Kategorie: Bauwirtschaft

Bauwirtschaft – Immobiliennews zu Baukosten, Projekten, Materialien & Entwicklungen in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft.

  • Kompotoi ist Finalist bei Swiss Excellence Produkt Award

    Kompotoi ist Finalist bei Swiss Excellence Produkt Award

    Kompotoi befindet sich unter den sechs Finalisten für den Swiss Excellence Produkt Award 2021. Das hat Swiss Excellence jetzt mitgeteilt. Das Zürcher Start-up überzeugte die Jury mit seinen mobilen und auf Nachhaltigkeit fokussierten Komposttoiletten. Die Preisverleihung findet am 16. September im Technopark Winterthur statt. Mit dem Swiss Excellence Produkt Award leistet die Swiss Excellence Stiftung eigenen Angaben zufolge einen Beitrag zur Förderung des Unternehmertums sowie des Technologie- und Innovationsstandortes Schweiz.

    Kompotoi bietet eigenen Angaben zufolge eine „schöne, benutzerfreundliche und nachhaltige Alternative“ zu den herkömmlichen Toilettenhäuschen. Sie seien „absolut geruchsfrei“ und werden „in Schweizer Handarbeit“ aus Holz gefertigt. Sie kommen ohne Plastik, Chemie, Strom und Spülwasser aus. „Wir haben für den Bereich der mobilen Toiletten eine bessere Lösung entwickelt als die herkömmliche. Sie ist einfach und einleuchtend. Deshalb sind die Kunden begeistert von unserem Produkt“, so Kompotoi in seiner Präsentation für den Green Business Award, für den das Unternehmen ebenfalls nominiert ist.

    Stattdessen werden die gesammelten Reststoffe durch eine kombinierte Verfahrenstechnik von Fermentation und Kompostierung in stabile Humuserde umgewandelt. „In einem Kilo Kompost wird durchschnittlich 0,2 kg CO2 gespeichert“, so Kompotoi auf die Frage nach dem Umweltnutzen ihres Produkts. „Kompotoi produzierte 2019 rund 100 Tonnen Kompost, das sind circa 20’000 Kilogramm gespeichertes CO2. Wenn alle mobilen Toiletten der Schweiz als Komposttoiletten betrieben würden, könnten so 13‘200 Tonnen CO2 nachhaltig in den Böden gespeichert werden.“

    Kompotoi vermietet seine Holztoiletten etwa für grössere Festivals. Das Unternehmen plant aber auch Anlagen im öffentlichen Bereich oder für Ein- und Mehrfamilienhäuser. Ausserdem verkauft Kompotoi Toilettenlösungen für Gartenhäuser, Jagd- und Alphütten.

    Mit Kompotoi bewerben sich weitere zwei Start-ups um den Swiss Excellence Produkt Award: Hivewatch und Smartbreed. In der Kategorie KMU sind ebenfalls drei Unternehmen nominiert: Advanced Osteotomy Tools – AOT AG, Qumea und Rheonics. Alle Start-up-Finalisten werden bereits mit einem dreijährigen Coaching des Start-up-Förderers genisuisse unterstützt.

  • FHNW bildet in Geodatenanalyse fort

    FHNW bildet in Geodatenanalyse fort

    Die Hochschule für Architektur, Bau und Geomantik der FHNW offeriert ab Januar an ihrem Standort in Olten einen Zertifikatslehrgang in Spatial Data Analytics, zu deutsch Geodatenanalyse. Dieser soll Fachpersonen etwa aus den Datenwissenschaften, Verkehr, Logistik, Raumplanung sowie Natur- und Umweltwissenschaften befähigen, die Städte der Zukunft digital zu planen und die Daten von Infrastrukturen auszuwerten. Damit reagiere die Hochschule auf ein Bedürfnis der Bau- und Planungsbranche, heisst es in ihrer Medienmitteilung.

    Das Certificate of Advanced Studies (CAS) Spatial Data Analytics solle in 16 Kurstagen und in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der Praxis das erforderliche Wissen vermitteln, um Geodaten zielgerichtet modellieren, verarbeiten und interpretieren zu können. Dafür sei „eine ausgewogene Mischung aus Vorträgen, Fallstudien, Gruppenarbeiten und praktischen Übungen“ vorgesehen, so die FHNW. Zudem seien Zeitblöcke für das Selbststudium eingeplant.

    „Die Frage, wo räumlich messbare Ereignisse stattfinden, reicht nicht mehr aus“, wird Prof. Dr. Pia Bereuter in der Mitteilung zitiert. „In Zukunft müssen wir auch verstehen, warum sich diese ereignen. Dazu braucht es fundierte Analyseprozesse, welche in die Digitalisierungsstrategie von Unternehmen oder Organisationen eingebunden sind.“ Diese Expertise stelle „in nahezu jeder Branche“ die Grundlage für Entscheide mit Raumbezug dar.

  • Lumineo verbaut lichtdurchlässigen Beton für Vinci

    Lumineo verbaut lichtdurchlässigen Beton für Vinci

    Lumineo, ein junges Unternehmen aus dem Jura, ist eingeladen worden, einen Teil der repräsentativen Eingangshalle im neuen Konzernsitz von Vinci mit seinem innovativen Material zu gestalten. Für den grössten Baukonzern Europas und den fünftgrössten der Welt hat Lumineo eine 80 Quadratmeter grosse Wand aus lichtdurchlässigem Beton errichtet. Das verwendete Material heisst Lumistone. Es ist eine Eigenentwicklung des in Porrentruy ansässigen Unternehmens.

    Laut einer Mitteilung ist dies die grösste Wand, die die Lumineo Group je mit diesem Material gebaut hat. Lumistone sieht aus wie Beton. Mittels LEDs können animierte Bilder durch diese Wand projiziert werden. Der Weg zur erfolgreichen Entwicklung dieses transluziden Materials sei „so hart wie Beton“ gewesen, so Lumineo auf seiner Internetseite. Unzählige Schichten von Glasfasern hätten in den Beton gegossen werden müssen, „bevor das Rezept entdeckt wurde“.

    Darüber hinaus ist dies eine geschwungene Wand, „was bedeutet, dass die Struktur anders bearbeitet werden musste“, wird Lumineo-CEO und eine der Projektleiterinnen, Aurélie Pezzotta, zitiert. Sie war Mitte Juni Gast der neuen Veranstaltungsreihe Femmes Fondatrices im Switzerland Innovation Park Basel Area, Standort Jura. Pezzotta sei froh darüber, diesen Bau fertiggestellt zu haben, denn „die Nächte waren in den vergangenen Monaten sehr kurz“.

    Eine Wand im Empfangsbereich des weltweit führenden Bauunternehmens könne für die Lumineo Gruppe nur von Vorteil sein. „Viele Architekten und Projektmanagerinnen werden hier vorbeikommen“, es sei also ein grossartiges Schaufenster für das Unternehmen. Nun wolle sich Lumineo auf nationaler Ebene weiterentwickeln und weitere Mitarbeitende einstellen.

  • Hochschule Luzern widmet sich klimagerechtem Bauen

    Hochschule Luzern widmet sich klimagerechtem Bauen

    Die Studie „Bereit für den Klimawandel?“ der Hochschule Luzern (HSLU) will Bauherrinnen und Bauherren dafür sensibilisieren, klimagerecht zu bauen. Aber auch Käuferinnen und Mietern soll sie eine Hilfestellung zur Bewertung einer Immobilie geben.

    Die Studie legt nahe, dass dabei künftig nicht nur Wärme-, sondern auch Kühlkonzepte berücksichtigt werden müssen. „Noch immer richtet sich die Architektur der Schweiz zu sehr darauf, Wohnungen im Winter angenehm und energieeffizient zu machen“, wird Gianrico Settembrini vom Institut für Gebäudetechnik und Energie der Hochschule Luzern in einer Medienmitteilung zitiert. Entscheidend sei jedoch, dass Gebäude mit Klimadaten der Zukunft geplant würden und nicht wie heute mit solchen, die auf vergangenen Werten beruhen.

    Der Gebäudepark verbrauche rund 40 Prozent des Endenergiebedarfs der Schweiz, führt die HSLU weiter aus. Dieser müsse weiter gesenkt werden. Würde jedoch ein vermehrter Einsatz von Klimageräten nötig, drohe dieser Wert stattdessen noch zu steigen. „Der Einsatz von Kühl- oder Klimageräten soll vermieden werden, technische Lösungen dürfen erst zum Zug kommen, wenn die passiven Möglichkeiten ausgeschöpft sind“, so Adrian Grossenbacher vom Bundesamt für Energie. Es hat diese Studie finanziell unterstützt.

    Insgesamt identifizierte das Studienteam elf Parameter, die einen Einfluss auf den Energieverbrauch sowie die thermische und visuelle Behaglichkeit eines Wohnraums haben. Diese Parameter wie Eigenschaften der Fenster, Sonnenschutz- und Beschattungselemente wurden in einem für das Mittelland typischen Referenzgebäude in Basel-Binningen simuliert.

    Einen Leitfaden für Planende stellt die HSLU online zum Herunterladen bereit. Um den Niederschlag verfügbarer Erkenntnisse in der neuen Architektur zu beschleunigen, bringt die Hochschule im September mit dem dreitägigen Weiterbildungskurs „Bauen im Klimawandel – Wirksame Massnahmen für Bauherrschaften und Planende“ auch Fachleute auf den neuesten Stand.

  • Empa verstärkt Betonbauten

    Empa verstärkt Betonbauten

    In die Jahre gekommene Bauwerke aus Beton werden bereits seit langem mit kohlefaserverstärkten Kunststoffen (CFK) verstärkt, erläutert die Empa in einer Mitteilung. Forschende der Empa haben diese Technologie nun weiterentwickelt. Ihre CFK-Lamellen können der Durchbiegung von Betonbalken aktiv entgegenwirken.

    Dazu werden die Lamellen unter Zugspannung mit Epoxidharz an die Balken geklebt. Nach Aushärten der Verbindung wirkt die Zugspannung der Durchbiegung der Balken entgegen. Auch bei der Befestigung der Enden der Streifen haben die Forschenden das bisherige Verfahren verbessert. Anstelle verklebter und verschraubter Aluminiumplatten kommen eigens entwickelte Bügel aus CFK zum Einsatz.

    „Eine Lösung aus einem einzigen Material ist immer besser als aus zweien, die sich unterschiedlich verhalten“, wird Empa-Forscher Christoph Czaderski in der Mitteilung zitiert. „Gerade für die Verankerung haben wir im Labor viele Versuche gemacht.“ Der Mitteilung zufolge kann die neue Technologie die Belastungsfähigkeit einer Betonplatte gegenüber der klassischen Methode um 77 Prozent erhöhen.

    Im nächsten Schritt soll das Verfahren nun zur Marktreife gebracht werden. Dazu arbeitet die Empa mit S&P Clever Reinforcement Company in Seewen SZ als Industriepartner zusammen. Hier werde derzeit ein industrielles Verfahren für die bisher in Handarbeit hergestellten Bügel entwickelt, heisst es in der Mitteilung. Martin Hüppi hält das Verfahren „auch preislich für Bauherren vertretbar“. „Ich sehe dafür absolut einen Markt“, erklärt der Projektleiter von S&P in der Mitteilung.

  • Per Mausklick zum Baugesuch

    Per Mausklick zum Baugesuch

    Seit rund drei Jahren ermöglicht der Kanton Aargau mit «eBau» das digitale Einreichen von Baugesuchen. Das Departement Bau, Verkehr und Umwelt setzt diesen Digitalisierungsschritt im Rahmen der eGov-Strategie von Bund und Kanton um. Die Vorteile liegen auf der Hand: «So kann der gesamte Baubewilligungsprozess vom Gesuchstellenden über die Gemeinde bis zum Kanton durchgehend elektronisch abgewickelt werden», erklärt Reto Käch, Leiter Support und Schulung eBau, vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons Aargau. Der Einsatz von solchen Online-Dienstleistungen ermögliche effiziente und weniger personalintensive Prozesse, eine schlankere Arbeitsorganisation, mehr Transparenz und eine bessere Vernetzung der Beteiligten.

    Stand heute sind insgesamt 22 Gemeinden an eBau Aargau angeschlossen. «Mit dem schrittweisen Roll-Out und den Schulungen machen wir die Gemeinden sukzessive mit dem digitalen Baubewilligungsprozess vertraut», sagt Käch. Das Fehlen der Mehrheit der insgesamt 213 Aargauer Gemeinden begründet der Supportleiter so: «50 Prozent arbeiten mit eigenen Bauverwaltungssoftwares. Diese Gemeinden müssen sich noch bis zum zweiten Quartal 2022 gedulden.» Ab dann sei der medienbruchfreie Anschluss via eigens initiierter eCH-Schnittstelle möglich. Die Umstellung auf die elektronische Bearbeitung von Baugesuchen lässt den Zahlen nach aber auch noch Gemeinden zögern, die die Voraussetzungen bereits erfüllen. «Möglicherweise haben die einen oder anderen in der Coronakrise andere Prioritäten. Manche tun sich vielleicht auch mit dem Ablösen von alten Prozessen schwer. Wir üben keinen Druck aus. Wir sind gerne bereit, interessierte Gemeinden diesbezüglich zu begleiten und zu schulen», sagt Käch.

    Die Rückmeldungen der Beteiligten, die mit eBau arbeiten, seien durchwegs positiv. «Vor allem der einfache Aufbau des Online-Formulars zur Eingabe des Gesuches überzeugt. Pflichtfelder verhindern, dass etwas bei der Eingabe vergessen geht. Der Zeitverlust wird deutlich reduziert», weiss Käch. Und auch die Gemeinden profitieren: «Im eGov-Bereich werden insbesondere die standardisierten Arbeitsprozesse geschätzt. Die aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte führen sukzessive durch den Prozess. So können auch Verwaltungsangestellte ohne spezifische Branchenkenntnisse ein Baugesuch bearbeiten.» Weniger administrative Aufwände, eine bessere Datenqualität und das papierlose Arbeiten seien die grössten Trümpfe für die Verwaltungen.

    Ein Thema, das alle Kantone beschäftigt
    Gemeinden, die eBau einführen, arbeiten ab diesem Datum ausschliesslich elektronisch. «Nur noch wenige Antragsteller reichen die Gesuche in physischer Form ein», erklärt Käch. In so einem Fall würde das Gesuch anschliessend von der Verwaltung digitalisiert. eBau Aargau soll gemäss der eGov-Strategie einen Mehrwert für alle bringen und Kosten einsparen, da der Verwaltungsaufwand reduziert wird. Erste Kantone ermöglichen bereits die Online-Auflage eines publikationspflichtigen Projekts. Laut Käch nehme das geltende Gesetz in Bezug auf Digitalisierung keine Stellung. «Das Verwaltungsrechtspflegegesetz (VRPG) des Kantons Aargau regelt lediglich, wann eine öffentliche Publikation erforderlich ist, wie lange und mit welchen Inhalten das Bauvorhaben öffentlich aufzulegen hat und wer in welchem Publikationsorgan darüber in Kenntnis zu setzen ist», erklärt der Schulungsleiter.

    Der Kanton Luzern zum Beispiel handhabt die digitale Auflage so: Die Gemeinden haben das Gesuchsformular mit sämtlichen Beilagen im Internet während der öffentlichen Auflage zur Einsicht bereitzustellen, wenn das Baugesuch elektronisch eingereicht wurde und die Gemeinde über die nötige Infrastruktur verfügt. «Wir leiten daraus ab, dass eine Online-Auflage möglich ist und es keine bundesrechtlichen Grundlagen gibt, die dagegen sprechen», schlussfolgert Käch. Im Sinne der Gleichbehandlung müssten in so einem Fall aber Bürgerinnen und Bürgern ohne Internetzugang die Möglichkeit haben, die Baugesuche im Gemeindebüro einzusehen.
    Der Kanton Aargau habe bei der elektronischen Einreichung von Baugesuchen nicht bewusst eine Vorreiterrolle eingenommen. «Heute befassen sich wohl sämtliche Kantone mit der Umsetzung einer Software, Webapplikation oder Plattform, die das elektronische Einreichen von Baugesuchen unterstützt», ist Käch überzeugt. Und ergänzt: «Es ist ein Zeichen der Zeit, dass man sich schweizweit mit diesem Thema auseinandersetzt.» Architekten, Vermessungs- und Ingenieurbüros sowie Fachplaner würden schon seit Jahrzehnten mit 2D-Zeichnungen, begehbaren 3D-Modellen, fotorealistischen Visualisierungen oder digitalen Gebäude- und Terrainmodellierungen arbeiten. «Mit dem elektronischen Baubewilligungsprozess wandelt sich das Grundverständnis von einer verwaltungsorientierten Dienstleistung zu einer kundenorientierten», sagt Käch.

    Wie wichtig die fortschreitende Digitalisierung sei, mache nicht zuletzt die Coronapandemie nochmals deutlich: «Auch auf Verwaltungen wurde während des Lockdowns ein Teil der Belegschaft ins Homeoffice geschickt. Eine Herausforderung war dabei nicht die Organisation rund um das Equipment, sondern die Tatsache, dass viele Dossiers in den Verwaltungen nur in physischer Form vorhanden sind», erklärt Käch. Die Kundinnen und Kunden wechselten ebenso vermehrt auf digitale Kanäle: «So könnten sich die Herausforderungen, die Covid-19 mit sich bringt, als Chance für eine dauerhaft erhöhte Akzeptanz einer digitalen Verwaltung erweisen.»

    Die Investitionskosten für die Entwicklung von eBau wurden vom Kanton übernommen. Für Gemeinden, die mit der digitalen Lösung arbeiten möchten, fallen keine Initialkosten an. Der Betrieb, die Datenarchivierung und der Support werden mit einer Jahrespauschale abgegolten. Die Gesamtkosten für die Anwendung schlagen im Jahr mit insgesamt 50’000 Franken zu Buche. Dieser Betrag wird auf die Anwender-Gemeinden aufgeteilt. Würden alle Aargauer Gemeinden eBau einsetzen, ergebe dies einen marginalen Beitrag pro Jahr und Gemeinde. Die ersten drei Betriebsjahre (2018–2020) wurden vom Kanton vorfinanziert.

  • Pestalozzi sieht den Bau als moderne und digitale Branche

    Pestalozzi sieht den Bau als moderne und digitale Branche

    Für die Pestalozzi Gruppe ist ein Unternehmensleitbild entwickelt worden. Im Interview mit dem „KMU Magazin“ nennt Matthias Pestalozzi die Schwerpunkte: Unternehmenskultur der Kontinuität, Entwicklung von Digitalisierung und Vernetzung sowie generationenübergreifende Unternehmensführung. Der Delegierte des Verwaltungsrats in der Geschäftsleitung des Unternehmens wird zitiert, dass der interessanteste und wichtigste Aspekt bei der Leitbild-Formulierung die breite Diskussion mit den Mitarbeitenden gewesen sei, die in Workshop-Teams daran gearbeitet haben. Pestalozzi: „ Zuletzt haben sich nicht viele Unterschiede zum alten Leitbild ergeben, es ist jedoch ausführlicher formuliert, vor allem das Thema: Wie arbeiten wir miteinander?“ Eine Folge sei, dass man im Unternehmen die Du-Kultur eingeführt habe.

    Pestalozzi, der in der neunten Generation das 1763 gegründete Familienunternehmen mitführt, betont in dem Interview die Bedeutung der Digitalisierung für das auf Handel mit allem was zum Bauen gehört spezialisierte Unternehmen. Digitalisierung und Vernetzung seien ein „Riesenthema, daran arbeiten wir laufend“. Wichtig sei die Digitalisierung im Kundenkontakt. Die Gruppe habe in den vergangenen Jahren viel in den E-Shop investiert, um digitale Bestellungen zu ermöglichen. Rund 40 Prozent der Bestellungen von Fertigprodukten laufen schon über den elektronischen Handel. Auch das digitale Marketing sei ausgebaut worden, mit Nutzung von Plattformen wie LinkedIn oder der Verbreitung eines Newsletters. Nach Aussage von Pestalozzi würden im Digitalbereich gerade von KMU Sicherheitsprobleme oft unterschätzt. Bei Pestalozzi würden deshalb die Mitarbeitenden laufend geschult.

    Mit dem in diesem Jahr zum 39. Mal für gute Lehrabschlüsse vergebenen Stiftepriis wolle die Pestalozzi Gruppe die Jugend zu Ausbildungen in der Bau- und Ausbaubranche motivieren. Dort sei es oft schwierig, Lehrlinge zu finden. Der Stiftepriis wird in den Branchen Gebäudehülle, Haustechnik, Metallbau und Metallverarbeitung vergeben.

  • HKG hat zu neuem Kongresshaus beigetragen

    HKG hat zu neuem Kongresshaus beigetragen

    Im Rahmen des Sanierungsprojektes Kongresshaus und Tonhalle Zürich ist modernste Technik verbaut worden, wie aus einer Mitteilung von HKG Engineering hervorgeht. Die Schlieremer Vertretung des Unternehmens war mit dem Elektroengineering betraut worden. Die Herausforderung bestand darin, Originales weitestgehend zu erhalten, während neue Teile und Ergänzungen an den Bestand angepasst werden sollten.

    Durch die Sanierung sind das 1939 eröffnete Kongresshaus und die Tonhalle Zürich nun bereit für die nächsten 50 Jahre. Dafür steht eine Fläche von 5300 Quadratmetern für Veranstaltungen zur Verfügung. In den Räumlichkeiten bietet sich Platz für 4500 Besucher. Durch das flexible Raumangebot können verschiedene Veranstaltungen wie Fachkongresse oder Tagungen durchgeführt werden. Laut HKG ist das Kongresszentrum zudem klimaneutral.

  • Jaisli-Xamax schliesst Arbeiten in Biozentrum ab

    Jaisli-Xamax schliesst Arbeiten in Biozentrum ab

    Der Neubau des Biozentrums Basel steht vor der Fertigstellung. Dazu hat auch Jaisli-Xamax einen Beitrag geleistet, wie aus einer Mitteilung des Dietiker Elektrounternehmens hervorgeht. So hat Jaisli-Xamax neben den Elektroinstallationen auch Arbeiten an den Schaltgerätekombinationen übernommen. Die Grundbeleuchtung ist bereits fertig installiert. Aktuell arbeitet Jaisli-Xamax aber noch an der Spezialbeleuchtung. Denn für jeden Raum wird eine andere spezielle Beleuchtung installiert, um Forschungsarbeiten unter besonderen Lichtverhältnissen zu ermöglichen. Auch bei den restlichen Elektroarbeiten befindet sich Jaisli-Xamax auf der Zielgeraden.

    Bei dem Neubau der Universität Basel handelt es sich um ein Hochhaus mit 72 Metern Höhe. Die 16 Ober- und drei Untergeschosse verfügen insgesamt über eine Hauptnutzfläche von 23’000 Quadratmetern. Nach der Fertigstellung sollen dort 400 Forschende arbeiten und 900 Studierende ausgebildet werden. Die ersten Forschenden haben das Gebäude bereits bezogen.

  • Modell klärt Kreislauf von Baustoffen

    Modell klärt Kreislauf von Baustoffen

    Mit seiner Dissertation will Wirtschaftsingenieur Daniel Kliem an der OST – Ostschweizer Fachhochschule Grundlagen für die Wiederverwertung von Baustoffen schaffen, und zwar über Kantonsgrenzen hinweg. Wie es in einer Medienmitteilung dazu heisst, sei der „Kantönligeist“ im politischen Prozess hinderlich. Werde etwa in einem Kanton der Preis für das Abbauen von Kies und das Deponieren von Abbruch und Aushub angehoben, um Anreize für Recycling zu geben, verschiebe sich das Problem nur in andere Regionen: „Rückbaumaterial und Aushub würden dann in andere Kantone transportiert und neues Material würde dann von weiter weg hergefahren“, so Kliem.

    Nun will ein partizipativ entwickeltes Modell die Systemdynamik klären. An diesem vierjährigen Projekt sind neben drei OST-Instituten auch Fachleute der Universitäten St.Gallen und Bergen, des Zürcher Amts für Abfall, Wasser, Energie und Luft sowie der Energie und Ressourcenmanagement GmbH beteiligt. Trotz der komplexen Dynamiken habe es bereits ein umfassendes Problemverständnis geschaffen und umsetzbare Handlungsfelder identifizieren können. So müssten etwa die Prozesse und raumplanerischen Massnahmen neu definiert werden. Ausserdem seien bauintensive Kantone wie Zürich mit einzubeziehen und die Besteuerung von Ressourcen national zu regeln.

    „Die Erkenntnis, dass selbst Experten mit Modellen dazulernen, neue Perspektiven und Inputs gewinnen, war spannend“, wird Kliem zitiert. „Die naheliegende Massnahme, den Preis für Kies zu erhöhen, ist zwar gut und funktioniert. Wenn aber die Einzugsgebiete miteinbezogen werden, dient die Kooperation zwischen Kantonen als Schlüssel, um Mehrtransporten vorzubeugen.“

  • Hilti schwenkt auf Wachstumskurs

    Hilti schwenkt auf Wachstumskurs

    Einer Mitteilung von Hilti zufolge hat der Werkzeughersteller aus Schaan in den ersten vier Monaten 2021 Umsätze in Gesamthöhe von rund 1,93 Milliarden Franken erwirtschaftet. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Wachstum um 14,7 Prozent in Franken und 16 Prozent in Lokalwährungen.

    „Der Erholungstrend in der globalen Bauwirtschaft hat sich fortgesetzt und wir sind gut in das neue Geschäftsjahr gestartet“, wird Hilti-CEO Christoph Loos in der Mitteilung zitiert. „Es ist erfreulich, dass wir nicht nur gegenüber der tiefen Basis von 2020 zulegen konnten, sondern auch gegenüber den ersten vier Monaten 2019 ein Wachstum von rund 6 Prozent in Lokalwährungen erzielt haben.“

    Zur guten Entwicklung hatten alle Marktregionen der weltweit aktiven Gruppe beigetragen. Das höchste Umsatzwachstum wurde dabei mit 22 Prozent in Lokalwährungen in der Region Europa realisiert. In der Region Amerika legten die Umsätze im Jahresvergleich um 9,9 Prozent zu. In der Region Asien/Pazifik wurde ein Wachstum um 13,6 Prozent verbucht. Am schwächsten fiel das Wachstum mit 5 Prozent in der Region Osteuropa, Mittlerer Osten und Afrika aus.

    Aufgrund der pandemiebedingt niedrigen Werte aus dem Vorjahreszeitraum könnten aus der aktuellen Wachstumsrate keine Prognosen für die kommenden Monate abgeleitet werden, erklärt Hilti in der Mitteilung weiter. Die Gruppe rechne aber damit, im Gesamtjahr ein Umsatzwachstum „im hohen einstelligen Bereich“ in Lokalwährungen ausweisen zu können. hs

  • Nüssli baut für das Ziegelei-Museum

    Nüssli baut für das Ziegelei-Museum

    Bei der Ziegeleihütte in Cham handelt es sich um ein geschütztes Baudenkmal, deren Museum den Herstellungsprozess von Lehm bis zum Ziegel darstellt. Das Bauen mit Lehm habe in der Schweiz zwar eine lange Tradition, sei aber in Vergessenheit geraten, heisst es in einer Medienmitteilung von Nüssli, dem in der St.GallenBodenseeArea ansässigen Veranstaltungsbauer. Nüssli hat sich an einem Nachhaltigkeitsprojekt im Ziegelei-Museum beteiligt, bei welchem das Baumaterial Lehm wieder in den Vordergrund gerückt werden sollte.

    Dabei hat Architekt Roger Boltshauser mit Studierenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Technischen Universität München (TU) einen neun Meter hohen Aussichtsturm aus Lehm gebaut, der kürzlich eröffnet wurde. Nüssli hat an dem Projekt mit seinen Spezialisten für Holz- und Metallbau teilgenommen. Neben der massgeschneiderten Spindeltreppe und einem Hebefalttor für den Zugang zum Dach hat Nüssli auch die Aussichtsplattform aus Holz beigesteuert.

    Während das Hebefalttor ein Gewicht von 545 Kilogramm aufweist, bringt es die aus 14 Meter langen Balken angefertigte Aussichtsplattform auf ein Gewicht von 3200 Kilogramm. Sie ist von den Nüssli-Spezialisten vor Ort zusammengebaut und auf die Lehmmodule montiert worden. jh

  • Spatenstich für KREIS Haus ist erfolgt

    Spatenstich für KREIS Haus ist erfolgt

    Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat mit dem Bau des sogenannten KREIS Hauses begonnen. Das Akronym steht für klima- und ressourcen-effizientes Suffizienz-Haus. Mit diesem Projekt möchte das ZHAW-Departement Life Sciences und Facility Management zeigen, wie Kreislaufwirtschaft auf kleinstem Raum umgesetzt werden kann.

    Laut seiner Medienmitteilung wurde das KREIS Haus mit kreislauffähigen Anwendungen konzipiert, von den Baumaterialien bis zu den Nährstoffen im Abwasser, die den Dachgarten düngen. Das Gebäude werde nach baubiologischen Grundsätzen klimaneutrales Bauen und Wohnen verwirklichen und zeigen, wie sich eine suffiziente Lebensweise auf reduzierter Wohnfläche verwirklichen lässt.

    Das KREIS Haus wird bis August 2021 auf dem Grundstück des Vereins Synergy Village in Feldbach am rechten Zürichseeufer gebaut. Interessierte können das Projekt vor Ort in einer sechsteiligen Workshop-Serie an drei Tagen begleiten. Praktisch Veranlagte sind eingeladen, an der Mitmachbaustelle mitzuhelfen. Eine Live-Webcam fängt alle Baufortschritte ein.

    Zudem gibt es die Möglichkeit, selbst einige Tage und Nächte in dem Haus zuzubringen und es zu testen. Ausserdem werden regelmässig Führungen und Workshops angeboten. Alle Besucherinnen und Besucher werden im Anschluss gebeten, an einer wissenschaftlichen Befragung teilzunehmen. Damit soll die Forschung unterstützt werden. mm

  • Baumeisterverband bricht Lanze für traditionelle Baustoffe

    Baumeisterverband bricht Lanze für traditionelle Baustoffe

    Der Gebäudepark der Schweiz sei aufgrund seiner Überalterung für rund einen Viertel der CO2-Emissionen verantwortlich, schreibt der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) in einer Mitteilung. Um die Klimaziele und insbesondere die CO2-Neutralität bis 2025 zu erreichen, müsse die Geschwindigkeit bei der Modernisierung des Gebäudeparks verdreifacht werden, heisst es dort weiter. Dabei macht sich der SBV für eine sinnvolle Kombination aller Baumaterialien stark.

    Aktuell kämen Backsteine, Zement, Beton und Stahl auf einen Anteil von rund 95 Prozent am Baumarkt, schreibt der SBV. Er stützt sich dabei auf eine von mehreren Verbänden der Baubranche verfasste Studie zum Einsatz der verschiedenen Baumaterialien in der Schweiz. Der Holzanteil ist ihr zufolge innert zehn Jahren von 4,4 auf 5,3 Prozent gestiegen.

    Es sei sehr wahrscheinlich, dass die traditionellen Baustoffe auch in den kommenden Jahrzehnten eine tragende Rolle spielen werden, meint der SBV. Er hält es im Interesse nachhaltigen Bauens daher für falsch, „wenn ein Baumaterial durch politische Aktivitäten gegen das andere ausgespielt wird“. Stattdessen sollten die Baumaterialien sinnvoll kombiniert werden. Zudem könnte der Anteil wiederverwerteten Baumaterials durch innovative Technologien gesteigert werden.

    Derzeit mache wiederverwerteter Bauschutt 16 Prozent der am Bau verwendeten Materialien aus, erläutert der SBV. Gleichzeitig lande anfallender Bauschutt bereits zu 70 Prozent in der Wiederverwendung. Zudem zeichneten sich Baustoffe wie Backstein und Beton durch „ideale energetische Eigenschaften für den sommerlichen Wärmeschutz“ aus, argumentiert der SBV. Vor dem Hintergrund steigender Temperaturen im Zuge des Klimawandels könnte dies zur Einsparung von Energie zur Kühlung beitragen. hs

  • Baukultur kann jetzt gemessen werden

    Baukultur kann jetzt gemessen werden

    Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat das Davos Qualitätssystem veröffentlicht. Es stellt erstmals Kriterien zur objektiven Beurteilung des baukulturellen Werts eines Gebäudes oder Ortes zur Verfügung. Gleichzeitig bietet es Hilfestellung bei der Erarbeitung baukulturell wertvoller Architektur. Auch für die Jurierung im Rahmen von Wettbewerben ist es als Leitfaden gedacht.

    Wie es in einer Medienmitteilung des BAK heisst, wurde das Davos Qualitätssystem auf der Grundlage der Erklärung von Davos und im Anschluss an die internationale Genfer Tagung Getting the measure of Baukultur von 2019 mit internationalen Partnern erarbeitet. Dabei gehen die Beteiligten davon aus, dass hohe Baukultur nicht rein subjektiv, sondern durchaus objektivierbar ist.

    So definiert das Kompendium acht Qualitätskriterien: Gouvernanz, Funktionalität, Umwelt, Wirtschaft, Vielfalt, Kontext, Genius Loci und Schönheit. Wie das BAK betont, würden dabei soziale, emotionale und kulturelle Kriterien gleichwertig zu technischen und funktionalen betrachtet.

    Der sogenannte Davos Prozess begann 2018 mit der Verabschiedung der Erklärung von Davos mit dem Titel „Eine hohe Baukultur für Europa“ durch die europäischen Kulturministerinnen und -minister. Diese Erklärung erinnert daran, dass Bauen Kultur ist und Raum für Kultur schafft. Das Davos Qualitätssystem versteht sich als Beitrag zum laufenden Davos Prozess. mm

  • Empa und Eawag erweitern Campus

    Empa und Eawag erweitern Campus

    Am Mittwoch haben symbolisch die Bauarbeiten für die Erweiterung des Forschungscampus‘ von Empa und Eawag in Dübendorf begonnen. Mit dem Spatenstich wurde der Startschuss für ein neues Laborgebäude gegeben. Zudem sind auf dem insgesamt 20’000 Quadratmeter grossen Grundstück ein Multifunktionsgebäude und ein Parkhaus vorgesehen. Laut Mitteilung der Empa ist die Fertigstellung für Mitte 2024 geplant.

    Das Laborgebäude wird Raum für rund 60 neue Labore und Büros bieten, das Multifunktionsgebäude 1000 Quadratmeter Bürofläche und im Erdgeschoss Platz für Gastronomie. Sämtliche Parkplätze werden ins Parkhaus verlegt. Insgesamt 260 Fahrzeuge sollen darin Platz finden. Dadurch würden die Aussenflächen für Fussgänger und Radfahrer einladender und sicherer. Zudem sei mehr Begrünung möglich.

    Künftig werde nicht nur in, sondern auch an und mit den neuen Gebäuden geforscht. Vor allem bei Energie und Gebäudetechnik sollen Innovationen aus den Empa-Laboren zum Einsatz kommen. So sei etwa ein Feld mit Erdsonden geplant, die die Abwärme der Gebäude speichern und sie im Winter wieder abgeben. Im Rahmen eines Forschungsprojekts werde dann untersucht, wie diese Innovation die Energieversorgung des Campus beeinflusst. 

  • Modernstes Schweizer Sägewerk ist im Bau

    Modernstes Schweizer Sägewerk ist im Bau

    Die Tschopp Holzindustrie AG in Buttisholz investiert 75 Millionen Franken, um ihr mittlerweile 21 Jahre altes und überlastetes Sägewerk zu ersetzen. Auf 20’000 Quadratmetern soll nach Unternehmensangaben das modernste Sägewerk der Schweiz entstehen. Der Betrieb wird in dritter Generation von den Brüdern Ronald und Daniel Tschopp geleitet.

    Mit dieser Investition setze die Tschopp Holzindustrie AG ein wichtiges Zeichen für die inländische Holzbranche, heisst es in einer Medienmitteilung. Damit könnten dem Markt langfristig mehr Holzwerkstoffe aus Schweizer Holz bereitgestellt werden.

    Das neue Werk ist auf 300’000 Kubikmeter Rundholz ausgelegt. Sie sollen vom Rundholzplatz im Einschichtbetrieb und von der Sägelinie samt Sortierwerk und Stapelanlagen in maximal zwei Schichten bewältigt werden. Auch künftig würde die Holzart Fichte/Tanne aus einheimischen Wäldern verarbeitet. Dabei setze Tschopp auch weiterhin auf die „langjährige und professionelle Partnerschaft mit den bewährten Rohholzlieferanten“.

    Die Tschopp Holzindustrie AG ist auf die Herstellung von Schalungsplatten für die Baubranche spezialisiert. Seit 2005 werden aus dem Restholz Pellets für die Energiebranche produziert. In beiden Bereichen sei Tschopp Marktführer in der Schweiz.

    Nach der Inbetriebnahme des neuen Sägewerks sollen Holzbaufirmen auch Produkte angeboten werden, die im Inland bisher gar nicht oder nicht industriell hergestellt werden und deshalb aus dem Ausland importiert werden müssen, etwa Dreischicht-Naturholzplatten.

  • Empa ersetzt Bitumen im Strassenbau durch Bindfäden

    Empa ersetzt Bitumen im Strassenbau durch Bindfäden

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) prüfen derzeit ein neues Verfahren zur Stabilisierung von Steinmengen im Strassenbau. Konkret geht es laut Medienmitteilung um das Ersetzen des Bindemittels Bitumen bei der Herstellung des Fahrbelags. Asphalt besteht aus Steinen unterschiedlicher Form und Grösse und wird erst durch die Stabilisierung mit Hilfe von Bitumen zum für Strassen verwendbaren Belag.

    Bitumen verursacht Umweltprobleme. Bei der Herstellung aus Erdöl wie auch später beim Gebrauch werden Luftschadstoffe freigesetzt. Asphalt ist ausserdem anfällig für Risse und Verformungen und undurchlässig für Regenwasser, was die Umwelt belastet.

    Die beiden Empa-Forscher Martin Arraigada und Saeed Abbasion aus der Abteilung Beton und Asphalt der Empa setzten derzeit in einer Versuchsanordnung ein aus der Kunst bekanntes Verfahren für die Fertigung von Strassenbelägen um. In solchen Kunstobjekten haben Stelen aus Stein Verwendung gefunden, die durch ein Gewebe aus Bindfäden stabilisiert wurden und bei 80 Zentimetern Höhe Belastungen bis zu 20 Tonnen ausgehalten haben.

    Im Versuch wird durch einen elektronisch gesteuerten Roboterarm ein Bindfaden auf eine Steinschicht in einem bestimmten Muster aufgetragen. Durch das „Verweben“ werden die Steine in fünf Schichten auf ihrer Position im „Strassenbett“ fixiert. In Versuchen waren diese schon bei Belastungen von einer halben Tonne so fest wie der herkömmliche Bitumen-Asphalt. Verwendet wurden kostengünstige Bindfäden, wie sie herkömmlich etwa für das Verschnüren von Paketen gebraucht werden.

    Noch haben die Versuche nicht zu einem anwendungsreifen Produkt geführt, das im Strassenbau eingesetzt werden könnte. Die Grundlagenarbeit liefere aber viel Innovationspotential, um mit einfachen Mitteln einem rezyklier- und vielleicht ausrollbaren Strassenbelag näher zu kommen, heisst es in der Empa-Mitteilung. Auf der Internetseite ist auch ein Video zum Verfahren anzusehen.

  • Andermatt Reuss wächst weiter

    Andermatt Reuss wächst weiter

    Die Andermatt Swiss Alps AG konstatiert eine anhaltend grosse Nachfrage nach Wohneigentum in den Bergen. Das Unternehmen plant, baut und entwickelt die Ganzjahresdestination Andermatt. Der neue Ortsteil Andermatt Reuss werde gemäss eines Masterplans von 30 internationalen Architekturbüros errichtet, heisst es auf ihrer Internetseite.

    Aktuell seien sechs Apartmenthäuser im Bau, so die Andermatt Swiss Alps AG in einer Medienmitteilung. 36 der 46 Wohnungen seien bereits reserviert. Nach der Schneeschmelze werde mit dem Bau zweier weiterer Häuser begonnen. In den vergangenen Monaten seien mehrere Häuser rund um die Piazza Gottardo in die Höhe gewachsen. Einige davon seien bereits in der Rohbauphase ausverkauft gewesen oder hätten nur noch wenige Wohnungen übrig.

    In den kommenden Monaten werde der Podium genannte Infrastruktursockel, auf dem sich die Neubauten befinden, weiter ausgebaut. Der nächste Ausbau umfasse rund 19’000 Quadratmeter und biete Platz für 16 Häuser. Zudem sei geplant, im Sommer mit den Vorbereitungsarbeiten für das dritte Hotel zu starten.

  • Kokosfasern werden zu Baumaterial

    Kokosfasern werden zu Baumaterial

    Bereits 2014 habe das Institut für Werkstoffe und Holztechnologie (IWH) an der Berner Fachhochschule (BFH) ein Forschungsprojekt begonnen, bei dem günstiges und nachhaltiges Baumaterial an Kokosfasern entwickelt werden sollte, informiert die BFH in einer Mitteilung.  Die dabei gewonnen Erfahrungen werden von Michail Kyriazopoulos in einer Ausgründung der BFH weiterentwickelt. Der ehemalige Student und wissenschaftliche Mitarbeiter am IWH hat zusammen  mit Daniel Dinizo das Jungunternehmen NaturLoop gegründet.

    Als erstes Produkt hat NaturLoop eine aus Kokosfasern hergestellte Bauplatte lanciert. Für ihre Herstellung werden Ernteabfälle philippinischer Kokosnussbauern verwertet. „Mit Cocoboard bieten wir eine nachhaltige, günstige und lokale Alternative zu den herkömmlichen Baumaterialien“, wird Kyriazopoulos in der Mitteilung zitiert. Als nächstes steht bei NaturLoop die Eröffnung einer Produktionsanlage auf den Philippinen auf dem Programm.

    Die Produkte des Berner Jungunternehmens sollen die Abhängigkeit der Philippinen von importierten Baumaterialien verringern. Der Verkauf der Kokosnussfasern bietet den einheimischen Kokosnussbauern zudem eine zusätzliche Einnahmequelle. „Als Technologie-Dienstleister wollen wir komplette Lösungen zur Entwicklung nachhaltiger, natürlicher Biokomposite, hergestellt aus landwirtschaftlichen Nebenprodukten, anbieten“, meint NaturLoop-CEO  Dinizio. Für ihn bedeute Nachhaltigkeit, „die gegenseitige Abhängigkeit von Natur und Mensch zu berücksichtigen.“

  • Siloxene bietet „Wundermaterial“ für chemische Industrie

    Siloxene bietet „Wundermaterial“ für chemische Industrie

    Matthias Koebel hat nach einer erfolgreichen Forscherkarriere an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) ein eigenes Start-up namens Siloxene gegründet. Mit diesem will er einen multifunktionalen Materialbaustein vermarkten, den er während seiner Zeit an der Empa entdeckt und erforscht hat.

    In einer Medienmitteilung bezeichnet die Empa die Entwicklung als ein „Wundermaterial“ für die chemische Industrie. Konkret handelt es sich um einen siliziumbasierten, molekularen Hybridbaustoff, der nur etwa ein Nanometer gross ist. Mit dem Material lassen sich die Eigenschaften von Klebstoffen, Beschichtungen oder Füllstoffen je nach Produkt und Kundenwunsch verbessern. So können Beschichtungen beispielsweise kratzresistenter gemacht werden oder Klebstoffe eine kürzere Aushärtungszeit bekommen. Die Empa vergleicht das Material auch mit der Genschere Crispr/Cas, welche mit dem Medizinnobelpreis ausgezeichnet wurde. Mit dieser lassen sich genetisch bedingte Krankheiten heilen.

    Mit seinem neuen Start-up, das seinen Sitz in Dübendorf hat, richtet sich Koebel in erster Linie an Unternehmen in der Kunststoffverarbeitung, der Klebstoff- oder Dichtstoffherstellung und der Baustoffindustrie. „Hier sind die regulatorischen Hürden nicht so hoch und wir können relativ einfach mit den Firmen ihre Produkte und Prozesse optimieren“, erklärt er in der Mitteilung.

    Derzeit konzentriert sich Koebel auf den Ausbau seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung und auf die Kundengewinnung. Sein Makromolekül will er zunächst von einem Lohnfertiger produzieren lassen. „Langfristig möchte ich aber eine eigene Produktion aufbauen“,  betont er.

  • Umstrittene Steinbrüche bremsen Zementproduktion

    Umstrittene Steinbrüche bremsen Zementproduktion

    Bei Bau- und Infrastrukturprojekten in der Schweiz werden jährlich rund 5 Millionen Tonnen Zement verbraucht. Im Jahr 2019 wurden 86 Prozent der Nachfrage von Schweizer Zementwerken gedeckt. Die Rohstoffe Kalk und Mergel, welche in der Zementindustrie verwendet werden, sind in der Schweiz vorhanden.

    Ein Bericht, den der Bundesrat zur Kenntnis genommen hat, geht allerdings davon aus, dass die Zementproduktion in der Schweiz in den kommenden Jahren zurückgehen dürfte. Grund dafür sei der Widerstand gegen die Erweiterung oder Neueröffnung von Steinbrüchen. Wenn die beantragten, in den kantonalen Richtplänen festgesetzten Abbauerweiterungsprojekte für die Rohstoffe Kalk und Mergel nicht bewilligt werden, werde die Versorgung der Schweiz mit inländischem Zement bis 2024 auf 64 Prozent sinken, so der Bericht.

    Im Bericht wird deswegen vorgeschlagen, dass Rohstoffvorkommen, die für die Herstellung von Zement bedeutsam sind, auch aus einer nationalen Versorgungssicht betrachtet werden. Derzeit liege die Kompetenz für die Bewilligung von Abbauvorhaben bei den Gemeinden und Kantonen. Das Ziel sei es, eine nationale Übersicht der Rohstoffvorkommen zu erstellen und diese aus „rohstoffgeologischer Sicht“ zu bewerten. Damit hätten Behörden und Rohstoffproduzenten bei der Planung von Abbauvorhaben eine Grundlage.

    Der Bundesrat hebt in seiner Mitteilung aber auch hervor, dass das Bundesamt für Umwelt (BAFU) derzeit zusammen mit Forschung und Wirtschaft nach neuen Lösungen suche, um die Primärrohstoffe Kalk und Mergel durch Sekundärrohstoffe zu ersetzen. Dies sei bisher jedoch nur zu einem sehr geringen Teil möglich. Allerdings befinden sich auch Technologien in der Entwicklungsphase, die Zement im Beton ersetzen oder sogar zu zementfreiem Beton führen sollen.

  • ETH-Studierende schaffen innovativen Bambus-Pavillon

    ETH-Studierende schaffen innovativen Bambus-Pavillon

    Studierende im Masterstudiengang Advanced Studies in Architecture and Digital Fabrication der ETH haben einen nur 200 Kilogramm schweren und 40 Quadratmeter grossen Bambus-Pavillon geschaffen, informiert die ETH in einer Mitteilung. Für den Entwurf des innovativen Pavillons hatten seine Schöpfer dabei eigene digitale Design-Werkzeuge entwickelt. Bei der Herstellung wurde neben dem nachwachsenden Rohstoff Bambus auch wiederverwertbarer Kunststoff verwendet. Sämtliche Verbindungsstücke und Verschattungselemente entstanden im 3D-Druck.

    „Das für dieses Projekt entwickelte Bausystem zielt darauf ab, den logistischen Aufwand des Bauens zu reduzieren und gleichzeitig die Vorteile der digitalen Fertigung für eine nachhaltigere Baukultur zu nutzen“, wird Marirena Kladeftira, Doktorandin an der Professur Digitale Bautechnologien der ETH, in der Mitteilung zitiert. Die massgeschneiderten Verbindungsstücke können trotz ihrer komplizierten Geometrie und ihrer hohen Anforderungen an Toleranz wegen ihrer geringen Grösse überall auf der Welt im 3D-Druck hergestellt werden, erläutert die ETH. Die aus wiederverwertbarem Kunststoff und Lycra-Textil bestehenden Verschattungselemente lassen sich ebenfalls im 3D-Druck produzieren.

    „Diese Bauweise könnte also überall eingesetzt werden, wo Bambus vorhanden ist und kostengünstig gebaut werden soll“, schreibt die ETH. Zudem erlaube die modulare Struktur einen raschen Auf- und Abbau des Bauwerks. Der Bambus-Pavillon der Studierenden war in Zürich innert 48 Stunden aufgebaut und in der gleichen Zeitspanne auch wieder abgebaut worden.

  • HSLU erklärt neues Modell für Wohneigentum

    HSLU erklärt neues Modell für Wohneigentum

    In der Schweiz lebt der Grossteil der Bevölkerung in Mietwohnungen. Nur 40 Prozent besitzen Immobilien. Laut einer Medienmitteilung der HSLU ist dieser Anteil niedriger als in jedem anderen Land in Westeuropa. Der Grund seien die fehlenden Eigenmittel und die hohen Baukosten.

    Die HSLU stellt nun ein neues Eigentumsmodell vor. Dabei wird eine Immobilie nur für eine festgelegte Zeit gekauft. Wenn von einer Lebensdauer der Immobilie von 100 Jahren ausgegangen wird und das Wohneigentum auf eine Zeit von 30 Jahren beschränkt ist, zahlt die Käuferin oder der Käufer nur 30 Prozent des totalen Wertes der Immobilie. Wegen der verkürzten Nutzungsdauer werden entsprechende Wohnobjekte auch mit einer tieferen Hypothek belegt. Laut der HSLU fallen die Kosten für Wohneigentum auf Zeit insgesamt um rund 15 Prozent tiefer aus als die Kosten der Miete über den selben Zeitraum. Nach Ansicht der Hochschule hat das Modell auch für Investoren Vorteile. Wenn das Wohnobjekt nach Ablauf der festgelegten Zeitdauer zurück zum Investor geht, kann er die Immobilie marktfähig sanieren.

    Insgesamt stösst das Modell laut HSLU sowohl bei Investoren als auch bei bei potenziellen Bewohnerinnen und Bewohnern auf hohe Akzeptanz. Dennoch gibt es bisher in Europa nur ein Objekt, bei dem Wohnungen mit dem Wohneigentum-auf-Zeit-Modell erworben werden können – dieses befindet sich in Bern. Die HSLU hat nun ein Handbuch erarbeitet, das aufzeigt, wie Investoren und Wohneigentümer von diesem Modell profitieren können.

  • 14Trees baut mit 3D-Druck Schulen in Afrika

    14Trees baut mit 3D-Druck Schulen in Afrika

    14Trees nutzt 3D-Druck in grossem Massstab zum Bau erschwinglicher Wohn- und Schulgebäude in Afrika. Beginnend in Malawi sollen solche Bauten auf diese Weise in Rekordzeit realisiert werden. So seien die Wände der ersten Schule in Salima in nur 18 Stunden gedruckt worden, heisst es in einer Medienmitteilung. Zudem werde der CO2-Fussabdruck dabei durch „optimierten Materialeinsatz“ um bis zu 70 Prozent reduziert.

    14Trees ist ein Gemeinschaftsunternehmen des Baustoffkonzerns LafargeHolcim und des Londoner Impact-Investors CDC Group. „Ich bin von der Arbeit unseres Joint Ventures 14 Trees begeistert“, wird Miljan Gutovic, Leiter der Region Naher Osten und Afrika sowie Mitglied der Konzernleitung von LafargeHolcim, in der Mitteilung zitiert. „Beginnend in Malawi werden wir die Technologie in der gesamten Region einsetzen und haben auch für Kenia und Simbabwe schon Projekte in der Pipeline.“

    Tenbite Ermias, Managing Director Africa von CDC, ist überzeugt, dass „die breite Anwendung der bahnbrechenden Spitzentechnologie“ von 14Trees „gewaltige Entwicklungseffekte“ ermögliche. „Dies ist ein wunderbares Beispiel für unsere Investitionen in Unternehmen, die zu den UN-Nachhaltigkeitszielen beitragen.“

    Wie es in der Mitteilung weiter heisst, schätze UNICEF, dass in Malawi 36’000 Klassenzimmer fehlen. Mit herkömmlicher Technik seien dafür 70 Jahre nötig. 14Trees zufolge könne diese Lücke mit 3D-Druck bereits in zehn Jahren geschlossen werden. Zudem würden die Projekte vor Ort qualifizierte Arbeitsplätze schaffen.

  • Auswirkungen der Pandemie auf Industrie und Bau werden schwächer

    Auswirkungen der Pandemie auf Industrie und Bau werden schwächer

    Einer Mitteilung des Bundesamts für Statistik (BFS) zufolge ist die Produktion des sekundären Sektors der Schweiz im dritten  Quartal 2020 im Jahresvergleich um 4,4 Prozent gesunken. Die Umsätze der Schweizer Unternehmen in Industrie und Baubranche gingen gleichzeitig um 6,3 Prozent zurück. Die Coronavirus-Pandemie hinterlasse somit „im sekundären Sektor weiterhin Spuren“, schreiben die Analysten des BFS. Im Vergleich zum Vorquartal seien die Rückgänge aber „nur etwa halb so gross“ ausgefallen.

    In der Industrie fiel die Produktion im Berichtsquartal im Jahresvergleich um 5,1 Prozent geringer aus. Dabei wurde über die drei Monate hinweg eine Abschwächung des Rückgang beobachtet. Er war im Juli mit 6,7 Prozent am stärksten ausgefallen. Im August lag die Produktion um 5,6 Prozent unter dem Vorjahreswert, im September schwächte sich das Minus auf 3,8 Prozent ab.

    Im Baugewerbe ging die Produktion im dritten Quartal 2020 gegenüber dem dritten Quartal 2019 um 0,4 Prozent zurück. Dabei wurde im Hochbau ein Rückgang um 7,2 Prozent verzeichnet. Die Produktion in Tiefbau und sonstigem Baugewerbe legte gleichzeitig hingegen um 4,6  beziehungsweise 2,9 Prozent zu.

    Die Umsätze in der Industrie fielen im Berichtsquartal um 7,9 Prozent geringer als im Vorjahresquartal aus. In den einzelnen drei Monaten wurden dabei schrittweise schwächere Rückgänge zwischen 9,7 Prozent im Juli und 5,6 Prozent im September beobachtet.

    Die Umsätze im Baugewerbe fielen im dritten Quartal 2020 um 0,6 Prozent hinter den Vorjahreswert zurück. Hier reichte die Spanne von einem Minus von 6,9 Prozent im Hochbau bis zu einem Plus von 5,1 Prozent im Tiefbau.

  • Matériaux Sabag druckt Betonelemente

    Matériaux Sabag druckt Betonelemente

    Matériaux Sabag erweitert sein Angebot um eine 3D-Drucklösung für Betonelemente. Das Unternehmen mit Sitz in Delémont setzt seit Ende September einen Roboter ein, der den 3D-Druck im Betonspritzverfahren ermöglicht. Die Betonelemente können damit in der Vorfertigung massgeschneidert werden. Die Lösung erlaube die Verwendung von Rohstoffen aus lokaler Produktion, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung. Zudem könne der CO2-Ausstoss um 30 Prozent gesenkt werden. „Auf diese Weise werden wir in der Lage sein, dringende Aufträge anzunehmen und flexibel auf Kundenwünsche zu reagieren, sodass wir den Anforderungen der Baustellen gerecht werden“, wird Cédric Theubet, Betriebsleiter von Matériaux Sabag, in der Mitteilung zitiert.

    Der jurassische Spezialist für Baumaterialien verwendet damit als erstes Unternehmen in der Schweiz diese Lösung von Mobbot. Das Start-up aus Freiburg i.Ue. entwickelt Roboterplattformen für den 3D-Betondruck. Sein 3D-Druck von Betonteilen erlaubt den Verzicht auf Verschalungen und verringert die nötige Handarbeit. Mobbot wurde 2018 on Agnès Petit gegründet und hat heute elf Mitarbeitende.

  • Algorithmus liefert Informationen zu Baugesuchen

    Algorithmus liefert Informationen zu Baugesuchen

    In der Schweiz ist die Veröffentlichung von Baugesuchen obligatorisch. Den Angaben von smartconext zufolge werden jährlich rund 50’000 Baugesuche veröffentlicht. Viele Bauunternehmen recherchieren diese selbständig, um neue Kunden zu gewinnen. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Quellen sei der Zeit- und Kostenaufwand dabei aber unverhältnismässig gross.

    Das Zuger Start-up macht Baugesuche mit seiner im Juni lancierten Plattform auch für kleine Bauunternehmen einfach zugänglich. Mit Technologien wie Robotic Process Automation können dabei vorhandene Informationen zu Baugesuchen aus allen möglichen Quellen automatisch erfasst werden. Dank dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen werden die Daten aufbereitet.

    Nun erweitert smartconext seine Plattform mit einer neuen Schnittstellenlösung. Dadurch wird einer Medienmitteilung zufolge ein plattformübergreifender Informationsaustausch ermöglicht. So werden etwa einem Wärmepumpenhersteller, der Interesse an Neu- und Umbauten hat, nur die Baugesuche angezeigt, die für ihn infrage kommen. Einmalig dabei sei, dass alle Informationen in Echtzeit vorliegen.

    „Unsere Mission ist es, die Digitalisierung der Baubranche voranzutreiben“, sagt Dominik Mahn, CEO und Gründer von smartconext. „Wir entwickeln Lösungen, die Prozesse vereinfachen, Kosten sparen und den Erfolg steigern“, fügt er hinzu. Den so resultierenden Kostenvorteil gibt das Unternehmen laut Mahn den Kunden weiter.

  • Pandemie verzögert Erholung im Schweizer Hochbau

    Pandemie verzögert Erholung im Schweizer Hochbau

    Die Bautätigkeit im Hochbau werde in diesem Jahr um 3,1 Prozent geringer als im Vorjahr ausfallen, prognostiziert BAK Economics in einer Mitteilung zur aktuellen Bauprognose des Wirtschaftsforschungsinstituts. Im kommenden Jahr wird ein weiterer Rückgang um 1,8 Prozent erwartet. Als Begründung weist BAK Economics auf im Jahresvergleich gesunkene Zahlen bei im Bau befindlichen Projekten, Baubewilligungen und Baugesuchen hin. „Diese Indikatoren sprechen dafür, dass sich die Hochbautätigkeit in einem zyklischen Abschwung befindet“, erläutern die Analysten.

    Sie gehen von einem Abschwung in allen Sparten des Hochbaus aus. Dem Wohnbau käme dabei allerdings aufgrund des besonders hohen Anteils eine besondere Rolle zu, heisst es weiter in der Mitteilung. Hier hätten steigende Leerstände zu einem Rückgang der Baubewilligungen seit 2018 geführt.

    Der Betriebsbau werde hingegen vor allem von den Auswirkungen der Pandemie gebremst, da in dieser Sparte Bauprojekte von besonders betroffenen Branchen wie dem Tourismus erfasst werden, erläutern die Analysten. Den Abwärtstrend beim Infrastrukturbau führen sie hingegen eher auf zyklische Effekte zurück.

    Mittelfristig gehen die Analysten von einer wieder steigenden Hochbautätigkeit in allen Sparten und Landesregionen aus. Dem Wohnbau werden dabei schwächere Wachstumsraten als in der Vergangenheit prognostiziert. Gute Perspektiven sehen die Analysten aufgrund gewachsener Bedeutung von Transport- und Logistik für den Lager- und Hallenbau. Regional weisen sie der Region Zürich/Aargau sowie dem Genferseeraum die höchsten Wachstumsperspektiven zu.

  • Schweizer Baubranche muss umdenken

    Schweizer Baubranche muss umdenken

    Die fast fertige Studie über Lage und Zukunft der Schweizer Bauindustrie von PwC Schweiz ist im März angesichts der Covid-19 Pandemie und deren wirtschaftlichen Auswirkungen überarbeitet und fortgeschrieben worden. Dabei zeigte sich ein deutlicher Wandel in den Zukunftserwartungen. Aus den zusätzlichen Rückmeldungen wurden die Einschätzungen „seit Covid-19“ abgeleitet und diese der ursprünglichen Einschätzung „vor Covid-19“ gegenübergestellt, heisst es in einer Medienmitteilung von PwC Schweiz zur Studie. Neu sind nur noch 58 Prozent der 130 an der Studie teilnehmenden Firmen positiv gestimmt (92 Prozent vor Covid).

    PwC Schweiz überschreibt seine Studie mit „Wandel vollziehen, Bewährtes mitnehmen“. Darin heisst es unter anderem: „Nur wer differenziert, gewinnt. Gefragt sind Kreativität und Pioniergeist. So steht der Bauindustrie ein Paradigmenwechsel hin zu mehr Differenzierung über vernetztes Zusammenarbeiten bevor. Dazu bietet gerade die Digitalisierung interessante Möglichkeiten. Sie reduziert Schnittstellen, erhöht die Qualität der Plan- und Führungsprozesse und begünstigt die Reduktion von Fehlerkosten und Leerläufen auf dem Bau.“ Covid-19 dürfte den „Abbruch von Silostrukturen in der Baubranche und den anstehenden Umbau rigider Denkmuster antreiben.“

    „Auch schon vor der Krise zeichnete sich ab, dass ein Paradigmenwechsel erforderlich ist, um im Bau Bestand zu haben – und dies obwohl die Schweizer Baubranche in zahlreichen Lebensbereichen auch in Zukunft eine tragende Rolle spielt», so Roland Schegg, Director und Leiter Consulting von Familienunternehmen & KMU bei PwC Schweiz.

    Zwar sähen 87 Prozent der Unternehmen in der Digitalisierung eine Chance, nur 62 Prozent aber gäben ihr einen hohen Stellenwert. Der Einsatz digitaler Technologien habe schon vor Jahren begonnen, heisst es bei PwC. Aber er beschränke sich meist auf Administration, Marketing, Kommunikation oder das Zeichnen der Pläne. Notwendig sei, Baudurchführung und Betrieb und ebenfalls zu digitalisieren. Insbesondere könnten die heute vielfach getrennten Plan- und Ausführungsprozesse intelligent verbunden werden.

    Die Baubranche der Schweiz trägt rund 15 Prozent zum Bruttoinlandprodukt bei. Etwa 330’000 Vollzeitstellen sind im Hoch- und Tiefbau angesiedelt. Das entspricht einem Drittel aller Beschäftigten im industriellen Sektor.