Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Biofilme im Waschbecken als Brutstätten für Krankheitserreger

    Biofilme im Waschbecken als Brutstätten für Krankheitserreger

    Waschbecken sind nicht nur alltägliche Bestandteile unserer Haushalte, sondern auch potenzielle Brutstätten für gefährliche Mikroben. Laut der Flinders University bilden sich in den Abflüssen und rund um die Wasserhähne sogenannte Biofilme, schleimige Beläge aus Mikroorganismen, die schwere Infektionen verursachen können. Diese Mikroben stammen nicht nur aus dem Wasser, sondern werden oft durch das Händewaschen von Patienten oder Personal eingebracht.

    Überraschende Erkenntnisse aus der Studie
    Die Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Science of the Total Environment, enthüllt, dass Waschbecken in Privathaushalten eine grössere Bakterienvielfalt aufweisen als jene in Krankenhäusern. Besonders besorgniserregend ist die häufigere Präsenz von Legionella-Bakterien in Haushaltsproben, die die gefährliche Legionärskrankheit auslösen können. Diese Bakterien gedeihen in Warmwassersystemen und stellen ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

    Hygienemassnahmen: Schlüssel zur Infektionsprävention
    Die Studie unterstreicht die Bedeutung gründlicher Reinigungs- und Desinfektionsmassnahmen in Waschräumen, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Besonders in Krankenhäusern, wo Patienten mit geschwächtem Immunsystem betreut werden, ist dies entscheidend. Aber auch in Privathaushalten, insbesondere bei häuslicher Pflege, sollte die Waschraumhygiene nicht vernachlässigt werden.

    Harriet Whiley, Associate Professorin an der Flinders University, betont, dass regelmässige und gründliche Reinigung notwendig ist, um die Bildung von Biofilmen zu verhindern und so die Gesundheit der Menschen zu schützen.

  • Sensortechnologie revolutioniert Raumklimaoptimierung

    Sensortechnologie revolutioniert Raumklimaoptimierung

    Während Hitzewellen belasten, suchen viele Unternehmen nach Lösungen, um die Raumtemperatur in Büros und Arbeitsräumen angenehm und energieeffizient zu gestalten. Die Empa-Forscherin Agnes Psikuta setzt dabei auf fortschrittliche Sensortechnologie. Ihre «smarten Dummys» namens ANDI und HVAC, ausgestattet mit einer Vielzahl an Sensoren, analysieren das Raumklima in Echtzeit und helfen, Arbeitsplätze nachhaltig auf Wohlfühltemperatur zu bringen.

    Der intelligente Dummy «HVAC» misst detailliert Lufttemperatur, Feuchtigkeit und Luftbewegung in Büroräumen und analysiert Wärmequellen, um das Zusammenspiel zwischen Heizung, Kühlung und Luftzirkulation besser zu verstehen. ANDI hingegen erfasst die gesamte Wärmebilanz eines typischen Menschen unter diesen Bedingungen. Diese Messungen erlauben es, Gebäude effizienter zu klimatisieren, ohne Komfort einzubüssen.

    Optimierungspotenzial für Büro- und OP-Räume
    Die gesammelten Daten sollen nicht nur helfen, den Energiebedarf in Büros zu reduzieren, sondern auch zur Verbesserung von klimatischen Bedingungen in Operationssälen beitragen. Die präzisen Messungen durch HVAC und ANDI unterstützen die ideale Positionierung von Wärmelampen, um Patienten vor Unterkühlung zu schützen, ohne das OP-Team zu überhitzen.

  • Bank setzt auf Netto-Null bis 2030 im eigenen Betrieb

    Bank setzt auf Netto-Null bis 2030 im eigenen Betrieb

    Die ZKB will ihre betrieblichen Emissionen bis 2030 auf Netto Null reduzieren. Seit 2010 hat die Kantonalbank ihren Ausstoss an Treibhausgasen bereits um ca. 70 Prozent gesenkt, erläutert Marit Kruthoff von der Fachstelle Leistungsauftrag der ZKB in einer Interview im Blog der Kantonalbank. Gesamthaft ist das Ziel die kontinuierliche Senkung der CO2-Äquivalent-Emissionen (CO2e) und die Steigerung der betriebsökologischen Leistung. Bis 2030 will die ZKB ihre betrieblichen Emissionen auf maximal 1’800 Tonnen CO2e pro Jahr beschränken.

    Diese nicht vermeidbaren Restemissionen will die ZKB über ihr Removal-Portfilio eliminieren. Dabei wird CO2 aus der Atmosphäre entfernt und beispielsweise in Pflanzen, Böden, Ozeanen oder Zement dauerhaft gespeichert. Die ZKB setzt dabei „auf die Kombination der drei Anbieter neustark, climeworks und Bioenergie Frauenfeld“, erklärt Kruthoff.

    Die in Zürich ansässige Ausgründung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, Climeworks, betreibt Anlagen, mit denen CO2 direkt aus der Atmosphäre entfernt und andererseits das aus der Luft eingefangene CO2 dauerhaft gespeichert wird. Bioenergie Frauenfeld mit Sitz im Hauptort von Thurgau nutzt Pyrolyse zur Herstellung von Biokohle und Gas aus Holz. Die dabei entstehende Abwärme wird als Fernwärme genutzt. Neustark aus Bern hat eine Technologie zur Speicherung von CO2 in Abbruchbeton entwickelt. Alle drei Unternehmen erzielen mit ihren Technologien Negativemissionen. Die dabei entstehende Abwärme wird als Fernwärme genutzt. Neustark aus Bern hat eine Technologie zur Speicherung von CO2 in Abbruchbeton entwickelt. Alle drei Unternehmen erzielen mit ihren Technologien Negativemissionen.

  • Kanton Glarus setzt Siedlungs- und Abbaugebiete im Richtplan fest

    Kanton Glarus setzt Siedlungs- und Abbaugebiete im Richtplan fest

    Im Rahmen der kommunalen Nutzungsplanung von Glarus Nord hat das Departement Bau und Umwelt des Kantons Glarus das Siedlungsgebiet der Gemeinde offiziell im kantonalen Richtplan festgesetzt. Dies geschieht nach einer eingehenden Überprüfung der Auslastung der Wohn-, Misch- und Kernzonen, die nun den strengen bundes- und kantonalen Vorgaben zur Bauzonendimensionierung entsprechen. Diese Festsetzung unterstützt das Ziel, Zersiedelung zu verhindern und die Landschaft zu bewahren, und bietet gleichzeitig den Grundeigentümern in Glarus Nord langfristige Planungs- und Rechtssicherheit, was für die wirtschaftliche Entwicklung des Kantons von erheblicher Bedeutung ist.

    Erweiterung des Abbaugebiets Haltengut in Mollis
    Zusätzlich zur Festsetzung des Siedlungsgebiets wurde das Abbaugebiet Haltengut im Ortsteil Mollis im kantonalen Richtplan erweitert. Diese Massnahme ist das Ergebnis einer sorgfältigen Abstimmung der Nutzungsplanung durch die Gemeinde Glarus Nord, die die Umweltverträglichkeit des Projekts nachgewiesen hat. Die Erweiterung des Abbaugebiets trägt zur bedarfsgerechten Ver- und Entsorgung bei und stellt eine wichtige raumplanerische Zusammenarbeit zwischen Kanton und Gemeinde dar.

    Genehmigungsverfahren auf Bundesebene
    Die Fortschreibungen des kantonalen Richtplans 2018 wurden nach Konsultation der Nachbarkantone beim Bundesamt für Raumentwicklung zur Genehmigung eingereicht. Mit der Festsetzung der Siedlungs- und Abbaugebiete hat der Kanton Glarus einen bedeutenden Schritt im Genehmigungsverfahren der kommunalen Nutzungsplanung von Glarus Nord abgeschlossen. Die Beschlüsse sind ab sofort verbindlich und schaffen klare Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung der Region.

  • Die vielseitige Welt des Holzes

    Die vielseitige Welt des Holzes

    Nutzung des Holzes
    Nach einer gewissen Zeit erreicht der Baum sein Wachstumslimit. Dies ist der perfekte Zeitpunkt, um den Baum zu fällen – er ist bereit zur Ernte. Je nach Baumart variiert die Dauer bis zur Erntereifen zwischen 60 und 150 Jahren. Bis dahin hat der Baum genug Zeit gehabt, sich durch Samen in den Lücken des Waldes zu vermehren. Die Pflanzen im Jungwald, die am besten an die lokalen klimatischen Bedingungen angepasst sind, setzen sich durch. Auf diese Weise bleibt der Wald dank natürlicher Selektion gesund. Bei der Durchforstung werden begehrte und gut gewachsene Bäume als Zukunftsbäume stehen gelassen. Durch das hohe Lichtangebot in den Lücken, die durch gefällte Bäume entstehen, können sich am Boden eine Vielzahl von Sträuchern und einjährigen Pflanzen ansiedeln – die Biodiversität in einem so bewirtschafteten Wald nimmt zu.

    Der majestätische Wald der Schweiz
    Etwa ein Drittel der gesamten Landfläche der Schweiz ist von geschütztem Wald bedeckt. Dieser Wald bietet Schutz vor Naturkatastrophen, ist Lebensraum für Tiere und Pflanzen, ein Ort der Erholung und Freizeit sowie eine Holzquelle. Nachhaltigkeit ist ein grundlegendes Prinzip, das verlangt, dass der Wald all diese Funktionen langfristig erfüllt, ohne mehr Holz zu ernten, als nachwächst. Im Schweizer Wald wächst alle zehn Minuten genug Holz nach, um ein Einfamilienhaus zu bauen. Die Schweizer Wälder bestehen zu etwa 60% aus Nadelbäumen und zu 40% aus Laubbäumen. Ein Grossteil des geschlagenen Holzes wird zu Schnittholz und Hobelware verarbeitet, während 10% für die Papier- und Holzwerkstoffplattenherstellung genutzt werden. Ein Viertel wird direkt als Brennholz verwendet. In der Schweiz wächst jährlich rund 10 Millionen Kubikmeter Holz nach, von denen nur die Hälfte genutzt wird. Holz ist ein langlebiger Werkstoff, der selbst nachwächst und eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht spielt. Es ist daher sinnvoll und empfehlenswert, unser eigenes Holz zu nutzen.

    Merkmale von Holz
    Holz ist ein leichtes und zugleich starkes Material, das im Verhältnis zu seinem Gewicht vierzehnmal mehr Gewicht tragen kann als Stahl. Aufgrund seiner natürlichen Zellstruktur sind die statischen Eigenschaften von Holz richtungsabhängig. Längs zur Faser ist Holz am widerstandsfähigsten, da es in dieser Richtung hundertmal höhere Zugkräfte und viermal höhere Druckkräfte aushalten kann als quer zur Faser. Das Verständnis dieser statischen Eigenschaften ist für den Bau mit Holz von entscheidender Bedeutung. Zudem verleiht die warme und angenehme Haptik des Holzes den Räumen eine besondere Atmosphäre. Die Holzfasern im verbauten Holz reagieren ständig auf die Luftfeuchtigkeit und tragen so zu einem ausgeglichenen Raumklima bei.

    Vielfalt der Holzarten – Unterschiede im Wald und im Wohnbereich
    Nicht alle Hölzer sind identisch. Die Merkmale und das Erscheinungsbild von Holz variieren je nach Baumart – es gibt eine breite Palette von leicht bis schwer, weich bis hart und hell bis dunkel. Jede Holzart besitzt daher spezifische Eigenschaften, die sich für unterschiedliche Zwecke eignen. Beispielsweise eignet sich das mit natürlichen Gerbstoffen konservierte Kernholz der Edelkastanie oder der Eiche besonders gut für den Aussenbereich, während die langfaserige Esche für stark beanspruchte Teile verwendet wird. Feinfaserige Hölzer wie Buche oder Ahorn finden Verwendung in der Möbelherstellung. Die Förderung verschiedener Baumarten durch die Verwendung unterschiedlicher Holzarten trägt zur Erhöhung der Biodiversität bei. Jeder Baum wächst individuell, daher kann sein Holz mehr oder weniger Äste aufweisen, breitere oder schmalere Jahresringe haben, etwas heller oder dunkler sein und krumm oder gerade gewachsen sein. Jeder Baumstamm und jedes Teilstück werden entsprechend ihrer Qualitäten genutzt. Ausgewählte Stämme von hoher Qualität werden in Sägewerken zu einer Vielzahl von gesägten Produkten wie Balken, Brettern, Latten, Pfosten und Leimholz verarbeitet. Holz, das krumm und astig ist oder Stämme mit kleinem Durchmesser, werden in Plattenwerken zu Span- und Faserplatten umgewandelt. Die besten Qualitäten werden zu Furnier verarbeitet. Es ist sowohl aus ökologischer als auch aus ökonomischer Sicht entscheidend, die passende Qualität für den jeweiligen Anwendungsbereich im Voraus mit dem Lieferanten festzulegen.

    Holzwerkstoffe
    Die grossen Formate der Holzwerkstoffe haben einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des modernen Holzbaus geleistet. Die Produktion von Holzwerkstoffen folgt einem simplen Prinzip: Das Holz wird in Bretter, Späne oder Fasern zerkleinert und anschliessend mithilfe von Leim in eine neue Form gebracht. Dadurch entstehen Produkte mit einheitlichen Eigenschaften in festgelegter Dicke und Grösse. Holzwerkstoffe bieten somit einen Mehrwert und eröffnen vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten mit Holz. Als kostengünstiges Baumaterial für den täglichen Bedarf sind Holzwerkstoffe unverzichtbar und in einer breiten Auswahl bei Holzhändlern und Baumärkten erhältlich.

  • Ein Schlüssel zur Bekämpfung des Wohnungsmangels in der Stadt Zürich

    Ein Schlüssel zur Bekämpfung des Wohnungsmangels in der Stadt Zürich

    Die Wohnungsnot in der Stadt Zürich ist alarmierend. Mit einer Leerstandsquote von nur 0,06% besteht ein massiver Bedarf an neuem Wohnraum. Eine überparteiliche Initiative setzt genau hier an und fordert die Anpassung der Bauvorschriften, um bestehende Gebäude flächendeckend aufstocken zu können. Diese Massnahme könnte dazu beitragen, schnell zusätzlichen Wohnraum zu schaffen und dem enormen Druck auf dem Zürcher Wohnungsmarkt entgegenzuwirken.

    Holzbau als ideale Lösung für Aufstockungen
    Der Holzbau bietet sich aufgrund seines geringen Eigengewichts besonders für Aufstockungen an. Im Vergleich zu massiven Baumaterialien ermöglicht Holz den Ausbau von Bestandsgebäuden, ohne die darunterliegenden Strukturen erheblich zu belasten. So lassen sich sogar mehrgeschossige Aufstockungen realisieren, ohne dass umfangreiche statische Verstärkungen notwendig sind. Zudem punktet Holz durch seine hervorragenden energetischen Eigenschaften, was zu signifikanten Einsparungen bei den Heizkosten führt.

    Synergie von Raumgewinn und Energieeffizienz
    Aufstockungen bieten nicht nur zusätzlichen Wohnraum, sondern auch die Möglichkeit, die gesamte Gebäudehülle zu erneuern und energetisch zu optimieren. Dies verbessert die Energieeffizienz des gesamten Gebäudes, was langfristig zu geringeren Betriebskosten führt. Der neu geschaffene Raum, der in der Regel hochwertig und daher gut vermietbar ist, trägt dazu bei, die Investitionen in die Aufstockung und energetische Sanierung zu amortisieren.

    Initiative stösst auf breite Unterstützung
    Die Initiative «Mehr Wohnraum durch Aufstockung – quartierverträglich und nachhaltig» hat bereits breite Unterstützung gefunden. Bereits vor Ablauf der Sammelfrist wurden über 4000 Unterschriften eingereicht, was das grosse Interesse der Bevölkerung an dieser Lösung unterstreicht. Die Umsetzung dieser Initiative könnte ein wichtiger Schritt sein, um dem Wohnungsmangel in Zürich effektiv entgegenzuwirken und gleichzeitig nachhaltige Baupraktiken zu fördern.

  • Forschungscampus «co-operate» in Dübendorf erfolgreich erweitert

    Forschungscampus «co-operate» in Dübendorf erfolgreich erweitert

    Der Ausbau des Forschungscampus in Dübendorf, der von 2021 bis 2024 stattfand, umfasst ein hochmodernes Laborgebäude, ein Multifunktionsgebäude und ein neues Parkhaus. Diese Infrastrukturmassnahmen sind entscheidend, um den steigenden Anforderungen der Forschung gerecht zu werden. Die zusätzlichen 30 Labors und Büros bieten den Forschenden eine verbesserte Arbeitsumgebung, die den neuesten technologischen und umweltfreundlichen Standards entspricht.

    Nachhaltigkeit und Innovation Hand in Hand
    Ein besonderes Merkmal des neuen Campus ist der Fokus auf nachhaltige Energiegewinnung und -nutzung. Ein neu entwickeltes Hochtemperatur-Erdsondensystem speichert Abwärme im Sommer und nutzt diese im Winter zur Beheizung der Gebäude. Diese und weitere technologische Innovationen, die direkt aus den Labors der Empa und Eawag stammen, werden nicht nur auf dem Campus angewendet, sondern auch weiter erforscht, um ihre Effizienz und Umweltverträglichkeit zu optimieren.

    Ein grüner und autofreier Campus
    Um das Campus-Gelände umweltfreundlicher und fussgängerfreundlicher zu gestalten, wurden bestehende Parkplätze ins neue Parkhaus verlegt und das Gelände umfassend begrünt. Ein «Grüngürtel» verbindet die beiden Forschungsinstitute und schafft eine einladende Atmosphäre für Mitarbeitende und Besucher. Der neue Campusplatz beim NEST bietet zudem einen attraktiven Freiraum für Austausch und Erholung.

    Blick in die Zukunft
    Mit der Fertigstellung des Projekts «co-operate» haben Empa und Eawag nicht nur ihre Forschungsinfrastruktur modernisiert, sondern auch die Basis für zukünftige Innovationen gelegt. Die Kombination aus modernster Bauweise, nachhaltiger Energienutzung und einer verbesserten Arbeitsumgebung fördert die Spitzenforschung und stärkt die Position der Schweiz als führenden Standort für wissenschaftliche Innovationen.

  • Eine kosteneffiziente Alternative zu konventionellen Kraftwerken

    Eine kosteneffiziente Alternative zu konventionellen Kraftwerken

    Laut der Studie des Fraunhofer ISE sind PV-Freiflächenanlagen und Onshore-Windenergieanlagen derzeit die kostengünstigsten Technologien zur Stromerzeugung in Deutschland. Die Stromgestehungskosten für diese Anlagen liegen zwischen 4,1 und 9,2 Cent pro Kilowattstunde und unterbieten damit nicht nur andere erneuerbare Energien, sondern auch alle konventionellen Kraftwerkstypen.

    Batteriespeicher als wertvolle Ergänzung
    Photovoltaik-Batteriesysteme haben Stromgestehungskosten, die je nach Standort und Batteriesystem zwischen 6,0 und 22,5 Cent pro Kilowattstunde variieren. Dies zeigt das enorme Potenzial dieser Technologie, insbesondere in Kombination mit Freiflächen-PV-Anlagen und Windparks. Dr. Christoph Kost vom Fraunhofer ISE betont die Vorteile solcher Kombinationen: «Durch die Kombination können Netzkapazitäten besser ausgenutzt werden.»

    Kostensenkungen bis 2045 erwartet
    Die Studie gibt auch eine Prognose für die Kostenentwicklung bis 2045 ab. Kleine PV-Dachanlagen könnten dann Strom für 4,9 bis 10,4 Cent pro Kilowattstunde liefern, während PV-Freiflächenanlagen auf 3,1 bis 5,0 Cent pro Kilowattstunde kommen könnten. Auch für kleine PV-Batteriesysteme werden deutliche Kostensenkungen auf 7 bis 19 Cent pro Kilowattstunde erwartet, vorausgesetzt die Speicherpreise sinken wie prognostiziert.

    Flexible Kraftwerke bleiben notwendig
    Trotz der positiven Entwicklungen bei erneuerbaren Energien bleiben flexibel regelbare Kraftwerke als Back-up unverzichtbar. Biogas- und Biomassekraftwerke könnten diese Rolle teilweise übernehmen, jedoch zu deutlich höheren Kosten. So liegen die Stromgestehungskosten für Biogas zwischen 20,2 und 32,5 Cent pro Kilowattstunde und für Biomasseanlagen zwischen 11,5 und 23,5 Cent pro Kilowattstunde.

    Wasserstoffkraftwerke als Ergänzung
    Die Studie zeigt auch die Kosten für wasserstoffbetriebene Gas- und Dampfturbinenkraftwerke im Jahr 2030 auf: Sie betragen zwischen 23,6 und 43,3 Cent pro Kilowattstunde. Diese Kosten resultieren aus den hohen Ausgaben für CO2 und Wasserstoffbeschaffung. Paul Müller vom Fraunhofer ISE betont die Notwendigkeit dieser Technologien als Ergänzung: «Wir benötigen sie als wichtige Ergänzung. Allerdings wird ihr Betrieb auf das Nötigste beschränkt sein.»

    Die Ergebnisse der Fraunhofer-Studie verdeutlichen, dass Photovoltaik-Anlagen mit Batteriespeichern nicht nur eine kosteneffiziente, sondern auch eine zukunftssichere Alternative zu konventionellen Kraftwerken darstellen. Die erwarteten Kostensenkungen bis 2045 machen erneuerbare Energien zu einer immer attraktiveren Option für die Stromerzeugung.

  • Öffentliche Mitwirkung zum Agglomerationsprogramm Luzern

    Öffentliche Mitwirkung zum Agglomerationsprogramm Luzern

    Das Agglomerationsprogramm Luzern der fünften Generation (AP LU 5G), nimmt erstmals die Städte Sursee und Sempach sowie mehrere neue Gemeinden wie Meierskappel und Neuenkirch auf. Diese Erweiterung des Perimeters unterstreicht die zunehmende Bedeutung der regionalen Kooperation bei der nachhaltigen Entwicklung von Siedlungs- und Verkehrsstrukturen. Der Fokus des AP LU 5G liegt auf der Abstimmung der Verkehrsentwicklung mit der Siedlungsplanung, um die Herausforderungen des Wachstums und der Mobilität in der Region optimal zu bewältigen.

    Schlüsselprojekte Durchgangsbahnhof und Bypass
    Zentral im AP LU 5G sind die Schlüsselprojekte Durchgangsbahnhof Luzern und der Autobahn-Bypass A2 Luzern. Diese vom Bund finanzierten Grossprojekte bilden das Rückgrat der langfristigen Verkehrsplanung im Raum Luzern. Ergänzend dazu sind flankierende Massnahmen und Projekte von Kanton und Gemeinden vorgesehen, wie die Erweiterung von Abstellanlagen und die Schaffung durchgehender Busspuren, um die Leistungsfähigkeit und Flexibilität des Verkehrssystems weiter zu verbessern.

    Investitionen in den Gesamtverkehr und den Fuss- und Veloverkehr
    Das AP LU 5G plant umfassende Investitionen in die Verkehrs- und Siedlungsentwicklung. Der Gesamtverkehr, einschliesslich wichtiger Verkehrsdrehscheiben wie dem Ausbau des Bahnhofs Ebikon, wird mit 216 Millionen Franken bis 2031 gefördert. Auch der Fuss- und Veloverkehr, mit Massnahmen zur Optimierung des kantonalen Velonetzes und der Verbesserung der Naherholung, erhält hohe Priorität. Die Projekte in diesem Bereich werden mit insgesamt 129 Millionen Franken unterstützt.

    Öffentliche Mitwirkung und zukünftige Schritte
    Die öffentliche Mitwirkung bietet Gemeinden, Fachleuten und der interessierten Bevölkerung die Möglichkeit, sich aktiv in die Gestaltung des AP LU 5G einzubringen. Die Stellungnahmen und Anregungen, die bis zum 1. Oktober 2024 eingereicht werden können, fliessen in die Überarbeitung und Finalisierung des Programms ein. Am 2. September 2024 findet in Rothenburg eine Informationsveranstaltung statt, um den Entwurf und die vorgesehenen Massnahmen detailliert zu erläutern. Anmeldungen sind bis zum 28. August 2024 möglich.

    Nach Abschluss der öffentlichen Mitwirkung wird das Programm überprüft und angepasst. Die Verabschiedung durch die Regierung ist für 2025 geplant, bevor das AP LU 5G beim Bund zur Prüfung eingereicht wird.

  • Ressourcenschonender Einsatz von Rückbaumaterialien im Strassenbau

    Ressourcenschonender Einsatz von Rückbaumaterialien im Strassenbau

    Strabag hat zur Aufbereitung von mineralischen Rückbaumaterialien seit Juli Brechtechnik des Herstellers Gipo im Einsatz. Die mobile Steinbrechanlage Gipo-P100 GIGA produziert im Kieswerk Bürglen hochwertige Gesteinskörnungen aus mineralischen Rückbaumaterialien für Strassenbau und Betonherstellung, schreibt das Bauunternehmen in einer Mitteilung.

    Das Kieswerk Bürglen verfüge über ein gemischtes Kiesvorkommen aus verarbeitetem Kies sowie Primär- und Sekundärkiesmaterial. Lagerung und Deponie benötigen Platz. Durch Recycling könnten Ausbaumaterialien hingegen ressourcenschonend für künftige Bauprojekte weiterverwendet werden.

    Ein Bagger befüllt den Trichter der 74 Tonnen schweren Brechanlage mit unsortiertem Abbruchmaterial. Per Förderband durchläuft das Material mehrere Zerkleinerungsstufen, wird gesiebt und von Bauabfällen getrennt, bis das Endprodukt die benötigte Körnung hat. Mit diesem werden die Betonwerke beliefert, die den rückgewonnenen Beton für den Strassenbau verwenden.

    Der in der Mitteilung zitierte technische Leiter des Kieswerks Bürglen, Franco Martinelli, schildert die Leistungskraft des neuen Brechers am Beispiel einer Baustelle in Flawil SG. Dort habe dringender und kurzfristiger Bedarf von 3000 Kubikmeter am gebrochenen, ungebundenen Gemisch 0/45 geherrscht. «Mit dem Brecher hatten wir innerhalb von drei Tagen das benötigte Material verarbeitet und direkt zur Baustelle transportiert. Ohne unseren Gipo-P100 GIGA hätten wir keine Chance gehabt unsere Operativen zu beliefern», heisst es.

    Strabag plant langfristig den Einsatz des Brechers auch direkt auf Baustellen für grössere Rückbau- und Abbrucharbeiten.

  • Real Estate Award 2024: Der Immobilien-Event des Jahres steht bevor!

    Real Estate Award 2024: Der Immobilien-Event des Jahres steht bevor!

    Das Event-Menü für die Real Estate Award Verleihung am 24. Oktober 2024 steht: Nebst einem fleischhaltigen 4-Gänge-Schmaus wartet auch eine leckere vegane Option auf die Gäste. Nur eine von vielen Neuerungen, wie die Geschäftsführerin der Real Estate Award AG, Mara Schlumpf, erklärt: «Unsere Gäste dürfen sich auf einen unvergesslichen Abend freuen. Nebst einem köstlichen kulinarischen Erlebnis haben auch Begegnungen mit bekannten Persönlichkeiten aus der Schweizer Wirtschaft und Politik einen fixen Platz im spannenden Abendprogramm.» Ob auf dem roten Teppich, beim gemütlichen Apéro oder beim gehobenen Gala-Dinner: Eine bessere Möglichkeit für Networking in der Immobilienbranche bietet sich dieses Jahr wohl kaum.

    Am 24. Oktober 2024 werden in den Kategorien Digital, Projektentwicklung und Innovation, Vermarktung und erstmals auch in der neugeschaffenen Kategorie Nachhaltigkeit die diesjährigen Preisträger gekürt. Aktuell kann auf www.realestateaward.ch für die Favoriten abgestimmt werden. Anwärter auf die begehrten Kristallglas-Trophäen sind:

    Digital: Backbone, Novalytica, QAECY

    Projektentwicklung & Innovation: Cham Group, Redvolution, Topik

    Vermarktung: Emonitor, Fairmarkter, Properti

    Nachhaltigkeit: Flughafen Zürich, Vaudoise&HRS, Zindel United


    Ausserdem wird die Immobilien-Persönlichkeit des Jahres durch die renommierte Real Estate Award Jury gekürt. Für gute Stimmung am Event ist ebenfalls gesorgt: Comedy und Musik runden das abwechslungsreiche Programm ab. «Ich freue mich bereits jetzt auf die Real Estate Award Verleihung im Oktober», sagt Mara Schlumpf. «Der Abend setzt einen neuen Massstab in der Historie des Awards.»
    Tickets für die Verleihung mit Gala-Dinner sind unter www.realestateaward.ch erhältlich.

  • Energetische Sanierungen rechnen sich

    Energetische Sanierungen rechnen sich

    Wüest Partner hat in einer Studie die Wirtschaftlichkeit von energetischen Sanierungen des Schweizer Wohngebäudeparks untersucht. Dabei wurden zwei Szenarien für alle insgesamt 931’000 noch nicht nachhaltig beheizten Wohngebäude durchgespielt, informiert der Dienstleister für die Immobilienbranche in einer Mitteilung zur Studie. Im ersten Szenario wurde eine umfassende energetische Sanierung analysiert, im zweiten Szenario nur der Austausch der Heizungen.

    Hinsichtlich ökologischer Nachhaltigkeit erfüllen beide Szenarien die Vorgabe des Klimagesetzes, erläutert Wüest Partner. Beim Investitionsbedarf bis 2050 kommen die Fachleute des Immobiliendienstleisters auf eine Spanne von 52 Milliarden bis 228 Milliarden Franken. Ihnen stehen Wertsteigerungen zwischen 81 Milliarden Franken beim reinen Heizungsersatz und 168 Milliarden Franken im Falle umfassender energetischer Sanierung gegenüber.

    Der reine Heizungsersatz ist somit durchweg wirtschaftlich attraktiv. Bei umfassenden energetischen Sanierungen gleichen sich Investitionen und Wertsteigerungen des Gebäudebestands insgesamt aus. Bei Mehrfamilienhäusern mit Mietobjekten ist für gut die Hälfte eine kostendeckende Sanierung möglich. Bei selbst genutztem Wohnraum steigt der finanzielle Nutzen durch die erhebliche Einsparung von Heizkosten an.

    Die sinkenden Heizkosten kommen auch Mietenden von sanierten Objekten zugute, da sie einen möglichen Anstieg der Nettomieten in der Regel überausgleichen, schreibt Wüest Partner. «Rein energetische Sanierungen von Mietwohnungen können somit sozial verträglich sein, sodass die ökologische Nachhaltigkeit der sozialen Nachhaltigkeit nicht im Weg stehen muss.»

  • Städtische Wälder sind das Rückgrat von Biocities

    Städtische Wälder sind das Rückgrat von Biocities

    Jerylee Wilkes-Allemann, Senior Scientist im Fachbereich Waldwissenschaften an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften der Berner Fachhochschule (BFH), plädiert dafür, städtischen Wäldern bei der Stadtplanung mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. „Diese Urban Forests bilden das Bindeglied zwischen ländlichen Regionen und städtischem Gebiet“, wird die Forscherin in einem Artikel der BFH zitiert.

    Ihre vielfältigen Leistungen für das Ökosystem machten sie zum „Rückgrat von Biocities“, den Städten der Zukunft. Darin fungieren grüne Räume als zentrale Elemente der ganzheitlichen Gestaltung. Bäume und Baumgruppen, Alleen, Parkanlagen oder stadtnahe Wälder kühlen und wirken so urbanen Hitzeinseln entgegen. Sie liefern Sauerstoff und filtern gleichzeitig Schadstoffe aus der Luft. Zudem bieten sie Erholungsräume. Deshalb sei es auch besonders wichtig, die stadtnahen Wälder, die etwa 18 Prozent des Waldbestands in der Schweiz ausmachen, zu schützen und zu pflegen.

    Um Bäume in die Stadtplanung zu integrieren, brauche es politischen Willen, so die Fachfrau. Doch „leider wird der Nutzen und Wert von Urban Forests von vielen Städten nach wie vor nicht erkannt“. Oft würden Bäume und Baumgruppen „als Last empfunden, stehen scheinbar im Weg und werden entfernt“.

    Auch angesichts des grossen Bedarfs an Wohnraum hätten sie einen schweren Stand. Sie ist jedoch überzeugt, dass Urban Forests auch bei Neubauprojekten möglich sind: „Bei Neubauten sollten die bestehenden Bäume von Anfang an in die Planung integriert werden. Dies ist weitaus sinnvoller, als Baumflächen erst zu fällen und dann wieder zu pflanzen.“

  • Umwelt Arena präsentiert Solarsonnenschirme

    Umwelt Arena präsentiert Solarsonnenschirme

    Die Umwelt Arena präsentiert vor ihrem Restaurant in Spreitenbach zwei neue Photovoltaiksonnenschirme. Wie es in einer Mitteilung heisst, bieten die Schirme am Tage nicht nur Schutz vor den Sonnenstrahlen, sondern können dank ihrer aufspannbaren Solarpaneele auch elektrischen Strom zum Laden elektronischer Geräte wie Smartphones, Laptops oder Tablets generieren.

    In Spreitenbach werden zwei Modelle Solaris 1000W von Streetopia vorgestellt, einem Hersteller mobiler Photovoltaiklösungen aus Teufen. Sie könnten für den Einsatz bei Restaurants oder Firmengebäuden vorgesehen werden. Das kleinere Modell Solaris 600W könnte im heimischen Garten eingesetzt und den Energiebedarf eines Zweipersonenhaushaltes um 30 bis 50 Prozent senken, heisst es in der Mitteilung. Beide Modelle sind den Angaben zufolge leicht zu montieren und funktionieren nach dem Plug-and-Play-Prinzip.

  • Photovoltaikleistung verzehnfacht in den letzten sieben Jahren

    Photovoltaikleistung verzehnfacht in den letzten sieben Jahren

    Thurplus zieht eine positive Bilanz des PV-Ausbaus der vergangenen sieben Jahre. Zwischen 2016 und 2023 konnte der städtische Energieversorger Frauenfelds die Leistung von 144 auf rund 1500 Kilowatt-Peak mehr als verzehnfachen. Allein 2023 seien über 700 Kilowatt-Peak hinzugebaut worden, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Gesamthaft produzieren diese Solaranlagen pro Jahr rund 1,5 Millionen Kilowattstunden Strom. Das entspricht dem durchschnittlichen Verbrauch von etwa 330 Haushalten. In den Jahren von 2016 bis 2023 ist den Angaben zufolge auch die Zahl der Anteilseignerinnen und -eigner an den PV-Bürgerbeteiligungsmodellen von 50 auf 240 gestiegen.

    «Durch aktives Gestalten und die erfolgreiche Umsetzung vieler nachhaltiger PV-Projekte ist es Thurplus gelungen, diese Leistung zu erbringen», wird Fabrizio Hugentobler zitiert, Stadtrat und Vorsteher des Departements Thurplus, Freizeit und Sport. «Mit ihren Angeboten rund um Solarstrom, SolarInvest, PV-Contracting und weiteren Lösungen ist Thurplus gut aufgestellt.»

    Gemäss der städtischen PV-Strategie für Thurplus soll bis 2027 jährlich ein zusätzlicher Anteil von 5 Prozent am Gesamtstromverbrauch von etwa 150 Gigawattstunden zugebaut werden. Das entspricht pro Jahr einer installierten PV-Gesamtleistung von 8 Megawatt-Peak oder einer Stromproduktion von etwa 7,5 Gigawattstunden. Dafür sucht Thurplus geeignete Dächer von Firmen und Institutionen. «Gemeinsam wollen wir weiterkommen und unseren Beitrag dazu leisten, dass die PV-Ausbauziele gelingen», so Thurplus-Geschäftsleiter Peter Wieland.

  • Helion realisiert grosses Solarprojekt bei Tensol Rail

    Helion realisiert grosses Solarprojekt bei Tensol Rail

    Tensol Rail SA hat eine Photovoltaikanlage mit 3082,18 Kilowatt-Peak in Betrieb genommen. Installiert wurde sie vom Chamer Unternehmen Helion, das sich als Schweizer Marktführer für Photovoltaik, Wärmepumpen, Stromspeicher und Ladestationen für E-Autos bezeichnet. Der Auftrag war durch den Energie Pool Schweiz (EPS) erteilt worden.

    Laut einer Mitteilung von Helion handelt es sich bei dieser Anlage sowohl um eines der grössten Projekte des Unternehmens als auch um eines der grössten in der Region. Insgesamt wurden 8111 Module und 18 Wechselrichter auf zwei verschiedenen Trafostationen installiert. Dadurch werden den Angaben zufolge jährlich 350 Tonnen CO2-Emissionen eingespart. Der gesamte Eigenstrom, der von der Photovoltaikanlage auf dem Dach von Tensol Rail erzeugt wird, wird für die interne Produktion benötigt.

    Die Geschäftsleitung des Tessiner Herstellers von Eisenbahnoberbaumaterial und von Zahnstangen für Zahnradbahnen hat sich den Angaben zufolge für diese umfangreiche Investition entschieden, weil sich die erhebliche Steigerung der Energiepreise im Jahr 2023 negativ auf die Geschäftsergebnisse ausgewirkt hat. CEO Roberto Ballina ist davon überzeugt, dass die neue Anlage schon bald Ergebnisse zeigen werde, „sicherlich dank der hervorragenden Arbeit von Helion und unserem Partner EPS. Wir sind sehr froh, in dieses Projekt investiert zu haben, das uns, so hoffen wir, eine vielversprechende Perspektive für die Zukunft bieten wird.“

  • Kanadische Forscher entdecken superschwarzes Holz

    Kanadische Forscher entdecken superschwarzes Holz

    Ein Team um Professor Philip Evans und Doktorand Kenny Cheng von der University of British Columbia stiess während eines Experiments zur Herstellung wasserabweisenden Holzes auf eine erstaunliche Entdeckung, das superschwarze Holz. Dieses Material absorbiert nahezu das gesamte auftreffende Licht und übertrifft damit die Lichtabsorption normaler schwarzer Farbe deutlich.

    „Ultraschwarzes oder superschwarzes Material kann mehr als 99 Prozent des auftreffenden Lichts absorbieren – deutlich mehr als normale schwarze Farbe, die etwa 97,5 Prozent des Lichts absorbiert“, erklärt Professor Evans. In Zusammenarbeit mit der Texas A&M University bestätigten sie, dass das neue Material, das sie Nxylon tauften, weniger als ein Prozent des sichtbaren Lichts reflektiert.

    Die Eigenschaften von Nxylon
    Nxylon, benannt nach der griechischen Göttin der Nacht Nyx und dem griechischen Wort für Holz, Xylon, wird aus nordamerikanischem Lindenholz hergestellt und kann auch aus europäischem Lindenholz gewonnen werden. Das Material benötigt keine Pigmente, um seine tiefschwarze Farbe zu erzeugen, sondern nutzt seine einzigartige Struktur, um Licht einzufangen und Reflexionen zu verhindern. Diese Eigenschaft macht es zu einem idealen Kandidaten für verschiedene Anwendungen, die eine hohe Lichtabsorption erfordern.

    Potenzielle Anwendungen in verschiedenen Branchen
    Die aussergewöhnliche Fähigkeit, Licht zu absorbieren, eröffnet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Nxylon könnte die Effizienz von Solarzellen steigern, indem es mehr Sonnenlicht absorbiert. In der Astronomie könnten superschwarze Materialien die Bildschärfe verbessern, indem sie Streulicht minimieren. Die Entdeckung bietet eine nachhaltige und luxuriöse Alternative zu teuren und seltenen schwarzen Hölzern wie Ebenholz. Es könnte auch als Ersatz für den schwarzen Edelstein Onyx in Schmuckstücken dienen.

    Kommerzialisierung und Zukunftspläne
    Dr. Evans und sein Team planen die Gründung eines Start-up-Unternehmens, der Nxylon Corporation of Canada, um das Material kommerziell zu vermarkten. Sie möchten mit Juwelieren, Künstlern und Designern zusammenarbeiten, um verschiedene Produkte zu entwickeln. Zudem ist der Bau eines kommerziellen Plasmareaktors geplant, um grössere Mengen des Materials herzustellen.

    „Nxylon kann aus nachhaltigen und erneuerbaren Materialien hergestellt werden, die in Nordamerika und Europa weit verbreitet sind, was zu neuen Anwendungen für Holz führt. Die Holzindustrie in Britisch-Kolumbien wird oft als eine untergehende Industrie gesehen, die sich auf Standardprodukte konzentriert – unsere Forschung zeigt ihr grosses ungenutztes Potenzial“, betont Dr. Evans.

    Die Entdeckung könnte somit nicht nur die Solarenergie und Luxusgüterindustrie revolutionieren, sondern auch neue Impulse für die Holzindustrie setzen.

  • Regierungsrat Zürich lädt zur öffentlichen Mitwirkung an den Agglo-Programmen der fünften Generation ein

    Regierungsrat Zürich lädt zur öffentlichen Mitwirkung an den Agglo-Programmen der fünften Generation ein

    Um Bundesmittel zu erhalten, müssen die Agglomerationsprogramme bestimmte Anforderungen erfüllen. Diese beinhalten die Analyse des aktuellen Zustands sowie die Identifikation von Entwicklungstrends in den Bereichen Siedlung, Landschaft und Verkehr. Auf dieser Basis werden Zukunftsszenarien entwickelt und notwendige Massnahmen abgeleitet. Diese Massnahmen können dann zu 30 bis 50 Prozent vom Bund mitfinanziert werden, sofern sie umsetzungsreif sind.

    Die Programme umfassen verschiedene Regionen und fokussieren sich auf spezifische Schwerpunkte. Im Limmattal liegt der Fokus auf multimodalen Umsteigepunkten und der Elektrifizierung des Busverkehrs. In der Stadt Zürich und dem Glattal werden Verkehrsdrehscheiben und Velonetze ausgebaut. Winterthurs Massnahmen konzentrieren sich auf den öffentlichen Verkehr und die fussgänger- und veloverträgliche Stadtentwicklung.

    Das neue Programm für das Unterland und das Furttal legt den Schwerpunkt auf die siedlungsverträgliche Gestaltung von Strassenräumen. Im Zürcher Oberland stehen die Verkehrserreichbarkeit der regionalen Zentren und multimodale Umsteigepunkte im Vordergrund.

    Beteiligung und Mitwirkungsverfahren
    Das öffentliche Mitwirkungsverfahren wurde am 3. Juli 2024 durch Regierungsbeschluss Nr. 765/2024 gestartet und läuft vom 5. August bis zum 20. September 2024. In dieser Zeit sind Städte, Gemeinden, Planungsregionen, Transportunternehmen, Verbände sowie die Öffentlichkeit zur Stellungnahme eingeladen. Auch Nachbarkantone und angrenzende Agglomerationsprogramme wie Schaffhausen und Obersee sind zur Mitwirkung aufgerufen.

    Regierungsrätin Carmen Walker Späh betont die Bedeutung der Programme: „Von einer modernen Infrastruktur profitieren alle. Eine effiziente Infrastruktur ist der Lebensnerv der Wirtschaft.“
    Die Entwürfe der Agglomerationsprogramme und weitere relevante Unterlagen sind ab dem 5. August unter zh.ch/ap5 abrufbar.

  • Abstimmung für den Real Estate Award 2024 eröffnet

    Abstimmung für den Real Estate Award 2024 eröffnet

    Die Online-Abstimmung erfolgt über die Website www.realestateaward.ch. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, ihre Stimme abzugeben und so dazu beizutragen, die Besten der Branche zu küren.

    Die feierliche Verkündung der Sieger wird am 24. Oktober 2024 im Rahmen eines Gala-Dinners im Trafo Baden stattfinden. Dieser exklusive Abend bietet eine hervorragende Gelegenheit, die herausragenden Leistungen der Gewinner zu würdigen und gleichzeitig wertvolle Kontakte in der Immobilienbranche zu knüpfen sowie ein aussergewöhnliches Networking-Erlebnis zu geniessen.

  • Aerogel Architecture Award 2024 zeichnet innovative Projekte aus

    Aerogel Architecture Award 2024 zeichnet innovative Projekte aus

    Der diesjährige «Aerogel Architecture Award» suchte Projekte, die das Potenzial des hochleistungsfähigen Dämmmaterials Aerogel in der Architektur und im Bauwesen demonstrieren. In der Kategorie «Realisierte Projekte» setzte sich das Sanierungsprojekt «Stringi-Stringi» aus Livorno, Italien, durch. Das vom Architekturbüro SB Ingegneria betreute Projekt optimierte ein schlecht isoliertes Gebäude aus dem Jahr 1939 durch fünf entscheidende Maßnahmen: Dachisolierung, Fassadensanierung, Umstellung der Heizung auf Wärmepumpe, Installation einer Photovoltaik-Anlage und Erneuerung der Fenster mit Aerogel-Dichtung. Der flexible Einsatz von Aerogel ermöglichte die energetische Aufwertung der Fassade, ohne das historische Erscheinungsbild zu verändern.

    Innovative Sanierungskonzepte
    Den zweiten Platz belegte der Kindergarten Eversbuschstrasse in München, dessen 120 Jahre altes Gebäude mit einfachen Mitteln und Aerogel-Materialien in einen Integrationskindergarten umgewandelt wurde. Das Projekt fokussierte auf die Wiederverwendung vorhandener Strukturen und Materialien, wobei Aerogel maximale Wärmedämmung und gestalterische Freiheit bot. Auf dem dritten Platz landete das Andreas-Schubert-Gebäude der Technischen Universität Dresden. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde mit einer 50 mm dicken Aerogel-Dämmung versehen und energetisch optimiert, während die charakteristische Fassade erhalten blieb.

    Visionäre Studierendenprojekte
    In der Kategorie «Studierendenprojekte» gewann das brasilianische Duo Amanda Sayuri Hashimoto und Guilherme Pinheiro e Silva mit ihrem Projekt «Tassi Museum». Sie planen die Renovierung des durch einen Brand beschädigten «Hotel Tassi» in Curitiba und dessen Umwandlung in ein Museum. Aerogel-Isolation an der Fassade und eine Überdachung des Innenhofs aus Aerogel-Schichten innerhalb von Glasscheiben verbessern die Energieeffizienz, ohne die historische Substanz zu beeinträchtigen.

    Kreative Ansätze für soziale Architektur
    Den zweiten Rang belegte Patricia Malota aus Polen mit ihrem Entwurf für ein städtisches Zentrum für psychische Gesundheit in Krakau. Ihr Konzept nutzt lichtdurchlässige Aerogel-Fassaden, um eine helle, einladende Atmosphäre zu schaffen. Den dritten Platz errangen Michael Chang und Adrian Corbey von der Harvard University mit ihrem «Aeroblock»-Projekt. Sie schlugen eine zeitgemäße Isolierung für die Glasfassade des Carpenter Centers for Visual Arts vor, ohne die ikonische Optik des Gebäudes zu beeinträchtigen.

    Weitere Informationen zu allen eingereichten Projekten sind auf der Website der Empa verfügbar.

  • Rezyklierter Zement eignet sich am besten für CO2-Mineralisierung

    Rezyklierter Zement eignet sich am besten für CO2-Mineralisierung

    Zement-Recycling ist ein günstiger und effizienter Weg zu niedrigeren Emissionen, wenn der Zement mit emittiertem und atmosphärischem CO2 dauerhaft mineralisiert wird. Unter den zehn in einer Studie untersuchten Technologien ist jene, die dafür rezyklierten Zementstein aus Abrissbeton von Infrastrukturen und Gebäuden nutzt, am effektivsten und wirtschaftlichsten. Sie hat das Potenzial, die Emissionen aus der Zementproduktion um rund 15 Prozent zu senken. Das hätte im Jahr 2020 insgesamt 0,8 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen entsprochen.

    Zu diesem Ergebnis kommt eine von Forschenden des Imperial College London geleitete Studie, an der auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) sowie der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) beteiligt sind.

    Laut einem Bericht der Empa sind Baumaterialien für etwa 13 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der grösste Teil davon stammt aus der Herstellung von Beton und Stahl. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass CO2-mineralisierter Zement eine führende Technologie sein könnte, die uns bei der Dekarbonisierung des Sektors hilft“, wird Studienhauptautor Rupert J. Myers darin zitiert.

    Zwar werde eine breitere Anwendung der CO2-Mineralisierung durch Altbeton oder andere Industrieabfälle auf Kalziumbasis durch die Menge des zu karbonisierenden Materials begrenzt, so Mitautorin Ellina Bernard vom Empa-Labor für Beton und Asphalt. „CO2-Einsparungen von 15 Prozent bei der Herstellung von Baumaterialien sind allerdings nicht zu vernachlässigen.“ Nun müsse weiter an der Optimierung der Technologien zur CO2-Abscheidung und -Verwertung sowie an der Kostensenkung gearbeitet werden.

  • Punkt Rufer unterstützt Bern bei Kreislaufwirtschaft

    Punkt Rufer unterstützt Bern bei Kreislaufwirtschaft

    Punkt Rufer erstellt ein Programm für das Tiefbauamt der Stadt Bern (TAB). Wie es in einer Mitteilung des Beratungsbüros für Unternehmens- und Nachhaltigkeitsentwicklung aus Bern heisst, besteht das zweijährige Projekt aus fünf Modulen, die der Stärkung der Kreislaufwirtschaft (KLW) bei zukünftigen Bauvorhaben und der bestehenden Infrastruktur dienen sollen. Laut eines Beitrages auf LinkedIn von Philipp Rufer, Inhaber & Managing Partner der Punkt Rufer AG, stehen die Wissensvermittlung, ein schlanker Innovationsprozess und daraus abgeleitete Pilotprojekte im Fokus der Zusammenarbeit.

    Im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung der Stadt Bern will die Stadtverwaltung eine Vorbildfunktion einnehmen und in allen Bereichen die Ziele der Agenda 2030 verfolgen. Hierzu gehört eine ressourcenschonende und in der Kreislaufwirtschaft funktionierende lokale und regionale Wirtschaft. Punkt Rufer begleitet hierfür das Projekt von der Initiierung, über die Konzeption, die Entwicklung und Implementierung einer ausgewählten KLW-Strategie. Nach der Implementierung erfolgt die abschliessende Begleitung der TAB-Mitarbeitenden mit dem Ziel einer motivierten Einstellung gegenüber der Kreislaufwirtschaft.

  • Neue Partnerschaft fördert regionale Vernetzung in der Ostschweiz

    Neue Partnerschaft fördert regionale Vernetzung in der Ostschweiz

    Der in St.Gallen ansässige Verein IT rockt! und die collektiv AG arbeiten künftig zusammen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, wird IT rockt! Räumlichkeiten im Coworking Space collektiv (st.gallen) beziehen. Dadurch sei IT rockt! «am Puls des Geschehens», wodurch der Ostschweizer IT-Cluster auch in der Lage sei, sein Angebot für Mitglieder und Mitarbeitende zu erweitern. Ab September ist IT rockt! dann auch bei der Durchführung von Veranstaltungen im collektiv (st.gallen) flexibler als bislang.

    Durch die Zusammenarbeit beider Organisationen werde der Austausch vor Ort gefördert, heisst es in der Mitteilung. So werde die regionale Vernetzung gefördert. «Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit collektiv (st.gallen)», wird Eva De Salvatore, Geschäftsführerin von IT rockt!, in der Mitteilung zitiert. «Die anregende Atmosphäre schafft ideale Bedingungen für unsere IT-Community, und die Region wird von einem solch bereichernden Angebot profitieren.»

    «Toll, einen Partner wie IT rockt! an unserer Seite zu haben», ergänzt Majid Parente, Gründer und CEO der collektiv AG.

  • Markt für Sonnenenergie wächst 2023 um 51 Prozent

    Markt für Sonnenenergie wächst 2023 um 51 Prozent

    Im Jahr 2023 ist der Photovoltaikausbau in der Schweiz im vierten Jahr in Folge im Vergleich zum Vorjahr um über 40 Prozent gewachsen. Konkret betrug das Marktwachstum sogar 51 Prozent. Der neue Rekordwert von insgesamt 1641 Megawatt (MW) entspricht pro Kopf einer Fläche von 0,9 Quadratmetern. Die gesamte installierte Leistung lag zum Jahresende bei 6374 MW. Gemessen an der pro Kopf installierten Photovoltaikleistung liegt die Schweiz im weltweiten Vergleich an neunter Stelle. Das geht aus den Zahlen der vom Bundesamt für Energie veröffentlichten Statistik Sonnenenergie für das Jahr 2023 hervor, die Swissolar in einer Mitteilung zusammenfasst und kommentiert.

    Besonders markant war das Wachstum demnach bei Industrie und Gewerbe (+65 Prozent) und Mehrfamilienhäusern (+59 Prozent). Den Trend zu grösseren Anlagen beurteilt David Stickelberger, Leiter Markt und Politik des schweizerischen Fachverbands für Sonnenenergie, als „sehr positiv. Dächer werden vermehrt vollständig genutzt, damit sinkt der Preis pro produzierte Kilowattstunde weiter.“ Auch die Anzahl der neu installierten Batteriespeicher stieg gegenüber dem Vorjahr um 73 Prozent.

    Bezüglich des neuen Stromgesetzes schlägt Swissolar für dessen Ausgestaltung vor, dass lokale Elektrizitätsgemeinschaften einen höheren Rabatt auf das Netzentgelt erhalten. Zudem müsse die minimale Abnahmevergütung im Hinblick auf sinkende Strompreise mehr Planungssicherheit für Investoren schaffen. Und Netzbetreiber müssten mittels langjähriger Abnahmeverträge für einheimischen Strom aus neuen erneuerbaren Energien stärker in die Pflicht genommen werden.

    Auch die wieder sinkenden Strompreise und der Fachkräftemangel würden das Wachstum bremsen. Daher kämen die ab August 2024 startenden Berufslehren Solarinstallateur:in EFZ und Solarmonteur:in EBA zum richtigen Zeitpunkt.

  • Antworten auf die Herausforderungen der urbanen Zukunft

    Antworten auf die Herausforderungen der urbanen Zukunft

    Derzeit leben rund 56 % der Weltbevölkerung in Städten, eine Zahl, die bis 2050 auf 70 % ansteigen wird. Diese Urbanisierung bringt zahlreiche Herausforderungen mit sich, darunter steigende Ansprüche an Raum und Flächennutzung sowie Zielkonflikte zwischen verschiedenen Sektoren. Eine vorausschauende Planung ist unerlässlich, um Städte, ländliche Räume und die Gebiete dazwischen zukunftsfähig zu gestalten. Die BAU 2025 zeigt, welche Antworten es bereits gibt und wo neue Wege entwickelt werden müssen.

    Verschwimmende Grenzen zwischen Stadt und Land
    Traditionell waren Stadt und Land durch klare geographische und funktionale Grenzen definiert: Städte als Bevölkerungs-, Industrie- und Dienstleistungszentren und das Land als landwirtschaftlich geprägter Raum. Diese Grenzen verschwimmen jedoch zunehmend, und die Herausforderungen für Stadt, Land und den Raum dazwischen werden immer ähnlicher. Themen wie demografischer Wandel, notwendige Infrastruktur, Mobilität sowie nachhaltige Raumplanung und Siedlungsentwicklung betreffen alle Regionen gleichermassen.

    Raumordnung und Raumentwicklung
    Zentral für die nachhaltige Gestaltung unserer Lebensräume sind die Aufgaben der Raumordnung und Raumentwicklung. Diese reichen von der nachhaltigen Flächennutzung und Vermeidung von Flächenversiegelung bis hin zur Förderung sozialer Integration und Lebensqualität. Die «Neue Leipzig Charta» dient als Grundsatzdokument der Nationalen Stadtentwicklungspolitik und bietet einen Leitfaden für innovative und nachhaltige Lösungen in der Stadtplanung und Quartiersentwicklung. Die digitale Transformation und veränderte Ansprüche an Konsum und Mobilität erfordern eine neue Mischung aus Produktion, Arbeit und Wohnen zugunsten lebendiger Quartiere.

    Transformation des Bestands
    Die Anpassung und Aufwertung bestehender Bausubstanz ist eine zentrale Zukunftsaufgabe der Bauwirtschaft. Intelligente Konzepte für die flexible Um- und Weiternutzung bestehender Gebäude helfen, die kulturelle Identität zu bewahren und Emissionen zu minimieren. Beispiele dafür sind die Umnutzung ehemaliger Industrieareale zu lebendigen Stadtquartieren sowie die Innenentwicklung im ländlichen Raum, die vorhandene Bausubstanz revitalisiert und nutzt. Innovative Projekte verknüpfen öffentliche Infrastruktur und soziale Dienstleistungen, fördern nachhaltige Ressourcennutzung und beleben Ortskerne.

    Ökologische Transformation als Zukunftsinvestition
    Die ökologische Transformation unserer Städte und ländlichen Räume ist eine echte Zukunftsinvestition. Sie führt zu klimagerechten Lebensverhältnissen und bietet wirtschaftlichen Mehrwert für alle Beteiligten. Architekten, Innen- und Landschaftsarchitekten sowie Stadtplaner verbinden ökologische, soziale, ökonomische, funktionale und gestalterische Aspekte und unterstützen die Harmonisierung von Einzelinteressen mit dem Gemeinwohl. Prof. Lydia Haack, Präsidentin der Bayerischen Architektenkammer, betont die Bedeutung der «KlimaKulturKompetenz» und die Verantwortung der Mitglieder, die ökologische Transformation im Planen und Bauen voranzutreiben.

    Bezahlbarer Wohnraum
    Bezahlbarer Wohnraum ist entscheidend für die Stabilisierung lokaler Gemeinschaften und der Wirtschaft. Die Schaffung von 400.000 Wohnungen pro Jahr, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, steht im Gegensatz zum Rückgang der Wohnungsbaugenehmigungen. Neue Strategien zur Umnutzung von Bestandsgebäuden, wie Bürogebäuden oder Krankenhäusern, sowie innovative Wohnformen, die auf Gemeinschaft und Offenheit setzen, sind Ansätze zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums und zur Förderung der sozialen Interaktion.

    Neue Formate und Prozesse
    Nachhaltige Entwicklung in der Stadt-, Raum- und Regionalplanung erfordert neue Prozesse, Methoden und Instrumente, um schnell auf aktuelle Herausforderungen reagieren zu können. Die rasante Digitalisierung und der technologische Fortschritt der letzten 20 Jahre erfordern dynamische Prozesse, die kontinuierlich angepasst werden müssen. Szenarienentwicklung und innovative Beteiligungsformate fördern neue Wege der Mitgestaltung und Akzeptanz. Best Practices und skalierbare Impulse werden auf der BAU 2025 ebenso präsentiert wie die dafür notwendigen Produkt- und Systeminnovationen.

  • Universität St.Gallen installiert neue Photovoltaikanlage

    Universität St.Gallen installiert neue Photovoltaikanlage

    Die Universität St.Gallen (HSG) wird in diesem Sommer eine weitere Photovoltaikanlage errichten. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, soll die neue Anlage auf den Dächern des Alumnihauses sowie des Hans-Ulrich-Auditoriums auf dem Gelände des Weiterbildungszentrums Holzweid (WBZ) errichtet werden. Die HSG unterstreicht mit dieser Neuinstallation ihr Bestreben, bis 2030 Netto-Null-Klimaneutralität zu erreichen, heisst es in der Mitteilung.

    Die Anlage wird von den St.Galler Stadtwerken (sgsw) finanziert, gebaut und betrieben. Sie soll eine jährliche Leistung von 83‘000 Kilowattstunden erbringen, das entspricht laut HSG dem Jahresbedarf von 20 Einfamilienhäusern. Die genutzten Dachflächen wurden von HSG-Studierenden in einem Masterprojekt eruiert und auf ihre Eignung untersucht.

    „Die Freude darüber, dass die Anlage nach längerer Planung realisiert werden kann, ist gross“, wird Michael Domeisen, Geschäftsführer der HSG Stiftung, einer der Eigentümer der WBZ-Gebäude, in der Mitteilung zitiert.  „Es ist wichtig, dass möglichst viele von uns einen Beitrag zur nachhaltigen Stromproduktion leisten. Die Dächer sind ideal geeignet für den Bau und Betrieb einer Photovoltaikanlage.“

  • Schweizer Geburtenrate auf historischem Tiefstand

    Schweizer Geburtenrate auf historischem Tiefstand

    Das Bundesamt für Statistik hat die Zahlen zu den natürlichen Bevölkerungsbewegungen in der Schweiz für das Jahr 2023 veröffentlicht. Die Geburtenzahl erreichte einen historischen Tiefstand. Zwischen 2021 und 2023 sank die Zahl der Lebendgeburten um mehr als 10 % auf 80’024 Geburten. Das natürliche Bevölkerungswachstum betrug nur noch 8’200 Personen, etwa die Hälfte des Durchschnitts der letzten zehn Jahre. Die zusammengefasste Geburtenziffer erreichte 1.33 – ein noch nie dagewesener Wert in der Schweiz.

    Geburtenentwicklung: Detaillierte Analyse
    Der Rückgang betrifft sowohl Kinder mit schweizerischer als auch mit ausländischer Staatsangehörigkeit. Die Geburten von Schweizer Kindern sanken um 8 %, bei Kindern mit ausländischer Staatsangehörigkeit um 5 %. Besonders stark ging die Zahl der dritten Kinder zurück (über 11 %). Der Rückgang betrifft vor allem jüngere Mütter: Bei Teenagern und Frauen unter 25 Jahren lag der Rückgang bei über 30 %, während Frauen über 45 Jahre mehr Kinder zur Welt brachten.

    Ursachen des Geburtenrückgangs
    Die Ursachen für den Rückgang der Geburtenrate in der Schweiz sind vielschichtig und komplex. Ein wesentlicher Faktor ist die Individualisierung und die damit einhergehenden veränderten Lebensweisen. Immer mehr Menschen wenden sich von traditionellen Familienmodellen ab und suchen nach Sinn und Erfüllung ausserhalb der Elternschaft.

    Wirtschaftliche Kosten spielen ebenfalls eine bedeutende Rolle. Die hohen Wohnkosten, die Ausgaben für Kinderbetreuung und die Opportunitätskosten, die durch Einkommensverluste entstehen, belasten viele Familien. Diese finanziellen Belastungen machen es für viele Paare schwierig, sich für Kinder zu entscheiden.

    Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Wohnungskrise. Die Knappheit an bezahlbarem Wohnraum erschwert es jungen Familien, geeigneten Wohnraum zu finden, was die Familiengründung zusätzlich behindert.

    Auch geopolitische Unsicherheiten und die sogenannte Öko-Angst tragen zum Geburtenrückgang bei. Viele Menschen machen sich Sorgen um die Zukunft und haben ökologische Bedenken, die ihre Entscheidung, Kinder zu bekommen, negativ beeinflussen.

    Schliesslich spielt auch die Familienpolitik eine Rolle. Im internationalen Vergleich bietet die Schweiz weniger grosszügige Familienförderung. Andere Länder wie Frankreich unterstützen Familien stärker und fördern damit auch die Geburtenrate.

    Ein Rückgang der Geburtenrate hat erhebliche Auswirkungen
    Der Rückgang der Geburtenrate könnte erhebliche Auswirkungen auf verschiedene Bereiche haben. Ein besonders betroffenes Gebiet ist der Arbeitsmarkt. Der bestehende Arbeitskräftemangel könnte sich weiter verschärfen, was die Schweiz stärker auf Zuwanderung angewiesen macht, um den Bedarf an Arbeitskräften zu decken.

    Auch die Sozialversicherungen könnten unter dem Geburtenrückgang leiden. Eine steigende Lebenserwartung bei gleichzeitig sinkenden Geburtenzahlen könnte zu erheblichen Ungleichgewichten in den Sozialversicherungssystemen führen. Dies könnte langfristig die finanzielle Stabilität der Renten- und Gesundheitssysteme gefährden.

    Der Immobilienmarkt würde ebenfalls beeinflusst werden. Die Nachfrage nach kleineren Wohnungen könnte steigen, während grosse, abgelegene Häuser an Attraktivität verlieren könnten. Dies würde zu einer Verschiebung der Nachfrage führen, wobei zentral gelegene und gut erreichbare kleine Wohnungen bevorzugt werden. Gleichzeitig könnte der Bedarf an öffentlichen Infrastrukturen, wie Schulen, sinken, während die Nachfrage nach Einrichtungen zur Kinderbetreuung möglicherweise steigen würde, um die Bedürfnisse der arbeitenden Eltern besser zu unterstützen.

    Wiederanstieg der Geburten im Jahr 2024?
    Die ersten Zahlen zu den Geburten im Jahr 2024 lassen keinen Trendwechsel erwarten. Zwischen Januar und April 2024 wurden 24’300 Babys geboren, eine stabile Zahl im Vergleich zu 2023. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Geburtenzahlen auf diesem niedrigen Niveau stabilisieren werden.

    Der Rückgang der Geburtenrate in der Schweiz ist ein komplexes Phänomen mit weitreichenden Folgen. Um den Herausforderungen zu begegnen, sind umfassende Massnahmen und eine vorausschauende Planung erforderlich. Dies betrifft nicht nur die Wirtschaft, sondern auch den sozialen Zusammenhalt und die Gestaltung unserer Lebensräume.

  • Schneeabschmelzung und Wirtschaftlichkeit in der Praxis bei PVT-Module

    Schneeabschmelzung und Wirtschaftlichkeit in der Praxis bei PVT-Module

    In ihrer prämierten Bachelorarbeit an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften untersuchen Fabian Maag und Marc Willi das Potenzial von photovoltaisch-thermischen Modulen zur Steigerung der Winterstromproduktion. Die PVT-Module der Sunmaxx PVT GmbH nutzen eine Flüssigkeitserwärmung, um Schnee von den Modulen abzuschmelzen und so den Stromertrag zu erhöhen. Ihre Messungen zeigen, dass durch das gezielte Abschmelzen des Schnees die Stromproduktion im Winter um durchschnittlich 34 % gesteigert werden kann.

    Effizienz durch Schneeabschmelzung
    Die Untersuchung ergab, dass die Kombination aus höherer Eintrittstemperatur und kontinuierlichem Abschmelzen während des Schneefalls besonders effektiv ist, um Schneebedeckungen zu minimieren. Diese Methode bewährt sich vor allem in schneereichen Regionen und auch in tieferen Lagen, da der zusätzliche Stromertrag die benötigte Schmelzenergie stets übersteigt.

    Wirtschaftliche Rentabilität
    Die Wirtschaftlichkeitsanalyse zeigt, dass sich die Mehrkosten für die Installation einer PVT-Anlage durch das Abschmelzen von Schnee ab einem Strompreis von 0,39 CHF/kWh amortisieren. Somit sind die PVT-Module nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich attraktiv, insbesondere in Regionen mit hohem Schneefall.

    Anerkennung und Förderung junger Talente
    Für ihre praxisorientierte und zukunftsweisende Arbeit wurden Maag und Willi mit dem regionalen Siemens Excellence Award ausgezeichnet und sind für den nationalen Siemens Excellence Award 2025 nominiert. Gerd Scheller, Country CEO von Siemens Schweiz, betont die Bedeutung der Förderung junger Talente: «Mit dem Excellence Award möchten wir junge Menschen motivieren, sich mit wissenschaftlichen Themen zu beschäftigen, die in der Praxis umsetzbar sind.»

    Zukunftsperspektiven im Bereich MINT
    Der Siemens Excellence Award ist Teil des Programms «Future Creators», das den Dialog mit dem Nachwuchs fördert und junge Talente im Bereich MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) unterstützt. Gerd Scheller unterstreicht: «Mit diesem Engagement begleiten wir junge Menschen in ihrer Entwicklung und Ausbildung und unterstützen sie dabei, ihre Zukunftschancen zu nutzen.»

    Die Arbeit von Maag und Willi bietet wertvolle Einblicke in die Anwendung von PVT-Modulen zur Effizienzsteigerung der Winterstromproduktion. Ihre Erkenntnisse tragen nicht nur zur wissenschaftlichen Diskussion bei, sondern bieten auch praktische Lösungen für die Herausforderungen der Energiewende.

  • Vier Ostschweizer Kantone stärken Zusammenarbeit für eine vernetzte Zukunft

    Vier Ostschweizer Kantone stärken Zusammenarbeit für eine vernetzte Zukunft

    Am 4. Juli 2024 haben die Regierungen der Kantone St.Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden und Thurgau eine Erklärung zur engeren strategischen Zusammenarbeit unterzeichnet. Dieser Schritt markiert den Beginn eines intensiven Kooperationsprozesses, der die Ostschweiz stärken und vernetzen soll. Die gemeinsame Erklärung unterstreicht das Engagement der vier Kantone, zusammen Lösungen für gemeinsame Herausforderungen zu finden und umzusetzen.

    Gemeinsames Engagement für den Bodenseeraum
    Bereits zuvor hatten die vier Kantone angekündigt, sich gemeinsam für die Etablierung des internationalen Bodenseeraums auf nationaler Ebene im Rahmen des Raumkonzepts Schweiz zu engagieren. Dieses Vorhaben wurde in Wirtschaft und Öffentlichkeit positiv aufgenommen und verdeutlichte das Potenzial einer engeren Zusammenarbeit zur Stärkung der gesamten Ostschweiz.

    Strategische Handlungsfelder und jährliche Diskussionen
    Die Erklärung hebt die Zusammenarbeit auf eine strategische Ebene. Die Regierungen der vier Kantone werden jährlich Handlungsfelder für eine Zusammenarbeit diskutieren und das Kooperationspotenzial bewerten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltungen sind eingeladen, Vorschläge einzubringen und bei der Auswahl der Handlungsfelder mitzuwirken.

    Zu den möglichen strategischen Handlungsfeldern gehören unter anderem die Raumentwicklung, Verkehr, Bildung und Kultur, Innovation und Digitalisierung, Abwehr von Naturgefahren, Krisenbewältigung und Sicherheit. Durch die strategische Zusammenarbeit erhoffen sich die Kantone effizientere und wirkungsvollere Lösungen für diese Bereiche.

    Flexible Kooperationsmodelle
    Die Zusammenarbeit kann je nach Bedarf und Situation in unterschiedlichen Formen stattfinden. Lösungen können entweder von allen vier Kantonen gemeinsam oder von zwei oder drei Kantonen umgesetzt werden. Auch andere Kantone, insbesondere aus der Ostschweiz, können sich an Projekten beteiligen. Jeder Kanton entscheidet individuell, ob eine gemeinsame Lösung für ihn sinnvoll ist und einen Mehrwert bietet.

    Institutionalisierung der Zusammenarbeit
    Ein zentrales Anliegen der Regierungen ist es, den Prozess der strategischen Zusammenarbeit zu starten und anschliessend zu institutionalisieren. Durch diesen Schritt setzen die vier Kantone ein starkes Zeichen für eine engere Zusammenarbeit und eine vernetzte Zukunft der Ostschweiz.

    Die Unterzeichnung der Erklärung zur engeren Zusammenarbeit markiert einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zu einer stärkeren und effizienteren Ostschweiz. Gemeinsam wollen die Kantone Herausforderungen meistern und die Region nachhaltig weiterentwickeln.

  • Stadtrat bewilligt 300 Millionen Franken für CoolCity

    Stadtrat bewilligt 300 Millionen Franken für CoolCity

    Am 10. Juli 2024 bewilligte der Zürcher Stadtrat Ausgaben von 303,7 Millionen Franken aus dem Rahmenkredit «Thermische Netze» für die Realisierung des Energieverbunds CoolCity. Dieser soll die Innenstadt Zürichs mit erneuerbarer Energie aus dem Zürichsee heizen und kühlen und stellt damit einen bedeutenden Schritt zur Reduktion des CO2-Ausstosses der Stadt auf Netto-Null bis 2040 dar.

    Ausbau der thermischen Netze
    Der Ausbau der thermischen Netze ist einer der grössten Hebel, den die Stadt Zürich hat, um den CO2-Ausstoss zu senken. Fossile Heizungen können durch den Anschluss an die Fernwärme ersetzt und das örtliche Gasverteilnetz etappenweise abgelöst werden. Der Energieverbund CoolCity, der mit 100 Prozent erneuerbarer Energie betrieben wird, soll einen grossen Beitrag dazu leisten.

    Verbundgebiet und Nutzung von Seewasser
    Das Verbundgebiet erstreckt sich vom Hauptbahnhof bis zum Bürkliplatz, begrenzt durch Limmat, Sihl und Schanzengraben. Es umfasst die Perimeter City, Energieverbund Fraumünster und Altstadt. Die dortigen Liegenschaften sollen künftig mit Zürcher Seewasser geheizt und gekühlt werden, was eine Reduktion der Treibhausgasemissionen der angeschlossenen Liegenschaften auf Netto-Null ermöglicht.

    Seewasser- und Energiezentralen als Herzstücke des Verbunds
    Für die Realisierung des Verbunds sind der Bau einer Seewasser- und einer Energiezentrale notwendig. In einer Tiefe von 28 Metern wird auf Höhe des Zürichhorns das Seewasser gefasst und über eine zwei Kilometer lange Leitung zur Seewasserzentrale in der Kurt-Guggenheim-Anlage transportiert. Dort wird dem Seewasser mithilfe von Wärmetauschern Energie entzogen, die dann zum ewz-Unterwerk Selnau geleitet wird. Das abgekühlte Seewasser wird anschliessend in die Limmat zurückgeführt.

    Das Herz des Energieverbunds wird die Energiezentrale im ehemaligen ewz-Unterwerk Selnau sein. Hier wird die aus dem Seewasser gewonnene Wärme bzw. Kälte mittels Wärmepumpen und Kältemaschinen auf die notwendige Temperatur gebracht. Nach umfassenden Untersuchungen hat sich das ewz-Unterwerk Selnau als optimaler Standort herausgestellt, um die technischen und wirtschaftlichen Anforderungen zu erfüllen.

    Etappenweiser Bau zwischen 2025 und 2039
    Die Realisierung des Energieverbunds erfolgt etappiert von 2025 bis 2039 und wird in Abstimmung mit den Straßen- und Werkleitungsprojekten des Tiefbauamts umgesetzt. Die erste Energielieferung ist für 2031 geplant, wobei der kontinuierliche Ausbau bis 2035 das Versorgungsgebiet (ohne den Perimeter Altstadt) grösstenteils erschlossen haben wird. Der Anschluss der Altstadt ist für 2035 bis 2039 vorgesehen.

    Bereits 2023 bewilligte der Stadtrat 8,5 Millionen Franken für Vorinvestitionen aus dem Rahmenkredit. Das ewz hat mit den ersten Bauarbeiten begonnen und erstellt ein Verbindungsbauwerk zwischen den Energieverbunden CoolCity und Fraumünster, das im Frühling 2025 fertiggestellt sein wird.

    Ein wichtiger Schritt in Richtung Klimaneutralität
    Der Energieverbund CoolCity ist ein zentraler Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität der Stadt Zürich. Mit der Nutzung von 100 Prozent erneuerbarer Energie aus dem Zürichsee wird die Innenstadt nachhaltig und umweltfreundlich mit Wärme und Kälte versorgt, was einen bedeutenden Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen leistet.