Kategorie: Energie

Energie – Aktuelle Immobiliennews zu Energie, erneuerbaren Konzepten, Effizienz & Energietrends in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Walliser Start-up treibt Fernwärme-Planung in Europa voran

    Walliser Start-up treibt Fernwärme-Planung in Europa voran

    Die Softwarelösungen des Walliser Start-ups Urbio, das Energieversorger beim Übergang zu sauberer Energie unterstützt und die Erstellung von Energieplänen und Fernwärmenetzen erleichtert, sind künftig überall in Europa erhältlich. Das Start-up unterstützte zuvor mehr als 200 Projekte in der Schweiz, Deutschland, Frankreich und Belgien.

    Grund für die europäische Expansion ist das beträchtliche Potenzial für Fernwärme, heisst es in einer Mitteilung. Fernwärme könne so 50 Prozent des europäischen Gesamtwärmebedarfs aus erneuerbaren Quellen decken, aktuell liegt der Anteil bloss bei 10 Prozent, in einigen grossen Volkswirtschaften noch darunter. Sébastien Cajot, CEO von Urbio, identifiziert die Hindernisse: „Wir stellen in den ersten Planungsphasen immer wieder die gleichen Schwachstellen fest: die Unsicherheit ist gross, zuverlässige Daten sind rar und die Finanzierung ist schwierig. Das Ergebnis ist, dass fossile Energien für die meisten Immobilienbesitzer nach wie vor die Standardlösung sind.“ An diesen Stellen setze Urbio an, erklärt der CEO: „Daten sammeln, analysieren und Energieinfrastrukturen dimensionieren: dieser Prozess wird mit Urbio in einer einzigen Anwendung digitalisiert. Dank generativem Design bieten unsere Algorithmen die am besten geeigneten Lösungen entsprechend den zuvor definierten Energiebedürfnissen. Die Lösung umfasst derzeit die Energieplanung für bestimmte Gebiete, Machbarkeitsstudien für Fernwärme sowie die direkte Integration mit Tools von Drittanbietern wie Websites oder CRMs.“

    Ab sofort können Branchenakteure ihr Konto auf urb.io erstellen und so Beispiele für bereits durchgeführte Projekte kennenlernen. Die erste Projektanwendung der Softwarelösung ist kostenlos.

  • Intelligente Lichtsteuerung für nachhaltige Gebäude und Städte

    Intelligente Lichtsteuerung für nachhaltige Gebäude und Städte

    Esave hat zwei neue Steuerungslösungen für nachhaltige Lichtkonzepte entwickelt. Insbesondere sollen diese im öffentlichen Raum und bei Gebäuden für optimale Lichtverhältnisse sorgen, schreibt der Anbieter intelligenter Beleuchtungslösungen aus Chur in einer Mitteilung. Die Treiber DT8 TC für Weisslicht und DT8 RGB für Farblicht unterstützen beide den professionellen Lichtstandard DALI, Digital Addressable Lighting Interface, durch den mehrere Leuchten koordiniert verwaltet werden können. Hervorgehoben wird eine geringe Komplexität bei der Installation, hohe Steuerungspräzision, Energieeffizienz sowie Anpassungsfähigkeit. Betriebskosten könnten mit DT8 deutlich gesenkt werden, heisst es. Beide Steuerungssysteme präsentiert esave vom 13. bis 15. Januar als Teil des SWISS Pavilion auf dem World Future Energy Summit (WFES) 2026 in Abu Dhabi.

    „Mit DT8 TC und RGB macht esave Beleuchtung intelligent. Gebäude und öffentliche Räume können Farbe und Helligkeit nun dynamisch an Komfort, Effizienz und Stimmung anpassen – zentral gesteuert mit intelligenter Hochleistungstechnologie“, wird esave-CEO Rico Kramer zitiert.

    DT8 TC wird in architektonischen, industriellen und öffentlichen Anwendungen gesehen und bietet dynamisches, dimmbares Weisslicht. Das System ist laut der Beschreibung ideal geeignet für eine menschenzentrierte Beleuchtung, bei der die Helligkeit und Farbtemperatur dynamisch an den natürlichen Biorhythmus des Menschen angepasst wird. Damit soll das Wohlbefinden, die Konzentration und Gesundheit unterstützt werden.

    Mit DT8 RGB ist eine mehrfarbige Beleuchtung mit einem erweiterten Spektrum und tieferen Farben möglich. Esave zielt hiermit auf stimmungsvolle und dekorative Anwendungen ab. Beispiele sind Installationen im Event- oder Kunst-Bereich.

    Das Unternehmen ist heute mit Standorten auf der ganzen Welt vertreten und wurde laut der Internetpräsenz von den drei Freunden Rico Kramer, Hanno Baumgartner und Daniel Jörimann gegründet. In der Schweiz arbeiten rund 20 Mitarbeitende für esave in der Entwicklung, der Produktion, dem Support, dem Vertrieb oder der Schulung. Die Produktion findet ausschliesslich in der Schweiz statt, wobei grosser Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird.

  • Energiepreis setzt Schlusspunkt mit klaren Zukunftssignalen

    Energiepreis setzt Schlusspunkt mit klaren Zukunftssignalen

    Die Pensimo Fondsleitung AG mit Sitz in Zürich plant für ihre Sparte Swissinvest Real Estate Fund (Swissinvest) für das erste Quartal 2026 eine Kapitalerhöhung in Höhe von 150 bis 200 Millionen Franken. Wie es in einer Mitteilung dazu heisst, soll das frische Kapital zur Rückführung von Fremdkapital im Rahmen eines Erwerbs zweier Immobilien im Stadtgebiet von Zürich dienen.

    Bei den Immobilien handelt es sich um eine zentrale Wohn- und Geschäftsliegenschaft in Zürich-Wiedikon sowie um eine Büroliegenschaft in Zürich-Oerlikon. Die Liegenschaft im Quartier Wiedikon umfasst 53 Wohnungen, Verkaufs-, Büro- und Lagerflächen sowie eine Tiefgarage mit rund 190 Stellplätzen. Die etwa 12’500 Quadratmeter vermietbare Fläche ergibt einen jährlichen Soll-Mietertrag von 4,4 Millionen Franken. Das Anlagevolumen beträgt 134 Millionen Franken.

    Bei der Liegenschaft in Oerlikon hat Swissinvest einen Miteigentümeranteil von 50,1 Prozent erworben. Die 25‘500 Quadratmeter grosse Büroliegenschaft hat einen Jahres-Sollmietertrag von 7,4 Millionen Franken, wobei auf Swissinvest ein Anteil von 3,7 Millionen Franken entfällt. Wie es in der Mitteilung heisst, besitzt die Liegenschaft Potenzial für Wohnumbauten.

    Das Anlagevolumen beträgt insgesamt 210 Millionen Franken mit einem Sollmietertrag von 8,1 Millionen Franken. Für das Geschäftsjahr 2025/26 wird mit einem zusätzlichen Ertrag von 5 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr gerechnet. Der Halbjahresbericht des Swissinvest Real Estate Funds wird am 27. Februar 2026 veröffentlicht.

  • Netzübernahme bringt neue Impulse für die lokale Energieversorgung

    Netzübernahme bringt neue Impulse für die lokale Energieversorgung

    Turgi wechselt laut einer Mitteilung den Stromnetzbetreiber. Per 1. Januar 2026 wird Regionalwerke AG Baden (RWB) das Stromnetz in Turgi übernehmen. Damit stellt der bisherige Betreiber AEW Energie AG (AEW) die Stromlieferung und den Kundendienst ein. Neuer Ansprechpartner für alle Belange der Stromversorgung ist dann der regionale Stromversorger RWB.

    Die Übernahme der Wasserversorgung konnte früher getätigt werden, da hierfür die Gemeinde verantwortlich war. Das Stromnetz hingegen gehöre AEW und gehe per Anfang 2026 in die Zuständigkeit von RWB über, wie Adrian Fuchs, Leiter Elektrizitätsversorgung und Mitglied der Geschäftsleitung bei der RWB, erklärt. Mit dem Schritt unterstreiche RWB ihre „regionale Rolle“ und biete eine zuverlässige, sichere und nachhaltige Stromversorgung für die Einwohnerschaft. Zusätzlich sollen die Stromkosten für Neukundinnen und Neukunden niedriger sein. Im Vergleich zum Vorjahr ergebe sich eine Ersparnis von 10 Prozent für einen durchschnittlichen Jahresverbrauch von 4500 Kilowattstunden pro Haushalt.

    Der Wechsel der Netzbetreiber steht in Zusammenhang mit geplanten Erneuerungen und einem Ausbau des Stromnetzes im Rahmen der Fusion von Turgi mit der Stadt Baden Anfang 2024. Ab Mitte 2026 werden laut Mitteilung 2000 Stromzähler durch intelligente Messsysteme ausgetauscht. Mittelfristige Planungen sehen eine Verbindung der Stromnetze von Baden und Turgi zur Stärkung der Versorgungssicherheit vor.

  • Watt d’Or letzte Ausgabe eines Energiepreises

    Watt d’Or letzte Ausgabe eines Energiepreises

    Das Bundesamt für Energie hat den Watt d’Or am 8. Januar 2026 zum neunzehnten und letzten Mal vergeben. Der Preis wurde seit 2007 als nicht dotiertes Gütesiegel für Energieexzellenz verliehen. Ziel war, aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich sichtbar zu machen und Wirtschaft, Politik und Öffentlichkeit für innovative Energietechnologien zu gewinnen. Für die Ausgabe 2026 gingen 55 Bewerbungen ein, 17 Projekte schafften es in die Endrunde, aus der die Jury unter dem Vorsitz von Nationalrätin Susanne Vincenz-Stauffacher die vier Siegerprojekte auswählte.

    Gaznat Innovation Lab «GreenGas»
    In der Kategorie Energietechnologien gewinnt das Innovation Lab von Gaznat in Aigle, wo das Gasversorgungsunternehmen gemeinsam mit der EPFL und Start-ups Technologien für Sektorkopplung, Dekarbonisierung und saisonale Speicherung im industriellen Massstab testet. Das GreenGas-Konzept vereint am Standort Aigle unter anderem WKK, Photovoltaik, Power-to-Gas (Elektrolyse), Wasserstoffspeicher, CO₂-Abscheidung, Methanisierung und das reale Gasnetz von Gaznat und schlägt damit eine Brücke von der Forschung zur industriellen Anwendung.

    Endigo mit alpiner Fassaden-PV
    In der Kategorie Erneuerbare Energien wird die endigo Holding AG aus Fiesch ausgezeichnet, die am neuen Firmensitz im Goms eine alpine Fassaden-Solaranlage realisiert hat. Der leichte Holzbau mit Lamellenfassade verbindet architektonische Qualität mit einer PV-Lösung, die das vorhandene alpine Licht- und Reflexionspotenzial nutzt und für die regional verankerte, naturverbundene und zukunftsorientierte Energieausrichtung von endigo steht.

    Elektrotraktor von Rigitrac
    Den Preis für energieeffiziente Mobilität erhält die Rigitrac Traktorenbau AG aus Küssnacht am Rigi für den Elektrotraktor SKE 40 e-direct, den ersten serienreifen Elektrotraktor mit europäischer Typengenehmigung. Das Fahrzeug ist emissionsfrei, leise, wendig und besonders energieeffizient und eignet sich damit für Einsätze, bei denen Abgase und Lärm unerwünscht sind. Etwa im kommunalen Unterhalt, in Gemüsetunnels oder bei Hallensportanlässen.

    Gebäude und Raum
    In der Kategorie Gebäude und Raum wird das Hobelwerk-Areal in Oberwinterthur ausgezeichnet, das von der Baugenossenschaft «mehr als wohnen», Lemon Consult AG und dem Low-Tech Lab mit weiteren Partnern entwickelt wurde. Das Quartier überzeugt mit Holzbauweise, dem Einsatz von Re-Use-Materialien, intelligenten Energiesystemen, einem innovativen Lüftungskonzept, klimaorientierter Architektur und sozialer Vielfalt und gilt als Modell für zukunftsweisenden, gemeinnützigen Wohnungsbau in der Schweiz.

  • Schweizer Deep-Tech an der CES 2026

    Schweizer Deep-Tech an der CES 2026

    BTRY präsentiert eine neue Klasse ultradünner Festkörper-Lithium-Ionen-Batterien, die für Anwendungen mit extremen Anforderungen an Bauhöhe, Sicherheit und Ladegeschwindigkeit entwickelt wurden. Die Zellen sind ab rund 0,1 Millimeter Dicke verfügbar, lassen sich in etwa einer Minute vollständig aufladen und funktionieren auch bei Temperaturen bis etwa 150 Grad Celsius stabil.

    Dank All-Solid-State-Architektur kommen sie ohne flüssige Elektrolyte aus, sind dadurch weniger brandgefährdet und erlauben sehr schnelles Laden ohne zusätzliche Pufferkondensatoren. Zielmärkte sind vernetzte Kleingeräte wie Smart Labels, drahtlose Sensoren, Wearables und medizinisch-technische Anwendungen, bei denen konventionelle Batterien oft zu voluminös oder zu langsam sind.

    Lautlose Kühlung für Hochleistungsrechner
    Ionic Wind zeigt an der CES ein Lenovo ThinkPad T14, das nicht mit einem Lüfter, sondern mit einer Festkörper-Ionenwind-Technologie gekühlt wird. Statt mechanischer Ventilatoren erzeugen elektrische Felder einen gerichteten Luftstrom, der die Wärme abführt, ohne bewegliche Teile und praktisch geräuschlos.

    Diese Technologie macht Luft zum elektrisch steuerbaren Designparameter und öffnet Gestaltungsspielräume für Laptops, Edge-AI-Geräte und kompakte Elektronik, in denen klassische Lüfter an Grenzen stossen. Neben der Geräuschreduktion verspricht Ionic Wind höhere Zuverlässigkeit, weil verschleissanfällige mechanische Komponenten entfallen.

    Gedruckte Perowskit-Solarzellen
    Perovskia Solar setzt seine Präsenz an der CES fort und zeigt Inkjet-gedruckte Solarzellen auf Basis von Perowskit-Materialien. Die Zellen lassen sich massgeschneidert produzieren und in eine Vielzahl elektronischer Geräte und Sensoren integrieren – etwa in Kleingeräte, Wearables oder autonome IoT-Sensoren.

    Perowskit-Solarzellen zeichnen sich durch hohe Wirkungsgrade bei niedrigen Herstellungskosten und grosse Gestaltungsfreiheit aus. Das Unternehmen demonstriert, wie sich Energieerzeugung direkt in Geräteoberflächen integrieren lässt, was Batterien entlastet und neue, energieautarke Anwendungen ermöglicht.

    Bedeutung für Empa und den Hardware-Standort Schweiz
    Die gemeinsame Präsenz von BTRY, Ionic Wind und Perovskia Solar auf der CES zeigt, dass die Empa nicht nur Grundlagenforschung betreibt, sondern zunehmend Deep-Tech-Start-ups hervorbringt, die auf globalen Märkten skalieren. Die Projekte adressieren Bereiche, in denen inkrementelle Verbesserungen an Grenzen stossen, wie Batterietechnik, Elektronikkühlung und Photovoltaik.

    Damit profilieren sich Empa und Schweiz als Standort für Hardware-Innovationen, die direkt in industrielle Anwendungen fliessen. Die Start-ups verbinden wissenschaftliche Exzellenz mit internationaler Sichtbarkeit, Kundenvalidierung und globalen Wachstumsambitionen und verschieben den Schwerpunkt von «Forschung im Labor» zu «Produkten auf der Weltbühne».

  • Zürich stärkt Energiezukunft mit Solar- und Speicherpflicht

    Zürich stärkt Energiezukunft mit Solar- und Speicherpflicht

    Das grösste ungenutzte Kraftwerk liegt auf Zürcher Dächern. Rund 6 Terawattstunden Solarstrom wären jährlich möglich, fast zwei Drittel des kantonalen Strombedarfs. Der Regierungsrat will dieses Potenzial ausschöpfen. Künftig sollen alle geeigneten Dächer über 300 Quadratmeter vollflächig mit Solaranlagen belegt werden. Neubauten unterliegen der Pflicht ab Errichtung, bestehende Gebäude beim Dachersatz.

    Damit setzt Zürich gezielt auf bewährte Strukturen. Solarenergie entsteht lokal, lässt sich rasch umsetzen und stösst kaum auf Widerstand. Sie stärkt die Eigenversorgung, insbesondere wenn überschüssiger Sommerstrom gespeichert werden kann.

    Speicher als Brücke in den Winter
    Der Weg zur sicheren Winterversorgung führt über Speicher. Drei Viertel des Solarstroms entstehen im Sommerhalbjahr. Ein Überschuss, der künftig langfristig nutzbar werden soll. Der Regierungsrat will Netzbetreiber verpflichten, Langzeitspeicher technologieneutral zu fördern.

    Eine moderate Abgabe von höchstens 0,5 Rappen pro Kilowattstunde soll den Förderfonds speisen, verwaltet durch die EKZ. Für Haushalte und Betriebe bedeutet das rund zwei Prozent höhere Stromkosten. Härtefallregelungen schützen stromintensive Unternehmen.

    Gesetz mit Augenmass
    Wo Anlagen unwirtschaftlich sind finanzielle Härten bestehen oder der Netzanschluss fehlt, , bleiben Ausnahmen möglich und die Pflicht greift nicht. Auch Schutzinteressen für Landschaft und Ortsbild werden abgewogen.

    Damit setzt Zürich ein pragmatisches Signal. Statt auf Grossprojekte in den Alpen oder auf Windparks zu hoffen, wird das Potenzial vor Ort genutzt. Die Kombination aus flächendeckender Solarproduktion und Speicherstrategie bildet das Rückgrat einer sicheren, erneuerbaren Energiezukunft im Kanton.

  • Innovative Energietechnologie verbindet Sommerüberschuss mit Winterwärme

    Innovative Energietechnologie verbindet Sommerüberschuss mit Winterwärme

    Die Matica AG aus Wagenhausen und die Hochschule Luzern haben laut einer Mitteilung die SeasON Energy AG gegründet. Sie soll die Technologie der SeasON-Sorptionswärmepumpe industrialisieren und kommerzialisieren. Diese war von den beiden Partnern in den vergangenen drei Jahren gemeinsam entwickelt worden. Sie speichert überschüssige erneuerbare Energie im Sommer durch ein thermochemisches Verfahren und stellt im Winter fast ohne zusätzlichen Strom Heizenergie bereit.

    „Mit der Gründung des Spin-offs SeasON Energy AG erfolgt ein weiterer wichtiger Schritt in der Weiterentwicklung der zukunftsweisenden Technologie und ihrer Markteinführung“, wird Matica-CEO Marc Lüthi zitiert. Er übernimmt die operative Leitung des Greentech-Start-ups mit Sitz in Zürich.

    „Bei der ersten Pilotanlage, die seit einem Jahr in der Tierkadaversammelstelle in Frauenfeld in Betrieb ist, hat sich gezeigt, dass die Technologie funktioniert“, erläutert Benjamin Fumey, Verwaltungsrat der SeasON Energy und Leiter der Forschungsgruppe CC Thermische Energiesysteme und Verfahrenstechnik am Institut für Maschinen- und Energietechnik der Hochschule Luzern – Technik & Architektur.

    Eine zweite Pilotanlage befindet sich an der Zustellstelle der Post in Kaltenbach TG und eine dritte in einem Wohngebäude im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. In den kommenden zwölf bis 18 Monaten will SeasON Energy rund ein Dutzend weiterer Pilotprojekte realisieren. Damit sollen Leistung und Wirtschaftlichkeit demonstriert werden.

    2025 wurde das SeasON-Projekt mit dem Prix Watt d’OR und dem Greenovation Award ausgezeichnet. Zudem war SeasON in der Kategorie Industry Innovation einer der drei Finalisten beim Swiss Technology Award.

  • Erneuerbar heizen mit Fernwärme

    Erneuerbar heizen mit Fernwärme

    Fernwärme ist ein wichtiger Bestandteil der Basler Klimastrategie. Über mittlerweile 130 Kilometer Fernwärmeleitungen werden über 6500 Haushalte und Betriebe mit umweltfreundlicher Wärme versorgt. Diese entsteht grösstenteils durch Nutzung von Abwärme aus der Kehrichtverwertungsanlage und Holzkraftwerken, was den CO²-Ausstoss bedeutsam reduziert. Bis 2037 wird das Netz auf 180 Kilometer anwachsen und einen Grossteil der Stadt versorgen. Der Kreislauf funktioniert effizient, indem heisses Wasser zentral erhitzt, zu den Kunden geleitet, dort abgenommen und in die Anlagen zurückgeführt wird.

    Innovative Produktion
    Ein Masterplan bildet die Basis dafür, dass ab 2035 nur noch erneuerbare Quellen und Abwärme zur Wärmeerzeugung genutzt werden. Für den durch Kundenzuwachs steigenden Wärmeabsatz setzt IWB auf eine grosse Wärmepumpe, die einst Abwärme aus der Abwasserreinigung nutzen und auszeichnen wird.

    Dekarbonisierung und koordinierter Ausbau
    Der politische Auftrag ist klar. Bis 2037 muss der Kanton Basel-Stadt klimaneutral werden. Über 450 Millionen Franken investiert IWB in den Ausbau des Fernwärmenetzes und die dazugehörige Infrastruktur. Parallel dazu wird das Gasnetz in Etappen stillgelegt. Für gasbeheizte Liegenschaften wird der Wandel frühzeitig und transparent geplant. Die Eigentümerschaft wird mindestens drei bis vier Jahre vor der Abschaltung informiert und kann für den Heizungsersatz Fördermittel beantragen. Für die Überbrückung bis zum Fernwärmeanschluss kann zudem eine Übergangslösung eingesetzt werden.

    Die Planung des Netzausbaus ist eine logistische und organisatorische Meisterleistung. Der Ausbau der Fernwärme wird mit Strassensanierungen, Begrünungen, der Erneuerung von Strom- und Wasserleitungen sowie mit verkehrsplanerischen Massnahmen koordiniert. In dicht besiedelten Quartieren sind optimierte Bauzeiten und effiziente Arbeitsabläufe entscheidend. Von der Planung bis zur Umsetzung arbeiten das Bau- und Verkehrsdepartement, IWB und die Basler Verkehrs-Betriebe partnerschaftlich und eng abgestimmt.

    Attraktive Anschlusslösungen für Eigentümerinnen und Eigentümer
    Ob Einzel-, Mehrfach- oder Gemeinschaftsanschluss, die Fernwärme kann je nach Kundenwunsch bezogen werden. Besonders in der Basler Innenstadt, aber auch in verdichteten Quartieren, gewinnen kooperative Anschlussmodelle an Bedeutung. Beim Mehrfachanschluss werden benachbarte Gebäude über Haus-zu-Haus-Leitungen verbunden, beim Gemeinschaftsanschluss teilen mehrere Liegenschaften eine zentrale Wärmestation, das spart Raum und Kosten. Jede Liegenschaft bleibt technisch unabhängig, profitiert aber von attraktiven Konditionen und effizientem Betrieb.

    Basel als Vorbild der urbanen Wärmewende
    Mit dem ambitionierten Ausbau der Fernwärme und dem schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen setzt Basel-Stadt auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung im städtischen Umfeld. Die Kombination aus erneuerbarer Produktion, intelligenten Netzen, koordiniertem Ausbau und kooperativen Anschlussmodellen macht die Transformation zum Erfolgsbeispiel einer zukunftsfähigen Energiepolitik. Für Basel, die Region und die Schweiz.

  • Neue Führung für das Stadtwerk Winterthur bestätigt

    Neue Führung für das Stadtwerk Winterthur bestätigt

    Der Stadtrat Winterthur hat laut einer Mitteilung Martin Emmenegger als neuen Direktor des Stadtwerkes Winterthur bestätigt. Emmenegger ist derzeit Geschäftsbereichsleiter Netze und Mitglied der Geschäftsleitung des Elektrizitätswerkes Zürich (ewz). Zuvor war er während vier Jahren beim Stadtwerk Winterthur als Bereichsleiter Elektrizität und Telekom gewesen.

    Emmenegger hat an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften als Elektroingenieur abgeschlossen. Der 57-Jährige folgt auf Marco Gabathuler, der das Stadtwerk seit 2017 geführt hat und im Januar 2026 in die Pension geht.

    „Mit Martin Emmenegger fällt die Wahl auf eine motivierende Persönlichkeit, die Stadtwerk Winterthur erfolgreich in die Zukunft führen kann“, wird Stadtrat Stefan Fritschi in der Mitteilung zitiert.

  • PV-Flexibilität wird zur neuen Einnahmequelle

    PV-Flexibilität wird zur neuen Einnahmequelle

    Die Schweiz verfolgt ambitionierte Solarziele und plant eine Verfünffachung der PV-Stromproduktion. An sonnigen Tagen überfordern Überschüsse jedoch die Netze, weshalb die 3%-Regel Verteilnetzebetreibern erlaubt, Anlagen um bis zu 30 Prozent unvergütet der Leistung drosseln. sun2wheel und convoltas kehren dieses Prinzip um. Sie bündeln PV-Anlagen zu einem virtuellen Kraftwerk und vermarkten die Flexibilität im Regelenergiemarkt von Swissgrid. Statt Verluste zu erleiden, erhalten Betreiber Prämien für gezielte Einspeisereduktionen.

    20 Prozent Renditeplus
    Im laufenden Swissgrid-Pilotprojekt PV4Balancing liefert das System seit Juni 2025 beeindruckende Zahlen. Pro installiertem Kilowatt erzielen Betreiber rund 10 Franken Zusatzeinnahmen, das entspricht über 20 Prozent Renditeplus. Drosselungen erfolgen nur 4 bis 8 Stunden monatlich, meist an Wochenenden oder bei wechselhaftem Wetter. «Unsere Kunden verdienen mit Flexibilität mehr als mit reiner Einspeisung», betont Fabian Gloor. Bereits über 100 Grossanlagen sind vertraglich gebunden.

    KI-gesteuertes Virtuelles Kraftwerk
    Als erster Anbieter bieten die Unternehmen PV-Flexibilität ausserhalb des Piloten am Regelenergiemarkt an. Eine KI-basierte Software erkennt Überschusszeiten, steuert Anlagen in Minuten und integriert mittelgrosse Systeme ohne teure Sensoren. «Wir vernetzen PV-Anlagen, Speicher und E-Ladestationen zu einem flexiblen Energiesystem», erklärt CEO Sandro Schopfer. Zukünftig sollen auch Kleinanlagen von Einfamilienhäusern einbezogen werden.

    Netzstabilität trifft Solarrendite
    Die Lösung unterstützt die 3%-Regel, indem Produktionsspitzen automatisch in Speicher oder E-Fahrzeuge umgelenkt werden. Netzbetreiber erhalten Stabilität, PV-Betreiber Zusatzeinnahmen und die Solarproduktion wächst ohne Netzüberlastungen. Das «Profit-Plus»-Modell zeigt, wie technologische Innovation und Marktmechanismen die Energiewende vorantreiben. Flexibilität wird zur neuen Währung, die Solaranlagen wirtschaftlicher und netzfreundlicher macht.

  • Flexible Abrechnungssysteme stärken lokale Energiegemeinschaften

    Flexible Abrechnungssysteme stärken lokale Energiegemeinschaften

    Das Softwareunternehmen zevvy AG und das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) spannen bei Stromabrechnungslösungen zusammen. Künftig nutzt auch die ewz die flexible Abrechnungsplattform, die Energieflüsse in Mehrparteiengebäuden und Quartieren berechnet, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. So ermöglicht die zevvy-Software die Abrechnung von Solarstrom bei Zusammenschlüssen zum Eigenverbrauch (ZEV), virtuellen ZEVs (vZEV), Mieterstrom und lokalen Elektrizitätsgemeinschaften (LEG), sowie Heiz-und Wasserkosten und von Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Die Plattform wird künftig als White-Label, also unter dem Logo der ewz, genutzt.

    Laut der Mitteilung profitiere ewz besonders von der Integrationsfähigkeit der Software, die mit verschiedenen Gebäudetechniksystemen, Monitoringplattformen, Smart-Home Anbietern sowie Internet der Dinge (IoT)-Lösungen genutzt werden kann. Diese Vielfältigkeit ermöglicht eine flexible Systemarchitektur für zukünftige Energiedienstleistungen und reduziere sogenannte Lock-In-Effekte. Bei diesen wird der Wechsel zu anderen Anbietern oder Systemen erschwert.

    „Wir freuen uns sehr, dass weitere Partner aus dem zevvy-Ökosystem zum Erfolg beitragen. Die Software erlaubt das Arbeiten im Mandantensystem. So begleitet die Firma dSyde SA französischsprachige Projekte und die Prola Services GmbH hilft beim initialen Aufwand der Migration“, wird Cyrill Burch zitiert, CEO von zevvy.

    Hintergrund für die Partnerschaft ist die steigenden Bedeutung geteilten Solarstroms und der damit verbundenen Dienstleistungen und Technologien. So benötigt etwa die aktive Energiesteuerung in Solar-Energiegemeinschaften sowie das Konzept der lokalen Energiegemeinschaften), das im Januar 2026 eingeführt wird, neue Lösungen. Die ewz will mit der zevvy-Software ihr Angebot bei der Energieabrechnung von Immobilienportfolios erweitern.

  • Neues Wärmenetz verbindet Klimaschutz und regionale Wertschöpfung

    Neues Wärmenetz verbindet Klimaschutz und regionale Wertschöpfung

    Der Wärmeverbund Maisprach im Kanton Basel-Landschaft und der Basler Energieversorger IWB haben ein neues Projekt zur Wärmeversorgung aus regionalen Rohstoffen in Betrieb genommen. Seit Anfang Dezember wird aus einem Holzkessel und einer Pflanzenkohleanlage Energie gewonnen und in das Wärmenetz eingespeist, heisst es in einer Mitteilung.

    Die Voraussetzung für den jetzt erfolgten Schritt lieferte die Gemeinde Maisprach im Januar 2025 mit dem Bau eines neuen Werkhofs. Dort errichtete die IWB zunächst neue Holzheizanlagen. Im November folgte der Bau der Pflanzenkohleanlage. Jährlich sollen hier 250 Tonnen Pflanzenkohle aus Landschaftspflegeholz und Biomasse durch Pyrolyse erzeugt werden. Die Abwärme aus der Kohleproduktion wird in das Fernwärmenetz eingespeist. Die Betreiber rechnen mit 900 Megawattstunden Wärmeenergie für die Netzkunden, bei steigender Tendenz mit einem weiteren Netzausbau. Der Holzkessel wird ebenfalls mit regionaler Biomasse betrieben. Die produzierte Pflanzenkohle wird in der Region als Zusatz zur Kompostierung, in Erdsubstraten sowie in der Landwirtschaft genutzt. Die IWB investierte in das Projekt 3,5 Millionen Franken.

    „IWB hat Erfahrungen im Bau und Betrieb von Wärmeanlagen. Im Rahmen eines Pilotprojekts hat IWB in Basel den innovativen Ansatz getestet, Abwärme aus einer Pflanzenkohleanlage in einem Wärmenetz zu nutzen. Davon können wir nun profitieren“, wird der Maispracher Gemeindepräsident Dorian Wernli in der Mitteilung zitiert.

  • Neuer Standard macht Gebäude zu handelbaren CO₂-Senken

    Neuer Standard macht Gebäude zu handelbaren CO₂-Senken

    Der Global Construction C-Sink-Standard des Fricker Unternehmens Carbon Standards International ist erstmals die Grundlage für die Ausgabe von CO2-Zertifikaten für ein biogenes Gebäude gewesen. Sie wurden laut einer Mitteilung von OPENLY ausgegeben. Der in Widnau ansässige Pionier für biogenen Hochbau und CO2-Senken in Gebäuden bietet diese CO2-Zertifikate zusammen mit der Klimaschutzorganisation myclimate an.

    In der Folge wurde der erste Global Construction C-Sink im öffentlich zugänglichen Global C-Sink Registry eingetragen. Damit erzielt der Standard sofortige Wirkung, weil der Kohlenstoff vom ersten Tag als gespeichert gilt. Die Senke ist im Bauwerk exakt lokalisiert und kann global gehandelt werden. „Die Zertifizierung von Gebäuden als CO2-Senken schafft einen messbaren Klimanutzen, fördert nachhaltiges Bauen und ebnet den Weg für handelbare CO2- Zertifikate, die den Wandel in der Bauindustrie vorantreiben“, wird OPENLY-CEO Andy Keel zitiert.

    Der Global Construction C-Sink Standard verifiziert Gebäude und Tragwerke, die aus Biomasse gewonnene und Kohlenstoff speichernde Materialien enthalten. Diese Biomasse, zu der etwa Hanf, Stroh, Holz und Pflanzenkohle gehören, stellen somit Kohlenstoffsenken dar. Jedes verifizierte Bauwerk kann im Global C-Sink Registry registriert werden. Es ist von der Internationalen Allianz für CO2-Reduzierung und -Kompensation (International Carbon Reduction and Offset Alliance, ICROA) mit Sitz in Genf anerkannt.

    Zu den ersten Unternehmen, die C-Sink-Gutschriften auf Basis der Carbon Standards von Carbon Standards International nutzen, gehören Angaben von Carbon Standards International zufolge Swiss Re, Shopify, Atlassian, Banque Pictet, Woolgate Exchange Unit Trust, Celonis, Arup Group, Storebrand und Zooplus. Darüber hinaus führe der Betreiber des CO2-Senken-Registers derzeit interne Gespräche über mögliche Partnerschaften und Kooperationen.

  • Modernes Arealprojekt im Sittertobel setzt auf erneuerbare Energien

    Modernes Arealprojekt im Sittertobel setzt auf erneuerbare Energien

    Die Sitter Projekt AG und die Mettler Entwickler AG realisieren im St.Galler Sittertobel das Sitter Valley. Die beiden St.Galler Unternehmen wollen hier auf 50‘000 Quadratmetern ein Areal für Büro, Gewerbe und Industrie mit bis zu 600 Arbeitsplätzen entwickeln.

    Die St.Galler Stadtwerke werden das Areal mit Energie für Wärme und Kühlung versorgen. Sie setzen dabei laut einer Mitteilung auf eine kombinierte Energieversorgung mit Holzpelletkessel und einer reversiblen Luft/Wasser-Wärmepumpe. Die Pelletheizung soll vornehmlich in den Wintermonaten eingesetzt werden. Die erste Wärmelieferung soll im Winter 2026/2027 erfolgen.

    Das Sitter Valley soll auch mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden. Diese werden einen Beitrag an die Stromversorgung des Areals leisten.

  • Elektrochemischer Durchbruch im Kampf gegen Altlasten

    Elektrochemischer Durchbruch im Kampf gegen Altlasten

    Forschenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) ist laut einer Mitteilung ein Durchbruch bei der Altlastensanierung von Schadstoffen wie DDT und Lindan gelungen. Hierbei handelt es sich um persistente organische Schadstoffe, sogenannte POP. Dies sind giftige Chemikalien, die in den 40er bis 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts vielfältig zum Einsatz kamen. Sie werden nur sehr langsam abgebaut und lassen sich mittlerweile in der Nahrungskette von Mensch und Tier finden. Das Universitätsteam unter der Leitung von Bill Morandi, Professor für synthetische organische Chemie, hat jetzt ein neuartiges elektrochemisches Verfahren entwickelt, dass diese Umweltgifte vollständig enthalogeniert und in unschädlichem Salz bindet. Die zurückbleibenden organischen Kohlenwasserstoffe lassen sich in die Kreislaufwirtschaft einbringen und dienen damit der chemischen Industrie als wertvolle Grundstoffe.

    „Wir wollten eines der grössten Umweltprobleme des letzten Jahrhunderts lösen. Es kann nicht sein, dass man den Schmutz den künftigen Generationen überlässt“, wird Alberto Garrido-Castro, Elektrochemie-Spezialist und ehemaliger Postdoc der Gruppe, in der Mitteilung zitiert. Denn die Sanierung solcher Altlasten in Böden, Gewässern und Deponien sieht das ETH-Team als eine der grossen offenen Fragen des Umweltschutzes. Der Abbau dieser Chemikalien mittels elektrochemischer Verfahren wird bereits seit Längerem untersucht. Der entscheidende Durchbruch, so die Mitteilung, gelang den Forschenden der ETH jetzt mit dem Einsatz von Wechselstrom bei der Elektrolyse. „Sie spaltet die Halogenatome in harmlose Salze wie NaCl (Kochsalz) und erzeugt gleichzeitig wertvolle Kohlenwasserstoffe“, erklärt Morandi. Bei den Kohlenwasserstoffen handelt es sich um Benzol, Diphenylethan oder Cyclododecatrien. Chemikalien, die für die Herstellung von Kunststoffen, Lacken oder Beschichtungen zum Einsatz kommen und damit der nachhaltigen Kreislaufwirtschaft dienen.

    Eine wichtige Voraussetzung für die Umsetzung: Das neue Verfahren kann nicht nur auf Reinstoffe, sondern auch auf Gemische aus kontaminierten Böden, Erde oder Schlamm angewendet werden. Dabei denken die Forschenden an mobile Anlagen, die vor Ort eingesetzt werden können, damit entfiele der Transport dieser Gefahrstoffe. Ein Prototyp ist bereits erfolgreich getestet.

  • Innovation für die Gebäudesanierung setzt europaweit neue Massstäbe

    Innovation für die Gebäudesanierung setzt europaweit neue Massstäbe

    HeiQ erhält für seine Xpectra-Technologie den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Produkte, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Beschichtung wird auf Gebäude aufgesprüht und reflektiert bis zu 74 Prozent der Wärmestrahlung. Die Sprühbeschichtung erleichtere insbesondere die Nachrüstung im Gebäudebestand, heisst es von der Jury: „Mit der Auszeichnung hebt die Jury eine Innovation hervor, die zeigt, wie durch materialeffiziente Technologien die energetische Sanierung von Gebäuden vereinfacht und beschleunigt werden kann und so ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird.“

    Xpectra wird innerhalb der Schlieremer HeiQ-Gruppe von der im deutschen Regensburg ansässigen HeiQ Xpectra GmbH betreut. HeiQ wird den Preis am 4. Dezember in Düsseldorf entgegennehmen. Das Unternehmen plant nun die Skalierung der Technologie in Europa, Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum. „Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis ist ein Erfolgsbeispiel für HeiQ als Innovator von Deep-Tech-Materialien und für unser gemeinsames Engagement für Innovation und Nachhaltigkeit“, wird Oliver Zech zitiert. Er ist Vorstandsvorsitzender der ebenfalls in Regensburg ansässigen HeiQ RAS AG. „Die Auszeichnung stärkt unsere Position auf dem Markt und eröffnet uns neue Möglichkeiten für die gemeinsame Vermarktung.“

    HeiQ ist eine Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, hat seinen Sitz im IJZ Innovations- und Jungunternehmerzentrum und ist Mitglied von Start Smart Schlieren.

  • Schweiz Elektromobilität neu denkt

    Schweiz Elektromobilität neu denkt

    Das Prinzip ist vom Smartphone bekannt. Eine Senderspule überträgt ganz ohne Stecker, Energie per Magnetfeld an eine Empfängerspule. Beim Elektroauto bedeutet das, parkieren genügt, der Ladevorgang startet automatisch. Im Pilotprojekt «INLADE» testeten die Empa und der Energieversorger Eniwa AG diese Technologie erstmals unter Schweizer Alltagsbedingungen. Unterstützt wurde das Vorhaben vom Bundesamt für Energie sowie den Kantonen Zürich und Aargau.

    Praxistest bestanden
    Selbst bei Schnee, Regen und leichten Parkabweichungen erreicht das induktive Laden einen Wirkungsgrad von rund 90 Prozent, vergleichbar mit dem klassischen Kabel. Die AMAG und weitere Partner rüsteten bestehende Fahrzeuge mit Empfängerspulen aus und integrierten Schnittstellen für das Lademanagement. Nach umfangreichen Sicherheitstests erhielten die Fahrzeuge eine Einzelzulassung für Schweizer Strassen. Weltweit gehören sie zu den ersten alltagstauglichen E-Autos mit induktivem System.

    Mobile Speicher für die Energiewende
    Die eigentliche Revolution liegt im Potenzial. Elektroautos stehen durchschnittlich 23 Stunden am Tag still. Wären sie während dieser Zeit automatisch mit dem Netz verbunden, könnten ihre Batterien Schwankungen im Stromnetz ausgleichen und erneuerbare Energien stabilisieren. Bidirektionales Laden, also das Zurückspeisen von Strom ins Netz, funktioniert auch induktiv. Fahrzeuge sind häufiger angebunden, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer aktiv handeln müssen. So wird jeder Parkplatz zum potenziellen Knotenpunkt eines dezentralen Energiesystems.

    Wirtschaftlich attraktiv
    Intelligentes Laden senkt Stromkosten, besonders wenn tagsüber geladen wird, wenn Photovoltaikanlagen viel Energie ins Netz einspeisen. Die Kombination aus Komfort, Effizienz und Netzintegration macht induktives Laden zu einem vielversprechenden Baustein für die Mobilität von morgen.

  • Wasserstoffanlage in Seewen sistiert – Marktentwicklung bleibt entscheidend

    Wasserstoffanlage in Seewen sistiert – Marktentwicklung bleibt entscheidend

    Die ebs Wasserstoff AG sistiert laut einer Mitteilung ihr Projekt zur Herstellung von Wasserstoff am Standort des Belagswerkes in Seewen. Der Absatz und die Wirtschaftlichkeit seien derzeit nicht ausreichend gegeben, begründet sie die Entscheidung. Die Marktsituation werde aber beobachtet. Sollte die Nachfrage steigen, könnte das Projekt wieder aufgenommen werden.

    An der ebs Wasserstoff AG sind der Schwyzer Energieversorger ebs Energie AG zu 60 Prozent, der Strassen- und Tiefbauer A. Käppeli’s Söhne AG Schwyz zu 25 Prozent und der Basler Energieversorger IWB zu 15 Prozent beteiligt. Gemeinsam haben sie 2022 ein Baugesuch für eine Produktionsanlage in Seewen eingereicht.

    Die Anlage sollte laut einer Aufstellung von ebs mit einer Leistung von 5 bis 6 Megawatt Wasserstoff für bis zu 100 Lastwagen am Tag herstellen. Dieser hätte für 11,1 Millionen Lastwagenkilometer pro Jahr gereicht und 7,8 Millionen Kilogramm CO2 eingespart. Die Investitionskosten wurden auf 16,8 Millionen Franken geschätzt.

    Der Wasserstoff hätte zum Teil auch von der ebs Erdgas + Biogas AG in das Gasnetz eingespeist werden können. Die Abwärme aus der Elektrolyse hätte im Belagswerk verwendet werden können. 

  • Schlieren bleibt Energiestadt Gold

    Schlieren bleibt Energiestadt Gold

    Schlieren ist zum zweiten Mal nach 2021 als Energiestadt Gold ausgezeichnet worden, wie aus einer Mitteilung der Stadt hervorgeht. Die Auszeichnung hat eine Gültigkeit von vier Jahren. Als Energiestadt gilt Schlieren bereits seit 2008. „Die erneute Auszeichnung mit dem Energiestadt Gold-Label ist eine grosse Ehre und zeigt uns, dass wir als Stadt auf dem richtigen Weg sind“, wird Beat Kilchenmann, Stadtrat und Vorsteher des Ressorts Werke, Versorgung und Anlagen, in der Mitteilung zitiert.

    Das Label Energiestadt Gold dient dazu, besonders ambitionierte Energie- und Klimaschutzziele zu würdigen. Die Stadt führt hierbei die konkreten Massnahmen an, die in verschiedenen Handlungsfeldern im Rahmen der 2023 beschlossenen Netto-Null-Strategie mit dem Zieljahr 2040 definiert wurden. Diese Massnahmen dienten für die Re-Zertifizierung als Energiestadt Gold als Aktivitätenprogramm. Dazu gehören der Ausbau des Fernwärmenetzes, der Gebrauch erneuerbarer Energie in städtischen Liegenschaften und eine Stärkung der Kreislaufwirtschaft.

  • Digitaler Energiehub stärkt Solarwirtschaft

    Digitaler Energiehub stärkt Solarwirtschaft

    Der Technologiefonds des Bundes hat Solarify eine Bürgschaft erteilt. Zusammen mit dem Engagement der Stiftung Abendrot kann der Entwickler und Betreiber schwarmfinanzierter Solaranlagen mit Sitz in Wabern laut einer Mitteilung seinen Digital Energy Hub weiterentwickeln.

    Der Solarify Digital Energy Hub dient dem intelligenten Management und der Optimierung von Solaranlagen in einem flexiblen Energiesystem. Er soll die Anlagen in ein nachhaltiges und stabiles Energiesystem einbinden.

    Das Geschäftsmodell von Solarify ermöglicht es Interessierten, in Sonnenenergie zu investieren, ohne selbst Solaranlagen bauen und besitzen zu müssen. Eine Anlage wird realisiert, sobald sich genügend Investierende für das Projekt gefunden haben. Solarify kümmert sich um den Unterhalt der Anlagen und vermarktet den produzierten Strom. Alle drei Monate bekommen die Beteiligten einen Anteil aus dem Gewinn des Stromverkaufs.

  • Walensee: Steilwand-Solarprojekt wird eingestellt

    Walensee: Steilwand-Solarprojekt wird eingestellt

    Die Felswand auf der Nordseite des Walensees wird in absehbarer Zeit keine Solaranlage erhalten. Wie die Projektpartner EKZ und SAK in einer Mitteilung schreiben, verfolgen sie das Solarprojekt Felsenstrom nicht weiter.

    Die Stromversorger der Kantone Zürich, St.Gallen und beider Appenzell begründen ihren Entscheid zum einen mit Verzögerungen im Bewilligungsverfahren. Anpassungen an das Projekt in Folge von Einsprachen würden eine neuerliche öffentliche Auflage verlangen. Zum anderen wäre die Montage freihängender Module an der Steilwand herausfordernd, aufwendig und zeitintensiv.

    Die Projektpartner rechnen daher nicht mehr damit, das Projekt bis Ende 2030 fertigstellen zu können. Das wäre aber Voraussetzung dafür, dass es in den Genuss der Erleichterungen und Förderungen im Rahmen des Solarexpresses käme.

    Die Anlage sollte am ehemaligen Steinbruch Schnür errichtet werden. Die Solarmodule mit einer Fläche von 44’000 Quadratmetern sollten laut der öffentlichen Bauanzeige von September 2024 rund 12 Gigawattstunden Strom pro Jahr erzeugen.

  • Neue Wärmezentrale stärkt Energieversorgung in Villmergen

    Neue Wärmezentrale stärkt Energieversorgung in Villmergen

    Der AEW Wärmeverbund Villmergen liefert nach rund zweijähriger Bauzeit und 15 Millionen investierten Franken nachhaltige Wärme für lokale Unternehmen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Der Wärmeverbund, der erneuerbare Wärme aus regionalem Altholz und Holz aus Kaskadennutzung mit moderner Speicher- und Regeltechnik kombiniert, stärkt die regionale Versorgungssicherheit im Rahmen der Energiestrategie 2050, so die Mitteilung.

    Im Mittelpunkt der Wärmezentrale steht ein effizienter Altholz-Heizkessel mit einer Leistung von 2000 Kilowatt. Geplant sind ausserdem ein weiterer Altholzkessel, Wärmepumpen und ein Spitzenlastkessel, die eine Gesamtleistung von bis zu 10’000 Kilowatt erbringen werden.

    Ein moderner Wärmespeicher mit einem Volumen von 160’000 Litern sichert dabei die Betriebseffizienz, eine Photovoltaikanlage mit einer Jahresproduktion von 220 Megawattstunden (MWh) produziert nachhaltigen Strom. 145 MWh des produzierten Stroms werden für den Eigenverbrauch der Anlage genutzt. Mittels der Power-to-Heat-Technologie wandelt die Anlage überschüssigen Strom in Wärme um und passt sich so Schwankungen im Energiesystem an. Dies führe zu einer besonders effizienten Energienutzung, während man gleichzeitig die Stabilität des Stromversorgungsnetzes unterstütze, erklärt die AEW.

    Nach Endausbau liefert die Wärmezentrale jährlich bis zu 14’500 MWh Wärme und deckt den Bedarf von rund 700 Einfamilienhäusern. Dadurch spare man jährlich rund 710’000 Kubikmeter Erdgas sowie 1500 Tonnen CO2, erklärt Daniel Wernli, Leiter der Wärmeproduktion der AEW.

    Von der Planung über die Bauausführung bis zum Betrieb hat die AEW bewusst Unternehmen aus der Region beauftragt. Auch die lokale Bevölkerung wird mit einbezogen: am Frühjahr 2026 richtet die AEW einen Tag der Offenen Tür im Wärmeverbund aus und erklärt, wie aus regionalem Holz nachhaltige Wärme entsteht.

  • Startups setzen Impulse für nachhaltige Energiezukunft

    Startups setzen Impulse für nachhaltige Energiezukunft

    Der Energy Startup Day ist am 19. November im Kultur & Kongresshaus Aarau durchgeführt worden. Die Veranstaltung bot Start-ups die Gelegenheit, sich zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen. Zudem standen mehrere Vorträge auf dem Programm. Und schliesslich sind fünf Start-ups mit Preisen ausgezeichnet worden.

    Den Jury Award und damit ein Energate PR & Event Package konnte die Borobotics AG mit Sitz im Technopark Winterthur gewinnen. Das Unternehmen arbeitet an einem neuartigen Geothermalbohrer für den Einsatz in urbanen Gebieten. Der erste von zwei Swissolar Awards ging an SmartHelio aus Prilly VD für ihre auf Künstlicher Intelligenz basierende Software für den Einsatz von Photovoltaikanlagen. Das Start-up hat dafür ein Swissolar Marketing & Event Package gewonnen. Der zweite Swissolar Award und damit ein Swissolar Event Package ging an Synergi Solutions aus Helsinki. Das finnische Start-up hat eine App zur Optimierung des Energieverbrauches entwickelt.

    Voltiris aus Epalinges VD hat den Publikumspreis und damit ein Communication Package von Züricher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), Electrosuisse und Swisspower gewonnen. Voltiris entwickelt Module für die Agri-Photovoltaik in Gewächshäusern. Und der Investor Award ging an die SensorXSolutions, die damit den SICTIC-Preis (Swiss ICT Investor Club) gewonnen hat, der einer Einladung zu einem Investor Event entspricht. Das Jungunternehmen aus Sarnen hat intelligente Systeme für die Entdeckung von und den Umgang mit Gasen wie Methan entwickelt, um damit den Treibhauseffekt einzudämmen.

    Die Veranstaltenden konnten insgesamt rund 230 Teilnehmende begrüssen. ZHAW, Electrosuisse und Swisspower haben den Anlass durchgeführt und sind dabei von zahlreichen Partnern unterstützt worden.

  • Neue Rohrbrücke stärkt regionales Fernwärmenetz

    Neue Rohrbrücke stärkt regionales Fernwärmenetz

    BRUGG Pipes aus Kleindöttingen, Teil der in Brugg ansässigen BRUGG Group AG, hat vorisolierte Fernwärmerohre für eine Querung der Autobahn A4 geliefert. Das Brückenelement zwischen Holzhäusern und Rotkreuz wurde Ende Oktober eingehoben, heisst es in einer Mitteilung. Bei der Montage sind zwei für Brückenbauwerke taugliche Rohrleitungen mit einer Länge von 48 Metern montiert worden. Sie wiegen ohne Wasser 4,9 Tonnen.

    Die Rohrbrücke verbindet bereits bestehende mit neuen Abschnitten des Wärmeverbundes Ennetsee. Dabei sollen weitere Quartiere und Gewerbestandorte in Rotkreuz ZG, Cham ZG und angrenzenden Gebieten an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Bauherrin des Projekts ist die WWZ. Für die Planung und Bauleitung der Brücke war das Unternehmen B+S AG verantwortlich, unterstützt von der Hodel SHLK AG als Rohrbauer. „Ich bin begeistert, wie die WWZ, B+S, Hodel SHLK und die weiteren Partner dieses Projekt partnerschaftlich und mit grösster Präzision umgesetzt haben. Eine solche Verlegung unserer Rohre mit einer eigenen Brücke ist definitiv nicht alltäglich. Umso mehr freut es mich, dass die Installation erfolgreich verlief und unsere vorisolierten Rohrsysteme nun den Ausbau des Wärmeverbunds Ennetsee sowie die Dekarbonisierung unterstützen“, wird Martin Rigaud, CEO von BRUGG Pipes, in der Mitteilung zitiert.

    Als Wärmequelle nutzt die WWZ die Abwärme der Kehrichtverbrennungsanlage Renergia in Perlen LU. Bis Herbst 2026 soll auch Cham mit Fernwärme aus dem Projekt versorgt werden. Insgesamt rechnet man beim Ausbau des Verbunds mit einer Einsparung von etwa 12‘000 Tonnen Kohlendioxid jährlich.

  • Erneuerbares Gas stärkt lokale Versorgung

    Erneuerbares Gas stärkt lokale Versorgung

    Das Klärgas aus der Abwasserreinigungsanlage (ARA) des Abwasserverbandes Aargau und Umgebung (AVAU) in der Telli in Aarau wird seit Oktober zu einem Teil auch für die lokale Wärmeversorgung genutzt. Dabei bereitet laut einer Mitteilung die Green Power Aarau AG das Gas auf, das dann in das Erdgasnetz der Eniwa AG eingespeist wird.

    Damit wird fossiles Erdgas durch erneuerbares Gas ersetzt. Die Mengen seien derzeit noch überschaubar, heisst es in der Mitteilung. Sie sollten aber mit dem ARA-Ausbau erheblich ausgeweitet werden.

    „Wir zeigen mit diesem Projekt, wie aus dem Nebenprodukt Klärgas ein wertvoller Energieträger wird“, wird Hans-Kaspar Scherrer, CEO von Eniwa und Verwaltungsratspräsident der Green Power Aarau AG, in der Mitteilung zitiert. „Die Zusammenarbeit zwischen AVAU, Green Power Aarau und Eniwa ist ein starkes Beispiel dafür, wie Kreislaufwirtschaft in der Region konkret funktioniert.“ Die drei Unternehmen leisteten gemeinsam einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung und zur Reduktion der CO2-Emissionen und stärkten die lokale Wertschöpfung, so Scherrer.

  • Erste alpine Solaranlage der Zentralschweiz geht ans Netz

    Erste alpine Solaranlage der Zentralschweiz geht ans Netz

    energieUri hat laut einer Mitteilung auf der Sidenplangg in der Gemeinde Spiringen die erste alpine Solaranlage der Zentralschweiz ans Netz genommen. Die Anlage auf einer Höhe von 1800 bis 2000 Metern soll im Vollausbau bei einer Gesamtleistung von 8 Megawatt pro Jahr 12,5 Gigawattstunden Strom erzeugen. Davon soll knapp die Hälfte im Winter produziert werden.

    Derzeit liefert die Anlage 13 Prozent des anvisierten Stromes. Damit qualifiziert sie sich für die Förderung im Rahmen des Solarexpresses. Die Arbeiten sollen im Frühjahr wieder aufgenommen und bis Ende 2028 abgeschlossen sein.

    An der APV Sidenplangg AG beteiligen sich der Urner Energieversorger energieUri AG als Initiantin und die aventron AG mit Sitz in Münchenstein BL.  „Solche Kraftwerksprojekte schaffen und sichern hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region – sei es bei der Planung, Realisierung oder dem zukünftigen Betrieb sowie der Energiebewirtschaftung durch energieUri“, wird Werner Jauch. CEO von energieUri und Verwaltungsratspräsident der APV Sidenplangg AG, in der Mitteilung zitiert.

  • Neuer Tracker macht Schweizer Power-to-X-Landschaft sichtbar

    Neuer Tracker macht Schweizer Power-to-X-Landschaft sichtbar

    Erneuerbarer Strom kann in chemischen Energieträgern wie Wasserstoff, synthetischem Kraftstoff und Methan gespeichert werden (Power-to-X). Laut einer Mitteilung des Swiss Power-to-X Collaborative Innovation Network SPIN sind bereits mehr als 50 Projekte in diesem Bereich in der Schweiz im Gang.

    SPIN lanciert deshalb gemeinsam mit der Coalition for Green Energy & Storage (CGES) gemeinsam einen Tracker, der einen Überblick über die bekannten Projekte in der Schweiz ermöglicht. Die daraus resultierende Karte macht diejenigen Projekte sichtbar, die über Laborversuche hinaus bereits Demonstrationsprojekte oder gar kommerzielle Anwendungen geworden sind. SPIN sammelt die Daten, CGES visualisiert sie.

    „Der Tracker erleichtert die Zusammenarbeit, indem er eine strukturierte Datenbank bereitstellt, die Synergien zwischen den Akteuren fördert und die Entscheidungsfindung unterstützt“, werden Christoph Sutter und Antonello Nesci, die Co-Direktoren von CGES, in der Mitteilung zitiert.

    Martin Bäumle sieht in den Power-to-X-Technologien den Schlüssel zur Defossilisierung der Wirtschaft. „Mit dem Tracker schaffen wir Transparenz, stärken die Zusammenarbeit und helfen, vielversprechende Ideen in skalierbare Lösungen umzusetzen“, so der Nationalrat (Grünliberale/ZH) und Co-Präsident von SPIN. „Zuverlässige Daten können politischen Entscheidungsträgern dabei helfen, Vorschriften anzupassen, und Investoren dabei unterstützen, neue Möglichkeiten zu erkennen.“

    Die Karte wird an der CGES-Jahresveranstaltung vorgestellt, die am 21. November bei Swissgrid in Aarau stattfindet. CGES ist eine Koalition von Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlichem Sektor für grüne Energien, die vom ETH-Bereich gegründet worden ist.

  • Doppelte Flächennutzung steigert Solarstromproduktion

    Doppelte Flächennutzung steigert Solarstromproduktion

    Die ARA Thunersee hat laut einer Mitteilung das grösste bewegliche Solarfaltdach der Welt, HORIZON, eingeweiht. Realisiert wurde es vom Cleantech-Unternehmen dhp Technology aus Zizers. Mit einer installierten Leistung von 3,6 Megawatt Peak und rund 3 Gigawattstunden Strom soll die Anlage 700 Haushalte versorgen.

    Wie ARA Thunersee mitteilt, basiert die mehr als 20’000 Quadratmeter grosse Anlage auf einer Technologie der Firma dhp Technology. dhp-CEO Gian Andri Diem sieht grosses Potenzial darin, Energie auf bestehenden Flächen zu erzeugen. „So schaffen wir Fortschritt, ohne zusätzlichen Raum zu beanspruchen“, wird er zitiert.

    Um bei der Energiewende durch Photovoltaik voranzukommen, ist laut dem Projektbeschrieb von dhp eine effiziente Flächennutzung relevant. Speziell Kläranlagen, Logistikareale, Wasserwerke und Parkflächen eignen sich durch bisher ungenutzte Flächen besonders gut für die Solarstromproduktion. Nach den Worten von Ingo Schoppe, Geschäftsführer der ARA Thunersee, leiste eine „intelligente Flächennutzung“ einen aktiven Beitrag zu Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz“.

    Das Solarfaltdach überspanne mehrere Klärbecken und nutze bestehende Infrastrukturflächen doppelt – zur Abwasserreinigung am Boden und zur Solarstromerzeugung darüber. Der dort erzeugte Strom sei für die Abwasserreinigung und Nahversorgung bestimmt.

    Angelehnt an Schweizer Seilbahntechnik sei das Dach imstande, auf extreme  Wetterbedingungen zu reagieren. So falte es sich bei Sturm, Schnee oder Hagel automatisch zusammen. Damit lassen sich Betriebssicherheit und Energieproduktion erreichen, ohne dass in laufende Prozesse eingegriffen werden muss.

  • Inländische Immobilien bleiben für institutionelle Anleger attraktiv

    Inländische Immobilien bleiben für institutionelle Anleger attraktiv

    Die IFZ-Studie Hypothekar und Immobilieninvestitionen 2025 der Hochschule Luzern hat laut einer Mitteilung das Anlageverhalten 228 institutioneller Schweizer Investoren untersucht, darunter Pensionskassen, Versicherungen, Anlagestiftungen und Fonds. Das Institut für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern befindet sich in Rotkreuz ZG. Laut der Studie bleiben besonders inländische Immobilien als Anlage attraktiv.

    Pensionskassen (PK) halten ihre durchschnittliche Immobilienquote von 24,3 Prozent hoch und wollen diese zu grossen Teilen weiter ausbauen: 47 Prozent wollen ihren Schweizer Immobilienbestand stärken, 49 Prozent diesen stabil halten und bloss 3 Prozent wollen reduzieren. Dabei ist bei allen PKs laut Studie eine „Home Bias“ zu spüren: die Schweizer Allokation des Immobilienvermögens liegt zwischen 85 Prozent (grosse PKs) und 92 Prozent (mittlere PKs).

    „Einerseits wirken die seit über 25 Jahren steigenden Preise wie eine Bestätigung der Stabilität des Marktes. Andererseits erscheinen Investitionen im Ausland aufgrund von Währungsabsicherungskosten und höherer Volatilität weniger attraktiv“, wird Co-Studienleiter John Davidson zur Präferenz für Schweizer Bestände in der Mitteilung zitiert.

    Nur 9 Prozent der befragten Investoren glauben allerdings an eine Fortführung des Aufwärtstrends. Als grösste Sorge für Anleger im Schweizer Immobilienmarkt gilt die zunehmende Regulierung. Diese führt laut 82 Prozent der institutionellen Anleger zu einem baldigen Ende des Immobilienaufschwungs. Besonders komplexe Bauvorschriften (92 Prozent), Einsprachen (90 Prozent) und ein stärkerer Mieterschutz (88 Prozent) hindern weiteres Wachstum.

    Risiken wie Einbruch des Wirtschaftswachstums (45 Prozent), höhere Zinsen über längere Zeit (37 Prozent) oder ein schwächeres Bevölkerungswachstum (35 Prozent) treten, verglichen mit politischen und regulatorischen Druck, in den Hintergrund.

    Die Studie basiert auf Umfragen bei Schweizer Immobilienfonds, Anlagestiftungen und Versicherungen sowie 135 Pensionskassen. Die befragten Pensionskassen decken mit einem Anlagevolumen von 568 Milliarden Franken rund 50 Prozent des Gesamtvermögens der Kassen ab.