Kategorie: Bauwirtschaft

Bauwirtschaft – Immobiliennews zu Baukosten, Projekten, Materialien & Entwicklungen in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft.

  • Chur West das Tor zur Zukunft

    Chur West das Tor zur Zukunft

    Das erklärte Ziel war es, ein urbanes, lebendiges und attraktives Quartier zu schaffen, das über 400 Menschen neuen Wohn- und Arbeitsraum bietet. Angesichts des knappen Wohnungsangebots in Chur ist dies eine wegweisende Entwicklung für Familien, Paare und Einzelpersonen.

    Das einstimmig gewählte Siegerprojekt des Teams um Duplex Architekten, Gersbach Landschaftsarchitektur und IBV Hüsler Verkehrsplanung besticht durch eine kühne städtebauliche Vision. Fünf unterschiedlich hohe Bauten, darunter zwei markante Hochpunkte, definieren das neue Quartier. Diese «Dichte in die Höhe» ist nicht nur ein architektonisches Statement, sondern ermöglicht auch grosszügige öffentliche Freiräume, die die Identität des neuen Quartiers massgeblich prägen werden. Vielfältig gestaltete Strassenzüge, Gassen und Platzabfolgen durchziehen das Areal und schaffen eine harmonische Balance zwischen öffentlicher Begegnung und privater Rückzugsmöglichkeit.

    Ein Meilenstein für Chur
    Eine hochkarätige Jury aus Planungsexperten und Vertretern der Eigentümerschaft hat die fünf eingereichten Entwürfe intensiv geprüft und sich einstimmig für den Entwurf von Duplex Architekten entschieden, eine Wahl, die auch vom Churer Stadtrat bekräftigt wurde. Das Siegerprojekt überzeugte nicht nur durch seine klare städtebauliche Haltung, sondern auch durch die innovative Transformation des ehemaligen Industrieareals in ein lebendiges, urbanes Zentrum.

    Besonders hervorzuheben sind die markante architektonische Formensprache, deren Design nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch höchste Wohnqualität verspricht. Des Weiteren schaffen die vielfältigen Frei- und Grünräume ein einzigartiges Nebeneinander von Öffentlichkeit und Privatheit, was dem Ort eine zukunftsweisende Identität verleiht. Schliesslich sorgt die hervorragende Vernetzung dafür, dass das Quartier optimal an den öffentlichen Nahverkehr angebunden ist und eine nahtlose Verbindung zu den umliegenden Stadtteilen bildet.

    Von der Vision zur Realität
    Das Siegerprojekt ist derzeit öffentlich im Eingangsbereich des Stadthauses Chur ausgestellt und wird dem neu konstituierten Gestaltungsbeirat zur Beurteilung vorgelegt. Anschliessend wird das Siegerteam den Entwurf weiter konkretisieren. In den kommenden Jahren werden nach Fertigstellung des Quartierplans die konkreten Bauprojekte eingereicht und realisiert. Chur West wird dann nicht nur ein neues Quartier sein, sondern ein pulsierendes, einladendes Eingangstor, das die Stadt neu definiert und ihre Zukunft aktiv gestaltet.

  • Zukunft bauen heisst Verantwortung übernehmen

    Zukunft bauen heisst Verantwortung übernehmen

    Herr Binkert, Sie sind seit Jahrzehnten in der Immobilienentwicklung tätig. Was treibt Sie persönlich an, und welche Vision verfolgen Sie für die Zukunft der Architektur und Immobilienentwicklung?Immobilienentwicklung ist auch Raumentwicklung. Mit jedem Bauwerk verändern wir unsere Umwelt, den Raum um uns herum. Diese Veränderung soll eine Verbesserung sein, nicht eine Verschlechterung. Mich beschäftigt die Frage nach den Regeln, die wir beachten müssen, damit unsere gebaute Umwelt nachhaltig, lebenswert und zukunftsfähig bleibt. Ich sehe die Zukunft der Immobilienentwicklung in einer kreativen, ganzheitlichen Planung, die gesellschaftliche Bedürfnisse mit technologischen Möglichkeiten verbindet und dabei den Menschen und die Umwelt in den Mittelpunkt stellt.

    Welches Projekt hat Sie besonders geprägt?
    Jedes Projekt erweitert den Erfahrungshorizont – aber Greencity Zürich war für mich ein Wendepunkt. Dort entwickelten wir für Losinger Marazzi erstmals konkrete Regeln, wie ein Stadtteil geplant, gebaut und betrieben werden muss, um als wirklich nachhaltig zu gelten. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie tiefgreifend Nachhaltigkeit wirken kann, wenn sie systematisch gedacht und umgesetzt wird. Dass daraus Losinger Marazzi als erster «Grüner Generalunternehmer» der Schweiz hervorging, war ein starkes Zeichen dafür, dass Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich ein Erfolgsmodell sein kann.

    Als Präsident der 2000-Watt-Smart-Cities Assoziation setzen Sie sich für nachhaltige und energieeffiziente Städte ein. Wie integrieren Sie Nachhaltigkeitsaspekte konkret in Ihre Projekte?
    In Greencity Zürich haben wir erstmals umfassende Regeln für Planung, Bau und Betrieb eines nachhaltigen Stadtteils entwickelt. Daraus entstand das Label «2000-Watt-Areal», das schweizweit über 50 Stadtquartiere zertifizieren konnte. Heute entwickeln wir es unter Autorisierung des Bundesamts für Energie weiter – mit Blick auf die Smart City. So konnten wir kürzlich das erste Projekt in Indien zertifizieren.

    Die grösste Herausforderung bleibt die Balance zwischen ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit – insbesondere international. In China sind gesellschaftliche Forderungen schwer umsetzbar, in Brasilien fehlt oft das Umweltverständnis, in den Emiraten ist Wirtschaftlichkeit kein Thema. Auch in der Schweiz braucht es Empathie, Verständnis und einen langen Atem, um tragfähige, nachhaltige Lösungen durchzusetzen.

    Sie haben internationale Erfahrung, unter anderem in den USA und Indien. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sehen Sie in der Stadtentwicklung zwischen der Schweiz und diesen Ländern?
    Der Hauptunterschied liegt im Wachstumstempo: Schwellenländer mit schnell wachsender Bevölkerung brauchen rasch und günstig viel neuen Raum – oft auf Kosten der Qualität. Nachhaltigkeit ist dort ein Versprechen für die Zukunft, dem oft mit Skepsis begegnet wird. Nachhaltigkeit kostet kurzfristig viel, bringt aber erst langfristig Erträge, dafür decken sie dann die Kosten gemäss unseren Annahmen um ein Vielfaches.

    In der westlichen Welt – wo das Wachstum stagniert oder rückläufig ist – stehen andere Werte im Vordergrund: Soziale Gerechtigkeit, Kreislaufwirtschaft, Biodiversität. Nachhaltige Entwicklung wird hier zunehmend als Voraussetzung für Lebensqualität verstanden. Die Forderung, dass der Westen auch für die nachhaltige Entwicklung in den Schwellenländern aufkommen müsse, bringt allerdings auch wohlhabende Länder wie die Schweiz an ihre Grenzen.

    Welche Trends sehen Sie in der zukünftigen Stadt- und Arealentwicklung und wie stellen Sie sich die Wohnformen der Zukunft vor, insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel, die zunehmende Urbanisierung und Verdichtung?
    Wir stehen an einem Wendepunkt. Die Bauwirtschaft muss dringend aufholen in Bereichen wie Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz. Noch immer bauen wir «brick and mortar» – wie zur Römerzeit. Dabei haben sich die menschlichen Grundbedürfnisse kaum verändert, die technischen Möglichkeiten aber sehr wohl. Die Megatrends – demografischer Wandel, Gesundheit, Future of Work, Klimakrise – erfordern neue Antworten auf die Frage, wie wir wohnen. Wir müssen den Mut aufbringen, den Status-Quo zu hinterfragen, neue Wege zu gehen und Lösungen auszuprobieren, die es in der Vergangenheit noch nicht gab.

    Die «Verhäuselung der Schweiz» kann nicht so weitergehen. Was in einer Schweiz mit 6 Mio. Einwohnern und beschränkter Mobilität noch funktionierte, führt heute zum Kollaps. Wir müssen uns wieder vermehrt als Teil des Universums verstehen, in dem wir nur eine von vielen Arten sind – nicht als Dominatoren. Wir sehen täglich die Folgen unseres kurzsichtigen Umgangs mit endlichen Ressourcen, mit abnehmender Biodiversität und der Verschleuderung von Energie.

    Wir werden in Zukunft zusammenrücken, Platz für Andere schaffen, effizienter und suffizienter leben. Damit das unsere Lebensqualität nicht schmälert, müssen wir dazu die technologischen Möglichkeiten, die sich uns heute schon bieten, und jene, die wir zukünftig entwickeln werden, besser nutzen. Wir werden urbaner leben als heute, wir werden die Bedürfnisse des täglichen Lebens in Fussgängerdistanz befriedigen, wir werden besser vernetzt sein.

    Wir haben mittlerweile 9 Millionen Einwohner erreicht in der Schweiz. Die Immobilienbranche redet seit längerem von einer 10-Millionen-Schweiz. Sind wir aus Ihrer Sicht genug vorbereitet darauf und wo sehen Sie noch Nachholbedarf?
    Auch die Vorstellung der 10-Millionen-Schweiz ist bereits überholt. Wenn wir unserer alternden Gesellschaft ein komfortables Leben ermöglichen wollen, brauchen wir zusätzliche junge und gut ausgebildete Arbeitskräfte, dann brauchen wir die 12-Millionen-Schweiz! Den zu erwartenden Migrationsströmen von Klimaflüchtlingen und Kriegsflüchtlingen müssen wir nachhaltige Lösungen anbieten, ohne aber unsere Kultur und Geschichte zu gefährden. Je schneller und besser wir uns darauf vorbereiten, desto mehr werden wir auch davon profitieren können.

    Wir sind auf die exogenen Paradigmenwechsel schlecht vorbereitet. Wir nehmen den Sog der Grossstädte zwar wahr, stellen diesem aber keine Alternativen gegenüber. Wir arbeiten immer noch mit Zonenplänen, obwohl diese unsere Produktion und unsere Lebensart nicht mehr abzubilden vermögen. Wir starren gebannt auf die erfolgreichen Publikumsmagnete Zürich, Basel und Genf, statt die schlummernden Qualitäten von Kleinstädten wie Lenzburg, Brugg, Wetzikon oder Glarus wahrzunehmen und zu nutzen. Hier besteht dringender Nachholbedarf.

    Unsere Vision der Smart City Switzerland ist nicht eine Megacity mit ausufernder Agglomeration – ganz im Gegenteil: Wir schlagen vor, wieder kleinteiliger zu werden. Nicht die grossen Schweizerstädte sollen wachsen, sondern die mittelgrossen und die gut vernetzten kleineren Städte werden verdichtet und urbanisiert – mit viel Grünraum dazwischen. Zur Urbanisierung gehört die Verbesserung des Angebots, die kulturelle Aufwertung, insbesondere aber auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Und dort, wo die Forschung zur Siedlungsentwicklung Lücken im Städtenetz ortet, müssen wir auch den Mut aufbringen, neue Städte zu bauen.

    Welche Rollen und langfristige Vision sehen Sie für den Wirtschaftsraum Glarus und welche Schlüsselprojekte werden die kommenden Jahre prägen?
    Glarus Nord ist das wirtschaftliche Rückgrat des Kantons – mit seiner Lage, seiner Infrastruktur und seiner Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich bietet es enormes Potenzial für Produktion und Dienstleistungen. Glarus Süd hingegen punktet mit Natur, Freizeitwert und Lebensqualität. Diese beiden Räume sollten viel stärker im Sinne einer funktionalen Symbiose gedacht werden. Die Vision Glarus 2030 zeigt dafür klare Perspektiven, aber sie muss noch breiter getragen werden. Schlüsselprojekte in Näfels-Mollis und Niederurnen-Oberurnen wären ideale Katalysatoren, werden aber bisher zu wenig genutzt – auch nicht in der kürzlich festgesetzten kommunalen Richtplanung. Eng gefasste kantonale und bundesrechtliche Vorgaben zur Bauzonendimensionierung bremsen dabei die Entwicklung – hier braucht es Spielraum für zukunftsgerichtete Lösungen.

    Eine der Masterarbeiten Ihrer Studenten analysiert Glarus Nord als potenzielles Subzentrum im Wirtschaftsraum Zürich. Wie schätzen Sie das Entwicklungspotenzial dieser Region ein, insbesondere mit Blick auf Infrastruktur, Branchen, Arbeitsplätze
    und Wohnen?

    Das Potenzial von Glarus Nord ist beeindruckend. Unsere Studien zur Smart City Switzerland zeigen, dass beidseits des Walensees Platz für eine mittelgrosse Stadt vorhanden wäre – ob diese aber in Glarus Nord, Ausserschwyz oder im Sarganserland entsteht, hängt letztlich vom politischen Willen der Bewohner ab.
    Die erwähnte HSLU-Masterarbeit untersucht die Beziehung zwischen der Grossstadt Zürich und umliegenden Subzentren (Knoten zweiter Zentralität). Der heutigen Situation des Brain-Drains und der Salär-Söldner, die zwischen dem ländlichen Raum Glarus und dem städtischen Zürich hin- und herpendeln, wird die Vision der 15-Minuten-Stadt Glarus Nord gegenübergestellt. Die Masterarbeit bestätigt die gegenseitige Abhängigkeit von Raumplanung und Wirtschaftsförderung, von Verdichtung und Nutzungsvielfalt, von Arbeitsplätzen und Wohnraum.

    Was muss aus planerischer und politischer Sicht passieren, damit Glarus nicht nur mitwächst, sondern auch mitgestaltet?
    Aus der Perspektive von Smart City Switzerland muss das Bundesamt für Raumentwicklung ARE die gesamtschweizerische Raumplanung überarbeiten und neue Freiräume für die verdichtete Siedlungsentwicklung schaffen. Auf dieser Grundlage können bestehende Städte verdichtet, oder sogar neue Regionalstädte (Knoten zweiter Zentralität) und Kleinstädte (Knoten dritter Zentralität) entwickelt werden.

    Für Glarus heisst das konkret: aktives Lobbying in Bern, um Glarus Nord als Wirtschaftsstandort zu positionieren. Nur so kann sich der Kanton aus der Rolle des passiven Mitläufers im Finanzausgleich befreien. Es braucht eine klare Entscheidung zwischen Abwarten und aktiver Mitgestaltung. Wer mitgestalten will, muss investieren – in Planung und Entwicklung, Infrastrukturen, Standortmarketing und politische Überzeugungsarbeit.

    Welche Rolle spielt der kantonale Richtplan dabei und welche Einflussmöglichkeiten gibt es auf kommunaler Ebene?
    Der kantonale Richtplan reflektiert die heutige Situation und denkt diese linear weiter. Die Paradigmenwechsel, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen, werden darin nicht abgebildet. Der Richtplan bietet auch ungenügende Flexibilität, um auf die neuen exogenen und endogenen Herausforderungen reagieren zu können.

    Die Einflussmöglichkeiten auf die übergeordnete Richtplanung sind beschränkt. Die Kommune ist vom Kanton abhängig, und der Kanton seinerseits vom Bund. Zudem macht die Forderung nach Planbeständigkeit jede Innovation schwierig. Die Reaktionszeiten sind zu lang. Dennoch gibt es Hebel: Pilotprojekte und Entwicklungsschwerpunkte (ESP) ermöglichen es, innovative Ideen zu testen und neue Stadtmodelle zu erproben.

    Der heutige 105. immoTable in Glarus leistet einen wichtigen Beitrag zur dringend nötigen Diskussion, ob Glarus zum Standort für die Zukunft werden will.

  • Grünes Licht für Cargo sous terrain

    Grünes Licht für Cargo sous terrain

    Mit dem Sachplan-Beschluss des Bundesrats wird das innovative Gütertransportsystem Cargo sous terrain erstmals offiziell raumplanerisch verankert. Das privat initiierte Projekt soll künftig Waren durch ein unterirdisches Tunnelsystem vom Mittelland bis in die Städte transportieren. Dies rund um die Uhr, emissionsarm und unabhängig vom Strassenverkehr.

    Die Grundlage bildet das Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport (UGüTG), das bereits 2022 in Kraft trat. Es ermöglicht Unternehmen wie CST, solche Systeme unter klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen zu planen und umzusetzen.

    Erste Etappe zwischen Härkingen und Zürich definiert
    Im neu eingefügten Teil des Sachplans Verkehr legt der Bund nun den raumplanerischen Korridor für die erste Teilstrecke von Härkingen nach Zürich fest. Auch die geplanten Standorte für die Logistik-Hubs sind darin räumlich verortet. Der Plan schafft damit Planungs- und Rechtssicherheit für alle beteiligten Ebenen, vom Bund über die Kantone bis zu den Gemeinden.

    Kritische Punkte fliessen in Weiterentwicklung ein
    Im Rahmen einer Anhörung im ersten Halbjahr 2024 konnten betroffene Kantone und Gemeinden Stellung beziehen. Thematisiert wurden unter anderem die Auswirkungen auf das Grundwasser, das Verkehrsaufkommen an den Hubs und der Umgang mit dem Ausbruchmaterial aus dem Tunnelbau. Die Rückmeldungen werden in die Weiterentwicklung des Sachplans integriert. Widersprüche zu bestehenden Richtplänen bestehen laut Bund nicht.

    Wichtiger Schritt auf dem Weg zur Baubewilligung
    Mit dem Eintrag in den Sachplan ist eine zentrale Voraussetzung für die spätere Baubewilligung erfüllt. Weitere Bewilligungs- und Genehmigungsverfahren stehen noch bevor, doch der aktuelle Entscheid stärkt die Umsetzungsfähigkeit des Gesamtprojekts erheblich.

    Weg frei für ein neues Logistikzeitalter
    Mit dem Sachplanbeschluss setzt der Bundesrat ein klares Zeichen für nachhaltige und innovative Infrastrukturentwicklung. Cargo sous terrain könnte langfristig den Güterverkehr in der Schweiz revolutionieren, unterirdisch, leise und flächenschonend. Der raumplanerische Rahmen steht, jetzt beginnt die nächste Etappe der Umsetzung.

  • Neues Recyclingzentrum soll Pionierprojekt der Kreislaufwirtschaft werden

    Neues Recyclingzentrum soll Pionierprojekt der Kreislaufwirtschaft werden

    Die Stadt Zürich will auf dem Juch-Areal in Zürich-Altstetten ein neues Recyclingzentrum errichten lassen. Als Investitionen für das Projekt werden 29,95 Millionen Franken veranschlagt. Dazu kommen 3,15 Millionen Franken, um das Juch-Areal aus dem Finanzvermögen in das Verwaltungsvermögen der Stadt zu übertragen. Aufgrund der hohen Summe wird es eine Volksabstimmung über die Realisierung des Projekts geben, informiert die Stadtverwaltung in einer Mitteilung.

    Der Ersatz für den 2024 geschlossenen Recyclinghof Hagenholz ist als Pionierprojekt der Kreislaufwirtschaft angelegt. Der zugrundeliegende Entwurf der Graber Pulver Architekten AG sieht vor, Stahlträger, Betonplatten und Trapezbleche aus Rückbauten unter anderem der Recylinghalle Hagenholz zu nutzen. Konstruktionssysteme und verwendete Materialien sollen nach Möglichkeit rückbaufähig und trennbar sein.

    Auch beim Betriebskonzept wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. So stehen die Weitergabe, Reparatur und Wiederaufbereitung der Einlieferungen im Vordergrund. An zweiter Stelle kommt die Wiederaufbereitung von Material. Nur was sich nicht dafür eignet, wird der Verbrennung in der Kehrichtverwertungsanlage zugeführt. Die Anlieferung soll zu Fuss, mit dem Velo, dem Auto und grösseren Transportfahrzeugen möglich sein.

    Der Baubeginn ist vorbehaltlich der Zustimmung des Stimmvolks für das zweite Quartal 2026 vorgesehen. Ab dem vierten Quartal könnte das Zentrum die Arbeit aufnehmen. Bis dahin bleibt der provisorische Recyclinghof Looächer in Zürich-Affoltern in Betrieb.

  • Zürcher Militärkaserne wird zum Bildungszentrum

    Zürcher Militärkaserne wird zum Bildungszentrum

    Nach dem Auszug der Kantonspolizei im Jahr 2022 startet nun der nächste Abschnitt in der Geschichte des denkmalgeschützten Gebäudes. Die 120 Meter lange Militärkaserne wird zum neuen Zuhause des Bildungszentrums für Erwachsene. Mitten in der Stadt Zürich entsteht bis 2029 ein Ort für lebenslanges Lernen, getragen von der kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene und der Berufsfachschule EB Zürich. Ziel ist es, Erwachsenen neue Bildungswege und berufliche Perspektiven zu eröffnen, vom Nachholen der Maturität bis zum digitalen Kompetenzaufbau.

    Architektur mit Respekt und Zukunft
    Das Umbauprojekt basiert auf dem Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs von 2019. Der Entwurf der ARGE «spillmann echsle / Takt» verbindet den Respekt vor der historischen Bausubstanz mit einer zukunftsgerichteten Bildungsarchitektur. Das zentrale Atrium, ein lichtdurchfluteter Innenhof mit Glasdach, wird zum Herzstück des neuen Lernraums. Gleichzeitig entsteht im Erdgeschoss ein öffentliches Restaurant in den ehemaligen Kasernen-Kantinen, inklusive weiterer Räume für publikumsorientierte Nutzungen.

    Nachhaltige Sanierung eines nationalen Kulturguts
    Die technische, energetische und bauliche Erneuerung des Gebäudes ist umfassend. Die stark beschädigte Natursteinfassade aus Berner Sandstein wird restauriert, Fenster ersetzt, moderne Gebäudetechnik eingebaut und eine Photovoltaikanlage auf dem Hauptdach installiert. Beheizt wird künftig mit Fernwärme. Damit erfüllt die ehemalige Kaserne höchste Standards in Sachen Energieeffizienz und Denkmalpflege.

    Investition in Bildung und Gesellschaft
    Mit Gesamtkosten von rund 180 Millionen Franken ist das Projekt ein bedeutender Beitrag zur Bildungs- und Stadtentwicklung. 122 Millionen sind für die Instandsetzung gebunden, weitere 58 Millionen fliessen in die Umnutzung zum Bildungsgebäude. Der Regierungsrat und der Kantonsrat haben die Mittel bereits bewilligt. Im Frühjahr 2029 soll der Schulbetrieb aufgenommen werden. Ein starker Impuls für den Bildungsstandort Zürich und ein Symbol für die Transformation öffentlicher Räume.

  • CH Media steigt bei Immobilienportal ein

    CH Media steigt bei Immobilienportal ein

    Die Kapitalerhöhung bei Newhome führt zu einer Neuverteilung der Anteile. Die 19 beteiligten Kantonalbanken reduzieren ihren Anteil auf 39,25 %, die Next Property AG  mit 536 Unternehmen der Immobilienbranche, hält neu 23,35 %, AXA 17,4 % und CH Media steigt mit 20 % als neuer Aktionär ein. Ziel ist eine langfristige Stärkung der Plattform als regional führendes Immobilienportal.

    Medienkraft trifft Immobilienkompetenz
    Mit der Beteiligung verschmelzen zwei unterschiedliche, aber komplementäre Kompetenzen. Während Newhome über langjährige Erfahrung in der digitalen Vermarktung und im Plattformbetrieb verfügt, bringt CH Media seine mediale Marktmacht und regionale Verankerung ein. Diese Kombination soll insbesondere die Sichtbarkeit und Relevanz der Plattform im Markt weiter ausbauen.

    Ein strategischer Schritt in einen Wachstumsmarkt
    CH Media baut damit seine Aktivitäten im digitalen Kleinanzeigengeschäft weiter aus. Neben Jobportalen wird nun auch der Immobilienbereich als attraktives Wachstumsfeld erschlossen. CEO Michael Wanner sieht in der Beteiligung ein konsequentes Element der Unternehmensstrategie und betont das Potenzial, die Nutzerbasis zu erweitern.

    Fairness und Partnerschaft
    Die bestehenden Anteilseigner begrüssen die Beteiligung von CH Media ausdrücklich. Für sie bleibt klar, Newhome soll als transparentes und fair gestaltetes Immobilienportal wachsen, ohne Datenverkauf, ohne Eingriff in Transaktionen, ohne einseitige Preisgestaltung. Das gemeinsame Ziel lautet, nachhaltiger Ausbau des Portals im Dienst der Nutzerinnen und Nutzer.

    Stärkung aus eigener Kraft
    Die Beteiligung von CH Media steht exemplarisch für eine neue Phase im digitalen Immobilienmarkt. Plattformen, die durch Zusammenarbeit von Medienhäusern und Branchenakteuren getragen werden, gewinnen an Bedeutung. Newhome positioniert sich als regional verwurzelte, unabhängige Alternative und setzt ein klares Zeichen gegen die Monopolisierung im Online-Immobiliengeschäft.

  • Zirkulär denken, gemeinsam bauen

    Zirkulär denken, gemeinsam bauen

    Das Circular Time Lab der Hochschule Luzern bringt Theorie und Praxis, Entwurf und Handwerk, Lehre und Stadtentwicklung zusammen. Es ist ein interdisziplinäres Projekt des Kompetenzzentrums Typologie & Planung in Architektur und des Architekturstudiengangs der HSLU. Gemeinsam mit Lernenden aus Holzbaubetrieben der Region entwickeln die Studierenden Strukturen, die nicht nur architektonisch ansprechend, sondern auch vollständig wiederverwendbar sind.

    Der Fokus liegt beim gemeinsamen Lernen und Gestalten. Die Studierenden gewinnen Einblick in handwerkliche Abläufe und technische Möglichkeiten, während die Lernenden an Entwurfsprozessen teilhaben. Das Resultat ist ein tiefes Verständnis für ressourcenschonendes Bauen, das Kreisläufe schliesst und Materialwert bewahrt.

    Architektur zum Erleben – mitten in Luzern
    Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind seit Juni 2025 an zwei zentralen Orten im Kanton Luzern erlebbar, auf dem Inseli beim Bahnhof und beim Viscosi-Areal in Emmenbrücke. Dort laden luftige Holzbauten mit farbenfrohen Stoffen zum Verweilen, Beobachten und Innehalten ein. Sie bieten Schutz vor Sonne und Regen und regen gleichzeitig zum Nachdenken an.

    Die Strukturen sind dabei mehr als nur ästhetische Interventionen im Stadtraum. Sie sind gebaute Statements für eine Baukultur, die Verantwortung übernimmt. Ihre offene Gestaltung lädt Menschen zum Dialog ein und macht Nachhaltigkeit sichtbar und greifbar. Der «Luzerner Sommer» wird damit zum Experimentierfeld für eine Architektur, die nicht auf Dauer zielt, sondern auf Wirkung.

    Kreislauf statt Rückbau
    Im Circular Time Lab steht die Wiederverwendung im Zentrum. Die Holzpavillons sind nicht als Einmalbauten konzipiert, sondern als temporäre Strukturen mit Zukunft. Bereits beim ersten Aufbau wurde auf bestehende Holzbauteile zurückgegriffen. Alle Verbindungen sind lösbar, alle Masse erhalten. Im Herbst 2025 folgt der Rückbau, 2026 entsteht aus denselben Elementen ein neuer Pavillon mit neuer Funktion.

    Dieser iterative Ansatz ist nicht nur ressourcenschonend, sondern schult auch das planerische Denken. Denn zirkuläres Bauen verlangt Kreativität und Präzision. Wie fügt sich ein alter Balken in einen neuen Entwurf? Wie schafft man Schönheit ohne Verschwendung? Diese Fragen begleiten die Teilnehmenden des Circular Time Labs während des gesamten Prozesses und stärken ihre Kompetenzen für das nachhaltige Bauen von morgen.

    Teil eines internationalen Netzwerks
    Das Luzerner Projekt ist in das europäische Forschungsprogramm BAUHALPS, Building Circular in the Alps eingebettet. 13 Partnerinstitutionen aus sechs Ländern entwickeln darin gemeinsam neue Strategien für zirkuläres Bauen im Alpenraum. Das Circular Time Lab dient dabei als lebendiges Reallabor. Ein Ort für Experimente, für Austausch, für angewandte Forschung.

    Die Kooperation eröffnet den Studierenden und Lernenden nicht nur neue Perspektiven, sondern auch internationale Netzwerke. So wird aus einem lokalen Holzbauprojekt ein Baustein für den transnationalen Wandel, ein Impuls, der weit über Luzern hinausstrahlt.

    Zukunft beginnt im Kleinen
    Die Holzstrukturen des Luzerner Sommers mögen auf den ersten Blick klein wirken. Doch sie tragen grosse Ideen in sich, Zusammenarbeit, Kreislaufwirtschaft, Bildung und Verantwortung. Das Circular Time Lab zeigt, wie nachhaltiges Bauen in der Ausbildung verankert und im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden kann. Denn wer Materialien wiederverwenden will, muss zuerst Ideen neu denken.

  • Fribourg.swiss Marke stärkt internationale Position

    Fribourg.swiss Marke stärkt internationale Position

    Der Kanton Freiburg schärft sein Profil im globalen Wettbewerb. Mit fribourg.swiss setzt die Wirtschaftsförderung auf eine klarere und international verständliche Marke. Die neue Plattform richtet sich gezielt an Unternehmen, Investoren und Innovationsakteure im In- und Ausland. Dank der offiziellen Domain-Endung «.swiss» wird die Zugehörigkeit zu Schweizer Qualitätsstandards unterstrichen, kompakt, zugänglich und markenstark.

    Exzellenz sichtbar machen
    «fribourg.swiss ist unser strategisches Schaufenster nach aussen», sagt WIF-Direktor Jerry Krattiger. Im Zentrum stehen Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Kompetenzzentren, die den Kanton Freiburg wirtschaftlich prägen. Themen wie Biowirtschaft, Industrie 4.0, Life Sciences oder Technologietransfer zeigen die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit des Standortes.

    Multikanal-Kommunikation für maximale Reichweite
    Die neue Marke ist bereits auf allen extern ausgerichteten Kanälen aktiv, von der Website über Newsletter bis hin zu internationalen LinkedIn-Aktivitäten. Über Botschaften, Konsulate und Fachnetzwerke findet der Inhalt weltweite Verbreitung. Gleichzeitig stärkt die neue Markenidentität auch die interne Wahrnehmung der wirtschaftlichen Stärken und schafft ein gemeinsames Bewusstsein innerhalb des Kantons.

    Sichtbarkeit und Identifikation
    Mit fribourg.swiss schlägt der Kanton Freiburg ein neues Kapitel in der Standortvermarktung auf. Eines, das auf digitale Klarheit, internationale Reichweite und regionale Verankerung setzt. Die wirtschaftliche Dynamik des Kantons wird damit stärker sichtbar und breiter anerkannt, innerhalb wie ausserhalb der Schweiz.

  • Barrierefreie Modernisierung des Bildungszentrums im Limmattal gestartet

    Barrierefreie Modernisierung des Bildungszentrums im Limmattal gestartet

    Der Kanton Zürich hat in einer Medienmitteilung den Baustart der Instandsetzung des Bildungszentrum Limmattal (BZLT) in Dietikon angekündigt. Das denkmalgeschützte Gebäude soll ab Beginn der Sommerferien über zwei Jahre erneuert werden und künftig ein modernes und auf die Bedürfnisse der Lernenden angepasstes Lernumfeld bieten.

    Das 1969 errichtete Berufsschulhaus befindet sich weitgehend im Originalzustand und wird vom BZLT als Kompetenzzentrum für Logistik-, Strassentransport- und Recyclingberufe genutzt. Mit einer Investition von 42 Millionen Franken wird das Gebäude nun erneuert, um nach Abschluss der Arbeiten 2027 ein verbessertes und barrierefreies Lernumfeld zu bieten. Die Architekturführung übernimmt dabei die Zürcher Ernst Niklaus Fausch Partner AG.

    Im obersten Geschoss soll eine offene, interdisziplinär nutzbare Lernlandschaft entstehen, die diverse Möglichkeiten zum selbstgesteuerten und gemeinsamen Lernen bieten soll. Die Untergeschossflächen sollen derweil zu modernen Sporträumen umgebaut werden.

    Mit dem Umbau wird das Bildungszentrum gemäss den Standards von Minergie-ECO und dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) zertifiziert. So soll das Gebäude an das regionale Fernwärmenetz angeschlossen werden und auf dem Dach eine Technikzentrale mit einer Photovoltaikanlage entstehen. Begrünte Dach- und Terrassenflächen sollen zusätzlich zur Kühlung beitragen und die Biodiversität fördern. Nach der Instandsetzung wird das Gebäude ausserdem barrierefrei zugänglich sein.

    Das Gebäude des Architekten Georges Künzler steht unter Denkmalschutz. Die Massnahmen zur Modernisierung und Sanierung wurden deshalb in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege erarbeitet. Dabei soll unter anderem das äussere Erscheinungsbild der Fassade erhalten bleiben. Die Arbeiten sollen 2027 abgeschlossen werden. Bis dahin wird der Schulbetrieb provisorisch im Schulhaus an der Lagerstrasse 55 in Zürich stattfinden.

  • Zuger Stadtparlament unterstützt Bebauungsplan Metalli

    Zuger Stadtparlament unterstützt Bebauungsplan Metalli

    Der Bebauungsplan Metalli ist in den politischen Bewilligungsprozess gegangen, informiert die Zug Estates Gruppe in einer Mitteilung. Die auf den Wirtschafts- und Lebensraum Zug konzentrierte Immobiliengesellschaft plant, die bestehende Einkaufsallee in einen lebendigen Stadtteil weiterzuentwickeln. Dabei sollen zusätzlicher Wohnraum und neue öffentliche grüne Aussenräume entstehen.

    Der Stadtrat der Stadt Zug hatte dem Bebauungsplan Metalli bereits am 8. April zugestimmt. Am 17. Juni fand der Bebauungsplan in erster Linie auch die Zustimmung des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug. Nun gehen die Pläne in die öffentliche Auflage, bevor sie voraussichtlich im Frühjahr 2026 zur zweiten Lesung in den Grossen Gemeinderat zurückkehren. Danach kann Zug Estates den eigentlichen Planungsprozess mit einem Architekturwettbewerb einleiten.

    Der Bebauungsplan Metalli sieht die Schaffung von 160 neuen Wohnungen vor, von denen 130 zusätzlich zum bestehenden Wohnangebot entstehen. Dafür sind Aufstockungen bestehender Gebäude und ein neues Hochhaus geplant. Als Eingangstor der Metalli soll ein neuer Platz mit Verbindung zum Bahnhofsareal fungieren. Zudem will Zug Estates eine öffentliche und parkähnliche Dachterrasse anlegen.

    «Mit dem Vorhaben Lebensraum Metalli greifen wir bewährte Qualitäten auf und erhalten die charakteristische Architektur der Metalli mit ihren Glasdächern, Arkaden und der typischen Materialisierung», wird Peter Wicki, Leiter Projektentwicklung Zug Estates, in der Mitteilung zitiert. «Durch die gezielte Aufwertung und Modernisierung der Infrastruktur sowie durch die Attraktivitätssteigerung der Einkaufsallee ist der Lebensraum Metalli zudem eine Chance für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Detailhandels sowie der Gastronomie.»

  • Verdichtung verändert Städte

    Verdichtung verändert Städte

    Die Studie «Bautätigkeit und Verdrängung», erstellt von der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt, dass in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Siedlungsentwicklung in der Schweiz klar nach innen gerichtet ist. Vor allem durch Ersatzneubauten und Umnutzungen von Industrie- und Gewerbezonen entstehen in städtischen Gebieten neue Wohnungen und nicht mehr auf der grünen Wiese. In Städten wie Basel wurde ein Viertel der neuen Wohnungen auf ehemaligen Industrieflächen realisiert.

    Mehr Wohnungen trotz weniger Neubauten
    Obwohl die Anzahl neu gebauter Wohnhäuser leicht rückläufig ist, nimmt die Nettozahl an Wohnungen weiter zu. Der Grund liegt in der Effizienz der Verdichtung. In Basel, Genf und Lausanne entstehen pro abgerissene Wohnung bis zu doppelt so viele neue Einheiten wie in Bern oder Zürich. Die Nachverdichtung wird so zum zentralen Hebel für die Wohnraumschaffung in stark besiedelten Gebieten.

    Wer wird verdrängt?
    Die Schattenseite der Verdichtung zeigt sich in der sozialen Zusammensetzung der betroffenen Quartiere. Besonders in Zürich kommt es häufiger vor, dass Langzeitmietende aufgrund von Abbruch oder Totalsanierung ihre Wohnung verlieren. Wer ausziehen muss, hat oft ein deutlich tieferes Einkommen, bis zu 40 Prozent weniger als der Durchschnitt. In den Neubauten ziehen dagegen überdurchschnittlich einkommensstarke Haushalte ein.

    Migration und Einkommen als Risikofaktor
    Die Studie offenbart auch strukturelle Benachteiligung. Überdurchschnittlich häufig von Verdrängung betroffen sind Asylsuchende, Flüchtlinge und Menschen mit afrikanischem Geburtsland. Damit trifft die bauliche Verdichtung besonders jene, die am meisten auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind und diesen in der gleichen Gemeinde oft nicht mehr finden. Trotzdem gelingt es einem beachtlichen Anteil der Betroffenen bis zu 64 Prozent, innerhalb ihrer Gemeinde zu bleiben.

    Städte im Wandel – sozial ausgewogen?
    Die Verdichtung ist aus raumplanerischer Sicht sinnvoll und notwendig. Doch sie verändert nicht nur das Stadtbild, sondern auch die soziale Struktur der Quartiere. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, den Wandel so zu gestalten, dass er nicht zur sozialen Spaltung führt, sondern zu durchmischten, resilienten Städten mit Wohnraum für alle.

  • Aargau gestaltet Zukunft mit Entwicklungsleitbild

    Aargau gestaltet Zukunft mit Entwicklungsleitbild

    Der Kanton Aargau ist ein dynamischer Raum mit hoher Lebensqualität und wirtschaftlicher Attraktivität. Um diese Stärke langfristig zu sichern, hat der Regierungsrat das Entwicklungsleitbild (ELB) 2025–2034 verabschiedet. Dieses formuliert klare Ziele und Handlungslinien, die auf die zentralen Herausforderungen unserer Zeit antworten, Bevölkerungswachstum, Klimawandel, Digitalisierung und Fachkräftemangel.

    Im Zentrum steht der Anspruch, die Weiterentwicklung des Kantons aktiv zu gestalten und dies in enger Zusammenarbeit mit Gemeinden, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und der Bevölkerung. Der Leitgedanke «Gemeinsam für den Aargau» bringt diesen kollaborativen Ansatz auf den Punkt. Nur im Verbund lassen sich die Ambitionen in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Verwaltung erfolgreich umsetzen.

    Drei strategische Schwerpunkte für eine starke Region
    Wirtschaftsförderung ganzheitlich denken und intensivieren
     Der Aargau will sich weiterhin als attraktiver Standort für Unternehmen, Forschung und Innovation positionieren. Dazu werden gezielte Rahmenbedingungen geschaffen, um Wertschöpfung und Beschäftigung im Kanton zu halten und auszubauen.

    Raum gestalten, Grundlagen sichern
     Im Spannungsfeld zwischen Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Natur ist eine kluge Raumplanung essenziell. Ziel ist eine vorausschauende Steuerung von Nutzungskonflikten sowie der Schutz natürlicher Ressourcen.

    Leistungsfähige Gemeindestrukturen stärken
    Die öffentliche Hand soll effizient, kooperativ und bürgernah agieren. Gemeindefusionen, interkommunale Zusammenarbeit und digital gestützte Dienstleistungen bilden dafür die Grundlage.

    Diese Schwerpunkte sind mit 30 konkreten Stossrichtungen unterlegt, die im Aufgaben- und Finanzplan integriert sind und jährlich überprüft werden.

    Nachhaltigkeit braucht Handlungsspielraum
    Der finanzielle Rahmen für die Umsetzung der Strategie ist gesichert. Auch wenn ab 2026 strukturelle Defizite erwartet werden, erlaubt die gut gefüllte Ausgleichsreserve die Fortführung aller geplanten Massnahmen bis 2034. Steuerliche Entlastungen werden situationsabhängig und mit Blick auf die finanzielle Gesamtlage geprüft. So bleibt der Handlungsspielraum des Kantons auch langfristig gewahrt.

    Von der Vision zur Umsetzung
    Die Umsetzung des ELB erfolgt stufenweise und ist eng mit der Mittelfristplanung verknüpft. Bereits laufen zahlreiche Projekte im Rahmen der bestehenden Entwicklungsagenda, von energieeffizientem Bauen über Innovationsförderung bis zu integrativen Wohnraummodellen. Neue Vorhaben werden künftig gezielt initiiert, priorisiert und mit geeigneten Ressourcen ausgestattet.

    Die Fortschritte werden jährlich transparent ausgewiesen. Ein wichtiger Schritt für eine faktenbasierte und vertrauensvolle Standortpolitik. Der Regierungsrat bekennt sich damit zu einer agilen, dialogorientierten Steuerung der kantonalen Entwicklung, in enger Abstimmung mit allen relevanten Akteuren.

    Das Entwicklungsleitbild 2025–2034 ist weit mehr als ein politisches Planungsinstrument. Es ist ein kraftvolles Versprechen, an eine Bevölkerung, die auf Lebensqualität setzt. An Unternehmen, die Verlässlichkeit und Innovation suchen und an Gemeinden, die ihre Zukunft selbstbewusst mitgestalten wollen. Der Aargau positioniert sich damit als moderner Kanton mit klarem Kompass. Wirtschaftlich stark, ökologisch verantwortungsvoll und gesellschaftlich verankert.

  • Verdichtung verdrängt in Genf weniger Mietende als in Zürich

    Verdichtung verdrängt in Genf weniger Mietende als in Zürich

    Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben laut einer Mitteilung im Auftrag des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) untersucht, wie sich die bauliche Verdichtung auf die Zusammensetzung der Bevölkerung auswirkt. Die Studie «Bautätigkeit und Verdrängung» zeigt, dass die Auswirkungen sich in den fünf grössten Agglomerationen deutlich unterscheiden.

    Genf, Lausanne und Bern weisen eine höhere Wohnungsbautätigkeit auf als Zürich, verdichten aber wirksamer. Zwischen 2020 und 2023 entstanden dort durch Ersatzneubauten 1,6 bis zweimal so viele Wohnungen pro abgebrochene Wohnung wie in Zürich. In der Agglomeration Zürich wurden zudem 5,4 mal so viele Ersatzneubauten erstellt als Gebäude aufgestockt, während in Genf, Basel und Bern doppelt so viele Gebäude aufgestockt wurden, wie Ersatzneubauten erstellt wurden.

    Die durchschnittliche Zimmergrösse von Ersatzneubauten in der Deutschschweiz ist zudem um 25 Prozent grösser als in abgebrochenen Wohnungen. In der Romandie wurden die Wohnungen bloss um 6 bis 8 Prozent grösser. Bauliche Verdichtung führt so in der Romandie zu einem höheren Anstieg der Nutzungsdichte als in der Deutschschweiz.

    Trotz der höheren Verdichtung in der Westschweiz waren in der Agglomeration Zürich im Zeitraum 2015 bis 2020 insgesamt 1,02 Prozent der Gesamtbevölkerung (14‘373 Personen) von Verdrängung durch Hausabbrüche oder Totalsanierung betroffen. Das sind relativ an der Gesamtbevölkerung zwölfmal mehr als die 467 Betroffenen in der Genfer Agglomeration (0,08 Prozent).

    Die Studie zeigt auch, dass verdrängte Haushalte ein um 30,5 bis 39,6 Prozent tieferes Medianeinkommen aufwiesen als die Gesamtbevölkerung. Damit seien gerade diejenigen von Verdrängung betroffen, die Schwierigkeiten hätten, eine neue bezahlbare Wohnung zu finden, heisst es in der Mitteilung des BWO.

  • Platanen kühlen Städte auch bei extremer Hitze

    Platanen kühlen Städte auch bei extremer Hitze

    Platanen verdunsten auch bei extremer Hitze von über 39 Grad Wasser und kühlen ihre Umgebung. Das hat eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) mit Sitz in Birmensdorf und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) herausgefunden. Die Studie wurde laut einer Mitteilung im Frühjahr und Sommer 2023 in Lancy im Kanton Genf durchgeführt. Dieser erlebte im Messzeitraum zwei Hitzewellen bis fast 40 Grad.

    Die Forscher massen an acht Platanenstämmen den Saftfluss. Dieser erlaubt Rückschlüsse auf die verdunstete Wassermenge und damit auf die Kühlleistung der Bäume. Der Wasserfluss nahm trotz zunehmender Hitze und trockener Luft zu. Die Forscher vermuten, dass tiefliegende Wasserreserven im Boden den zunehmenden Wasserfluss ermöglichten.

    Die Studie widerlegt die Annahme, dass Bäume ab einer Temperatur von 30 bis 35 Grad ihre Blattporen schliessen, um Wasserverlust zu vermeiden, der Kühleffekt also verloren geht. Bisherige Modelle, mit denen sich die zukünftige Hitzeverteilung in Städten feststellen lässt, wären daher also ungenau, heisst es in der Mitteilung.

    Der anhaltende Kühleffekt der Platanen ist eine gute Nachricht für das Stadtklima. «Tage mit über 30 Grad Celsius werden häufiger», erklärt Studienleiter Dr. Christoph Bachofen.

    «Offensichtlich haben wir noch nicht vollständig verstanden, wie Bäume auf extreme Bedingungen reagieren», so Bachofen. Die Forscher wollen zukünftig das Transpirationsverhalten anderer Stadtbäume bei extremer Hitze messen. Damit wollen sie herausfinden, welche Baumarten wie mit Hitze umgehen und ihre Kühlfunktion in Städten am besten erfüllen können.

  • SVIT Schweiz mit neuer Führung

    SVIT Schweiz mit neuer Führung

    Mit der Übergabe des Präsidiums von Andreas Ingold an Michel Molinari hat der SVIT Schweiz einen bedeutenden Generationenwechsel vollzogen. Molinari, bisher Vizepräsident und CEO der BLKB Fund Management AG, übernimmt damit die Verantwortung für einen Verband mit über 2’600 Mitgliedern. Zeitgleich wurden Cécile Berger-Meyer und David Zumsteg ins Präsidium gewählt. Ihre Vorgänger, Andreas Ingold und Jean-Jacques Morard, wurden für ihr langjähriges Engagement zu Ehrenmitgliedern ernannt.

    Ein Verband in Bewegung
    2024 war ein intensives Jahr, mit gezielter politischer Positionierung, strategischen Projekten wie der DACH-Kooperation und dem Mietrechtskommentar. Der erfolgreichen Neuauflage der «SVITPedia» sowie einer hohen Bildungsnachfrage zeigt sich der SVIT Schweiz dynamisch und anpassungsfähig. Die Zertifizierung nach «eduQua» wurde erneuert, Lehrgänge und Prüfungen erfolgreich in allen Landesteilen durchgeführt.

    Strategische Klarheit und operativ stark
    Die positive Entwicklung des Verbands in den letzten acht Jahren ist auf klare strategische Entscheidungen und die Professionalisierung der Strukturen zurückzuführen. Die Trennung von Strategie und Operative, die Einführung eines CEO-Modells sowie die Neuausrichtung der Plattformen Forum, Campus und Summit schaffen ein stabiles Fundament. Ein strategischer Massnahmenplan zur Positionierung wurde erarbeitet und befindet sich in der Umsetzung. Ziel ist es, die Sichtbarkeit und Wirksamkeit des Verbands weiter zu steigern.

    Politische Relevanz gestärkt
    Die Delegiertenversammlung 2025 zeigte einmal mehr die wachsende politische Relevanz des SVIT Schweiz. Die Delegierten stimmten einem Antrag zu, künftig keine Sponsoringverträge mehr mit der Swiss Marketplace Group AG abzuschliessen. Ebenso werden laufende Verträge bis zum Ablauf gekündigt. Der Verband setzt damit ein Zeichen für Unabhängigkeit und klare Interessenvertretung der Branche.

    Sichtbar, präsent, konsequent
    Mit der neuen Führung und einer gestärkten Position will der SVIT Schweiz seine Rolle als führender Berufs- und Branchenverband weiter ausbauen. Die drei strategischen Pfeiler, Ausbildung, Politik, Networking bilden das stabile Fundament für ein zukunftsorientiertes Engagement. Die Delegiertenversammlung als Teil des Swiss Real Estate Forums bot dafür auch 2025 die passende Bühne, mit inspirierenden Impulsen von Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Wirtschaft.

  • Experten fordern Bauverfahren-Reform

    Experten fordern Bauverfahren-Reform

    Eine im Auftrag des Bundesamts für Raumentwicklung und des Bundesamts für Wohnungswesen durchgeführte Studie bringt es auf den Punkt. Einsprachen (60 %) und Rekurse (61 %) gelten für die Schweizer Wohnbauakteure als die grössten Hindernisse bei der Umsetzung neuer Projekte. In der umfassenden Befragung von über 440 Expertinnen und Experten aus Bauwirtschaft, Architektur, Recht und Verwaltung wurde deutlich, dass das heutige System in weiten Teilen zu anfällig für Verzögerung und Missbrauch ist.

    Insbesondere sogenannte missbräuchliche Einsprachen sorgen für Unmut. Diese dienen oft nicht dem Schutz legitimer Interessen, sondern der gezielten Blockade von Bauvorhaben, teilweise mit erpresserischen Motiven.

    Massive Folgen für Markt und Gesellschaft
    Die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt sind weitreichend. Rund 80 Prozent der befragten Bauverantwortlichen gaben an, dass sich durch Einsprachen und Rekurse die Markteinführung von Wohnungen verzögert. 71 Prozent berichteten über signifikante Kostensteigerungen, was sich letztlich in höheren Mieten und Kaufpreisen niederschlägt.

    Gerade in Zeiten akuter Wohnungsknappheit birgt diese Entwicklung politischen und gesellschaftlichen Sprengstoff. Der Ruf nach entschiedenen Gegenmassnahmen wird lauter.

    Experten fordern gezielte Eingriffe ins Rechtsmittelverfahren
    Die Studienautoren schlagen weitreichende Massnahmen vor, die Bund, Kantone und Gemeinden umsetzen sollen, um Planungs- und Bewilligungsprozesse zu beschleunigen. Eine zentrale Empfehlung, die Einspracheberechtigung soll auf «direkt und besonders betroffene Personen» beschränkt werden. Anwohner mit allgemeinem Interesse wären nicht mehr automatisch legitimiert.

    Zudem sollen die zulässigen Rügen künftig auf konkrete, individuelle Interessen begrenzt bleiben. Auch die Abschaffung der aufschiebenden Wirkung von Baurechtsbeschwerden ist im Gespräch, um willkürlichen Verzögerungen entgegenzuwirken.

    Systemische Entlastung der Behörden
    Ein weiterer Hebel betrifft die Struktur der Rechtsmittelinstanzen. Eine Reduktion der Rekursstufen, eine verbesserte Koordination zwischen den zuständigen Behörden und klar definierte Fristen könnten die Verfahren spürbar beschleunigen. Entscheidend sei ausserdem, dass die Bewilligungsstellen personell ausreichend ausgestattet sind, insbesondere in Städten mit hoher Bautätigkeit.

    Politische Entscheidungen stehen bevor
    Die Studie wurde im Rahmen des nationalen Aktionsplans gegen Wohnungsknappheit erarbeitet. Das ARE und das BWO prüfen nun die vorgeschlagenen Massnahmen zur Weiterleitung an das UVEK und das WBF. Auf dieser Grundlage wird der Bundesrat entscheiden, welche Vorschläge zur Umsetzung empfohlen werden.

    Fest steht, ohne tiefgreifende Justierungen im Rechtsschutzverfahren drohen weitere Jahre der Blockade. Für eine zukunftsfähige Wohnraumentwicklung braucht es jetzt den politischen Willen zur strukturellen Reform.

  • EMPA gewinnt Building Award 2025

    EMPA gewinnt Building Award 2025

    Rund 8 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen entfallen auf die Zementherstellung, ein enormer Hebel für den Klimaschutz. Die Empa setzt genau hier an. Mit CO₂-speicherndem Beton, dem speziell entwickelte Kohlenstoff-Pellets aus Pflanzenkohle beigemischt werden. Diese ersetzen einen Teil der konventionellen Gesteinskörnung. Der Clou, die Pellets nehmen CO₂ auf und können als dauerhafte Kohlenstoffsenke wirken, ohne die Baustoffeigenschaften negativ zu beeinflussen. Damit wird der Beton nicht nur klimaneutral, sondern potenziell CO₂-negativ und bleibt dabei praxistauglich einsetzbar im Hoch- und Infrastrukturbau.

    Ausgezeichnete Ingenieurleistung mit Perspektive
    Für diese Innovation wurde die Empa Ende Juni 2025 mit dem Building Award in der Kategorie «Forschung, Entwicklung, Start-ups» ausgezeichnet. Dem bedeutendsten Preis für Bauingenieurwesen in der Schweiz. Die Preisverleihung im KKL Luzern würdigte herausragende Projekte, die Wissenschaft und Praxis zusammenbringen. Die Empa überzeugte mit einer Lösung, die das Potenzial hat, die Emissionsbilanz ganzer Bauprojekte signifikant zu verbessern und das mit Blick auf industrielle Umsetzbarkeit.

    Pilotprojekt bereits geplant
    Das Empa-Team um Pietro Lura und Mateusz Wyrzykowski entwickelt die CO₂-negativen Pellets bereits mit Partnern für den Markteinsatz weiter. Erste Anwendungen sind in Vorbereitung, unter anderem in der NEST-Unit «Beyond Zero», einem Modul des experimentellen Forschungsgebäudes der Empa und Eawag. Dort werden CO₂-reduzierte und -negative Baustoffe unter realen Bedingungen getestet, was die praktische Relevanz der Forschung zusätzlich unterstreicht.

    CO₂ als Rohstoff der Zukunft
    Die Beton-Innovation ist Teil einer umfassenderen Strategie. Mit der Forschungsinitiative «Mining the Atmosphere» verfolgt die Empa ein visionäres Ziel, den Umbau der Wirtschaft hin zu einem CO₂-basierten Stoffkreislauf. Das Konzept, CO₂ wird direkt aus der Atmosphäre abgeschieden und in chemische Grundstoffe wie Methan oder Methanol umgewandelt. Diese wiederum ersetzen fossile Rohstoffe in der Produktion von Baumaterialien oder Energieträgern. Am Ende ihres Lebenszyklus sollen die Produkte in speziellen Lagerstätten gebunden werden, ein langfristiger Speicher für Kohlenstoff.

    Weitblick für Bau, Energie und Wirtschaft
    Der Ansatz reicht weit über das Bauwesen hinaus. Mit synthetischem Methan könnten künftig saisonale Energieungleichgewichte überwunden und CO₂-intensive Materialien ersetzt werden. Voraussetzung ist eine enge Verzahnung von Materialforschung, Prozessentwicklung und wirtschaftlicher Skalierbarkeit. Die Empa fordert deshalb neben technologischem Fortschritt auch regulatorische Rahmenbedingungen, die CO₂-Bindung wirtschaftlich attraktiv machen.

    Innovationskraft als Hebel für die Transformation
    Die Auszeichnung der Empa markiert mehr als einen wissenschaftlichen Erfolg. Sie steht sinnbildlich für den Wandel im Bauwesen. CO₂-speichernde Materialien sind keine ferne Vision mehr, sondern konkrete Werkzeuge für die Bauwende. Damit könnte die Branche vom Problemverursacher zum Teil der Lösung werden und Gebäude künftig helfen, das Klima aktiv zu stabilisieren.

  • Walz 4.0 bringt Bauen in die digitale Zukunft

    Walz 4.0 bringt Bauen in die digitale Zukunft

    Das am Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen der ZHAW in Winterthur angesiedelte Institut Konstruktives Entwerfen übernimmt die Schweizerische Leitung im Interreg-Projekt Walz 4.0. Gemeinsam mit Hochschulen und Stiftungen aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein soll bis 2028 ein Bildungs- und Praxisnetzwerk entstehen, das traditionelles Handwerk mit innovativer Hochschulforschung und digitalen Werkzeugen verschmilzt.

    Walz 4.0 ist dabei mehr als ein symbolischer Name. Es knüpft bewusst an die Wanderschaft der Gesellen an, eine jahrhundertealte Form des Erfahrungslernens und überträgt diese in die Realität moderner Hochschulbildung. Mit konkreten Bauprojekten, nachhaltigen Materialien und digitalen Anwendungen wird die Transformation des Bauens erlebbar gemacht.

    Nachhaltig bauen heisst umdenken
    Zirkuläres Bauen als Fundament für eine neue Baukultur. «Angesichts der Klimakrise ist zirkuläres Bauen im Sinne von Bauen im Bestand und Wiederverwenden von Bauteilen wichtiger denn je», erklärt Projektleiter Andri Gerber von der ZHAW. Genau hier setzt Walz 4.0 an, Historische Bausubstanz wird bewahrt, Materialien werden wiederverwendet und neue Konstruktionen entstehen im Geiste der Ressourcenschonung.

    Ein besonderes Augenmerk liegt auf der praktischen Vermittlung. Handwerker und Studierende arbeiten in gemeinsamen Teams an Sanierungs- und Bauprojekten. Dabei kommen digitale Tools ebenso zum Einsatz wie jahrhundertealte Techniken. So wird aus Theorie gelebte Erfahrung, ein zentraler Erfolgsfaktor im Kampf gegen den Fachkräftemangel und für eine resiliente Bauwirtschaft.

    Ein europäisches Netzwerk für Innovation
    Vier Länder, sieben Institutionen, ein gemeinsames Ziel. Walz 4.0 bringt Partner aus vier Staaten zusammen.

    Schweiz: ZHAW Winterthur (Leadpartner), OST – Ostschweizer Fachhochschule, Denkmalstiftung Thurgau

    Deutschland: HTWG Konstanz (Gesamtkoordination), OTH Regensburg

    Österreich: FH Vorarlberg

    Liechtenstein: Universität Liechtenstein

    Gemeinsam entstehen neue Lernorte, Austauschformate und digitale Werkzeuge. Das Ziel ist ein grenzüberschreitender Dialog, der sowohl die Qualität des Bauens als auch die Attraktivität handwerklicher Berufe steigert. Die Förderung in Höhe von rund 5 Millionen Euro stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, aus Mitteln der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein.

    Brücken bauen für die nächste Generation
    Die grosse Stärke von Walz 4.0 liegt in seiner Interdisziplinarität. Architekten, Denkmalpfleger, Bauingenieure und Handwerker denken und bauen gemeinsam. Die Ergebnisse sollen nicht nur in Fachkreisen wirken, sondern auch Impulse für Politik, Ausbildung und Immobilienentwicklung geben.

    Gleichzeitig schafft das Projekt Raum für Experimente. Neue Baumethoden werden getestet, digitale Planungsprozesse optimiert, handwerkliches Können neu bewertet. Ziel ist eine resiliente, lokal verankerte und ökologisch verantwortungsvolle Bauwirtschaft, getragen von Menschen, die ihr Handwerk beherrschen und bereit sind, Neues zu lernen.

  • Vernetzte Teams als Schlüssel zum Erfolg

    Vernetzte Teams als Schlüssel zum Erfolg

    Der elfte ImmoSummit der FRZ Flughafenregion Zürich (FRZ) hat mit einer Rekordbeteiligung von knapp 700 Fachleuten aus der Bau- und Immobilienwirtschaft stattgefunden, informiert die FRZ in einer Mitteilung. Die Veranstaltung am 18. Juni in THE HALL in Dübendorf stand unter dem Motto Vom Silo zum Mannschaftssport. Der Tenor lautete, dass Klimawandel, Regulatorik und wirtschaftliche Unwägbarkeiten nicht im Alleingang, sondern nur mit vernetzten, agilen und interdisziplinären Teams zu bewältigen sind.

    Eine ganze Reihe von Referierenden leuchtete einzelne Aspekte dieser Kernbotschaft aus. Dabei skzizzierte FRZ- Geschäftsführerin Rahel Kindermann Leuthard Kooperationsbereitschaft, schnelle Entscheidungsfähigkeit und digitale Kompetenz als für die Branche zukünftig unerlässliche Fähigkeiten. Regierungspräsident Martin Neukom führte aus, dass «Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und eine sichere Energieversorgung» nur dann erreichbar sind, «wenn Kanton, Gemeinden und die Privatwirtschaft konsequent als lernendes System agieren».

    Fredy Hasenmaile kündigte das Ende der Einzelkämpfer am Immobilienmarkt an. «Ohne systematische, strategische Partnerschaften zwischen Investoren, Behörden und Betreibern wird die Branche ihre strukturellen Engpässe nicht lösen können», so der Chefökonom von Raiffeisen Schweiz. Thomas Sevcik stellte die These auf, dass die Flughafenregion „zur Exzellenz verdammt“ sei. „Flughafenregionen sind weltweit die Bahnkorridore von Metropolregionen“, so der Mitgründer der Denkfabrik Arthesia. Andrea Claudio Thöny, Geschäftsführer der IPZ Operation AG, legte die Wirtschaftskraft des entstehenden Innovationsparks Zürich dar.

  • Basel-Stadt testet CO2-neutralen Beton in Begegnungszonen

    Basel-Stadt testet CO2-neutralen Beton in Begegnungszonen

    Das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt erprobt derzeit in der Birken- und der Göschenenstrasse neue Möbel für Basels Begegnungszonen. Für deren Produktion werden laut Medienmitteilung ein CO2-neutraler und ein zementreduzierter Beton getestet. Die neuen Sitzbänke sind ausserdem mit Tischchen und Befestigungsmöglichkeiten für Sonnensegel ausgestattet, während die Pflanztröge für Grosssträucher zukünftig Schatten spenden sollen. Während der einjährigen Testphase können die Anwohnerinnen und Anwohner laufend Rückmeldungen geben.

    Da die Möbel in den Begegnungszonen sowohl robust als auch langlebig sein sollen, wurden sie bisher vorwiegend aus Beton hergestellt. Das üblicherweise im Beton enthaltene Bindemittel Zement verursacht bei der Produktion jedoch einen grossen CO2-Ausstoss. Die derzeit neuen Materialien sollen dieses Problem nun lösen. Eingesetzt wird zum einen ein mit Pflanzenkohle versetzter, CO2-neutraler Beton. Dieser lagert CO2 ein und entzieht es so dauerhaft der Atmosphäre. Zum anderen wird eine Mischung aus herkömmlichem und zementfreiem Beton getestet. Ein mineralisches Bindemittel aus zermahlenem Beton- und Klinkerschutt soll hierbei den Anteil an Zement, und damit auch den CO2-Ausstoss, reduzieren.

    In den neuen Pflanztrögen sei zudem genug Platz für bis zu fünf Meter hohe Sträucher oder grössere Kletterpflanzen. So werden nun unter anderem ein Eisenholzbaum und eine Glyzinie gepflanzt, die beide als klimaresistent gelten. Der übrige Teil der Tröge könne von den Anwohnerinnen und Anwohner selbst bepflanzt werden.

    Seit 2002 wurden in Basels Wohnquartieren über 90 Begegnungszonen eingerichtet. Hintergrund der neuen Möbel sei der Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner nach mehr Möglichkeiten zur Begrünung und Beschattung sowie mehr Aufenthaltsqualität in den Zonen.

  • Digitale Modellierung senkt CO2 in der Zementproduktion

    Digitale Modellierung senkt CO2 in der Zementproduktion

    Ein Forschungsteam des PSI sucht nach Rezepturen, die den Anteil des CO2-intensiven Klinker an der Zementmischung verringern. Alternativen zu Klinker finden bereits Verwendung, können aber nur einen Bruchteil des Zementbedarfs abdecken.  Die Forscher suchen nach Materialkombinationen, die in grossen Mengen verfügbar sind und eine hochwertige Zementproduktion erlauben. Dafür nutzen sie eine KI-gestützte Modellierungsmethode. Bei gleichbleibender Materialqualität wollen sie die CO2-Bilanz der Rezepturen verbessern, heisst es in einer Mitteilung. «Anstatt Tausende Varianten im Labor zu testen, generiert unser Modell innerhalb von Sekunden konkrete Rezeptvorschläge – wie ein digitales Kochbuch für klimafreundlichen Zement», wird Erstautorin und Mathematikerin Romana Boiger in der Mitteilung zitiert.

    Die Forschenden nutzen dafür künstliche neuronale Netzwerke, die die rechenintensive physikalische Modellierung ersetzen. Die KI-Modelle werden mit bekannten Daten trainiert und lernen, indem sie die Gewichtung ihrer Verknüpfungen anpassen, um ähnliche Zusammenhänge vorherzusagen.

    Die Forschenden haben ihr KI-Modell mit der Open-Source-Software GEMS für thermodynamische Modellierung trainiert. Damit berechneten sie Mineralienbildung und geochemische Prozesse in verschiedenen Zementrezepturen und kombinierten dies mit experimentellen Daten und mechanischen Modellen. Dies ermöglichte es, die Materialqualität verschiedener Zementrezepturen abzuschätzen. Zusätzlich ermittelten die Forscher den CO2-Ausstoss der Rezepturen. Anhand dieser Daten lernte das KI-Modell. «Im Grunde suchen wir ein Maximum und ein Minimum – daraus können wir direkt auf die gewünschte Rezeptur schliessen», sagt Boiger. Dafür nutzen sie genetischen Algorithmen, eine andere KI-Methode, um Rezepturen zu identifizieren, die beide Zielgrössen vereinen.

    Die Forschenden entdeckten bereits vielversprechende Zementrezepturen, die noch im Labor getestet werden, um den Entwicklungszyklus abzuschliessen.
    Die Studie entstand im Rahmen des interdisziplinären SCENE-Projekts (Swiss Centre of Excellence on Net Zero Emissions).

  • Internationale Expansion mit Fokus auf Schwellenländer

    Internationale Expansion mit Fokus auf Schwellenländer

    Im Rahmen seiner Local-for-Local-Strategie baut Sika seine Präsenz in China, Brasilien und Marokko aus. In China hat das das weltweit aktive Unternehmen der Spezialitätenchemie für Bau und Industrie seinen bestehenden Standort in der Metropolregion Suzhou ausgebaut, informiert Sika in einer entsprechenden Mitteilung. Hier werden Klebe- und Dichtungslösungen aus Polyurethan für den Automobil-, Bau- und Industriesektor hergestellt.

    In Brasilien hat Sika seinen Standort in der Nähe von Belo Horizonte erweitert. In dieser laut Mitteilung strategisch wichtigen Industrieregion des Landes stellt Sika Zusatzmittel für Fertigbeton, Zement und Bergbau her. In der Nähe von Agadir hat das Unternehmen ein neues Werk für Mörtel und Zusatzmittel gebaut. Von hier aus will Sika den Süden von Marokko und angrenzende Märkte beliefern.

    «Diese Standortinvestitionen spiegeln das Vertrauen unserer Kunden in uns und unser langfristiges Engagement in unseren Märkten wider», wird Sika-CEO Thomas Hasler in der Mitteilung zitiert. «Durch den Ausbau unserer lokalen Produktionskapazitäten verbessern wir nicht nur die Flexibilität, sondern schaffen auch eine resiliente, nachhaltige Grundlage für unser weiteres Wachstum an der Seite unserer langjährigen Kunden und Partner.» Sika rechnet damit, dass die Baubranche in den drei Ländern bis 2028 ein jährliches Wachstum von über 4 Prozent vorlegen wird.

  • Neues Wohnquartier in Weggis mit 44 Eigentumswohnungen geplant

    Neues Wohnquartier in Weggis mit 44 Eigentumswohnungen geplant

    Die Halter AG hat die Arbeiten für die Wohnüberbauung Chalet Weggis mit dem Spatenstich eingeweiht, informiert die Schlieremer Immobilienentwicklerin in einem Beitrag auf LinkedIn. Die Zeremonie wird dort als «ein bedeutender Meilenstein für dieses einzigartige Projekt auf dem Grundstück Wyermatt» bezeichnet. Die Wohnüberbauung nahe dem Vierwaldstättersee umfasst vier Gebäude mit insgesamt 44 Eigentumswohnungen.

    Alle vier Wohngebäude stehen auf einem gemeinsamen Sockelgeschoss und sind zudem durch zwei zusammenhängende Untergeschosse verbunden, erläutert Halter in der Projektbeschreibung. In den Untergeschossen sind 62 Garagenplätze, Veloräume, private Kellerabteile sowie Technik- und Schutzräume untergebracht. Wer eine Wohnung kauft, kann deren Innenausbau über den Trend AG-Konfigurator selbst gestalten.

  • Robuster Markt in Luzern

    Robuster Markt in Luzern

    Der gewerbliche Immobilienmarkt im Kanton Luzern erweist sich als widerstandsfähig, auch im internationalen Kontext wirtschaftlicher Unsicherheit. Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz wuchs 2024 um 1,3 Prozent, für 2025 wird mit einem Anstieg auf 1,5 Prozent gerechnet. Der Kanton Luzern profitiert von seiner breit diversifizierten Wirtschaftsstruktur mit starken Sektoren wie Bau, Finanzen und Dienstleistungen.

    Engpass trifft auf Nachfrage
    Die Nachfrage nach Büroflächen bleibt hoch, gestützt durch das anhaltende Beschäftigungswachstum im Dienstleistungssektor. Gleichzeitig liegt das Bauvolumen mit rund 50 Millionen Franken deutlich unter dem langjährigen Mittel. Diese Zurückhaltung bei Neubauten verknappt das Angebot weiter, wodurch Mietpreise moderat, aber kontinuierlich steigen und dies seit 2015 um durchschnittlich 10 Prozent.

    Strukturwandel belastet
    Trotz stabiler Konsumindikatoren bleibt der Markt für Verkaufsflächen unter Druck. Der Onlinehandel, verändertes Konsumverhalten und geopolitische Unsicherheiten setzen selbst stark frequentierte Lagen unter Zugzwang. Sinkende Angebotsmieten deuten auf eine andauernde Schwächephase hin – eine Erholung ist derzeit nicht in Sicht.

    Solide Basis, neue Risiken
    Der Leerstand bei Industrieflächen liegt mit unter einem Prozent weit unter dem nationalen Schnitt. Die Nachfrage ist stabil, Projekte wie neue Gewerbeparks in Luzern und Umgebung signalisieren Dynamik. Doch handelspolitische Spannungen, insbesondere mit den USA, könnten diesen Trend bremsen und mittelfristig für eine Abschwächung sorgen.

    Viel Potenzial, aber wachsender Druck
    Die neue Studie von Luzerner Kantonalbank und Wüest Partner zeichnet ein differenziertes Bild. Büro- und Industrieflächen profitieren von der Standortattraktivität Luzerns und der starken Binnenwirtschaft. Verkaufsflächen bleiben hingegen das Sorgenkind. Künftige Entwicklungen werden massgeblich durch internationale Rahmenbedingungen bestimmt.

  • Schweiz ist 2025 wettbewerbsfähigstes Land der Welt

    Schweiz ist 2025 wettbewerbsfähigstes Land der Welt

    Die Schweiz steht erneut an der Spitze der wettbewerbsfähigsten Länder weltweit. Erstmals seit Jahren wieder auf Platz 1 im renommierten IMD World Competitiveness Ranking. Im Vorjahr lag sie noch auf Rang 2, nun überholt sie Singapur und bestätigt damit ihre Position als internationaler Benchmark für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unter komplexen Rahmenbedingungen.

    Ausschlaggebend für diesen Erfolg sind laut Bericht vor allem die hohe Effizienz staatlicher Institutionen, die erstklassige Infrastruktur und die gesellschaftliche Stabilität. In beiden Kategorien, Behördeneffizienz und Infrastruktur, sichert sich die Schweiz erneut den Spitzenplatz. Diese Qualitäten werden zunehmend entscheidend, da sich die Weltwirtschaft mit disruptiven Veränderungen, Handelsneuordnungen und geopolitischen Verschiebungen konfrontiert sieht.

    Herausforderungen trotz Spitzenplatz
    Trotz der hervorragenden Gesamtbewertung zeigt der Bericht auch Schwachstellen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit fällt auf Rang 13 zurück, die Unternehmenseffizienz auf Rang 6, ein Signal, dass der globale Wettbewerb auch in der Schweiz Spuren hinterlässt. Die Gründe, steigendem Kostendruck, regulatorische Komplexität und ein zunehmend schwieriger Marktzugang im Ausland.

    Gerade vor dem Hintergrund protektionistischer Tendenzen wird klar, dass die Schweiz ihre Handelsbeziehungen gezielt diversifizieren muss. Die Sicherung des Zugangs zu internationalen Märkten und die Vermeidung einseitiger Abhängigkeiten rücken stärker in den Fokus der Standortpolitik.

    Strategie für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit
    Die Autoren des Rankings betonen, dass Effizienz, Agilität und Zukunftsorientierung zentrale Pfeiler langfristiger Wettbewerbsfähigkeit sind. Die Schweiz punktet hier durch ihr verlässliches Rechtssystem, solide öffentliche Finanzen, stabile Bildungseinrichtungen und starke Innovationsökosysteme.

    Doch auch sie steht vor grossen Aufgaben. Die Reform des Rentensystems, die Sicherung der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen und die Förderung nachhaltiger Innovationen werden über die Zukunftsfähigkeit des Standorts entscheiden. Der Bericht ruft dazu auf, die strukturelle Stärke nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten, sondern durch vorausschauende Politik und gezielte Investitionen weiterzuentwickeln.

    Internationale Perspektive
    Hinter der Schweiz folgt Singapur auf Rang 2, das vor allem bei Regierungseffizienz überzeugt, jedoch im Bereich Unternehmenseffizienz an Boden verliert. Hongkong macht zwei Plätze gut und liegt neu auf Rang 3, ein Zeichen für die erfolgreiche Neupositionierung der Sonderverwaltungszone.

    Bemerkenswert ist auch der Vorstoss Deutschlands auf Rang 19, nach mehreren schwierigen Jahren. Kanada legt acht Plätze zu und zeigt, dass gezielte Reformen Wirkung zeigen können. Diese internationalen Verschiebungen illustrieren die Dynamik globaler Standortkonkurrenz.

    Die Schweiz bleibt führend, aber nicht unbeweglich
    Das World Competitiveness Ranking 2025 unterstreicht, die Schweiz ist globaler Vorreiter in Sachen Standortqualität,  doch sie darf sich nicht auf Lorbeeren ausruhen. Politische Weitsicht, strategische Offenheit und Investitionen in zukunftsweisende Strukturen sind jetzt gefordert. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Schweiz ihre Spitzenposition nicht nur halten, sondern in einem volatilen Umfeld weiter ausbauen kann.

  • Neuer Filterbrunnen sichert Wasserversorgung in Trubschachen

    Neuer Filterbrunnen sichert Wasserversorgung in Trubschachen

    Strabag hat mit seiner Abteilung Spezialtiefbau zum Aufbau einer neuen Trinkwasserleitung in Trubschachen einen Filterbrunnen aus Edelstahl gebaut. Mit einem mehr als 60 Tonnen schweren und 21 Meter hohen Hydro-Seilbagger gruben Mitarbeitende das Bohrloch. Anschliessend wurde der Brunnen laut einer Mitteilung in eine Tiefe von 25 Metern gebracht. Die Installation stelle die Trinkwasserversorgung für die Gemeinden Trub, Trubschachen und Langnau für die nächsten 70 bis 80 Jahre sicher, schreibt das in Schlieren ansässige Bauunternehmen.

    Der neue Brunnenstandort war mit Rücksicht auf neue kantonale Gesetzesvorgaben nötig geworden. Die darin geforderten Schutzzonen insbesondere für Bereiche in Strassennähe könnten jetzt eingehalten werden. Aus technischer Sicht hätte die bestehende Trinkwasserleitung noch einige Jahre funktioniert.

    Die Kantonsstrasse Langnau-Luzern liege nur wenige Meter vom bisherigen Brunnen. «Bei einem Unfall könnte Öl ins Erdreich gelangen. Was ein No-Go in einer Grundwasserschutzzone bedeutet», heisst es.

    Die Vorbereitungen für das besondere Bauvorhaben starteten parallel zur Erneuerung der Trinkwasserleitung in Richtung Langnau, so dass sich der neue Brunnen nahtlos einfügen lasse.

  • Neue Broschüren fördern Nutzung von Berner Holz

    Neue Broschüren fördern Nutzung von Berner Holz

    Die kantonale Plattform der Berner Wald- und Holzwirtschaft, Lignum Holzwirtschaft Bern, will das Bewusstsein für den Wald fördern und die Nachfrage nach einheimischem Holz fördern. Um Behörden und Verwaltungen die nachhaltige Waldnutzung zu ermöglichen, hat der der Zusammenschluss aus Berner Waldbesitzern, dem Bernischen Sägereiverband, der Holzbau Schweiz Sektion Bern und Berner Oberland, dem Schreinermeisterverband Bern und Berner Oberland und Holzenergie Kanton Bern unter dem Titel «Wald und Holz Kompass» eine Reihe von Broschüren publiziert. Die praxisnahen Unterlagen wurden mit Unterstützung der Wyss Academy for Nature erarbeitet, informiert Lignum Holzwirtschaft Bern in einer Mitteilung.

    Die Reihe «Wald und Holz Kompass» ist in eine Übersichtsbroschüre und drei themenspezifische Broschüren gegliedert. Die Übersichtsbroschüre trägt den Titel «Wald und Holz Kompass für Berner Regionen». Die drei themenspezifischen Broschüren setzen sich mit regionalem Holz in öffentliche Bauten, effizienten Strukturen der Waldwirtschaft und finanziellen Anreizen zur Sicherstellung gewisser Waldleistungen auseinander. Alle Broschüren können unter lignumbern.ch/wald-holz-kompass/ heruntergeladen werden.

    Das Mandat für Lignum Holzwirtschaft Bern wird von Volkswirtschaft Berner Oberland betreut.

  • Neue Empfehlungen für besseren Schutz hochwertiger Böden

    Neue Empfehlungen für besseren Schutz hochwertiger Böden

    Durabilitas hat gemeinsam mit Partnern in einem mehrjährigen Projekt Empfehlungen zur besseren Berücksichtigung von Böden in der Raumplanung erarbeitet. Sie sind auf Agierende auf den drei Staatsebenen Bund, Kantone und Gemeinden ausgerichtet, informiert die Stiftung für nachhaltige Entwicklung in einer Mitteilung. Sie basieren auf der Anwendung des Bodenqualitätsindex (BodenQI), der in Ländern wie Deutschland, Österreich und Belgien bereits seit mehreren Jahren angewendet wird.

    Für die nun vorgestellten Empfehlungen haben Durabilitas und Partner zum einen die Anwendung des BodenQI in diesen Ländern ausgewertet. Zum anderen wurde die Anwendung des BodenQI in Schweizer Pilotprojekten analysiert. Ergänzt wurde das Projekt durch die Auswertung einer nationalen Begleitgruppe aus Fachleuten unterschiedlicher Fachrichtungen.

    Mit dem BodenQI kann die Qualität von Böden erfasst und kartographisch dargestellt werden. Er bietet damit «eine einfache Planungshilfe, um beispielsweise bauliche Tätigkeiten möglichst auf Standorte mit geringerer Bodenqualität zu lenken und hochwertige Böden zu erhalten», heisst es in der Mitteilung.

  • Solarfassade verbindet Energiegewinnung mit Architektur

    Solarfassade verbindet Energiegewinnung mit Architektur

    Megasol Energie hat gemäss einer Mitteilung die Photovoltaiklösung für das Projekt Bern 131 entwickelt. Die 1605 massgeschneiderten Module schimmern blau dank des eingefärbten Rückglases, das auf die Sonne ausgerichtet ist. Das Frontglas ist transparent. Megasol hat die Module in Zusammenarbeit mit dem Berner Architekturbüro Atelier 5 entwickelt, das das Gebäude entworfen hat.

    Megasol hat ausserdem 468 standardisierte M450-Module für die Dachfläche geliefert. Die gesamte Anlage hat eine Leistung von 504 Kilowattpeak. Jährlich sollen damit rund 341‘238 Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Das entspricht einer Eigenversorgung des Gebäudes von 88 Prozent.

    Bern 131 an der Stauffacherstrasse 131 wurde von Atelier 5 als ein Hybrid aus Stahl und Holz gebaut. Das Holz stammt zu 98 Prozent aus dem Kanton Bern. Das Gebäude ist SNBS Gold-zertifiziert.

    Florian Lünstedt, Architekt und Partner bei Atelier 5, lobt die Zusammenarbeit mit Megasol. «Die Fassade ist nicht nur ein wichtiges, das Gebäude prägendes architektonisches Element, sondern auch ein funktionaler Bestandteil für die Energiegewinnung», wird er in der Mitteilung zitiert. «Die gemeinsame Entwicklung der PV-Module mit Megasol hat es ermöglicht, beide Aspekte auf hohem Niveau zu vereinen.»

  • Eigentümerpartizipation «Ziegelbrückstrasse» in Glarus Nord 

    Eigentümerpartizipation «Ziegelbrückstrasse» in Glarus Nord 

    Die Gemeinde Glarus Nord möchte Bauherren dazu motivieren, bei komplexeren Bauprojekten partizipative Verfahren durchzuführen. Ihr «Leitfaden Mitwirkung und Kommunikation für Planungsprozesse» skizziert für unterschiedliche Planungssituationen, wie Bedürfnisse der Bevölkerung und künftiger Nutzer frühzeitig antizipiert werden können. Um als gutes Beispiel voranzugehen, initiierte die Gemeinde für das bauliche Verdichtungsgebiet «Ziegelbrückstrasse» zwischen dem Bahnhof Ziegelbrücke, dem Jennyareal und dem Dorfkern Niederurnen einen partizipativen Prozess: Sie involvierte die betroffenen Eigentümer zwischen Oktober 2024 und Februar 2025 in die Erarbeitung eines Leitbildes, das als Grundlage für die Ausarbeitung eines Rahmenplans für das Gebiet diente.  

    Rahmenbedingungen für die Entwicklung gestalten 
    Mit dem Leitbild sollte das bauliche Mass und die Nutzungsmischung definiert werden. Weil das Gebiet zu den dorftbildprägenden Verdichtungs- und Aufwertungsgebieten gehört, standen auch qualitative Eckpunkte einer Entwicklung, die dem Charakter und der Geschichte des Gebiets gerecht werden, zur Diskussion. Die Gemeinde sah auch die öffentliche Hand in der Pflicht, und hielt deshalb die Erwartungen an die Gestaltung und Aufwertung der Kantonsstrasse fest, die durch das Gebiet führt. Damit stellt sie sich mit einer breit abgestützten Grundlage für den Austausch mit dem Kanton auf, der für die Sanierung der Strasse verantwortlich ist. 

    Das gemeinsam erarbeitete Leitbild diente der Gemeinde als Grundlage für einen behördenverbindlichen Rahmenplan. Der Rahmenplan wiederum definiert die Leitlinien, wie in Zukunft mit der neuen eigentümerverbindlichen Nutzungsplanung entlang der Ziegelbrückstrasse gebaut werden darf. Die involvierten Eigentümer gestalteten mit ihrer Mitwirkung beim Leitbild mit, wie und was sie künftig auf ihren Grundstücken bauen können. 

    Ein schlanker Mitwirkungsprozess 
    Die Eigentümer im Gebiet wurden eingeladen, an zwei Abendveranstaltungen mit der Gemeinde teilzunehmen. Der erste Abend diente der Information und Mitwirkung, der zweite der Präsentation der Ergebnisse. Über 56 Eigentümer von 127 Parzellen nahmen die Gelegenheit wahr und beteiligten sich selbst oder mit einer Stellvertretung an den Veranstaltungen. 

    Im ersten Workshop erhielten sie Einblick in das vorgesehene Planungsinstrument und wurden zu verschiedenen Varianten zu den künftigen Entwicklungsmöglichkeiten konsultiert. Mit der Priorisierung der Varianten konnten sie die Entscheidung zum erwünschten Leitbild beeinflussen. Im zweiten Workshop präsentierte die Gemeinde den auf Basis der erwünschten Variante erarbeiteten Rahmenplan.  

    Ein lohnender Aufwand für die Gemeinde 
    Partizipative Prozesse sind aufwändig, sie kosten Zeit, Geld und politisches Kapital. Für die Gemeinde lohnte sich der aufwändige Weg, weil sich damit die Chancen erhöhen, dass Eigentümer aktiv werden: Mit der frühzeitigen Information über mehr bauliche Möglichkeiten können sie ihre Investitionsplanung anpassen und allfällige bereits vorhandene Absichten auf die Entwicklungsabsichten der Gemeinde abstimmen.  

    Die Diskussion um das Leitbild trägt dazu bei, Eigentümer auf ein gemeinsames Zukunftsbild des Verdichtungs- und Entwicklungsgebiets auszurichten und ihnen zu vermitteln, dass Themen wie die Adressierung von Gebäuden auf die Strasse, die Körnigkeit der Bebauung, die Ausbildung des Sockelgeschosses oder die Materialisierung nicht nur Privatsache sind, sondern auch eine Wirkung auf das Quartierbild haben, und damit die Attraktivität und den Wert des Standorts für alle beeinflussen.  

    Der partizipative Prozess bot der Gemeinde die Gelegenheit, auf ihre Bauberatung aufmerksam zu machen und die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Grundeigentümer mit Investitionsabsichten ihre Planungen zu einem frühen Zeitpunkt mit der Gemeinde besprechen und abstimmen, bevor sie ein kaum mehr anpassbares Vor- oder Bauprojekt ausgearbeitet haben. Im besten Fall regt der Prozess einige Eigentümer an, grösser zu denken und Kooperationen mit anderen Grundeigentümern einzugehen oder Themen wie die Bereitstellung von Parkplätzen bei Bauprojekten gemeinsam anzugehen. 

    Die Gemeinde konnte die Veranstaltungen auch dazu nutzen, Aufwertungen auf öffentlichem Grund mit den Bedürfnissen und Vorstellungen der Eigentümer abzustimmen und zu testen, welche Akzeptanz Massnahmen wie begrünte Mittelstücke auf der Strasse oder eine Temporeduktion auf gewissen Strassenabschnitten haben. 

    Mehr Planungssicherheit für Grundeigentümer 
    Partizipative Prozesse kosten auch die Teilnehmenden Zeit. Im Fall Ziegelbrückstrasse lohnte sich der Aufwand für die Eigentümer allein deshalb, weil sie über die Mitwirkung am behördenverbindlichen Rahmenplan Entscheidungen zu grundeigentümerverbindlichen Themen beeinflussen konnten: die Grundsatzfrage zur Ausgestaltung der mit der neuen Nutzungsplanung möglichen Dichte und Nutzungsmischung. Der Rahmenplan bietet den Eigentümern zudem mehr Planungssicherheit, da er die Gleichbehandlung im Bewilligungsprozess stärkt.  

    Im Rahmen des Prozesses erhielten die Eigentümer ein besseres Verständnis davon, was die Erwartungen der Gemeinde an bauliche Entwicklungen sind, und konnten sich inspirieren, welche Beiträge sie neben baulichen Entwicklungen an die Quartiersaufwertung leisten können – beispielsweise mit der Gestaltung der Gärten und Strassenvorzonen oder kleineren Erneuerungsprojekten. Mit der Gelegenheit, sich an der Veranstaltung über die Pläne der Nachbarinnen und Nachbarn zu informieren, erhalten Eigentümer schliesslich mehr Sicherheit darüber, dass sie mit ihren Investitionen nicht allein handeln.