Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Akquisition erweitert Angebot in Bau und Recycling

    Akquisition erweitert Angebot in Bau und Recycling

    Holcim akquiriert die Westschweizer Cand-Landi Holding. Das Unternehmen, das seit 128 Jahren in Familienbesitz ist, ist mit seinem konsolidierten Nettoumsatz von 70 Millionen Franken in verschiedenen Bereichen tätig: vom Recycling und Abfallmanagement bis hin zu Zuschlagstoffen und Transportbeton.

    Wie es in einer Medienmitteilung von Holcim heisst, wird die Akquisition für Holcim neue Quellen für alternative Roh- und Brennstoffe erschliessen und auf diese Weise die Dekarbonisierung im Holcim-Werk Eclépens VD beschleunigen. Darüber hinaus werde Holcim durch die Übernahme die Transformation von Bauschutt zu neuen Baulösungen um 100’000 Tonnen pro Jahr steigern.

    Nach einer langjährigen Partnerschaft der beiden Unternehmen will Holcim durch diese Akquisition seiner Kundschaft noch umfassendere Angebote bei Bau, Logistik und Kreislaufwirtschaft machen. Zur Diversifizierung des Holcim-Geschäfts sollen die «wertschöpfungsstarken» Dienstleistungen in der Bahnlogistik und das Netzwerk der Cand-Landi Gruppe beitragen.

    «Die Übernahme der Cand-Landi Gruppe wird die Dekarbonisierung und Kreislaufwirtschaft in der Schweiz vorantreiben, einem Leuchtturm-Markt für Innovationen bei Holcim», fasst Holcim-CEO Miljan Gutovic zusammen. «Ich freue mich darauf, alle 250 Mitarbeitenden der Cand-Landi Gruppe willkommen zu heissen und gemeinsam in unser nächstes Wachstumskapitel zu investieren.»

  • Neuer Master-Studiengang für urbanen Wandel

    Neuer Master-Studiengang für urbanen Wandel

    Mit Beginn des Herbstsemesters 2025 bietet die Fakultät für Architektur, Bau- und Umweltingenieurwissenschaften (ENAC) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) einen Master-Studiengang für die Herausforderungen des städtischen Wandels an. Ein Master-Abschluss in Urbanen Systemen soll die ENAC-Studierenden in die Lage versetzen, Spezialisten für die Anpassung von Städten und umliegenden Gebieten an den Klimawandel zu werden, heisst es in einer Medienmitteilung der EPFL.

    Angesichts des Klimawandels muss sich die Schweiz mit Experten für Stadtmanagement im weitesten Sinne ausstatten, heisst es von der EPFL. Der neue Masterstudiengang ist in Zusammenarbeit mit der Praxis entwickelt worden. Er bietet den Absolventen der ENAC-Bachelorstudiengänge Bauingenieurwesen und Umwelttechnik die Möglichkeit, sich auf den nachhaltigen Wandel von Städten und umliegenden Gebieten zu spezialisieren, heisst es weiter. Der Masterstudiengang stehe auch anderen verwandten Disziplinen, einschliesslich der Architektur, offen, sofern sie einen Antrag stellen.

    Der Studiengang hat drei Spezialisierungen: Mobilität und Transport in einem sich verändernden Klima, nachhaltige Übergänge in städtischen Systemen und Gesundheit und Wohlbefinden in der städtischen Umwelt.

    Am Ende des Programms erhalten die Studierenden einen EPFL Master of Science MSc in Urban Systems. Dieses Diplom berechtigt sie zum Führen des Titels EPF qualified engineer.

  • Die Schweiz als Pionier der Kreislaufwirtschaft im Bausektor

    Die Schweiz als Pionier der Kreislaufwirtschaft im Bausektor

    Der Schweizer Bausektor durchläuft einen Wandel hin zu einer Kreislaufwirtschaft. Gegenwärtig haben etwa 21% der Unternehmen
    zirkuläre Geschäftsaktivitäten in ihr Modell integriert. Diese Maßnahmen zielen hauptsächlich darauf ab, den Materialverbrauch und die Umweltauswirkungen des Produktionsprozesses zu
    reduzieren. Eine umfassende Studie zeigt, dass die Schweiz aufgrund ihrer Innovationsfähigkeit besonders gut in der Lage ist, zirkuläre Maßnahmen erfolgreich umzusetzen und sich dadurch klare Wettbewerbsvorteile zu sichern.

    Obwohl die Fortschritte in der Kreislaufwirtschaft von Sektor zu Sektor unterschiedlich sind, sind es vor allem die Elektronik-, Pharma- und Automobilindustrie, die in der Schweiz eine Vorreiterrolle spielen. Der Bausektor steht jedoch vor besonderen Herausforderungen: Die Umsetzung ist organisatorisch komplex und sehr
    regional unterschiedlich in Bezug auf die Verfügbarkeit von finanziellen Ressourcen und die Nachfrage. Ein weiteres Hindernis ist der oftmals geringe Grad an Bewusstsein und die Sorge um
    Rentabilität solcher Maßnahmen.

    Die ökologischen Vorteile der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen sind jedoch offensichtlich. In der Schweiz erzeugt dieser Sektor mehr als 80% aller
    Abfälle und ist für etwa die Hälfte der CO²-Emissionen eines durchschnittlichen Gebäudes verantwortlich. Durch frühzeitige Planungsmaßnahmen können diese negativen Auswirkungen erheblich minimiert werden. Dazu gehört auch die Berücksichtigung des Lebenszyklus von Materialien und deren Rückbau durch die Verwendung von recycelbaren und modularen Materialien.

    Auch die wirtschaftlichen Vorteile beginnen sich bemerkbar zu machen. Trotz
    anfänglich höherer Kosten übersteigt der Marktwert dieser Gebäude den von vergleichbaren Objekten. Politische Initiativen wie parlamentarische Initiativen unterstützen die Kreislaufwirtschaft bei der Planung und dem Rückbau von Gebäuden. Strategische Planung durch die Bauherren, die Verwendung von recycelbaren Produkten und technologische Innovationen wie CO2-absorbierender Beton sind für die Förderung dieser nachhaltigen Praxis von entscheidender Bedeutung. Die Circular Building Initiative (CBI) Booster von Innosuisse spielt eine Schlüsselrolle bei der Zusammenführung verschiedener Akteure und der Förderung von zirkulären Projekten.

    Dieser umfassende Ansatz wird entscheidend sein, um den Bausektor nachhaltig umzugestalten und die Schweiz als Modellregion für die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen weiter zu stärken.

  • Ressourceneffizienz durch Mittelspannung in der Photovoltaik

    Ressourceneffizienz durch Mittelspannung in der Photovoltaik

    Der Umbau des Energiesystems erfordert erhebliche Mengen an Rohstoffen wie Kupfer und Aluminium. Ein vielversprechender Ansatz zur Einsparung dieser Ressourcen ist der Übergang von Niederspannung zu Mittelspannung bei der erneuerbaren Energieproduktion. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE identifiziert besonders bei Photovoltaik-Grosskraftwerken ein enormes Einsparpotenzial durch höhere Systemspannungen und plant erste Pilotprojekte sowie eine breite Markteinführung.

    Vorteile höherer Systemspannungen
    Eine Erhöhung der Systemspannung von 800 VAC auf 1.500 VAC führt zu einer Reduktion des Kabelquerschnitts um etwa 75 Prozent. Dies erleichtert die Verlegung und den Anschluss, wodurch die Installationskosten gesenkt werden. Andreas Hensel, Gruppenleiter »Hochleistungselektronik und Systemtechnik« am Fraunhofer ISE, betont die Einsparungsmöglichkeiten: «Nachdem die PV-Modulkosten seit 2010 um 90 Prozent gesunken sind, bieten Installation und Balance-of-System Komponenten nun die grössten Einsparungshebel.»

    Zusätzlich kann die Leistung der Subsysteme durch den Schritt in die Mittelspannung erhöht werden. Bei einer Spannung von 1.500 V sind bereits 10 bis 12 MVA statt der heute üblichen 3 bis 5 MVA in einem Transformator möglich. Dies reduziert die Anzahl der benötigten Transformatoren und Schaltanlagen, was die Bau- und Installationskosten weiter verringert.

    Technologische Fortschritte und erste Erfolge
    Der Fortschritt in der Mittelspannungstechnik wurde durch die Entwicklung hochsperrender Siliziumkarbid-Bauelemente mit hohen Schaltgeschwindigkeiten ermöglicht. SiC-Bauteile bis zu 3,3 kV sind inzwischen marktreif. Im Projekt »MS-LeiKra« hat das Fraunhofer ISE 2023 den weltweit ersten MS-PV-Stringwechselrichter entwickelt und erfolgreich in Betrieb genommen. Der Wechselrichter erreicht eine Ausgangsspannung von 1.500 VAC bei einer Leistung von 250 kVA. «Technologisch sind die Weichen gestellt, und es geht nun darum, wer die ersten Akteure an diesem aussichtsreichen Markt sind», so Christian Schöner, Projektleiter »Mittelspannung« am Fraunhofer ISE. Eine erste Photovoltaik-Pilotanlage auf Basis dieses Wechselrichters ist bereits in Planung.

    Zusammenarbeit für den Durchbruch
    Im April wurde ein europäisches Konsortium gebildet, das Vertreter aller an einem PV-Grosskraftwerk beteiligten Gewerke vereint. Ziel ist es, die technologischen und normativen Voraussetzungen für den Sprung in die Mittelspannung gemeinsam zu untersuchen und zu überwinden. «Als schlagkräftiges Konsortium können wir die bestehenden Hürden gemeinsam angehen und eine Optimierung für das komplette Kraftwerk erzielen», erklärt Christian Schöner.

    Zukunftsperspektiven und Anwendungsbereiche
    PV-Grosskraftwerke sind erst der Anfang. Die Mittelspannungstechnologie bietet auch Potenzial für Ladeinfrastrukturen, Industrienetze, Grosswärmepumpen, Batteriespeicher, Elektrolyseure und Windkraftanlagen. Höhere Systemspannungen ermöglichen neben erheblichen Material-, Kosten- und Flächeneinsparungen auch neue Systemarchitekturen regenerativer Hybridkraftwerke. Diese können über die Mittelspannung miteinander verknüpft werden und somit eine effiziente und nachhaltige Energieversorgung sicherstellen.

  • Erleichterungen beim Bauen in lärmbelasteten Gebieten

    Erleichterungen beim Bauen in lärmbelasteten Gebieten

    Im Zuge der Revision des Umweltschutzgesetzes möchte die UREK-N das Bauen in lärmbelasteten Gebieten vereinfachen. Grundsätzlich soll in neuen Wohnungen mindestens die Hälfte der lärmempfindlichen Räume über ein Fenster verfügen, das die Lärmgrenzwerte einhält. Erleichterungen sind möglich, wenn kontrollierte Lüftungen installiert werden oder ein ruhiger, privat nutzbarer Aussenraum zur Verfügung steht. Diese Regelungen sollen eine Balance zwischen Verdichtung und Lärmschutz schaffen.

    Positionen des Nationalrates und des Ständerates
    Der Ständerat schlägt vor, dass bei Wohnungen mit kontrollierter Lüftung die Grenzwerte an keinem offenen Fenster mehr eingehalten werden müssen. Die UREK-N hält jedoch die nationalrätliche Version für ausgewogener, da sie eine pragmatische Lösung zur Bewältigung der Wohnungsknappheit bietet. Die Kommission betont, dass Baubewilligungen nur erteilt werden, wenn die Gebäude verschärften Schallschutzanforderungen entsprechen und Massnahmen zur Begrenzung von Lärmemissionen weiterhin vorgeschrieben sind.

    Kein Abbau der Lärmschutzvorschriften in Fluglärm-Gebieten
    Die UREK-N verzichtet auf spezifische Fluglärm-Grenzwerte und schliesst sich dem Ständerat an. Damit sollen keine weiteren gesetzlichen Anpassungen notwendig sein, um Bauten in Flughafennähe zu ermöglichen. Die Kommission sieht keine zusätzlichen Einschränkungen für Gemeinden bezüglich der Senkung des Tempolimits vor.

    Altlastensanierung und VOC-Lenkungsabgabe
    Im Bereich Altlastensanierung hält die UREK-N daran fest, dass Eigentümer für die Kosten der Untersuchung und Sanierung privater Spielplätze und Hausgärten aufkommen müssen. Zudem beantragt die Kommission, Alternativen zur VOC-Lenkungsabgabe zu prüfen und fordert eine vertiefte Analyse des Bundesrates.

    Geoinformationsgesetz und Energieforschung
    Die UREK-N hat beschlossen, den Entwurf zur Änderung des Geoinformationsgesetzes zur gründlichen Überprüfung an den Bundesrat zurückzuweisen. Im Bereich Energieforschung wird eine Harmonisierung der Kreditperiode des SWEETER-Programms mit dem vierjährigen Geltungszeitraum der BFI-Botschaft angestrebt.

    Zustimmung zur Stromreserve
    Die Kommission tritt ohne Gegenstimme auf die Änderung des Stromversorgungsgesetzes ein und betont die Bedeutung einer sicheren Stromversorgung auch in extremen Lagen. Sie wird das Konzept der Stromreserve vertieft prüfen und verschiedene Varianten analysieren, um die Versorgungssicherheit zu garantieren und dabei die Umweltauswirkungen und Kosten zu minimieren.

    Zudem empfiehlt die UREK-N dem Bundesrat, stärkere Anreize für die Bildung lokaler Elektrizitätsgemeinschaften zu setzen und diese von Netznutzungsentgelten zu entlasten. Die Sitzung fand unter dem Vorsitz von Nationalrat Christian Imark und teilweise in Anwesenheit von Bundesrat Albert Rösti statt.

  • Ein Modellprojekt für die Schweiz Ökologische Aufwertung der Sihl

    Ein Modellprojekt für die Schweiz Ökologische Aufwertung der Sihl

    Vor über einem Jahrhundert wurden vielerorts in der Schweiz Flüsse und Bäche begradigt und verbaut, um Hochwasserschutz zu gewährleisten und zusätzliches Land zu gewinnen. Nach heutigem Wissensstand erkennt man, dass dies für die Natur nachteilige Folgen hatte. Diese früher dynamischen und vielfältigen Gewässer sind zu ökologisch verarmten und monotonen Wasserbändern geworden. Ähnlich verhält es sich im Sihlwald, deren naturnahe Lebensräume für Tiere und Pflanzen weitgehend verschwunden sind. Auch die Fischwanderung wird durch diese baulichen Massnahmen erheblich beeinträchtigt. Das aktuelle Revitalisierungsprojekt setzt hier an, um dem Flussraum wieder Dynamik und Vielfalt zu verleihen.

    Fokussierung auf den Projektabschnitt im Sihlwald
    Das Kernstück der Revitalisierung bildet der Flussraum bei der Endhaltestelle Sihlwald der Sihltal-Zürich-Uetlibergbahn und dem Wildnispark Zürich Besucherzentrum. Mit einer Länge von etwa 1,8 Kilometern nimmt dieser Abschnitt eine Schlüsselrolle in der Revitalisierungsplanung des Kantons Zürich ein und geniesst höchste Priorität. Ziel ist es, diesen Flussbereich ökologisch aufzuwerten und so neue, hochwertige Lebensräume zu schaffen, die insbesondere für Tiere und Pflanzen von grosser Bedeutung sind.

    Durch die geplante Revitalisierung erhoffen sich die Verantwortlichen, eine Vorreiterrolle in der naturnahen Gewässerentwicklung zu übernehmen und gleichzeitig den Naherholungswert für die Bevölkerung zu steigern. Dieser integrative Ansatz soll als Modell für ähnliche Projekte in anderen Regionen der Schweiz dienen.

    Mehr Dynamik, mehr Struktur, mehr Lebensräume
    Die heutigen Uferverbauungen der Sihl werden grösstenteils entfernt. Neue Strukturelemente wie Inseln, grosse Steine sowie mehr Äste und Wurzelstöcke machen den Fluss vielfältiger und dynamischer als heute. Dank einer neuen Fischrampe wird die Sihl durchgängiger für Fische und andere Wasserlebewesen. Zudem sind neue Weiher sowie Feucht- und Magerwiesen geplant. Alle diese Massnahmen schaffen vielfältige neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen und erhöhen dadurch die Biodiversität.

    Auf der rechten Flussseite wird eine Zone geschaffen, die neu der Natur vorbehalten sein wird. Diese Ruhezone im beliebten Naherholungsgebiet ermöglicht den Tieren geschützte Rückzugsorte. Davon profitiert beispielsweise der Eisvogel, der während der Brutzeit sehr störungsempfindlich ist.

    Stärkung der Aufenthaltsqualität
    Die Revitalisierung macht den Flussraum auch für die Menschen attraktiver. Aufenthaltsmöglichkeiten am Fluss und zugängliche Weiher bieten den Besucherinnen und Besuchern Einblicke in die Natur.

    Damit auf der rechten Uferseite die Ruhezone für die Natur entstehen kann, wird der heutige Weg unterhalb des Besucherzentrums auf die linke Flussseite verlegt. Dort werden Fuss- und Radweg neu getrennt geführt. So erhalten beide Verkehrsteilnehmenden mehr Platz. Entlang des neuen, abwechslungsreichen Fussweges auf der linken Flussseite wird die Vegetation immer wieder gelichtet. Das ermöglicht interessante Einblicke ins gegenüberliegende wilde Ufer. Kleine Trampelpfade führen zum Fluss und zu natürlichen Sitzgelegenheiten am Wasser. Die Brücke beim Besucherzentrum wird zurückgebaut.

    Gemeinsames Projekt des Kantons und der SBB
    Die Revitalisierung der Sihl ist ein gemeinsames Projekt des Kantons Zürich und der SBB. Sie ist Teil der Umweltmassnahmen im Rahmen der neuen Konzession für das Wasserkraftwerk Etzelwerk der SBB. Zudem leisten der naturemade star-Fonds von ewz sowie der Bund finanzielle Beiträge.

  • Davos Baukultur diskutiert nachhaltige Transformation der gebauten Umwelt

    Davos Baukultur diskutiert nachhaltige Transformation der gebauten Umwelt

    Die Davos Baukultur Allianz hat an ihrer Jahresversammlung am 18. Juni in Genf die Weichen für eine nachhaltige Transformation der gebauten Umwelt gestellt. An der von Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider eröffneten Konferenz wurden entsprechende Vorgehensweisen und erfolgreiche Modelle aus der Praxis diskutiert, informiert das Bundesamt für Kultur in einer Mitteilung. Die 2023 in Partnerschaft mit dem Weltwirtschaftsforum (WEF) gegründete Allianz ist davon überzeugt, dass sich nachhaltiges, kreislauffähiges und gleichzeitig erschwingliches Bauen sowohl aus sozialer und ökologischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht lohnt.

    Der Davos Baukultur Allianz gehören aktuell 27 Staaten, 21 internationale Unternehmen der Bau- und Immobiliengesellschaft sowie eine Reihe zivilgesellschaftlicher und internationaler Organisationen an. «Die Davos Baukultur Allianz steht für die Notwendigkeit, die vielfältigen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft gemeinsam anzugehen», wird Alois Zwinggi, Managing Director des WEF, in der Mitteilung aus seiner Ansprache an der Konferenz zitiert. «Mit ihrer sektorenübergreifenden Aufstellung ist die Allianz ein Vorbild für ein effektives, wirkungsvolles Schaffen besserer Lebensräume für alle.»

    Zu den Schweizer Gründungspartnern gehört der weltweit aktive Baustoffkonzern Holcim. «Unsere gebaute Umwelt muss mit dem Menschen im Mittelpunkt und in erfolgreicher Zusammenarbeit zwischen dem privaten und dem öffentlichen Sektor sowie der Zivilgesellschaft gestaltet werden», so Cédric De Meeûs, Head Public Affairs & Government Relations bei Holcim, an der Konferenz.

  • Forscher plädieren für Paradigmenwechsel bei Gebäude- und Energieplanung

    Forscher plädieren für Paradigmenwechsel bei Gebäude- und Energieplanung

    Matthias Sulzer von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und sein Kollege Michael Wetter vom Lawrence Berkeley National Laboratory in Kalifornien setzen sich für einen Paradigmenwechsel in der Planung von Gebäude- und Energiesystemen ein. «Aufgrund der Komplexität und der geforderten Flexibilität künftiger Energiesysteme sowie der Dringlichkeit eines Wandels sind heutige Planungsprozesse nicht geeignet», erklärt der die Empa-Abteilung Urban Energy Systems leitende und parallel am Lawrence Berkeley National Laboratory forschende Sulzer in einer Mitteilung der Empa. «Es gibt wenig bis keine Interaktion zwischen den Disziplinen, um Gebäude oder Energieinfrastrukturen als ganzheitliches System zu entwerfen.»

    Sulzer und Wetter plädieren dafür, das für die Automatisierung der Chip-Produktion entwickelte sogenannte platform-based Design auf die Planung von Gebäude- und Energiesystemen zu übertragen. Die Methodik basiert auf verschiedenen Abstraktionsebenen, auf denen sich gegenseitig beeinflussende Systeme ganzheitlich analysiert und optimiert werden. Auf jeder Ebene werden dabei allgemeingültige Modelle geschaffen, die vorgeben, wie ein System definiert und zu bauen ist. Die einzelnen Modelle lassen sich in der Praxis dann individuell kombinieren. Ein derartiger Paradigmenwechsel könne «unsere Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse revolutionieren und die Digitalisierung und Automatisierung fördern, die für das Erreichen unserer ehrgeizigen Dekarbonisierungsziele unerlässlich sind», meint Sulzer.

  • SAK und Tisca nehmen Photovoltaikanlage in Betrieb

    SAK und Tisca nehmen Photovoltaikanlage in Betrieb

    Die St.Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG (SAK) aus St.Gallen und der Textilhersteller Tisca aus Bühler AR haben eine grosse Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Wie es in einer Mitteilung heisst, haben die SAK Solarpaneele in einer Fläche von 4250 Quadratmetern auf den rekonstruierten Dächern der Tisca-Produktionshallen am Standort Urnäsch verbaut. Für Tisca war der Bau sowie der Unterhalt der Solaranlage ohne Kostenbeteiligung, das Unternehmen ist jedoch mit einem Photovoltaik-Contracting an die Refinanzierung gebunden. Tisca erhält zu einem Fixpreis Solarstrom aus der auf der eigenen Immobilie produzierten Elektroenergie. Beide Unternehmen tragen dabei zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 bei.

    „Beim Photovoltaik-Contracting stellt ein Gewerbe- oder Industriegebäudebesitzer sein Dach für einen Photovoltaikausbau zur Verfügung. Planung, Bau und Unterhalt finanziert und verantwortet die SAK“, wird Ralph Egeter, Leiter der Projektentwicklung bei SAK, in der Mitteilung zitiert. „Die Unternehmen können nach Abschluss des Projekts den von der Anlage zeitgleich produzierten Solarstrom im Eigenverbrauch zu einem Fixpreis im eigenen Unternehmen nutzen. Als Entschädigung für die Dachnutzung erhalten die Unternehmen je nach Anlagengrösse eine definierte Menge an Solarenergie zum Nulltarif. Mit diesem Engagement geben wir dem Gewerbe und der Industrie eine einfache und kostengünstige Gelegenheit in die Energiezukunft Ostschweiz zu investieren.“

    SAK hat insgesamt drei Photovoltaikanlagen bei Tisca installiert. Die jetzt in Betrieb genommene ist die gegenwärtig grösste im Kanton Appenzell Ausserrhoden.

  • KVA Linth erhält Spezialpreis für CO2-Abscheidungsprojekt

    KVA Linth erhält Spezialpreis für CO2-Abscheidungsprojekt

    Die Kehrichtverbrennungsanlage Linth (KVA Linth) ist von InfraWatt mit einem Spezialpreis ausgezeichnet worden. Der im Kanton Waadt ansässige Verein für die Energienutzung aus Abwasser, Abfall, Abwärme und Trinkwasser würdigte damit das Projekt der KVA Linth, bis 2029 eine Grossanlage für die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid zu errichten, heisst es in einer Mitteilung.

    Derartige CCS-Anlagen (Carbon Capture and Storage) sind geeignet, Kohlendioxid aus der Verbrennungsluft zu filtern und in eigens konstruierte Speicher zu leiten. Dabei wird in der Anlage der KVA Linth abgeschiedenes CO2 komprimiert und mit tiefen Temperaturen verflüssigt und in Kesselwagen abtransportiert. Für die Abscheidungsanlage in der KVA Linth ist eine Leistung von 90 Prozent prognostiziert, dies entspräche etwa 15,5 Tonnen abgeschiedenes CO2 je Stunde. Bei der Fertigstellung der Anlage 2029 können somit bei 8000 Betriebsstunden jährlich 120‘000 Tonnen Kohlendioxid abgeschieden und gespeichert werden.

    Das Projekt wird gemeinsam mit der KVA Linth und dem Zentrum für nachhaltige Abfall- und Ressourcennutzung erarbeitet. Sämtliche Entwicklungsschritte werden transparent allen KVA in der Schweiz zugänglich gemacht, die dann entsprechende Technologien umsetzen können.

  • Nachhaltige CO2-Speicherung im Betonwerk

    Nachhaltige CO2-Speicherung im Betonwerk

    Das Kies- und Betonwerk der Ch. Gerster AG ist das erste Unternehmen in Liechtenstein, das das Verfahren von Neustark zur Speicherung von CO2 anbietet. Das CO2 wird vor Ort in Gersters Betongranulat namens Granulit mineralisiert, das wiederum aus Abbruchbeton gewonnen wird. Dieses Granulat ist auch Bestandteil des Recyclingbetons Rainulit von Gerster. „Wir präsentieren damit eine Lösung zur Reduzierung von CO2-Emissionen im Baugewerbe“, heisst es in einer Mitteilung von Gerster.

    In der vom Berner ClimateTech-Unternehmen Neustark entwickelten Anlage reagiert gasförmiges CO2 aus biologischer Herkunft mit Kalk, der bei der Zementproduktion entstanden ist. Bei diesem Mineralisierungsprozess entsteht erneut Kalkstein. Weil das CO2 erst bei einer Temperatur von über 700 Grad wieder freigesetzt würde, bleibt es im Kalkstein dauerhaft gebunden und ist damit dauerhaft aus der Luft entfernt. Laut einer eigenen Mitteilung von Neustark kann die Anlage der Ch. Gerster AG pro Jahr 100 Tonnen CO2 dauerhaft speichern.

    Mit mittlerweile 19 Abscheidungs- und Speicheranlagen verwandelt Neustark den weltweit grössten Abfallstrom – Abbruchbeton – und andere mineralische Abfallstoffe in Kohlenstoffsenken. Eigenen Angaben zufolge hat die Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) bisher 1719 Tonnen CO2 dauerhaft aus der Luft entfernt. Ihr Ziel ist es, im Jahr 2030 auf 1 Million Tonnen zu kommen.

  • Zementrevolution dank Perlmutt-Struktur

    Zementrevolution dank Perlmutt-Struktur

    Im Gegensatz zu Glas, Holz und Stahl ist Zement von Natur aus spröde und ohne Verstärkungen wenig flexibel. Dies schränkt seine Einsatzmöglichkeiten in tragenden Strukturen erheblich ein. Zwar gibt es bereits Methoden zur Verbesserung der Bruchzähigkeit und Duktilität von Zement, etwa durch Polymer-, Glas- oder Metallverstärkungen, doch diese erhöhen die Energieabsorption und Bruchfestigkeit nur geringfügig.

    Ein Verbundwerkstoff nach Vorbild von Perlmutt
    Das Team der Princeton University fand heraus, dass abwechselnde Schichten von dünnem Polymer und gemustertem Zementstein die Duktilität erhöhen. Der entwickelte Verbundstoff imitiert die Struktur von Perlmutt, einer Substanz, die in bestimmten Muscheln vorkommt und für ihre Stärke und Flexibilität bekannt ist. Perlmutt besteht zu über 95 % aus Calciumcarbonat und zu bis zu 5 % aus organischem Material. Diese einzigartige Kombination verleiht Perlmutt seine bemerkenswerte mechanische Widerstandsfähigkeit.

    Mechanismen der Perlmutt-Struktur
    Perlmutt ist ein Biomineral aus Aragonit-Plättchen, die durch ein weiches Biopolymer verbunden sind. Diese 3D-Ziegelmörtelstruktur ermöglicht es den Plättchen, zu gleiten und sich zu verformen, wodurch Energie absorbiert und die Zähigkeit erhöht wird. Diese Synergie zwischen den harten und weichen Komponenten ist entscheidend für die bemerkenswerten mechanischen Eigenschaften von Perlmutt.

    Anwendung der Prinzipien auf Zementverbundstoffe
    Die Forschenden der Princeton University nutzten herkömmliche Baumaterialien wie Portlandzement und Polymere, um einen ähnlichen Verbundstoff zu entwickeln. Sie schichteten Zementleimplatten mit Polyvinylsiloxan, einem flexiblen Polymer, um mehrschichtige Balken herzustellen. Diese wurden in einem gekerbten Dreipunkt-Biegetest auf ihre Rissfestigkeit getestet. Die Ergebnisse zeigten, dass diese Verbundwerkstoffe eine 17-mal höhere Bruchzähigkeit und eine um 1791 Prozent höhere Duktilität im Vergleich zu festem Zement erreichten.

    Zukunftsperspektiven und Optimierung
    Die Forschenden planen, verschiedene weiche Materialien für widerstandsfähigere Infrastrukturen zu erkunden und die Rillenformen für eine bessere Defektintegration zu optimieren. Zudem sollen Produktionsmethoden durch integrierte Laminierungs-Laser-Verfahren oder additive Fertigung weiterentwickelt werden. Diese Fortschritte könnten die Bauindustrie revolutionieren und den Einsatz von Zement in tragenden Strukturen erheblich erweitern.

    Der neu entwickelte Zementverbundstoff, inspiriert von der Struktur des Perlmutts, bietet eine vielversprechende Lösung zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften von Zement. Mit seiner aussergewöhnlichen Rissfestigkeit und Dehnbarkeit stellt dieser Verbundstoff eine bedeutende Innovation dar, die das Potenzial hat, die Bauindustrie nachhaltig zu verändern.

  • Paradigmenwechsel in der Energieplanung

    Paradigmenwechsel in der Energieplanung

    Zahlreiche Länder haben sich verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu sein. Dies erfordert für Gebäude- und Energiesysteme einen raschen Übergang von fossilen zu erneuerbaren Energien und eine stärkere Vernetzung verschiedener Sektoren. Gebäude, Mobilität, Industrie sowie Strom, Wärme und synthetische Brennstoffe müssen interagieren und integriert geplant werden. Matthias Sulzer von der Empa und Michael Wetter vom Lawrence Berkeley National Laboratory argumentieren, dass die aktuellen Planungsprozesse dieser Komplexität nicht gerecht werden und daher ein Paradigmenwechsel notwendig ist.

    Aktuelle Planungsprozess – ein Silo-Denken
    Heutige Planungsprozesse sind nach Disziplinen organisiert, was zu ineffizienten und suboptimalen Ergebnissen führt. Ingenieure und Architekten arbeiten nacheinander, anstatt interdisziplinär zusammen. Diese lineare, «Wasserfall»-artige Vorgehensweise lässt wenig Raum für Iterationen und Optimierungen im Gesamtsystem. Sulzer betont, dass dieser Ansatz nicht mehr ausreicht, um den Anforderungen zukünftiger, flexibler Energiesysteme gerecht zu werden.

    Inspiration aus der Chip-Industrie
    Sulzer und Wetter schlagen einen Planungsansatz vor, der von der Chip-Industrie inspiriert ist. Der Elektronik- und Computer-Wissenschaftler Alberto Sangiovanni-Vincentelli hat mit seinem «Platform-based Design» die Chip-Herstellung revolutioniert. Dieses Konzept nutzt verschiedene Abstraktionsebenen zur ganzheitlichen Analyse und Optimierung von Systemen und schafft allgemeingültige, modular kombinierbare Modelle. Dieses Modell könnte auch auf Gebäude- und Energiesysteme angewendet werden, um die Planung zu automatisieren und zu modularisieren.

    Vorteile eines modellbasierten Planungsprozesses
    Ein modellbasierter Planungsprozess würde bedeuten, dass Modelle nicht nur zur Analyse, sondern auch zur Spezifikation und zum Bau von Systemen genutzt werden. Diese Blaupausen könnten modular kombiniert werden, um das Design und die Funktionalität eines Systems eindeutig zu bestimmen. Dies würde die Planungs-, Bau- und Betriebsprozesse revolutionieren und die notwendige Digitalisierung und Automatisierung fördern, um die ehrgeizigen Dekarbonisierungsziele zu erreichen.

    Pilotprojekt an der Empa
    Das EU-Projekt GOES, geleitet von der Empa, ist ein erster Schritt zur Anwendung des «Plattform-based Design» im Energiesektor. Auf dem Empa-Campus in Dübendorf wird eine Pilotanlage mit 144 Erdsonden als erste Anwendung dieses Konzepts entwickelt. Ziel ist es, die verschiedenen Abstraktionsebenen der Entscheidungsfindung zu definieren und die Schnittstellen zu standardisieren.

    Die Umsetzung eines automatisierten und modularen Planungsprozesses ist entscheidend für die Erreichung der Klimaneutralität bis 2050. Sulzer und Wetter sind überzeugt, dass dieser Paradigmenwechsel die Flexibilität und Effizienz der Energiesysteme erheblich steigern wird. Der Ansatz bietet eine vielversprechende Lösung, um die Herausforderungen der Dekarbonisierung zu meistern und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

  • Grenzüberschreitende territoriale Vision 2050

    Grenzüberschreitende territoriale Vision 2050

    Die Agglomeration Genf steht vor der komplexen Aufgabe, effizient mit dem vorhandenen Raum umzugehen, während sie gleichzeitig ein kontinuierliches Bevölkerungswachstum bewältigt. Der ökologische Wandel erfordert eine innovative Herangehensweise, die die geografischen und zugänglichen Besonderheiten der Regionen berücksichtigt, um die Auswirkungen des Bevölkerungswachstums optimal zu steuern.

    In allen betroffenen Regionen müssen die Massnahmen präzise auf lokale Bedingungen abgestimmt und von der breiten Bevölkerung getragen werden, um den Umweltverpflichtungen gerecht zu werden. Diese Massnahmen sind adaptierbar und können durch fortlaufenden Dialog von einer Region zur anderen übertragen werden.

    Vor diesem Hintergrund haben die Kantone Genf und Waadt gemeinsam mit dem Pôle métropolitain Genevois français die Initiative ergriffen, unter dem Namen „Vision territoriale transfrontalière 2050“ einen ökologischen Umbau zu starten. Dieses umfangreiche explorative Verfahren soll die Raumplanung neu definieren und an die ökologischen Herausforderungen anpassen.

    Die Raumplanung spielt dabei eine zentrale Rolle, die Region für die Bedürfnisse von 400.000 zusätzlichen Personen zu entwickeln, die bis 2050 erwartet werden. Dies stellt eine Herausforderung dar, insbesondere angesichts des begrenzten Raums in Genf und der Notwendigkeit, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

    Derzeit werden in Genf Strategien entwickelt, um diese Zunahme zu bewältigen und gleichzeitig einen qualitativ hochwertigen und nachhaltigen Lebensraum zu erhalten. Die Ziele dieser Strategien umfassen die Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die Anpassung an den Klimawandel und den Schutz der biologischen Vielfalt.

    Das Projekt „Vision Territoriale Transfrontalière 2050“ hat bereits zu einer partizipativen Roadmap geführt, die Ende 2021 vom Staatsrat verabschiedet wurde. Diese Roadmap basiert auf dem Klimanotstand, dem kantonalen Klimaplan und der Charta „Grand Genève en transition“ von 2022. Sie definiert die Schritte und Methoden für die vorbereitenden Arbeiten, die in die nächste Raumplanungsdokumente einfliessen werden.

    Dieser projekt- und praxisorientierte Ansatz bindet lokale Akteure, insbesondere Gemeinden und Vereine, stark ein und fördert eine tiefe lokale Verankerung, die die spätere Umsetzung erleichtert. Die durch transdisziplinäre Teams entwickelte raumbezogene Szenarien ermöglichen es, schrittweise eine gemeinsame Vision zu erarbeiten. Diese Vision wird lokal in Fokusgruppen auf ihre Relevanz geprüft und kann, falls erfolgreich, auf grösserer Ebene umgesetzt werden. Dieser iterative Ansatz führt zu einer dynamischen Entwicklung von Raumkonzepten, die fortlaufend verfeinert und an die regionalen Bedürfnisse angepasst werden. Dadurch entsteht aus der Gesamtvision ein kohärentes und gemeinsames Raumkonzept, das die lokalen Identitäten stärkt.

    Die finale Version der grenzüberschreitenden räumlichen Vision 2050 soll diesen Sommer 2024 vorliegen. Bereits jetzt ermöglicht eine Zwischenbilanz erste Rückschlüsse und die Konturierung der Vision. In den Raumplanungsstrategien sind Konzepte wie die „ökologische Decke“ und das „gesellschaftliche Fundament“, inspiriert von Kate Raworths Donut-Theorie, zentral. Dieser Perspektivwechsel stellt die lebendige Welt und ihre Ökosysteme in den Vordergrund der Planung. Weitere Aspekte wie die Verdichtung und die Neugestaltung urbaner Räume fördern kurze Wege und einen effizienten Ressourceneinsatz, was letztlich den Mobilitätsbedarf senkt und zu einer nachhaltigen städtischen Entwicklung beiträgt.

    Dieser ganzheitliche und regionsspezifische Ansatz stellt sicher, dass der Grossraum Genf nicht nur als Teil der Schweiz, sondern auch im grösseren europäischen Kontext eine führende Rolle in der nachhaltigen Raumplanung einnimmt. Die grenzüberschreitende Vision 2050 leistet somit einen entscheidenden Beitrag zur kontinuierlichen Anpassung und Verbesserung des schweizerischen Raumkonzepts.

  • Andreas Bühler leitet Zürioberland

    Andreas Bühler leitet Zürioberland

    Die Standortförderung Zürioberland hat einen neuen Präsidenten: An der 2. Generalversammlung am 6. Juni wurde der Hinwiler Gemeindepräsident Andreas Bühler zum Nachfolger von Ruedi Rüfenacht gewählt, informiert Zürioberland in einer Mitteilung. Rüfenacht gibt sein Amt satzungsgemäss in Folge seines Rücktritts als Stadtpräsident von Wetzikon auf. Der Vorstand von Zürioberland ist überzeugt, „dass Andreas Bühler als erfolgreicher Brückenbauer und Vollblut-Zürioberländer die ideale Besetzung für dieses Amt sei“, heisst es in der Mitteilung.

    Im Anschluss an die Generalversammlung fand das Zürioberland Forum statt. Hier stellte Mikula Gehrig, verantwortlicher Arealentwickler und Geschäftsführer von The Valley in Kemptthal, die Umwandlung des ehemaligen Maggi-Areals in einen Forschungs- und Dienstleistungscampus vor. Dabei betonte Gehrig laut Mitteilung die Wichtigkeit einer langfristigen Vision für ein derartiges Projekt.

    Der Neurowissenschaftler und Psychologe Lutz Jäcke rief die etwa 150 Teilnehmenden am Forum in einer Inspirationsrede dazu auf, einen Perspektivenwechsel zu wagen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dominic Käslin, Fachbeirat vom Innovationsnetzwerk Ostschweiz INOS und Professor an der Fachhochschule Graubünden, leitete einen Workshop zum Thema Verhandeln. Hier konnten Verhandlungsstile analysiert, praktische Lösungsansätze diskutiert und Strategien für erfolgreiche Verhandlungen erprobt werden.

  • Studie zu Wohneigentum in der Schweiz veröffentlicht

    Studie zu Wohneigentum in der Schweiz veröffentlicht

    Houzy, in Zürich angesiedelte Plattform für Wohneigentümer, hat eine aktuelle Studie in Auftrag gegeben und veröffentlicht. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, wollte das Unternehmen Daten sammeln, wie sich Wohneigentümer in der Schweiz aktuell und künftig verhalten. Für die repräsentative Studie wurden online 80‘000 Haushalte von Houzy befragt. 1906 Haus- und Wohneigentümer beantworteten den Fragebogen von Januar bis Ende März 2024. Von ihnen waren drei Viertel Haus- und ein Viertel Wohnungseigentümer.

    Im Fokus der Studie stehen die Bereiche Sanierung, Heizung und Energieversorgung. Dabei zeigte sich, dass im vergangenen Jahr 69,4 Prozent aller Wohneigentümer Handwerkerdienstleistungen in Anspruch genommen haben. Im Durchschnitt lag ein Auftragsvolumen bei 15‘000 Franken.

    Neben Sanierungen richtete sich der Blick auch auf alternative Heizungen. 5 Prozent der Eigentümer planen für 2024, ihre Heizungen zu modernisieren und Alternativen zu fossilen Brennstoffen zu finden. Dabei wollen 33,5 Prozent der Haushalte, die noch mit Öl, und 8,85 Prozent derjenigen, die mit Gas heizen, ihre Heizungen umstellen. Ein Zehntel der Schweizer Wohneigentümer plant für das laufende Jahr, Solaranlagen zu installieren, um benötigten Strom zumindest teilweise selbst zu produzieren.

    Ein weiterer Blick richtete sich auf Absichten, das Wohneigentum zu veräussern. Ein Siebtel der befragten Wohneigentümer bekundete derartige Absichten. 20 Prozent davon möchten ihr Wohneigentum noch 2024 verkaufen. Hochgerechnet bedeutete dies, dass in diesem Jahr 3,2 Prozent aller Häuser und Wohnungen in der Schweiz auf den Markt kämen, heisst es in der Mitteilung.

  • Meyer Burger Module als Top-Performer ausgezeichnet

    Meyer Burger Module als Top-Performer ausgezeichnet

    PVEL hat die Hochleistungsmodule von Meyer Burger in die höchste Kategorie seiner aktuellen Top-Performer-Liste aufgenommen. Das hat das unabhängige nordamerikanische Labor für Zuverlässigkeits- und Leistungstests von Solarmodulen am 5. Juni bei der Veröffentlichung seiner 10. Annual PV Module Reliability Scorecard mitgeteilt.

    Laut Meyer Burger beziehen sich diese Tests auf das aktuelle Produktportfolio von Meyer Burger und das künftig am Standort Goodyear im US-Bundesstaat Arizona hergestellte Utility-Modul. Diese Tests werden in sieben verschiedenen Kategorien durchgeführt, unter anderem hinsichtlich Temperatur- und Feuchtigkeitseffekten, der Auswirkung von mechanischer Belastung und Hagel sowie bezüglich aller relevanter Degradationsmechanismen.

    Meyer Burger schaffte es mit nur acht weiteren Herstellern in die Liste jener Hersteller, die in allen sieben Kategorien Bestnoten erhalten haben. Dabei testet PVEL laut Meyer Burger weit über die gängigen IEC und UL-Standards hinaus.

    „Wir können stolz darauf sein, gleich bei unserer ersten Teilnahme am PVEL-Testverfahren so ein gutes Ergebnis erreicht zu haben“, wird Madlen Apel, Head of Product Management, zitiert. „Dieser Erfolg spiegelt eindrucksvoll unser Qualitätsbewusstsein und unsere Technologieführerschaft in der Industrie wider und bezeugt unabhängig das Vertrauen in unsere Produkte für alle Kunden und Investoren.“

  • Zyklus und Schutz des Naturbaustoffs Holz

    Zyklus und Schutz des Naturbaustoffs Holz

    Holz, Mensch und Natur im Kreislauf
    Der natürliche Kreislauf kennt keine Verschwendung. Abgestorbene Bäume werden von Pilzen, Mikroorganismen und Insekten abgebaut. Wärme und eine Holzfeuchtigkeit über 20% beschleunigen diesen Prozess. Fehlen diese Faktoren, kann der Abbau Jahrhunderte dauern. Ägyptische Grabbeigaben aus Holz haben 3500 Jahre überstanden, ebenso wie viele Holzhäuser in der Schweiz, die Hunderte von Jahren alt sind. Ein Beispiel für ein altes Holzgebäude in Europa ist das 800-jährige Nideröst-Haus aus Schwyz, dessen Kernbau aus dem Jahr 1176 stammt.
    Präventiver Holzschutz
    Um Holz vor Schädlingen und Pilzen zu schützen, ist es entscheidend, die Holzfeuchtigkeit unter 20% zu halten und es trocken zu bewahren. Konstruktiver Holzschutz ermöglicht, dass Holz auch in feuchten Umgebungen verwendet wird, indem es schnell trocknet, nachdem es nass geworden ist. Der Schutz beginnt schon bei der Planung durch Maßnahmen gegen Feuchtigkeitseinflüsse. Vordächer und gut ausgeführte Sockelbereiche schützen effektiv vor Nässe, und präzise Details an Fenstern und Balkonen sind für langfristige Haltbarkeit wesentlich.

    Natürliche Resistenz vs. chemischer Schutz
    Bei einer erhöhten Belastung kann man sich für eine Holzart mit natürlicher Resistenz entscheiden. Das Kernholz, das mit natürlichen Substanzen konserviert wird, ist langlebiger als das Splintholz, das mit Zucker und Nährstoffen angereichert ist. Es gibt transparente bis deckende Schutzanstriche, die besonders bei Aussenbauteilen wie Fenstern erforderlich sind. In geschützten Bereichen und Innenräumen mit einer Holzfeuchte unter 20% ist kein chemischer Holzschutz notwendig. Wenn jedoch die Feuchtigkeitsbelastung die natürliche Resistenz übersteigt und keine konstruktiven Lösungen vorhanden sind, bleibt als letzte Möglichkeit die Verwendung von chemischen Holzschutzmitteln. Heutzutage sind gefärbte Druckimprägnierungen ohne Chrom eine umweltverträgliche Lösung für den chemischen Holzschutz.

    Veränderung der molekularen Struktur
    Die Bearbeitung von Holz zielt darauf ab, die molekulare Struktur des Materials so zu verändern, dass es für Mikroorganismen und Insekten schwerer wird, das Holz abzubauen. Ebenso wird die Wasseraufnahme reduziert. Thermoholz entsteht durch intensives Erhitzen bei Temperaturen zwischen 170°C und 250°C über einen Zeitraum von 24 bis 48 Stunden. Acetyliertes Holz entsteht durch Druckimprägnierung mit Essigsäureanhydrid, während furfuryliertes Holz durch Furfurylalkohol entsteht. Thermoholz riecht nach der Herstellung rauchig, acetyliertes Holz hingegen nach Essigsäure. Modifiziertes Holz weist veränderte statische, optische und hygroskopische Eigenschaften auf.

    Fassaden als Schutzschild
    Die Aussenhülle eines Gebäudes, auch bekannt als Fassade, dient nicht nur zur Dekoration, sondern vor allem zum Schutz. Abhängig von der Lage und Ausrichtung des Gebäudes ist die Fassade verschiedenen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Eine fachgerecht ausgeführte Fassade schützt die Gebäudestruktur vor Schäden durch mechanische Einwirkungen und Feuchtigkeit, leitet Wasser ab und sorgt somit für eine schnelle Trocknung der Holzteile. Hinterlüftete Fassaden fördern zudem das Trocknen der Fassadenverkleidung und der tragenden Konstruktion.

    Prozess der Vorvergrauung
    UV-Strahlung und freie Radikale zersetzen Lignin und Zellulose im Holz, was dazu führt, dass Lignin ausgewaschen wird und helle Zellulose sichtbar bleibt. Auf bewitterten Fassaden bildet sich ein mikroskopischer Film aus grauen Pilzen, die zu ungleichmäßiger Graufärbung führen. Daher werden Fassaden oft vorvergraut, um eine gleichmäßige Graufärbung zu sichern.

    Behandlungen für Holzfassaden
    Vorvergrauende Behandlungen haben sich als effektive Methode erwiesen, um direkt bewitterte Fassaden von Anfang an an die gealterte Farbe anzupassen. Dadurch werden die grossen Farbunterschiede während des Alterungsprozesses von unbehandelten Oberflächen überbrückt. Es gibt verschiedene Varianten von vorvergrauenden Behandlungen mit unterschiedlichen Eigenschaften. An besonders geschützten und stark besonnten Stellen neigen vorvergrauende Behandlungen im Laufe der Zeit dazu, wieder braun zu werden.

    Natürliche Holzfassadenalterung
    In der natürlichen Vorvergrauung werden die Fassadenteile waagerecht in der Sonne platziert und dem Regen ausgesetzt. Spezialisierte Hersteller beschleunigen diesen Vorgang mithilfe von zusätzlichen Enzymen. Dieser Prozess erstreckt sich über ungefähr sechs Monate.

    Von Lasuren bis zu Schwedenfarben
    Die Verwendung von Lasuren gehört zu den halbtransparenten Holzbehandlungen. Wenn sie keine geschlossene Schicht bilden, gelten sie als nicht filmbildend. Zu den deckenden Behandlungen gehören Farben. Lacke sind besonders diffusionsgeschlossen, während Schwedenfarben als besonders diffusionsoffen gelten. Um eine gute Verbindung zwischen der Oberflächenbehandlung und der Holzoberfläche zu gewährleisten, sollte die Applikation mechanisch im Werk erfolgen. Daher eignen sich insbesondere Fassadenschalungen mit sägerauer oder strukturierter Oberfläche. Die Druckimprägnierung mit Farbzusatz zählt ebenfalls zu den halbtransparenten Behandlungen und ist nicht filmbildend. Farblose technische Behandlungen wie zusätzliche Hydrophobierung als Finish, Imprägnierung oder UV-Schutzbehandlung können die Instandhaltungsperioden und die Gebrauchstauglichkeit zusätzlich verlängern.

    Langfristigen Schutz
    Es ist wichtig, gestrichene Holzfassaden regelmässig zu pflegen, um ihre Langlebigkeit zu gewährleisten. Eine Instandhaltungsanleitung vom Fachmann ist dabei äusserst hilfreich. Die Intervalle für die Instandhaltung hängen von verschiedenen Faktoren wie dem verwendeten Produkt, dem Holzschutz, der Lage und der Umgebung ab.

    Vielfalt der Holzhausfassaden
    Nicht jedes Holzhaus offenbart von aussen, ob es tatsächlich aus Holz besteht oder nicht. Im Bereich des Holzbaus sind sämtliche architektonische Gestaltungsformen denkbar. Die Fassaden von Holzbauten können neben Holz auch mit Glas, Metall, verputzten Zementplatten oder verputzten Wärmedämmverbundsystemen verkleidet werden. Materialkombinationen können im Holzbau besonders ästhetisch wirken.

  • Neuer Akteur im britischen Recyclingmarkt

    Neuer Akteur im britischen Recyclingmarkt

    Holcim übernimmt die in der britischen Grafschaft Cheshire ansässige Schotter-Recyclingfirma Land Recovery. Mit ihren 85 Mitarbeitenden verwendet sie Schienenschotter und Abbruchmaterial für die Produktion von Transportbeton, Fertigteilen und Asphalt.

    Wie es in einer Medienmitteilung heisst, erweitert diese Akquisition den Zugang von Holcim zu Bauschutt. Davon hat Land Recovery im vergangenen Jahr 300’000 Tonnen verarbeitet.

    «Land Recovery stärkt die führende Position von Holcim im zirkulären Bauen», wird Holcim-CEO Miljan Gutovic zitiert. «Das bringt uns unserem Konzernziel näher, in 2024 10 Millionen Tonnen Bauschutt zu rezyklieren.»

    Land Recovery wurde 1982 von der Familie Beecroft gegründet. Mit vier Standorten in Grossbritannien bietet das Unternehmen unter anderem die Lieferung von Primärschotter für den Schienenverkehr, den Umschlag und die Aufbereitung von verbrauchtem Schotter sowie dessen Wiederverwertung in neuen Baulösungen an.

    Die Transaktion folgt auf Holcims Übernahme von Sivyer Logistics im vergangenen Jahr, einem Hersteller von recyceltem Abbruchmaterial für den Londoner Baumarkt.

  • Klimastiftung Schweiz fördert zehn Projekte

    Klimastiftung Schweiz fördert zehn Projekte

    Die Klimastiftung Schweiz hat in ihrer ersten Förderrunde 2024 aus einer Vielzahl von Einsendungen zehn innovative klimarelevante Projekte für eine Förderung ausgesucht. Sie werden mit insgesamt über 1,3 Millionen Franken unterstützt, informiert die Stiftung in einer Mitteilung. «Wir registrieren eine gesteigerte Anzahl hochwertiger Anfragen mit reellem Potential für den Klimaschutz», wird Geschäftsführer Vincent Eckert dort zitiert.

    In der Mitteilung stellt die Klimastiftung fünf der Projekte im Kurzportrait vor. So wird das Projekt Grabowski der Borobotics GmbH aus Winterthur unterstützt. Sie hat einen Bohrroboter für geothermische Bohrungen auf engem Raum entwickelt.

    Die VentoStream AG aus Liestal wird bei der Entwicklung ihres Mini-Windrads unterstützt. «Unsere Technologie ist dreimal effektiver und wirtschaftlicher als herkömmliche Windkraftanlagen», meint VentoStream-CEO Manuel Bernsau. Durch die innovative Bauweise werden zudem Schatten-, Vogel- und Eisschlag vermieden.

    Die HILLBOT GmbH aus Risch ZG hat einen Leichtbau-Mäher entwickelt. Mit ihm könne «ein durchschnittlicher Landwirtschaftsbetrieb im Jahr 4 Tonnen CO2 einsparen», wird Projektinitiant Amadeo Knüsel in der Mitteilung zitiert.

    SolidWatts aus Pully VD wird bei der Entwicklung von Mikrowellengeneratoren unterstützt, die grossindustriell Mikrowellen erzeugen. Sie können in Materialien von Industrieprozessen effizient Wärme produzieren.

    Die Terrabloc SA entwickelt innovative Lehmblöcke für die Deckenproduktion. Das Genfer Unternehmen wurde bereits in den Jahren 2019 und 2020 von der Klimastiftung unterstützt.

  • Neue Holzmehrfamilienhäuser mit innovativer TS3-Technologie

    Neue Holzmehrfamilienhäuser mit innovativer TS3-Technologie

    Es dauert nur wenige Fahrminuten, um die Zürcher Innenstadt von Zollikerberg, einem Dorfteil der Gemeinde Zollikon, zu trennen. Nachdem man gerade noch auf dem Sechseläutenplatz vor der Oper stand, eröffnen sich kurz darauf weite Wiesen und Selbstpflückfelder. Nur einen Steinwurf von der Forchstrasse entfernt, die Stadt und Land auf direktem Weg verbindet, wurden im letzten Jahr zwei Mehrfamilienhäuser in Holzbauweise fertiggestellt – auf dem Grundstück eines Bauernhofs, der immer noch bewohnt und bewirtschaftet wird.

    Harmonie zwischen Tradition und Moderne
    Früher haben regelmässig Schafe auf der grossen Wiese des Anwesens geweidet. Heute ragen zwei vierstöckige Gebäude mit insgesamt 22 Mietwohnungen über das Gras. Die beiden Mehrfamilienhäuser bilden ein harmonisches Ensemble, das möglicherweise später durch einen dritten Baukörper ergänzt werden könnte, falls eine Verdichtung erforderlich sein sollte. Zu Beginn der Planung war noch nicht klar, ob es sich um Holz- oder Massivbauten handeln sollte. Die Bauherren hatten keine spezifischen Vorgaben gemacht, als sie 2018 einen privaten Wettbewerb ausschrieben. Der Zufall begünstigte jedoch den Holzbau: Das Zürcher Büro Merkli Degen Architekten, das zum Wettbewerb eingeladen wurde und diesen gewann, arbeitete zu dieser Zeit mit der Timbatec AG zusammen. Das bekannte Schweizer Ingenieurbüro entwickelte damals gemeinsam mit der Fachhochschule Biel und der ETH Zürich eine neue Verbindungstechnologie, um auch grössere Spannweiten mit Brettsperrholzplatten zu überbrücken – und zwar ohne Unterzüge oder zusätzliche Zwischenstützen.

    Die Zukunft des Bauens
    In Zukunft soll es also möglich sein, mit Holz das zu erreichen, was bisher nur mit Stahlbeton möglich war. Die TS3-Verbindungstechnologie steckte im Jahr 2018 noch in den Kinderschuhen, ist aber mittlerweile etabliert. Vollholzplatten, die ganze Geschossdecken bilden können, eröffnen völlig neue Möglichkeiten für den Holzbau.
    «Es war reiner Zufall, dass wir auf TS3 aufmerksam wurden», erzählt Ueli Degen, einer der Gründer von Merkli Degen Architekten. «Ursprünglich sprachen wir mit den Ingenieuren von Timbatec über ein anderes Holzbauprojekt.»

    Sie berichteten uns über die Entstehung ihres neuesten Verbindungssystems und präsentierten uns ein entsprechendes Beispiel. Diese bahnbrechende Technologie hat uns seitdem nicht mehr losgelassen. Irgendwann kam uns die Idee, TS3 bei dem Bauprojekt in Zollikerberg einzusetzen. Vor der Entscheidung, ob Holz- oder Massivbau verwendet werden sollte, wurden gründliche Untersuchungen und Vergleiche angestellt. Letztendlich setzte sich der Holzentwurf durch, der später von der Firma Holzbau Oberholzer GmbH realisiert wurde. Durch die Verwendung eines Holzgebäudes konnte eine harmonische Verbindung zum bestehenden Bauernhaus hergestellt werden, das ebenfalls aus Holz besteht.

    Die Kombination eines Holzbaus mit der TS3-Technologie versprach zudem eine wirtschaftlich attraktive Lösung zu sein, die auch die Bauzeit erheblich verkürzen würde. Dennoch dauerte es eine Weile, bis sich die Bauherren für den Holzbau entschieden. Vor fünf Jahren, als die Gebäude geplant wurden, war noch viel Überzeugungsarbeit nötig, um einen Holzbau in dieser Grösse durchzusetzen.

  • Beachtliches Wirtschaftswachstum steigende Lebensqualität

    Beachtliches Wirtschaftswachstum steigende Lebensqualität

    Die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons Zürich ist beeindruckend. In den letzten 40 Jahren hat sich das inflationsbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 74 auf 159 Milliarden Franken mehr als verdoppelt. Pro Kopf stieg die Wirtschaftsleistung von 65.000 auf 101.000 Franken, wobei dieser Wertschöpfungszuwachs überwiegend in höhere Löhne umgesetzt wurde. Zudem hat die durchschnittliche Arbeitszeit seit 1991 um fast einen halben Nachmittag pro Woche abgenommen, was zu einem kontinuierlichen Anstieg des Wohlstands der Zürcherinnen und Zürcher führte. Technologischer Fortschritt und Innovationen waren dabei die treibenden Kräfte.

    Steigende Lebensqualität – differenzierte Entwicklungen
    Wirtschaftswachstum bringt mehr als nur höhere Einkommen und Freizeit mit sich. Die Steuereinnahmen stiegen, was in vielen Bereichen die Lebensqualität im Kanton Zürich verbesserte. Die OECD nutzt die «Regional-Well-Being-Indikatoren» und den «Better-Life-Index», um Lebensqualität anhand elf verschiedener Kategorien zu messen. Zürich verzeichnete Verbesserungen in Bildung, Beschäftigung, Work-Life-Balance, Gesundheit und Technologie. Im Bereich Sicherheit und Wohnen waren die Ergebnisse gemischt, während die subjektive Lebenszufriedenheit konstant hoch blieb.

    Rückgang der Umweltbelastungen trotz Wachstum
    Entgegen dem traditionellen Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch zeigen die letzten 30 Jahre eine Entkopplung in reichen Regionen. Im Kanton Zürich stieg das reale BIP seit 1990 um 69 Prozent, während die Umweltqualität in den meisten Bereichen zunahm. Materialverbrauch, Recyclingquote, Luft- und Wasserqualität sowie der Umweltbelastungs-Fussabdruck verbesserten sich. Eine relative Entkopplung ist bei Kehrichtmengen, Bodenversiegelung und Biodiversität zu beobachten. Besonders bei den Treibhausgasemissionen zeigt sich eine deutliche Reduktion um 17 Prozent seit 1990, trotz stetigen Wirtschaftswachstums.

    Gedankenexperiment zu den Auswirkungen von Nullwachstum
    Das Forschungsbüro INFRAS modellierte im Wirtschaftsmonitoring die möglichen Auswirkungen eines Szenarios ohne Wirtschaftswachstum bis 2050. Dieses Szenario zeigt, dass Nullwachstum zu deutlich tieferen Einkommen und einem erhöhten Armutsrisiko führen würde. Gleichzeitig würden finanzielle Herausforderungen zunehmen, da weniger Steuereinnahmen und Gelder für Sozialversicherungen zur Verfügung stünden, was Verteilungskonflikte zur Folge hätte. Obwohl die Umweltqualität in einigen Bereichen profitieren würde, wären die Kosten hoch, und es stünden weniger finanzielle Mittel für den Umweltschutz bereit.

    Der Kanton Zürich demonstriert, dass Wirtschaftswachstum, Lebensqualität und Umweltschutz erfolgreich kombiniert werden können. Die kontinuierliche Verbesserung in verschiedenen Lebensbereichen zeigt, dass technologischer Fortschritt und nachhaltige Entwicklung Hand in Hand gehen können. Das Gedankenexperiment zu Nullwachstum verdeutlicht die Wichtigkeit eines ausgewogenen Wachstums, um sowohl wirtschaftliche als auch gesellschaftliche und ökologische Ziele zu erreichen.

  • Insolight startet erste Agri-Photovoltaikanlage in Frankreich

    Insolight startet erste Agri-Photovoltaikanlage in Frankreich

    Das auf Agri-Photovoltaiklösungen spezialisierte Unternehmen Insolight aus Lausanne hat in Frankreich seine erste Agri-Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Laut einer Medienmitteilung steht das Photovoltaikgewächshaus für die Erdbeerproduktion auf dem landwirtschaftlichen Anwesen La ferme Etchélécu in Sames im französischen Département Pyrénées-Atlantiques.

    Die Anlage mit 15‘000 Erdbeerpflanzen bedeckt 3000 Quadratmeter mit halbtransparenten Photovoltaikpaneelen und dynamischen Schattierungsschirmen. Reguliert wird so die Lichtdurchlässigkeit: Wird das Licht an den Solarzellen vorbeigeleitet, kommt es dem Wachstum der Pflanzen zugute. Bei der optischen Fokussierung der Lichtstrahlen auf die Solarzellen dagegen wird elektrischer Strom erzeugt.

    Mit einer installierten Kapazität von 190 Kilowatt können etwa 260 Megawattstunden saubere Energie erzeugt werden, was ausreicht, um etwa 50 Haushalte zu versorgen, heisst es in der Mitteilung. „Durch die Kombination von Solartechnologie und Landwirtschaft ermöglichen wir es den Produzenten, zur Energiewende und nachhaltigen Landwirtschaft beizutragen und gleichzeitig ihren Energiebedarf zu decken“, wird Mathieu Ackermann zitiert, Technischer Direktor von Insolight.

    Nach Angaben der Eigentümer des Agrarbetriebs, Jacques und Nathalie Etchélécu, ermöglicht die Insolight-Lösung, Beschattungsschirme zu haben, die zwei zusätzliche Monate pro Jahr für die Erdbeerproduktion möglich machen.

    Neben dem Bau von Produktionsanlagen für erneuerbare Energien und einem Katalog von Pflanzenschutzoptionen bietet Insolight laut der Firmenmitteilung Komplettlösungen an, von der Projektentwicklung und administrativen Unterstützung, zu Systemen zur Wasserrückgewinnung, Ad-hoc-Geschäftsmodellen und Früchteverwertung.

  • Einweihung einer Photovoltaikanlage bei Limeco

    Einweihung einer Photovoltaikanlage bei Limeco

    Das Limmattaler Regiowerk Limeco mit Sitz in Dietikon hat laut einer Medienmitteilung auf dem Dach der Abwasserreinigungsanlage (ARA) eine Photovoltaikanlage eingeweiht. Laut eigener Angaben erzeugen 624 Solarpaneele mit einer Kapazität von 265,2 Kilowatt Peak so viel Solarstrom, wie 70 Haushalte mit einem Jahresverbrauch von 3600 Kilowattstunden verbrauchen.

    Auf einer Fläche von 1220 Quadratmetern sollen 252’000 Kilowattstunden Ökostrom produziert werden, in erster Linie für den Eigenbedarf der ARA und der Kehrichtverwertungsanlage. Energieüberschüsse werden über Einspeisung ins öffentliche Netz der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt.

    Ziel ist es, den Ausbau der erneuerbaren Energieversorgung voranzubringen. Limeco plant, bis 2050 die Versorgung des gesamten Limmattals auf CO2-neutrale Energiequellen umzustellen.

  • Erster Einsatz von CPC-Betonplatten im Hochbau

    Erster Einsatz von CPC-Betonplatten im Hochbau

    Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) setzt die von ihr entwickelten CPC-Betonplatten (Carbon Prestressed Concrete) erstmals im Hochbau ein. Darunter versteht man Betonplatten, die mit vorgespanntem Carbon armiert sind. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, entstand in Winterthur aus diesen neuartigen Bauteilen ein Innovationslabor, das als Informations- und Veranstaltungsort für nachhaltiges Bauen fungiert. Die Carbonbeton-Platten sind dabei nicht nur wiederverwertbar, sondern sie belasten bereits bei ihrer Herstellung die Umwelt wesentlich weniger als herkömmlicher Stahlbeton. „Dank der neuen Leichtbauweise in Beton reduzieren wir den CO2-Fussabdruck um den Faktor zwei bis vier und sparen bis zu 75 Prozent Material gegenüber einer herkömmlichen Bauweise“, wird Josef Kurath, Mitbegründer der CPC AG, einer Ausgliederung der ZHAW, und Entwickler der Carbon-Betonplatten, in der Mitteilung zitiert.

    Die dafür verwendeten Carbonbeton-Platten werden derzeit im ersten CPC-Werk von Holcim in Deutschland gefertigt, verarbeitet, millimetergenau zugeschnitten und zu Bauelementen zusammengefügt. Diese Vorarbeit spart Zeit bei der Montage vor Ort, da aufwändige Armierungsarbeiten vor Ort wegfallen. „Dadurch ergeben sich viel kürzere Bauzeiten, was vor allem ein Vorteil für städtische Baustellen ist“, so Kurath weiter. Auch Erweiterungen oder Änderungen an Gebäuden sind jederzeit möglich. „Unser Bausystem aus Carbonbeton funktioniert ähnlich wie Lego, aber wie eine moderne Version davon, mit massgeschneiderten Bauteilen.“ Und sogar für den Fall eines Rückbaus hat CPC gegenüber herkömmlichen Baumaterialien Vorteile: 90 Prozent des verarbeiteten Materials liessen sich wiedereinsetzten.

  • Ausbau von Solaranlagen in Zürich

    Ausbau von Solaranlagen in Zürich

    ewz, Stadtzürcher Energieversorger, treibt seinen Ausbau von Solaranlagen voran. Wie einer Mitteilung zu entnehmen ist, schaltet das Unternehmen auf seiner Internetseite 14 neue Standorte auf, an denen sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen können. Mit 250 Franken je Quadratmeter kann man eine Beteiligung an den zusätzlichen 11‘000 Quadratmetern erwerben. Sich Beteiligende erhalten jährlich 80 Kilowattstunden Zürcher Solarstrom auf ewz-Rechnung. Mit den jetzt zugeschalteten Flächen verfügt ewz über 55 Solaranlagen im Zürcher Stadtgebiet. Die jetzt neu hinzukommenden Flächen sollen jährlich 1‘246‘000 Kilowattstunden Elektroenergie produzieren. Das entspricht dem Stromverbrauch von 500 durchschnittlichen Haushalten.

    „Mit der Solarstrategie haben wir in der Stadt Zürich das ambitionierte Ziel, mehr Solarstrom zu produzieren“, wird Stadtrat Michael Baumer, Vorsteher der Industriellen Betriebe, in der Mitteilung zitiert. „Ich habe deshalb die Gelegenheit genutzt und selbst eine Solarbeteiligung erworben. Nur gemeinsam machen wir Zürich zur Solarstadt – jeder Quadratmeter zählt!“

    Darüber hinaus bietet ewz Wohneigentümern Solarlösungen für das eigene Dach an. So werden bis Juli auf vier Wohngebäuden in Guggach 950 Solarmodule installiert. Die Anlage soll 423‘000 Kilowattstunden produzieren und die 197 Haushalte mit Solarstrom versorgen.

  • Berufliche Perspektiven im Schweizer Holzbau

    Berufliche Perspektiven im Schweizer Holzbau

    Die Bedeutung der Holzbauindustrie
    Die Holzbauindustrie spielt eine entscheidende Rolle in der Schweiz, insbesondere im Bereich des nachhaltigen Bauens und der energetischen Gebäudesanierung. Der Bau mit Holz ist eine umweltfreundliche und klimaneutrale Methode, die einen minimalen Energieverbrauch sowohl während der Bauphase (graue Energie) als auch während des späteren Betriebs der Gebäude gewährleistet. Die Holzbauindustrie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftsgestaltung der Schweiz.

    Berufliche Perspektiven und Fortbildungsoptionen
    Nach Abschluss der Grundausbildung eröffnen sich für ausgebildete Zimmerleute zahlreiche Optionen: Sie können als hochqualifizierte Fachkräfte im Betrieb arbeiten, Erfahrungen auf der Walz oder im Ausland sammeln oder sich weiterbilden, um Vorarbeiter, Polier, Techniker oder Ingenieur zu werden, bis hin zum Meister. Falls die Berufsmatura nicht bereits während der Grundausbildung absolviert wurde, kann sie innerhalb eines Jahres nach Abschluss der Grundausbildung als Vollzeitstudium abgeschlossen werden. Dies ermöglicht einen nahtlosen Übergang zu einer höheren Fachschule oder Fachhochschule ohne Prüfungen. Der Karriereplan des Holzbaus in der Schweiz bietet die Möglichkeit lebenslangen Lernens, individueller Weiterbildungen und Spezialisierungen sowie verschiedener Fortbildungen. Die Ausbildungen zum Energieberater, Projektleiter für Solaranlagen oder Handwerker in der Denkmalpflege sind nur einige Beispiele. Eine Karriere im Holzbau bietet somit die Möglichkeit, sich individuell nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen zu entwickeln und auszurichten.

    Zimmerin / Zimmermann EFZ
    Zimmerleute auf Stufe EFZ beschäftigen sich hauptsächlich mit Holz und beherrschen die Tätigkeiten des Holzbaus. Sie arbeiten als Generalisten im Betrieb sowie im Rohbau und Ausbau. Sie kennen die Ansprüche des Baugewerbes und arbeiten mit anderen am Bau beteiligten Handwerkern.

    Holzbearbeiterin / Holzbearbeiter EBA
    Dein Berufsstart mit guten Aussichten. Der Beruf des Holzbearbeiters EBA (eidgenössisches Berufsattest) ist eine eigenständige, zwei Jahre dauernde Grundbildung in der Holzbranche. Sie umfasst vielseitige Tätigkeiten in der holzverarbeitenden Industrie wie auch im Holzbau.

    Dipl. Techniker/in
    HF Holztechnik

    Holzbau-Techniker HF planen selbständig Holzkonstruktionen anhand von Projektplänen und leiten deren Realisierung. Sie übernehmen im Unternehmen Führungsaufgaben oder leiten eine Abteilung. Als Teamleiter auf der Baustelle koordinieren sie den Einsatz mit den anderen Handwerkern.

    Berufsmaturität und Betriebs-wirtschafts-/Unternehmerstudium
    Die Berufsmaturität und das Betriebswirtschaftsstudium NDS sind branchenunabhängige Ausbildungen. Während die Berufsmaturi-tät vorwiegend das Allgemeinwissen vertieft, vermittelt das Betriebswirtschaftsstudium Wissen für unternehmerische Tätigkeiten in höheren Kaderpositionen.

    Holzbau-Meister/in mit eidgenössischem Diplom
    Holzbau-Meister führen ein Holzbau-Unternehmen oder eine grössere Abteilung. Sie tragen die Gesamtverantwortung für die fachliche, wirtschaftliche und personelle Führung, Organisation und Weiterentwicklung des Unternehmens. Sie stehen in engem Kontakt mit Kunden, Lieferanten und Architekten.

    Dipl. Techniker/in
    HF Bauführung Holzbau

    Die Absolventen sind als Konstrukteur oder Betriebsleiter eines Holzunternehmens tätig. Dank ihrer umfangreichen Kompetenzen sind sie «Generalisten für den modernen Holzbau»: von der Offerterstellung über die Planung und Realisation bis zur Ausführungskontrolle und Abrechnung.

    Master of Science in Holztechnik
    Der europaweit einzigartige Studiengang verknüpft Praxisnähe mit Forschung und Entwicklung. Die Ausbildung befähigt die Studierenden, im Holzbau und in allen Verarbeitungsschritten der Holzwirtschaft in technischer, betriebswirtschaftlicher und ökologischer Hinsicht tätig zu werden.

    Bachelor of Science in Holztechnik
    Das Ausbildungskonzept umfasst ein weites Spektrum – vom Rohstoff über Halbfabrikate bis zu Tragwerken, Möbeln oder energieeffizienten Gebäuden. Im Fokus stehen intelligente und innovative Lösungen für den modernen Holzbau sowie nachhaltige Produkte und Prozesse mit Holz.

  • Sika setzt ambitionierte Emissionsreduktionsziele

    Sika setzt ambitionierte Emissionsreduktionsziele

    Die Science Based Targets Initiative hat die kurz- und langfristigen Emissionsreduktionsziele von Sika validiert, informiert die global tätige Gruppe für Spezialitätenchemie in Bauwesen und Automobilindustrie aus Baar in einer Mitteilung. Sika will die Emissionen in den Scopes 1, 2 und 3 bis 2032 um 30,4 Prozent senken. Bis 2050 sollen direkte und indirekte Emissionen um 90 Prozent gefallen sein. Gleichzeitig hält die Gruppe an ihrer Wachstumsstrategie fest.

    Zur Zielerreichung hat Sika sich eine Reihe Massnahmen vorgenommen. So sollen Materialeffizienz und Kreislaufwirtschaft durch Bildung und Kompetenzentwicklung verbessert werden. Emissionen entlang der Wertschöpfungskette will Sika unter anderem durch Partnerschaften mit wichtigen Lieferanten senken. Darüber hinaus stehen der rasche Einsatz alternativer Energiequellen und die Entwicklung von neuen technologischen Lösungen für Bau und Industrie im Fokus.

    „Durch die aktive Zusammenarbeit mit unseren Partnern, Zulieferern und Kunden fördern wir Brancheninitiativen zur Abschwächung des Klimawandels und eröffnen neue Geschäftsmöglichkeiten“, wird Patricia Heidtman, Chief Innovation and Sustainability Officer bei Sika, in der Mitteilung zitiert. „Dies stärkt uns in unserer Überzeugung, dass wir auf dem richtigen Weg sind und nachhaltige Lösungen anbieten, die den heutigen Anforderungen entsprechen, ohne die Zukunft zu gefährden.“

  • Frauen im Holzbau

    Frauen im Holzbau

    Ansätze und Herausforderungen
    Professorin Katrin Künzi Hummel von der Berner Fachhochschule (BFH) beschäftigt sich seit langem mit Frauen im Holzbau. Basierend auf ihrer praktischen Erfahrung und wissenschaftlichen Studien präsentierte sie verschiedene Ansätze in ihrem Vortrag, wie Holzbaubetriebe Veränderungen vorantreiben können. Sie betonte, dass Holzbauberufe nicht nur auf die technische Herstellung beschränkt sein sollten, da sie auch einen gestalterischen Aspekt haben. Dies müsse stärker betont werden, um Frauen anzusprechen. Die Branche und die Betriebe sollten ihre Kommunikation überdenken, da Inhalte, Sprache und Bilder oft männliche Stereotypen widerspiegeln. Um Frauen für einen Holzbauberuf zu gewinnen, seien Vorbilder wie die «Zimmerin on Tour» wichtig, um aufzuzeigen, was möglich ist. Wenn Frauen in Holzbaubetrieben arbeiten, können ihre Beispiele als Karrieremodelle dienen. Neben dem Wunsch nach einem zukunftssicheren Beruf spiele für viele Frauen auch die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie eine wichtige Rolle. Betriebe sollten daher Optionen wie flexiblere Arbeitszeiten, Teilzeitarbeit oder Schichtbetrieb in Betracht ziehen, nicht nur um weibliche Fachkräfte anzulocken.

    Herausforderungen für Zimmerinnen
    Es wurde bei der Podiumsdiskussion des Branchen-Events deutlich, dass Zimmerinnen nach wie vor Schwierigkeiten haben, in die Branche einzusteigen. Camille Seidler, heute Holzbauingenieurin bei der Pirmin Jung AG, kritisierte das Fehlen von Unterstützung während ihrer Lehre als Zimmerin. Lara Zwiefelhofer, bekannt als «Zimmerin on Tour» für Holzbau Schweiz, hatte bessere Erfahrungen mit ihren Arbeitgebern gemacht, betonte jedoch, dass Frauen mehr leisten mussten, um akzeptiert zu werden. Astrid Späti zeigte mit ihrem Beispiel, dass Eigeninitiative gefragt ist. Sie stieg in den operativen Betrieb der Späti Holzbau AG ein und schuf sich ihre Verantwortungsbereiche selbst. Späti wies darauf hin, dass Frauen zwar Zugang zur Branche haben, aber hauptsächlich im administrativen Bereich tätig sind. Sie betonte die Bedeutung des Netzwerks zwischen Zimmerinnen und Führungsfrauen für den Wissensaustausch. Jürg Hugener, Fachgruppenleiter Holzbau an der Gewerblichen Berufsschule Wetzikon, freute sich über den Anstieg weiblicher Lernender in seinem Bereich, betonte jedoch die Notwendigkeit von Unterstützung seitens des Lehrpersonals und der Betriebe, um die Ausbildung für Frauen positiv zu gestalten.
    Der Holzbau, ein traditionsreiches Handwerk, befindet sich langsam, aber sicher im Wandel. Lange Zeit von Männern dominiert, öffnen sich die verschiedenen Berufe im Holzbau zunehmend für die vielfältigen Talente und Fähigkeiten von Frauen. Statistiken zeigen jedoch, dass der Weg zu einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen Männern und Frauen in handwerklichen Berufen wie dem Zimmermann noch weit ist. In den letzten drei Jahren schlossen nur 1 bis 2 Prozent Frauen eine Lehre als Zimmerin ab.

    Ermutigung für Frauen im Zimmererberuf
    Am Ende der Diskussion wurden Ratschläge für angehende Zimmerfrauen und Anregungen für die Betriebe diskutiert. Lara Zwiefelhofer und Camille Seidler ermutigten dazu, einfach anzufangen. Frauen sollten das Vertrauen haben, dass sie über die gleichen handwerklichen Fähigkeiten wie Männer verfügen. Es erfordert jedoch auch Durchhaltevermögen und den Mut, die eigenen Bedürfnisse offen zu kommunizieren. Von den Betrieben wurde eine wertschätzende Teamkultur und Förderung der Kommunikation sowie Investitionen in moderne technische Hilfsmittel gefordert. Astrid Späti betonte zum Schluss der Diskussion die Bedeutung eines besseren Netzwerks für Frauen im Holzbau. Jürg Hugener unterstützte dies und forderte die Betriebe auf, Berufseinsteigerinnen aktiv zu unterstützen.

  • Nachhaltiges Bauen mit wiederverwendbaren Carbonbeton-Platten

    Nachhaltiges Bauen mit wiederverwendbaren Carbonbeton-Platten

    Die Einführung von Carbonfaser-verstärkten Betonplatten durch die ZHAW markiert einen bedeutenden Fortschritt im Hochbau. Diese Platten, die in der Fabrik vorgefertigt und zugeschnitten werden, können vor Ort schnell montiert werden. «Unser Bausystem aus Carbonbeton funktioniert ähnlich wie Lego, aber wie eine moderne Version davon, mit massgeschneiderten Bauteilen», erklärt ZHAW-Forscher Josef Kurath. Dieses System verkürzt nicht nur die Bauzeiten erheblich, sondern ermöglicht auch flexible Anpassungen und Erweiterungen von Gebäuden.

    Nachhaltigkeit und Wiederverwendung
    Ein Paradebeispiel für die Anwendung dieser Technologie ist der 120 Quadratmeter grosse Pavillon in Winterthur, der als Innovationslabor für nachhaltiges Bauen dient. Dank eines neuen Sharing-Modells können rund 90 Prozent des verwendeten Materials wiederverwendet werden, was im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, bei denen nur etwa 10 Prozent wiederverwendbar sind, einen erheblichen Fortschritt darstellt. Angesichts der Tatsache, dass Zement für acht Prozent der weltweiten Treibhausgas-Emissionen verantwortlich ist, stellt diese Entwicklung einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung des ökologischen Fussabdrucks dar.

    Carbonfasern als Herzstück
    Die CPC-Betonplatten (Carbon Prestressed Concrete) zeichnen sich durch ihre Langlebigkeit und Umweltfreundlichkeit aus. «Dank der neuen Leichtbauweise in Beton reduzieren wir den CO2-Fussabdruck um den Faktor zwei bis vier und sparen bis zu 75 Prozent Material gegenüber einer herkömmlichen Bauweise», erläutert Kurath. Die Kombination aus vorgespannten Carbonfasern und Beton bietet hervorragende strukturelle Eigenschaften: Carbon absorbiert Zugkräfte, während Beton Druck- und Querkräfte aufnimmt. Dadurch entstehen bei Belastung keine Risse, und die Platten behalten ihre Form und Tragfähigkeit bei geringerer Dicke.

    Industrielle Fertigung und Zukunftsaussichten
    Die CPC-Platten werden im ersten Werk in Deutschland von Holcim hergestellt, während die Carbonfasern in der Schweiz produziert werden, zukünftig mit biobasiertem Kohlenstoff. «Die entwickelten Platten sollen künftig auch hierzulande produziert und das neue Bausystem breit im Hochbau eingesetzt werden können – gerade der Schweizer Markt ist dafür prädestiniert», sagt Kurath. Ein Schwerpunkt der weiteren Forschung liegt auf der Optimierung der Platten für Schall- und Brandschutz sowie auf erdbebensicheren Konstruktionen. Innovative Verbindungstechniken ermöglichen nahezu endlose horizontale Ebenen ohne zusätzliche Verbindungselemente, was die Flexibilität und Effizienz des Bauens weiter erhöht.