Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Klimaneutrales Vorzeigequartier

    Klimaneutrales Vorzeigequartier

    Die Stadt Zürich setzt neue Massstäbe in puncto Klimaschutz. Mit dem Beschluss, ein «Pilotquartier Netto-Null» im Raum Binz/Alt-Wiedikon zu etablieren, unterstreicht der Stadtrat sein Engagement für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Dieser Bereich, der industrielle sowie Wohnzonen umfasst, wurde gezielt ausgewählt, um eine breite Palette von Klimaschutzmassnahmen unter realen Bedingungen zu testen. Das Quartier soll zu einem Modell für umweltbewusstes Zusammenleben werden, wobei die Förderung des Gemeinschaftsgefühls eine zentrale Rolle spielt. Der Ansatz, dass Klimaschutz eine gemeinschaftliche Verantwortung ist, soll durch die Einbindung aller BewohnerInnen, unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem beruflichen Hintergrund, in die Projektentwicklung verstärkt werden.

    Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der direkten Partizipation der Quartiersbewohner. Sie werden ermutigt, eigene Vorschläge für Klimaschutzmassnahmen einzubringen und aktiv an deren Umsetzung mitzuwirken. Ergänzend dazu werden zum Start 15 Initiativen aus vorgeschlagen, die unmittelbar angegangen werden. Diese beinhalten unter anderem Massnahmen zur Abfallreduktion und zur Förderung nachhaltiger Ernährung in Gastronomiebetrieben.

    Das «Pilotquartier Netto-Null» dient nicht nur als Testfeld für nachhaltige Stadtentwicklung, sondern auch als Lernumgebung, in der auch das Scheitern von Projekten als wertvolle Erfahrung angesehen wird. Die erfolgreichen Ansätze haben das Potential, auf andere Quartiere übertragen zu werden und somit einen Beitrag zur Erreichung der städtischen Klimaziele zu leisten.

    Für die Realisierung dieses ambitionierten Projekts stellt der Stadtrat einen Kredit in Höhe von 7,7 Millionen Franken bereit, wovon 3 Millionen für Projekte aus lokalen Initiativen und weitere 2,5 Millionen für Partizipationsprojekte vorgesehen sind. Obwohl der Vorschlag breite Unterstützung findet, gibt es auch kritische Stimmen, die ein detaillierteres Konzept für die Umsetzung fordern. Das Parlament der Stadt Zürich, der Gemeinderat, stimmte den Plänen des Stadtrats jedoch mit grosser Mehrheit zu. Mit diesem Vorhaben unterstreicht Zürich seine Führungsrolle im Bereich der klimafreundlichen Stadtentwicklung und setzt ein Zeichen für die Bedeutung lokaler Klimaschutzinitiativen.

  • JURA ECO3 – der sichtbar nachhaltige Zement

    JURA ECO3 – der sichtbar nachhaltige Zement

    Klinker ist der wichtigste Bestandteil von Zement und besteht aus gemahlenem Kalk- und Mergelgestein, welches bei 1450° Celsius gebrannt wird. Der Kohlenstoff aus dem Kalkstein wird beim Brennvorgang in die Atmosphäre freigesetzt. Dies macht rund zwei Drittel der CO2-Emissionen pro Tonne Klinker aus. Einige Zementhersteller ersetzen Klinker mit Hüttensand oder Flugasche, um die CO2-Emissionen zu senken. Allerdings sind diese Stoffe reduziert verfügbar oder müssen importiert werden.

    «In unserem neuesten Zement JURA ECO3 ersetzen wir einen erheblichen Anteil des Klinkers durch Ton», erklärt Emanuel Meyer, Leiter des Technical Competence Center TCC der JURA Materials-Gruppe. «Ton wird bei einer halb so hohen Temperatur gebrannt als Klinker und generiert zwei Drittel weniger CO2-Emissionen. Den Ton gewinnen wir aus der eigenen Tongrube. Der JURA ECO3 Zement enthält zudem am wenigsten graue Energie im Vergleich zu allen anderen Schweizer Zementen. Wird ein Beton mit JURA ECO3 Zement produziert, entstehen insgesamt ca. 20 % weniger CO2-Emissionen pro m3 Beton verglichen mit Hochbaubetonen mit Portlandkalksteinzement.»

    Zertifiziert und erprobt
    Der JURA ECO3 ist der einzige in der Schweiz zugelassene CEM II/C-M (Q-LL) Zement mit Festigkeitsklasse 42.5 N, extern geprüft und zertifiziert nach
    SN EN 197-5. Er ist für den Hochbau (Betonsorten A-C) freigegeben. Die Tiefbauzulassung folgt «Das Produkt bedient den steigenden Bedarf an nachhaltigen Lösungen», erklärt Ralf Schumann, Commercial Director Cement der JURA Materials-Gruppe, «ob von Architekten oder Investoren wie Städten und Gemeinden, Pensionskassen und Versicherungen, bei denen die Klimabilanz eines Bauprojekts eine immer grössere Rolle spielt. Dank dem JURA ECO3 können sie diese wesentlich verbessern.»

    Der JURA ECO3 Zement ist von ecobau als eco1 Produkt zertifiziert. Er eignet sich für Minergie (A-/P-)-ECO Projekte und entspricht der 1. Priorität ecoBKP/ecoDevis. Mit seinem warmen Erdfarbton setzt er auch visuell ein Zeichen für nachhaltiges Bauen. Der JURA ECO3 Zement ist demnächst im KBOB*-Rechner zu finden. Mit diesem können die Umweltwirkungen von einem m³ Beton nach Wahl berechnet werden.

    *KBOB = Koordinationskonferenz der Bau- und Liegenschaftsorgane der öffentlichen Bauherren

    Nebst kleinem CO2-Fussabdruck weist Beton aus JURA ECO3 Zement mit kalziniertem Ton einen wärmeren Farbton auf und setzt auch visuell ein Zeichen für nachhaltiges Bauen. ECAP– Baustelle, Couvet (zVG)

  • CO2-Entfernung in Baumaterialien: CDR-Allianz wächst

    CO2-Entfernung in Baumaterialien: CDR-Allianz wächst

    Neustark wird in den kommenden Jahren für NextGen CDR die hochwertige, dauerhafte CO2-Entfernung aus der Atmosphäre sicherstellen. Die beiden Unternehmen haben laut einer Medienmitteilung eine entsprechende mehrjährige Vereinbarung getroffen.

    Das CO2 wird von Neustark an seinen Standorten in der Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, Frankreich, Grossbritannien und anderen europäischen Ländern entfernt. Dafür hat das Berner ClimateTech-Unternehmen ein neuartiges Verfahren entwickelt, das biogenes CO2 an der Quelle abscheidet.

    «Wir verwanden den weltweit grössten Abfallstrom – Abbruchbeton – und andere mineralische Abfallstoffe in Kohlenstoffsenken», erklärt Neustarks Leiterin der CDR-Abteilung, Lisa Braune. «Die Partnerschaft mit solchen Pionieren der Kohlenstoffentfernung wie NextGen trägt entscheidend dazu bei, die Wirkung der CDR-Branche zu skalieren.»

    Neustark hat eigenen Angaben zufolge bereits 1500 Tonnen CO2 entfernt. Mit 120’000 verkauften Tonnen von hochwertigem Carbon Removal an verschiedene Organisationen gehöre Neustark weltweit zu den Top 10.

    Laut NextGen GDR wurde die Allianz «speziell für Unternehmenskäufer entwickelt, die sich Net Zero-Zielen verschrieben haben. Sie macht dauerhafte, hochwertige CDRs zu einem Zielpreis von 200 $/t zugänglich.» NextGen CDR wird vom Zürcher Klima-Beratungsunternehmen South Pole und der Mitsubishi Corporation betrieben und von den Gründungskäufern Boston Consulting Group, der Liechtensteiner LGT Group, der Tokioter Reederei Mitsui O.S.K. Lines, dem Zürcher Rückversicherer Swiss Re und der Grossbank UBS unterstützt. NextGen CDR plant, bis 2025 insgesamt 1 Million Tonnen CDR zu kaufen.

  • Dietikons Fassaden sollen zur Phänomena begrünt werden

    Dietikons Fassaden sollen zur Phänomena begrünt werden

    Mehrere Organisationen, Firmen und die Stadt Dietikon rufen laut einer Medienmitteilung zur Beteiligung an der Phänomena Open Innovation Challenge „Vertikalbegrünung von Fassaden“ auf. Der Innovation Booster Applied Circular Sustainability (IB ACS) und der Cleantech Hub Dietikon Limmattal (CTHD) laden zu der Open Innovation Challenge ein. Neben dem IB ACS, einem breit aufgestellten Konsortium, dessen Fokus auf der Realisierung kreislauffähiger Lösungen liegt, und dem CTHD, einem  Innovationsnetzwerk aus Firmen, Bildungs- und Forschungsinstituten, sind laut der Mitteilung Unternehmen wie die zur Pestalozzi Gruppe gehörende Gabs AG und das Bauunternehmen Josef Wiederkehr AG an der Durchführung der Challenge beteiligt.

    Interdisziplinäre Teams entwickeln laut Medienmitteilung neue Ideen und Konzepte, damit mehr Projekte zur Vertikalbegrünung von Fassaden realisiert werden. Unterstützt werden die Teams von Coaches und von Experten aus den Bereichen Kreislaufwirtschaft, Cleantech und Digitalisierung. Die besten Vorschläge sollen weiterverfolgt und im Rahmen der Phänomena, welche 2025/2026 in Dietikon stattfindet, dem breiten Publikum präsentiert werden. Eine Jury vergibt der Idee mit dem grössten Potenzial einen Förderbeitrag von 24‘000 Franken, damit ein Pilotprojekt umgesetzt werden kann.

    Die Challenge beginnt mit zwei Workshops. Der erste findet am Montag, 3. Juni, von 10 bis 17.30 Uhr im Stadthaus Dietikon statt. Dabei wird die Problemstellung erörtert, ein gemeinsames Verständnis des Problems entwickelt, erste Lösungsansätze erarbeitet und Teams gebildet. Am Montag, 17. Juni, arbeiten die Teams daran, konkrete Ideen zu generieren, Lösungen zu entwickeln und mögliche Projekte zu konzipieren,

    Die Bewerbungs- und Anmeldefrist läuft bis Freitag, 3. Mai 2024. Zu den Details gibt es einen Flyer.

  • Region Basel wird zum Drehkreuz für Wasserstoff

    Region Basel wird zum Drehkreuz für Wasserstoff

    H2-HUB Schweiz, in Basel ansässiger und im Februar gegründeter Wirtschaftsverein, will die Region Basel zu einem Wasserstoff-Drehkreuz des Landes machen. Wie nun aus einer Medienmitteilung hervorgeht, soll dafür mit Sonnen-, Wasser- und Windenergie grüner Wasserstoff produziert und schweizweit vertrieben werden. Dies soll das Ziel unterstützen, die Schweiz klimaneutral zu gestalten.

    „Die EU treibt den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft seit Jahren entschieden voran“, wird Dirk Mulzer, COO der Industriellen Werke Basel (IWB), in der Mitteilung zitiert. „Dazu wurden bereits europaweit Förderprogramme angestossen. Die Schweiz darf den Anschluss nicht verpassen.“

    Im Februar 2024 haben deshalb IWB, der Tankstellenbetreiber Fritz Meyer AG/AVIA, GETEC, Port of Switzerland, der Energiekonzern VARO und die Handelskammer beider Basel den Verein H2-HUB Schweiz in Basel gegründet. Bestreben des Vereins ist es, die Rheinhäfen Muttenz BL und Birsfelden BL als Zentrum für die Produktion, den Import und den Vertrieb von Wasserstoff für die Schweiz auszubauen.

  • Ein Schritt in die fossilfreie Zukunft

    Ein Schritt in die fossilfreie Zukunft

    Die Energieplanung der Stadt Zürich sieht vor, erneuerbare Energiequellen in Zukunft besser zu nutzen. Mit einer Zustimmung von 88 Prozent sagten die Stadtzürcher Stimmberechtigten damals Ja zum Objektkredit von CHF 128 Millionen für den Energieverbund Altstetten und Höngg.
    Die Stadtgebiete Altstetten und Höngg bieten ideale Voraussetzungen für einen Energieverbund. Sie weisen eine hohe Wärmeverbrauchsdichte auf und liegen nahe an der Wärmequelle, dem Klärwerk Werdhölzli. Die Inbetriebnahme des Energieverbunds Altstetten und Höngg ermöglicht es, das bisher ungenutzte Wärmepotenzial des Klärwerks Werdhölzli einzusetzen.

    Die Temperatur des gereinigten Abwassers liegt zwischen 11 Grad Celsius im Winter und rund 25 Grad Celsius im Sommer. Entsorgung + Recycling Zürich reinigt jährlich bis zu 80 Millionen Kubikmeter Abwasser. Bevor das gereinigte Wasser in die Limmat fliesst, passiert es das Abwärmenutzungsgebäude, wo die Wärme entzogen wird. In der Energiezentrale bringen Wärmepumpen die Temperatur auf das Niveau für die Nutzwärme.

    Ein weiterer Wärmelieferant ist die ebenfalls auf dem Areal angesiedelte Klärschlammverwertungsanlage. Die bei der Verbrennung des Klärschlamms entstehende Abwärme ist eine wertvolle Energiequelle. Der Verbund nutzt sowohl die direkte Überschusswärme aus der Klärschlammverwertungsanlage, als auch die Kondensationswärme aus den Abgasen. Da die Klärschlammverwertungsanlage Temperaturen von 70 bis 80 Grad Celsius aufweist, lässt sie sich direkt ins System einspeisen, ohne den Weg über eine Wärmepumpe zu nehmen.

    Zudem leiten die aus der Eisproduktion abgeführte Abwärme der neuen Swiss Life Arena der ZSC Lions ins Anergienetz. Ab Sommer 2022 produziert die Energiezentrale der Swiss Life Arena Kälte für die angeschlossenen Liegenschaften, welche zur Kühlung der Büro- und Gewerberäume dient. Die Kälteproduktion erfolgt über hocheffiziente Wärmepumpen.

    Der Energieverbund Altstetten und Höngg besteht aus verschiedenen Teilperimetern. Die Gebiete Höngg und Altstetten Nord sind grösstenteils an den Energieverbund angeschlossen. In den Gebieten Höngg-Zentrum und in Altstetten Ost erfolgt die Umsetzung von 2023 bis 2032.

  • Seewasserverbund CoolCity, ein urbanes Powerhouse

    Seewasserverbund CoolCity, ein urbanes Powerhouse

    Mit steigenden Temperaturen verzeichnet Zürich eine Zunahme von Klimaanlagen-Nutzung, was den Energiebedarf in der Stadt signifikant erhöht. CoolCity reagiert auf diesen Trend mit einem ambitionierten Konzept, das den Energiebedarf für Heizung und Kühlung nachhaltig decken soll.

    Ein strategisch positioniertes Energiezentrum
    Im Herzen von Zürich, im ewz-Unterwerk Selnau, wird eine 4.000 m² grosse Energiezentrale errichtet. Diese dient als zentrale Schnittstelle für die effiziente Verteilung von Wärme und Kälte und ist ein Schlüsselelement des städtischen Energieversorgungsnetzes. Das Projekt gewährleistet eine optimale Temperaturversorgung für seine Nutzer: 67°C für Heizung und circa 12°C für Kühlung, direkt aus dem Seewasser. Vor Ort angepasste Temperaturen durch Wärmepumpen und Kühlanlagen sorgen für höchste Effizienz und Komfort.

    Ein nachhaltiges Energieverteilungssystem
    Der Kern von CoolCity bildet ein ausgeklügeltes System aus primären und sekundären Kreisläufen. Diese Struktur ermöglicht eine flexible Bereitstellung von Wärme oder Kälte und wird im Sommer durch energiesparendes Freecooling ergänzt. Es ist nicht nur ein Projekt für die Gegenwart, sondern auch ein zukunftsorientierter Schritt hin zu Zürichs Ziel, bis 2040 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Die Nutzung von Tiefenwasser des Zürichsees zur Gebäudebeheizung und -kühlung reduziert CO²-Emissionen um durchschnittlich 80 Prozent gegenüber fossilen Brennstoffen.

    Überwindung von Herausforderungen
    Trotz breiter Zustimmung sind bei der Realisierung ökologische, gesetzliche und technische Herausforderungen zu meistern. Eine enge Zusammenarbeit zwischen den Fachleuten von ewz, Anex und anderen Beteiligten ist essenziell, um innovative Lösungen für den Tiefbau und die kontinuierliche Energieversorgung zu entwickeln.

    Die schrittweise Inbetriebnahme von CoolCity ist ab 2031 geplant. Dies ermöglicht eine adaptive Optimierung des Systems an die sich wandelnden Bedürfnisse Zürichs. Durch diese Entwicklung übernimmt der Zürichsee eine doppelte Funktion: Neben einem Naherholungsgebiet wird er zur Basis einer nachhaltigen Energieversorgung der Stadt.

    CoolCity steht für den Pioniergeist Zürichs und dessen Streben, innovative Lösungen für eine nachhaltige Zukunft zu schaffen. Durch die intelligente Nutzung von Seewasser für die städtische Energieversorgung setzt das Projekt neue Massstäbe in der ökologischen Stadtentwicklung.

  • Effizienzsteigerung im Bau durch Negativemissionstechnologien

    Effizienzsteigerung im Bau durch Negativemissionstechnologien

    Um eine klare Unterscheidung zwischen den Treibhausgasemissionen des Gebäudes und den negativen Emissionen zu gewährleisten, sollten diese getrennt und separat ausgewiesen werden. Eine Verrechnung auf Baustoff- und Bauteilebene ist nicht empfehlenswert. Auch wenn Gebäude mit Netto-Null-Treibhausgasemissionen derzeit noch nicht erreichbar sind, könnten sie in Zukunft in Reichweite rücken, wenn die Treibhausgasemissionen bei der Herstellung von Baustoffen wie Zement, Stahl, Ziegel oder Glas massiv reduziert werden.

    Um die städtischen Emissionen bis 2035/2040 deutlich zu reduzieren, ist die Umsetzung und Bilanzierung von negativen Emissionstechnologien (NET) im Bausektor unerlässlich. Eine kürzlich abgeschlossene Studie hat Methoden zur Integration von NET in die städtische Kohlenstoffberichterstattung entwickelt und klare Empfehlungen für den Bausektor in der Schweiz formuliert.

    Eine wichtige Erkenntnis der Studie ist, dass biogenes CO² und direkt aus der Atmosphäre entzogenes CO² über Tausende von Jahren gespeichert werden müssen, um die globalen Temperaturen nachhaltig zu beeinflussen. Eine temporäre Speicherung reicht nicht aus, da sie die positiven Effekte durch spätere Re-Emissionen wieder zunichtemacht. Eine verbindliche Permanenzgarantie ist daher unabdingbar, um eine anerkannte Bilanzierung von NET zu gewährleisten.

    Die Studie empfiehlt, NET gemäss den SIA-Normen 2032 und 2040 zu bilanzieren. Um eine transparente Bilanzierung zu gewährleisten, ist es unerlässlich, zwischen Negativemissionen und Treibhausgasemissionen des Gebäudes zu unterscheiden. Eine Verrechnung auf Material- und Bauteilebene sollte vermieden werden. Die Norm SN EN 15804 weist Mängel auf, da sie auch bei dauerhafter Sequestrierung eine ausgeglichene Bilanz von biogenem CO² aufweist. Es ist wichtig, auf eine klare und präzise Sprache zu achten, um die Glaubwürdigkeit der Aussagen zu unterstreichen.

    Der Holzbau bietet das grösste Potenzial für negative Emissionen. Andere nachwachsende Rohstoffe wie Stroh oder Hanfkalk sind vielversprechend, aber noch wenig verbreitet. Die Forschung sollte sich darauf konzentrieren, die Dauerhaftigkeit sicherzustellen und den Beitrag der forcierten Karbonatisierung bei mineralischen Baustoffen zu erhöhen. Eine Netto-Null-Treibhausgasbilanz von Gebäuden ist zwar derzeit nicht erreichbar, jedoch kann durch eine drastische Reduktion der Emissionen bei der Herstellung von Baustoffen ein wichtiger Schritt in diese Richtung gemacht werden.

    Die Studie betont die Notwendigkeit verstärkter Anstrengungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, insbesondere bei der Herstellung von Baustoffen. Es wird empfohlen, dass Kommunen die Entwicklung von NET finanziell fördern, um die angestrebten Klimaziele zu.

  • Switzerland Innovation Park Biel führt fortschrittliches CO₂-Emissionsmanagement ein

    Switzerland Innovation Park Biel führt fortschrittliches CO₂-Emissionsmanagement ein

    In einer Zeit, in der die Reduktion von CO₂-Emissionen oberste Priorität hat, bringt der Switzerland Innovation Park Biel/Bienne (SIPBB) eine zukunftsweisende Lösung auf den Markt. Mit der Einführung der Technologie, setzt SIPBB neue Massstäbe im Emissionsmanagement. Diese Software nutzt Realdaten statt industrieller Durchschnittswerte zur Berechnung des CO₂-Fussabdrucks von Produkten, wodurch Unternehmen ihre Emissionen gezielt reduzieren können.

    Die Implementierung im SIPBB bietet Industrieunternehmen die Möglichkeit, die CO₂-Werte jedes Produkts genau zu quantifizieren und zu verifizieren. Dies ist ein entscheidender Schritt, um den Herausforderungen der digitalen Transformation und den strengen Klimazielen gerecht zu werden. Es wurden zwei spezifische Anwendungsfälle realisiert, die zeigen, wie das Tool die Emissionen von Firmen effektiv mit denen aus ihrer Lieferkette verknüpft, um eine genaue Ermittlung des wahren CO₂-Fussabdrucks zu ermöglichen.

    Die Swiss Smart Factory des SIPBB in Biel bietet Interessierten die Möglichkeit, die Anwendung und Effektivität der Siemens-Lösung unter realen Bedingungen zu testen. Dr. Dominic Gorecky, Leiter, erläutert: «Kunden können hier direkt erleben, wie die Technologie nicht nur nachprüfbare CO₂-Zertifikate generiert, sondern auch die Basis für nachhaltige Produktionsprozesse schafft.» Ein praktisches Beispiel hierfür ist die Drohnenproduktion, die demonstriert, wie das Tool eine nachhaltige Fertigung von der Konzeption bis zur Lieferkette ermöglicht.

    Zusätzlich können interessierte Industrieunternehmen Marktplace Dienstleistungen für verschiedene Anwendungsfälle buchen und den Zertifizierungsprozess sowie das Datenmanagement verfolgen. Stefan Schnider, Country Head von Siemens Digital Industries in der Schweiz, betont: «Die ‚Sustainability Journey‘ ist ein integraler Bestandteil unseres Angebots in der Swiss Smart Factory und wird als Halbtagesworkshop angeboten.»

    Die Anbindung der Betriebstechnologie in der Fertigung und die IT-Systeme an SiGREEN ist essenziell, um einen effizienten Datenfluss und eine automatisierte Erhebung von CO₂-Emissionen auf Produktebene zu gewährleisten. Die erforderliche Expertise in der Datenintegration liefern die Firmen NTT Com und NTT DATA, die als langjährige Partner im Bereich der IT/OT-Konvergenz fungieren.

    Diese Initiative des SIPBB, entwickelt in enger Zusammenarbeit mit Siemens Schweiz und weiteren Partnern, markiert einen wichtigen Fortschritt in der Bemühung, Industrieemissionen zu senken und trägt dazu bei, die Schweiz in ihren ambitionierten Klimazielen weiter voranzubringen. Eine detaillierte Präsentation des Projekts ist für die zweite Hälfte des Jahres 2024 geplant.

  • Weltweit grössten Elektroschmelzofen für Steinwolle in Betrieb

    Weltweit grössten Elektroschmelzofen für Steinwolle in Betrieb

    Nach einer zweijährigen Bauzeit wurde heute in Flums der grösste Elektroschmelzofen für Steinwolle weltweit eingeweiht. Dieser Meilenstein markiert eine wesentliche Weiterentwicklung für den Schweizer Steinwollproduzenten Flumroc und unterstreicht dessen Engagement für zukunftsweisende Technologien. Der neue Ofen läuft vollständig mit elektrischer Energie aus Schweizer Wasserkraft, wodurch die CO2-Emissionen des Schmelzprozesses um 80 Prozent reduziert werden. Dies entspricht einer jährlichen Einsparung von etwa 25’000 Tonnen CO2, vergleichbar mit den Emissionen von 5’500 ölbeheizten Haushalten.

    Die feierliche Eröffnung wurde von mehr als 100 Gästen aus Politik und Wirtschaft besucht, darunter Bundesrat Albert Rösti, der die Bedeutung dieser Investition für Energieeffizienz und Umweltschutz hervorhob. Er betonte, dass solche Projekte entscheidend sind, um die CO2-Emissionen zu senken und die Umwelt zu schützen.

    Der für die Produktionsstätten in Flums massgeschneiderte Elektroschmelzofen positioniert Flumroc als Vorreiter in der Steinwollindustrie. Damian Gort, Geschäftsführer von Flumroc, erklärte: «Mit dem weltgrössten Elektroschmelzofen setzen wir eine technologische Spitzenleistung um, die die Ökobilanz unserer Produkte signifikant verbessert und einen bedeutenden Beitrag zu einem energieeffizienten und nachhaltigen Gebäudebestand leistet.»

    Die Investition in den Standort Flums bekräftigt das Engagement von Flumroc für regionale Produktion und ökologische Nachhaltigkeit. «Es ist weder sinnvoll noch ökologisch vertretbar, das voluminöse Produkt über Hunderte von Kilometern zu transportieren. Nur durch die inländische Produktion können wir einen geschlossenen Kreislauf wirklich garantieren», so Gort. Flumroc produziert seit über 70 Jahren Steinwolle in Flums und ist mit 225 Mitarbeitenden einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region.

    Der Einsatz des neuen Elektroschmelzofens macht den Produktionsprozess von Flumroc wesentlich nachhaltiger. Im Vergleich zu herkömmlichen Dämmstoffen weist die Schweizer Steinwolle von Flumroc nun die geringsten Treibhausgasemissionen von der Herstellung bis zur Entsorgung auf. Dies festigt Flumrocs Position als umweltbewusster Produzent in der Baustoffindustrie.

  • Dringende Kampf gegen Bodensenkung; Grossstädte versinken

    Dringende Kampf gegen Bodensenkung; Grossstädte versinken

    China hat in den letzten Jahrzehnten einen beispiellosen Bauboom erlebt, der nun ernsthafte Folgen zeigt. Zusammen mit der stark gestiegenen Grundwassernutzung führt dies dazu, dass die Städte des Landes, insbesondere die Metropolen Shanghai und Peking, spürbar absinken. Experten warnen, dass ohne geeignete Massnahmen die Situation katastrophale Ausmasse annehmen könnte, ähnlich wie bereits in Tokio beobachtet, wo jedoch erfolgreich Gegenmassnahmen ergriffen wurden.

    Das Phänomen der sinkenden Städte ist global zu beobachten und betrifft Metropolen wie Venedig, Jakarta, Bangkok und New Orleans. Diese Städte sind durch steigende Meeresspiegel und gleichzeitig sinkenden Boden besonders gefährdet. Ohne Interventionen drohen schwerwiegende Überschwemmungen. Die Kosten für Schäden an Infrastrukturen wie Gebäuden, Strassen und Versorgungsleitungen sind immens. Allein in China belaufen sich die jährlichen Schadenskosten auf geschätzte 1,5 Milliarden Dollar.

    Die Ursachen für das Absinken sind vielfältig und umfassen übermässige Grundwasserentnahme, schwere Bebauung und die Trockenlegung feuchter Böden. Ein chinesisches Forscherteam hat die Auswirkungen dieser Entwicklungen detailliert untersucht und alarmierende Daten vorgelegt: Fast die Hälfte der städtischen Gebiete Chinas sinkt jährlich um mehr als drei Millimeter, 16 Prozent sogar um mehr als zehn Millimeter. In der Megastadt Peking ist das Problem besonders akut.

    Die Forschungsarbeiten, die von Zurui Ao und seinem Team an der South China Normal University in Foshan durchgeführt wurden, basieren auf Satellitenmessungen von 82 chinesischen Grossstädten. Diese zeigen, dass etwa 29 Prozent der städtischen Bevölkerung Chinas auf zunehmend sinkendem Boden lebt, was im Jahr 2020 etwa 270 Millionen Menschen entsprach.

    Die massive Grundwasserentnahme stellt weltweit ein Problem dar. Wenn Wasser zwischen Sedimentpartikeln durch Luft ersetzt wird, verdichten sich diese Partikel stärker, was zu einer Absenkung des Bodens führt. Dieses Phänomen ist in Jakarta besonders ausgeprägt, wo in einigen Stadtteilen der Boden jährlich um bis zu 25 Zentimeter absinkt. Die Folgen sind gravierend: Salzwasserintrusion, zerstörte Infrastruktur und erhebliche Wasserverluste zwingen die Stadt, betroffene Gebiete kontinuierlich trockenzupumpen.

    Das Beispiel zeigt, wie dringend effektive Strategien zur Bewältigung dieses globalen Problems entwickelt und implementiert werden müssen, um langfristige Schäden und Risiken zu minimieren.

  • Eröffnung des Innovationsparks Innovaare

    Eröffnung des Innovationsparks Innovaare

    Am 25. April 2024 wurde der Innovaare Park, der grösste Innovationshub seiner Art, feierlich eröffnet. Bundesrat Guy Parmelin und weitere bedeutende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Forschung, darunter der Vizepräsident des Aargauer Regierungsrates Dieter Egli und PSI-Direktor Prof. Dr. Christian Rüegg, nahmen an der Zeremonie teil. Der Park, der bereits zu 80 Prozent vermietet ist, dient als strategischer Knotenpunkt und grösster Mieter des angrenzenden Paul Scherrer Instituts.

    Dr. Christian Brönnimann, der Vorstandsvorsitzende von Park Innovaare, betonte die Bedeutung dieser Einrichtung: «Die offizielle Eröffnung des Park Innovaare ist das Ergebnis einer gemeinschaftlichen Anstrengung vieler Beteiligter, einschliesslich Aktionäre, des Kantons, der Bundesregierung, Investoren und des PSI. Diese Zusammenarbeit hat einen zukunftsweisenden Treffpunkt für Industrie und Spitzenforschung geschaffen.»

    Der Park Innovaare bietet dank seiner direkten Nachbarschaft zum PSI und der Nutzung dessen Forschungsinfrastruktur ideale Voraussetzungen für den Technologietransfer von der Wissenschaft in die Industrie. Er konzentriert sich auf Schlüsseltechnologien in den Bereichen Photonik und Quantentechnologien, Life Sciences, fortgeschrittene Fertigungstechnologien sowie Energie und Nachhaltigkeit.

    Andreas Rickenbacher, Präsident der Schweiz Innovation, erklärt die übergeordnete Vision: «Die Schweiz ist weltweit für ihre Innovationskraft bekannt. Park Innovaare spielt eine zentrale Rolle dabei, unsere akademischen Einrichtungen optimal mit der Wirtschaft zu vernetzen und so die Forschungsergebnisse in marktfähige Produkte und Dienstleistungen zu überführen.»

    Park Innovaare hat bereits eine hohe Akzeptanz gefunden: «Wir haben bis jetzt 21 Unternehmen angezogen, darunter 15 Spin-offs von PSI, ETH oder FHNW, zwei Technologietransferzentren und mehrere grosse internationale Firmen», so Robert Rudolph, CEO von Park Innovaare. Mit einer aktuellen Auslastung von etwa 80 Prozent zeigt sich der Park bereits kurz nach der Eröffnung von seiner besten Seite und blickt optimistisch in die Zukunft.

  • Arealentwicklung – Strategien für eine lebendige Stadt

    Arealentwicklung – Strategien für eine lebendige Stadt

    Die Stadt Zürich ist einem stetigen Wandel unterworfen, der von steigendem Bevölkerungswachstum und zunehmender Nachfrage nach Wohn- und Gewerbeflächen geprägt ist. Eine ausgewogene Stadtentwicklung, die die Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigt und ökologische sowie soziale Aspekte einbezieht, ist entscheidend.

    Das Amt für Städtebau spielt eine bedeutende Rolle bei der Planung und Umsetzung dieser Entwicklung. Durch die Koordination öffentlicher und privater Interessen sowie die Ausarbeitung städtebaulicher Projekte trägt das Amt dazu bei, dass Zürich eine lebendige und attraktive Stadt bleibt. Dabei wird das baukulturelle Erbe gepflegt und Platz für zukunftsweisende Bauprojekte geschaffen.

    Ein zentrales Instrument für die langfristige Entwicklung der Stadt ist der kommunale Richtplan. Dieser legt strategische Ziele und Massnahmen für eine nachhaltige Arealentwicklung fest und dient als Leitfaden für die Koordination verschiedener Interessen und Akteure. Angesichts des prognostizierten Bevölkerungswachstums bis 2040 ist eine gezielte Planung und Verdichtung im Bestand unumgänglich.

    Der kommunale Richtplan definiert Gebiete, die für eine bauliche Verdichtung geeignet sind, sowie Flächen für öffentliche Freiräume, kommunale Bauten und Anlagen. Dabei steht die Schaffung einer lebenswerten Umgebung im Vordergrund, die den Bedürfnissen der Bewohner gerecht wird und nachhaltige Stadtentwicklung ermöglicht.

    Insgesamt stellt die Arealentwicklung und Raumplanung in Zürich eine komplexe Herausforderung dar, die eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure erfordert. Das Amt für Städtebau engagiert sich für eine ausgewogene und zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt, welche die Identität bewahrt und den Bedarf an Wohn-, Arbeits- und Erholungsraum deckt.

  • 2 Millionen CHF für Entwicklung stromsparender Beleuchtung

    2 Millionen CHF für Entwicklung stromsparender Beleuchtung

    LEDCity, Zürcher Start-up im Cleantech-Bereich, hat sich im Rahmen einer weiteren Finanzierungsrunde 2 Millionen Franken gesichert. Laut einer Medienmitteilung konnte das Unternehmen innerhalb eines Zeitraums von zwölf Monaten insgesamt 5 Millionen Franken an Finanzmitteln sichern. Mit der gesicherten Series-A-Finanzierung kann LEDCity seine Rolle als führender Innovator im Cleantech-Sektor weiter festigen, heisst es in der Mitteilung. «Mit der neuen Finanzierung unserer Investoren sind wir gut aufgestellt, um auf die wachsende Nachfrage zu reagieren und unsere Mission voranzutreiben und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen durch eine Neudefinition der Beleuchtung zu verringern», wird Patrik Deuss, CEO und Gründer von LEDCity, in der Mitteilung zitiert.

    LEDCity hat eine Beleuchtungslösung entwickelt, die den Elektrizitätsverbrauch um bis zu 80 Prozent reduzieren soll. Damit will das Unternehmen klassische Bewegungsmelder in Geschäftsgebäuden ersetzen. Das neuartige System steuert vor Ort mittels Sensoren und Algorithmen direkt in der Lichtquelle die Beleuchtung. Dadurch kann jeder Bereich eines Gebäudes genau nach Bedarf beleuchtet werden. Mit der zusätzlichen Finanzierung will das Unternehmen der Nachfrage nach diesen intelligenten und energieeffizienten Systemen auf dem nationalen und internationalem Markt gerecht werden, heisst es in der Mitteilung.

  • Nachhaltige Immobilien sind fit für die Zukunft

    Nachhaltige Immobilien sind fit für die Zukunft

    Wohn- und Gewerbeliegenschaften brauchen Energie – und zwar viel. So ist der Schweizer Gebäudepark für 40 Prozent des Schweizer Endenergiebedarfs sowie für einen Drittel des inländischen CO2-Ausstosses verantwortlich. Deshalb spielen Immobilien auch eine Schlüsselrolle in der Energiewende. Doch das Streben nach mehr Nachhaltigkeit im Gebäudebereich ist nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz und für den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien wirken wertvermehrend. Und nachhaltige Gebäude sind langfristig marktfähig. Die Migros Bank bietet ihren Firmenkunden eine kostenlose Analyse zur Identifikation des Optimierungspotenzials in ihrem Immobilienportfolio. Bernd Geisenberger, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter Firmenkunden, erklärt im Interview, welche Chancen nachhaltige Immobilien bieten und wie Kunden mit einem Immobilienportfolio von der Expertise der Migros Bank profitieren können.

    Was ist eine nachhaltige Immobilie?
    Grundsätzlich gilt: Eine nachhaltige Immobilie ist eine, die langfristig sowohl einen ökologischen und sozialen als auch einen ökonomischen Nutzen stiftet. Was dies für ein einzelnes Gebäude konkret bedeutet, muss individuell beurteilt und kann nicht pauschal benannt werden. Insbesondere der soziale und der wirtschaftliche Nutzen hängen vom Verwendungszweck des Gebäudes ab. Das führt dazu, dass von Fall zu Fall grosse Unterschiede bestehen können. In Bezug auf die ökologische Nachhaltigkeit geht es unter anderem darum, die Energieeffizienz des Gebäudes zu steigern und die Emissionen zu senken.

    Die Migros Bank bietet eine kostenlose Analyse von Immobilienportfolios an. Was wird dabei untersucht?
    Gemeinsam mit Kundinnen und Kunden überprüfen wir die Wohn- oder Gewerbeliegenschaften auf Nachhaltigkeit, Rendite, Potenzial und Marktfähigkeit. Gemeinsam mit Immobilienfachleuten haben wir dafür ein Tool entwickelt. Dieses zeigt einerseits auf, welche Investitionen einen Einfluss auf die CO2-Emissionen des Immobilienportfolios haben, andererseits welche Erträge und Kosten aus diesen Investitionen resultieren. Oftmals zeigt sich, dass eine energetische Sanierung oder auch ein frühzeitiger Heizungsersatz, das heisst der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien, einen positiven Einfluss auf die Rentabilität haben.

    Was folgt auf die Analyse?
    Ein Beratungsgespräch, in dem wir unseren Kundinnen und Kunden die Chancen wie auch die Risiken ihrer Immobilien aufzeigen. Wir besprechen ausserdem mögliche strategische Positionierungen ihres Portfolios auf dem Markt.

    Sie sprechen von Chancen. Wie sehen diese bei nachhaltigen Gebäuden konkret aus?
    Steigt die Energieeffizienz von Gebäuden, sinken die Energiekosten. Das ist direkt spürbar. Selbstverständlich müssen die Investitionen – zum Beispiel in die Sanierung des Gebäudes – amortisiert werden. Die teuren Energiekosten führen jedoch dazu, dass die Amortisationszeit in vielen Fällen kurz ist. Eine gesteigerte Energieeffizienz erhöht zudem den Marktwert der Immobilie. Der Attraktivitätsgewinn ist jedoch nicht nur im Falle eines Verkaufs spürbar, sondern auch bei Mietobjekten. Die Nachfrage nach nachhaltigen Gebäuden mit tiefen Nebenkosten ist gross. Mieterinnen und Mieter sind bereit, für nachhaltigen Wohnraum mehr zu bezahlen. Neben diesen messbaren Vorteilen bieten nachhaltige Gebäude aber auch nicht direkt bezifferbare Chancen, wie zum Beispiel die Verbesserung der Reputation. Durch die Investition in nachhaltige Immobilien kann sich ein Unternehmen als verantwortungsvoller Akteur positionieren. Oftmals wirkt sich dies in einer gestärkten Beziehung zu Kunden, Investoren und Partnern aus.  

    Der Trend hin zu mehr Nachhaltigkeit im Immobilienbereich nimmt Fahrt auf. Wird der Wind auch wieder drehen?
    Nachhaltigkeit ist keine vorübergehende Modeerscheinung, sondern langfristig unverzichtbar. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema erleichtert die Planung von Investitionen und erhöht damit die Handlungsfähigkeit. Wer heute in nachhaltige Immobilien investiert, ist folglich für die Herausforderungen der Zukunft besser vorbereitet.

  • Arealentwicklung – Strategien für eine lebendige Stadt

    Arealentwicklung – Strategien für eine lebendige Stadt

    Die Stadt Zürich ist einem stetigen Wandel unterworfen, der von steigendem Bevölkerungswachstum und zunehmender Nachfrage nach Wohnund Gewerbeflächen geprägt ist. Eine ausgewogene Stadtentwicklung, die die Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigt und ökologische sowie soziale Aspekte einbezieht, ist entscheidend. Das Amt für Städtebau spielt eine bedeutende Rolle bei der Planung und Umsetzung dieser Entwicklung. Durch die Koordination öffentlicher und privater Interessen sowie die Ausarbeitung städtebaulicher Projekte trägt das Amt dazu bei, dass Zürich eine lebendige und attraktive Stadt bleibt. Dabei wird das baukulturelle Erbe gepflegt und Platz für zukunftsweisende Bauprojekte geschaffen. Ein zentrales Instrument für die langfristige Entwicklung der Stadt ist der kommunale Richtplan. Dieser legt strategische Ziele und Massnahmen für eine nachhaltige Arealentwicklung fest und dient als Leitfaden für die Koordination verschiedener Interessen und Akteure. Angesichts des prognostizierten Bevölkerungswachstums bis 2040 ist eine gezielte Planung und Verdichtung im Bestand unumgänglich. Der kommunale Richtplan definiert Gebiete, die für eine bauliche Verdichtung geeignet sind, sowie Flächen für öffentliche Freiräume, kommunale Bauten und Anlagen. Dabei steht die Schaffung einer lebenswerten Umgebung im Vordergrund, die den Bedürfnissen der Bewohner gerecht wird und nachhaltige Stadtentwicklung ermöglicht. Insgesamt stellt die Arealentwicklung und Raumplanung in Zürich eine komplexe Herausforderung dar, die eine enge Zusammenarbeit verschiedener Akteure erfordert. Das Amt für Städtebau engagiert sich für eine ausgewogene und zukunftsorientierte Entwicklung der Stadt, welche die Identität bewahrt und den Bedarf an Wohn-, Arbeits- und Erholungsraum deckt.

  • Holzbauunternehmen führt neue Organisationsstruktur ein

    Holzbauunternehmen führt neue Organisationsstruktur ein

    Pirmin Jung Schweiz AG, in Sursee angesiedeltes Holzbauunternehmen, will seine Organisationsstruktur neu überarbeiten. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, strebe das Unternehmen eine flexible und agile Struktur an, die auf den Expertisen aller Mitarbeitenden beruht. Entscheidungen sollen dabei unabhängig von einer vorgegebenen Hierarchie direkt  am Ort der Entscheidungsfindung getroffen werden, heisst es in der Mitteilung. Ein Führungsteam aus 16 Personen kümmert sich um strategische Entscheidungen. Zugleich sollen die neue Organisationsformen Ideen aus allen Bereichen aufnehmen und umsetzen.

    „Wir sind der Meinung, dass wir die immer komplexeren Aufgaben und Fragestellungen für uns als Firma und in den Projekten dann erfolgreich meistern können, wenn jeweils die Personen mit der grössten Kompetenz im Thema die Fragenstellungen im Sinn von Pirmin Jung bearbeiten und entscheiden“, wird Firmeninhaber Pirmin Jung in der Mitteilung zitiert. „Die neue Organisationsform ist ein agiler Organismus, der es erlaubt, flexibel auf Herausforderungen zu reagieren und Innovationen voranzutreiben. Im Zentrum unserer Organisation stehen die Projekte und Aufgaben, die wir als Firma bearbeiten.“

  • Hochtemperatur-Wärmespeicher könnte die Industrie nachhaltiger gestalten

    Hochtemperatur-Wärmespeicher könnte die Industrie nachhaltiger gestalten

    In industriellen Sektoren wie der Stahl- und Zementherstellung sind kontinuierlich hohe Temperaturen erforderlich, die derzeit größtenteils durch fossile Brennstoffe erzeugt werden. Diese Praxis ist für etwa ein Fünftel des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland verantwortlich und steht aufgrund ihrer Umweltauswirkungen zunehmend in der Kritik.

    Um dieser Herausforderung zu begegnen, wird weltweit an der Entwicklung und Implementierung von Technologien gearbeitet, die erneuerbare Energien effizienter in bestehende Industrieprozesse integrieren können. Ein vielversprechender Ansatz ist der Einsatz von Hochtemperatur-Wärmespeichern, die Energie in Form von Wärme speichern, um sie bei Bedarf ohne Qualitätsverlust bereitzustellen.

    Am KIT wird derzeit an einem innovativen Wärmespeicher geforscht, der auf einer Flüssigmetallmischung aus Blei und Bismut basiert. Diese Mischung zeichnet sich durch eine herausragende Wärmeleitfähigkeit aus, die bis zu 100-mal höher ist als die herkömmlich verwendeter Materialien. Im KIT-Labor wird dieses Metallgemisch in einem Kreislaufsystem erhitzt und durch eine Schicht aus kleinen Keramikkügelchen geleitet, die die Wärme aufnehmen und speichern können.

    Dieses System ermöglicht eine flexible und effiziente Nutzung der gespeicherten Energie, indem die Wärme je nach Bedarf wieder freigesetzt wird. Die Verwendung von erneuerbaren Energien zur Erzeugung der initialen Wärme könnte somit die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren und die CO2-Emissionen in energieintensiven Industrien signifikant senken.

    Diese technologische Innovation stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Bemühung dar, Industrieprozesse umweltfreundlicher zu gestalten und könnte langfristig zu einer nachhaltigeren industriellen Produktion führen.

  • Der Bau eines CO2-neutralen Zementwerks in Lägerdorf

    Der Bau eines CO2-neutralen Zementwerks in Lägerdorf

    Der Bau des neuen Holcim-Zementwerks in Lägerdorf markiert einen entscheidenden Schritt in der globalen Bemühung, die CO2-Emissionen der Zementindustrie zu reduzieren. Mit einer geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2028 wird das Werk eines der ersten seiner Art sein, das vollständig CO2-neutral operiert. Die Beteiligung hochrangiger politischer und wirtschaftlicher Führungskräfte, darunter Dr. Robert Habeck, Vizekanzler und Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, sowie Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, unterstreicht die Bedeutung dieses Projekts für die deutsche Industrie und die globale Umweltpolitik.

    Die „pure oxyfuel“-Technologie ist das Herzstück des Projekts. Sie ermöglicht es, nahezu das gesamte bei der Zementproduktion entstehende CO2 aus den Abgasen abzuscheiden. Anstelle herkömmlicher Luft wird in der Verbrennung reiner Sauerstoff verwendet, was die Emissionen drastisch reduziert. Das abgeschiedene CO2 wird anschließend aufbereitet und kann entweder in anderen Industrien weiterverwendet oder sicher gelagert werden. Dieses Verfahren stellt einen signifikanten Fortschritt im Bemühen dar, die Zementherstellung nachhaltiger zu gestalten.

    Dr. Cetin Nazikkol, Mitglied des Vorstandes von thyssenkrupp Decarbon Technologies, hebt hervor, dass Zement ein fundamentaler Baustoff ist, dessen Produktion jedoch erhebliche Mengen an CO2 freisetzt. Die innovative Technologie von thyssenkrupp bietet hier eine zukunftsfähige Lösung, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Das Werk in Lägerdorf wird modellhaft zeigen, wie die Zementindustrie transformiert werden kann, um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren und gleichzeitig die industrielle Produktion aufrechtzuerhalten.

    Das Engagement für eine klimaneutrale Zukunft wird auch von den lokalen Regierungsvertretern geteilt. Ministerpräsident Günther betont, dass Schleswig-Holstein an der Spitze der Energiewende steht und das Projekt in Lägerdorf ein weiterer Meilenstein auf diesem Weg ist. Diese Entwicklung wird nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch neue Technologien fördern und nachhaltiges Wirtschaftswachstum in der Region und darüber hinaus anregen.

  • Inertstoffdeponie Chalberhau in Rümlang soll erweitert

    Inertstoffdeponie Chalberhau in Rümlang soll erweitert

    Die Inertstoffdeponie Chalberhau in Rümlang steht vor einer notwendigen Erweiterung, um die Kapazitätsgrenzen zu erweitern und die Entsorgung von nicht wiederverwertbaren Rückständen innerhalb des Kantons Zürich sicherzustellen. Die Deponie hat eine strategisch günstige Lage nahe Zürich, was kurze Transportwege ermöglicht. Der bestehende Standort erreicht Anfang 2024 seine Kapazitätsgrenze, was die Planung einer Erweiterung erforderlich macht.

    Der Entwurf des kantonalen Gestaltungsplans „Erweiterung Deponie Chalberhau“ wurde in Zusammenarbeit mit Eigentümern, Interessenorganisationen, Umweltverbänden, der Gemeindeverwaltung, der Betreiberin sowie kantonalen Amtsstellen entwickelt. Der Plan berücksichtigt neben der Ausdehnung der Deponie auch wichtige Umwelt- und Landschaftsschutzmaßnahmen und legt die Schritte für die Wiederaufbereitung und Endgestaltung fest.

    Vom 19. April bis zum 21. Juni 2024 sind die Planungsunterlagen für alle interessierten Parteien öffentlich einsehbar. Diese Frist ermöglicht es den Bürgern, ihre Meinungen und Bedenken zu äußern, welche dann von den zuständigen Fachstellen ausgewertet und in einem Einwendungsbericht festgehalten werden. Die offizielle Festsetzung des Gestaltungsplans erfolgt nach Abschluss dieses Prozesses durch die Baudirektion. Die breite Einbindung der Öffentlichkeit und die umfassenden Abstimmungen im Vorfeld zielen darauf ab, eine ausgewogene Lösung zu finden, die sowohl den betrieblichen Bedarf als auch die ökologischen und gesellschaftlichen Anforderungen berücksichtigt.

  • Medusoil führt Konsortium zur Aufwertung von Bauabfällen

    Medusoil führt Konsortium zur Aufwertung von Bauabfällen

    Medusoil SA erhält laut Medienmitteilung den Zuschlag für ein Kooperationsprojekt zur Förderung der Verwertung von Abbruch- und Aushubabfällen in der Schweiz. Der Auftrag wurde vom Amt für Innovation und Wirtschaftsförderung (SPEI) des Kantons Waadt erteilt. Das 2018 gegründete Jungunternehmen ist ein Pionier innovativer und nachhaltiger Bindemittel für den Baustoffsektor.

    An der Zusammenarbeit sind Partner wie Texum SA in Payerne, ein Unternehmen im Bereich der Strassenstabilisierung und des faserverstärkten Betons, und Argramat SA, ein  Immobilienentwickler mit Fachwissen im Bereich der Materialien, beteiligt, heisst es weiter. Das Konsortium habe sich zum Ziel gesetzt, eine der drängendsten Umweltprobleme der Schweiz anzugehen: die Aufwertung von Bauabfällen durch den gross angelegten Einsatz einer Wiederverwertungs- und Biomineralisierungsanlage.

    „Projekte wie diese, die gemeinsam durchgeführt werden und sich auf das nachhaltige Bauen auswirken, beschleunigen den Wandel zu einer nachhaltigen Wirtschaft und leisten einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Bauwelt“, wird Dimitrios Terzis zitiert, der CEO von Medusoil. Der Fokus des Konsortiums auf die Abfallverwertung passe perfekt zu der wachsenden Notwendigkeit, Umweltprobleme in der Schweiz und im Ausland anzugehen, so Terzis weiter.

    Das Projekt füge sich in den Rahmen der von SPEI durchgeführten Kooperationsinitiativen im Bereich des nachhaltigen Bauens ein, heisst es in der Mitteilung. Zu deren wichtigsten Aspekten gehören der  Aufbau einer Produktionslinie für neue Baumaterialien oder die Aufwertung von Bauabfällen, die Entwicklung von Praktiken für die Wiederverwendung, den Rückbau, die Sanierung und den Ersatz von Bauelementen und Materialien sowie Entwicklung innovativer Bautechniken zur Verbesserung der Nachhaltigkeit.

  • Milder Winter senkt Emissionen im Gebäudesektor

    Milder Winter senkt Emissionen im Gebäudesektor

    Die Schweiz hat 2022 insgesamt 41,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente an Treibhausgasen ausgestossen, informiert das Bundesamt für Umwelt (BAFU) in einer Mitteilung zum Schweizer Treibhausgasinventar 2022. Es ist vom BAFU im April beim UN-Klimasekretariat eingereicht worden. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Schweiz im Berichtsjahr 3,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente weniger verursacht. Im Vergleich zum Basisjahr 1990 gingen die Emissionen um 24 Prozent zurück.

    Der Gebäudesektor kann sich dabei den Löwenanteil der Verringerung von Emissionen gutschreiben. Hier lag der Treibhausgasausstoss mit 9,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten 44 Prozent tiefer als 1990. „Wegen des ausserordentlich milden Winters wurden im Vergleich zum Vorjahr weniger Heizöl und Gas für die Beheizung der Gebäude verbrannt“, erläutert das BAFU. Seine Fachleute weisen gleichzeitig darauf hin, dass der Trend trotz starker Zunahme der beheizten Flächen nach unten zeigt. Hintergrund sind Verbesserungen der Energieeffizienz und der Einbau von Wärmepumpen.

    Der Industriesektor konnte seine Emissionen mit 9,6 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten im Vergleich zu 1990 um 27 Prozent senken. Im Verkehrssektor wurden 13,7 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente verursacht, dies entspricht einem Rückgang um 8 Prozent gegenüber dem Basisjahr. Die übrigen Emissionen lagen mit 8,9 Millionen Tonnen um knapp 13 Prozent unter dem Wert von 1990.

  • Dormakaba punktet mit Nachhaltigkeit

    Dormakaba punktet mit Nachhaltigkeit

    EcoVadis hat die Fortschritte von dormakaba bei der nachhaltigen Entwicklung gewürdigt. Dormakaba hat sich in der Gesamtwertung in allen vier Kategorien – Umwelt, Arbeits- und Menschenrechte, Ethik und nachhaltige Beschaffung – im Jahresvergleich verbessert, informiert das international aktive Schliesstechnikunternehmen aus Rümlang in einer Mitteilung. Mit der bereits zum dritten Mal verliehenen Goldmedaille gehöre dormakaba zu den besten 5 Prozent unter den mehr als 130’000 bewerteten Organisationen weltweit.

    Darüber hinaus wurde dormakaba von EcoVadis in den beiden Kategorien Outstanding Program Management and Best Mature Program der Sustain 2024 Achievement Awards des Anbieters für Nachhaltigkeitsrankings nominiert. „Dass wir trotz immer anspruchsvoller werdender Kriterien unsere Top-5-Prozent-Position im Bereich Nachhaltigkeit halten konnten, zeigt deutlich unser Engagement“, wird Stephanie Ossenbach, Group Sustainability Officer von dormakaba, in der Mitteilung zitiert. „Unsere Nominierung und führende Position in Branchenratings sind ein weiterer Beleg für die Anerkennung unserer Bemühungen im Bereich Nachhaltigkeit.“

    Die Goldmedaille von EcoVadis ist eine von mehreren Auszeichnungen, die dormakaba in diesem Jahr für sein Engagement in Sachen Nachhaltigkeit erhalten hat. Bereits im Januar haben die Institutional Shareholder Services dem Unternehmen in ihren ESG-Ratings Prime Status attestiert. Im März wurde dormakaba von Morgan Stanley Capital International ein AA-Rating verliehen. Dies weise darauf hin, „dass dormakaba zu den Branchenführern im Umgang mit finanziell relevanten ESG-Risiken und -Chancen gehört“, heisst es in der Mitteilung.

  • RTAG errichtet Neubau in Altstätten

    RTAG errichtet Neubau in Altstätten

    RTAG, in der St.GallenBodenseeArea ansässiger Immobiliendienstleister, hat den ersten Spatenstich zu seinem neuen Geschäftssitz getätigt. Wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht, ist das 1000 Quadratmeter Bürofläche umfassende Gebäude vom Architektenbüro göldipartnerarchitekten ag aus Altstätten geplant und konstruiert worden. Es enthält auf drei Etagen 40 moderne Büroarbeitsplätze. Das Gebäude selbst soll ein funktionaler und gestalterischer Schwerpunkt an der Churerstrasse, einem der Eingangstore nach Altstätten, sein, heisst es in der Mitteilung. Zudem zeichnet es sich über eine umweltfreundliche Bauweise aus. Heizung und Kühlung erfolgen über Erdwärmepumpen sowie über eine Photovoltaikanlage. Die Gebäudeumhüllung wird in den oberen Geschossen mit einer Holzfassadenverkleidung versehen. Die Umgebung wird mit einheimischen Pflanzen gestaltet, das Dach erhält eine extensive Begrünung. Auch die verwendeten Holz-Alu-Fenster sollen umweltfreundlich gestaltet sein. Der Neubau soll im Sommer 2025 bezugsfertig sein.

    Der Entscheid, in Altstätten zu bleiben und einen Neubau zu planen, sei folgerichtig, wird Roger Stieger, Gründer und dritter Partner bei RTAG, in der Mitteilung zitiert. „Unsere Wurzeln sind in Altstätten, von hier aus sind wir gewachsen, von hier aus wollen wir uns auch künftig erfolgreich weiterentwickeln.“

  • NEST dient EU-Projekt als Pilotanlage

    NEST dient EU-Projekt als Pilotanlage

    Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) ist Teil des internationalen Konsortiums für das jüngst gestartete und auf drei Jahre angelegte HorizonEurope-Forschungsprojekt HEATWISE. Dabei soll in Gebäuden mit umfangreicher IT-Infrastruktur die Abwärme dieser Systeme vollständig in die Gebäudetechnik integriert werden.

    „Das Ziel ist ein Zero-Waste-Prinzip“, erklärt Binod Koirala vom Urban Energy Systems Lab der Empa in einer Medienmitteilung. „Das heisst, wir wollen möglichst die ganze Abwärme zurückgewinnen und in das Heizsystem der Gebäude integrieren.“ In diesem Rahmen kommt dem Team der Empa in einem ersten Schritt die Aufgabe zu, im Empa-Forschungsgebäude NEST das Potenzial für Wärmegewinne zu identifizieren. Dabei sollen neben der Abwärme aus dem Mikrorechenzentrum in dessen Untergeschoss und der Computer in den Büroräumen auch der Einfluss anwesender Personen auf die Raumtemperatur berücksichtigt werden.

    Aus den so gewonnenen Daten wollen die Forschenden vorausschauende Regelalgorithmen ableiten, die das Energiemanagement der IT-Infrastruktur mit der Gebäudetechnik koppeln. Sie werden dann neben dem NEST in drei weiteren Pilotanlagen installiert: in Gebäuden der dänischen Universität Aalborg, in eine Autofabrik in der Türkei und in ein IT-Forschungs- und Entwicklungszentrum in Polen.

    Im NEST wird zudem die Luftkühlung des Rechenzentrums um die neu entwickelte sogenannte On-Chip-Flüssigkeitskühlung des israelischen Projektpartners ZutaCore ergänzt. Mit der dadurch zurückgewonnenen Wärme von bis zu 70 Grad können etwa die Duschen im Gebäude betrieben werden.

  • Entsorgungssicherheit dank langfristiger Deponieplanung

    Entsorgungssicherheit dank langfristiger Deponieplanung

    Die nachhaltige Gestaltung der Abfallwirtschaft und der sorgsame Umgang mit Ressourcen spielen eine immer wichtigere Rolle in der heutigen Gesellschaft. Im Kanton Zürich wird dies durch gezielte Anstrengungen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft deutlich, wodurch eine erhebliche Reduktion der Abfallmengen, die in Deponien landen, erreicht werden konnte. Dennoch gibt es Abfälle, die sich nicht in den Stoffkreislauf integrieren lassen und daher einer sicheren Entsorgung bedürfen.

    Die Baudirektion des Kantons hat in einem umfangreichen und breit abgestützten Verfahren 23 neue, geeignete Standorte für Deponien identifiziert. Diese Standorte dienen als Basis für eine Teilrevision des kantonalen Richtplans und tragen wesentlich zur langfristigen Sicherung der Abfallentsorgung bei. Ziel ist es, den künftigen Bedarf an Deponievolumen genau zu ermitteln und gleichzeitig die Standorte so auszuwählen, dass die Transportwege für die Entsorgung optimiert und somit Umweltbelastungen minimiert werden.

    Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Reduktion von Abfällen aus der Bautätigkeit, die den grössten Anteil der Deponiemenge ausmachen. Durch Massnahmen wie die Sortierung von Bauabfällen und die Reinigung von verschmutztem Aushubmaterial lassen sich signifikante Mengenreduktionen erreichen. Ab 2030 wird mit einer deutlichen Reduktion der jährlichen Deponiemenge im Vergleich zu heute gerechnet. Über einen Zeitraum von 40 Jahren hinweg wird der Bedarf auf insgesamt rund 17 Deponien geschätzt, die strategisch über den Kanton verteilt sein sollen, um die Effizienz und Nachhaltigkeit der Abfallentsorgung weiter zu verbessern.

    Diese langfristige Planung und der Einsatz für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zeigen, wie durch verantwortungsvolles Handeln und innovative Lösungsansätze eine sichere und umweltfreundliche Abfallentsorgung gewährleistet werden kann.

  • Effiziente Nutzung der Gebäudewärme — Projekt HEATWISE von EMPA

    Effiziente Nutzung der Gebäudewärme — Projekt HEATWISE von EMPA

    In einer Zeit, in der nachhaltiges Energiemanagement immer wichtiger wird, stellt die ungenutzte Abwärme von IT-Systemen in Gebäuden eine beträchtliche Verschwendung dar. Spitäler, Universitäten und Bürokomplexe verfügen über eine umfangreiche IT-Infrastruktur, deren Betrieb nicht nur Energie verbraucht, sondern auch eine erhebliche Menge an Wärme produziert, die bisher grösstenteils ungenutzt bleibt. Das Horizon Europe-Projekt HEATWISE nimmt sich dieser Herausforderung an und vereint zwölf Forschungs- und Industriepartner aus acht Ländern, um innovative Lösungen für die Nutzung dieser Abwärme zu entwickeln.

    Das Projekt, das Anfang 2024 gestartet wurde und über drei Jahre läuft, wird von der Europäischen Union im Rahmen von Horizon Europe und vom Schweizerischen Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation gefördert. Ein Schlüsselelement von HEATWISE ist die Entwicklung von vorausschauenden Regelalgorithmen, die nicht nur die IT-Infrastruktur und Gebäudetechnik miteinander verknüpfen, sondern auch einen energieeffizienten, CO2-armen und kostengünstigen Betrieb ermöglichen sollen.

    Ein Beispiel für die praktische Umsetzung dieser Ziele ist das Forschungsgebäude «NEST» der Empa in Dübendorf, das als reale Pilotanlage dient. Hier wird die Abwärme eines Mikrorechenzentrums bereits erfolgreich zur Beheizung genutzt, unterstützt durch innovative Kühltechnologien wie die «On-Chip-Flüssigkeitskühlung» des israelischen Projektpartners ZutaCore. Diese ermöglicht eine optimale Wärmerückgewinnung und die Nutzung der gewonnenen Wärme für hochtemperaturintensive Anwendungen, wie beispielsweise die Warmwasserversorgung.

    Für Fachkräfte aus der Immobilien- und Standortförderungsbranche bietet HEATWISE nicht nur Einblicke in zukunftsweisende Technologien der Wärmerückgewinnung und Energieeffizienz, sondern auch konkrete Anwendungsbeispiele, die zeigen, wie IT-Infrastrukturen und Gebäudetechnik synergistisch für ein nachhaltigeres Energiemanagement genutzt werden können.

  • Erster Schweizer Wasserstoffkongress

    Erster Schweizer Wasserstoffkongress

    Am 28. März fand in Yverdon-les-Bains der erste Schweizer Wasserstoffkongress statt. Der Anlass brachte Unternehmerinnen und Unternehmer, Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie politische Entscheidungsträgerinnen und -träger zusammen. Die Vielfalt der Rednerinnen und Redner ermöglichte es, das Thema unter zahlreichen Aspekten abzudecken. Der erste Schweizer Wasserstoff-Kongress wurde in Zusammenarbeit mit Planair, CleanTech Alps und dem Westschweizer H2-Netzwerk organisiert und war ein voller Erfolg.

    Wasserstoff ist kein Allheilmittel, um alle Energieprobleme der Schweiz zu lösen, aber er bietet zahlreiche Möglichkeiten. Beim ersten Schweizer Wasserstoffkongress gab es einen fruchtbaren Austausch und eine starke Zusammenarbeit. Dies verdeutlicht die Bedeutung des Themas für die Schweiz, und alle Beteiligten sind bereit, gemeinsam zu arbeiten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken und eine nachhaltige Energiezukunft aufzubauen.

    Was von diesem Tag festgehalten werden muss
    Vertreter und Vertreterinnen aus der Energie-, Gas- und Industriebranche, Unternehmer und Unternehmerinnen sowie Politiker sind sich einig: Die Schweiz muss unbedingt an das europäische Netz angeschlossen werden. Es ist entscheidend, dass unser Land diese Chance nicht verpasst.

    Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Forderung nach einer klaren Strategie und geeigneten Rahmenbedingungen seitens des Bundes, um den Markt voranzutreiben.

    Trotz der bestehenden operativen Herausforderungen konnten beim Kongress positive Bilanzen von laufenden Projekten wie Green Gaz in Aigle und Hydrospider gezogen werden. Die Teilnehmer erhielten Einblicke in die Entwicklung von Wasserstoffprojekten wie H2 Bois, Gruyère Hydrogène Power und Prhysm.

    Zudem präsentierte aeesuisse ihre Positionierung zum Thema Wasserstoff mit der Veröffentlichung der Broschüre «10 Punkte zum Thema Wasserstoff».

    Eine Leidenschaft, die unsere Grenzen übersteigt
    Wasserstoff ist mehr denn je ein aktuelles Thema. Er bewegt die Fachwelt und die Politik über die Grenzen der Schweiz hinaus. In Europa werden die Diskussionen über seine Chancen und Risiken beschleunigt und in vollem Gang gehalten. Der Schweiz und ihrem Kompetenzpool kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. «Wir erleben derzeit eine starke Begeisterung für Wasserstoff, mit grossen Ankündigungen auf internationaler Ebene. Die Schweiz ist in vielen Bereichen führend in der Innovation, z. B. bei der Kompression oder der Speicherung. Wir müssen daher unsere Führungsposition ausbauen und dürfen uns nicht von der europäischen Konkurrenz überholen lassen», sagt Laurent Scacchi Direktor Westschweiz der aeesuisse.

  • Glarner Kantonalbank sucht Projekte für Nachhaltigkeitspreis

    Glarner Kantonalbank sucht Projekte für Nachhaltigkeitspreis

    Die Glarner Kantonalbank (GLKB) vergibt einmal pro Jahr den Glarner Nachhaltigkeitspreis. Die GLKB möchte damit Projekte und Initiativen von Glarnerinnen und Glarnern fördern, die zur nachhaltigen Entwicklung im Kanton beitragen. Der Preis ist mit 10´000 Franken dotiert. Wie die GLKB mitteilt, können Bewerbungen für die dritte Auflage des Preises ab jetzt und bis zum 30. Juni eingegeben werden.

    Eingereicht werden können Projekte, die sich mit mindestens einer der drei Säulen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft auseinandersetzen. Unter Umwelt fallen die Reduktion von Treibhausgasen und erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Reduktion schädlicher Stoffe oder Biodiversität. Im Bereich Gesellschaft sollten sich die Projekte mit Fairness und Gerechtigkeit, sozialem Engagement oder der Förderung der Glarner Kultur befassen. Für die Wirtschaftsförderung sind Ideen gefragt, die zur Schaffung lokaler Arbeitsplätze beitragen oder nachhaltige Geschäftsmodelle mit Entwicklungspotenzial sowie innovative Technologien umfassen.

    Teilnehmen können Privatpersonen und juristische Personen wie zum Beispiel Vereine. Auch Forschungsarbeiten und Anträge zu wissenschaftlichen Arbeiten sind zugelassen, sofern sie „eine deutliche Nachhaltigkeitswirkung auf den Kanton Glarus haben“ oder bei überregionaler Wirkung eine direkte Verbindung der designierten Preisgewinnerinnen und -gewinnern zum Kanton Glarus bestehe, heisst es in der Mitteilung.

    Im vergangenen Jahr gewann der Wärmeverbund Obstalden den Preis. Der Wärmeverbund wird allein mit lokalen und erneuerbaren Energien gespiesen und sichert Arbeitsplätze. Das Projekt war aus insgesamt 21 Einsendungen ausgewählt worden.

  • Freesuns erhält 1 Million Franken

    Freesuns erhält 1 Million Franken

    Das auf innovative Solarziegel spezialisierte Start-up Freesuns SA aus Colombier gibt eine Kapitalerhöhung von 1 Million Franken bekannt. Darunter ist laut Medienmitteilung eine strategische Investition der PHIDA Groupe mit Sitz in Renens. Die Zusammenarbeit eröffne neue Perspektiven für die Zukunft der erneuerbaren Energien in der Westschweiz. Das Familienunternehmen PHIDA Groupe in Renens umfasst nach eigenen Angaben 20 Unternehmen in den vier Geschäftsbereichen: Bauwesen, Veranstaltungen, Dienstleistungen und Investitionen.

    Freesuns glaube an eine Welt, in der die Energieerzeugung nachhaltig, umweltfreundlich und ästhetisch sei, heisst es auf der Internetseite des Unternehmens. Aus diesem Grund hat Freesuns eine Reihe besonderer Solarziegel entwickelt, die für jede Dachform und jeden Dachstil eine maximale Abdeckung der Photovoltaikzellen ermöglichen. Bis heute wurden in der Schweiz rund 130 Dächer so gedeckt.

    „Diese Kapitalspritze wird es uns ermöglichen, unser Geschäft auszubauen, die Grenzen der gebäudeintegrierten Photovoltaik zu erweitern und unserer Vision näher zu kommen: Solardachziegel auf jedem Dach“, wird Deborah Learoyd in einem Artikel bei startupticker.ch zitiert, die  Geschäftsführerin von Freesuns. Das Start-up will das Kapital nutzen, um Forschung und Entwicklung im Bereich der Software- und Hardwarelösungen fortzusetzen und seinen Vertrieb auf neue Märkte auszuweiten.

    „Wir freuen uns sehr, mit Freesuns bei seiner Mission zusammenzuarbeiten, Dachmaterialien mit wunderschönen Solardachziegeln zu revolutionieren. Dadurch können wir unseren Kunden die neuesten Technologien für Solardachziegel anbieten und unsere Position als Marktführer im Bereich der Gebäudehülle in der Westschweiz behaupten“, wird Bastien Sauve zitiert, CEO der PHIDA Groupe.