Kategorie: Projekte

  • Strategischer Meilenstein für Zofingen

    Strategischer Meilenstein für Zofingen

    Das 27’636 Quadratmeter grosse Areal nahe dem Bahnhof Zofingen war bis 2024 Standort der traditionsreichen Druckerei Swissprinters. Nach der Schliessung verkaufte die Ringier Areal AG den westlichen Teil an Turidomus, während der östliche Abschnitt im Ringier-Besitz verbleibt. In den letzten Jahren hatte Ringier zusammen mit der Stadt Zofingen und dem Basler Architekturbüro Christ & Gantenbein bereits die strategische Grundlage zur Umnutzung erarbeitet. Darauf baut nun die Entwicklung auf.

    Vielfalt und Nachhaltigkeit im Zentrum
    Das «Areal West» ist ein Standort von strategischer Bedeutung. Die Lage vis-à-vis der Altstadt und direkt hinter dem Bahnhof bietet ideale Voraussetzungen für ein neues, urbanes Wohnquartier. Auf fünf Baufeldern sollen über 300 Wohnungen für unterschiedliche Lebensstile und Haushaltsgrössen entstehen. Von kompakten Apartments bis hin zu Familienwohnungen.

    Die Projektentwicklung orientiert sich am Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz. Vorgesehen sind ein klimafreundlich gestalteter Quartierplatz, grüne Freiflächen, die Hitzeinseln reduzieren, sowie Photovoltaikanlagen. Auch die Versorgung über Fernwärme ist eingeplant, um den CO₂-Fussabdruck des Quartiers von Beginn an niedrig zu halten.

    Studienauftrag zur Präzisierung
    Für 2026 ist ein Studienauftrag vorgesehen, um die stadträumliche Einbindung und die konkrete Ausgestaltung des Wohnungsangebots zu präzisieren. Ziel ist es, ein lebendiges Quartier zu schaffen, das nicht nur Wohnen, sondern auch Begegnung und Identität stiftet. Baustart könnte je nach Verfahren ab 2028 erfolgen, mit ersten Bezügen ab 2030.

    Erfahrung mit Transformationen
    Referenzprojekte wie der Ziegeleipark in Horw/Kriens, das Quartier Reitmen in Schlieren oder Zwhatt in Regensdorf zeigen, dass sich die Gruppe auf komplexe Transformationsprozesse versteht. Mit dem «Areal West» in Zofingen knüpft die Gruppe an diese Linie an. Mit dem Ziel, industrielle Vergangenheit in ein zukunftsfähiges, nachhaltiges Quartier zu überführen.

  • Solarstrom wird in Kaltenbach erstmals saisonal gespeichert

    Solarstrom wird in Kaltenbach erstmals saisonal gespeichert

    Bei der Post im zur Gemeinde Wagenhausen gehörenden Dorf Kaltenbach kann überschüssiger Solarstrom aus den Sommermonaten künftig im Winter genutzt werden. Möglich wird dies durch eine SeasON-Demonstrationsanlage im Neubau der Zustellstelle der Post in Kaltenbach, informiert die Matica AG in einer Mitteilung. Das von ihr in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern entwickelte thermochemische Verfahren nutzt Natronlauge für die verlustfreie Speicherung von Strom und Abwärme.

    Beim Einspeichern des Stroms wird der Natronlauge Wasser entzogen und in einen separaten Tank überführt. Konzentrierte Lauge und separates Wasser lassen sich dann bei Raumtemperatur aufbewahren. Soll die gespeicherte Energie genutzt werden, wird die konzentrierte Lauge wieder mit dem abgeschiedenen Wasser verdünnt. Die dabei entstehende Mischungswärme wird von Kondensionswärme ergänzt. Sie wird erzeugt, indem das Wasser im geschlossenen System mit Hilfe von Niedertemperaturwärme eines Wärmetauschers verdampft wird.

    „Für uns und das Team der Hochschule Luzern ist die Umsetzung des Projekts in Kaltenbach ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Markteinführung unseres innovativen übersaisonalen Energiespeichers SeasON“, wird Matica-CEO Marc Lüthi in der Mitteilung zitiert. „Die Erfahrungen aus dem Bau der Anlage, ihrer Installation und der Analyse der Betriebsphase sind essenziell für die effiziente Weiterentwicklung unserer zukunftsweisenden Lösung.“

    Das Unternehmen mit Sitz in Wagenhausen hat 2024 eine erste Demonstrationsanlage in Frauenfeld installiert. Eine dritte Anlage ist für Frühjahr 2026 in einer Wohnsiedlung in Nordrhein-Westfalen geplant.

  • Neue Dynamik für Eigenverbrauchsgemeinschaften

    Neue Dynamik für Eigenverbrauchsgemeinschaften

    Primeo Energie baut sein Geschäft für Energiegemeinschaften aus. Das Baselbieter Energieunternehmen übernimmt per Anfang 2026 die Abrechnungsleistungen für Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) von Energie Wasser Bern (ewb), Regio Energie Solothurn (RES) und AGROLA, informiert Primeo Energie in einer Mitteilung. Die drei Energieversorger werden ihrer Kundschaft weiterhin ZEV-Dienstleistungen vermitteln, diese jedoch von Prime Energie ausführen lassen.

    „Wir glauben an Energiegemeinschaften als wichtiges Element der Energietransformation“, wird Primeo Energie-CEO Cédric Christmann in der Mitteilung zitiert. „Umso mehr freut es mich, dass uns ewb, RES und AGROLA ihr Vertrauen schenken und uns ihre ZEV-Dienstleistungen übertragen.“ Mit der Übernahme dehnt sich das schweizweite Netz von Primeo Energie auf über 20’000 ZEV-Messpunkte aus. Der Wachstumskurs des Unternehmens im Bereich Energiegemeinschaften soll die Position von Primeo Energie, „als führender Anbieter von ZEV-Dienstleistungen“ stärken, heisst es in der Mitteilung.

  • Neue Fischaufstiegshilfe für die Aare in Thun gestartet

    Neue Fischaufstiegshilfe für die Aare in Thun gestartet

    Die Energie Thun AG hat mit einem Spatenstich am 1. September den Bau einer neuen Fischaufstiegshilfe in der Selve Thun die Aarewerke offiziell begonnen. Die Bauvorarbeiten hatten bereits im Januar 2025 gestartet. Die neue Fischaufstiegshilfe wird mit zwei Einstiegen eine verbesserte Fischwanderung ermöglichen. Die Inbetriebnahme ist für März 2028 vorgesehen. Finanziert wird das Projekt über den Netzzuschlagsfonds, der über einen Zuschlag auf den Strompreis gespiesen wird.

    Der Bau wurde nötig, weil die Stauung der Aare bei den Aaarewerken durch eine Klappenwehr die ungestörte Fischwanderung behindert. Aktuell gibt es im Unterwasser nur einen Einstieg beim wenig genutzten Kraftwerk 94.

    Energie Thun hat das Projektgesuch bereits 2013 eingereicht, nachdem im Rahmen der Rezertifizierung der Aarewerke mit dem Umweltlabel naturemade star die Notwendigkeit der Wiederherstellung der Fischgängigkeit erkannt worden war. Das Amt für Wasser und Abfall (AWA) genehmigte 2014 die vorzeitige Sanierung. Es folgten mehrere Jahre der Vorprüfung und der Ausarbeitung des Bauprojektes. Der Gesamtbauentscheid fiel 2022, die und Ausschreibungen erfolgten 2024.

    Der Auftrag ging an die IG ThunFisch erteilt worden, einen Zusammenschluss der IUB Engineering AG, Kissling + Zbinden AGsowie der Fachstelle Fischökologie der Kraftwerke Oberhasli AG. Der grösste Bauanteil der Fischtreppe wird durch die Frutiger AG realisiert, die besonders im Spezialtief- und  Wasserbau spezialisiert ist.

  • 170-Meter-Turm setzt Akzente im Quartier de l’Étoile

    170-Meter-Turm setzt Akzente im Quartier de l’Étoile

    Die Halter AG mit Sitz in Schlieren und die Fordinvest (Schweiz) Immobilien GmbH mit Sitz in Pfäffikon SZ realisieren in Genf den Tour de l’Étoile 3. Das Hochhaus wird sich laut einer Mitteilung im neuen Quartier de l’Étoile in Genf befinden und mehr als 300 Wohnungen, Räume für öffentliche Einrichtungen, Gastronomie, Geschäfte und Dienstleistungen sowie ein öffentlich zugängliches oberstes Geschoss bieten. Mit einer Höhe von 170 Metern und einer Fläche von über 50’000 Quadratmetern soll es künftig ein architektonisches Landmark von Genf bilden.

    Hintergrund des Projekts ist das Raumplanungsprojekt Praille-Acacias-Vernets (PAV) in Genf. Im Rahmen dessen sollen in den kommenden Jahren auf einer Fläche von mehr als 140 Hektaren neun neue Stadtquartiere mit über 12’000 Wohnungen, 6’000 Arbeitsplätzen, öffentlichen Einrichtungen sowie Frei- und Grünflächen entstehen. Nun hat die Unterzeichnung der Planungsvereinbarung mit der Fondation Praille-Acacias-Vernets und dem Kanton Genf den Weg für die Entwicklung zweier Hochhäuser bereitet.

    Der Tour de l’Étoile 3 soll zusammen mit dem von Rolex geplanten Hochhaus ein zentrales Element des Entwicklungsprojekts PAV bilden und zur sozialen und funktionalen Vielfalt des Stadtteils l’Étoile beitragen. Fordinvest hat den bestehenden Tour de l’Étoile bereits im Jahr 2000 erworben und die Entwicklung des neuen Hochhauses initiiert. Halter übernimmt als Gesamtleister die Verantwortung für die Realisierung des Tour de l’Étoile 3. Das Unternehmen ist zudem bereits mit einem realisierten Hochhausprojekt im Projekt PAV präsent und plant, 2026 ein weiteres zu bauen.

  • Tradition trifft Innovation bei Fassadensanierung in Davos

    Tradition trifft Innovation bei Fassadensanierung in Davos

    Das 1900 als Luxus-Sanatorium eröffnete Hotel Schatzalp in Davos hat mit Unterstützung von Architekturforschenden der ETH Zürich eine neue Fassade erhalten. Gebaut wurde mit digitalen Hilfsmitteln. Den Auftrag zur Umsetzung erhielten gemäss einer Mitteilung der ETH das ansässige Holzbauunternehmen Künzli Davos AG und das auf Augmented-Reality-Technologie spezialisierte Instructive Construction AG (Incon.ai). Incon.ai ist eine Ausgründung der ETH und hat seinen Sitz im Technopark Zürich.

    Die Entwürfe für die Neuinterpretation hat ein Team um Silke Langenberg, Professorin für Konstruktionserbe und Denkmalpflege an der ETH Zürich, und die Architekturprofessoren Fabio Gramazio und Matthias Kohler am ETH-Departement Architektur entwickelt. Die Aufgabe an die Architekturforschenden war es, das Erscheinungsbild zu erhalten und digitale Technologien in traditionelles Handwerk und in Betriebsabläufe zu integrieren. „Basierend auf der Entwurfslogik des Alten haben wir die Balustraden neu interpretiert“, wird Fabio Gramazio zitiert.

    Matthias Kohler sieht darin eine „grundlegende Veränderung der Art und Weise, wie man baut“. Das Digitalmodell ersetze den Doppelmeter bei klassischen Konstruktionsverfahren. Das mittels Augmented Reality geschaffene Digitalmodell vereinfache die Planung für Handwerkerinnen und Handwerker und der Mensch bringe seine Fingerfertigkeiten und Intuition ein. Wie Kohler betont, behalte der Mensch unverändert die Kontrolle über den Prozess.

    Die Holzbalustraden an dem Gebäude waren in die Jahre gekommen und hätten heutige Sicherheitsstandards nicht mehr erfüllt, heisst es zur Begründung. Zudem sei das typische Erscheinungsbild der Schatzalp mit den geschlossen über die Südfassade angebrachten Loggien durch zahlreiche Veränderungen beeinträchtigt gewesen.

  • Schweizer Gütermetro liegt auf Eis

    Schweizer Gütermetro liegt auf Eis

    Das unterirdische Gütertransportsystem Cargo sous terrain (CST) ist in seiner bisher geplanten Form gescheitert. Die private Cargo sous terrain AG schreibt in einer Mitteilung, die Umsetzung sei zum jetzigen Zeitpunkt betriebswirtschaftlich nicht vertretbar. Eine private Finanzierung der Bauphase brauche andere rechtliche Rahmenbedingungen. Zentral sei, die Metro in ein Gesamtlogistiksystem einzubetten und stabile Partnerschaften mit Bund, Kantonen und Städten zu schliessen. 

    Technisch und baulich ist laut CST der Nachweis einer Machbarkeit erbracht worden, heisst es. Die Pläne für das unterirdische Logistiksystem mit Feinverteilung in Städten wurden im Rahmen einer unabhängigen Überprüfung im Frühjahr 2025 bestätigt. Nun sei es an den Behörden, auf dieser Basis weiterzugehen.

    CST bleibt im Dialog, verschiebt aber den Fokus: Nun will das Unternehmen nationale und internationale Organisationen in Fragen der städtischen Logistik beraten. In diesem Rahmen muss CST Kosten reduzieren und auch zehn Stellen abbauen. Laut der Medienmitteilung bedauert CEO Christoph Späth diesen Schritt ausserordentlich. Mit der Restrukturierung stelle CST jedoch die Weichen für eine nachhaltige Zukunft. 

    „Aktuell haben wir nicht die Mittel, um die Organisation mit dem bisherigen Fokus weiterzuführen, und passen uns darum den Realitäten an“, wird Verwaltungsratspräsident Marco Rosso zitiert. Es werde Zeit brauchen, bis CST verkehrspolitisch stabil verankert sei und langfristige Investitionen mobilisieren könne. 

    Die Planungen für die Gütermetro hatten ein unterirdisches Netz von Genf bis St.Gallen und von Basel bis Luzern mit einer Abzweigung von Bern nach Thun vorgesehen. Die erste Teilstrecke der Gütermetro von Härkingen nach Zürich hätte ursprünglich 2031 in Betrieb gehen sollen.

  • Wärmeverbund Olten-Trimbach startet nach Zusage des Kantonsspitals

    Wärmeverbund Olten-Trimbach startet nach Zusage des Kantonsspitals

    Die Aare Energie AG (a.en) und die IWB gehen die Realisierung eines Wärmeverbunds im Grenzgebiet Hagmatt der Solothurner Gemeinden Olten und Trimbach an. Die Umsetzung der Pläne für den Entzug von Wärmeenergie aus dem Grundwasser hatten die Partnerfirmen von der Einbindung des Kantonsspitals Olten abhängig gemacht. Nun ist die Zusage dieses Schlüsselkunden erfolgt, informieren a.en und IWB in einer gemeinsamen Mitteilung.

    Bereits im nächsten Jahr wollen a.en und IWB mit den Bauarbeiten für den Wärmeverbund beginnen. Seine Netzlänge wird voraussichtlich 6 Kilometer betragen. Als Herzstück der Anlage wird in der Mitteilung eine neue Heizzentrale im Trinkwasserpumpwerk Dellen genannt. Hier sollen zwei Wärmepumpen mit einer Leistung von je rund 2,5 Megawatt dem Grundwasser Wärme entziehen.

    Die Bereitstellung von Wärme aus Grundwasser könne auch bei niedrigen Wassertemperaturen im Winter gewährleistet werden, heisst es in der Mitteilung Die jährliche Wärmeleistung der Anlage wird dort auf 20 Gigawattstunden beziffert. Interessierte, die bereits ein Richtangebot angefragt haben, sollen nun konkrete Angebote erhalten und Verträge abschliessen können. Mit den ersten Wärmelieferungen rechnen die Partner ab 2027.

  • Zürichs «City im See»

    Zürichs «City im See»

    1961 stellte Bosshard seine «City im See» der Öffentlichkeit vor. Eine gigantische, 14 Meter über dem Wasserspiegel thronende Terrasse von 700’000 Quadratmetern sollte als Fussgängerstadt dienen, darunter Verkehrsadern und über 70’000 Parkplätze.

    Die drei Zonen waren klar konzipiert.

    • Im Norden ein Kulturzentrum mit Theater, Museen, Kinos und einem Verwaltungsgebäude.
    • In der Mitte das Büro- und Geschäftsviertel für bis zu 50’000 Arbeitsplätze, flankiert von einem Einkaufs- und Gastronomiezentrum.
    • Im Süden eine Hotelzone mit Blick auf See und Voralpen.

    Ein Grünstreifen von bis zu 100 Metern Breite rund um die neue Stadt sollte das Seebecken in eine Park- und Flusslandschaft verwandeln.

    Infrastruktur aus einem Guss
    Bosshards Plan sah eine rigide Trennung von Fussgängern und Verkehr vor. Unter dem künstlichen Plateau sollten Autos, Tram und eine mögliche Tiefbahn verkehren. Rolltreppen hätten Pendlerinnen und Pendler vom Unterbau in die Hochhaus-Stadt geleitet. Für die Finanzierung verwies Bosshard auf die öffentliche Hand, die günstige Nutzung von Kantonsgewässern und den Einsatz vorgefertigter Bauelemente.

    Kritik und Widerspruch
    Die Reaktionen waren heftig. In der NZZ meldete sich ein Architekt mit «energischem Einspruch» zu Wort und sprach von einer «frostig monumentalen» Fremdkörperstadt, die Zürich seinen See und damit sein Wesen nehmen würde. Die Presse sah sich gezwungen zu betonen, dass die Veröffentlichung des Projekts keine Billigung darstelle, sondern der Information diene.

    Bosshards Vision wurde als Kraftmeierei, ja als «utopistische Narretei» kritisiert. Ökologische Aspekte oder rechtliche Grundlagen für eine derartige Aufschüttung blieben im Projektdossier weitgehend unberücksichtigt.

    Zeit der verwegenen Stadtideen
    Bosshards Plan fügt sich in die 1960er- und 1970er-Jahre, in denen Zürich mit mehreren radikalen Projekten experimentierte. 1971 etwa entwarfen Guhl, Lechner und Philipp die «Wohncity» über den Gleisen zwischen Hauptbahnhof und Altstetten, ebenfalls ein Plan, der an den Kosten und an der Komplexität scheiterte.

    ETH-Stadtforscher Christian Schmid spricht rückblickend von einem «Akt der Verzweiflung». Die Enge der Zürcher Innenstadt liess kaum Spielraum für Expansion. Die Idee, auf See oder über Bahngelände auszuweichen, sei spektakulär, aber weder praktisch noch finanzierbar gewesen.

    Wohnungsbau bleibt ein Dauerproblem
    Heute erlebt die Debatte um die Überdeckung von Bahnhofs-Gleisen eine Neuauflage. Diesmal vor allem mit Blick auf den Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Schmid bleibt skeptisch, auch solche Projekte würden enorme Kosten verursachen und letztlich eher Luxuswohnungen hervorbringen. Realistischer seien Stadterweiterungen wie sie vor Jahren die Architektengruppe Krokodil für Dübendorf vorschlug. Grossflächig, gut erschlossen und mit Potenzial für günstige Siedlungen.

    Die «City im See» mag als städtebauliche Utopie gescheitert sein, sie bleibt dennoch Symbol einer Epoche, in der Zürich hochfliegende Ideen entwarf, um seine strukturellen Probleme zu lösen. Die Stadt suchte damals wie heute nach Raum, der nicht vorhanden ist und fand Antworten in kühnsten Visionen.

  • Sport, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft unter einem Dach

    Sport, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft unter einem Dach

    Das Radsportteam Tudor Pro Cycling plant, seinen Hauptsitz von Schenkon nach Sursee zu verlegen. Laut einer Mitteilung ist nun der Baustart der neuen Anlage erfolgt. Das 10‘000 Quadratmeter grosse Gebäude soll nachhaltig gestaltet und im Jahr 2027 eröffnet werden. Es soll das Wachstum des Teams unterstützen und die Standards des professionellen Radsports neu definieren. Unterstützt wird das Projekt vom Gemeinderat und den Behörden des Kantons Luzern.

    Die 17 Millionen Franken teure Anlage wurde in Zusammenarbeit mit Goldbeck Rhomberg entworfen. Sie soll an der Zeughausstrasse in Sursee entstehen und über fünf Stockwerke einen Ort bieten, an dem Fahrer, Mechaniker, Trainer und Mitarbeitende zusammenkommen können, um sich auf bevorstehende Rennen vorzubereiten. Ein öffentlicher Bereich soll zudem Fans und Unterstützende exklusive Einblicke hinter die Kulissen und interaktive Erlebnisse bieten.

    „Gemeinsam mit Goldbeck Rhomberg haben wir ein bahnbrechendes Konzept entwickelt, das nicht nur die Bedürfnisse eines professionellen Sportteams erfüllt, sondern auch die Erwartungen der Fans und der lokalen Gemeinschaft berücksichtigt“, erklärt Raphael Meyer, CEO von Tudor Pro Cycling, in der Mitteilung. „Es setzt zudem neue Massstäbe in Sachen ökologischer Nachhaltigkeit und ist mit der DGNB-Gold-Zertifizierung ausgezeichnet – einem der höchsten Standards, die Gebäude erreichen können.“

    Sursee und der Kanton Luzern haben das Team den Angaben zufolge von Anfang unterstützt und das Projekt ermöglicht. „Wir freuen uns, dass dieses neue Gebäude, das dem Sport und einem gesunden Lebensstil gewidmet ist, hier in unserer Gemeinde Gestalt annimmt“, so Sabine Beck-Pflugshaupt, Stadtpräsidentin von Sursee. „Es ist ein Ort, der Sursee auch in der Schweiz und über unsere Grenzen hinaus zu seinem Glanz verhelfen wird.“

  • Statiklücke im Holzbau wird geschlossen

    Statiklücke im Holzbau wird geschlossen

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), der Berner Fachhochschule und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) eine umfangreiche Versuchsreihe durchgeführt. Ziel dieser Untersuchungen war es laut einer Mitteilung, eine Statiklücke im Holzbau zu schliessen. Mit vielfachen Tests und mathematischen Modellen sollten Erkenntnisse zur Horizontallast von Holzrahmenbauten gewonnen werden.

    „Wir untersuchen die horizontale Aussteifung von Gebäuden mit Holzrahmenbauwänden, die Fensteröffnungen enthalten“, wird Nadja Manser, Projektleiterin an der Empa, in der Mitteilung zitiert. „Weder in der Schweiz noch in anderen europäischen Ländern gibt es heute eine Regelung dazu, wieviel Horizontallast eine Holzrahmenwand trägt, wenn sie eine Fensteröffnung enthält.“

    Um diese Daten zu erhalten, führten die Forschenden in der Bauhalle der Empa zahlreiche Experimente mit zweigeschossigen und eingeschossigen Wänden durch, die jeweils zwei Fensteröffnungen enthielten. Dazu wurden die Horizontalbalken mit einer Last von über 100 Kilonewton belastet.

    Aus einer Vielzahl erhaltener Daten soll in einem weiteren Schritt ein für Bauingenieure einfach zu berechnendes Computermodell erstellt werden, mittels dessen Statikberechnungen für Holzrahmenbauten realisiert werden können. Während des gesamten Projekts arbeiten die Forschenden mit Partnern aus der Industrie wie Swiss Timber Engineers, Holzbau Schweiz oder Ancotech AG zusammen. Ein Ziel ist unter anderem das Einsparen von teuren und arbeitsintensiven Stahlverankerungen sowie bislang notwendigen Betonkernen.

  • Dielsdorfer Rechenzentren sollen Fernwärme für die Region liefern

    Dielsdorfer Rechenzentren sollen Fernwärme für die Region liefern

    Die Green Datacenter AG (Green) aus Lupfig AG und BRUGG Pipes aus Kleindöttingen haben eine Zusammenarbeit bei der Versorgung mehrerer Gemeinden im Kanton Zürich mit Fernwärme vereinbart. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll die Abwärme des neuen Green Metro-Campus Zürich 11‘500 Haushalte in Dielsdorf und fünf umliegenden Gemeinden sowie Unternehmen aus Industrie und Gewerbe mit Fernwärme versorgen.

    In Zusammenarbeit mit dem Energieversorger Energie 360° soll das CO2-freie Heizen aus der Abwärme des neuen Rechenzentrums gewonnen werden. Eine Energiezentrale entsteht dabei direkt neben dem Green Metro-Campus. Beim Bau des Fernwärmenetzes setzen die beteiligten Unternehmen auf Rohre von BRUGG Pipes. Dafür hat das Aargauer Unternehmen bereits 126 Rohre mit einer Länge von je 12 Metern und einem Aussendurchmesser von 70 Zentimetern geliefert. Das Rohrsystem wird unterirdisch verlegt und ist nach dem Bau nicht mehr zu sehen. Zur Wartung ist die Anlage mit einem smarten Überwachungssystem versehen.

    „Die Rechenzentren in Dielsdorf sind ein gutes Beispiel dafür, wie Abwärme sinnvoll genutzt und CO2 eingespart werden kann“, wird Martin Rigaud, CEO von BRUGG Pipes, in der Mitteilung zitiert.

    Energie 360° will die erste Fernwärme 2026 liefern. Bereits jetzt beheizt Green mit de Abwärme des Rechenzentrums eigene Bürogebäude und einen nahe gelegenen Industriekomplex.

  • Möbel aus Schalungsbrettern als Bildungsprojekt

    Möbel aus Schalungsbrettern als Bildungsprojekt

    Der Industriedesigner BjörnIschi hat das umgebaute Gebäude 1 am Campus Sursee vollständig mit recyceltem Mobiliar ausgestattet. Ischi hat mit seiner Designform GmbH das Seminar- und Bildungszentrum, das namentlich der Ausbildung von Baustellenkadern gewidmet ist, mit nachhaltigen Sitzlandschaften und Lerntischen ausgerüstet. Das Mobiliar wurde aus Schalungsbrettern und anderem Altmaterial den Bedürfnissen der Studierenden entsprechend gefertigt.

    Ischi weist in einer Mitteilung darauf hin, dass die zirkulären Möbel wirtschaftlich konkurrenzfähig sind mit Produkten zu marktüblichen Preisen. Nachhaltigkeit sei daher kein Kompromiss, sondern ein Gewinn, sondern ein Gewinn.

    Das Projekt am Campus Sursee wurde bereits 2022 initiiert. Ischi begann ab 2024, bestehendes Material am Campus zu katalogisieren. Auf dieser Grundlage entwarf der Industriedesigner das zirkuläre Mobiliar. Fachlich koordiniert wurde das Projekt vom Möbelhersteller Girsberger aus Thunstetten BE.

    Ischi betont die gute Zusammenarbeit mit der Leitung des Seminar- und Bildungszentrums. „Wo andere Altes wegwerfen, hat Campus Sursee den Mut bewiesen, neu zu denken“, so Ischi. Kurze Wege und kluge Ideen hätten lange Transporte und die Neuproduktion von Mobiliar geschlagen. „Zukunft entsteht, wenn wir Altes wertschätzen und neu interpretieren.“

  • Grundstückserwerb in Meggen

    Grundstückserwerb in Meggen

    Das erworbene Grundstück am Neueggweg ist praktisch unbebaut und liegt gemäss Zonenplan in Wohnzone C. Die Lage ist ruhig, dennoch gut erschlossen, ein Vorteil für zukünftige Bewohner. Nach aktuellem Planungsstand wird Mobimo auf dem Areal eine Überbauung im Stockwerkeigentum mit etwa 70 Wohneinheiten realisieren. Das Projektvolumen beläuft sich auf rund 120 Millionen Franken. Der Baustart ist von einer zwingenden Gestaltungsplanpflicht abhängig. Die Fertigstellung der Überbauung ist für Ende 2032 vorgesehen.

    Entwicklungspipeline und Marktumfeld
    Mit dem Kauf des Areals baut das Unternehmen ihre Entwicklungspipeline für die kommenden Jahre substanziell aus. Die Nachfrage nach Wohneigentum an guten Lagen rund um Luzern bleibt stabil hoch. Die Gemeinde Meggen gehört zu den begehrtesten Wohnorten der Zentralschweiz und punktet neben der Nähe zur Stadt Luzern, mit attraktiver Lage und Lebensqualität. Der Vierwaldstättersee, das Naherholungsgebiet rund um Meggen und die städtische Infrastruktur stärken den Standort zusätzlich.

    Projektziele und Ausblick
    Die neue Überbauung bietet nicht nur neuen Wohnraum, sondern bringt durch den Gestaltungsplan auch städtebauliche Entwicklungsmöglichkeiten. Architekturbüros erhalten nach dem Verfahren die Chance, innovative Wohnlösungen und moderne, bedarfsgerechte Raumkonzepte einzubringen. Die Planung trägt sowohl dem Wunsch nach attraktiven Grünräumen als auch den Ansprüchen an Wohndichte und Nachhaltigkeit Rechnung.

    Bis zur geplanten Fertigstellung Ende 2032 sind noch mehrere Planungsschritte erforderlich. Der genaue Baustart hängt von der Entwicklung und dem Abschluss des Gestaltungsplans ab. Der Bezugstermin wird auf Basis der Behördenverfahren und der Vermarktung zeitnah kommuniziert.

    Das Projekt in Meggen bringt neuen Wohnraum, entwickelt den Standort weiter und erweitert das Engagement des Unternehmens für attraktives, zukunftsfähiges Wohnen in der Zentralschweiz.

  • Pflanzenkohle-Beton eröffnet Perspektiven für klimaneutrale Bauwirtschaft

    Pflanzenkohle-Beton eröffnet Perspektiven für klimaneutrale Bauwirtschaft

    Vier Baufirmen aus der Schweiz haben sich zusammengetan, um am 25. August 2025 die KLARK AG mit Sitz in Landquart GR zu gründen: die Ulrich Imboden AG aus Visp VS, die Logbau AG aus Maienfeld GR, die Novakies AG aus Rapperswil BE und die Toggenburger AG aus Winterthur. Ihr gemeinsames Ziel ist, den durch Beimischung von Pflanzenkohle CO2-neutralen KLARK-Beton im gesamten Land verfügbar zu machen.

    In einer Mitteilung bezeichnen sie die Gründung der KLARK AG als Meilenstein für die Schweizer Bauindustrie: „Sie zeigt, dass ökologische Verantwortung, wirtschaftliches Denken und kooperative Strukturen Hand in Hand gehen können – auch und gerade in einer Branche, die lange als träge galt.“ KLARK stehe für einen Aufbruch hin zu einem Baustoffmarkt, „der Klimaeffekte nicht nur misst, sondern aktiv verändert“. Das sei „Industrieinnovation statt Einzelkampf“.

    Der KLARK-Klimabeton wird mit so viel Pflanzenkohle aus unbehandeltem Restholz aus der regionalen Forstwirtschaft vermischt, bis ein CO2-neutrales Produkt entsteht. Er weist den Angaben zufolge dieselben Eigenschaften auf wie traditioneller Beton, der einen CO2-Ausstoss von bis zu 250 Kilogramm pro Kubikmeter verursacht.

    Die CO2-Senkenleistung ist mit einer verifizierten Ökobilanz nach den Bilanzierungsregeln der Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren (KBOB) nachgewiesen. Die Ökobilanzergebnisse sind auf der KBOB-Liste veröffentlicht. KLARK Beton kann mit 50, 75 oder 100 Prozent Senkenleistung produziert werden und ist vollständig rezyklierbar.

    Als Lizenznehmer zur Produktion des KLARK-Betons sind bereits die Eberhard Bau AG aus Kloten ZH, die Aarebeton Aarau AG und die Arnold & Co. AG Sand- und Kieswerke aus Flüelen UR mit an Bord. „Damit entsteht ein zentrales Kompetenzzentrum für CO2-speicherndes Bauen mit Beton, getragen von regionalen Pionieren mit nationaler Reichweite“, heisst es in der Mitteilung.

  • Bauprojekt verbindet Kunst, Architektur und Kulturentwicklung

    Bauprojekt verbindet Kunst, Architektur und Kulturentwicklung

    Die Nüssli Schweiz AG aus Hüttwilen hat den ersten Spatenstich zum Ausbau der Mack-Pyramide in Monheim am Rhein getätigt, heisst es in einer Mitteilung. Das Thurgauer Veranstaltungsbauunternehmen hat den Generalauftrag im Frühjahr 2025 erhalten. Es ist nach dem Bau einer Achtfach-Sporthalle bereits der zweite Auftrag aus Monheim für Nüssli.

    Der Bau ist eine architektonische und künstlerische Herausforderung. Über die bestehende Mack-Pyramide wird eine zweite gespiegelte Pyramide gesetzt. In der neuen Doppelstruktur sollen weitere Ausstellungs- und Lagerräume entstehen. Darüber hinaus wird die bestehende Fläche saniert und modernisiert.

    Bis Ende Oktober 2025 soll die Tiefgründung, bis zum Jahresende der Rohbau der Treppenhäuser abgeschlossen sein. Die Tragstruktur besteht aus einer Stahlkonstruktion mit Treppenhäusern aus Stahlbeton. Wo möglich, sollen Fertigbauteile aus dem Arsenal von Nüssli Verwendung finden.

    Pünktlich zum 95. Geburtstag des deutschen Künstlers Heinz Mack soll das Richtfest im März 2026 stattfinden. Die vollständige Fertigstellung des Baus ist für den Sommer 2027 geplant.

    „Wir sind stolz, die Vision der Stadt Monheim am Rhein gemeinsam mit unseren Partnern zu realisieren“, wird Udo Baader, Leiter Projektmanagement Special Projects von Nüssli, in der Mitteilung zitiert. „Die Erweiterung der Mack-Pyramide ist nicht nur ein architektonisches Highlight, sondern auch ein kultureller Impuls für die ganze Region.“

  • Zwischen Innovation und Realität

    Zwischen Innovation und Realität

    Inmitten der Zürcher Agglomeration ragt der neue Wohnturm H1 über das Zwhatt-Areal hinaus. Mit 75 Metern Höhe und 24 Geschossen ist das Gebäude ein sichtbarer Marker für die Skyline von Regensdorf und für hybride Bauweisen zwischen Beton und Holz. Denn trotz markantem Rotton und auffälliger Fassade dominieren im Inneren natürliche und neutrale Materialien. Die Architektur bleibt zurückhaltend, die Struktur klassisch. Drei massive Sockelgeschosse und ein zentraler Betonkern tragen das Gebäude, während Holzstützen, Holz-Beton-Verbundrippendecken sowie Leichtbaufassaden und Solarpaneele für Ressourceneffizienz sorgen.

    Das HBV-Tragwerk erlaubt einen hohen Vorfertigungsgrad und eine signifikante Reduktion der grauen Energie. Im Vergleich zu herkömmlichen Massivbauten werden 20% der Emissionen eingespart, insgesamt etwa 670 Tonnen CO₂ im Lebenszyklus von 60 Jahren. Die horizontal gestellten Photovoltaikmodule dienen als Brisesoleil und generieren jährlich rund 155’000 kWh Strom, was etwa 36% des Energiebedarfs der Wohnungen abdeckt.

    Wohnqualität, Gemeinschaft und urbane Verdichtung
    Im Sockelbereich des H1 schliessen dreiseitige Arkaden das Gebäude an das Quartier an und sorgen für urbane Aufenthaltsqualität. Im Innern sorgt eine klare, modulare Struktur für kompakte, flexible Wohnungen. 156 Einheiten sind um den zentralen Kern organisiert und werden über kurze, gebündelte Erschliessungswege erreicht. Raum für Gemeinschaft gibt es auf halber Gebäudehöhe mit einem doppelgeschossigen Begegnungsraum, einem Waschsalon und spektakulärer Aussicht. Die Holzelemente schaffen ein angenehmes Raumklima, Sichtbalken und Lehmflächen sorgen für Behaglichkeit.

    Nachhaltigkeit und die Ambivalenz des Hochhausprinzips
    H1 ist ein Projekt des Übergangs. Der hohe Holzanteil reduziert das CO₂-Profil, macht aber den Einsatz von Beton nicht überflüssig. Die klimafreundliche Bauweise, lokale Rohstoffe wie Buchenholz aus dem Jura oder Lehm und der Fokus auf erneuerbare Energie rücken nachhaltiges Bauen in die Realität. Dennoch bleibt das Hochhaus ein ambivalentes Konzept. Die Verdichtung spart Fläche, doch die Statik und der Brandschutz zwingen weiterhin zu Hybridkonstruktionen.

    Städtebaulich bildet das Zwhatt-Areal eine neue Entwicklungsperspektive für Regensdorf. Die Silhouette des H1 und weiterer Türme prägt die Skyline. Das Quartier verzahnt Wohnen, Arbeiten und Freiräume und steht für eine Stadtentwicklung, die flexibel und wandlungsfähig bleibt.

    Das Wohnhochhaus H1 steht exemplarisch für den Wandel im Bauwesen. Es bringt avancierte Holzhybridtechnologie, hohe Vorfertigung und städtebauliche Integration zusammen. So ist H1 ein „Bau des Übergangs“, ein Schritt in Richtung Netto-Null, aber auch ein Spiegel der Herausforderungen und Potenziale, vor denen nachhaltiger Wohnungsbau in urbanen Zentren heute steht.

  • Effizienz im Holzbau dank Statik

    Effizienz im Holzbau dank Statik

    Holzrahmenbau punktet als nachhaltige Alternative zu Beton. In der statischen Planung stellt sich jedoch ein Problem. Wände mit Fenstern galten bislang als „statistisch unsichtbar“, da belastbare Daten zum Tragverhalten fehlten. Planung, Materialeinsatz und Kosten litten darunter.

    Grossversuche für mehr Material- und Kosteneffizienz
    Um diese Wissenslücke zu schliessen, starteten Empa, die Berner Fachhochschule und die ETH Zürich ein gemeinsames Forschungsprojekt, unterstützt vom BAFU und Industriepartnern. In der Bauhalle der Empa werden Holzwände gezielt extremen Horizontallasten ausgesetzt, dabei entstehen wertvolle Daten zur Belastbarkeit von Wänden mit Fensteröffnungen. Ziel ist, die horizontalen Aussteifungswerte solcher Elemente künftig verlässlich im Ingenieuralltag zu nutzen.

    Weniger Beton, mehr Holz
    Die Erkenntnisse fliessen in ein neues, einfaches Computermodell ein. Die ersten Resultate zeigen, auch Wände mit Fenstern tragen bedeutend zur Aussteifung bei. Das reduziert den Bedarf an Stahlverankerungen sowie Betonkernen und senkt Material-, Zeit- und Kostenaufwand im Holzbau. Perspektivisch entstehen dadurch wirtschaftlichere und ökologischere Bauten.

    Kooperation von Forschung und Industrie
    Die Praxistauglichkeit des neuen Modells steht im Fokus. Im engen Dialog mit Industriepartnern wird das komplexe Forschungsmodell in eine anwendbare Lösung für die Planungspraxis übersetzt. Damit profitieren Planende, Investoren und Bewohner gleichermassen.

    Mit neuen Testverfahren und Berechnungsmodellen für Fensterwände bringt das Forschungsprojekt den Holzbau einen Schritt weiter, zu mehr Effizienz, Ressourcenschonung und Innovationskraft.

  • Neubau stärkt die Kantonspolizei Solothurn

    Neubau stärkt die Kantonspolizei Solothurn

    Die Aufgaben der Polizei sind vielfältiger geworden. Technik und Gesellschaft wandeln sich rasant. Gesetzliche Vorgaben werden immer komplexer. Um darauf reagieren zu können, braucht die KAPO Solothurn neue Strukturen. Gut ausgebildete Mitarbeitende und laufende Weiterbildung sind wichtiger denn je. Auch eine ausreichende Ausstattung ist heute eine Grundvoraussetzung für effizientes Arbeiten.

    Platzmangel, veraltete Infrastruktur
    Die bestehende Infrastruktur erfüllt die aktuellen Ansprüche nicht mehr. Viele Dienste arbeiten in beengten und ungeeigneten Mietobjekten. Spezielle Räume für Ausbildung und moderne Untersuchungen fehlen. Besonders betroffen sind die Kriminaltechnik sowie der Dienst für Aus- und Weiterbildung. Die Mitarbeitenden müssen deshalb auf externe Räume ausweichen. Das erschwert Abläufe und kostet Zeit.

    Der Neubau als Lösung
    Am Standort Oensingen entsteht eine zentrale Einheit für die Polizei. Mehr als 150 Mitarbeitende aus elf verschiedenen Diensten werden künftig unter einem Dach arbeiten. Das schafft bessere Kommunikation und kürzere Wege. Auch die Zusammenarbeit mit dem Schwerverkehrskontrollzentrum in der Nähe wird einfacher. Der Neubau bietet genügend Platz für heutige und zukünftige Teams. Moderne Arbeits- und Ausbildungsbedingungen sorgen für mehr Effizienz und Motivation.

    Ausbildung und Qualität stehen im Vordergrund
    Ein neues Ausbildungszentrum vor Ort vereinfacht die Schulung der Polizeikräfte. Die Kriminaltechnik bekommt zeitgemässe Labore und Untersuchungsräume. Das steigert die Qualität der Arbeit und verbessert die Bedingungen für alle.

    Mehr Effizienz, geringere Kosten

    Durch die neuen Strukturen werden Abläufe vereinfacht und Kosten gesenkt. Die internen Synergien und die Nähe zum SVKZ führen zu kürzeren Einsatzzeiten. Das macht die Arbeitsplätze für die Polizei attraktiver und steigert die Effektivität.

    Zahlen, Fakten und Ausblick
    Der Bau ist für rund 85 Millionen Franken geplant. Die Nutzfläche beträgt gut 10’400 m². Das Gebäude bietet Räume für alle wichtigen Polizeidienste. Es verfügt über spezielle Trainingsbereiche, Labore und 204 Parkplätze. Die Fertigstellung und der Bezug sind für 2031 vorgesehen. Luna Productions aus Deitingen hat das Siegerprojekt im Wettbewerb geliefert. Die Kosten werden laufend überprüft und optimiert.

    Der Neubau stellt die Kantonspolizei Solothurn für die Zukunft auf. Bessere Arbeitsbedingungen, effizientere Abläufe und moderne Technik sorgen dafür, dass die Polizeiarbeit sich flexibel weiterentwickeln kann.

  • Fraunhofer ISE Testlab setzt Standard für Wechselrichter

    Fraunhofer ISE Testlab setzt Standard für Wechselrichter

    Mit dem zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien fehlen im Netz die rotierenden Massen klassischer Kraftwerke, die bisher für eine stabile Spannung und Frequenz gesorgt haben. Netzbildende Wechselrichter müssen diese Aufgabe übernehmen und das Netz auch in kritischen Situationen wie Frequenzänderungen oder Kurzschlüssen zuverlässig stabilisieren. Bislang fehlen für diese Systeme jedoch eine einheitliche Definition und standardisierte Nachweisverfahren.

    Prüfverfahren GFM Benchmark
    Im Projekt GFM Benchmark lud das Fraunhofer ISE führende Hersteller ein, ihre Geräte im Labor zu prüfen. Sieben Unternehmen stellten Wechselrichter mit unterschiedlichen Leistungen und Entwicklungsständen zur Verfügung. Das Prüfverfahren wurde gemeinsam mit deutschen Übertragungsnetzbetreibern entwickelt und bildet verschiedene Netzsituationen ab. Neben Normalbetrieb auch Extremsituationen wie Phasensprünge und Netzkurzschlüsse.

    Während viele Geräte bei klar definierten Anforderungen ähnlich reagieren, offenbaren sich bei komplexeren Bedingungen noch deutliche Unterschiede. So konnte das ISE-Team den Herstellern wertvolle Hinweise zur Optimierung geben und zeigte den Bedarf an Weiterentwicklung auf.

    Wegbereiter für Normung und Marktintegration
    Die Projektergebnisse sind direkt in die europäische Normungsarbeit sowie den VDE FNN-Hinweis „Netzbildende Eigenschaften“ eingeflossen. Der neue Prüfleitfaden bietet erstmals einen anerkannten Rahmen für den Praxistest und die Zertifizierung netzbildender Systeme. Das ist besonders relevant, denn ab 2026 startet in Deutschland ein neuer Markt für Momentanreserve, bei dem beispielsweise Batteriespeicher mit passender Zertifizierung zusätzliche Erlösmöglichkeiten erhalten.

    Marktreife, Best Practice und Branchendialog
    Die Marktanalyse und Testdaten bieten eine solide Entscheidungsgrundlage für Hersteller, Netzbetreiber, Investoren und Normengremien. Durch die nun möglichen Zertifizierungsmessungen wird der Markteintritt neuer, stabilisierender Wechselrichter beschleunigt. Zusätzlich begleitet das Fraunhofer ISE die Überführung der europäischen Anforderungen in nationale Regularien und unterstützt die Branche mit Best-Practice-Leitfäden.

    Mit dem Prüfverfahren für netzbildende Wechselrichter hat das Fraunhofer ISE einen Meilenstein gesetzt. Die Energiewende in Europa wird so nicht nur sicherer, sondern auch messbar schneller Realität.

  • Neue Aufträge in Deutschland stärken Hochbaugeschäft

    Neue Aufträge in Deutschland stärken Hochbaugeschäft

    Implenia zieht in Deutschland Aufträge für Hochbauten mit einem Volumen von mehr als 200 Millionen Euro an Land. Wie es in einer Mitteilung heisst, entsprechen die Projekte „dem strategischen Fokus der Gruppe auf grosse und anspruchsvolle Immobilienprojekte, die umfassende Expertise und langjährige Erfahrung voraussetzen“.

    So wird der Baukonzern im Auftrag des Projektentwicklers und Vermögensverwalters Rock Capital Group als Generalunternehmer in München-Neuhausen das rund ein Hektar grosse Bruckmann Quartier an der Nymphenburgerstrasse zu einem hochwertigen Büroquartier umformen. Dort entstehen in einer Kombination von Neubau und Modernisierung in bester Zentrumslage 28’000 Quadratmeter Bürogeschossfläche. Dabei werden einzelne Gebäudeteile neu gebaut, historische Bauteile erfahren eine Modernisierung im Bestand, ein Gebäude wird aufgestockt, bei einem anderen steht die Fassade unter Denkmalschutz. Baubeginn ist noch 2025.

    In Brandenburg errichtet Implenia als technischer Federführer in einer Arbeitsgemeinschaft mit GP Papenburg ein neues Verwaltungsgebäude, im Ruhrgebiet eine Gesamtschule und in Frankfurt am Main eine Sechsfeld-Sporthalle mit Funktionsgebäuden für zwei Gymnasien. Alle drei Neubauten werden schlüsselfertig übergeben.

    Am Mainzer Zollhafen wird Implenia zum wiederholten Mal aktiv. Für die Projektgesellschaft der BWL Wohnungsbaugesellschaft und der Volksbank Darmstadt realisiert die Gruppe nun das Projekt Rheinwiesen living. Es besteht aus fünf fünfgeschossigen Wohngebäuden mit freiem Blick auf den Rhein. Ausserdem wurde Implenia mit der Errichtung einer Seniorenwohnanlage in Magdeburg sowie mit dem Bau eines Ausstellungs- und Verkaufsgebäudes für die Stark Gruppe in Nürnberg beauftragt.

  • Forschende arbeiten an sauberem Wasser für Städte der Zukunft

    Forschende arbeiten an sauberem Wasser für Städte der Zukunft

    Forschende des in Dübendorf ansässigen Wasserforschungsinstituts Eawag und der Hochschule für Life Sciences an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) sind am EU-Projekt UrbanM20 beteiligt. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, widmet sich das unter der Leitung der Dänischen Technischen Universität Kopenhagen (DTU) stehende Projekt der Verbesserung des Monitorings und Managements der städtischen Wasserwirtschaft.

    Ziel des internationalen Projekts ist, die Qualität des städtischen Wassers in den Städten der Zukunft zu verbessern. Dabei sollen sowohl Wassernutzung, Verbrauch und Abwasser beobachtet und in Datenaustauschsystemen gespeichert werden. Mit digitalen Zwillingen sollen flexible Programme erarbeitet werden, die das Wasserqualitätsmanagement verbessern.

    An dem Projekt beteiligen sich 20 Partner aus zehn Ländern. Aus der Schweiz sind zum Beispiel das Stadtzürcher Departement für Entsorgung und Recycling (ERZ) sowie der Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute (VSA) mit an Bord. Die Beteiligten wollen intelligente Sensoren entwickeln, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz die Überwachung der Wasserqualität verbessern. Die digitalen Zwillinge sollen helfen, Verschmutzungsprobleme zu identifizieren und Lösungen zu planen. „Wir wollen die Behörden mit praxisnahen Leitlinien aber auch dabei unterstützen, ihre schon bestehenden Systeme besser zu überwachen und zu unterhalten“, wird Projektkoordinator Luca Vezzaro von der DTU in der Mitteilung zitiert.

    Das Projekt UrbanM20 wird über das Horizon Europe Programm von der EU mit 5 Millionen Euro gefördert. Zusätzlich unterstützt das Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) das Projekt mit 1 Million Euro.

  • Tagung zeigt Chancen und Herausforderungen der Zirkularität

    Tagung zeigt Chancen und Herausforderungen der Zirkularität

    Die Kästli Unternehmungen haben bereits zum vierten Mal ihre Kästli Fachtagung durchgeführt. Dabei diskutierten laut einer Mitteilung rund 100 Fachleute und Interessierte in der Kiesgrube Rubigen über Kreislaufwirtschaft im Bau.

    Die Bauwirtschaft verwerte bereits 70 Prozent ihrer jährlich rund 75 Millionen Tonnen Bauabfälle. Aber: „Zirkularität ist mehr als Recycling“, sagte Susanne Kytzia von der OST – Ostschweizer Fachhochschule laut der Mitteilung. Kreislaufwirtschaft müsse ein Gleichgewicht zwischen vielen verschiedenen Interessen herstellen. Viele kleine Entscheidungen könnten zusammen einen grossen Unterschied machen.

    Patric van der Haegen von Eberhard Unternehmungen verwies auf die hohen ökologischen und sozialen Kosten rein gewinngetriebenen Herangehens. „Umso wichtiger ist es, dass wir als Branche jetzt Verantwortung übernehmen und die Weichen neu stellen.“ Pascal Remund von Gastgeber Kästli forderte ein generationenübergreifendes Denken. „Wir müssen vorausschauend denken und handeln – im Interesse derjenigen, die nach uns kommen“, so der Vorsitzende der Geschäftsleitung des bald 140 Jahre alten Familienunternehmens.

    Michael Widmer, Geschäftsführer des Verbandes Baustoffkreislauf Schweiz (BKS), sieht dabei auch die Politik und die Verwaltung in der Pflicht, gerade bei der öffentlichen Beschaffung. Es brauche aber auch Mut aller Beteiligten in der Bauwirtschaft, so die Teilnehmenden. Das reiche von den Bauherrschaften, Planungsunternehmen und Bauunternehmen und beziehe auch die Wissenschaft mit ein. „Kreislaufwirtschaft ist kein Ziel, sondern ein Weg, auf dem wir ständig dazulernen“, so Pascal Remund. „Entscheidend ist, dass wir jetzt handeln – gemeinsam und mutig.“

  • Neue Solaranlage stärkt erneuerbare Energieproduktion im Alpenraum

    Neue Solaranlage stärkt erneuerbare Energieproduktion im Alpenraum

    Die Swisspower AG hat vom Kanton Graubünden die Bewilligung für den Bau der alpinen Photovoltaik-Grossanlage Alpin Parsenn erhalten. Wie es in einer Regierungsmitteilung heisst, ist der Bescheid mit Auflagen verbunden, die jedoch nicht näher benannt werden.

    Die Swisspower AG fungiert als Gesamtprojektleiterin. Sie vertritt Energie Wasser Bern (ewb), die Industriellen Werke Basel (IWB) und das Elektrizitätswerk Davos AG (EWD).

    Das Projekt, das bis vor Kurzem noch unter dem Namen Parsenn Solar lief, war am 17. Dezember 2023 vom Davoser Stimmvolk abgesegnet worden. Laut seiner Medienmitteilung vom November 2024 erwartete Swisspower den Erhalt der kantonalen Baubewilligung noch vor Ablauf des vergangenen Jahres; die laufenden Arbeiten seien vollständig auf den Baubeginn im Sommer 2025 ausgerichtet.

    Wie es jetzt vonseiten der Kantonsregierung heisst, wird die Solaranlage in 2500 Meter Höhe im infrastrukturell bereits erschlossenen Skigebiet Parsenn und auf knapp 14 Hektaren Fläche errichtet. Mit 1493 Modultischen soll sie jährlich rund 12,1 Gigawattstunden Strom produzieren. In der früheren Mitteilung war noch von mehr als 10 Gigawattstunden die Rede, die künftig rund 2200 Vierpersonenhaushalte versorgen sollen. Die logistische Erschliessung erfolgt über bestehende Zufahrtswege. Zusätzlich ist der Einsatz von Helikoptern und Schreitbaggern für eine minimalinvasive Montage vorgesehen.

    Swisspower mit Sitz in Zürich war im Jahr 2000 als Gemeinschaftsunternehmen von Schweizer Gemeinde- und Stadtwerken gegründet werden, die ihre Gebiete mit Elektrizität, Erdgas, Wärme und Trinkwasser versorgen. Die Allianz wird von 22 Aktionärspartnern aus der ganzen Schweiz getragen.

  • Bauprojekt wird zum Lernlabor für Studierende und Forschende

    Bauprojekt wird zum Lernlabor für Studierende und Forschende

    Die beiden ETH-Departemente Architektur sowie Bau, Umwelt und Geomatik machen die Grundsanierung und den Ausbau des HIL-Gebäudes auf dem ETH-Campus Hönggerberg zu einem Forschungsprojekt. Anstatt die Bauplanung einem externen Planungsbüro zu übergeben, wird sie laut einem Bericht der ETH von einem internen Planungsteam unter Beteiligung von Professorenschaft, Mittelbau und Studierenden übernommen. Sie werden mit ihrem vielfältigen Baufachwissen im HIL Living Lab Eingriffe und Konstruktionen erforschen, um das nachhaltige, zirkuläre und ressourcenschonende Bauen im Bestand voranzubringen.

    Das HIL-Gebäude wurde 1972 bis 1976 errichtet und dient als Hauptgebäude der beiden Architektur- und Baudepartemente. Es verfügt über 800 Arbeitsplätze, 1600 Plätze in Hörsälen und Seminarräumen sowie grosse Zeichensäle und ist am Ende seines ersten Lebenszyklus angekommen. Insbesondere besteht den Angaben zufolge ein erheblicher Sanierungsbedarf bezüglich Brandschutz und Haustechnik. Zudem ist die markante Gebäudehülle unzureichend gedämmt.

    Ausserdem soll das Gebäude bis circa 2035 erheblich erweitert und aufgestockt werden, weil der Architekturstandort ONA aufgegeben und integriert werden soll. Daneben geht es bei dem Projekt um die zentrale Frage, wie in Zukunft im HIL gearbeitet, gelehrt und geforscht werden soll. Das Ziel soll ein modernes Raumangebot sein, das mit sogenannten hybriden Lehr- und Lernlandschaften stärker zu Interaktion und Kollaboration einlädt. Was das konkret bedeutet, wollen die Beteiligten noch definieren.

    „Das Living Lab ermöglicht es uns, Lehre und Forschung direkt in ein Bauprojekt einfliessen zu lassen“, wird Architekturprofessor Matthias Kohler auf der Internetseite des Projekts zitiert. Er hat es gemeinsam mit dem Direktor der ETH-Abteilung Immobilien, Hannes Pichler, initiiert. „Dass wir dabei an unserem eigenen ,Zuhause‘ forschen, macht es für uns umso spannender, weil wir so unsere Zukunft mitgestalten können.“

  • Verdichtung und Wohnungsbau über Gleisanlagen

    Verdichtung und Wohnungsbau über Gleisanlagen

    Gerade in zentral gelegenen Bahnhofsgebieten schlummert ein enormes, bisher ungenutztes Potenzial. Die Überbauung von Gleisfeldern ist eine städtebauliche Entwicklungsstrategie, die weltweit bereits erfolgreich angewendet wird, etwa in Metropolen wie London, New York oder Wien. Auch in Schweizer Städten rückt diese Möglichkeit immer mehr ins Zentrum der Debatten um nachhaltige Verdichtung und innovative Stadtentwicklung.

    Politische Initiativen und Reaktionen
    Ständerat Josef Dittli hat einen Vorstoss eingereicht, der den Bundesrat auffordert, Konzepte und Prozesse zur Nutzung von Flächen über Gleisen zu prüfen. Dabei steht insbesondere die technische und rechtliche Machbarkeit sowie die nachhaltige Integration in die bestehende Stadtstruktur im Fokus. Der Bundesrat reagierte positiv und sieht in den Gleisflächen ein grosses Potenzial für den Wohnungsbau in zentralen Lagen. Die Beratung des Geschäfts erfolgt nun im Ständerat und verspricht neue Impulse für urbane Entwicklungsprojekte.

    Auch auf kantonaler Ebene, etwa in Zürich durch die FDP, werden ähnliche Initiativen vorangetrieben, mit dem Ziel, den Flächenbedarf im urbanen Raum besser zu nutzen und die Lebensqualität zu steigern.

    Chancen und Herausforderungen
    Die Realisierung solcher Bauprojekte erfordert innovative Verfahren und interdisziplinäre Zusammenarbeit von Behörden, Schienenverkehrsbetrieben, Bauunternehmen und Stadtplanern.

    Zentral sind dabei:

    • Sicherstellung der Funktionalität und Sicherheit des Bahnverkehrs
    • Nachhaltige und energieeffiziente Bauweise
    • Integration mit bestehenden Infrastrukturen und dem Stadtbild
    • Rechtsklare und transparente Prozesse für Planung und Baubewilligung

    Die Nutzung von Raum über Gleisfeldern bietet eine vielversprechende Antwort auf die Herausforderungen der urbanen Verdichtung und Wohnraumbeschaffung. Mit politischen Vorstössen auf verschiedenen Ebenen und der positiven Haltung des Bundesrats könnten diese Potenziale künftig sinnvoll erschlossen und zukunftsorientierte Stadtentwicklungsprojekte realisiert werden.

  • Auszahlungen von Fördermitteln für energetische Sanierungen stagniert 2024

    Auszahlungen von Fördermitteln für energetische Sanierungen stagniert 2024

    Das Schweizer Gebäudeprogramm des Bundes und der Kantone, das Massnahmen zur Reduktion des Energieverbrauchs oder des CO2-Ausstosses von Liegenschaften fördert, hat 2024 rund 528 Millionen Franken an Fördermitteln ausgeschüttet. Die Höhe der Auszahlungen bleibt laut einer Mitteilung auf dem Niveau des Rekordjahres 2023 und ist erstmals seit 2016 stagniert.

    Die Fördermittel für gebäudetechnische Anlagen stiegen 2024 um 5 Prozent auf rund 228 Millionen Franken (2023: 216 Millionen Franken) und ermöglichten den Austausch von 25’633 Öl-, Gas- oder Elektroheizungen, 84 Prozent davon durch klimafreundliche Wärmepumpen. 131 Millionen Franken wurden für Wärmedämmprojekte aufgewendet, 89 Millionen Franken für Systemrenovierungen und 23 Millionen Franken für Fernwärmprojekte.

    Energieeffiziente Neubauten nach Minergie-P oder GEAK-A/A-Standards erhielten im vergangenen Jahr 43 Millionen Franken, eine deutliche Steigerung von 76 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 17 Millionen Franken flossen in Informations- und Ausbildungsprojekte sowie Qualitätssicherung, zwei Drittel davon in die Erstellung von kantonalen Energieausweisen mit Beratungsbericht.

    Die Subventionsverpflichtungen aus dem Gebäudeprogramm beliefen sich 2024 auf rund 542,5 Millionen Franken, davon flossen mit 190 Millionen Franken der grösste Teil in Haustechnikprojekte und mit 123 Millionen Franken rund ein Viertel in Systemsanierungen.

    Dank der Fördermittel des Bundes und der Kantone wurden laut der Mitteilung 2024 Massnahmen umgesetzt, die längs ihrer Lebensdauer rund 12 Milliarden Kilowattstunden und 3,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Auch die Wirkung pro Förderfranken verbesserte sich von 152 Franken pro Tonne CO2 (2023) auf 147 Franken im Jahr 2024.

  • Schnellladung von Batterien erreicht neuen Meilenstein

    Schnellladung von Batterien erreicht neuen Meilenstein

    Die Designwerk Technologies AG mit Sitz in Winterthur hat in einem unter Realbedingungen abgehaltenen Test bei einer Schnellladung einer Lastwagenbatterie eine Ladeleistung von über 1 Megawatt erreicht. Mit diesem Erfolg wird die Schnellladung grosser Batterien für Elektrolastwagen Realität und die Hürde für den Langstreckenverkehr übersprungen, heisst es in einer Mitteilung.

    Der Test fand unter Realbedingungen auf dem Werkhof des Nationalstrassen-Gebiets VI in Oberbüren statt. Dabei wurde eine Spitzenleistung von 1140 Kilowatt erreicht. Das sind 8 Prozent mehr als die Vorgabe von 1050 Kilowatt. Der vollständige Ladevorgang einer 1000-Kilowatt-Batterie von 10 auf 80 Prozent dauerte 42 Minuten. Mit dieser Ladung kann ein 40-Tonner-Elektrolastwagen eine Strecke von mehr als 500 Kilometern bewältigen. Die erforderliche Ladezeit liegt im Zeitrahmen gesetzlich vorgeschriebener Pausen für den Fahrer.

    „Ein 40-Tonner lädt dank Mega Charging so schnell, wie ein Elektroauto – nur mit deutlich mehr Leistung“, wird Niels Ross, Projektleiter Ladetechnik von Designwerk, in der Mitteilung zitiert. „Das ist der Schlüssel, um den Schwerlastverkehr zu elektrifizieren.“

    Der Einsatz von Elektrolastwagen kann jährlich Tausende Tonnen CO2 einsparen. In der Schweiz sind die Zulassungen batterieelektrischer Trucks in den beiden ersten Quartalen 2025 um 41,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, so die Mitteilung.

  • Machbarkeitsstudie für regionalen Windpark gestartet

    Machbarkeitsstudie für regionalen Windpark gestartet

    Energieproduzent Axpo prüft gemeinsam mit den beiden Ortsgemeinden Rüthi und Sennwald und der Politischen Gemeinde Rüthi die Machbarkeit eines Windparks. Geplant sind laut einer Medienmitteilung drei Windenergieanlagen auf dem Boden von Rüthi, eine Anlage in Altstätten SG und drei Anlagen in Sennwald. Zusammen könnten sie pro Jahr rund 54 Gigawattstunden Strom erzeugen, auch im Winter. Das entspricht dem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 11’500 Haushalten.

    Am 25. August hat Axpo die Bevölkerung in Rüthi und am 26. August in Sennwald informiert. Fachleute von Kanton und Axpo beantworteten die Fragen der Bürgerinnen und Bürger. Ausserdem war das Axpo-Wind-Mobil für Erklärungen zur Technologie und einer 3D-Visualisierung des möglichen Windparks vor Ort.

    In der Mitteilung wird die Gemeindepräsidentin von Rüthi, Irene Schocher, zitiert, die die transparente Abklärung des Windpotenzials und die frühe Einbindung der Bevölkerung begrüsst: „Eine fundierte Entscheidungsgrundlage ist essenziell, um das Potenzial eines Windparks in unserer Region realistisch bewerten zu können.“ Die Ortsgemeinde Sennwald stehe hinter dem Projekt, so ihr Präsident Daniel Berger. Sie sehe „im geplanten Windpark eine Chance, die regionale Energieversorgung zu stärken und einen aktiven Beitrag zur Energiewende zu leisten.“

    Im Oktober 2025 wird ein Windmessmast aufgestellt, um über ein Jahr lang Daten zu Wind und Fledermausaktivitäten zu sammeln. Danach wird die Wirtschaftlichkeit des Projekts beurteilt und über die weitere Planung entschieden. Sollte es realisiert werden, können sich die Standortgemeinden und die lokale Bevölkerung an einer Projektgesellschaft beteiligen.

  • Holzhandelsunternehmen eröffnet modernen Standort in Obernau

    Holzhandelsunternehmen eröffnet modernen Standort in Obernau

    Die Herzog-Elmiger AG hat ihren neuen Standort in Obernau bei Kriens offiziell in Betrieb genommen. Zuvor hatte der Holzwerkstoffhandel seinen Sitz 65 Jahre lang an der Langsägestrasse in Kriens. Die Suche nach einem neuen Firmengelände war notwendig geworden, weil die Familie für das Autobahnprojekt Bypass Luzern vom Bundesamt für Strassen enteignet worden sei, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Zeitgleich mit der Neueröffnung beging das Familienunternehmen am 23. und 24. August 2025 auch sein 120-jähriges Jubiläum. Die Geschwister Melanie und Michael Herzog haben den Betrieb 2022 vom Vater André Herzog übernommen und führen ihn nun in fünfter Generation.

    Die Kundschaft, Partnerinnen und Partner, die Nachbarschaft und die Öffentlichkeit konnten sich den Angaben zufolge bei geführten Rundgängen Einblicke in den 10’190 Quadratmeter grossen Holzneubau der Firma und ihr Geschäft verschaffen – vom vollautomatisierten Flächenlager über das Furnierlager mit besonderen Hölzern und die neue Ausstellung bis hin zur Photovoltaikanlage auf dem Dach, die pro Jahr rund 336 Tonnen CO2 einspart.

    Besonders hätten die zwölf Meter hohe Halle, ihre Tragkonstruktion aus Schweizer Holz und der Blick in die Logistik beeindruckt, wo täglich bis zu 200 Tonnen Waren bewegt werden. Grosses Interesse hätten auch die Räume geweckt, die für die Mitarbeitenden geschaffen wurden: ein Aktivraum, ein mit einheimischem Arvenholz ausgestattetes Zimmer zur Erholung, eine Terrasse mit grossem Grill und eine Kaffeebar.

    „Mit diesem Neubau haben wir die Chance genutzt, unser Unternehmen zukunftsorientiert und nachhaltig weiterzuentwickeln“, wird Michael Herzog zitiert. „Hier haben wir Raum für Innovation und gleichzeitig eine starke Verbindung zu unserer Tradition.“