstaltungen für die Immobilienbranche, wurden nicht nur Fortschritte gefeiert, sondern auch Themen wie nachhaltige Stadtentwicklung und Fachkräftemangel angesprochen. Sabine Billeter fasste die Entwicklungen der letzten fünf Jahre kurz zusammen. Danach stellte Arun Banovi die neue branchenspezifische Jobplattform vor, die eine wichtige Ressource für Fachkräfte darstellt. Die immoMedia verantwortet mehrere Mediengefässe, wie den immoNewsletter auf immo-invest.ch, immobilienJobs.ch, immoTermine.ch, das Magazin immo!nvest eine Plattform für Standorte und Immobilien.

    Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Diskussion über die Entwicklungsstrategien von Zürich, die Fabian Streiff, Leiter der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, vorstellte. Er betonte die starke Position Zürichs im Vergleich zu anderen europäischen Städten und skizzierte innovative Projekte wie die Forschung der Hochschulen, Unis und ETH zu Themen wie Drohneninfrastruktur, Regulierung der letzten Meile und Verbindung mit Co-Working und Begegnungszonen für Fussgänger und Radfahrer sowie dem ÖV-Netz. Auch der zunehmende Fachkräftemangel und die demografischen Herausforderungen standen im Fokus der Diskussion.

    Martin Schneider, stellvertretender Direktor des Amtes für Städtebau der Stadt Zürich, beleuchtete die Notwendigkeit, Wohnraum für das prognostizierte Wachstum der Stadt zu schaffen. Er verwies auf die Bedeutung flexibler Wohnkonzepte und die Notwendigkeit, Flächenumnutzungen dem Lärmschutz und Klimazielen anzupassen. Er sprach auch über Stadterweiterung und Verdichtung im Rahmen des ISOS, was die Komplexität der Stadtentwicklung verdeutlicht.

    Auch das nachhaltige Bauen wurde diskutiert, vertreten durch die Jura Cement-Fabriken AG, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 nachhaltig mit Beton zu bauen. Die Reduktion des CO2-Ausstosses durch veränderte Materialzusammensetzungen wurde als wichtiger Faktor in der zukünftigen Baupraxis hervorgehoben. Auch die EWZ hat sich zum Ziel gesetzt, 100% klimaneutral zu heizen und zu kühlen. Die Vorgehensweise wurde den Teilnehmern anhand der Projekte Guggach und Greencity veranschaulicht.

    Abschliessend betonte Stefan Fahrländer, Inhaber von Fahrländer Partner Raumentwicklung, die Notwendigkeit politischer Massnahmen, um den Bauprozess zu beschleunigen und damit die Reaktionsfähigkeit auf die Marktbedürfnisse zu verbessern. Seine Ausführungen unterstrichen die Notwendigkeit einer schnelleren und effizienteren Umsetzung von Bauprojekten in der Schweiz.

    Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Auftritt des Rappers und Beatboxers Knackeboul, der die Inhalte der Veranstaltung in einem dynamischen Rap zusammenfasste. Auf diese Weise wurde die Verbindung von Fachwissen und kultureller Integration auf unterhaltsame Weise veranschaulicht.

  • App revolutioniert Asbestkontrolle in Gebäuden

    App revolutioniert Asbestkontrolle in Gebäuden

    In der Baubranche bleibt Asbest ein vorrangiges Problem, auch Jahrzehnte nach seinem Verbot. Unsachgemäße Renovierungs- oder Abrissarbeiten an betroffenen Gebäuden können gefährliche Asbestfasern freisetzen, die eine erhebliche Gesundheitsgefahr darstellen. Die neueste VDI Norm DIN 6202 Blatt 3 setzt neue Standards für präzise Schadstoffuntersuchungen, die durch den Einsatz der „IK-Report-App“ effizient umgesetzt werden können.

    Die von Robin Krepp, Geschäftsführer und Mitgründer der IK-Report GmbH, vorgestellte App ermöglicht eine direkte Datenerfassung auf mobilen Geräten, was den Bedarf an nachträglicher Digitalisierung reduziert und den Prozess der Schadstoffuntersuchung erheblich vereinfacht. Durch die intuitive Benutzeroberfläche und die sofortige Verarbeitung der Daten können Fachkräfte schnell und genau handeln, ohne aufwendige manuelle Schritte.

    Die App integriert fortschrittliche Funktionen wie die Verknüpfung von Befunden und die automatische Berechnung der Aussagesicherheit nach VDI 6202 Blatt 3. Diese Funktionen erlauben eine präzise Planung der Probenahme und die Anpassung an neue Erkenntnisse während der Begehung. Ein weiterer Vorteil ist die Vermeidung von Übertragungsfehlern durch die direkte digitale Erfassung, was die Genauigkeit der Daten und die Zuordnung von Fotos und Lageplänen verbessert.

    Zusätzlich zur Erfassung von Asbest kann die App auch für andere Schadstoffe eingesetzt werden und unterstützt die Dokumentation und Bewertung von Luftmessungen und asbesthaltigen Brandschutzklappen. Die Anwendungsbreite der IK-Report-App macht sie zu einem essentiellen Tool für die moderne Baubranche, das nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Gesundheitssicherheit am Bau wesentlich erhöht.

  • Glarner Kantonalbank sucht Projekte für Nachhaltigkeitspreis

    Glarner Kantonalbank sucht Projekte für Nachhaltigkeitspreis

    Die Glarner Kantonalbank (GLKB) vergibt einmal pro Jahr den Glarner Nachhaltigkeitspreis. Die GLKB möchte damit Projekte und Initiativen von Glarnerinnen und Glarnern fördern, die zur nachhaltigen Entwicklung im Kanton beitragen. Der Preis ist mit 10´000 Franken dotiert. Wie die GLKB mitteilt, können Bewerbungen für die dritte Auflage des Preises ab jetzt und bis zum 30. Juni eingegeben werden.

    Eingereicht werden können Projekte, die sich mit mindestens einer der drei Säulen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft auseinandersetzen. Unter Umwelt fallen die Reduktion von Treibhausgasen und erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Reduktion schädlicher Stoffe oder Biodiversität. Im Bereich Gesellschaft sollten sich die Projekte mit Fairness und Gerechtigkeit, sozialem Engagement oder der Förderung der Glarner Kultur befassen. Für die Wirtschaftsförderung sind Ideen gefragt, die zur Schaffung lokaler Arbeitsplätze beitragen oder nachhaltige Geschäftsmodelle mit Entwicklungspotenzial sowie innovative Technologien umfassen.

    Teilnehmen können Privatpersonen und juristische Personen wie zum Beispiel Vereine. Auch Forschungsarbeiten und Anträge zu wissenschaftlichen Arbeiten sind zugelassen, sofern sie „eine deutliche Nachhaltigkeitswirkung auf den Kanton Glarus haben“ oder bei überregionaler Wirkung eine direkte Verbindung der designierten Preisgewinnerinnen und -gewinnern zum Kanton Glarus bestehe, heisst es in der Mitteilung.

    Im vergangenen Jahr gewann der Wärmeverbund Obstalden den Preis. Der Wärmeverbund wird allein mit lokalen und erneuerbaren Energien gespiesen und sichert Arbeitsplätze. Das Projekt war aus insgesamt 21 Einsendungen ausgewählt worden.

  • Mischa Bosshard führt Haupt + Studer AG

    Mischa Bosshard führt Haupt + Studer AG

    Mischa Bosshard hat am 1. April die Geschäftsleitung der Haupt + Studer AG übernommen. Der bisherige Projektleiter legt laut einer Mitteilung des Unternehmens besonderen Wert auf ein partnerschaftliches Verhältnis mit den Kunden, auf Nachhaltigkeit und auf die Förderung von Mitarbeitenden und Lernenden. „Fundiertes Fachwissen ist in unserer Branche unabdingbar, und die Jungen sind unsere Zukunft“, wird Bosshard in der Mitteilung zitiert. „Was wir ihnen beibringen, können sie weiterführen und ausbauen.“

    Bosshard tritt an die Stelle von René Hasler. Der langjährige Geschäftsleiter konnte mit den Jubiläumsfeiern Ende März zum 100. Geburtstag der Firma einen weiteren Meilenstein in der Geschichte von Haupt + Studer setzen.

    Haupt + Studer ist in den Bereichen Elektroinstallationen, Gebäudetechnik und Telematik tätig. Es beschäftigt 41 Fachkräfte sowie zehn Lernende. Seit 2007 gehört es zur Baumann Koelliker Gruppe.

  • UBS ernennt neuen Leiter für globale Immobilien-Investments

    UBS ernennt neuen Leiter für globale Immobilien-Investments

    Die Schweizer Großbank UBS hat eine Neubesetzung in ihrem Asset Management Bereich bekannt gegeben. Jon Hollick wurde zum neuen Leiter der weltweiten Immobilien-Investments ernannt, eine Position, die alle Märkte außerhalb der Schweiz, Deutschlands und Österreichs (DACH) umfasst. Diese Änderung folgt auf die Integration des Geschäfts der Credit Suisse (CSAM) in die Strukturen der UBS, was zu einer Neustrukturierung des Immobilienteams geführt hat.

    Hollick, der bisher das Immobiliengeschäft der UBS in der Marktregion Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) leitete, mit Ausnahme der DACH-Region, bleibt in seiner neuen Rolle Joe Azelby, dem Leiter des Bereichs Real Estate & Private Markets, unterstellt. Mit der Übernahme der Geschäfte der Credit Suisse hat UBS ihre Position als einer der weltweit führenden Immobilienmanager weiter gefestigt und plant, die sich daraus ergebenden Wachstumschancen auf ihrer erweiterten globalen Plattform zu nutzen.

    Neben der Ernennung von Hollick gibt es auch Berichte über Mitarbeiterwechsel von der übernommenen Credit Suisse zu Konkurrenzunternehmen. Trotz dieser Veränderungen bleibt die Leitung der DACH-Region unter der Verantwortung von Daniel Brüllmann unverändert.

    In seiner neuen globalen Rolle wird Hollick die Wachstumsziele im Immobilienbereich der UBS weiterentwickeln und ausbauen. Bis ein Nachfolger für die Leitung der EMEA-Region gefunden wird, wird Hollick diese Märkte weiterhin betreuen.

  • Dr. Tanja Pohle tritt als neue Partnerin in die Geschäftsleitung von pom+Consulting AG ein

    Dr. Tanja Pohle tritt als neue Partnerin in die Geschäftsleitung von pom+Consulting AG ein

    Die Berufung von Dr. Tanja Pohle in die Geschäftsleitung, repräsentiert einen wichtigen strategischen Schritt. Dr. Pohle, die bereits seit 2013 im Unternehmen tätig ist, hat sich durch ihre Arbeit im Bereich der Organisationsentwicklung und Prozessgestaltung, insbesondere in der Immobilienwirtschaft, einen Namen gemacht.

    Ihre Rolle als Head of Service Unit Organisation & Processes ermöglichte es ihr, signifikante Fortschritte im Bereich der Workplace Solutions zu erzielen. Dies beinhaltete die Einführung neuer Beratungsansätze, die sich an den sich verändernden Bedürfnissen einer modernen Arbeitswelt orientieren. Besonders hervorzuheben ist dabei ihr Engagement für Smart Office- und New-Work-Konzepte, die durch die Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen haben.

    Der akademische Hintergrund, mit einem Diplom in Bauingenieurwesen von der Technischen Universität Berlin, einem Doktorat in Baubetriebswissenschaften von der ETH Zürich und einem MBA im Business Engineering von der Universität St. Gallen, bildet die Grundlage für ihre umfassende Expertise. Ihre Fähigkeiten in der Organisationsentwicklung, verbunden mit ihrem Verständnis für technische und betriebswirtschaftliche Aspekte, haben maßgeblich zur Entwicklung des Unternehmens beigetragen.

    Mit Dr. Pohles Ernennung zur Partnerin soll ihre Expertise und Erfahrung nun auch in strategische Entscheidungen einfließen. Ihre bisherige Laufbahn, die durch vielseitige Kompetenzen und innovative Ansätze gekennzeichnet ist, passt hervorragend zur Unternehmensphilosophie Sie wird in ihrer neuen Rolle in der Geschäftsleitung maßgeblich dazu beitragen, die zukünftige Richtung mit zu gestalten und die Prinzipien des New Work in der Immobilienwirtschaft weiter zu verankern.

  • Wie wichtig ist Wasserstoff für die Energiewende?

    Wie wichtig ist Wasserstoff für die Energiewende?

    Thomas Justus Schmidt bestätigt die unverzichtbare Rolle von Wasserstoff (H2) für die Erreichung der Klimaneutralität der Schweiz bis 2050. Laut wissenschaftlichen Berechnungen und Modellen ist Wasserstoff ein essenzielles Element der Energiewende mit vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten, darunter Energiespeicherung, Stromerzeugung, Heizung, Chemikalienproduktion und Treibstoffherstellung. Besonders grüner Wasserstoff, hergestellt durch Elektrolyse mit erneuerbaren Energien, spielt eine Schlüsselrolle in der Reduktion von Kohlendioxidemissionen.

    Das Paul Scherrer Institut (PSI) leistet seit 35 Jahren Pionierarbeit in der Wasserstoff-Forschung, beginnend mit Brennstoffzellen bis hin zur Elektrolyse und der Entwicklung von Power-to-X-Technologien. Schmidt, seit 2011 in leitender Position am PSI tätig, betont die Bedeutung von Zukunftsszenarien und Modellierungen des Energiesystems, um realistische Pfade zur Erreichung des Netto-Null-Ziels aufzuzeigen.

    Wasserstoff hat in der Wissenschaft und Öffentlichkeit diverse Wahrnehmungszyklen durchlaufen. Anfangs als Wunderlösung gepriesen, folgten Phasen der Skepsis, besonders in der Automobilindustrie, wo frühere Annahmen über die Einfachheit der Brennstoffzellentechnologie revidiert wurden. Heute ist das Verständnis und die Technologie deutlich fortgeschrittener, was die gesteigerte Aufmerksamkeit rechtfertigt.

    Schmidt räumt mit gängigen Vorurteilen gegen Wasserstoff auf, darunter Sicherheitsbedenken und technische Herausforderungen wie die Diffusion aus Gasflaschen. Er betont, dass moderne Kohlefaserverbundstoffe und verbesserte Technologien diese Probleme gelöst haben. Ebenso ist die Anpassung bestehender Infrastrukturen wie Erdgasnetze und Gasturbinen für Wasserstoff möglich und wird bereits von großen Unternehmen wie Siemens und General Electric vorangetrieben.

    Trotz höherer Kosten im Vergleich zu fossilen Brennstoffen, wenn man nur lokale und untersystemische Kosten betrachtet, argumentiert Schmidt, dass Wasserstoff wirtschaftlich vorteilhaft wird, wenn man Umwelt- und Klimaschäden miteinbezieht. Die Forschung konzentriert sich auch darauf, die Abhängigkeit von Edelmetallen in Elektrolyseuren und Brennstoffzellen zu reduzieren.

    Abschließend betont Schmidt die Notwendigkeit gesellschaftlicher und politischer Entscheidungen zur Implementierung von Wasserstofftechnologien. Er ist zuversichtlich, dass die Schweiz aufgrund sinkender Produktionskosten und internationaler Wasserstoffstrategien, insbesondere Deutschlands, diesen Weg erfolgreich beschreiten wird. Unser Swiss-Times-Energy-Modell prognostiziert, dass 7 bis 10 Prozent des gesamten Energiebedarfs der Schweiz durch Wasserstoff gedeckt werden müssen, um das Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen.

  • Das digitale Herz der Baubranche weiter gedacht bis Facility Management

    Das digitale Herz der Baubranche weiter gedacht bis Facility Management

    Ein digitaler Zwilling, das BIM-Modell, welches den kompletten Lebenszyklus eines Gebäudes detailgetreu abbildet. Damit wird die Planung und Umsetzung von Bauvorhaben schneller, produktiver und effizienter. Und das Beste: Alle Beteiligten können jederzeit und überall auf dieses Modell zugreifen, wodurch es in nahezu allen Phasen des Projektlebenszyklus zur Anwendung kommt – von der Planung bis zur Wartung und Instandhaltung. Mit Herrn Samuel Klaus konnten wir ein Gespräch führen.

    Herr Klaus, wie engagiert sich die Stadt Thun in der Digitalisierung der Bauwirtschaft?
    Die Stadt Thun verfolgt seit 2020 eine Digitalisierungsstrategie, aus der das Amt für Stadtliegenschaften (AfS) eine BIM-Strategie entwickelt hat. Im Austausch mit Verbänden, Kantonen sowie Planern fördert das AfS die Umsetzung von BIM und unterstützt alle Prozessbeteiligten sowie KI-Startups. Offen für innovative Digitalisierungsideen, teilt das AfS sein Wissen in Projekten und informiert seine Partner an Informationsveranstaltungen, um gemeinsam erfolgreiche Projekte zu realisieren.

    Welche Vorteile bietet BIM mit dem digitalen Zwilling für die Planungs- und Bauteams?
    Der digitale Zwilling verbessert die Qualität in der Planungs- und Ausführungsphase durch die automatische Generierung von Checklisten und Prüfprotokollen. Er erleichtert Freigabeprozesse und ermöglicht eine frühzeitige Kostensicherheit sowie Kollisionsprüfungen. Das Common Data Environment reduziert den E-Mail-Verkehr und spart Zeit, während die Verknüpfung von Dokumenten mit dem Modell den Zugriff auf Informationen erleichtert. Im BIM-Prozess sind Informationen direkt mit dem Modell verknüpft, was eine effiziente Projektsteuerung ermöglicht.

    Kann BIM dazu beitragen, Informationsverluste zu verhindern?
    Die konsequente Anwendung von BIM über das Bauprojekt hinaus und die Einbindung des Facility Managements (FM) in die BIM-Strategie bringt Vorteile. Klare Prozesse für die Übergabe an CAFM. Der digitale Zwilling als Grundlage aller Prozesse verhindert Informationsverluste. Im AfS-Kontext können alle Abteilungen vom Portfoliomanagement über das FM bis hin zu den Projektbeteiligten auf die Datenbasis des digitalen Zwillings zugreifen.

    Wie kann das Facility Management von BIM profitieren?
    Das Facility Management (FM) profitiert von den strukturierten Informationen des digitalen Zwillings, insbesondere nach Abschluss der Bauarbeiten. Statt in vielen Ordnern zu suchen, sind alle Bauteilinformationen im digitalen Zwilling verknüpft, was ein schnelleres Verständnis und eine optimierte Instandhaltungsplanung ermöglicht.

    Welche Auswirkungen hat die Nutzung von BIM auf die Effizienz von Reparatur- und Wartungsarbeiten im FM?
    Durch die Integration von Building Information Modeling (BIM) und Digitalem Zwilling im Facility Management (FM) werden Reparatur- und Wartungsarbeiten effizienter. Der digitale Zwilling zentralisiert Gebäude- und Anlageninformationen, erleichtert die vorbeugende Instandhaltung und verbessert die Kommunikation. Dies optimiert den Ressourceneinsatz und unterstützt Compliance- und Nachhaltigkeitsstandards. Die Dokumentation der Wartungs- und Reparaturhistorie ermöglicht datenbasierte Entscheidungen, Kosteneinsparungen und verbesserte Wartungspläne, wodurch die Durchführung von Reparatur- und Wartungsarbeiten insgesamt effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger wird.

    Welche Vorteile bietet die digitale Gebäudeverwaltung durch BIM?
    Der digitale Zwilling ermöglicht eine genauere Bewertung des Gebäudezustands und die Optimierung von Strategien. Zum ersten Mal kann der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes detailliert dargestellt werden, was das Verständnis für Herausforderungen wie Nachhaltigkeit verbessert. Der digitale Zwilling ermöglicht es, den CO2-Fussabdruck zu verfolgen, eine Materialdatenbank zu erstellen und proaktiv auf den Klimawandel zu reagieren. Er ermöglicht auch eine transparente Dokumentation des Ressourcenverbrauchs, fördert die Entwicklung nachhaltiger Betriebsstrategien und unterstützt die Identifikation von Optimierungspotenzialen für umweltfreundliche Prozesse und Materialien.

  • Ein neues Kapitel in Stadtgestaltung und Lebensqualität

    Ein neues Kapitel in Stadtgestaltung und Lebensqualität

    Susanne Szentkuti. Sie sind Stadtplanerin und Co-Leiterin des Planungsamts der Stadt Thun.
    Welches sind Ihre Kernaufgaben?

    Die Stadtplanung schafft Grundlagen für eine qualitätsvolle Innenentwicklung der Stadt Thun. Dabei wollen wir die bestehenden Qualitäten des Wohn- und Arbeitsstandorts Thun weiter stärken und spezifische Identitäten erhalten. Gleichzeitig soll Raum für neue Nutzungen geschaffen werden, damit sich Thun auch künftig als attraktive Wohn- und Arbeitsstadt positionieren kann. Nebst der sorgfältigen Abstimmung der Siedlungsentwicklung auf die heutige und zukünftige Mobilität, gilt es insbesondere unsere wertvollen Landschaftsräume und -qualitäten zu erhalten und zu vernetzen.

    Welches sind aktuell Ihre grössten Herausforderungen?
    Wir sind gefordert, die vielfältigen und zahlreichen Ansprüche an den begrenzt zur Verfügung stehenden Raum so gut wie möglich aufeinander abzustimmen und dabei stets das öffentliche Interesse im Auge zu behalten. Dabei können nicht immer alle Individualinteressen maximal erfüllt werden. Die vielfältigen Bedürfnisse im Rahmen sorgfältig gestalteter Prozesse und unter geeignetem Einbezug der Stakeholder und Bevölkerung auszuloten und zu vermitteln, ist eine der grössten Herausforderungen heutzutage. Dies macht die Stadtplanung gleichzeitig aber auch unheimlich spannend. Ebenso wichtig ist ein starker Fokus auf qualitätsvolle, vielfältig nutzbare öffentliche Räume und Freiräume. Diese werden bei fortschreitender Innenentwicklung immer wichtiger und wir sollten vermehrt lernen, die Stadt aus den Freiräumen heraus zu denken und nicht in erster Linie aus den Hochbauten heraus.

    Was machen Sie für die Standortentwicklung?
    Mit der Ortsplanungsrevision (Revision der Bau- und Zonenordnung), welche demnächst durch den Kanton genehmigt werden sollte, schaffen wir die Grundlage für eine effizientere Nutzung des Bodens, sei es in Wohn-, Misch- oder Arbeitsgebieten. Insbesondere in den Mischgebieten soll vermehrt ein attraktiver Mix aus Wohnen, Arbeiten, Dienstleistung, Versorgung und Freizeit stattfinden können. Mit der Stärkung weiterer zentraler, gut erschlossener Lagen (neben der Thuner Innenstadt) wie bspw. Thun Süd, Thun Nord oder entlang der Gwattstrasse kann zusätzlicher und attraktiver Raum für bestehende und neue Unternehmen geschaffen werden. Nicht zu vergessen sind dabei auch die zwei kantonalen Entwicklungsschwerpunkte ESP Bahnhof und ESP Thun Nord. Beide Gebiete verfügen dank ihrer Lage, der heutigen und künftigen Funktion als multimodale Verkehrsdrehscheiben sowie der transformierbaren Flächen über ein enormes Potential für Arbeitsplätze und zeitgemässe Wohnangebote.

    Welches sind aktuell die bedeutendsten Bauprojekte in Thun?
    Die Liste ist – zum Glück – lang! Wir arbeiten gemeinsam mit diversen Grundeigentümern und externen Partnerinnen an sehr spannenden und für Thuns Entwicklung bedeutenden Projekten. Einige davon werden in der vorliegenden Ausgabe von immoinvest porträtiert. Bedeutend sind, um nur eine Auswahl zu nennen;

    • der ESP Bahnhof Thun
    • der ESP Thun Nord
    • das Siegenthalergut
    • die Hoffmatte
    • die Bostudenzelg
    • die Freistatt
    • das Projekt Bernstrasse
    • das Projekte Gewerbestrasse

    Diese attraktiven und lebendigen neuen Stadtbausteine leisten einen wichtigen Beitrag zu den so dringend benötigten Wohnangeboten.

    Haben Sie noch freie Entwicklungs-Areale für die Zukunft?
    Mit dem Siegenthalergut und der Bostudenzelg können wir in absehbarer Zeit zwei der letzten noch nicht bebauten Flächen im Siedlungsgebiet entwickeln. Die weiteren Entwicklungen konzentrieren sich vermehrt auf die Transformation und Weiterentwicklung bereits bestehender Gebiete, welche im Rahmen von sogenannten Sondernutzungsplanungen entwickelt werden. Hier wären – nebst den bereits erwähnten – insbesondere das Gebiet Bahnhof West und die Gwattstrasse zu nennen. Auch das Gebiet Schönau West, das hauptsächlich von Genossenschaftssiedlungen geprägt ist, ist erwähnenswert.

    Wo steht Thun in Sachen Mobilität?
    Der Bahnhof Thun ist die Verkehrsdrehscheibe der Region. Dank der Weiterentwicklung und Neugestaltung des ESP Bahnhof sichern wir die Leistungsfähigkeit dieser Drehscheibe für die kommende Generation. Gleichzeitig wird 2032 im ESP Thun Nord eine neue S-Bahn-Haltestelle in Betrieb genommen, welche als neue Mobilitätsdrehscheibe nicht nur diesen neuen Stadtteil optimal erschliesst, sondern zusammen mit einer neuen tangentialen Buslinie die Gebiete Steffisburg – Thun Nord – Thun West und Thun Süd optimal verbindet und damit auch den Bahnhof entlastet. Die Stadt Thun verfügt schon heute über ein dichtes Busnetz, welches in den kommenden Jahren weiter optimiert wird. Darüber hinaus werden in den nächsten Jahren basierend auf dem Gesamtverkehrskonzept der Stadt, neue attraktive Verbindungen fürs Velo und zu Fussgehende geschaffen.

    Was macht Thun als Wohnort attraktiv?
    Die Lebensqualität ist sehr hoch, man findet alles Lebensnotwendige auf kleinem Raum. Innenstadt und Wohnquartiere sind auf kurzen Wegen erreichbar. Thun ist damit schon heute sehr nah an der sogenannten 15-Minuten-Stadt. Thun bietet ein sehr vielfältiges kulturelles- und Freizeit- sowie Versorgungsangebot. Die Stadt ist stark begrünt und umgeben von attraktiven Naherholungsräumen. Und von Thun aus ist man in kürzester Zeit in Bern, im Oberland, im Wallis oder sogar in Italien!
    Mit der Ortsplanungsrevision und den diversen laufenden Arealentwicklungen schaffen wir zudem die Grundlage, damit in den nächsten Jahren ein vielfältiges, attraktives und zeitgemässes Wohnangebot entsteht. So dass alle, die in Thun bleiben oder neu nach Thun kommen möchten ein passendes Wohnangebot in unserer attraktiven Stadt finden werden.

    Wie sieht es aus mit freiem Wohnraum in Thun?
    Thun verfügt über eine der niedrigsten Leerwohnungsziffern der Schweiz (0.09). Das zeigt, dass Thun als Wohnstadt sehr attraktiv ist. Gleichzeitig sind wir gefordert, das Wohnangebot so rasch wie möglich auszubauen. Mit der Ortsplanungsrevision und Projekten wie der Hoffmatte, dem Siegenthalergut, der Bostudenzelg sind wir gemeinsam mit unseren externen Partnern auf gutem Weg. Die Wohnstrategie 2030 des Gemeinderats und das Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 bilden dazu die strategische Grundlage. Ziel ist es, ein vielfältiges Wohnangebot zu schaffen, welches alle Generationen anspricht und verschiedenste Wohnformen umfasst.

    Gibt es in Thun günstigen Wohnraum?
    In Thun hat der genossenschaftliche Wohnungsbau eine lange Tradition. Genossenschaften und andere gemeinnützige Wohnbauträger leisten einen wichtigen Beitrag zu einem vielfältigen und erschwinglichen Wohnungsangebot, indem sie dem Prinzip der Kostenmiete verpflichtet sind. Aktuell liegt der Anteil an genossenschaftlichen Wohnungen bei 10.4 %. Dieser soll in den nächsten Jahren kontinuierlich gesteigert werden. Mit Projekten wie der Freistatt, der Bostudenzelg oder dem Siegenthalergut kann die Stadt diese Wohnformen direkt fördern, indem sie Land im Baurecht an gemeinnützige Wohnbauträger abgibt. Zudem unterstütz sie die Genossenschaften bei der Erneuerung und Weiterentwicklung ihrer bestehenden Siedlungen.

    Wo sehen Sie Thun in 30 Jahren?
    Thun wird nach wie vor als Thun erkennbar sein. Mit seinen unterschiedlichen Quartieridentitäten, der starken Durchgrünung und mit seiner lebendigen Innenstadt, die direkt an das zentral gelegene Bahnhofsquartier anschliesst – ein vielfältiger, attraktiver Ort, wo unterschiedlichste Nutzungen aufeinandertreffen. Im Norden der Stadt steigen die Leute aus der S-Bahn aus und finden sich in einem neuen Stadtquartier wieder, das Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Kultur und Naherholung vereint. Das alles nach wie vor umgeben von einer intakten und biodiversen Landschaft. Eine Stadt, in der es sich lohnt zu wohnen und zu arbeiten, zu leben.

  • Neue Führung bei SMG-Kommunikation

    Neue Führung bei SMG-Kommunikation

    Roswitha Brunner tritt ihre neue Funktion bei der SMG an, einem innovativen Schweizer Digitalunternehmen mit einem weitreichenden Netzwerk von Online-Marktplätzen wie ImmoScout24, AutoScout24 und anderen. Ihre Aufgaben umfassen die Verantwortung für die gruppenweite externe Kommunikation und die Rolle der Mediensprecherin für die SMG. Sie wird die strategische Kommunikation und Public Affairs des Unternehmens weiterentwickeln.

    Mit ihrer umfangreichen Erfahrung in Medienerfahrung und Public Affairs bringt Brunner wertvolle Kompetenzen in ihre neue Position ein. Zuvor war sie zwei Jahre für das PropTech-Startup PriceHubble tätig und hat über sechs Jahre in verschiedenen Funktionen bei der AMAG gearbeitet, zuletzt als Leiterin Group PR & CSR. Ihre früheren beruflichen Stationen umfassen eine Tätigkeit bei einer Zürcher Kommunikationsagentur und sechs Jahre im Bereich Public Affairs bei der UBS.

    Jessica List, Chief Corporate Officer der SMG, unterstreicht Brunners umfassende Branchenerfahrung in den Bereichen Immobilien, Automobil und Finanzen, die entscheidend für die Abdeckung aller Geschäftsbereiche von SMG ist. Christoph Tonini, CEO der SMG, hebt hervor, dass Brunner als ausgewiesene Expertin die externe Kommunikation von SMG im politischen, medialen und öffentlichen Raum strategisch weiterentwickeln wird, was für das Unternehmen von grosser Bedeutung ist

  • «Thun soll sich entwickeln, ohne dass die Identität der Stadt verloren geht»

    «Thun soll sich entwickeln, ohne dass die Identität der Stadt verloren geht»

    Herr Lanz, Sie sind seit 2011 Stadtpräsident von Thun. Was waren Ihre grössten Erfolge und Misserfolge in dieser Zeit?
    In meiner Amtszeit als Stadtpräsident von Thun seit 2011 haben wir viele Erfolge erzielt. Thun hat sich generell sehr gut entwickelt, was sich etwa in steigenden Steuereinnahmen, einem überdurchschnittlichen Wachstum der Einkommen oder einem Rekord bei den Logiernächten niederschlägt. Unsere Stadt zeichnet sich durch eine sehr hohe Lebensqualität aus. Es ist jedoch schwierig, spezifische Höhepunkte und Tiefpunkte zu nennen, da Politik das Ergebnis vieler gemeinsamer Bemühungen ist. Das Wohl der Bürgerinnen und Bürger steht für mich im Zentrum und ich glaube, dass sie gerne in Thun leben.

    Wie geht es der Stadt Thun wirtschaftlich?
    Die wirtschaftliche Lage von Thun hat sich im Laufe der Jahre gewandelt; wir waren einst stark von den Militärbetrieben und der Armee abhängig. Heute verfügen wir über eine diversifizierte KMU-Wirtschaft, wobei 96 % der Betriebe weniger als 50 Mitarbeitende haben. Dies sorgt für eine robuste, konstante und stabile Wirtschaft ohne grosse Schwankungen. Touristisch gesehen befinden wir uns auf einem Allzeitrekord, was zeigt, dass Thun bei Touristinnen und Touristen sehr beliebt ist.

    Welches sind die Wirtschaftsmotoren der Stadt und wie abhängig ist die Stadt von diesen?
    In Thun sind wir glücklicherweise nicht mehr von einzelnen Wirtschaftsmotoren abhängig. Grosse Arbeitgeber wie das Spital Thun oder Baufirmen wie Frutiger AG sind bedeutend, aber ihre Performance beeinflusst nicht den gesamten Wirtschaftsraum. Unsere Stärke liegt in der breiten Diversifizierung, wobei der Maschinenbau einen besonderen Fokus darstellt. Selbst bei Verlagerungen einzelner prominenter Firmen sind die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft moderat, und wir können solche Veränderungen gut ausgleichen.

    Wie hat sich die Stadt Thun in den letzten Jahren entwickelt?
    Thun hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt, was sich auch in einer wachsenden Steuerkraft zeigt. Wir haben eine der niedrigsten Leerwohnungsziffern in der Schweiz, was einerseits unsere Attraktivität unterstreicht, aber andererseits auch Herausforderungen gerade für junge Familien mit sich bringt, die Wohnraum suchen. Um dem entgegenzuwirken, setzen wir auf diverse Arealentwicklungen. Zudem betonen wir die Freizeitqualitäten unserer Stadt am Wasser und in den Bergen, wie zum Beispiel durch die Thunerseespiele oder den Thuner Wasserzauber.

    Welche Vorzüge hat die Stadt Thun als Standort für Unternehmen?
    Ein entscheidender Vorteil Thuns für Unternehmen ist die Attraktivität für Fachkräfte, da diese durch das herausragende Freizeitangebot und die Lage am Wasser angezogen werden. Dieses attraktive Umfeld erleichtert es Unternehmen, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Wir bemühen uns um optimale Rahmenbedingungen, einschliesslich kurzer Wege zur Politik und effektiver Wirtschaftsförderung. Das schafft eine Unternehmensumgebung, die zur Prosperität beiträgt.

    Wie kooperiert die Stadtverwaltung mit lokalen, regionalen und kantonalen Wirtschaftsverbänden, um Standortförderung zu betreiben?
    Wir pflegen enge Beziehungen sowohl im lokalen und regionalen Wirtschaftsraum als auch zur kantonalen Wirtschaftsförderung. Der stetige Austausch mit den Wirtschaftsverbänden ist uns sehr wichtig. Wenn Anliegen auftauchen, können wir unser Know-how einbringen oder Unterstützung anfragen. Insgesamt funktioniert diese Kooperation ausgezeichnet.

    Welches sind die wichtigsten Projekte in der Stadtentwicklung der letzten Jahre?
    Ein zentrales Projekt in der Stadtentwicklung Thuns ist die kürzlich verabschiedete Revision der gesamten Ortsplanung, die die baurechtliche Grundordnung umfasst und sich über mehrere Legislaturen erstreckte. Neben der Ortsplanung legen wir besonderen Wert auf Arealentwicklungen, wobei der Bahnhof und das ehemalige Militärareal in Thun Nord als Premium-Entwicklungsschwerpunkte gelten. Im Gebiet Thun-Nord ist zusätzlich eine neue S-Bahnhaltestelle geplant. Der Entwicklungsraum Thun ist zuständig für die regionale Planung, wobei der kantonale Richtplan auf die einzelnen Gemeinden heruntergebrochen wird. Diese regionale Planungsorganisation koordiniert Siedlungs- und Verkehrsplanung, um sicherzustellen, dass alles koordiniert und nicht gegenläufig entwickelt wird.

    Was sind die langfristigen Ziele der Stadt in Bezug auf Wirtschaftswachstum und Standortförderung?
    Wir brauchen sicherlich ein gewisses Wirtschaftswachstum. Ich bin davon überzeugt, dass sich dieses Wachstum zeigt, wenn es uns gelingt, der ansässigen Wirtschaft gute Rahmenbedingungen zu bieten. Die grösste Chance für uns sind diejenige Betriebe, die bereits hier sind. Diesen möchten wir durch Entwicklungsmöglichkeiten unterstützen, was auch dazu führt, dass das Wachstum verträglich ist. Ich stelle fest, Wachstum muss für die Bevölkerung immer verträglich sein, sonst entstehen Widerstände, die sich teilweise in Blockaden wenden können.

    Hatten Sie in den letzten 15 Jahren solche Widerstände von der Bevölkerung erlebt?
    In den letzten 15 Jahren gab es natürlich Widerstände aus der Bevölkerung gegen bestimmte Projekte. Als Politiker ist es unsere Aufgabe, solche Widerstände zu antizipieren und die Bevölkerung zu überzeugen. Durch transparente Informationen und Berücksichtigung von Bedenken konnte bisher jede Abstimmung über Entwicklungsprojekte erfolgreich gemeistert werden.

    Kommen wir zum Schwerpunkt Immobilien. Welches sind die aktuell wichtigsten Immobilienprojekte
    der Stadt?

    Thun fokussiert sich derzeit auf mehrere Immobilienprojekte. Eines dieser Projekte ist «Hoffmatte», welches trotz positiver Volksabstimmung durch juristische Verzögerungen aufgehalten wurde. Ein weiteres zentrales Projekt ist «Freistatt», eine Neubausiedlung einer Wohnbaugenossenschaft, für die bald eine Abstimmung geplant ist. Des Weiteren wird mit dem «Siegenthalergut» eine Siedlungslücke geschlossen und in einen neuen Quartierteil umgewandelt. Die Stadt legt grossen Wert darauf, bei solchen Projekten die Bevölkerung transparent zu informieren und vom Mehrwert zu überzeugen.

    Haben Sie noch freie Areale für die Zukunft?
    Die Stadt Thun verfügt nur über wenige freie Areale für zukünftige Entwicklungen. Zum einen gibt es Potenzial beim «Siegenthalergut» und gegenüber der Fussball-Arena in Thun Süd, wo eine Arbeitszone vorgesehen ist. Das grösste Entwicklungspotenzial sehe ich im Bereich «Thun Nord», welcher gute Verkehrsanbindungen, einen geplanten Bahnhof und freie Flächen bietet. Diese Flächen sind allerdings Konversionsflächen der Armee, wodurch deren zivile Nutzung eine gewisse Komplexität birgt.

    Wie sehen Sie die Entwicklung des Immobilienmarktes in Thun?
    Der Immobilienmarkt in Thun war in der Vergangenheit durch steigende Preise geprägt, wobei aktuell eine Konsolidierungsphase beobachtet wird. Thun ist aufgrund seiner Attraktivität besonders gefragt, was zu einem illiquiden Immobilienmarkt mit wenigen verfügbaren und erschwinglichen Objekten führt. Um dem entgegenzuwirken, strebt die Stadt mit verschiedenen Arealentwicklungen an, adäquaten Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen, einschliesslich junger Familien und älterer Menschen, bereitzustellen.

    Ist das Thema Wohnungsnot in Thun gegenwärtig präsent? Wenn ja, wie gehen Sie damit um?
    In Thun gibt es derzeit Herausforderungen bezüglich des Wohnraums. Zwei Hauptansätze zur Bewältigung dieser Problematik sind die Arealentwicklung und die baurechtliche Grundordnung. Durch die Ortsplanungsrevision wird eine erhöhte Innenentwicklung ermöglicht, sodass mehr gebaut werden kann als zuvor. Dies soll Grundeigentümern Anreize bieten, ihren Grundbesitz besser auszunutzen und so den Wohnraummangel zu verringern.

    Schweizweit herrscht Fachkräftemangel. Wie sieht die Situation in Thun aus?
    In Thun ist der Fachkräftemangel ebenso präsent wie im gesamten Land. Die Stadt setzt darauf, ein attraktives Umfeld für potenzielle Fachkräfte und ihre Familien zu schaffen, da dies die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie sich für eine Stelle in Thun entscheiden. Wir wissen aus Rückmeldungen von Unternehmen, dass ein attraktives Wohn- und Lebensumfeld für die Gewinnung von Fachkräften sehr wichtig ist.

    Wie sieht Ihre Vision für die zukünftige Entwicklung der Stadt aus?
    Thun hat sich sehr positiv entwickelt, weshalb wir keine grundlegenden Veränderungen anstreben wollen. Mein Hauptziel ist es, dass die Einwohner gerne in Thun leben. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Entwicklung von Thun Nord, die Innenentwicklung, verschiedene Arealentwicklungen und damit verbunden auch auf die Schaffung von Frei- und Grünflächen. Trotz Wachstums streben wir danach, Thuns charakteristische Qualitäten zu bewahren und nicht um jeden Preis zu expandieren. Wir haben beispielsweise etwa um die Innenstadt einen Parkhausring errichtet, um den Verkehr im Stadtzentrum zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Wir versuchen stets, Win-Win-Situationen zu schaffen und nicht einzelne Massnahmen gegeneinander auszuspielen.

  • Erfolgreiche Bilanz trotz herausforderndem Markt

    Erfolgreiche Bilanz trotz herausforderndem Markt

    In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 verzeichnete die Unternehmensgruppe einen Umsatzrückgang von 12,3% auf CHF 2’390 Mio. Der Rückgang ist teilweise auf negative Währungseffekte in Höhe von CHF 119 Mio. zurückzuführen, die durch den erstarkten Schweizer Franken verursacht wurden. In lokalen Währungen betrug der Rückgang 7,9%. Trotz dieser Herausforderungen gelang es, die EBITDA-Marge um 320 Basispunkte auf 31,3% zu steigern und das Gewinnwachstum pro Aktie in lokalen Währungen um 5,2% zu erhöhen.

    Der Nettoumsatz im dritten Quartal belief sich auf CHF 728 Mio., was einem Rückgang von 7,9% im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Währungsbereinigt ergab sich eine Abnahme von 4,8%, getrieben durch Volumenrückgänge und einen positiven Preiseffekt von etwa 6%.

    Die europäischen Märkte waren besonders von den schwierigen Bedingungen betroffen, mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9,2% nach neun Monaten. Insbesondere Österreich, Deutschland und Osteuropa verzeichneten zweistellige Rückgänge, während die Region Nahost/Afrika ein Wachstum von 11,5% erzielte.

    Der währungsbereinigte Nettoumsatz sank bei Rohrleitungssystemen um 5,4%, bei Badezimmersystemen um 7,9% und bei Installations- und Spülsystemen um 10,1%.

    Trotz des herausfordernden Marktumfelds gibt es positive Aspekte wie den Bedarf an Renovierungen, den Trend zu höherwertigen Sanitärstandards und das günstige Marktumfeld in Ländern wie Indien und der Golfregion. Die Unternehmensgruppe hat sich für 2023 auf strategische Stabilität und operative Flexibilität fokussiert, um die Herausforderungen zu meistern und das mittelfristige Potenzial nicht zu beeinträchtigen.

    Für das Gesamtjahr 2023 erwartet die Unternehmensleitung einen Rückgang des Nettoumsatzwachstums in lokalen Währungen im mittleren einstelligen Bereich und eine EBITDA-Marge von 29 bis 30%. Die Unternehmensleitung ist überzeugt, dass das Unternehmen aus der aktuellen Marktsituation gestärkt hervorgehen wird. Diese Überzeugung stützt sich auf die stabile Strategie, starke Kundenbeziehungen und die finanzielle Stabilität des Unternehmens.

  • «Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren.»

    «Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren.»

    Was gefällt Ihnen an Ihrem Amt, dem auch die kantonale Raumordnung sowie Landwirtschaftspolitik des Kantons Graubünden angegliedert ist?
    Mir gefällt die Vielfalt der Themen und Aufgaben. Als Regierungsrat bekommte ich Einblick in viele Bereiche des Kantons. Jeden Tag etwas Neues zu erleben und die Vielfalt des Kantons zu sehen, macht die Faszination des Amtes aus.

    Wie beschreiben Sie den Wirtschafts- und Lebensraum Graubünden?
    Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren. Graubünden bietet vielfältige Möglichkeiten, sei es im Tourismus oder in anderen Wirtschaftszweigen. Die faszinierende Outdoor-Arena Graubünden bietet einen kaum zu übertreffenden Ausgleich für alle die hier wohnen und arbeiten.

    Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit sich der Kanton Graubünden als Wirtschaftsstandort erfolgreich entwickeln kann und ein angemessenes Arbeitsplatzangebot im Kanton zur Verfügung steht?
    Ein grosser Pluspunkt sind die Industrieflächen, die wir für die Standortentwicklung zur Verfügung haben. Entlang der A13 auf der Nord-Süd-Achse steht viel Raum für unternehmerische Aktivitäten bereit. Zudem sind hohe Investitionen für die Fachhochschule Graubünden geplant, um die heutigen Ausbildungs-
    und Forschungsmöglichkeiten umfassend auszubauen. Unser hervorragendes Angebot an Freizeitmöglichkeiten dient nicht nur unseren Gästen, sondern allen, die hier leben und arbeiten. Zusammen mit den attraktiven Arbeitsplätzen resultiert die einzigartige Lebensqualität in Graubünden.

    Wo sehen Sie derzeit die
    grössten Herausforderungen?

    Eine der grössten Herausforderungen für den Kanton ist die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen in der Altersvorsorge. Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Statistik schreitet die Alterung der Gesellschaft bei uns schneller voran als in anderen Kantonen. Die zweite Herausforderung ist der Mangel an Arbeitskräften, ich spreche bewusst nicht von Fachkräften. Auch in Graubünden haben viele Bereiche Schwierigkeiten, Personal zu finden. Ein drittes Beispiel: In der Raumplanung sind Kanton und Gemeinden mit der Umsetzung der Raumplanungsgesetzesrevision – insbesondere mit der Verdichtung der Bauzonen – gefordert. Das enge raumplanerische Korsett bremst ein Stück weit unser Wachstum.

    Wie abhängig ist der
    Kanton vom Tourismussektor?

    Der Tourismus ist nach wie vor die tragende Säule der Bündner Wirtschaft. Rund ein Drittel des BIP wird im Tourismus erwirtschaftet, 70% davon im Wintertourismus. In den letzten Jahren ist es gelungen, die Wirtschaft stark zu diversifizieren. Gerade im Bündner Rheintal entsteht ein Cluster mit Hightech-Unternehmen im Medizinalbereich wie Hamilton und Integra Biosciences und weiteren Industriebereichen. Mittlerweile haben wir rund 6000 Mitarbeitende in Hightech-Unternehmen in dieser Region.

    Was macht den Kanton Graubünden
    für Unternehmen attraktiv?

    Wir haben die Innovationsstrategie entwickelt, um Forschung, Entwicklung und Innovation näher an die Unternehmen zu bringen und die Gründung oder Ansiedlung von Start-ups in Graubünden zu fördern. Der Technopark Graubünden in Landquart bietet seit 2020 Raum und Dienstleistung damit sich Start-ups niederlassen, entwickeln und vernetzen können. Unser Trumpf sind, wie gesagt, die Industrieflächen. Auf dem Areal des «Industriepark Vial» in Domat/Ems konnten bestehende Firmen expandieren und neue Firmen angesiedelt werden und damit knapp 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Kanton besitzt auf dem Areal weitere 150’000 Quadratmeter sofort verfügbare Industriefläche. In San Vittore, im südlichen Teil von Graubünden angrenzend an den Wirtschaftsraum Bellinzona, gibt es weitere Flächen, die sich für Ansiedlungen eignen.

    Die Förderung von Start-ups ist ein wichtiges Anliegen der Politik. Wie gehen Sie diese Aufgabe an und welche Branchen oder Themen forciert der Kanton?
    Der Kanton hat mit dem Technopark Graubünden ein Angebot geschaffen, um Jungunternehmen im Technologiebereich zu fördern. Ein Raum, der ein Netzwerk und Know-how zur Verfügung stellt. Attraktive Angebote bestehen auch im Engadin und in der Surselva und weitere Projekte sind in Arbeit. Zur weiteren Unterstützung sind wir in das Ostschweizer Netzwerk INOS eingebunden und auch mit dem Innovationsökosystem Tessin aktiv vernetzt.
    Am Standort Davos entstehen in Zusammenarbeit mit den Zürcher Hochschulen zwei Forschungszentren mit Leuchtturmcharakter. Einerseits das bereits geschaffene Forschungszentrum zur Untersuchung von Klimawandel, Extremereignissen und Naturgefahren im alpinen Raum CERC sowie ein Forschungszentrum im Bereich Gesund und LifeSciences. Beide Institute sollen translationale Forschung betreiben und deren Erkenntnisse damit insbesondere auch durch Start-ups in anwendbare Massnahmen oder Therapien übersetzt werden können.

    Welches sind aus Ihrer Sicht die bedeutendsten Bauprojekte und Arealentwicklungen, die im Kanton Graubünden anstehen?
    Die Fachhochschule Graubünden in Chur wird von fünf auf einen Standort konzentriert. Damit entsteht für 151 Millionen Franken ein attraktiver Campus für Bildung, Forschung und Innovation.
    Aus meiner Sicht sind Arealentwicklungen im Kanton für die Ansiedlung von Industrieunternehmen von grosser Bedeutung. Deshalb unterstützen wir aktiv die Arealentwicklungen in Domat/Ems und hoffentlich bald auch im Misox, in San Vittore um dort in Zukunft auch mehrere hunderttausend Quadratmeter Fläche für die Ansiedlung von Unternehmen zur Verfügung stellen zu können.

    Welchen Stellenwert nimmt das Thema Nachhaltigkeit, sprich Kreislaufwirtschaft ein und wie wird
    sie investitionsmässig gefördert?

    Für Graubünden ist die Kreislauf-wirtschaft ein wichtiges Thema. Die Rückgewinnung von Materialien aus bestehenden Produkten ist eine Chance für die Wirtschaft. Natürlich sind auch klimaneutrales Bauen, Biodiversität und aus meiner Sicht auch klimaneutrale Landwirtschaft wichtige Themen. Mit dem «Aktionsplan Green Deal» verfügt der Kanton Graubünden über ein Impulsprogramm zur Förderung von Klimaschutz und -anpassung – mit dem Ziel bis 2050 klimaneutral zu werden. Jetzt starten wir in die zweite Phase, in der konkrete Maßnahmen definiert und hoffentlich auch mit finanziellen Mittel
    vom Grossen Rat bewilligt werden, damit wir ab 2025 in die Umsetzung gehen können.

    Wie steht es um die Zersiedlung
    im Kanton Graubünden und was wird dagegen unternommen?

    Die Zersiedelung und der damit verbundene Siedlungsbrei ist meines Erachtens nicht das Hauptproblem des Kantons Graubünden. Wir haben noch eine intakte Siedlungsstruktur und ein klar abgegrenztes Siedlungsgebiet. Die Herausforderung ist, dass für die ganze Schweiz das gleiche Raumplanungsgesetz gilt, obwohl die Herausforderungen völlig unterschiedlich sind. Hier wünsche ich mir, dass die nationale Politik den Kantonen und Gemeinden flexiblere Instrumente in die Hand gibt.

    Welche Strategie verfolgen Sie in Ihrem Departement in Sachen Digitalisierung?
    Wir fahren auf zwei Schienen. Um der Digitalisierung den nötigen Schub zu verleihen, hat der Kanton einerseits einen Verpflichtungskredit von 40 Millionen zur Verfügung gestellt, um innovative Digitalisierungsprojekte zu unterstützen. Die Projekte müssen einen Beitrag zur Digitalisierung leisten, von Projektträgern aus der Wirtschaft kommen, innovativ sein und zur Wertschöpfung des Kantons beitragen.
    Andererseits muss der Kanton selber die Digitalisierung vorantreiben, um Leistungen für die Bevölkerung und Unternehmen vermehrt digital anbieten zu können. Denn wir sind uns bewusst, dass wir bei der Verwaltung Nachholbedarf haben.

    Ist das Thema Wohnungsnot im Bündnerland gegenwärtig? Welche Massnahmen müssen getroffen werden, um die Situation zu entschärfen?
    Die Regionen sind unterschiedlich betroffen. Das Thema ist sehr präsent und politisch aktuell. In den Tourismusregionen ist die Wohnungsknappheit sehr akut. Beispielsweise finden Unternehmen keine bezahlbaren Wohnungen für ihre Mitarbeitende in zumutbarer Entfernung. Das Raumplanungsgesetz und das Zweitwohnungsgesetz tragen meines Erachtens nicht zur Lösung des Problems bei. Sie verschärfen das Problem noch.
    Die Erhöhung der Zinsen fördert die Investition in Wohneigentum nicht. Zudem haben wir die Situation, dass Investitionen in Immobilien in vielen peripheren Gemeinden für institutionelle Anleger wirtschaftlich uninteressant sind. Der Grosse Rat hat mein Departement beauftragt, eine Art Fonds de Roulement einzurichten, um preisgünstigen Wohnraum zu fördern. Der Kanton baut nicht selber. Wir unterstützen die Gemeinden mit verschiedenen Instrumenten und zeigen auf, was sie tun könnten.

    Schweizweit herrscht Fachkräftemangel, wie ist die Situation in Graubünden?
    Ich spreche nicht nur vom Fachkräftemangel, sondern vom Arbeitskräftemangel. Viele Handwerksbetriebe sagen mir: «Ich könnte noch viel mehr Arbeit annehmen, aber ich habe einfach nicht die Arbeitskräfte dazu.» Wir wissen, dass Hotels teilweise ihre Zimmer nicht öffnen, dass der Küchenbetrieb eingeschränkt wird, weil das Personal fehlt. Auch bei der kantonalen Verwaltung finden wir in gewissen Bereichen kein Personal.

    Welche Stärken haben die Regionen im Kanton?
    Die elf Regionen sind sehr unterschiedlich. Im Bündner Rheintal von Maienfeld bis Bonaduz boomen Hightech-Unternehmen. Diese haben in den letzten Jahren über eine halbe Milliarde Franken in dieser Region entlang der A13 investiert.
    Eine Stärke von Graubünden sind auch die touristischen Hotspots, sei es das Oberengadin, Davos-Klosters, Arosa-Lenzerheide oder Laax. In Davos ist auch die Forschung mit fast 400 Mitarbeitenden stark präsent und wird weiter gestärkt.
    Graubünden hat aber auch periphere Regionen, wo die Abwanderung überwiegt und es schwierig ist die Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

    Welche Vorhaben und Geschäfte würden Sie in Ihrer bisherigen Laufbahn als Regierungsrat, als Ihre persönlichen Meilensteine bezeichnen?
    Mir ist wichtig, dass der Ausbau des Ultrahochbreitbands für Graubünden flächendeckend erfolgt. Wie vor 100 Jahren beim Bau der Kantonsstrassen, die abschnittsweise auch für 15 Einwohner gebaut wurden. Wohl wissend, dass das nie refinanziert werden kann. Die UHB-Erschliessung hat für mich die gleiche Bedeutung.
    Wenn wir von Arbeitskräftemangel sprechen, dann ist es wichtig, dass wir die vorhandenen Arbeitskräfte mobilisieren können, unter anderem auch mit dem Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung. Das Bündner Kantonsparlament hat im Dezember 2022 ein Gesetz verabschiedet, das uns in der Schweiz ins vordere Drittel bezüglich der Bezahlbarkeit der familienergänzenden Kinderbetreuung katapultiert hat.
    Am Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» beteiligen sich 50 Bauernbetriebe in einem Pilotprojekt um Massnahmen zu testen, welche den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren. Ab 2025 sollen gewisse Massnahmen auf alle Bündner Landwirtschaftsbetriebe ausgedehnt werden. Graubünden ist bereits Vorreiter in Sachen Biolandwirtschaft: Zwei Drittel der Betriebe sind Biobetriebe – in Zukunft wird die Bündner Landwirtschaft klimaneutral sein.

  • Beatrice Bichsel wird neue Leiterin SBB Immobilien

    Beatrice Bichsel wird neue Leiterin SBB Immobilien

    Beatrice Bichsel arbeitet seit zwölf Jahren in unterschiedlichen Funktionen bei SBB Immobilien. In dieser Zeit hat sie die verschiedenen Facetten des Geschäfts kennengelernt und die Division entscheidend mitgeprägt. Seit Juni 2020 führt Beatrice Bichsel als Mitglied der Geschäftsleitung das Facility Management und ist seit der Leitungsübernahme von Alexander Muhm bei SBB Güterverkehr interimistische Leiterin von SBB Immobilien. Als Leiterin Facility Management hat sie die Abteilung strategisch neu ausgerichtet, die Leistungserbringung schweizweit standardisiert sowie die Geschäftsprozesse und Organisation weiterentwickelt.

    Per 1. September 2023 übernimmt Beatrice Bichsel die Leitung von SBB Immobilien. Beatrice Bichsel hat an der Universität Bern den Bachelor und Master of Law abgeschlossen und 2008 das Rechtsanwaltspatent des Kantons Bern erworben. Zuletzt hat sie an der Universität St. Gallen ein Executive MBA absolviert. Sie ist 41 Jahre alt und lebt in Gümligen.

    «Ich freue mich, dass wir mit Beatrice Bichsel eine dynamische, engagierte und kompetente Führungspersönlichkeit im Rahmen unserer internen Nachfolgeplanung gewinnen konnten. Sie ist mit der SBB, der Immobilienbranche und unseren aktuellen Herausforderungen bestens vertraut», sagt SBB CEO Vincent Ducrot.

    Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung wünschen Beatrice Bichsel viel Freude und Erfolg in ihren neuen Aufgaben

  • Wohnlabor der OST hilft beim Älterwerden in eigenen vier Wänden

    Wohnlabor der OST hilft beim Älterwerden in eigenen vier Wänden

    Das Wohnlabor SimDeC (Akronym für Simulation im Bereich Dementia Care) der OST – Ostschweizer Fachhochschule will den Wunsch vieler Schweizerinnen und Schweizer erfüllen: möglichst lang selbstbestimmt daheim wohnen bleiben. Wie lang das ist, entscheide sich schleichend im Alltag, so Josef Huber in einem Blog-Beitrag und einer aktuellen Medienmitteilung der OST. Er ist Leiter des SimDeC und Dozent im CAS Lebensweltorientierte Demenzpflege an der OST. „Flaschen gehen zu schwer auf, die Pfeffermühle bereitet Schmerzen beim Berühren oder Produkte und Lebensmittel sind herausfordernd verpackt.“ Dabei gebe es eine „unfassbare Vielfalt und Vielzahl technischer Lösungen“. Doch werde das Wissen über Technik mit Betroffenen in der Gesellschaft eher nicht geteilt. Zudem fehle ihnen und den Angehörigen oft die Kraft für eigene Recherchen.

    Als Innovationszentrum zum Mitmachen und Anfassen schafft das Wohnlabor genau hierbei Abhilfe, für Privatpersonen ebenso wie für Gemeinden, Städte und Spitäler. „Wenn ein Problem an uns herangetragen wird, machen wir eine aktuelle Marktübersicht und entwickeln gemeinsam eine fachlich und ethisch reflektierte, kriterienorientiert begründete Entscheidung.“ Wie Huber betont, sei es wichtig, massgeschneiderte Lösungen für einzelne Fälle zu finden. „Als Forscherinnen und Forscher lernen wir wiederum aus den Rückfragen.“

    Um Menschen mit Demenz, ihr Lebensumfeld und ihre Betreuungsteams geht es auch im CAS Lebensweltorientierte Demenzpflege der OST. Der neunmonatige Kurs vermittelt die Kompetenz, die Situation von Personen mit Demenz professionell einzuschätzen und geeignete Interventionen anzubieten. Nächster Start ist am 23. Oktober.

  • Energie-Cluster lädt zu Tageskurs über Photovoltaikfassaden

    Energie-Cluster lädt zu Tageskurs über Photovoltaikfassaden

    Das Netzwerk Energie-Cluster mit Sitz in Bern lädt Interessierte am 12. September zu einem Tageskurs über Photovoltaikfassaden (PV-Fassaden) an die Hochschule Luzern (HSLU). In der Zeit von 8.30 und 17 Uhr beleuchten Referenten und Referentinnen verschiedene Aspekte rund um Hausfassaden zur Produktion von Solarenergie, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Demnach wird David Stickelberger, Leiter Markt und Politik bei Swissolar, ab 9 Uhr auf politische Rahmenbedingungen für PV-Fassaden eingehen. Ab 9.30 Uhr widmet sich Christoph Wangler, Product Owner PV Systems bei 3S Swiss Solar Solutions, der Frage, wie nachhaltig Solarmodule sind.

    Ab 10.40 Uhr geht Roger Buser, Dozent für Gebäudetechnik und Energie an der HSLU, auf die Prozessschritte von einer groben Abschätzung zum Bauprojekt ein. Anschliessend referiert Pierre-Olivier Cuche, Geschäftsleiter bei Solarwall, über die Architektur und Gestaltung von PV-Fassaden. Ab 11.40 Uhr referiert Andreas Haller, Leiter Innovation Solarsysteme bei der Ernst Schweizer AG, über Ausführungsplanung und Installation.

    Nach der Mittagspause geht es weiter mit dem Thema Brandschutz in einem Referat von Christian Renken, Geschäftsleiter der CREnergie GmbH. Ab 14 Uhr widmet sich Renken dem Thema Performance und Wirtschaftlichkeit.

    Auf ihn folgt Stefan Gränicher, Projektleiter Immobilienentwicklung der Frutiger AG, mit seinem Impuls über Rentabilität aus Sicht eines Immobilienentwicklers. Robin Bergamin, Beratung & Verkauf bei der Invisia AG, spricht anschliessend über Energiemanagement und die bestmögliche Nutzung von Strom.

    Letzter Vortrag des Tages ist der von Sina Büttner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gebäudetechnik und Energie an der Hochschule Luzern, über die optimale Fassadengestaltung mit Solaranlagen sowie die Begrünung im Hinblick auf den Klimawandel.

  • So lange, bis die Chemie stimmt

    So lange, bis die Chemie stimmt

    Dass sie ihr Gebiet von A bis Z beherrscht, verdankt sie, wie sie betont, auch Knowhow, das Kollegen an der Empa aufgebaut hatten – wie der Ingenieur Gabor Kovac. Er trieb die Herstellung von Stapelaktuatoren mit dehnbaren Silikonscheibchen über viele Jahre voran und entwickelte sie mit seinem Partner Lukas Düring zur Einsatzreife, bis ihr Spin-off «CTsystems» vor kurzem vom Konzern Daetwyler übernommen wurde.

    «Die Geräte für Messungen, wie sich Aktuatoren bei verschiedenen elektrischen Feldern dehnen, wurden von ihnen entwickelt», erzählt Opris, «wir waren früh auf diesem Thema, und das hat mir enorm geholfen.» Anders als die Kollegen arbeitet die Chemikerin freilich weniger an der Technologie zum Druck solcher Bauteile, sondern eine «Etage darunter» – an der Synthese neuartiger Polymere, die sich als nicht-leitende Schichten für Stapel-Transistoren, elastische Folien zur Stromerzeugung und andere Elemente eignen.

    Das Wunschprofil: möglichst dünn, mit dem Fernziel von vielen Schichten von nur zehn Mikrometern Dicke; gut dehnbar, empfindlich auf niedrige Stromspannung und zugleich robust. Und vor allem: druckfähig, also ohne Lösungsmittel für die leitenden Schichten, zwischen denen die Polymere liegen. «Durch Lösungsmittel kann es passieren, dass die Polymerschichten beschädigt werden. Ausserdem müsste das Material lange trocknen, um keine gesundheitsschädlichen Dämpfe abzugeben», erklärt Opris, «deshalb versuchen wir, ohne sie auszukommen – mit der richtigen Chemie.»

    Vielfältige Anforderungen, mit denen sich Forschende in aller Welt beschäftigen. Geeignete Verbindungen, die Hoffnungen wecken, sind ­Polysiloxane, an denen auch die Empa-Spezialistin arbeitet. Ein wichtiger Vorzug dieser Polymere: Sie lassen sich relativ leicht synthetisieren; das «Rückgrat» ihre Stränge ist sehr beweglich – und sie können mit polaren Gruppen, also plus-minus-geladenen Molekülen, gezielt manipuliert werden.

    Schlangenartige Moleküle
    Was für Laien schwer verständlich ist, erklärt Dorina Opris mit einem anschaulichen Bild: «Diese Polysiloxane kann man sich vorstellen wie einen Topf voller Schlangen, die sich ständig bewegen wollen.» Die polaren Gruppen wirken zweifach auf sie. Zum einen machen sie die molekularen Schlangen empfindlicher für elektrische Felder, damit sie auf niedrige Spannungen reagieren. Zum anderen wirken sie wie eine Art Klebstoff zwischen den Molekülen; das «versteift» sie und verringert damit die wichtige Elastizität. Es gilt, beide Effekte fein zu justieren, um maximalen Erfolg zu erzielen. Für einen Einsatz in der Praxis ist der Übergang vom festen zum elastischen Zustand bei tiefen Temperaturen wichtig, damit die Technologie später bei Raumtemperatur anwendbar ist. Zudem müssen solche Polymergebilde noch chemisch «vernetzt» werden, damit daraus elastische Schichten werden können – etwa durch UV-Licht und mit Hilfe von sogenannten Endgruppen: quasi molekulare «Hüte», die die Schlangen an ihren Enden tragen. Doch in der Laborpraxis erweist es sich bisher als knifflig, diese Polymere zuverlässig mit definierten Endgruppen zu versehen. «Das ärgert mich schon!», gesteht Opris mit einem Lächeln.

    Gesunden Ehrgeiz braucht es für das TRANS-Projekt, das sie Chemikerin selbst «sehr, sehr ambitioniert» nennt. Optimistisch stimmt das Team, dass frühere Arbeiten bereits ermutigende Resultate lieferten; wie zum Beispiel eine Polysiloxan-Verbindung, die auf eine Spannung von nur 300 Volt reagierte und sich stark verformte – ein extrem niedriger Wert. Kondensator-Schichten ohne Lösungsmittel zu drucken, ist ebenfalls bereits gelungen. Und ein Doktorand hat kürzlich ein piezo-elektrisches Elastomer entwickelt, dass, wenn es gedehnt wird, eine deutlich höhere elektrische Reaktion zeigt als andere, derzeit gängige Verbindungen.

    Kreativität und Teamgeist für Erfolge
    Um verwertbare Erfolge zu erzielen, sind freilich noch viele weitere Schritte nötig – und jene Qualitäten, die Dorina Opris an die Empa und an die ETH Zürich gebracht haben. Nicht nur Stehvermögen und die Fähigkeit, Fehlversuche in Fortschritte zu verwandeln, sondern auch ein inspirierendes Umfeld für Mitarbeitende zu schaffen, das offene Debatten und auch Irrtümer erlaubt, damit gute Ideen entstehen.

    Und vor allem: Optimismus. Jungen Forschenden sollte man, so findet die Chefin, spannende und fordernde Projekte geben und sie dann selbstständig arbeiten lassen, damit sie motiviert bleiben. Ihr Rat an talentierte Frauen anhand ihrer eigenen Biografie: «Warte nicht, bis Dich jemand drängt zu forschen. Du musst eigenmotiviert und stark sein, und ziehe es durch! Und geh auch mal ein Risiko ein.»

  • Fabian Streiff wird Chef Amt für Wirtschaft – Hans Rupp Chef Amt für Arbeit

    Fabian Streiff wird Chef Amt für Wirtschaft – Hans Rupp Chef Amt für Arbeit

    In den kommenden Jahren werden die volkswirtschaftlichen Herausforderungen weiter zunehmen. Der Wettbewerb unter den Standorten verschärft sich, während sich die Arbeitswelt rapide verändert. Die digitale Transformation, flexiblere und ortsunabhängigere Arbeitsmodelle sowie der Arbeitskräftemangel stellen Unternehmen, den Arbeitsmarkt und die gesamte Wirtschaft vor grosse Herausforderungen. Um bestmöglich auf diese vorbereitet zu sein, werden die vorhandenen wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Kompetenzen im gegenwärtig breit aufgestellten Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) organisatorisch gestärkt. Deshalb hat der Regierungsrat auf Antrag der Volkswirtschaftsdirektion im letzten Jahr entschieden, das AWA per 1. Januar 2024 in zwei eigenständige Ämter zu transferieren: in ein Amt für Wirtschaft (AWI) und ein Amt für Arbeit (AFA).

    Das AWI wird sich mit den Aufgabenfeldern Standortförderung, Wirtschaftspolitik, Arbeitsbewilligungen, Arbeitsbedingungen, Wohnbauförderung und Wirtschaftliche Landesversorgung befassen. Das AFA wird für den Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenversicherung und die Arbeitslosenkasse zuständig sein.

    Hans Rupp mit langjähriger operativer und strategischer Führung
    Hans Rupp wird neuer Chef des Amtes für Arbeit. Nach der Studienzeit an der Universität Zürich hat der 57-Jährige berufliche Erfahrungen in unterschiedlichen Organisationen und Unternehmen gesammelt. Zuletzt war er Geschäftsführer bei Bau- und Wohngenossenschaften beziehungsweise im Immobilienbereich. Neben diesen operativen Aufgaben hat Hans Rupp verschiedene Mandate im Bereich der strategischen Führung ausgeübt. So hat er langjährige Erfahrung in operativer und strategischer Führung. Hans Rupp hat neben anderen Abschlüssen namentlich einen Executive MBA an der Universität Zürich erlangt.

    Fabian Streiff: Vom Leiter Standortförderung zum Chef Amt für Wirtschaft
    Chef des Amtes für Wirtschaft wird Dr. Fabian Streiff. Der 39-Jährige hat nach Abschluss des Studiums in Geografie und Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich zunächst als Berater in den Bereichen Strategieentwicklung, Nachhaltigkeitsfragen und Wirtschaftsförderung gearbeitet, bevor er an der Universität Bern im Bereich Wirtschaftsgeographie und Regionalentwicklung promovierte. Danach leitete er in Basel-Stadt die Standortförderung, bevor er als Direktor Healthcare Innovation / DayOne bei der BaselArea.swiss tätig war. Seit Dezember 2020 leitet Dr. Fabian Streiff die Standortförderung des Kantons Zürich im Amt für Wirtschaft und Arbeit.

    Dr. Fabian Streiff und Hans Rupp treten ihre Stellen per 1. Januar 2024 an.

    Quelle: zh.ch

  • Andrea Wegmüller wird neuer Leiter Bewirtschaftung bei Zug Estates

    Andrea Wegmüller wird neuer Leiter Bewirtschaftung bei Zug Estates

    Andrea Wegmüller war seit 2016 für die PRIVERA AG tätig, zunächst als Regionenleiter Bewirtschaftung Ost und seit Anfang 2022 in der Funktion als COO / Leiter Bewirtschaftung Schweiz. Davor arbeitete er während fünf Jahren in verschiedenen Funktionen für die Livit AG. Andrea Wegmüller ist diplomierter Immobilientreuhänder und verfügt über einen Master of Advanced Studies (MAS) in Real Estate Management der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ). Andrea Wegmüller übernimmt die Leitung Bewirtschaftung von Pascal Arnold, welcher sich nach neun Jahren erfolgreicher Tätigkeit bei Zug Estates entschieden hat, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Der Verwaltungsrat der Zug Estates Holding AG dankt Pascal Arnold für sein grosses und professionelles Engagement und wünscht ihm für seine Zukunft viel Erfolg.

    Quelle: Zug Estates

  • Relevanz sozialer Nachhaltigkeit bei institutionellen Immobilienportfolios

    Relevanz sozialer Nachhaltigkeit bei institutionellen Immobilienportfolios

    Frau Zimmerli, Sie entwickeln Kriterien zur Beurteilung der sozialen Nachhaltigkeit von institutionellen Immobilienportfolios. Was sind Ihre Beweggründe?
    Viele Institutionelle Eigentümer haben sich in den letzten Jahren im Rahmen ihrer ESG-Strategien Klimaziele gesetzt, die über die gesetzlichen Vorlagen hinausgehen. Nach dem «E» rückt nun langsam das «S» ins Blickfeld. Das Problem ist, dass niemand so richtig weiss, was soziale Nachhaltigkeit ausmacht. Wir beobachten, dass viel in das «S» projiziert wird, und die grossen gesellschaftlichen Zusammenhänge dabei oft in den Hintergrund rücken. Wir haben deshalb beschlossen, mit Partnern aus der Wissenschaft, Immobilienverbänden und institutionellen Investoren anhand diverser Portfolios zu testen, wie eine Operationalisierung der sozialen Nachhaltigkeit aussehen könnte. Unser Ziel ist es, wenige klare, einfach interpretierbare und vergleichbare Kennzahlen für die Social Performance zu definieren, ergänzend dazu kurze Checklisten zu erstellen und damit dem Wettbewerb um gute Ideen mehr Raum zu geben.

    Viele Portfolio- und Asset Manager sind aktuell damit beschäftigt, belastbare Energie- und Emissionsdaten aufzubereiten. Was veranlasst Sie, gerade jetzt Kennzahlen für die soziale Nachhaltigkeit zu entwickeln?
    Es ist richtig, dass der Fokus der Immobilienwirtschaft im Moment noch auf der Erhebung von Klima-Kennzahlen liegt. Dank dem REIDA CO2-Benchmark und den umweltrelevanten Kennzahlen der AMAS gibt es mittlerweile einen klaren Orientierungsrahmen und gute Instrumente. Wir wollen sowohl den Schwung als auch den Fokus aufs Wesentliche dieser Instrumente mitnehmen, weil wir überzeugt sind, dass es sich die Immobilienwirtschaft schlicht und einfach nicht leisten kann, Nachhaltigkeit auf Umweltfragen zu reduzieren. Die hitzigen Debatten zum Referenzzinssatz, zum Wohnschutz und zu grösseren Entwicklungsprojekten zeigen, dass die Öffentlichkeit und die Politik von nachhaltigen Immobilienportfolios auch Antworten auf gesellschaftliche Fragen erwarten.

    In der Branche besteht aktuell noch kein Konsens darüber, was unter dem «S» zu verstehen ist oder wie gesellschaftlich-soziale Nachhaltigkeit gemessen werden soll. Wie sehen Sie das?
    Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Diskussionen ist das «S» nicht kompliziert: Auf der gesellschaftlichen Ebene geht es um die Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit Wohnraum, um sozial gemischte Wohnumfelder und um gut funktionierende Nachbarschaften und Quartiere. Für institutionelle Eigentümer geht es um die Frage, wie Immobilienportfolios strukturiert sind und wie der verfügbare Wohnraum verteilt wird. Bei Neubau- und Erneuerungsprojekten stellt sich die Frage, was mit bisherigen Mietern passiert, für welche Zielgruppen zusätzlicher Wohnraum entsteht und wie Nachbarschaften und Quartiere gestärkt werden können. Natürlich gibt es daneben unzählige weitere Bedürfnisse. Wir glauben aber, dass sich Kennzahlen auf die grossen gesellschaftlichen Hebel beziehen sollen, und dass bei den individuellen Bedürfnissen der Markt spielen soll.

    Wie kann und soll die «Social Performance» eines Immobilienportfolios effektiv gemessen bzw. beurteilt werden?
    Wir orientieren uns an der Philosophie der umweltrelevanten Kennzahlen von AMAS und REIDA: «Keep it simple». Die Social Performance kann im Kern einfach mit hart prüfbaren Kennzahlen gemessen werden: Wir testen gerade, wie Daten zur Portfoliostruktur und zu Erst- und Wiedervermietungen möglichst einfach erhoben und ausgewertet werden können. Daneben entwickeln wir Fragebatterien, mit denen Eigentümer in ihren Mieterbefragungen belastbare Erkenntnisse zur Zufriedenheit mit der Nachbarschaft, Wohnung oder Liegenschaftsverwaltung erhalten. Schliesslich nutzen wir klassische Kennzahlen zu Fluktuationen und Leerstand, die in der Regel bereits erhoben und ausgewertet werden.

    Die Optimierung der ökologischen Kriterien erfordert oft hohe Investitionen. Das schafft Anreize, Liegenschaften mit einer schlechten Öko-Bilanz abzustossen. Droht Liegenschaften mit schlechten sozialen Bewertungen dasselbe Schicksal?

    Nein, aus unserer Sicht gibt es in Bezug auf die soziale Nachhaltigkeit keine Gefahr von «stranded assets». Wir sind überzeugt, dass grundsätzlich jede Liegenschaft mit vertretbarem Aufwand sozial nachhaltig transformiert werden kann. Die wichtigsten Hebel sind dabei die Erneuerungsplanung und die Bewirtschaftung. Mit der Erneuerungsplanung wird festgelegt, wann welche Liegenschaften an die heutigen Bedürfnisse und Marktpreise angepasst werden. In der Bewirtschaftung wird entschieden, wer preisgünstigen oder barrierefreien Wohnraum erhält. Wir haben Kennzahlen ausgewählt, die von Portfolio- und Asset Managern direkt beeinflusst werden können. Wir verstehen soziale Nachhaltigkeit als Resultat eines weitsichtigen Portfolio- und Asset Managements und einer konsequenten Vermarktung und Bewirtschaftung, und nicht als Liegenschafts- oder Lageattribut. Wir sind auch überzeugt, dass Liegenschaften mit starken sozialen Qualitäten ökologische Schwächen kompensieren können.

    Viele Eigentümer tun sich schwer damit, dass innovative Ideen und Ansätze, mit denen sie sich von Konkurrenten abheben möchten, in umfangreichen Checklisten und Indikatorensets der Nachhaltigkeits-Labels verschwinden. Wie kann das verhindert werden?
    Indem wir Pflicht und Kür voneinander trennen. Wir verfolgen mit der sozialen Nachhaltigkeit dasselbe Ziel wie REIDA mit ökologischen Aspekten: Wenige einheitliche Kennzahlen sollen sichtbar und vergleichbar machen, wie gut ein Portfolio das Pflichtprogramm erfüllt. Daneben gibt es Themen, zu denen es keine standardisierten Vorgaben gibt. Fondsleitungen und Asset Manager sollen frei entscheiden und kommunizieren, wie sie z.B. für eine gute Quartierversorgung, ein gutes Zusammenleben oder ein gutes Mietermanagement sorgen wollen. Wir verstehen das «Wie» als Kür, hier sollen der Wettbewerb, die Kreativität und Innovation spielen. Anders gesagt: wir wollen mehr Zielorientierung und weniger Mikromanagement. ESG sollte in einer stark regulierten Welt kein engeres Korsett, sondern ein Sprungbrett sein, mit dem die Immobilienwirtschaft beweisen kann, was sie mit renditeorientierten Portfolios leisten kann.

    Wo stehen Sie mit dem Kennzahlenset?
    Wir arbeiten aktuell daran, unseren Ansatz anhand von vier Fonds unserer Partner zu konkretisieren und zu validieren. Wir werden die Erkenntnisse und einen ersten konsolidierten Entwurf am 28. September 2023 an der Fachtagung «Soziale Nachhaltigkeit im ESG messen – worum geht es?» vorstellen und mit Eigentümern, Bewirtschaftern und Experten diskutieren. Interessierte Leser und Leserinnen können sich hier anmelden. Es würde mich freuen, wenn wir Sie an der HWZ in Zürich begrüssen dürfen.

    Quelle: ssrei.ch

  • «Nachhaltige und smarte Stadt mit hoher Lebensqualität»

    «Nachhaltige und smarte Stadt mit hoher Lebensqualität»

    Frau Furrer, welche Aufgabe erfüllt die Stadtentwicklung?
    Wir beschäftigen uns mit den vier Themen Wirtschaft, Wohnen, Smart City und Soziale Stadtentwicklung. Unsere Themen bringen wir in unterschiedlichen Entwicklungsprozessen ein. Dabei stützen wir uns unter anderem auf Trend- sowie Potenzialanalysen und Daten. Wir informieren, beraten und fördern Projekte sowie Angebote rund um diese Kernthemen.

    Welche Aufgabe übernehmen Sie in Bezug auf die Standortentwicklung?
    Dieses Thema behandeln wir gesamtheitlich und proaktiv. Das Wohnen und die Wirtschaft zum Beispiel können nicht einzeln betrachtet werden, sie beeinflussen einander. Standortentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

    Aktuell beschäftigt uns vor allem der Wirtschaftsstandort, unter anderem mit folgenden zwei Aspekten: Der erste Punkt ist die Profilierung von Arbeitsplatzgebieten. Wir verfolgen dazu den Ansatz von Innovationsökosystemen und erarbeiten entsprechende Grundlagen. Hier haben wir noch Aufbauarbeit vor uns. Zweitens: Die bereits ansässigen Unternehmen, aber auch weitere Akteure, sollen ihre Anliegen sowie Interessen einbringen und sich weiterentwickeln können. Wir sind diesbezüglich im Aufbau eines sogenannten Wirtschafts-Service-Desk.

    Welche Ziele verfolgt die Stadtentwicklung Winterthur konkret?
    Winterthur soll eine nachhaltige und smarte Stadt mit hoher Lebensqualität sein, die geprägt ist von respektvollem Zusammenleben und guten Bedingungen für die Wirtschaft. Die Bevölkerung beteiligt sich an der gesellschaftlichen Entwicklung, neue Technologien gefördert. Winterthur entfaltet seinen guten Ruf als lebenswerte Stadt weiter – nicht zuletzt dank eines vielfältigen Wohnraumangebotes für unterschiedlichste Bedürfnisse. Wir wollen uns aber in Zukunft auch als Technologie- und Innovationsstandort positionieren. Die Stadt soll sich zudem als Reallabor (WinLab) zur Förderung von Innovationen verstehen und die daraus gewonnenen Kompetenzen nutzen. Ein weiteres Ziel ist das Daten-Monitoring für unsere Kernthemen. Und wir möchten Open Government Data vorantreiben.

    Welches sind für Winterthur aktuell die grössten Herausforderungen?
    Wie überall sind auch in Winterthur die grossen Themen das Netto-Null-Ziel oder die Digitalisierung. Und Winterthur wächst. Wir benötigen mehr Flächen für Wohnraum, Arbeitsplätze, die Schulen, den Sport und andere Bedürfnisse. Gleichzeitig ist der Boden knapp.

    Mit der «Räumlichen Entwicklungsperspektive Winterthur 2040» zeigt die Stadt auf, wo das grösste Verdichtungspotenzial liegt und wie sie dieses nutzen will: Es geht um vielfältig genutzte Gebiete und um Arbeitsplatzgebiete. Das Interesse von Investoren und privaten Grundeigentümerinnen ist gross. Das eröffnet dem Wirtschaftsstandort Chancen, fordert uns aber auch.

    Welches sind die beliebtesten Standorte für Unternehmen?
    Das kommt ganz auf die Bedürfnisse der Unternehmen an. Je nachdem spielen die Erschliessung, die Zonierung, das Entwicklungspotenzial, die Umgebung oder die Boden- und Mietpreise eine grössere oder kleinere Rolle. Ich wage zu behaupten, dass die Nachfrage grundsätzlich in Richtung zentraler und gut versorgter Standorte steigt. Natürlich gibt es auch Unternehmen, die aufgrund von Flächenverbrauch oder Lärmemissionen eine periphere Lage bevorzugen. Generell gilt es, Industrie- und Gewerbezonen für die Zukunft zu erhalten.

    Womit punktet Winterthur als Standort für Unternehmen?
    Erstens ist Winterthur hervorragend erschlossen: Der Flughafen Zürich ist in wenigen Minuten erreichbar, die Zugverbindungen nach Zürich und in die Ostschweiz sind optimal. Und mit dem geplanten Brüttenertunnel und dem Ausbau der Autobahn A1 wird die Verkehrserschliessung künftig noch besser. Zweitens können wir mit erfolgreichen und für die Zukunft gerüsteten Technologie-Unternehmen punkten. Dazu zählen grosse, teils börsenkotierte Unternehmen wie Rieter, Sulzer, Burckhardt Compression, Kistler und ebenso eine Vielzahl an innovativen Start-ups. Letztere werden gezielt gefördert, etwa vom Technopark Winterthur, dem Home of Innovation und dem Entrepreneur Club Winterthur. Ein dritter Pluspunkt ist die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Sie stellt durch ihre Forschung und Entwicklung den Wissenstransfer sicher, trägt zu Innovationen vor Ort bei und bringt als Hochschule wertvolle Fachkräfte hervor. Ausserdem sind die ETH und die Uni Zürich auch nicht weit.

    Was macht Winterthur als Wohnort attraktiv?
    Die bereits erwähnte hohe Lebensqualität und der eigene Charme. Dazu tragen der grosse Anteil an Gärten, eine intakte, historische Altstadt und das breite Kulturangebot bei. Meines Erachtens kommt eine weitere, unterschätzte Qualität dazu: Von fast jedem Ort in der Stadt gelangen Sie in rund zehn Minuten ins Grüne. Nicht zuletzt machen die im Vergleich zum nahen Zürich moderaten Preise und die guten Verkehrsanbindungen zur Ostschweiz Winterthur zu einem sehr attraktiven Lebensmittelpunkt.
    Wie sieht es aus mit freiem Wohnraum in Winterthur?
    Freier Wohnraum ist im wachsenden Winterthur schon länger rar: Die Leerwohnungsziffer betrug letztes Jahr 0,37 Prozent, was gerade 212 Wohnungen entspricht. Es wird viel gebaut, jetzt und auch in naher Zukunft, soweit wir das heute abschätzen können. Das Thema Wohnen beschäftigt uns, wir sind damit aber nicht allein: Preisgünstiger Wohnraum ist generell in den Schweizer Städten ein grosses Thema.

    Zur Person
    Bettina Furrer ist seit Dezember 2020 Leiterin des Amts für Stadtentwicklung der Stadt Winterthur. Sie hat an der ETH Zürich Umweltnaturwissenschaften studiert und 2010 promoviert. Von 2004 bis 2018 war sie für die ZHAW School of Engineering zunächst als Dozentin, später als Professorin und Leiterin des Instituts für Nachhaltige Entwicklung tätig. Bettina Furrer ist in Winterthur aufgewachsen und wohnt auch heute mit ihrer Familie in der Stadt.

  • Ausblick mit dem Innovationspark in Dübendorf

    Ausblick mit dem Innovationspark in Dübendorf

    Herr Thöny, wo steht die bauliche Entwicklung?
    Derzeit befinden wir uns in der Entwicklungsetappe 1, der Randzone des Flugplatzareals, wo wir die Flächenbedürfnisse unserer Forschungspartner ETH Zürich und Universität Zürich sowie erster Nutzer aus der Wirtschaft und Industrie decken. Dazu kommen Test- und Begegnungsflächen sowie flexible und temporäre Einrichtungen vor den Hangars. Gleichzeitig arbeiten wir intensiv an der Entwicklung und Planung der Etappe 2, also der ersten Etappe Neubauten.

    Wie wird der Innovationspark zu einem inspirierenden Ort für Forschende?
    Wir arbeiten an der Vision dieser «Forschungsstadt der Zukunft». Beim Betreten des Innovationsparks Zürich wird man bereits in naher Zukunft gleich spüren und sehen, dass es sich hier um einen aussergewöhnlichen Ort für Forschung und Entwicklung handelt. Für die Forschenden schaffen wir ein einzigartiges Umfeld. Die Unternehmen und Forschungspartner erhalten mit der Ansiedlung die Möglichkeit, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einen Kontext zu bringen, den sonst nur ganz grosse Tech-Konzerne wie Apple bieten können. Gleichzeitig bleibt das historische Erbe, der ehemalige Militärflugplatz, als solches erkennbar und erlebbar.
    Wir sehen den Innovationspark als «Cognitive City», einen digital hoch vernetzten urbanen Raum mit herausragender und nachhaltiger Architektur und Landschaftsarchitektur und einem über die Jahre wachsenden attraktiven Angebot an unterschiedlichen Campusnutzungen, wo man arbeiten, forschen, sich treffen und austauschen, essen und trinken, sich erholen und Sport treiben kann. Ein Ort mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität also, an dem immer der Mensch im Mittelpunkt steht. Gleichzeitig entsteht ein neues, vielfältiges Dienstleistungs-, Freizeit- und Erholungsangebot für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden und der gesamten Region.

    Was ist der nächste Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung dieser Vision?
    Im vergangenen Jahr haben wir einen Architekturwettbewerb ausgelobt, an dem sich renommierte nationale und internationale Büros sowie drei Nachwuchsbüros beteiligt haben. Aus den 28 eingereichten Entwürfen werden wir gemeinsam mit einer Jury sieben Projekte auswählen, die dann im Rahmen der ersten grossen Neubauetappe entwickelt werden. In der zweiten Jahreshälfte werden wir erstmals ein konkretes Bild vom künftigen Gelände des Innovationsparks zeigen können.

    Auf dem Areal entstehen neue Räumlichkeiten.
    Wie sieht dabei die Entwicklungs- & die Realisierungsphase aus?

    Mit der ETH Zürich arbeiten wir an einem «Industrial Hub» und mit der Universität Zürich an einem «Space Hub». Beides sind sehr spannende Projekte und für sich genommen «kleine Innovationsparks» im Innovationspark. Daneben sind diverse kleinere Bauten und Projekte für den Start und die ersten Mieter in Planung.

    Zur Person
    Andrea Claudio Thöny ist Architekt ETH. Nach Tätigkeiten als Architekt und in der Immobilienberatung wechselte er 2018 zu HRS, seit 2020 ist er als Leiter Immobilienentwicklung tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Spezialprojekten im Bereich Forschung und Entwicklung, Gewerbe- und Sondernutzungen sowie Business Development, M&A und Umstrukturierungen. Seit 2019 ist er als Gesamtprojektleiter für den Innovationspark Zürich verantwortlich, seit 2023 zusätzlich als Geschäftsführer der IPZ Property AG.

  • «Die Stadt Winterthur wird oft unterschätzt»

    «Die Stadt Winterthur wird oft unterschätzt»

    Herr Roth, Sie haben das Rechtsanwaltspatent, waren als Abteilungsleiter der Financial Intelligence Unit des Fürstentums Liechtenstein in Vaduz tätig und haben das Musikkollegium Winterthur geleitet. Was hat Sie 2020 dazu bewogen, das Amt des Direktors von House of Winterthur anzunehmen?
    Samuel Roth: Ich fand es sehr spannend, an der Schnittstelle von Wirtschaft, Bildung, Tourismus und Kultur tätig zu sein und mich so für die Region Winterthur zu engagieren.

    Was konnten Sie in den bald drei Jahren seit Ihrem Amtsantritt bewegen?
    Roth: Mir war es wichtig, unsere Tätigkeit auf unsere Kernkompetenzen Kommunikation und Vernetzung zu fokussieren. Damit können wir die Region als Technologiestandort, Bildungszentrum und Kulturstadt profilieren. Zu diesem Zweck haben wir ein attraktives Programm mit rund 40 Veranstaltungen pro Jahr auf die Beine gestellt. Besonders beliebt sind die «Tech-Lunches»: Unsere Gäste können jeweils Produktionsbetriebe besichtigen oder die Anlässe zum Thema «House-Kultur» besuchen, in deren Rahmen wir beispielsweise mit unseren Mitgliedern die Winterthurer Musikfestwochen besuchen.

    Frau Lomoro, House of Winterthur entstand 2017 aus den beiden Vereinen Winterthur Tourismus und Standortförderung Region Winterthur. Die Stadt fährt damit ein Sondermodell: Themen wie Wirtschaft, Tourismus, Bildung und Kultur sind unter einem Dach vereint. Wo liegen die Vorteile?
    Antonietta Lomoro: Die verschiedenen Stakeholder haben in Standortförderungsfragen nur noch einen Ansprechpartner statt wie zuvor zwei. Das Marketing für die Region stammt nun aus einem Guss. Zudem fördern wir die gegenseitige Vernetzung der verschiedenen Anspruchsgruppen.

    Welche Synergien konnten durch den gemeinsamen Auftritt erzielt werden?
    Lomoro: Arbeitskräfte legen heute mehr Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Sie schätzen das grossartige Freizeit- und Kulturangebot in der Region Winterthur. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen achten darauf, dass ihre Mitarbeitenden an einem attraktiven Standort arbeiten können, wo nebst den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch die Lebensqualität stimmt. Es macht deshalb Sinn, diese Standortvorteile aus einer Hand zu bewerben.

    Wie viele Personen beschäftigt House of Winterthur? Wie hoch ist das Budget?
    Lomoro: House of Winterthur beschäftigt derzeit 20 Personen in Vollzeitäquivalenten. Das Budget umfasst 3,5 Millionen Franken.

    Winterthur verfügt über eine vielfältige Wirtschaft, eine lebendige Altstadt, ein hochkarätiges Kulturangebot und eine angesehene Fachhochschule. Warum muss man eine Stadt, die so viel bietet, noch vermarkten?
    Roth: Winterthur ist zwar die sechstgrösste Stadt der Schweiz, wird jedoch oft unterschätzt. Es ist deshalb wichtig, dass House of Winterthur die Qualitäten der Region als herausragender Technologiestandort, praxisorientiertes Bildungszentrum und grossartige Kulturstadt zur Geltung bringt.

    Wie kommt House of Winterthur bei der Bevölkerung und den Unternehmen an?
    Lomoro: Die Bevölkerung von Winterthur hat 2017 mit einer klaren Mehrheit der Gründung von House of Winterthur zugestimmt. Nach Ablauf der ursprünglichen Subventionsvereinbarung mit der Stadt hat das Stadtparlament die Vereinbarung ohne Gegenstimme um weitere fünf Jahre verlängert. Die Tätigkeit von House of Winterthur stösst bei den Unternehmen auf positive Resonanz, was sich an der regen Beteiligung an unseren Veranstaltungen zeigt.

    Wie haben sich die Mitgliederzahlen von House of Winterthur in den letzten drei Jahren entwickelt?
    Lomoro: Seit Anfang 2020 ist die Anzahl um 20 Prozent auf insgesamt 420 Mitglieder gestiegen.

    «Der Tourismus hat sich seit Corona fast vollständig
    erholt»

    Wie attraktiv ist Winterthur als Wirtschaftsstandort?
    Roth: Wir führen jedes Jahr eine Unternehmensbefragung durch, an der jeweils über 300 Unternehmen teilnehmen. Die letzte Umfrage hat ergeben, dass fast 87 Prozent der Unternehmen eher bis sehr zufrieden mit den Rahmenbedingungen am Standort Winterthur sind. Grund dafür sind die Nähe zu den Hochschulen und die gute Verfügbarkeit von Fachkräften. die Stadt ist auch für Start-ups attraktiv. So findet mit den «Start-up Nights» jährlich der grösste Start-up-Event der Schweiz in Winterthur statt.
    Welche Massnahmen treffen Sie, um die Attraktivität weiter zu steigern?
    Lomoro: Mit «Winterthur 2040» hat der Stadtrat definiert, wie er Winterthur fit für die Zukunft machen möchte. Unsere Aufgabe ist es, die Vorzüge und Chancen der ganzen Region zur Geltung zu bringen.

    Welche Areale, Immobilien sowie Standorte werden seitens der Unternehmen derzeit am meisten gesucht?
    Lomoro: Wir haben viele Anfragen bekommen – und zwar für das Sulzerareal in der Stadtmitte und The Valley im Kemptthal. Aktuell stellen wir fest, dass sich das Interesse an Flächen in Neuhegi und im Zentrum von Effretikon stark erhöht.

    Welche Regulierungen weisen dringenden Anpassungsbedarf auf?
    Roth: Für die Wirtschaft ist jede Regulierung eine zu viel. Manchmal braucht es jedoch Regulierungen, um das Zusammenspiel von Wohnen und Arbeiten zu fördern, um kurze Wege zu ermöglichen sowie eine Belebung des öffentlichen Raums und eine hohe Nutzungsvielfalt zu erreichen.

    Wie soll sich der Wirtschaftsstandort Winterthur in den nächsten 10 Jahren entwickeln?
    Roth: Die Anzahl der Arbeitsplätze hat sich in den letzten Jahren proportional zum Bevölkerungswachstum von ca. einem Prozent pro Jahr entwickelt. Wir gehen deshalb davon aus, dass nicht nur die Bautätigkeit zu einem weiteren Wirtschaftswachstum beiträgt, sondern sich auch neue Technologieunternehmen in Winterthur ansiedeln werden. Zudem hat unsere Unternehmensbefragung gezeigt, dass fast die Hälfte der befragten Unternehmen in den nächsten Jahren Investitionen planen. Die Region Winterthur sieht deshalb rosigen Zeiten entgegen.

    Wie positioniert sich die Stadt im Bereich des Tourismus und auf welchem Stand ist er heute?
    Lomoro: Der Tourismus hat sich seit Corona fast vollständig erholt und liegt – gemessen an der Anzahl Logiernächte – nur noch 15 Prozent unter dem Rekordjahr 2019. Zu den wichtigsten touristischen Attraktionen in der Region gehören der Rheinfall, das Technorama, und an dritter Stelle folgt überraschenderweise der Skills Park. Auch der FC Winterthur und die Pfadi Winterthur sind Publikumsmagnete. Die Kulturstadt punktet mit der internationalen Ausstrahlung der Museen, der grossen Vielfalt an Festivals oder den internationalen Kurzfilmtagen sowie dem Casinotheater und dem Musikkollegium Winterthur.

    Im letzten Jahr hat House of Winterthur die Anzahl Vorstandsmitglieder reduziert. Was waren die Beweggründe?
    Roth: Mit den bis anhin 15 bis 16 Vorstandsmitgliedern war der Vorstand zu gross besetzt. Dadurch konnten sich die einzelnen Vorstandsmitglieder nur ungenügend einbringen. Gemäss Statuten darf nun der Vorstand nur noch maximal 9 Mitglieder aufweisen, was die Effizienz der Vorstandstätigkeit stark erhöht.

    Stehen in den kommenden Jahren weitere interne Veränderungen an?
    Roth: House of Winterthur ist grundsätzlich auf Kurs. Die Generalversammlung wählt am 25. Mai einen neuen Vorstand. Dieser wird die Strategie überprüfen und allenfalls notwendige Anpassungen vornehmen.

  • Reto Zeidler wird Head of Cyber Security bei Inventx

    Reto Zeidler wird Head of Cyber Security bei Inventx

    Als IT- und Digitalisierungspartnerin für Schweizer Banken und Versicherungen adressiert Inventx den stetig wachsenden Kundenbedarf an Security-Kompetenz mit einem umfassenden Lösungsportfolio. Das Unternehmen berät Kunden in den Bereichen Information Security, Cyber-Crime, Cyber-Risiken, sichere Enterprise-Architekturen und Zonenkonzepte sowie zukunftsgerechtes Risikomanagement. Dank ihrem unabhängigen Cyber Resilience Center mit bestausgebildeten Analysten bleibt diese rund um die Uhr am Puls der aktuellen Cyber-Crime-Trends.

    Reto Zeidler stösst zu Inventx vom Prozess- und Digitalisierungsberater Pragmatica, wo er als Head of Information and Cyber Security die Beratungskompetenz des Unternehmens in diesen Bereichen verantwortete und als Principal Consultant Security-Projekte leitete. Davor war Reto Zeidler Chief Managed Services Officer und Mitglied der Geschäftsleitung beim IT-Sicherheitsdienstleister ISPIN. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren unter anderem Associate Partner / Executive Advisor für IBM Security und Head of Cloud Security Services bei Swisscom.

    Als aktives Mitglied der Cyber Security Community engagiert er sich in der Information Security Society Switzerland (ISSS) und in der Cloud Security Alliance. Er ist zudem Dozent und Experte für Informationssicherheit an der Hochschule Luzern.

    Bei Inventx verantwortet Reto Zeidler den gesamten Cyber Security Cluster, stellt die Leistungserbringung nachhaltig und in hoher Qualität sicher und richtet diese strategisch auf Kundenbedürfnisse aus. Er entwickelt den Bereich laufend weiter und baut ihn personell und technologisch aus.

    Fabio Cortesi, CTO und Mitglied der Geschäftsleitung der Inventx AG, begrüsst den neuen Head of Cyber Security: «Wir freuen uns, einen erfahrenen und hochkompetenten Security-Experten gewonnen zu haben. Reto verknüpft Fach- und Führungskompetenz auf höchstem Niveau, immer mit klarem Blick auf aktuelle und künftige Kundenbedürfnisse.»

    Reto Zeidler zu seiner neuen Rolle: «Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit meinem Team den Cyber Security Cluster für unsere Kunden noch weiter nach vorne zu bringen. Wir können auf einer hervorragenden Basis aufbauen. Nun wollen wir den nächsten Entwicklungsschritt machen.»

    Quelle www.inventx.ch