Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Vertikal gebautes Handwerkerzentrum in Erstfeld

    Vertikal gebautes Handwerkerzentrum in Erstfeld

    In der Industrie und im Gewerbesektor werden Firmengebäude traditionellerweise eingeschossig gebaut, um die optimale Logistik zu ermöglichen und die Wege zu verkürzen. Dieser Gedanke hat seinen Ursprung in einer Zeit, in der Land als unendliche Ressource galt und das Auto ins Zentrum der Planung rückte.

    Doch Boden ist eine endliche Ressource. Aus Nachhaltigkeitsgründen sollte so wenig Boden wie möglich verbaut und versiegelt werden. Die Industrie muss daher neue Wege finden, um versiegelte Erdgeschossflächen zu minimieren, ohne an Flexibilität zu verlieren.

    Einen solchen Weg geht das Handwerkerzentrum Ha2 in Erstfeld. Sein Konzept: Es stapelt die Fläche, die sonst auf einem einzigen Geschoss verteilt wäre, in die Höhe. Das Gebäude besteht aus einem Erdgeschoss und zwei Obergeschossen. Letztere sind über eine für Lieferwagen befahrbare Rampe erschlossen. Sie schliesst über einen Laubengang an jedes Geschoss an. Auch ein Lastenlift ist verfügbar.

    Nicht nur bei der Baufläche legt das Handwerkerzentrum Ha2 Wert auf Nachhaltigkeit. Der Bau wurde auf Langlebigkeit ausgelegt, beispielsweise durch hohe Innenräume und die Trennung der Primär-, Sekundär- und Tertiärstrukturen. Letztere soll auch den schlechten CO2-Haushalt des Betons relativieren. Die Gebäudehülle des Handwerkerzentrums besteht aus Holz, der Sonnenschutz wurde konstruktiv erstellt. Je nach Nutzungspartei wird mit Abfall-Holzschnitzeln oder Grundwasser geheizt. Mit einer Schreinerei als Mitnutzerin könnte das Gebäude auch ausschliesslich durch die Verbrennung von Holzschnitzelabfällen beheizt werden.

    Das Regenwasser wird in einer Zysterne aufgefangen und wiederverwertet – das spart 40 Prozent des Frischwassers.

    Das Handwerkerzentrum Ha2 hat den Anspruch, so simpel und effizient wie möglich geplant und realisiert zu werden. Das Erdgeschoss ist überhöht gebaut und lässt sich in zwei Ebenen unterteilen. Dies sorgt für mehr Flexibilität in der Nutzung.

    Das Handwerkerzentrum wird in der Gewerbezone der Gemeinde Erstfeld gebaut, nördlich des Ortskerns, die NEAT- und A2-Anschlüsse in unmittelbarer Nähe. In der Nachbarschaft befinden sich unter anderem eine Fischzucht sowie eine Systemtechnikfirma.

    Im Handwerkerzentrum sollen sich kleine, ortsansässige Handwerkerfirmen entwickeln können. Ein wichtiger Punkt ist deshalb auch die Erschwinglichkeit der Flächen.

    Einen Teil der Flächen beansprucht ein Unternehmen für eine Sanitärausstellung. Zudem ist im Erdgeschoss ein Takeaway-Stand geplant. Unter den Interessierten sind ausserdem eine ortsansässige Schreinerei, Hanfpflanzenstartups sowie Spengler- und Elektrofirmen.

    Das Handwerkerzentrum Ha2 befindet sich aktuell im Status des Vorprojektes. Das Baubewilligungsverfahren soll im Juni 2022 beginnen. Der Bezug des Gebäudes ist auf den Herbst 2023 geplant.

    Luftbild Mikrolage: Der Standort des Handwerkerzentrums zeichnet sich aus durch die optimale Anknüpfung an gegebene Verkehrswege.
  • Beim Bahnhof Altdorf entsteht neue Urbanität

    Beim Bahnhof Altdorf entsteht neue Urbanität

    «Bei diesem Wohn- und Geschäftshaus haben wir den Fokus auf eine nachhaltige Konzeption gelegt. Ökologie, Ökonomie und Soziales befinden sich im Einklang. Bei «Cubo» steht die soziale und funktionale Durchmischung des Gebäudes im Mittelpunkt. Diese wird mit vielfältigen und gemeinschaftlichen Nutzungsformen erreicht. Mit diesen zukunftsorientierten Ansätzen werden Anreize geschaffen für die Gründung neuer Arbeits- und Lebensmittelpunkte in der Region», erläutert René Chappuis, Geschäftsleitung der verantwortlichen CAS Gruppe. Der Denkansatz überzeugt. Die Wohnungen und Büroflächen waren innert kürzester Zeit vermietet. Die Möglichkeit, sich im Haus im Alltag zu begegnen, findet besonders bei Pendlern und Neuzuzügern Anklang.

    Treppenhaus als Begegnungszone
    Die kubische Gebäudehülle umschliesst zwei Gewerbegeschosse, vier Wohngeschosse sowie ein Attikageschoss. 36 hochwertige Mietwohneinheiten zu 2.5- bis 4.5-Zi-Wohnungen wurden insgesamt realisiert. «Begegnung, Austausch und die Möglichkeit für gemeinsame Treffen prägen das Raumkonzept. So überrascht das Gebäude mit einer sehr grosszügigen Erschliessungszone. Das von Tageslicht erhellte Atrium dient gleichzeitg als Begegnungszone zur Förderung des sozialen Austausches der Bewohnerinnen und Bewohner», führt Helen Chappuis, Geschäftsleitung und Bereichsleiterin Architektur, aus. Zur Förderung der sozialen Kommunikation sei weiter die Waschküche im Ergeschoss angesiedelt und als Waschbar gestaltet.

    Ökostrom vom Dach
    Bei der Planung wurde der Nachhaltigkeit ein hoher Stellenwert eingeräumt. Das Gebäude ist mit einer modernen Holzfassade ausgestattet und wird mit einer Grundwasser-Wärmepumpe geheizt, welche über die auf dem Flachdach installierte Photovoltaikanlage gespiesen wird. In der Einstellhalle können Ladestationen für Elektroautos einfach zur Verfügung gestellt werden. Die PV-Anlage mit einer Leistung von 36 Kilowatt produziert pro Jahr rund 34’000 Kilowattstunden Ökostrom. Damit können pro Jahr rund sechs Tonnen CO2-Ausstoss vermieden werden, was rund 42’000 Autokilometern entspricht. Im Rahmen eines Zusammenschlusses zum Eigenverbrauch (ZEV) wird der Solarstrom möglichst vor Ort verbraucht. Im Sommer fliesst überschüssiger Solarstrom zurück ins Netz, im Winter wird zusätzlich Energie aus dem öffentlichen Netz bezogen. Dank diesem innovativen Konzept erhalten die Mieter Solarstrom vom eigenen Hausdach, der erst noch weniger kostet als Netzstrom.

  • Ein Holzchalet-Trio für höchste Ansprüche

    Ein Holzchalet-Trio für höchste Ansprüche

    Alle drei charmanten Holzchalets sind mit einem Durchgang verbunden. Hinter dem Bauprojekt steht ein umfassendes Konzept, das auf nachhaltigen Tourismus setzt. Parallel dazu wird die Berg-Academy aufgebaut, Kursanbieterin in den Bereichen gesunder Mensch, gesunde Umwelt und nachhaltiges Unternehmertum. Die Academy wird die «Live-Seminare» in der Berglodge37 durchführen. Externe Seminaranbieter können eigene Seminare auf den Eggbergen durchführen. Firmen und Organisationen buchen die Lodge für interne Seminare in den erwähnten Gebieten. Ruhe suchende Erwachsene können den Ort für einen persönlichen Boxenstopp, einen «Digital Detox» oder ganz einfach für ein paar Relax-Tage nutzen.

    Mit der Berglodge37 erfüllten sich die beiden Betreiber einen Traum: «Dieses Herzensprojekt hat schon lange in uns geschlummert», sagt Ruth Koch. «Das Betreiben einer Bergoase, in der sich neugierige Menschen treffen und inspirieren können, ist unser gemeinsame Traum», ergänzt Martin Reichle. Beim Bau der Berglodge37 wurde grosser Wert auf eine optimale Energiebilanz gelegt und viel regionales «Mondholz» eingesetzt, während abnehmendem Mond gefälltes Holz. Dieses Holz hat, gemäss einer ETH-Studie, nachweislich verschiedenste positive Eigenschaften wie eine bessere Stabilität, bessere Haltbarkeit, Feuerbeständigkeit, Härte sowie Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge. Auch bei der Auswahl der Möbel war nur das Beste gut genug. Alle Zimmer sind mit Bettsystemen des Schweizer Herstellers Leibundgut aus dem Berner Oberland ausgestattet. Das weltweit einzige Bett mit automatischer Formanpassung an jede Körperform und Schlaflage bietet einen perfekten Schlafkomfort und garantiert beste Erholung.

    Als konsequent nachhaltiger Betrieb setzt die Berglodge37 auf eine vegetarische Küche. Die Gäste sollen die Erfahrung machen können, dass vegetarisches Essen genauso gut schmecken kann wie fleischhaltige Gerichte. Die Lodge versteht sich als ein innovativer Arbeitgeber im Kanton Uri. Das widerspiegelt sich in der Wahl der Mitarbeitenden, die praktisch alle aus der Region stammen. Die Eröffnung der Berglodge37 ist auf Mitte Juli 2022 geplant. Mehr Informationen: www.berglodge37.com.

  • «Es lohnt sich, in erneuerbare Energien zu investieren.»

    «Es lohnt sich, in erneuerbare Energien zu investieren.»

    Stimmt es, dass das Dätwyler Werk in Schattdorf (UR) seit dem Jahre 2012 klimaneutral ist?
    Reto Burkart: Ja, das ist korrekt.

    Und wie haben Sie dieses Ziel schon so früh erreicht?
    Es waren zwei unabhängige Aktivitäten, die dazu führten. Dank einem neuen externen Partner konnten wir 2008 unsere Ölheizung durch ein Holzheizwerk ersetzen. Die Prozess- und Heizenergie für unser Werk wird seit diesem Zeitpunkt mittels Holzschnitzel erzeugt. Zudem beziehen wir seit 2012 zertifizierten Strom aus Wasserkraft.

    Was können andere Firmen von Ihrem (zeitlichen) Knowhow-Vorsprung lernen?
    Ich denke, ein Unternehmen sollte bezüglich nachhaltiger Energien ein gewisses Grundwissen im Haus haben. Man sollte aber nicht immer versuchen, alles komplett in die eigene Hand zu nehmen. Wir haben immer mit externen Spezialisten zusammengearbeitet, die sich solchen Themen annehmen können und viel spezifischeres Knowhow haben als wir. Wichtig ist aber, dass man den Partner kennt und ihm vertrauen kann.

    Hätten Sie gedacht, dass das Thema Nachhaltigkeit einmal so wichtig werden würde?
    Ja, natürlich, und wir waren und sind auch darauf vorbereitet und werden nicht aufhören, das Thema weiter zu bearbeiten. Klar ist es heute mehr «en vogue», sich der Nachhaltigkeit anzunehmen, aber meiner Meinung nach profitieren wir als Unternehmen schon lange von diesem Setup, denn die Nachhaltigkeit bezieht sich ja nicht nur auf den Energie- und Materialverbrauch. Die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden sind genauso Teil davon.

    Was sind Ihre Ziele für die nächsten zehn Jahre?
    Was die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeitenden betrifft, sind wir am Standort Schattdorf daran, über viele kleine interne Programme das Verständnis für die Wichtigkeit dieser Themen zu erhöhen. Wir arbeiten diesbezüglich auch sehr intensiv mit externen Partnern wie der SUVA zusammen.

    Bezüglich Umwelt arbeiten wir stetig daran, den absoluten und relativen Verbrauch von Brennstoffen, Elektrizität und Wasser sowie die Abfallmenge zu verringern. Zudem hat sich Dätwyler zum Ziel gesetzt, bis 2030 an allen Standorten weltweit klimaneutral zu sein.

    Reto Burkart, Leiter Dätwyler Werk Schattdorf
  • Nachhaltige Urner Energielösungen

    Nachhaltige Urner Energielösungen

    Die Energiezukunft in der Schweiz ist ein Dauerthema. Ein Rezept für mehr Unabhängigkeit ohne Vernachlässigung der beschlossenen Klimaziele sind lokale, nachhaltige und CO2-freie Energielösungen. EWA-energieUri bietet mit ihren integrierten Gesamtenergielösungen, kurz SmartEnergy, eine clevere Lösung für die individuelle Energiewende. Konkret steckt folgendes hinter SmartEnergy: Strom mit einer Photovoltaik-Anlage selber produzieren und speichern, nachhaltige Wärme- und Kälteproduktion, Ladelösungen für die Elektromobilität, den Verbrauch von Strom, Wärme, Kälte und Wasser mit SmartMetern messen und visualisieren – alles vernetzt und optimiert mit einer intelligenten Steuerung.

    Grosser Mehrwehrt für Eigentümer
    Eine solche integrierte Gesamtenergielösung setzt EWA-energieUri aktuell bei der Überbauung «Plätzli» in Altdorf um. Das Projekt mitten im Altdorfer Dorfkern umfasst zwei Gebäudekörper mit insgesamt 24 Wohnungen. Ein Teil der in Zukunft benötigten Energie wird mit einer Photovoltaik-Anlage produziert. Davon profitieren alle Wohnungsbesitzer. Der mit Sonnenkraft produzierte Strom kann beispielsweise für das Aufladen des Elektroautos oder die Klimatisierung der Räumlichkeiten genutzt werden. Eine intelligente Steuerung verbindet zudem alle Systeme und optimiert diese. So ist der benötigte Strom sicher dann verfügbar, wenn er gebraucht wird. Da auch der Reststrom aus erneuerbarem, lokalem URstrom aus Urner Wasserkraft stammt, sind die integrierten Gesamtenergielösungen von EWA-energieUri zu 100 Prozent CO2-frei.

    Profitieren vom Nahwärmeverbund
    Das Projekt «Plätzli» in Altdorf zeigt noch einen weiteren grossen Vorteil von integrierten Gesamtenergielösungen gut auf: Die nachhaltigen Technologien können unkompliziert für weitere Liegenschaften erweitert werden. Von den zwei neu installierten Wärmepumpen im «Plätzli» profitieren im Rahmen des Nahwärmeverbunds auch fünf bereits bestehende Gebäude in der Nachbarschaft. Diese können sich von ihren bisherigen Öl-Heizungen verabschieden und die Energiebilanz ihrer Liegenschaften beträchtlich steigern. Gerade für Besitzerinnen und Besitzer älterer Liegenschaften stellt diese Möglichkeit einen grossen Mehrwert dar. So können sie einfach und unkompliziert von nachhaltigen Lösungen profitieren und gleichzeitig mithelfen, einen weiteren Schritt Richtung erneuerbare Energiezukunft zu machen.

  • Ganzjahresdestination Andermatt

    Ganzjahresdestination Andermatt

    «Während der Fahrt von Göschenen nach Andermatt sieht und spürt man die Kraft dieser rauen und massiven Felsen. Das ist ein Anblick, den ich niemals vergessen werde», meint Samih Sawiris, ägyptischer Visionär und Investor zu seiner ersten Fahrt nach Andermatt. Bei seinem Besuch im Jahr 2005 sollte er die Urner Regierung als Berater unterstützen, Andermatt nach dem Rückzug der Schweizer Armee wieder attraktiver zu gestalten. Doch er entschloss sich kurzerhand, selbst ein touristisches Projekt für Andermatt zu entwickeln.

    Hohe Bautätigkeit der letzten Jahre
    Dieser erste Besuch in Andermatt liegt nun bereits 17 Jahre zurück. Andermatt steht heute mitten in der Entwicklung zur Prime Alpine Destination. Im Dorfteil Andermatt Reuss waren Anfang Jahr 15 Apartmenthäuser in Betrieb, drei im Bau und mehrere in Planung. Nebst den Apartmenthäusern stehen zwei Hotels: Das The Chedi Andermatt im Dorfkern eröffnete 2013 und das Radisson Blu Hotel Reussen im Jahr 2018. Die Gotthard Residences, Apartments mit Hotelservice, sind an das Radisson Blu Hotel Reussen angeschlossen. Entsprechend dem Nachhaltigkeitsgrundsatz der Andermatt Swiss Alps ist Andermatt Reuss autofrei, alle Häuser sind im Niedrigenergiestandard gebaut und der Strom kommt aus erneuerbaren Quellen.

    Wie alles begann
    Die Vision für die Tourismusdestination wurde Ende 2005 der Bevölkerung des Urserntals vorgestellt. Im März 2007 stimmte die Gemeinde Andermatt mit 96 % Ja-Stimmen zu. Daraufhin verkaufte die Schweizer Armee eine Mehrheit der militärisch genutzten Flächen. Auf diesem Boden entsteht nun der Dorfteil Andermatt Reuss. Für die Apartmenthäuser und die Gestaltung des Masterplans wurden internationale Architektenwettbewerbe ausgeschrieben.

    Als einzigartiges Projekt in diesem Umfang und aufgrund der nationalen Bedeutung wurde es im Jahr 2007 vom Bundesrat von der Lex Koller befreit, und dieser genehmigte auch den Quartiergestaltungsplan.

    Nebst den Immobilien und der Hotellerie wird auch das touristische Angebot im Urserntal ausgebaut. In diesem Zug übernahm die Andermatt Swiss Alps AG das Skigebiet, um es auszubauen und zu modernisieren. Während drei Jahren wurden Bahnen erneuert oder neu erstellt und ein durchgehendes Pistennetz von 120 Pistenkilometern bis nach Sedrun realisiert. Zusammen mit Disentis sind es sogar 180 Pistenkilometer.

    Ganzjahresdestination Andermatt
    Auch für die Sommermonate werden neue Angebote geschaffen. Im Jahr 2015 eröffnete der Andermatt Swiss Alps Golf Course. Dieser wurde mit der weltweit anerkannten GEO-Zertifizierung ausgezeichnet. Von Schweiz Tourismus erhielt der 18-Loch-Golfplatz das Swisstainable Level III, leading. Das kulturelle Angebot in Andermatt wurde Mitte 2019 durch die höchstgelegene Konzerthalle in den Alpen ergänzt. Die Andermatt Konzerthalle ist vom Studio Seilern Architects unter der Leitung von Christina Seilern konzipiert worden.
    Momentan werden weitere 20’000 m2 des Infrastruktursockels erstellt, um die nächsten Häuser und Hotels zu bauen. Insgesamt sind 42 Mehrfamilienhäuser, 6 Hotels im 4- und 5-Sterne Bereich und mehrere Villen geplant.

  • Energieeffizienz macht Gebäude sparsamer

    Energieeffizienz macht Gebäude sparsamer

    Nirgendwo sonst wird so viel Energie verbraucht, wie im Gebäudebereich. So entfallen in Europa rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen auf diesen Sektor. Die Talkpool AG trägt mit ihren Smart-Buildings-Technologien dazu bei, Gebäude energieeffizienter zu machen. Etwa über intelligente Sensoren, mit denen sich die Raumluft und das Raumklima automatisch steuern und optimieren lassen. „Unsere Technik hilft nicht nur, den Energiebedarf von Gebäuden signifikant zu senken, sondern spart in entsprechendem Maße auch die Kosten dafür“, sagt Aurelius Wosylus, Group Chief Commercial Officer bei der Talkpool AG. Er verweist dabei auf die rasant gestiegenen Energiepreise und rät Gebäudebetreibern, das Problem jetzt anzugehen. 

    Allein in Deutschland gibt es 21 Millionen Gebäude, davon rund 19 Millionen Wohngebäude und etwa 2 Millionen Nicht-Wohngebäude. Zusammen verbrauchten sie im Jahr 2019 rund 865 Terrawattstunden (TWh) Energie. Mit 76 Prozent entfällt dabei der mit Abstand größte Teil auf die Raumwärme (658 TWh). Schon damals im Jahr 2019, also noch vor dem Energiepreisschock, beliefen sich die Kosten für Raumwärme, Warmwasser und Beleuchtung in Gebäuden in Deutschland auf geschätzte 73 Milliarden Euro. Zwar hat sich der Endenergieverbrauch im Gebäudebereich in den vergangenen Jahren leicht reduziert, aber nicht in dem Umfang, der für das Erreichen der Klimaziele notwendig wäre. Das liegt auch daran, dass rund ein Drittel der Gebäude in Deutschland und Europa älter sind als 50 Jahre. Gerade betagtere Gebäude verfügen häufig nur über unzureichende HLK-Systeme. HLK steht für Heizung, Lüftung und Klimatechnik und bezieht sich auf die verschiedenen Systeme in einem Gebäude, die für Wärmeregulierung, Innenraumkomfort und Luftqualität verantwortlich sind. 

    Überzeugende Lösungen zur Energieeinsparung in Gebäuden 

    Das international aufgestellte Unternehmen mit Hauptsitz im Schweizer Chur hat Lösungen entwickelt, mit denen sich bei bestehenden HLK-Systemen Energie- und Kosteneinsparungen von 10 bis 25 Prozent erzielen lassen. Aurelius Wosylus, erklärt die dahinterstehende Technologie: „Die Basis bilden unsere drahtlosen Raumklimasensoren. Diese überwachen, nachdem sie im Gebäude installiert wurden, in Echtzeit die verschiedenen Parameter wie Raumwärme und Luftqualität.“ Dieser Input gehe per Internet-Gateway an einen selbstlernenden Steueralgorithmus. Die KI, so Wosylus weiter, greife dabei auch auf externe Daten zu, wie etwa zur Wetterlage oder zur Entwicklung der Energietarife. „Auf diese Weise steuert die KI in einem ständigen Verbesserungsprozess das HLK-System, um die Raumklimaqualität zu maximieren und den Energieverbrauch zu optimieren.“ 

    Das System ist bereits in Gebäuden mit einer Fläche von insgesamt mehr als einer Million Quadratmeter installiert. Mit durchweg sehr guten Ergebnissen. Als Beispiel nennt Wosylus ein Hotel- und Büroprojekt in Schweden mit einer Fläche von rund 25.000 Quadratmetern. „Unsere Analyse zeigt, dass sich nicht nur die Luftqualität und damit der Wohlfühlfaktor in erheblichen Umfang verbessert hat, sondern auch der Energieverbrauch für die Heiz- und Kühlsysteme zwischen 20 und 25 Prozent gesenkt werden konnte.“ Es habe nicht einmal ein Jahr gedauert, so Wosylus, bis das Projekt seine Kosten für den Gebäudebetreiber wieder eingespielt hat. 

  • «Die Aufbruchstimmung ist spürbar»

    «Die Aufbruchstimmung ist spürbar»

    Herr Camenzind, wie hat sich die Urner Standortentwicklung und Wirtschaftsförderung in den vergangenen Jahren verändert?
    Als ich 2012 ins Amt gekommen bin, haben wir die Ansiedlungsstrategie angepasst und sind eine Zusammenarbeit mit der Greater Zurich Area eingegangen. Das war ein wichtiger Schritt. Dann kam die Tourismusentwicklung in Andermatt dazu. Solche Entwicklungen sind wichtige Standortfaktoren und Verkaufsargumente. Man redet heute im Kanton Uri weniger über die Stausituation vor dem Gotthardtunnel sondern mehr über Andermatt. Die Entwicklung im Urner Talboden ist indes anders gelagert. Hier haben wir es in den letzten sechs, sieben Jahre vor allem mit Quartierentwicklungen zu tun gehabt. Wir als Kanton Uri besitzen im Urner Talboden auch Land, welches wir entwickeln möchten und das für Gewerbe und Industrie zum Verkauf steht. Ein weiterer wichtiger Standortfaktor ist der neue Kantonsbahnhof, an dem seit dem letzten Dezember internationale Züge halten. Bei uns ist in letzter Zeit sehr viel passiert. Diese Entwicklungen nehmen wir dankbar im Standortmarketing auf, damit wir spannende Geschichten erzählen können.

    Was sind die Vor- und Nachteile der neuen Destination Andermatt und des Kantons generell?
    Der Vorteil von Andermatt ist ganz klar: Wir sind als Kanton Uri positiv im Gespräch. Wir können unser Image verbessern und etwas für die Ausstrahlung des ganzen Kantons tun. Alleine in Andermatt sind 1000 Arbeitsplätze neu geschaffen worden. Und das nicht etwa durch Umlagerungen oder Umstrukturierungen. Es sind Arbeitsplätze, die wir in der Art und Vielzahl bislang nicht hatten. Das ist sicher sehr positiv. Und es hilft uns wiederum auch auf anderen Gebieten, wo wir vielleicht noch schwächer aufgestellt sind. Dieser Effekt strahlt mittlerweile in die umliegenden Gemeinden aus. All das wirkt sich positiv aus – bis hinunter in den Urner Talboden um Altdorf.
    Die Nachteile sind gestiegene Immobilienpreise – vor allem in Andermatt. Das ist teils schwierig für die lokale Bevölkerung. Ich bin aber überzeugt, dass Andermatt und seine Bevölkerung unter dem Strich von der Tourismusentwicklung profitieren.

    Wie sieht die Situation im Kantonshauptort Altdorf aus?
    Hier in Altdorf sind wir gut unterwegs – insbesondere dank dem neuen Verkehrsknotenpunkt in Altdorf. Dadurch ist der Kanton noch besser erschlossen. Wir haben hier gute Entwicklungen, etwa mit der Dätwyler in Schattdorf, welche unter anderem Kaffee-Kapseln für Nespresso herstellt. Die Perspektiven des Kantons Uri sind wesentlich besser als noch vor 20 Jahren. Vorher haben wir nur von Arbeitsplatzabbau der RUAG, SBB und beim Militär geredet. Das ist nicht mehr das Thema. Heute suchen
    die Firmen hier händeringend nach Arbeitskräften.

    Wie sehen Angebot und Nachfrage auf dem Urner Immobilienmarkt aus?
    In Altdorf und im Urner Talboden ist in den letzten zehn Jahren so viel gebaut worden wie noch nie. Die Befürchtungen, es gebe aufgrund der Neubauten irgendwann hohe Leerstände, haben sich glücklicherweise nicht bewahrheitet. Wir haben keine hohe Leerwohnungsziffer. Es sind in den vergangenen zehn Jahren etwa 3000 Wohnungen im Kanton neu gebaut worden. Das ist für Urner Verhältnisse viel. Die Preise sind hingegen stabil geblieben und nicht unter Druck geraten. Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass wir im Verhältnis wenig Wohnfläche pro Einwohner hatten. Bis vor zehn Jahren waren wir noch bei etwa knapp 40 Quadratmeter pro Person. Im Schweizer Schnitt sind wir mittlerweile bei 50 Quadratmeter pro Person. Da haben wir jetzt ein wenig aufgeholt. In den letzten fünf, sechs Jahren ist darüber hinaus auch ein Bevölkerungswachstum im Kanton Uri festzustellen. Dies absorbiert die Wohnungen, die gebaut werden. Der Markt funktioniert.

    Wie geht es dem Gewerbestandort Uri?
    Eine der stärksten Branchen im Kanton Uri war schon immer die Baubranche. Das hat mit den grossen Infrastrukturprojekten zu tun: Kraftwerke, Bahngeleise, Autobahn, Tunnelbau. Das sind alles Baumeisteraufgaben. Da wird etwas gebaut, später stehen dann Sanierungen in regelmässigen Abständen an. Nehmen wir beispielsweise die Autobahn: Die Gotthardautobahn wird – mit der notwendigen Sanierung – jetzt quasi zum dritten Mal gebaut. In diesem Bereich tut sich also immer etwas. Dann ist Dätwyler mit seinen etwa 900 Angestellten in Uri ein sehr wichtiger Akteur. Die Metallverarbeitung war bei uns schon immer stark. Wir haben sehr viele mechanische Metallverarbeitungsbetriebe mit grossem Knowhow.

    Wir kommen auf den Neubau der Urner Kantonalbank zu sprechen: Welche Impulse gehen davon aus?
    Auf den entstandenen Büroflächen konnten bereits spannende Firmen eingemietet oder angesiedelt werden, unter anderem das norwegische Software-Unternehmen Crayon. Das ist eine internationale Firma, die auch weiterwächst und erst vor wenigen Jahren in den Kanton Uri gekommen ist. Das hilft uns und dem Standort. Auch ziehen solche Erfolgsgeschichten immer weitere Ansiedlungen an. Das hat Ausstrahlung über den Standort Altdorf hinaus. Zusätzlich entstehen noch weitere Bauwerke rund um den Kantonsbahnhof wie Wohnungen und Geschäfts- und Gewerbeflächen. Es ist wichtig, dass wir am verkehrsreichsten Punkt von Uri eine weitsichtige und ausgewogene Entwicklung haben, und der Neubau der Urner Kantonalbank ist hierfür ein guter Start.

    Alles in allem finden auf kleinstem Raum im Kanton Uri gerade sehr viele Investitionen statt. Die positive Aufbruchstimmung und Dynamik gilt es jetzt, gewinnbringend zugunsten des Kantons Uri zu verwenden.

  • Zürich soll zur Solarstadt werden

    Zürich soll zur Solarstadt werden

    ewz baut sein Bürgerbeteiligungsmodell ewz.solarzüri aus. Wie der Energieversorger in einer Medienmitteilung bekanntgibt, stehen für seine Kundinnen und Kunden ab sofort rund 3300 weitere Solaranlagen auf öffentlichen Gebäuden der Stadt Zürich zur Verfügung. Damit können auch Mieterinnen und Mieter dazu beitragen, dass weitere Solarflächen zugebaut werden. Der Preis beträgt 250 Franken pro Quadratmeter, die Vergütung auf der Stromrechnung 80 Kilowattstunden pro Jahr für eine Laufzeit von 20 Jahren.

    Die grössten der geplanten neuen Solaranlagen liegen in Höngg: auf dem Schulhaus Lachenzelg Ost (1860 Quadratmeter) und auf dem Schulhaus am Wasser (1170 Quadratmeter). Auf dem Dach des Wohnhauses Dunkelhölzli in Altstetten sind 100 Quadratmeter geplant, auf der Haltestelle Bahnhof Altstetten 165 Quadratmeter. Sind jeweils 80 Prozent einer Fläche durch diese Art der Schwarmfinanzierung verkauft, wird die jeweilige Anlage durch ewz realisiert.

    In diesem Fall wird durch ewz.solarzüri ab Januar 2023 auf über 37’000 Quadratmetern sauberer Strom erzeugt. Weitere Standorte sind laut ewz in Arbeit.

    „Mit der Solarstrategie haben wir in der Stadt Zürich das ambitionierte Ziel, mehr Solarstrom zu produzieren“, wird Stadtrat Michael Baumer, Vorsteher der Industriellen Betriebe der Stadt Zürich, zu denen auch ewz gehört, in der Mitteilung zitiert. „Denn nur gemeinsam machen wir Zürich zur Solarstadt – jeder Quadratmeter zählt!“

  • Grösstes Holzmodul-Werk Deutschlands

    Grösstes Holzmodul-Werk Deutschlands

    Die Renggli Deutschland GmbH ist ein Gemeinschaftsunternehmen der vier Gesellschafter Renggli AG, Saxovent Smart Eco Investments GmbH, Sächsische Ärzteversorgung (SAEV) und der MQ Real Estate GmbH. Die Renggli AG engagiert sich als Knowhow- und Kompetenz-Träger. Das neue Werk entsteht in Eberswalde (Bundesland Brandenburg), rund 40 Kilometer von der Berliner Stadtgrenze entfernt. Im Februar 2022 wurde der Kaufvertrag für das Grundstück der Produktionsstätte unterzeichnet. Der Baustart erfolgt im dritten Quartal 2022, die Fertigstellung ist auf Ende 2023 geplant. Im modernen Werk werden dann ab 2024 auf rund 20’000 Quadratmetern Produktionsfläche Holzmodule für nachhaltige und klimagerechte, mehrgeschossige Gebäude hergestellt.

    Grosses Potential in Deutschland

    Im Grossraum Berlin ist das Potenzial für seriell und industriell gefertigte Holzmodule gross. Beim Modulbau werden ganze Raumeinheiten im Produktionswerk vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Modulare Bauten erfüllen heute alle Ansprüche moderner und nachhaltiger Immobilien und bieten eine Lösung für die Realisierung von attraktivem, bezahlbarem und klimagerechtem Wohnraum. So meint Samuel Renggli: «Wir wollen die grosse Nachfrage nach Holzbaukapazitäten im Raum Berlin/Brandenburg bedarfsgerecht bedienen und damit einen wesentlichen Beitrag zum ressourcengerechten und klimaneutralen Bauen leisten. Mit der Leistungsfähigkeit dieses modernen Produktionswerkes erfüllen wir die hohen Ansprüche an Qualität, Effizienz und Zuverlässigkeit.»

    Marktaufbau in Deutschland – Weiterentwicklung in der Schweiz

    Die Investition ist die konsequente strategische Weiterentwicklung der Aktivitäten in Deutschland und basiert auf dem langfristig ausgelegten Businessplan der Renggli AG. Das Engagement in Deutschland wird die Tätigkeiten in der Schweiz nicht tangieren. Die Renggli AG wird, parallel zum Aufbau in Deutschland, in der Schweiz wie geplant die Marktposition weiter stärken und in die Digitalisierung und Weiterentwicklung des Unternehmens investieren. Im Produktionswerk in Schötz (LU) realisiert die Renggli AG weiterhin industriell gefertigte, hochwertige und klimagerechte Gebäude in Element- und Modulbauweise. Sie bedient damit die Nachfrage aus der Schweiz nach architektonisch anspruchsvollen, mehrgeschossigen Holzbauten für Wohnüberbauungen, Büro- und Gewerbebauten oder Kindergärten und Schulen. 

  • Berner Fachhochschule arbeitet an Schwerlastbrücken aus Holz

    Berner Fachhochschule arbeitet an Schwerlastbrücken aus Holz

    Der Infrastrukturbau mit seinem hohen Anteil an Stahlbeton zähle zu den grössten Emittenten von CO2 in der Schweiz, erläutert die Berner Fachhochschule (BFH) in einer Mitteilung. Forscher der BFH am Institut für Holzbau, Tragwerke und Architektur haben gemeinsam mit TS3 und weiteren Wirtschaftspartnern eine Forschungsstrategie für den Einsatz von Holz im Infrastrukturbau erarbeitet. Derzeit wird unter Leitung von BFH-Professor Steffen Franke eine Machbarkeitsstudie für Schwerlastbrücken aus Holz durchgeführt.

    Ein erstes Arbeitsmodell ist im Rahmen der bis zum Sommer 2023 laufenden Studie bereits erstellt worden. Seit 9. Mai ist das Brückenelement im Innenhof des Bieler Standorts der BFH ausgestellt. Es sei für eine quer zur Achse verlaufende Brücke angelegt, erläutert die BFH in der Mitteilung. Mit ihr könne beispielsweise eine Kantonsstrasse über eine sechsspurige Autobahn geleitet werden. Industriepartner TS3 hat für die auf 40 Tonnen Nutzlast ausgelegte Holzbrücke seine Technologie beigesteuert, mit der die einzelnen Platten der Elemente biegesteif verbunden werden können.

  • Neuer myclimate-Rechner erleichtert den Heizungsumstieg

    Neuer myclimate-Rechner erleichtert den Heizungsumstieg

    Auf der Webseite www.myclimate.org/heizung müssen Besucher*innen nur wenige Daten zur Berechnung eingeben. Abgefragt werden der Wohnkanton, die bisherige Heizung (Öl, Erdgas), die geplante neue Heizungstechnologie (Wärmepumpe oder Pelletheizung) sowie der bisherige jährliche Verbrauch. Der myclimate-Rechner gibt auf Basis dieser Informationen unmittelbar eine Übersicht zu der möglichen Förderung durch das myclimate-Förderprogramm für den Heizungsersatz in der Schweiz. 

    Neben dieser Angabe liefert die Webseite auch einen Link zum jeweiligen kantonalen Gebäudeprogramm. Damit können Hausbesitzer*innen sich über das für sie günstigere Angebot zum Heizungsersatz direkt informieren. Die Beiträge von myclimate sind teilweise höher als diejenigen der Kantone und teilweise können auch Heizungen gefördert werden, die kantonal nicht abgedeckt sind. Nur bei den kleineren Wärmepumpen kann eine kantonale Förderung automatischen Vorrang geniessen. Auch diese Information liefert die neue Webseite. 

    Damit Eigentümer*innen an den Programmen teilnehmen können, müssen gewisse Kriterien erfüllt sein. Das Förderprogramm gilt nicht für Neubauten. Die neue Heizung muss demnach eine bestehende Öl- oder Gasheizung ersetzen. Es darf weiterhin zu keiner Doppelförderung kommen. Das heisst, dass für das Vorhaben keine anderweitigen Finanzhilfen von Bund, Kanton, Gemeinde oder Privaten beansprucht werden. Zudem darf der Auftrag an eine Installations- oder Planungsfirma noch nicht erteilt sein. 

    Wichtiges Instrument zur Senkung der CO2-Emissionen im Gebäudebereich 

    In der Schweiz werden Ein- und Mehrfamilienhäuser immer noch mehrheitlich mit fossilen Energien beheizt. Sie tragen somit wesentlich zum CO₂-Ausstoss der Schweiz im Bereich Gebäude bei. Gleichzeitig wird immer noch bei vielen Objekten – zum Beispiel bei rund 70 Prozent der Mehrfamilienhäuser – eine Gas- oder Ölheizung wieder durch eine ähnliche Heizung ersetzt und so die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verlängert. Technisch sind Wärmepumpenanlagen heute in der Lage, nicht nur den Wärmebedarf von einzelnen Häusern sondern auch von grossen Immobilien zuverlässig und umweltfreundlich zur Verfügung zu stellen. Dort, wo die Installation einer Wärmepumpe nicht möglich ist, bieten Holzpelletsheizungen eine klimafreundliche Alternative für Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser. 

    Mit einer finanziellen Unterstützung reduzieren die myclimate-Programme für den Heizungsersatz die Hürde der hohen Investitionskosten. 

    Diese Heizungsersatz-Programme können dank den Beiträgen der Stiftung Klimaschutz und CO2- Kompensation KliK und weiteren Partnern umgesetzt werden.

  • Innovation Hub in Horgen öffnet seine Tore

    Innovation Hub in Horgen öffnet seine Tore

    Peking, Singapore, Paris, Horgen – ab sofort steht Kunden, Partnern sowie interessierten Fachbesuchern auch in der Schweiz ein Innovation Hub offen. Ein Besuch lohnt sich für jeden, der sich aus erster Hand ein Bild von den zukunftsweisenden Produkten und Lösungen vom Tech-Konzern Schneider Electric und der Feller AG machen möchte. Ganz am Puls der Zeit vermitteln die Exponate und audiovisuellen Medien alles Wissenswerte rund um moderne Lebens- und Arbeitswelten. Besucher haben die Gelegenheit, Innovationen im eigenen Tempo zu entdecken und sich von den wegweisenden Technologien inspirieren zu lassen. 

    Ein Unternehmen, zwei Brands: Das Beste aus beiden Welten 

    Der Innovation Hub bildet das gesamte Spektrum des Energie- und Automatisierungsspezialisten Schneider Electric und seiner Tochtergesellschaft, der Feller AG, ab. Auf 500 Quadratmetern werden die Innovationen und technologischen Entwicklungen auf allen Ebenen, in ganzer Breite und Tiefe des Portfolios präsentiert. Neben intelligenten Produkten und Lösungen für die industrielle Automatisierung nehmen auch die Energienetze der Zukunft, die Gebäudeautomation sowie das Connected Home als vernetztes, digitalisiertes Zuhause einen grossen Raum ein. Weitere Themenfelder wie Energieeffizienz im Wohnbau und eMobility runden die vielseitige Erlebniswelt ab. 

    Innovations- und Technologieimpulse: Ein Ort der Erfahrung und des Wissenstransfers 

    Theoretisches Wissen rund um die moderne Digitaltechnologie ist nur eine Seite der Medaille. Nichts geht über die Erfahrung, die Vorzüge zukünftiger Lebens- und Arbeitswelten unter Realbedingungen zu erleben. „Mit unserem neuen Innovation Hub ist eine umfassende Erlebniswelt entstanden. Hier werden nicht nur vernetzte Automationslösungen in einem ansprechenden Umfeld präsentiert, sondern auch die Vernetzung des Wissens gefördert“, erklärt Tanja Vainio, Country President Schneider Electric Schweiz. Das interdisziplinäre Kompetenzzentrum bietet das ideale Umfeld, um künftig auch Trainings-Sessions oder Experten-Foren durchzuführen. 

  • Vierwaldstättersee soll Luzerner Neustadt temperieren

    Vierwaldstättersee soll Luzerner Neustadt temperieren

    Der Energievesorger ewl energie wasser luzern (ewl) will die Wärmeversorgung des städtischen Versorgungsgebiets vollständig aus erneuerbaren Quellen möglich machen. Energie aus dem Vierwaldstättersee spiele dabei eine Schlüsselrolle, erläutert das Unternehmen in einer Mitteilung. Ihr zufolge werden erste Gebäude in der Nähe des Bahnhofs bereits von der See-Energie temperiert.

    Im Tribschenquartier werde derzeit am Anschluss an das Fernwärmenetz gearbeitet, erläutert ewl in der Mitteilung weiter. Als nächstes soll nun eine Netzerweiterung in Richtung Kleinstadt angegangen werden, um auch die Neustadt mit See-Energie temperieren zu können..

    Der Beginn der Bauarbeiten ist für Mitte Mai vorgesehen. Sie sollen bis Mai nächsten Jahres abgeschlossen sein. Im Endausbau des Netzes strebt ewl die Versorgung von bis zu 3700 Luzerner Haushalten mit Energie aus dem Vierwaldstättersee an.

    Um die Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten so gering wie möglich zu halten, soll an Hauptverkehrsachsen in der Nacht und in Quartierstrassen tagsüber gebaut werden. Zudem realisiere ewl den Leitungsbau in Kleinstetappen, heisst es in der Mitteilung. „Mit dem laufenden Ausbau des See-Energie-Netzes will ewl lokale Ressourcen nachhaltig und bewusst nutzen und aktiv zur Energiewende in der Stadt Luzern beitragen“, wird Patrik Rust, Vorsitzender der Geschäftsleitung von ewl, dort zitiert.

  • 4B setzt auf Nachhaltigkeit

    4B setzt auf Nachhaltigkeit

    4B verfolgt seit vielen Jahren eine Unternehmensstrategie, die sich an den Bedürfnissen des Marktes und an sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien orientiert. Damit ist das Unternehmen erfolgreich und heute Marktleader in der Fensterproduktion. Traditionellerweise fokussiert sich das Unternehmen auf die Herstellung von Holz/Metallfenstern, die ausschliesslich in Hochdorf entwickelt und hergestellt werden. Mit dem Werk in Emmen und der Fabrikation von Kunststofffenstern hat sich 4B in der Vergangenheit einen Zusatzmarkt erschlossen. Die Nachfrage  nach diesen Produkten ist in den letzten Jahren aber kontinuierlich zurückgegangen. Auf dem Hintergrund dieser wirtschaftlichen Entwicklung und in Übereinstimmung mit der Ausrichtung von 4B auf die Produktion von Fenstern mit ressourcenschonenden und emissionsarmen Materialien, ist die Schliessung der Fabrikation in Emmen eine logische Konsequenz. Auf die energieintensive Produktion von Kunststofffenstern wird das Unternehmen 4B ab 2023 verzichten. In den Produktionsstandort Hochdorf dagegen wird weiter investiert.

    Anschlusslösung für alle Mitarbeitenden

    4B ist sich der Verantwortung gegenüber seinen Mitarbeitenden bewusst. Das Unternehmen bietet deshalb allen in Emmen angestellten 27 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Anschlusslösung am Hauptsitz in Hochdorf. 4B sichert sich damit das Know-how und die breite Erfahrung gut qualifizierter Fachkräfte. Ohnehin ist es 4B ein grosses Anliegen, konsequent in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden zu investieren. Mit einem eigenen Campus hat 4B dafür eine Plattform zur Förderung der Mitarbeitenden entwickelt, was wiederum der internen Weiterentwicklung der Produktion und der Produkte zugutekommt. Damit sichert sich 4B die Fähigkeit, als Branchenleader im Markt jederzeit mit überzeugenden und innovativen Lösungen präsent zu sein.

  • Hybridbauten aus Holz haben Zukunft

    Hybridbauten aus Holz haben Zukunft

    Herr Wappner, der Baustoff Holz gehört zu den ältesten in Mitteleuropa. Wir alle kennen Pfahlbauten oder mittelalterliche Fachwerkhäuser. Heutzutage allerdings sind Holzgebäude rar. Seit wann ist Holz vor allem im urbanen Kontext des Bauens in Vergessenheit geraten und warum?

    Es ist richtig: Der Baustoff Holz wurde für die Errichtung von Gebäuden früher sehr viel häufiger verwendet. Das liegt vor allem daran, dass Holz in unseren mitteleuropäischen Regionen schon immer ausreichend verfügbar war – auch weil die klimatischen Verhältnisse in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern das zügige Nachwachsen begünstigen. Durch den enormen Einsatz beim Bauen in den zurückliegenden Jahrhunderten haben Handwerker über viele Generationen hinweg hervorragende Kenntnisse und Fähigkeiten entwickelt, mit diesem Material zunehmend kreativer, geschickter und effizienter umzugehen. Davon profitieren wir noch heute.

    Vor allem im städtischen Kontext ist Holz aber im Zuge der Industrialisierung ab Mitte des 19. Jahrhunderts stark in Vergessenheit geraten oder hat als Baustoff industriell gefertigte Konkurrenz erhalten. Maschinell hergestellte Baustoffe wie Ziegel oder Beton wurden zunehmend bevorzugt. Denn sie konnten günstiger, schneller und in großen Mengen produziert werden. Außerdem waren viele unserer Städte früher komplett aus Holz gebaut und sind teilweise in ihrer Geschichte mehrere Male abgebrannt. Holz war daher in den Köpfen der Menschen als Gefahrenquelle verankert. Der bauliche Brandschutz im Zusammenhang mit dichter innerstädtischer Bebauung war also schon immer ein Thema im Städtebau. Im Gegensatz dazu konnten im Industriezeitalter mit brandresistenteren Baustoffen bessere Sicherheitsnachweise und damit auch mehr Vertrauen bei den Menschen erzeugt werden. Das ist einer der Gründe dafür, dass die industriellen Baustoffe das Material Holz gerade im europäischen Städtebau immer mehr verdrängt haben.

    Wie erklären Sie sich den aktuellen Boom rund um den Holzbau?

    Der Holzbau-Boom wurde eindeutig ausgelöst durch das wachsende ökologische Bewusstsein in der Gesellschaft. Holz als Baustoff ist so attraktiv, weil wir mit einem nachwachsenden, ressourcenschonenden und kreislaufgerechten Rohstoff arbeiten. Mit Holz können wir CO2 in Gebäuden speichern und setzen damit der energetisch aufwendigen Produktion anderer Baustoffe und deren Einsatz ein nachhaltiges und umweltschonendes Statement entgegen. Die CO2-Bilanz von Holz ist im Vergleich zu anderen Baustoffen unschlagbar gut. Aber Holz ist nicht unendlich verfügbar, sodass wir klug mit den Ressourcen umgehen müssen.

    Ermöglicht wird der aktuelle Boom zudem durch die umfassende Forschung in den vergangenen Jahren – gerade in Regionen wie Vorarlberg, Graubünden oder Südtirol, aber auch im Schwarzwald und dem Allgäu. Wir verfügen damit heute über ein sehr großes Wissen über das Material, das gepaart ist mit den Jahrhunderte alten überlieferten handwerklichen Erfahrungen. So gibt es mittlerweile hervorragende Möglichkeiten, die Tragfähigkeit und die Widerstandsfähigkeit von Holz gegen Brände in Langzeitversuchen optimal zu testen.

    Eine weitere große Rolle spielt die Digitalisierung. Die CNC-Technologie und andere technische Revolutionen waren hier ein echter Quantensprung. Durch technisch basierten Maschineneinsatz kann Holz heute bis auf den Millimeter genau bearbeitet und vorproduziert werden. Das geschieht dann auch direkt in einer Werkstatt, wo die Bauteile im Trockenen vorgefertigt und teilweise schon aufgebaut werden können. Dieser hohe Vorfertigungsgrad von modularen Holzelementen spart viel Zeit und Kosten.

    Durch all diese Entwicklungen ist Holz als Baustoff in den vergangenen Jahren wieder sehr spannend geworden – und das Vertrauen in das Material ist enorm gewachsen. Zudem hat Holz auch viele weitere Vorteile, die die Menschen schätzen: Es riecht gut, sieht vertraut aus und fühlt sich angenehm an.

  • AKB Green Hypothek finanziert Klimabauten

    AKB Green Hypothek finanziert Klimabauten

    Die Aargauische Kantonalbank (AKB) weitet ihr Hypothekarprodukt auf alle umweltfreundlichen Liegenschaften aus. Seit dem 2. Mai finanziert sie laut Medienmitteilung neben selbst genutzten Wohnobjekten auch sämtliche thermoregulierten Renditeliegenschaften sowie Geschäfts- und Gewerbeobjekte mit der zertifizierten AKB Green Hypothek. Das ist aus Sicht der Kantonalbank besonders für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) interessant. „Mit der Produktausweitung auf Geschäfts- und Gewerbeobjekte bieten wir nun auch für KMU eine nachhaltige, attraktive Finanzierungslösung an“, wird Patrick Küng, Bereichsleiter Firmenkunden & Institutional Banking bei der AKB, zitiert.

    Mit der AKB Green Hypothek fördere die AKB die umweltverträgliche Bautätigkeit und unterstütze auf diesem Weg die Reduktion der Treibhausgasemissionen von Gebäuden, heisst es in der Mitteilung der Kantonalbank. Die AKB Green Hypothek bietet bei Laufzeiten von zwei bis zehn Jahren einen deutlichen Zinsvorteil gegenüber den Standardzinssätzen von üblichen Festhypotheken. Die AKB wird voraussichtlich im Verlaufe des Jahres einen weiteren Green Bond zur Finanzierung der AKB Green Hypothek lancieren.

    Im Bericht über die Wirkung vom Green Bond heisst es, 2020 und 2021 sei mit dem nachhaltigen Hypothekarangebot für selbst genutztes Wohneigentum eine Reduktion von rund 490 Tonnen CO2 erreicht worden. Das entspreche den jährlichen CO2-Emissionen von rund 393 neuen, handelsüblichen Personenwagen.

  • FHNW verstärkt Expertise zu digitalem und nachhaltigem Bauen

    FHNW verstärkt Expertise zu digitalem und nachhaltigem Bauen

    Die Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW baut die eigene Expertise in den Bereichen digitales und nachhaltiges Bauen weiter aus. Dazu hat sie zwei neue Professor*innenstellen errichtet, die von fachkundigen Experten mit hohem Praxisbezug und grosser Innovationskraft angetreten werden.

    Fokus Digitales Bauen: Informationsmanagement
    Am 2018 neu gegründeten und seither rasch wachsenden Institut Digitales Bauen wird Lukas Schildknecht ab 1. Mai 2022 als Professor für Digitales Bauen mit Fokus Informationsmanagement antreten. Der Umweltingenieur und Informatiker ist bereits seit fünf Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik und am Institut Digitales Bauen engagiert. Als Leiter des Produktbereiches Forschung hat er die Projektakquise und Forschungstätigkeit des noch jungen Instituts aufgebaut und hat unter anderem verschiedenste Projekte zu Fragestellungen des Bauinformationsmanagement im Auftrag von öffentlichen und privaten Partner*innen geleitet. In seiner neuen Funktion wird er wie bis anhin Teil der Institutsleitung sein und seinen Schwerpunkt noch stärker auf das Management komplexer Datensysteme ausrichten. «Mich interessieren insbesondere die interdisziplinären Schnittstellen zwischen Informationstechnologien und (digitalen) Bauwerksmodellen. Hier brauchen wir für die Praxis kompatible Lösungen, so zum Beispiel durch gute Integrationsplattformen zur Harmonisierung heterogener Datenquellen», so Schildknecht. Die Baubranche durchlaufe aktuell mit der Einführung von BIM technologische und methodische Entwicklungen, welche in anderen Branchen bereits vor mehr als zehn Jahren erfolgt seien. Es sei daher an der Zeit, das so etablierte Wissen zu transferieren und auf die Baubranche zu spezifizieren, ohne dass das Rad neu erfunden werden müsse. 

    Fokus nachhaltiges Bauen: Ökobilanzen im Bauwesen
    Nebst der Digitalisierung des Bauwesens gewinnt für die Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW auch der Anspruch auf nachhaltige Bauprozesse an Bedeutung. Das vor zwei Jahren neu ausgerichtete Institut Nachhaltigkeit und Energie am Bau unter der Leitung von Barbara Sintzel belegt deshalb mit einer neuen Professorenstelle ein für die Bauwende in der Schweiz wichtiges Themenfeld: jenes der Ökobilanzierung. 

    Für diese Position konnte die Hochschule den Experten für nachhaltiges Bauen und Ökobilanzen, Daniel Kellenberger, engagieren. Der Kultur- und Umweltingenieur war zuletzt Geschäftsleitungsmitglied und Bereichsleiter «Klimaschutz und Energiemanagement» des interdisziplinären Forschungs- und Beratungsunternehmen Intep und hat unter anderem am Aufbau der international renommierten Ökobilanzdatenbank Ecoinvent mitgearbeitet. Mit seiner neuen Position als Professor für Nachhaltiges Bauen mit Fokus Ökobilanzen im Bauwesen strebt er an, die Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW als Kompetenzzentrum für Ökobilanzen in der Baubranche zu etablieren. «In den vergangenen Jahrzenten wurde sehr erfolgreich zum energieeffizienten und klimafreundlichen Betreiben von Immobilien geforscht. Die Umsetzung erfolgt jedoch oft ohne Rücksichtnahme auf die graue Energie und entsprechende Treibhausgasemissionen. Eine konsequente Netto-Null-Strategie ist aber nur dann erfolgreich, wenn auch die Bau- und Baustoffbranche einen Beitrag leistet. Mit Ökobilanzierungen haben wir hierzu ein wichtiges Instrument in der Hand», so Kellenberger. Er tritt die Stelle auf 2. November 2022 an.

    Ruedi Hofer, Direktor der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW, freut sich über den kompetenten Zuwachs und führt aus: «Unsere Hochschule hat mit diesen beiden Stellen einen weiteren grossen Schritt in eine digital gestützte und nachhaltig bebaute Umwelt gemacht. Ich bin stolz auf die grossartigen Erfolge der Institute unserer Hochschule und freue mich, dass wir mit unserer Arbeit sowohl die Aus- und Weiterbildung aber auch Forschung zu wichtigen Zukunftsthemen der Baubranche vorantreiben können».

  • Wohnsiedlung erhält autarke Beleuchtung

    Wohnsiedlung erhält autarke Beleuchtung

    Die Aussenbeleuchtung der Siedlung Moosbühlstrasse in Moosseedorf bei Bern ist nicht mehr vom Stromnetz abhängig, informiert die BKW in einer Mitteilung. Das Berner Energie- und Infrastrukturunternehmen hat hier 27 solarbetriebene LED-Leuchten installiert, die ausreichend Licht auf Treppen und in Hauseingänge werfen, aber möglichst wenig Mensch und Umwelt irritierende Lichtemissionen abgeben. Mit dem von der Gemeinde finanziell unterstützten Projekt statte die BKW „zum ersten Mal eine ganze Siedlung mit nachhaltigen Solarleuchten aus“, wird Projektleiter Simon Jakob von der BKW in der Mitteilung zitiert.

    Die innovative Beleuchtung weise gegenüber herkömmlichen Aussenbeleuchtungen gleich eine ganze Reihe von Vorteilen auf, wird in der Mitteilung weiter erläutert. So können die Lampen nicht nur unabhängig vom Stromnetz betrieben werden, bei Einrichtung und Erneuerung entfällt auch der Aufwand für das Ziehen von Leitungen. Die auf allen vier Seiten der Lampenmasten angebrachten Solarpanele erzeugen auch an lichtarmen Wintertagen genug Energie für den Betrieb der Leuchten. Eine bewegungsabhängige Steuerung hilft zusätzlich beim Einsparen von Energie. „Der Trend hin zu so wenig Licht wie nötig und das höhere Umweltbewusstsein der Bevölkerung machen solare Aussenbeleuchtungen für Siedlungsbewohnerinnen und Eigentümer interessant“, meint Jakob.

  • Wald dominiert Bodennutzung in Städten

    Wald dominiert Bodennutzung in Städten

    Die aktuelle Studie zur Nutzung der Bodenfläche in Schweizer Städten brächte Erstaunliches zutage, schreibt der Schweizerische Städteverband in einer Mitteilung zur gemeinsam mit dem Bundesamt für Statistik erarbeiteten „Statistik der Schweizer Städte 2022“. Den Erhebungen der Analysten zufolge machten Siedlungsflächen 2018 gerade einmal 23,5 Prozent oder 95’000 Hektare der Gesamtfläche der insgesamt untersuchten 170 Schweizer Städte aus. Der grösste Teil städtischen Bodens, konkret 32,3 Prozent, war zum Ende des Untersuchungszeitraums 1985 bis 2018 mit Wald bedeckt. Auch der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche fiel 2018 mit 30,9 Prozent deutlich grösser als die Siedlungsfläche aus.

    In den sechs grössten Städten der Schweiz (Basel, Bern, Genf, Lausanne, Winterthur und Zürich) lag der Anteil der Siedlungsfläche 2018 mit 54,2 Prozent allerdings deutlich höher als in der Gesamtrechnung, wird in der Mitteilung weiter erläutert. Wald und landwirtschaftlich genutzter Boden brachten es hier auf 29,6 beziehungsweise 14,3 Prozent.

    Wachstum haben die Analysten im Berichtszeitraum vor allem beim Wohnareal beobachtet. Es habe zwischen 1985 und 2018 um fast 10’000 Hektare auf 35’000 Hektare zugelegt. Auch die für den Verkehr genutzten und mit Erholungs- und Grünanlagen bebauten Flächen sind im Berichtszeitraum gewachsen. Die von der Industrie genutzten Flächen in den Städten mit mehr als 100’000 Einwohnenden gingen zwischen 1985 und 2018 dagegen um 26 Prozent zurück.

  • Zürich ist bei der Kreislaufwirtschaft vorne dabei

    Zürich ist bei der Kreislaufwirtschaft vorne dabei

    Der Zuger Baustoffproduzent Holcim und das New Yorker Medienhaus Bloomberg lancieren das Circular Cities Barometer. Das Barometer für die Kreislaufwirtschaft zeigt die 25 besten Städte, die den Wandel zu einem kreislauforientierten Leben anführen. Nach aktuellen Stand liegen bei der Bewertung von den vier Kategorien Gebäude, kommunale Systeme, städtische Einrichtungen und Strategien derzeit die Städte Seattle, Kopenhagen und Zürich auf den Plätzen eins bis drei.

    „Die Kreislaufwirtschaft ist ein Schlüsselelement, um die Grenzen unseres Planeten einzuhalten und ernsthaft gegen den Klimawandel vorzugehen. Mit der rasanten Urbanisierung unserer Welt stehen die Städte im Zentrum dieses Wandels von einer linearen ‚take-make-waste‘-Wirtschaft hin zu einer Kreislaufwirtschaft ‚reduce-reuse-recycle’“, wird Jan Jenisch, CEO von Holcim, zitiert. Dieses Barometer gebe einzigartige Einblicke in die innovativsten Kreislaufstädte auf der ganzen Welt.

    Das in Zusammenarbeit mit Holcim erstellte Barometer solle „die Aufmerksamkeit darauf lenken, was Städte auf der ganzen Welt kreislauffähig macht. Wir hoffen, dass wir mit diesen Erkenntnissen andere Städte dazu inspirieren können, Massnahmen zu ergreifen, um einen Wandel zu ermöglichen“, wird Lauren Kiel, General Manager für Bloomberg Green bei Bloomberg Media zitiert.

    Mit einem eigenen Algorithmus misst das Circular Cities Barometer den Übergang von 25 Städten von einer linearen zu einer Kreislaufwirtschaft, heisst es in der Medienmitteilung zur Methode. Dabei seien alle Regionen der Welt vertreten.

  • ETH-Forschende bauen Kuppel aus Bauabfällen

    ETH-Forschende bauen Kuppel aus Bauabfällen

    Eine Gruppe Forschender des Circular Engineering for Architecture Labs (CEA) an der ETH haben aus Bauabfällen eine Kuppel gebaut. Ziel des Projektes um die Assistenzprofessorin Catherine De Wolf am Departement Bau, Umwelt und Geomatik war es, Vorteile der Kreislaufwirtschaft sowie der Digitalisierung für die Baubranche aufzuzeigen, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Dabei sollten die Wissenschaftler den gesamten Wiederverwendungszyklus von Baumaterial einmal durchlaufen – von den Abbauarbeiten über das Design eines neuen Gebäudes bis hin zu dessen Bau. Vor dem Abriss eines Autolagerhauses in Genf sammelten sie unter Anleitung von Abbruchspezialisten dafür brauchbare Altbauteile.

    Die Teile lagerten und verbauten sie auf dem Campus Hönggerberg mit Hilfe eines selbst programmierten Algorithmus. Dieser berechnete selbständig die optimale Geometrie und die Dimensionen des Holzvorrats, um ihn möglichst effizient zu nutzen. „Ziel war, das Computerprogramm so zu konzipieren, dass es nicht die grössten Balken in kleine Stücke verschneidet und möglichst wenig Reste übrigbleiben“, wird Doktorand Matthew Gordon in der Medienmitteilung zitiert.

    In einer Datenbank speicherten die Teilnehmenden ausserdem Informationen zu jedem Bauteil, welches mit einem QR-Code gekennzeichnet wurde. Die Idee des Prototyps: Architekten könnten darüber herausfinden, „wann welche Materialien aus Abrissobjekten verfügbar sind, und diese in Neubauten einplanen“.

    Denn im Projekt stellte sich heraus, dass die Beschaffung von gebrauchten Bauteilen eine der grössten Herausforderungen ist. „Idealerweise würden die Unternehmen frühestmöglich über einen Abriss oder Rückbau informiert, so dass sie gleich mit der Suche nach Abnehmern für die Materialien beginnen können“, wird De Wolf in der Medienmitteilung zitiert. Tatsächlich passiere dies jedoch oftmals kurzfristig.

  • Swiss Life Asset Managers richtet Immobilienfonds nachhaltig aus

    Swiss Life Asset Managers richtet Immobilienfonds nachhaltig aus

    Die Swiss Life Asset Managers AG mit Sitz in Zürich benennt ihren Immobilienfonds Swiss Life REF (CH) Swiss Properties um. Mit dem Zusatz von ESG in der Fondsbezeichnung und den -dokumenten signalisiert die Vermögensverwalterin ihr Bestreben für mehr Nachhaltigkeit entsprechend der Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG), heisst es in einer Medienmitteilung.

    Demnach verfolgt das Unternehmen seit 2018 eine Nachhaltigkeitsstrategie. In diesem Rahmen sollen Liegenschaften des Immobilienfonds „schrittweise hinsichtlich ökologischer und sozialer Kriterien sowie Aspekten der guten Unternehmensführung optimiert“ werden.

    Für eine bessere Energie- und CO2-Effizienz sollen fossile Heizanlagen in Bestandsbauten ersetzt und neue Objekte vor dem Kauf auf ihre Nachhaltigkeit geprüft werden. Bei Instandsetzungen und Investitionen will das Unternehmen künftig eine eigens entwickelte Baurichtlinie einsetzen. Sie enthält den Angaben zufolge unter anderem energetische Mindestanforderungen sowie „Vorgaben zum gezielten Einsatz von Gebäudezertifizierungen“.

    Im Umgang mit Mietern will Swiss Life Asset Managers soziale Standards einführen. Laut Medienmitteilung äussert sich das in regelmässigen Umfragen zu ihrer Zufriedenheit. Ausserdem sollen sie über Nachhaltigkeitsthemen informiert werden.

  • ACRON akquiriert zertifiziert nachhaltige Büroimmobilie in Leudelingen, Luxemburg

    ACRON akquiriert zertifiziert nachhaltige Büroimmobilie in Leudelingen, Luxemburg

    „Mit der Beteiligung an dem vollvermieteten und nach ökologischem Stand der Technik konzipierten Bürogebäude WOODEN bieten wir unter anderem deutschen Anlegern eine direkte Investition in eine nachhaltige Immobilie. Mit der Investition in dieses Projekt haben die Anleger beste Aussichten auf eine stabile und zukunftsträchtige Investition“, sagt Kai Bender, Geschäftsführer der ACRON GmbH.

    Wooden SA ist Eigentümerin der Büroimmobilie WOODEN, deren Nutzfläche von 9.462 m² vollständig an renommierte Finanzunternehmen vermietet ist. Das Gebäude wird unter anderem den Hauptsitz der Bâloise Assurances Luxembourg beherbergen. Die Bâloise mietet rund 82 Prozent der gesamten Nutzfläche für bis zu 15 Jahre an. Die verbleibenden rund 18 Prozent werden von der CLE (Compagnie Luxembourgeoise d’Entreprises) bis mindestens Ende 2028 genutzt.

    Das erste Holz-Bürogebäude dieser Größe in Luxemburg ist ein „Pionierprojekt“ an einem begehrten Standort in Leudelingen. Die wachsende Bedeutung und die rasante Entwicklung haben Leudelingen bereits zum wichtigsten Ballungsraum Luxemburgs und zu einem der Top-Standorte für Immobilien im Land gemacht.

    Die Mieter werden ihre Büroräume voraussichtlich ab Ende 2022 beziehen können.

    Diese Anlagemöglichkeit steht semiprofessionellen und professionellen Investoren aus Deutschland über die eigens zu diesem Zweck gegründete ACRON LUX REAL ESTATE I S.C.S. (ISIN: LU2399210942) offen. Nach vollständiger Platzierung des Investments in diesen Club-Deal bei 10 bis 15 Anlegern wird sich die Zusammensetzung des Investorenkreises bis zum Exit voraussichtlich nicht mehr ändern. Ziel des Unternehmens ist es, WOODEN zu entwickeln, die Immobilie zu halten und zu verwalten und sie später mit Gewinn zu verkaufen.

    BREEAM ist das weltweit führende Zertifizierungssystem für nachhaltiges Bauen, das den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden einbezieht – vom Neubau über die Nutzung bis zur Instandhaltung. WOODEN wurde mit „BREEAM Excellent“ bewertet. Der WELL-Gebäudestandard wurde entwickelt, um Gesundheit und Wohlbefinden in Gebäuden weltweit zu fördern. Die in der Immobilie verbauten Holzarten stammen ausschließlich aus nachhaltiger Forstwirtschaft aus PEFC-zertifizierten Wäldern im Großraum Luxemburg. Für jeden gefällten Baum werden ein oder zwei neue angepflanzt.

  • Swissolar-Präsident Jürg Grossen im Gespräch

    Swissolar-Präsident Jürg Grossen im Gespräch

    Im letzten Jahr hat der Photovoltaik-Zubau einen neuen Rekord erreicht. Hält dieser Boom längerfristig an?
    Jürg Grossen: Er muss sogar noch stark zunehmen, wir müssen zwei bis drei Mal schneller zubauen als bis heute. Das ist keine einfache Aufgabe. Es braucht die richtigen Förderinstrumente und Anreize, dann schaffen wir es.

    An welche Instrumente denken Sie?
    Grossen: An einen Mix aus verschiedenen Massnahmen. Wir müssen die Einmalvergütung für neue Solaranlagen weiterführen und schauen, dass genügend Geld im Topf ist. Heute wird der Zubau durch die finanziellen Mittel begrenzt. Dies können wir verhindern, indem der Netzzuschlagsfonds flexibler wird und sich auch temporär verschulden kann. Und durch eine leichte Erhöhung des Netzzuschlages – der gesetzlichen Abgabe pro verbrauchter Kilowattstunde Strom.

    Zusätzlich benötigen wir Anreize, um den Eigenverbrauch von selbst produziertem Solarstrom weiter zu erhöhen. Heute kann man sich unter gewissen Bedingungen bereits innerhalb seiner Nachbarschaft zusammenschliessen, um Solarstrom gemeinsam zu verbrauchen. Diese Zusammenschlüsse müssen wir ausweiten. Beispielsweise auf regionale Energiegemeinschaften, die gegen eine reduzierte Netzgebühr auch das lokale Verteilnetz nutzen können. Nicht zuletzt braucht es eine gewisse Vereinheitlichung bei den Abnahmevergütungen für Solarstromproduzenten. Heute gibt es in der Schweiz je nach Verteilnetzbetreiber eine Vergütung zwischen 3 bis 20 Rappen pro Kilowattstunde. Das ist schwer erklärbar.

    Alle Modelle zum Schweizer Energiemix 2050 gehen inzwischen davon aus, dass Photovoltaik neben der Wasserkraft zur zweiten Säule der Energieversorgung wird. Warum hat die Solarenergie ein so grosses Gewicht erhalten?
    Grossen: Einerseits haben sich die Preise für Solarmodule stark reduziert und ihre Leistung ist immer besser geworden. Somit wird die Produktion von Solarstrom günstiger. Andererseits haben wir in den letzten Jahren gelernt, wie viel die Photovoltaik zur Stromversorgung beitragen kann. Ich habe als Lehrling Ende der 80er-Jahre Solaranlagen auf SAC-Hütten montiert. Mein damaliger Chef war überzeugt, dass man PV-Anlagen nie rentabel am Netz betreiben kann. Er ist in diesem Glauben gestorben. Wir haben in unserem Geschäft auch erst in den letzten 15 Jahren wieder angefangen, PV-Projekt zu planen und haben mit der Zeit gesehen, dass damit – insbesondere auch in Kombination mit der E-Mobilität – ein riesiger Beitrag geleistet werden kann. Zudem wird der PV-Strom genau dort produziert, wo er auch gebraucht wird, im Gebäude. 

    Der Schweiz fehlt künftig vor allem Winterstrom. Mit welchen Konzepten kann die Photovoltaik hier einen grösseren Beitrag zur Schliessung dieser Lücke leisten?
    Den Hauptanteil erreichen wir mit Anlagen an Gebäuden in den Bergregionen und im Mittelland. Schon heute liefern die Anlagen 30 Prozent des Stroms im Winter und mit einer besseren Ausrichtung und der Nutzung von Fassaden und Balkonen kann man noch mehr erreichen. In den Bergen ist der Ertrag im Winter zwar doppelt so hoch, aber gerade für Anlagen ausserhalb der Siedlungsgebiete sind die Kosten viel höher. Deshalb sollte man dafür vor allem bestehende Infrastruktur nutzen – beispielsweise Staumauern, Seilbahnstationen oder Hotels.

    Wir werden im Sommer künftig viel zu viel Solarstrom haben. Den müssen wir in synthetische Gase oder Treibstoffe umwandeln.

    Und im Winter wieder in Strom verwandeln?
    Ja, sinnvollerweise in Wärme-Kraftkoppelungsanlagen, bei denen man im Winter gleichzeitig noch Wärme gewinnt. Bei einer reinen Umwandlung zurück zu Strom ist der Energieverlust sehr hoch. Einen Teil wird man auch als Wasserstoff nutzen und damit die Verluste reduzieren können. Beispielsweise in Lastwagen oder Baumaschinen.

    Sie haben gesagt, dass wir zwei bis drei Mal schneller ausbauen müssen. Schon heute ist es schwierig, Solarmonteure zu finden. Wie gewinnen wir die dafür nötigen Fachkräfte?
    Mit Swissolar werden wir ein Programm starten, dass es Quereinsteigern erleichtert, in dieses Berufsfeld einzusteigen. Denn es wird Branchen geben, die künftig viel weniger Personal benötigen, etwa Autogaragen, Tankstellen oder die Ölheizungsbranche. Es wäre super, wenn wir diese Fachkräfte für den Solarausbau gewinnen könnten. Zudem wollen wir eine Ausbildung mit eidgenössischem Fähigkeitszeugnis etablieren, damit eine Ausbildung direkt ab Schule möglich wird. 

    Der Fachkräftemangel ist eine grosse Herausforderung. Wir können aber auch als Branche noch besser werden. Die Montage von Solaranlagen muss «industrieller» werden. Für den Hausbesitzer darf es keinen erheblichen Unterschied machen, ob er ein Dach mit oder ohne Solarmodule bauen lässt.

    Die energiepolitischen Diskussionen drehten sich in den letzten Monaten vor allem um Versorgungssicherheit und drohende Lücken. Wie beurteilen Sie die Situation?
    Ich bin sehr froh, dass diese Diskussion endlich aufs Tapet kommt. Denn sie ist wichtig und berechtigt. Nicht berechtigt ist die Panik, die einige verbreiten. Wir werden die Probleme nicht mit neuen Kernkraftwerken lösen können. Wir müssen – neben dem Aufbau einer Speicherreserve für den Winter – vor allem auf der Nachfrageseite ansetzen. Studien sprechen davon, dass im dümmsten Fall während rund fünfzig Stunden in einem Jahr Strom fehlen könnte. Es gibt genügend Verbraucher, die bereit wären, ihren Stromverbrauch kurzfristig für eine gewisse Zeit zu drosseln, wenn sie dafür entschädigt werden. Es geht also nicht nur um zusätzliche Produktion, sondern auch um einen intelligenten Stromverbrauch. Hier werden in Zukunft auch die Elektroautos eine grosse Rolle spielen können. Denn wir werden Batterien nicht nur aufladen, sondern sie auch flexibel als Speicher nutzen können. Das wird bei der ganzen Diskussion zur Versorgungssicherheit noch zu wenig berücksichtigt. 

    Viele waren sehr überrascht, wie schnell die E-Mobilität in den letzten zwei Jahren gewachsen ist. Sie sind ein Elektroauto-Fahrer der ersten Stunde. Auch überrascht?
    Überhaupt nicht. Aber erfreut und erleichtert. Ich habe 2010 ein E-Auto gekauft und gesehen, mit wie wenigen PV-Modulen ich viele Kilometer fahren kann. Das war genial. Und die Autos sind seitdem viel besser geworden. Heute ist der Komfort im E-Auto besser als im Verbrenner-Auto. Das verdanken wir Elon Musk, der mit Tesla der Branche gezeigt hat, wie es gehen kann.

    Welche Entwicklungen erwarten Sie im Bereich der Batterien?
    Ich bin vorsichtig geworden mit solchen Prognosen. Wir haben in den letzten Jahrzehnten bei den PV-Modulen und den Computerchips immer gehört: Das geht nicht mehr besser und kleiner. Und wir wurden immer wieder von der technologischen Entwicklung eines Besseren belehrt. Deshalb sehe ich grundsätzlich keine harten Limits. Energiedichte und Gewicht werden noch viel besser und Elektroautos in wenigen Jahren günstiger sein als Verbrenner.

    Mir ist dabei noch eines wichtig. Wir müssen die Batterien künftig mehr als einmal nutzen: Zehn Jahre im Auto, mindestens zehn Jahre im Gebäude und erst danach zum Recycling. Wir brauchen keine neuen Batterien aus der Fabrik in den Gebäuden oder den Quartierspeichern, sondern können auf ausgemusterte Batterien aus den E-Fahrzeugen setzen. 

    Sie gehen in Ihren Szenarien von einer starken Verbesserung bei der Energieeffizienz aus. Dieses Thema ist in den letzten Jahren eher etwas in den Hintergrund gerückt. Braucht es wieder eine Sensibilisierungskampagne wie damals, als Bundesrat Adolf Ogi demonstrierte, wie wir stromsparend Eier kochen können? Oder löst die Technik alle Probleme?
    Es ist sicher nicht verkehrt, die Menschen immer wieder an eine effiziente Energienutzung zu erinnern, dabei geht es nicht primär um Verzicht. Ich koche mein Frühstücksei noch immer nach dem Ogi-Prinzip. Das war eine tolle Idee. Man darf aber auch nicht vergessen, dass im Bereich Energieeffizienz enorm viel geschehen ist. Wir brauchen heute pro Kopf deutlich weniger Energie. Der Verbrauch hat sich von Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum entkoppelt. Auch der Gesamtenergie-Verbrauch ist in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken und liegt heute tiefer als 1990. Zudem verbesserte sich die Energieeffizienz bei den Elektrogeräten um 30 bis 60 Prozent. Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht. Die aktuell höheren Energiepreise werden sicher auch helfen, dass die Energieeffizienz noch etwas attraktiver wird.

  • Konsolidierung im Schweizer Label-Markt

    Konsolidierung im Schweizer Label-Markt

    Scheinbar noch nicht final geklärt ist der Umgang mit den Ecobau-Anforderungen, welche mitunter die Grundlage für das Minergie-ECO-Label bildeten. Bekanntlich sind sie in wesentlichen Teilen in den SNBS (Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz) eingeflossen, beinhalten sie doch Themen, welche in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen werden, namentlich die Kreislaufwirtschaft, graue Energie etc. – nachhaltige Gebäude sind nun eben nicht nur betriebsenergetisch optimierte Gebäude.

    Und trotzdem, diese Konsolidierung schafft Klarheit im Markt und ist im Weiteren ein klares Bekenntnis zum SNBS, als wesentliche Orientierungsgrösse im Schweizer Bau- respektive Immobilienmarkt und wichtiges Instrument zur Umsetzung der Energiestrategie 2050.

    Hier geht’s zur Medienmitteilung des Bundesamts für Energie

  • Umweltauflagen in Andermatt Reuss werden erfüllt

    Umweltauflagen in Andermatt Reuss werden erfüllt

    Die Umweltbegleitung in Andermatt Reuss hat ein positives Ergebnis bekanntgegeben, wie aus einer Medienmitteilung der Andermatt Swiss Alps AG hervorgeht. Die intensivierten Bautätigkeiten hätten die Umweltauflagen erfüllt, heisst es. Die Andermatt Swiss Alps AG hatte mit Baubeginn von Andermatt Reuss das in Schaffhausen ansässige Ingenieurbüro Hodel Umweltberatung mit der Kontrolle und Dokumentation der Umweltauswirkungen beauftragt.

    Im Rahmen der Umweltbegleitung für das Jahr 2021 habe sich die Überprüfung ausser auf den Betrieb des Golfplatzes Andermatt Swiss Alps Golf Course und der bevorstehenden Revitalisierung des Dürstelenbachs, auch auf die Baumassnahmen für eine Podiumserweiterung und den Bau von Mehrfamilienhäusern erstreckt. Die Zunahme der Bautätigkeiten hätten die Zahl der Begehungen erhöht, am Ergebnis einer geringen Belastung für die Umwelt aber nichts geändert, heisst es in der Mitteilung.

    Untersucht wurden die Kategorien Immissionsschutz und Messungen, Gewässerschutz, Naturschutz, Tagfaltermonitoring und Bodenschutz gemäss eines kantonalen Pflichtenhefts.

    Ein aus ökologischen Gesichtspunkten positiver Befund liege für den Betrieb des Andermatt Swiss Alps Golf Course vor, der auf den Schutz und die praktizierte Pflege der Naturschutzflächen auf dem Golfplatz zurückzuführen sei.

  • AMAG übergibt Preis an Killer Interior

    AMAG übergibt Preis an Killer Interior

    Killer Interior hat einen Audi Q4 e-tron als Preis für den ersten Platz beim Family Business Award der AMAG Group AG erhalten. Der Spezialist für Laden- und Innenausbau hatte bereits im September vergangenen Jahres gewonnen und konnte nun seinen Preis am AMAG-Standort Baden AG abholen, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Killer Interior erhielt den Preis für seine „werteorientierte Unternehmensentwicklung“ sowie den „inneren Antrieb und das Streben nach kontinuierlichen Veränderungen“, heisst es darin als Begründung von der Jury. So können Mitarbeitende sich in der Killer Lean Academy weiterbilden und erhalten „sinnstiftende Orientierung“ durch den in der Unternehmensvision und -mission verankerten Wert Nachhaltigkeit. Das Unternehmen wurde 1963 gegründet und wird in dritter Generation von Marco Killer geführt.

    Auch die zweit- und drittplatzierten Bewerberfirmen Hobet aus Oberkirch LU und Zenhäusern Frères aus Sitten VS erhielten einen Wagen. Anders als Killer Interior dürfen sie ihn aber nur für ein Jahr nutzen und nicht behalten.

    Die Preisausschreibung des Zuger Automobilunternehmens AMAG für den Family Business Award 2022 läuft noch bis zum 13. Mai.

  • Bund leistet Kantonen Arbeitshilfe beim Klimaschutz

    Bund leistet Kantonen Arbeitshilfe beim Klimaschutz

    Das Bundesamt für Raumentwicklung (ARE) will die Kantone dabei unterstützen, räumlichen Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen, erläutert das ARE in einer Mitteilung. Es hat dazu eine Arbeitshilfe für die kantonalen Richtpläne erstellt. Mit diesen für alle Behörden verbindlichen Richtplänen steuern die Kantone ihre räumliche Entwicklung.

    Die vom ARE entwickelte Arbeitshilfe soll als Ergänzung des bestehenden Leitfadens für die kantonale Richtplanung fungieren. Sie bietet gute und umsetzbare Beispiele aus der Praxis an, wie die Raumplanung den Herausforderungen des Klimawandels begegnen kann. Dabei werden sowohl Massnahmen für den Klimaschutz als auch Massnahmen zur Anpassung an die Klimawandel thematisiert.

    Als Beispiel einer Massnahme zum Klimaschutz führt das ARE in der Mitteilung die im Richtplan des Kantons Genf verankerte Förderung des Fuss- und Veloverkehrs an. Dies und „der Planungsgrundsatz der kurzen Wege“ seien „wichtige raumplanerische Hebel für den Klimaschutz“.

    Bei der Anpassung an den Klimawandel nennt das ARE ein Beispiel aus dem Kanton Schaffhausen. Er hat in seinem Richtplan festgesetzt, dass Flächen im Siedlungsgebiet möglichst nicht versiegelt werden sollten, damit das Wasser versickern und zur Neubildung von Grundwasserreserven beitragen kann.

  • Neues Recyclingzentrum setzt auf Kreislaufwirtschaft

    Neues Recyclingzentrum setzt auf Kreislaufwirtschaft

    Die Stadt Zürich plant die Einrichtung eines nachhaltigen, innovativen Recyclingzentrums auf dem Juch-Areal in Zürich-Altstetten. Es soll den Recyclinghof Hagenholz ersetzen. Für die Umsetzung des Projekts hat der Stadtrat nun einen Zusatzkredit in Höhe von 4,24 Millionen Franken gesprochen, informiert das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement der Stadt Zürich in einer Mitteilung.

    Bereits der Bau des neuen Recyclingzentrums soll als Pilotprojekt für zirkuläres Bauen dienen. Dabei ist einerseits die Wiederverwendung möglichst vieler Elemente aus der Recyclinghalle Hagenholz und anderer Bauteile in städtischem Eigentum geplant. Zum anderen wird Wert auf eine einfache und unabhängige Erneuerung von Bauteilen des neuen Recyclingzentrums gelegt.

    Auch das Betriebskonzept des Zentrums ist an Prinzipien der Kreislaufwirtschaft ausgerichtet. Dabei ist geplant, Entsorgungsgüter soweit wie möglich zu reparieren und der Wiederverwendung zuzuführen.

    Das neue Recyclingzentrum auf dem Juch-Areal soll Ende 2026 in Betrieb genommen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt will die Stadt Zürich auch den Recyclinghof Werdhölzli durch ein gleichwertiges Recyclingzentrum in Zürich-Nord ersetzten, erläutert das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement.