Kategorie: immoNews

immoNews – Aktuelle Immobiliennews, Branchenmeldungen & Entwicklungen aus der Schweizer Immobilienwirtschaft auf einen Blick.

  • SVIT Schweiz mit neuer Führung

    SVIT Schweiz mit neuer Führung

    Mit der Übergabe des Präsidiums von Andreas Ingold an Michel Molinari hat der SVIT Schweiz einen bedeutenden Generationenwechsel vollzogen. Molinari, bisher Vizepräsident und CEO der BLKB Fund Management AG, übernimmt damit die Verantwortung für einen Verband mit über 2’600 Mitgliedern. Zeitgleich wurden Cécile Berger-Meyer und David Zumsteg ins Präsidium gewählt. Ihre Vorgänger, Andreas Ingold und Jean-Jacques Morard, wurden für ihr langjähriges Engagement zu Ehrenmitgliedern ernannt.

    Ein Verband in Bewegung
    2024 war ein intensives Jahr, mit gezielter politischer Positionierung, strategischen Projekten wie der DACH-Kooperation und dem Mietrechtskommentar. Der erfolgreichen Neuauflage der «SVITPedia» sowie einer hohen Bildungsnachfrage zeigt sich der SVIT Schweiz dynamisch und anpassungsfähig. Die Zertifizierung nach «eduQua» wurde erneuert, Lehrgänge und Prüfungen erfolgreich in allen Landesteilen durchgeführt.

    Strategische Klarheit und operativ stark
    Die positive Entwicklung des Verbands in den letzten acht Jahren ist auf klare strategische Entscheidungen und die Professionalisierung der Strukturen zurückzuführen. Die Trennung von Strategie und Operative, die Einführung eines CEO-Modells sowie die Neuausrichtung der Plattformen Forum, Campus und Summit schaffen ein stabiles Fundament. Ein strategischer Massnahmenplan zur Positionierung wurde erarbeitet und befindet sich in der Umsetzung. Ziel ist es, die Sichtbarkeit und Wirksamkeit des Verbands weiter zu steigern.

    Politische Relevanz gestärkt
    Die Delegiertenversammlung 2025 zeigte einmal mehr die wachsende politische Relevanz des SVIT Schweiz. Die Delegierten stimmten einem Antrag zu, künftig keine Sponsoringverträge mehr mit der Swiss Marketplace Group AG abzuschliessen. Ebenso werden laufende Verträge bis zum Ablauf gekündigt. Der Verband setzt damit ein Zeichen für Unabhängigkeit und klare Interessenvertretung der Branche.

    Sichtbar, präsent, konsequent
    Mit der neuen Führung und einer gestärkten Position will der SVIT Schweiz seine Rolle als führender Berufs- und Branchenverband weiter ausbauen. Die drei strategischen Pfeiler, Ausbildung, Politik, Networking bilden das stabile Fundament für ein zukunftsorientiertes Engagement. Die Delegiertenversammlung als Teil des Swiss Real Estate Forums bot dafür auch 2025 die passende Bühne, mit inspirierenden Impulsen von Persönlichkeiten aus Politik, Sport und Wirtschaft.

  • Erlenpark Näfelsschafft neuen Wohnraum

    Erlenpark Näfelsschafft neuen Wohnraum

    Auf dem über 16’000 m² grossen Areal «Feld» in Näfels realisiert die Gemeinde Glarus Nord zusammen mit der FT3 Architekten AG eine zukunftsweisende Wohnüberbauung. In drei zeilenförmig angeordneten Gebäudegruppen entstehen insgesamt zehn Mehrfamilienhäuser mit rund 98 Wohnungen. Die Wohnungen sind zwischen 1½- und 5½-Zimmer gross und richten sich an Menschen in allen Lebensphasen – von Singles über Familien bis zu Seniorinnen und Senioren. Das vielfältige Wohnangebot soll eine soziale Durchmischung fördern und das Quartier beleben.

    Ruhiger Innenhof als Herzstück der Siedlung
    Die spezielle Geometrie der Parzelle führt zu einer rautenförmigen Anordnung der Gebäude, die einen rund 6’800 m² grossen, begrünten Innenhof umschliessen. Er fungiert als Zentrum der autofreien Siedlung und bietet Raum für Begegnung und Erholung – geschützt vor dem Lärm der umgebenden Verkehrsachsen. Die versetzt angeordneten Wohnbauten sorgen zudem für eine rhythmische Gliederung und schaffen architektonische Qualität sowie eine optimale Besonnung der Wohnungen.

    Autofrei und zentral erschlossen
    Ein zentrales Merkmal des Projekts ist seine konsequent verkehrsfreie Gestaltung. Die Erschliessung und sämtliche Parkierungsanlagen sind an einem zentralen Punkt gebündelt, wodurch das gesamte Wohnumfeld frei von motorisiertem Verkehr bleibt. Das erhöht die Sicherheit, schafft attraktive, lebenswerte Freiräume und entspricht den aktuellen Anforderungen an Wohn- und Städtebau.

    Signal für Standortentwicklung und Baukultur
    Gemeindepräsident Fritz Staub sieht im Erlenpark ein starkes Signal für die Gemeindeentwicklung. Kurz nach Inkrafttreten der Gesamtrevision der Nutzungsplanung NUP II zeige das Projekt exemplarisch, wie hochwertige, flächeneffiziente Wohnbauprojekte im Kanton Glarus umgesetzt werden können. Der Spatenstich erfolgte im April 2025. Die erste Bauetappe wird bis Sommer 2027 abgeschlossen, die zweite und dritte Etappe folgen bis Herbst 2028.

    Modernes Bauen mit Anspruch
    Die Planung und Umsetzung durch die FT3 Architekten AG folgt einer klaren architektonischen Haltung. Zur Strasse hin präsentieren sich die Gebäude geschlossen und kompakt, während sie sich zum Innenhof mit grosszügigen Balkonen öffnen. Die Staffelung der Geschosse unterstützt die natürliche Belichtung und verleiht den Gebäuden eine klare Struktur. Der Erlenpark ist damit ein gelungenes Beispiel für modernes, hochwertiges Bauen im Glarnerland. Ein Projekt mit Signalwirkung für die Standortentwicklung in ländlich geprägten Zentren.

  • Biäsche neu denken

    Biäsche neu denken

    Das Arbeitsgebiet Biäsche vereint Standortqualitäten, die in dieser Form selten sind. Direkt vor der Tür der Autobahnanschluss, ein Güterbahnhof und naturnahe Erholungsräume. Zwischen Gemeindegrenzen, Verkehrsachsen und Naturraum liegt ein Gebiet, das wirtschaftlich gedacht, intelligent geplant und nachhaltig genutzt werden soll. Die Parzellen befinden sich in öffentlicher, privater und kantonaler Hand. Eine Konstellation, die eine integrative Entwicklung erfordert.

    Von der Fläche zur Funktion
    Aktuell fehlt es an planungs- und baurechtlicher Reife. Ohne Erschliessung und Überbauungsplanung bleibt das Potenzial ungenutzt. Deshalb hat ein Testplanungsverfahren unterschiedliche Nutzungsszenarien und Erschliessungsstrategien geprüft. Ziel war es, einen klar positionierten, marktfähigen Wirtschaftsraum zu schaffen, der bereit ist für immissionsarme, wertschöpfungsintensive Betriebe. Die Etappierung dieser Entwicklung ist zentral. Nur mit flexiblen, anschlussfähigen Konzepten kann das Areal langfristig tragfähig erschlossen werden.

    Ein Standort, viele Interessen
    Im Teilgebiet Unterflechsen hält die Gemeinde Glarus Nord 3.8 ha unbebaute Arbeitszonenfläche. Der Kanton Glarus besitzt im angrenzenden Mittelflechsen weitere 2.7 ha. Für dieses Gebiet bestehen konkrete Interessen. Eine Lachszucht und eine neue Strafanstalt stehen zur Diskussion. Ergänzt wird die Fläche durch private Grundstücke sowie bestehende Nutzungen. Diese Vielfalt macht die räumliche Koordination zur planerischen Schlüsselaufgabe.

    Infrastruktur als Entwicklungstreiber
    Verkehrstechnisch ist Biäsche ideal positioniert. Das Gebiet ist durch nationale Verkehrsachsen von SBB und ASTRA erschlossen. Eine zukunftstaugliche Entwicklung setzt jedoch voraus, dass MIV, ÖV, Fuss- und Veloverkehr sowie Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen aufeinander abgestimmt und vorausschauend geplant werden. Nur so kann ein Standort entstehen, der ökonomisch attraktiv und ökologisch verantwortungsvoll ist.

    Richtprojekt als Schlüssel zum Fortschritt
    Nachdem die Testplanung Arealentwicklung Biäsche im Juni 2023 abgeschlossen wurde, werden im Rahmen einer Synthese-Phase bis August 2025 die Konzepte von Ernst Niklaus Fausch Partner AG und Studio Vulkan Landschaftsarchitektur AG als Resultat der Testplanung zu einem Richtprojekt weiterentwickelt. Das Richtprojekt fasst im Sinne einer Synthese die von den Unterzeichnenden als richtig erachteten Parameter der Arealentwicklung zusammen und zeigt in den Grundzügen auf, wie sich das Areal kurz-, mittel- bis langfristig entwickeln soll. Dieses dient als Grundlage für das anschliessende Überbauungsplan- und Perimeterverfahren.

  • Experten fordern Bauverfahren-Reform

    Experten fordern Bauverfahren-Reform

    Eine im Auftrag des Bundesamts für Raumentwicklung und des Bundesamts für Wohnungswesen durchgeführte Studie bringt es auf den Punkt. Einsprachen (60 %) und Rekurse (61 %) gelten für die Schweizer Wohnbauakteure als die grössten Hindernisse bei der Umsetzung neuer Projekte. In der umfassenden Befragung von über 440 Expertinnen und Experten aus Bauwirtschaft, Architektur, Recht und Verwaltung wurde deutlich, dass das heutige System in weiten Teilen zu anfällig für Verzögerung und Missbrauch ist.

    Insbesondere sogenannte missbräuchliche Einsprachen sorgen für Unmut. Diese dienen oft nicht dem Schutz legitimer Interessen, sondern der gezielten Blockade von Bauvorhaben, teilweise mit erpresserischen Motiven.

    Massive Folgen für Markt und Gesellschaft
    Die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt sind weitreichend. Rund 80 Prozent der befragten Bauverantwortlichen gaben an, dass sich durch Einsprachen und Rekurse die Markteinführung von Wohnungen verzögert. 71 Prozent berichteten über signifikante Kostensteigerungen, was sich letztlich in höheren Mieten und Kaufpreisen niederschlägt.

    Gerade in Zeiten akuter Wohnungsknappheit birgt diese Entwicklung politischen und gesellschaftlichen Sprengstoff. Der Ruf nach entschiedenen Gegenmassnahmen wird lauter.

    Experten fordern gezielte Eingriffe ins Rechtsmittelverfahren
    Die Studienautoren schlagen weitreichende Massnahmen vor, die Bund, Kantone und Gemeinden umsetzen sollen, um Planungs- und Bewilligungsprozesse zu beschleunigen. Eine zentrale Empfehlung, die Einspracheberechtigung soll auf «direkt und besonders betroffene Personen» beschränkt werden. Anwohner mit allgemeinem Interesse wären nicht mehr automatisch legitimiert.

    Zudem sollen die zulässigen Rügen künftig auf konkrete, individuelle Interessen begrenzt bleiben. Auch die Abschaffung der aufschiebenden Wirkung von Baurechtsbeschwerden ist im Gespräch, um willkürlichen Verzögerungen entgegenzuwirken.

    Systemische Entlastung der Behörden
    Ein weiterer Hebel betrifft die Struktur der Rechtsmittelinstanzen. Eine Reduktion der Rekursstufen, eine verbesserte Koordination zwischen den zuständigen Behörden und klar definierte Fristen könnten die Verfahren spürbar beschleunigen. Entscheidend sei ausserdem, dass die Bewilligungsstellen personell ausreichend ausgestattet sind, insbesondere in Städten mit hoher Bautätigkeit.

    Politische Entscheidungen stehen bevor
    Die Studie wurde im Rahmen des nationalen Aktionsplans gegen Wohnungsknappheit erarbeitet. Das ARE und das BWO prüfen nun die vorgeschlagenen Massnahmen zur Weiterleitung an das UVEK und das WBF. Auf dieser Grundlage wird der Bundesrat entscheiden, welche Vorschläge zur Umsetzung empfohlen werden.

    Fest steht, ohne tiefgreifende Justierungen im Rechtsschutzverfahren drohen weitere Jahre der Blockade. Für eine zukunftsfähige Wohnraumentwicklung braucht es jetzt den politischen Willen zur strukturellen Reform.

  • Ein Fonds zur Stärkung der beruflichen Bildung

    Ein Fonds zur Stärkung der beruflichen Bildung

    Im Jahr 2024 stellte der kantonale Berufsbildungsfonds insgesamt 23,1 Millionen Franken zur Verfügung. Ein starkes Signal für die Bedeutung der beruflichen Bildung. Davon flossen 22,2 Millionen in überbetriebliche Kurse, Qualifikationsverfahren sowie Weiterbildungen für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Diese Massnahmen entlasten Ausbildungsbetriebe, fördern die Ausbildungsqualität und stärken die Attraktivität des Lehrstellenangebots.

    Impulse für neue Wege in der Bildung
    Mit 0,9 Millionen Franken wurden gezielt 17 innovative Projekte unterstützt. Dazu zählen unter anderem die Berufsmesse Zürich, Lehrlingswettbewerbe im Züri-Oberland sowie neue Lehrbetriebsverbünde in der IT- und Gastrobranche. Auch soziale Integrationsprojekte wie Praxistage für geflüchtete Personen erhielten Unterstützung. Diese Vielfalt zeigt, der Fonds fördert nicht nur Bewährtes, sondern treibt neue, zukunftsweisende Formate aktiv voran.

    Stabiler Fonds mit wachsender Strahlkraft
    Trotz hoher Ausgaben bleibt der Berufsbildungsfonds finanziell stabil. Per Ende 2024 weist er einen soliden Bestand von 15,4 Millionen Franken aus. Dieses finanzielle Polster sichert die kontinuierliche Unterstützung der Berufsbildung, auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Zudem gewinnt das Zürcher Modell über die Kantonsgrenzen hinaus an Aufmerksamkeit und gilt zunehmend als Best Practice für andere Deutschschweizer Regionen.

    Gesellschaftlicher Rückhalt für das duale System
    «Berufliche Bildung bietet Perspektiven, Orientierung und Stabilität in einem dynamischen Umfeld», betont Ruth Köfler-Apitzsch, Leiterin der Geschäftsstelle. Der Fonds sei ein verlässlicher Partner für alle, die sich für eine starke Grundbildung einsetzen und damit für ein stabiles Fundament des Schweizer Arbeitsmarktes.

  • EMPA gewinnt Building Award 2025

    EMPA gewinnt Building Award 2025

    Rund 8 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen entfallen auf die Zementherstellung, ein enormer Hebel für den Klimaschutz. Die Empa setzt genau hier an. Mit CO₂-speicherndem Beton, dem speziell entwickelte Kohlenstoff-Pellets aus Pflanzenkohle beigemischt werden. Diese ersetzen einen Teil der konventionellen Gesteinskörnung. Der Clou, die Pellets nehmen CO₂ auf und können als dauerhafte Kohlenstoffsenke wirken, ohne die Baustoffeigenschaften negativ zu beeinflussen. Damit wird der Beton nicht nur klimaneutral, sondern potenziell CO₂-negativ und bleibt dabei praxistauglich einsetzbar im Hoch- und Infrastrukturbau.

    Ausgezeichnete Ingenieurleistung mit Perspektive
    Für diese Innovation wurde die Empa Ende Juni 2025 mit dem Building Award in der Kategorie «Forschung, Entwicklung, Start-ups» ausgezeichnet. Dem bedeutendsten Preis für Bauingenieurwesen in der Schweiz. Die Preisverleihung im KKL Luzern würdigte herausragende Projekte, die Wissenschaft und Praxis zusammenbringen. Die Empa überzeugte mit einer Lösung, die das Potenzial hat, die Emissionsbilanz ganzer Bauprojekte signifikant zu verbessern und das mit Blick auf industrielle Umsetzbarkeit.

    Pilotprojekt bereits geplant
    Das Empa-Team um Pietro Lura und Mateusz Wyrzykowski entwickelt die CO₂-negativen Pellets bereits mit Partnern für den Markteinsatz weiter. Erste Anwendungen sind in Vorbereitung, unter anderem in der NEST-Unit «Beyond Zero», einem Modul des experimentellen Forschungsgebäudes der Empa und Eawag. Dort werden CO₂-reduzierte und -negative Baustoffe unter realen Bedingungen getestet, was die praktische Relevanz der Forschung zusätzlich unterstreicht.

    CO₂ als Rohstoff der Zukunft
    Die Beton-Innovation ist Teil einer umfassenderen Strategie. Mit der Forschungsinitiative «Mining the Atmosphere» verfolgt die Empa ein visionäres Ziel, den Umbau der Wirtschaft hin zu einem CO₂-basierten Stoffkreislauf. Das Konzept, CO₂ wird direkt aus der Atmosphäre abgeschieden und in chemische Grundstoffe wie Methan oder Methanol umgewandelt. Diese wiederum ersetzen fossile Rohstoffe in der Produktion von Baumaterialien oder Energieträgern. Am Ende ihres Lebenszyklus sollen die Produkte in speziellen Lagerstätten gebunden werden, ein langfristiger Speicher für Kohlenstoff.

    Weitblick für Bau, Energie und Wirtschaft
    Der Ansatz reicht weit über das Bauwesen hinaus. Mit synthetischem Methan könnten künftig saisonale Energieungleichgewichte überwunden und CO₂-intensive Materialien ersetzt werden. Voraussetzung ist eine enge Verzahnung von Materialforschung, Prozessentwicklung und wirtschaftlicher Skalierbarkeit. Die Empa fordert deshalb neben technologischem Fortschritt auch regulatorische Rahmenbedingungen, die CO₂-Bindung wirtschaftlich attraktiv machen.

    Innovationskraft als Hebel für die Transformation
    Die Auszeichnung der Empa markiert mehr als einen wissenschaftlichen Erfolg. Sie steht sinnbildlich für den Wandel im Bauwesen. CO₂-speichernde Materialien sind keine ferne Vision mehr, sondern konkrete Werkzeuge für die Bauwende. Damit könnte die Branche vom Problemverursacher zum Teil der Lösung werden und Gebäude künftig helfen, das Klima aktiv zu stabilisieren.

  • Schweiz behauptet globale Spitzenposition im Deep-Tech-Sektor

    Schweiz behauptet globale Spitzenposition im Deep-Tech-Sektor

    Der 50-seitige Report, herausgegeben von Deep Tech Nation Schweiz in Zusammenarbeit mit Dealroom.co, Startupticker sowie den VC-Firmen Founderful und Kickfund, stellt die bislang umfassendste Analyse des hiesigen Deep-Tech-Ökosystems dar. Die Faktenlage ist beeindruckend, mit 60 Prozent des gesamten Schweizer Venture Capitals, das zwischen 2019 und 2025 in Deep Tech floss, liegt die Schweiz weltweit an der Spitze, noch vor den USA und anderen Technologienationen.

    Zudem erreicht das Land mit über 100 Milliarden US-Dollar geschaffener Unternehmensbewertung eine neue Grössenordnung. Fast alle Finanzierungsrunden in der Spätphase werden von internationalen Kapitalgebern getragen, insbesondere aus den USA und der EU. Damit gelingt es der Schweiz, Innovationskraft mit globaler Sichtbarkeit zu verbinden.

    Akademische Exzellenz trifft unternehmerisches Wachstum
    Ein zentraler Erfolgsfaktor liegt in der engen Verzahnung von Forschung und Unternehmertum. Neben Oxford und Cambridge zählen die ETH Zürich und die EPFL in Lausanne zu den vier aktivsten Universitäten Europas bei der Gründung von Deep-Tech-Spin-outs. Diese akademischen Hotspots sind der Ursprung einer wachsenden Zahl skalierbarer Unternehmen, gestützt durch eine starke Patentdichte, internationale Partnerschaften und eine innovationsfreundliche Förderlandschaft.

    KI, Energie, Robotik und TechBio gewinnen an Relevanz
    Zwar bleibt Biotech der dominierende Sektor im Hinblick auf Wertschöpfung und VC-Dichte, doch das Schweizer Deep-Tech-Ökosystem hat sich in den letzten Jahren deutlich verbreitert. Start-ups in den Bereichen künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, Robotik, ClimateTech, TechBio und Energiesysteme sind stark im Kommen. Seit 2021 entfallen 23 Prozent aller Neugründungen auf den KI/ML-Sektor – ein nahezu verdoppelter Anteil im Vergleich zur Vorperiode.

    Dieser strukturelle Wandel unterstreicht die Dynamik und Zukunftsfähigkeit des Ökosystems. Mehr als 1500 analysierte Unternehmen zeugen von einer bemerkenswerten Breite und Tiefe, viele davon mit hoher Reife und internationalem Skalierungspotenzial.

    Zürich, Lausanne, Basel und Genf als Schlüsselstandorte
    Die Innovationskorridore Zürich, Lausanne, Genf und Basel werden als strategische Knotenpunkte ausgewiesen, an denen sich zunehmend Cluster für einzelne Technologien herausbilden.

    Der Report liefert Entscheidungsträgern eine datengestützte Grundlage, um die Rahmenbedingungen weiter zu verbessern. Insbesondere im Hinblick auf regulatorische Weichenstellungen, Infrastruktur und internationale Positionierung gilt der Bericht als wichtiges Werkzeug für Politik und Wirtschaft.

    Deep Tech als Zukunftskompetenz der Schweiz
    Der Swiss Deep Tech Report 2025 zeigt ein souverän agierendes Ökosystem, das in Sachen Kapital, Talent und technologischem Reifegrad überzeugt. Die Schweiz positioniert sich nicht nur als Inkubator für Weltklasse-Technologien, sondern als Standort, der konsequent auf Umsetzung, Internationalisierung und gesellschaftliche Relevanz setzt. Mit dem jetzt etablierten Monitoring und der kontinuierlichen Datenerhebung schafft Deep Tech Nation Schweiz eine Plattform für langfristige Exzellenz und bekräftigt den Führungsanspruch der Schweiz im Zeitalter der Deep Technologies.

    Der vollständige Bericht steht hier zum Download zur Verfügung:

  • Netzwerk 6G Europa gestaltet digitalen Umbruch

    Netzwerk 6G Europa gestaltet digitalen Umbruch

    Die drahtlose Übertragung zeitkritischer Daten galt bislang als technische Hürde, insbesondere in industriellen Anwendungen mit hohem Sicherheitsanspruch. Das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme hat nun eine Lösung entwickelt, die neue Massstäbe setzt. Ein modulares Testbed für Time-Sensitive Networking, das Echtzeitanalyse mit energieeffizientem Betrieb verbindet und erstmals drahtlose Datenübertragung über Li-Fi ermöglicht.

    Li-Fi nutzt Licht für die Datenübertragung und bietet hohe Geschwindigkeit, geringe Latenz und hohe Zuverlässigkeit. Ideale Voraussetzungen für den mobilen Einsatz autonomer Roboter oder Maschinen in Fabrikhallen. In Kombination mit TSN entsteht so eine Infrastruktur, die nicht nur flexibler, sondern auch robuster und kosteneffizienter ist. Aufwendige Verkabelungen werden überflüssig, ohne Einbussen bei der Datensicherheit.

    Energieeffizienz als Schlüsselfaktor
    Ein zentrales Thema der Entwicklung war der Energieverbrauch. Gerade in mobilen Anwendungen ist die Energieeffizienz entscheidend für die Betriebsdauer. Mit dem neuen Testbed bietet das Fraunhofer IPMS erstmals eine realitätsnahe Vergleichsgrundlage für TSN-Netzwerke und deren Energieverbrauch.

    Ziel ist es, durch gezielte Optimierung die Einsatzzeit von Geräten zu verlängern und gleichzeitig die Belastung von Infrastrukturen zu senken. Unterstützt wird dies durch TSN-Standards wie IEEE 802.1AS, die für hochpräzise Zeitsynchronisation und redundante Datenpfade sorgen – essenziell für sicherheitskritische Szenarien.

    Forschung für 6G
    Auch an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg wird an der Zukunft der digitalen Kommunikation gearbeitet. Auf der renommierten European Conference on Antennas and Propagation (EuCAP) 2025 präsentierten Professorin Dr. Susanne Hipp und ihr Team neueste Forschung zur Wellenausbreitung im 6G-Frequenzbereich jenseits von 100 GHz.

    Verena Marterer erforscht dielektrische Eigenschaften von Textilien für smarte Sensoren im Gesundheitswesen. Franziska Rasp arbeitet an Antennenkonzepten für die Fahrzeugkommunikation, ein Kernelement für autonomes Fahren. Beide Projekte zeigen eindrucksvoll, wie breit und praxisnah die Anwendungsmöglichkeiten künftiger Mobilfunktechnologien sein werden.

    6G als Plattform für die digitale Transformation
    Mit der Einführung von 6G ab 2030 stehen enorme Veränderungen bevor. Übertragungsraten von bis zu 1’000 Gigabit pro Sekunde, extrem niedrige Latenzzeiten, massive Gerätedichte und neue Dienste wie immersive Umgebungen im Metaversum oder medizinische Fernversorgung in Echtzeit.

    Europa positioniert sich aktiv. Mit Fraunhofer, Telekom, Vodafone und andere Akteure treiben die Grundlagenforschung voran. Deutschland fördert die Entwicklung mit über 700 Millionen Euro. Erste Pilotprojekte sind ab 2028 geplant. Neue Geräte, Chips und Frequenztechnologien werden die technische Basis bilden, mit KI, Cloud-Edge-Computing und Nachhaltigkeit als Leitlinien.

    Europa erfindet die digitale Infrastruktur neu
    Was bisher als Zukunftsmusik galt, wird Realität. Drahtlose Echtzeitkommunikation, energiesparende Netzwerke und ultrapräzise Hochfrequenztechnologie verschmelzen zu einer neuen Infrastrukturgeneration. Die Impulse aus Forschungseinrichtungen wie dem Fraunhofer IPMS oder der OTH Regensburg belegen, dass Europa bereit ist, eine führende Rolle in der 6G-Ära einzunehmen, nachhaltig, intelligent und vernetzt.

  • Walz 4.0 bringt Bauen in die digitale Zukunft

    Walz 4.0 bringt Bauen in die digitale Zukunft

    Das am Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen der ZHAW in Winterthur angesiedelte Institut Konstruktives Entwerfen übernimmt die Schweizerische Leitung im Interreg-Projekt Walz 4.0. Gemeinsam mit Hochschulen und Stiftungen aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein soll bis 2028 ein Bildungs- und Praxisnetzwerk entstehen, das traditionelles Handwerk mit innovativer Hochschulforschung und digitalen Werkzeugen verschmilzt.

    Walz 4.0 ist dabei mehr als ein symbolischer Name. Es knüpft bewusst an die Wanderschaft der Gesellen an, eine jahrhundertealte Form des Erfahrungslernens und überträgt diese in die Realität moderner Hochschulbildung. Mit konkreten Bauprojekten, nachhaltigen Materialien und digitalen Anwendungen wird die Transformation des Bauens erlebbar gemacht.

    Nachhaltig bauen heisst umdenken
    Zirkuläres Bauen als Fundament für eine neue Baukultur. «Angesichts der Klimakrise ist zirkuläres Bauen im Sinne von Bauen im Bestand und Wiederverwenden von Bauteilen wichtiger denn je», erklärt Projektleiter Andri Gerber von der ZHAW. Genau hier setzt Walz 4.0 an, Historische Bausubstanz wird bewahrt, Materialien werden wiederverwendet und neue Konstruktionen entstehen im Geiste der Ressourcenschonung.

    Ein besonderes Augenmerk liegt auf der praktischen Vermittlung. Handwerker und Studierende arbeiten in gemeinsamen Teams an Sanierungs- und Bauprojekten. Dabei kommen digitale Tools ebenso zum Einsatz wie jahrhundertealte Techniken. So wird aus Theorie gelebte Erfahrung, ein zentraler Erfolgsfaktor im Kampf gegen den Fachkräftemangel und für eine resiliente Bauwirtschaft.

    Ein europäisches Netzwerk für Innovation
    Vier Länder, sieben Institutionen, ein gemeinsames Ziel. Walz 4.0 bringt Partner aus vier Staaten zusammen.

    Schweiz: ZHAW Winterthur (Leadpartner), OST – Ostschweizer Fachhochschule, Denkmalstiftung Thurgau

    Deutschland: HTWG Konstanz (Gesamtkoordination), OTH Regensburg

    Österreich: FH Vorarlberg

    Liechtenstein: Universität Liechtenstein

    Gemeinsam entstehen neue Lernorte, Austauschformate und digitale Werkzeuge. Das Ziel ist ein grenzüberschreitender Dialog, der sowohl die Qualität des Bauens als auch die Attraktivität handwerklicher Berufe steigert. Die Förderung in Höhe von rund 5 Millionen Euro stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, aus Mitteln der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein.

    Brücken bauen für die nächste Generation
    Die grosse Stärke von Walz 4.0 liegt in seiner Interdisziplinarität. Architekten, Denkmalpfleger, Bauingenieure und Handwerker denken und bauen gemeinsam. Die Ergebnisse sollen nicht nur in Fachkreisen wirken, sondern auch Impulse für Politik, Ausbildung und Immobilienentwicklung geben.

    Gleichzeitig schafft das Projekt Raum für Experimente. Neue Baumethoden werden getestet, digitale Planungsprozesse optimiert, handwerkliches Können neu bewertet. Ziel ist eine resiliente, lokal verankerte und ökologisch verantwortungsvolle Bauwirtschaft, getragen von Menschen, die ihr Handwerk beherrschen und bereit sind, Neues zu lernen.

  • Gebäudehülle als lebender CO₂-Filter

    Gebäudehülle als lebender CO₂-Filter

    Der Bausektor gilt als einer der grössten Verursacher von CO₂-Emissionen weltweit. Forschende der ETH Zürich verfolgen nun einen radikal anderen Ansatz. Sie haben ein lebendes, organisches Baumaterial entwickelt, das während seiner Lebenszeit aktiv Kohlendioxid aus der Atmosphäre bindet. Im Inneren dieses Materials leben Cyanobakterien, auch als Blaualgen bekannt, die über Photosynthese Biomasse erzeugen und zusätzlich karbonhaltige Mineralien ausbilden.

    Die Innovation verbindet Biologie, Materialwissenschaft und 3D-Druck zu einem vielversprechenden Konzept für klimaneutrales Bauen. Das Material ist nicht nur funktional, sondern strukturell anpassbar. Es lässt sich in frei wählbare Formen bringen, ist leicht und benötigt für das Wachstum lediglich Sonnenlicht, CO₂ und künstliches Meerwasser.

    3D-Druck mit Photosynthese im System
    Leitender Kopf des Projekts ist Mark Tibbitt, Professor für Makromolekulares Engineering an der ETH. Gemeinsam mit seinem interdisziplinären Team gelang es ihm, ein Hydrogel zu entwickeln, das die empfindlichen Cyanobakterien stabil umhüllt und zugleich druckfähig macht. So entsteht ein biologisch aktives System, das architektonisch formbar ist und zugleich kontinuierlich CO₂ bindet.

    Bemerkenswert ist die doppelte Bindungswirkung. Das Material speichert Kohlenstoff einerseits in der wachsenden Biomasse der Bakterien, andererseits in Form stabiler Mineralien. Dadurch entsteht ein dauerhafter Kohlenstoffspeicher, der potenziell den CO₂-Fussabdruck von Gebäuden deutlich reduzieren kann.

    Vom Labor zur gebauten Umwelt
    Die Forschenden sehen den primären Einsatzbereich künftig im Gebäudebereich, beispielsweise als Fassadenbeschichtung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Baumaterialien, die Emissionen verursachen, könnte dieses Material während des gesamten Lebenszyklus CO₂ aufnehmen.

    Die Umsetzung in architektonische Formate wurde bereits auf renommierten Plattformen wie der Biennale in Venedig und der Triennale in Mailand getestet. Die dort gesammelten Erfahrungen zeigen, dass sich das Konzept nicht nur im Labor, sondern auch im architektonischen Kontext bewähren kann.

    Potenzial für urbane Kreisläufe
    Das Material ist mehr als ein ökologisches Experiment. Es könnte Teil zukünftiger urbaner Stoffkreisläufe werden. Indem Gebäude nicht nur Nutzer beherbergen, sondern gleichzeitig als biologische CO₂-Senken dienen, eröffnet sich ein neues Kapitel in der klimabewussten Architektur.

    Die Ergebnisse der ETH-Forschenden wurden im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht. Ein Hinweis auf die wissenschaftliche Relevanz und Innovationshöhe der Entwicklung. Nun gilt es, die nächsten Schritte Richtung Skalierbarkeit und Langzeitbeständigkeit zu gehen.

  • Vernetzte Teams als Schlüssel zum Erfolg

    Vernetzte Teams als Schlüssel zum Erfolg

    Der elfte ImmoSummit der FRZ Flughafenregion Zürich (FRZ) hat mit einer Rekordbeteiligung von knapp 700 Fachleuten aus der Bau- und Immobilienwirtschaft stattgefunden, informiert die FRZ in einer Mitteilung. Die Veranstaltung am 18. Juni in THE HALL in Dübendorf stand unter dem Motto Vom Silo zum Mannschaftssport. Der Tenor lautete, dass Klimawandel, Regulatorik und wirtschaftliche Unwägbarkeiten nicht im Alleingang, sondern nur mit vernetzten, agilen und interdisziplinären Teams zu bewältigen sind.

    Eine ganze Reihe von Referierenden leuchtete einzelne Aspekte dieser Kernbotschaft aus. Dabei skzizzierte FRZ- Geschäftsführerin Rahel Kindermann Leuthard Kooperationsbereitschaft, schnelle Entscheidungsfähigkeit und digitale Kompetenz als für die Branche zukünftig unerlässliche Fähigkeiten. Regierungspräsident Martin Neukom führte aus, dass «Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und eine sichere Energieversorgung» nur dann erreichbar sind, «wenn Kanton, Gemeinden und die Privatwirtschaft konsequent als lernendes System agieren».

    Fredy Hasenmaile kündigte das Ende der Einzelkämpfer am Immobilienmarkt an. «Ohne systematische, strategische Partnerschaften zwischen Investoren, Behörden und Betreibern wird die Branche ihre strukturellen Engpässe nicht lösen können», so der Chefökonom von Raiffeisen Schweiz. Thomas Sevcik stellte die These auf, dass die Flughafenregion „zur Exzellenz verdammt“ sei. „Flughafenregionen sind weltweit die Bahnkorridore von Metropolregionen“, so der Mitgründer der Denkfabrik Arthesia. Andrea Claudio Thöny, Geschäftsführer der IPZ Operation AG, legte die Wirtschaftskraft des entstehenden Innovationsparks Zürich dar.

  • Basel-Stadt testet CO2-neutralen Beton in Begegnungszonen

    Basel-Stadt testet CO2-neutralen Beton in Begegnungszonen

    Das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt erprobt derzeit in der Birken- und der Göschenenstrasse neue Möbel für Basels Begegnungszonen. Für deren Produktion werden laut Medienmitteilung ein CO2-neutraler und ein zementreduzierter Beton getestet. Die neuen Sitzbänke sind ausserdem mit Tischchen und Befestigungsmöglichkeiten für Sonnensegel ausgestattet, während die Pflanztröge für Grosssträucher zukünftig Schatten spenden sollen. Während der einjährigen Testphase können die Anwohnerinnen und Anwohner laufend Rückmeldungen geben.

    Da die Möbel in den Begegnungszonen sowohl robust als auch langlebig sein sollen, wurden sie bisher vorwiegend aus Beton hergestellt. Das üblicherweise im Beton enthaltene Bindemittel Zement verursacht bei der Produktion jedoch einen grossen CO2-Ausstoss. Die derzeit neuen Materialien sollen dieses Problem nun lösen. Eingesetzt wird zum einen ein mit Pflanzenkohle versetzter, CO2-neutraler Beton. Dieser lagert CO2 ein und entzieht es so dauerhaft der Atmosphäre. Zum anderen wird eine Mischung aus herkömmlichem und zementfreiem Beton getestet. Ein mineralisches Bindemittel aus zermahlenem Beton- und Klinkerschutt soll hierbei den Anteil an Zement, und damit auch den CO2-Ausstoss, reduzieren.

    In den neuen Pflanztrögen sei zudem genug Platz für bis zu fünf Meter hohe Sträucher oder grössere Kletterpflanzen. So werden nun unter anderem ein Eisenholzbaum und eine Glyzinie gepflanzt, die beide als klimaresistent gelten. Der übrige Teil der Tröge könne von den Anwohnerinnen und Anwohner selbst bepflanzt werden.

    Seit 2002 wurden in Basels Wohnquartieren über 90 Begegnungszonen eingerichtet. Hintergrund der neuen Möbel sei der Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner nach mehr Möglichkeiten zur Begrünung und Beschattung sowie mehr Aufenthaltsqualität in den Zonen.

  • Auszeichnung für nachhaltigen Spitalneubau

    Auszeichnung für nachhaltigen Spitalneubau

    Das Kantonsspital Baden hat bei den European Healthcare Design Awards 2025 den Preis für Einrichtungen über 25’000 Quadratmeter gewonnen. Er wurde im Rahmen des 11. European Healthcare Design Congress in London verliehen. Diese jährlich vergebene Auszeichnung würdigt herausragende Bauten des Gesundheitswesens.

    Wie das KSB mitteilt, habe die Jury «nach einem hochkompetitiven Auswahlverfahren» insbesondere den integrativen Ansatz des Entwurfs gelobt: «ein Spital, das funktionale Effizienz, Aufenthaltsqualität, architektonische Identität sowie das Wohl von Patienten und Mitarbeitenden gleichermassen in den Fokus rückt». Die von Salus Naturarzneimittel und Architects for Health organisierte Jury setzte sich aus Vertreterinnen und Vertretern aus Australien, Grossbritannien und den USA zusammen. In ihrer Bekanntmachung der Gewinner betonen die Veranstalter, dass das Schweizer Projekt «Nachhaltigkeit und heilende Architektur auf ein neues Niveau hebt».

    Der auch Agnes-Spital genannte Neubau war vom Kantonsspital Baden in Auftrag gegeben und von Nickl & Partner Architekten, Ghisleni Partner sowie Amstein + Walthert Zürich geplant worden. Sein Name geht auf Königin Agnes von Ungarn aus dem Haus Habsburg zurück, die der Stadt Baden 1349 ein Spital stiftete, das seither immer an die medizinischen Entwicklungen angepasst wurde.

    «Wir sind stolz, auf unserem Gesundheitscampus eine Infrastruktur geschaffen zu haben, die auch international begeistert», so das KSB. «Ein Grund zur Freude für das gesamte KSB – und für den Kanton Aargau!»

  • Digitale Modellierung senkt CO2 in der Zementproduktion

    Digitale Modellierung senkt CO2 in der Zementproduktion

    Ein Forschungsteam des PSI sucht nach Rezepturen, die den Anteil des CO2-intensiven Klinker an der Zementmischung verringern. Alternativen zu Klinker finden bereits Verwendung, können aber nur einen Bruchteil des Zementbedarfs abdecken.  Die Forscher suchen nach Materialkombinationen, die in grossen Mengen verfügbar sind und eine hochwertige Zementproduktion erlauben. Dafür nutzen sie eine KI-gestützte Modellierungsmethode. Bei gleichbleibender Materialqualität wollen sie die CO2-Bilanz der Rezepturen verbessern, heisst es in einer Mitteilung. «Anstatt Tausende Varianten im Labor zu testen, generiert unser Modell innerhalb von Sekunden konkrete Rezeptvorschläge – wie ein digitales Kochbuch für klimafreundlichen Zement», wird Erstautorin und Mathematikerin Romana Boiger in der Mitteilung zitiert.

    Die Forschenden nutzen dafür künstliche neuronale Netzwerke, die die rechenintensive physikalische Modellierung ersetzen. Die KI-Modelle werden mit bekannten Daten trainiert und lernen, indem sie die Gewichtung ihrer Verknüpfungen anpassen, um ähnliche Zusammenhänge vorherzusagen.

    Die Forschenden haben ihr KI-Modell mit der Open-Source-Software GEMS für thermodynamische Modellierung trainiert. Damit berechneten sie Mineralienbildung und geochemische Prozesse in verschiedenen Zementrezepturen und kombinierten dies mit experimentellen Daten und mechanischen Modellen. Dies ermöglichte es, die Materialqualität verschiedener Zementrezepturen abzuschätzen. Zusätzlich ermittelten die Forscher den CO2-Ausstoss der Rezepturen. Anhand dieser Daten lernte das KI-Modell. «Im Grunde suchen wir ein Maximum und ein Minimum – daraus können wir direkt auf die gewünschte Rezeptur schliessen», sagt Boiger. Dafür nutzen sie genetischen Algorithmen, eine andere KI-Methode, um Rezepturen zu identifizieren, die beide Zielgrössen vereinen.

    Die Forschenden entdeckten bereits vielversprechende Zementrezepturen, die noch im Labor getestet werden, um den Entwicklungszyklus abzuschliessen.
    Die Studie entstand im Rahmen des interdisziplinären SCENE-Projekts (Swiss Centre of Excellence on Net Zero Emissions).

  • KI-gestützte Plattform für dynamische Stromtarife

    KI-gestützte Plattform für dynamische Stromtarife

    Exnaton und der Energiekonzern TotalEnergies Power & Gas Belgium sind eine Partnerschaft eingegangen. Dies haben die beiden Unternehmen auf der VivaTech-Messe in Paris im Rahmen einer gemeinsamen Präsentation öffentlich bekanntgegeben. Wie die 2020 gegründete Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich jetzt in einer Mitteilung ausführt, zeige diese Kooperation, wie agile Energie-Start-ups etablierte Versorger bei der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen für die Energiewende unterstützen können. Exnaton war im vergangenen Jahr Teil des Start-up-Beschleunigers TotalEnergies On.

    Die Abrechnungsplattform von Exnaton ermöglicht es Energieversorgern, dynamische Tarife für erneuerbaren Strom anzubieten. Dabei orientieren sich die Strompreise für Verbrauchende an der je aktuellen Stromnachfrage. Dafür verarbeitet Exnaton mit seiner auf Künstlicher Intelligenz basierenden Softwarelösung pro Kundin oder Kunde im Jahr 35’000 Datenpunkte und stellt stündlich aktuelle und prognostizierte Strompreise bereit.

    Ausserdem können Preissignale an intelligente Geräte wie Ladesäulen für Elektrofahrzeuge oder Energiemanagementsysteme im Haushalt übermittelt werden, sodass der Energieverbrauch automatisch auf günstigere Zeitfenster verschoben werden kann. Die Technologie hilft laut Exnaton, «Netzengpässe infolge der zunehmenden Elektrifizierung zu reduzieren, ermöglicht Verbrauchern spürbare Einsparungen bei den Stromkosten und gibt den Energieversorgern die Möglichkeit, ihr Angebot im Sinne der Energiewende weiterzuentwickeln.»

  • Internationale Expansion mit Fokus auf Schwellenländer

    Internationale Expansion mit Fokus auf Schwellenländer

    Im Rahmen seiner Local-for-Local-Strategie baut Sika seine Präsenz in China, Brasilien und Marokko aus. In China hat das das weltweit aktive Unternehmen der Spezialitätenchemie für Bau und Industrie seinen bestehenden Standort in der Metropolregion Suzhou ausgebaut, informiert Sika in einer entsprechenden Mitteilung. Hier werden Klebe- und Dichtungslösungen aus Polyurethan für den Automobil-, Bau- und Industriesektor hergestellt.

    In Brasilien hat Sika seinen Standort in der Nähe von Belo Horizonte erweitert. In dieser laut Mitteilung strategisch wichtigen Industrieregion des Landes stellt Sika Zusatzmittel für Fertigbeton, Zement und Bergbau her. In der Nähe von Agadir hat das Unternehmen ein neues Werk für Mörtel und Zusatzmittel gebaut. Von hier aus will Sika den Süden von Marokko und angrenzende Märkte beliefern.

    «Diese Standortinvestitionen spiegeln das Vertrauen unserer Kunden in uns und unser langfristiges Engagement in unseren Märkten wider», wird Sika-CEO Thomas Hasler in der Mitteilung zitiert. «Durch den Ausbau unserer lokalen Produktionskapazitäten verbessern wir nicht nur die Flexibilität, sondern schaffen auch eine resiliente, nachhaltige Grundlage für unser weiteres Wachstum an der Seite unserer langjährigen Kunden und Partner.» Sika rechnet damit, dass die Baubranche in den drei Ländern bis 2028 ein jährliches Wachstum von über 4 Prozent vorlegen wird.

  • Energieeffiziente Lösung durch unterirdische Rohrverlegung

    Energieeffiziente Lösung durch unterirdische Rohrverlegung

    Die neue viergleisige Halle für die Instandhaltung der ICE-Flotte in Cottbus soll künftig mit Fernwärme beheizt werden. Um dies zu gewährleisten, hat BRUGG Pipes aus Kleindöttingen 1,3 Kilometer spezielle Fernheizkabel-FHK-Rohre geliefert, heisst es in einer Mitteilung. Eine Herausforderung bestand darin, diese FHK-Rohre grabenlos in einem Mikrotunnel zu verlegen. Dabei wird von einer Startgrube aus ein flexibles Stahlrohr mit einem Bohrkopf bis zu einer Zielgrube geführt. Unterstützt wird der Vorgang mit einem umweltverträglichen Spülsystem, das das Erdreich abträgt. In das Stahlrohr werden vier FHK-Rohre eingezogen, die die Fernwärme von den gasbetriebenen Blockheizwerken der Stadtwerke Cottbus in die Werkhallen bringt.

    «Insgesamt haben wir sechs Rohrtrommeln geliefert: Zwei Trommeln mit je 260 Metern FHK-Fernwärmeleitung und vier Trommeln mit je 195 Metern. Die grösseren Trommeln waren knapp 4 Meter gross und jeweils 14 Tonnen schwer. Für dieses enorme Gewicht wurden zwei Spezialtransporte benötigt», wird Martin Rigaud, CEO von BRUGG Pipes, in der Mitteilung zitiert.

    Der Neubau soll Ende 2026 in Betrieb gehen. Eine Fernwärmeversorgung über Wasserstoff ist geplant. Zusätzlich soll Wärme über eine Seewasserwärmepumpe aus dem Cottbuser Ostsee, einem gefluteten Tagebau, gewonnen werden, heisst es in der Mitteilung.

    BRUGG Pipes ist Teil der in Brugg ansässigen BRUGG Group AG.

  • Neues Wohnquartier in Weggis mit 44 Eigentumswohnungen geplant

    Neues Wohnquartier in Weggis mit 44 Eigentumswohnungen geplant

    Die Halter AG hat die Arbeiten für die Wohnüberbauung Chalet Weggis mit dem Spatenstich eingeweiht, informiert die Schlieremer Immobilienentwicklerin in einem Beitrag auf LinkedIn. Die Zeremonie wird dort als «ein bedeutender Meilenstein für dieses einzigartige Projekt auf dem Grundstück Wyermatt» bezeichnet. Die Wohnüberbauung nahe dem Vierwaldstättersee umfasst vier Gebäude mit insgesamt 44 Eigentumswohnungen.

    Alle vier Wohngebäude stehen auf einem gemeinsamen Sockelgeschoss und sind zudem durch zwei zusammenhängende Untergeschosse verbunden, erläutert Halter in der Projektbeschreibung. In den Untergeschossen sind 62 Garagenplätze, Veloräume, private Kellerabteile sowie Technik- und Schutzräume untergebracht. Wer eine Wohnung kauft, kann deren Innenausbau über den Trend AG-Konfigurator selbst gestalten.

  • Neue Kabinen für Elsigenalpbahn

    Neue Kabinen für Elsigenalpbahn

    Die Elsigenalpbahnen AG hat am Wochenende mit einer Eröffnungsfeier ihre neue Kabinen eingeweiht, wie aus einer Medienmitteilung der Tourismusorganisation Adelboden-Lenk-Kandersteg hervorgeht. Gästen wurden Gratisfahrten, Besichtigungen, Musik und eine Tombola geboten. Rund 900 Gäste wohnten der Einweihungsfeier am Wochenende des 14. und 15. Juni bei und konnten kostenlose Jungfernfahrten auf 1800 Meter über dem Meer durchführen. Zusätzlich wurden Besichtigungen im Maschinenraum und im Berghaus angeboten. Zudem zeigte eine Bilderauswahl die Geschichte und den Umbau der Infrastruktur der Bergbahn.

    Der Impuls für die neuen Kabinen ging von der notwendigen Konzessionserneuerung aus. Die AG hätte sowieso Arbeiten am Brandschutz und der Stahlkonstruktion der Stützen durchführen müssen. In einem Zug wurden dann auch die 40-jährigen Gondeln ersetzt. Die neuen Kabinen transportieren aufgrund ihres höheren Eigengewichts maximal 37, statt wie vorher 40 Gäste. Allerdings bieten sie mehr Platz, da im Innenraum die Zugstangen wegfallen. Personal in der Bergstation ist dank des automatisierten Betriebs, Kameras und einer Gegensprechanlage nicht mehr nötig.

    Mit der Einweihung der Elsigenalpbahn sind nun alle Alpbahnen in Adelboden, Kandersteg und Frutigen in die Sommersaison gestartet. Der Betelberg wird bereits bedient, der Stand-Xpress Metsch folgt am 25. Juni. Die Region Adelboden-Lenk-Kandersteg im Kanton Bern zählt als alpine Destination jährlich über 2 Millionen Logiernächte.

  • Robuster Markt in Luzern

    Robuster Markt in Luzern

    Der gewerbliche Immobilienmarkt im Kanton Luzern erweist sich als widerstandsfähig, auch im internationalen Kontext wirtschaftlicher Unsicherheit. Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz wuchs 2024 um 1,3 Prozent, für 2025 wird mit einem Anstieg auf 1,5 Prozent gerechnet. Der Kanton Luzern profitiert von seiner breit diversifizierten Wirtschaftsstruktur mit starken Sektoren wie Bau, Finanzen und Dienstleistungen.

    Engpass trifft auf Nachfrage
    Die Nachfrage nach Büroflächen bleibt hoch, gestützt durch das anhaltende Beschäftigungswachstum im Dienstleistungssektor. Gleichzeitig liegt das Bauvolumen mit rund 50 Millionen Franken deutlich unter dem langjährigen Mittel. Diese Zurückhaltung bei Neubauten verknappt das Angebot weiter, wodurch Mietpreise moderat, aber kontinuierlich steigen und dies seit 2015 um durchschnittlich 10 Prozent.

    Strukturwandel belastet
    Trotz stabiler Konsumindikatoren bleibt der Markt für Verkaufsflächen unter Druck. Der Onlinehandel, verändertes Konsumverhalten und geopolitische Unsicherheiten setzen selbst stark frequentierte Lagen unter Zugzwang. Sinkende Angebotsmieten deuten auf eine andauernde Schwächephase hin – eine Erholung ist derzeit nicht in Sicht.

    Solide Basis, neue Risiken
    Der Leerstand bei Industrieflächen liegt mit unter einem Prozent weit unter dem nationalen Schnitt. Die Nachfrage ist stabil, Projekte wie neue Gewerbeparks in Luzern und Umgebung signalisieren Dynamik. Doch handelspolitische Spannungen, insbesondere mit den USA, könnten diesen Trend bremsen und mittelfristig für eine Abschwächung sorgen.

    Viel Potenzial, aber wachsender Druck
    Die neue Studie von Luzerner Kantonalbank und Wüest Partner zeichnet ein differenziertes Bild. Büro- und Industrieflächen profitieren von der Standortattraktivität Luzerns und der starken Binnenwirtschaft. Verkaufsflächen bleiben hingegen das Sorgenkind. Künftige Entwicklungen werden massgeblich durch internationale Rahmenbedingungen bestimmt.

  • Schweiz ist 2025 wettbewerbsfähigstes Land der Welt

    Schweiz ist 2025 wettbewerbsfähigstes Land der Welt

    Die Schweiz steht erneut an der Spitze der wettbewerbsfähigsten Länder weltweit. Erstmals seit Jahren wieder auf Platz 1 im renommierten IMD World Competitiveness Ranking. Im Vorjahr lag sie noch auf Rang 2, nun überholt sie Singapur und bestätigt damit ihre Position als internationaler Benchmark für wirtschaftliche Leistungsfähigkeit unter komplexen Rahmenbedingungen.

    Ausschlaggebend für diesen Erfolg sind laut Bericht vor allem die hohe Effizienz staatlicher Institutionen, die erstklassige Infrastruktur und die gesellschaftliche Stabilität. In beiden Kategorien, Behördeneffizienz und Infrastruktur, sichert sich die Schweiz erneut den Spitzenplatz. Diese Qualitäten werden zunehmend entscheidend, da sich die Weltwirtschaft mit disruptiven Veränderungen, Handelsneuordnungen und geopolitischen Verschiebungen konfrontiert sieht.

    Herausforderungen trotz Spitzenplatz
    Trotz der hervorragenden Gesamtbewertung zeigt der Bericht auch Schwachstellen. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit fällt auf Rang 13 zurück, die Unternehmenseffizienz auf Rang 6, ein Signal, dass der globale Wettbewerb auch in der Schweiz Spuren hinterlässt. Die Gründe, steigendem Kostendruck, regulatorische Komplexität und ein zunehmend schwieriger Marktzugang im Ausland.

    Gerade vor dem Hintergrund protektionistischer Tendenzen wird klar, dass die Schweiz ihre Handelsbeziehungen gezielt diversifizieren muss. Die Sicherung des Zugangs zu internationalen Märkten und die Vermeidung einseitiger Abhängigkeiten rücken stärker in den Fokus der Standortpolitik.

    Strategie für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit
    Die Autoren des Rankings betonen, dass Effizienz, Agilität und Zukunftsorientierung zentrale Pfeiler langfristiger Wettbewerbsfähigkeit sind. Die Schweiz punktet hier durch ihr verlässliches Rechtssystem, solide öffentliche Finanzen, stabile Bildungseinrichtungen und starke Innovationsökosysteme.

    Doch auch sie steht vor grossen Aufgaben. Die Reform des Rentensystems, die Sicherung der Tragfähigkeit der öffentlichen Finanzen und die Förderung nachhaltiger Innovationen werden über die Zukunftsfähigkeit des Standorts entscheiden. Der Bericht ruft dazu auf, die strukturelle Stärke nicht als Selbstverständlichkeit zu betrachten, sondern durch vorausschauende Politik und gezielte Investitionen weiterzuentwickeln.

    Internationale Perspektive
    Hinter der Schweiz folgt Singapur auf Rang 2, das vor allem bei Regierungseffizienz überzeugt, jedoch im Bereich Unternehmenseffizienz an Boden verliert. Hongkong macht zwei Plätze gut und liegt neu auf Rang 3, ein Zeichen für die erfolgreiche Neupositionierung der Sonderverwaltungszone.

    Bemerkenswert ist auch der Vorstoss Deutschlands auf Rang 19, nach mehreren schwierigen Jahren. Kanada legt acht Plätze zu und zeigt, dass gezielte Reformen Wirkung zeigen können. Diese internationalen Verschiebungen illustrieren die Dynamik globaler Standortkonkurrenz.

    Die Schweiz bleibt führend, aber nicht unbeweglich
    Das World Competitiveness Ranking 2025 unterstreicht, die Schweiz ist globaler Vorreiter in Sachen Standortqualität,  doch sie darf sich nicht auf Lorbeeren ausruhen. Politische Weitsicht, strategische Offenheit und Investitionen in zukunftsweisende Strukturen sind jetzt gefordert. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Schweiz ihre Spitzenposition nicht nur halten, sondern in einem volatilen Umfeld weiter ausbauen kann.

  • Der Wohnpark Glarus Südsetzt neue Massstäb

    Der Wohnpark Glarus Südsetzt neue Massstäb

    Mitten im Glarnerland, eingebettet in die alpine Landschaft und mit direkter S-Bahn-Anbindung nach Zürich, nimmt ein wegweisendes Projekt Gestalt an. Der Wohnpark Glarus Süd ist bereit für die Realisierung. Die Baubewilligung liegt vor, das Konzept steht und das Umfeld ist ideal erschlossen. Auf dem Areal befinden sich bereits heute ein etabliertes Gesundheits- und Präventionszentrum, ein Café, ein Coiffeur- und Kosmetiksalon sowie vielseitig nutzbare Eventflächen. Schulen, Einkaufsmöglichkeiten, Spitexdienste und die Bahn nach Braunwald liegen in Gehdistanz. Die Lage kombiniert naturnahes Wohnen mit urbaner Anbindung.

    Ein Pionierprojekt für neue Lebensformen
    Im Fokus des Projekts steht das Mehrgenerationen-Wohnen, ergänzt durch Co-Living und Co-Working-Angebote. Die 51 Wohnungen sind Teil eines ganzheitlichen Konzepts, das auf soziale Durchmischung, Begegnung und gemeinsame Nutzung ausgerichtet ist. Der Wohnpark wird CO2-neutral betrieben. Die Energie stammt aus eigener Produktion. Das Konzept greift zentrale Herausforderungen wie den demografischen Wandel, den Klimaschutz und den zunehmenden Bedarf an flexiblen Lebens- und Arbeitsformen auf und bietet gleichzeitig attraktive Perspektiven für Investoren, die auf werthaltige, gesellschaftlich relevante Projekte setzen.

    Erfahrung trifft Vision
    Hinter dem Projekt steht die Hacontex AG aus Zollikon. Das Unternehmen mit Wurzeln in der Textilindustrie hat sich in den letzten Jahrzehnten konsequent transformiert. Heute ist Hacontex in der nachhaltigen Energieproduktion und Immobilienentwicklung tätig. Geschäftsführer Hans-Peter Keller und sein Team setzen auf unternehmerischen Mut, regionale Verankerung und wirtschaftliche Weitsicht. Mit Projekten in der Zürcher Agglomeration, im Kanton Schwyz und im Glarnerland adressiert das Unternehmen zukunftsgerichtete Themen, stets im Spannungsfeld von Natur, Technik und Gesellschaft.

    Ein Projekt mit Signalwirkung
    Der Wohnpark Glarus Süd ist mehr als ein Immobilienvorhaben. Er ist ein Impuls für die Region und ein Modell für die nachhaltige Transformation des ländlichen Raums. Mitten in den Bergen entsteht ein Ort für alle Generationen, für Arbeit, Gesundheit, Gemeinschaft und Innovation. Die Kombination aus moderner Infrastruktur, lokaler Verankerung und ökologischer Verantwortung macht das Projekt zu einem Investitionsziel mit langfristigem Mehrwert.

    Mit der Baureife steht der Startschuss unmittelbar bevor. Jetzt wird ein Investor gesucht, der die Vision teilt und den Mut hat, auf ein Projekt zu setzen, das Zukunft nicht nur verspricht, sondern baut.

  • Vom Industriegelände zum Gartenquartier

    Vom Industriegelände zum Gartenquartier

    Das Kartoni-Quartier zeigt, wie visionäre Stadtentwicklung gelingen kann. Auf einem ehemaligen Industrieareal entsteht ein begrüntes Wohnquartier mit rund 150 Wohnungen, ergänzt durch Dienstleistungs- und Kulturangebote. Was heute noch als Planungsskizze vorliegt, soll sich in mehreren Etappen zu einem vielfältigen Lebensraum entfalten, der offen ist für alle Generationen und Lebensentwürfe. Die historische Kulisse von Glarus bildet dabei nicht nur den Rahmen, sondern wird durch moderne Architektur und nachhaltige Bauweise weitergedacht.

    Stadt und Land neu verbunden
    Glarus ist mehr als nur der Hauptort des Kantons, es ist ein Lebensgefühl. Nur eine Stunde von Zürich oder St. Gallen entfernt, bietet Glarus urbane Dichte und gleichzeitig naturnahe Erholung. Das Kartoni-Quartier verstärkt diese Qualität. Es schlägt eine Brücke zwischen dem Ortsteil Ennenda und dem Stadtzentrum, schafft räumlich wie sozial neue Wege und Begegnungsorte. Die 2011 erfolgte Gemeindefusion erhält damit eine architektonisch greifbare Dimension.

    Wasser als verbindendes Element
    Die Linth wird künftig zur Lebensader des Quartiers. Wo früher versiegelte Flächen dominierten, entsteht ein öffentlicher Uferraum mit direktem Zugang zum Wasser. Der renaturierte Kanal verwebt sich mit der Flusslandschaft und schafft ein spielerisches Pendant zur strukturierten Gestaltung des nahegelegenen Volksgartens. Der Ort wird zum Treffpunkt für Spaziergänge, Erholung und gemeinsames Erleben.

    Autofreies Gartenquartier
    Das Kartoni-Quartier setzt auf eine unterirdische Lösung bei der Mobilität. Direkt nach der Linthbrücke führt eine Zufahrt in eine grosszügige Tiefgarage, wodurch das gesamte Quartier oberirdisch autofrei bleibt. Was entsteht, ist ein Gartenquartier, das offen, begrünt und von Wegen durchzogen ist. Die autofreie Gestaltung fördert nicht nur Ruhe und Sicherheit, sondern setzt ein starkes Zeichen für eine neue Art des Zusammenlebens in verdichteten Räumen.

    Mut zur Etappe und ein Plan mit Vision
    Die Entwicklung des Quartiers folgt keinem starren Zeitplan, sondern reagiert flexibel auf politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Derzeit laufen mehrere Planungsstränge parallel: vom Hänggiturm über Wohnflächen bis hin zur Integration einer Musikschule. Der bereits genehmigte Überbauungsplan wird dabei an neue Anforderungen angepasst, insbesondere in Bezug auf das angrenzende Dorfbachprojekt in Ennenda.

  • Kreislaufwirtschaft beginnt oft im Stillen

    Kreislaufwirtschaft beginnt oft im Stillen

    Wie viel Kreislauf steckt schon heute im Unternehmensalltag? Diese Frage stellte sich ein Forschungsteam um Prof. André Podleisek von der  Ostschweizer Fachhochschule und Nicolas Hofer vom IPEK Institut. Ihre Erkenntnis aus über zehn analysierten Strategien, zwei Drittel der Unternehmen setzen bereits zirkuläre Prinzipien um  oft unbewusst.

    Reparaturdienste, Wiederverwendung, Rücknahmeprogramme oder ressourcenschonendes Design, all das sind Bausteine der Circular Economy. Doch weil Begriffe wie «Kreislaufwirtschaft» selten explizit verwendet werden, bleibt das Potenzial dieser Massnahmen oft unerkannt.

    Wirtschaftlicher Nutzen klar erkennbar
    Die Studie zeigt deutlich, dass Unternehmen die Kreislaufprinzipien strategisch ins Kerngeschäft integrieren, profitieren häufiger von wirtschaftlichen Vorteilen. Dazu zählen Umsatzsteigerungen, höhere Margen und technologische Fortschritte. Besonders stark wirkt sich das auch auf die Aussenwirkung aus, 86 % der Unternehmen berichten von einem besseren Image.

    Während Recycling seltener als eigenständige Strategie genannt wurde, stehen vor allem Designanpassungen, Reparaturmodelle und Wiederverwendung hoch im Kurs, quer durch Branchen hinweg.

    Einstieg für KMU
    Für kleine und mittlere Unternehmen oder Startups lautet die Empfehlung: pragmatisch beginnen. Das von den Autoren entwickelte Rapperswil Circular Economy Model hilft dabei, den eigenen Standort zu bestimmen und gezielt erste Schritte zu planen, sei es bei Prozessen, Produkten oder Services.

    Der modulare Ansatz senkt die Einstiegshürde. Kreislaufwirtschaft muss nicht perfekt sein, sie kann wachsen. Ein Reparaturservice, eine neue Verpackungslösung oder ein Rücknahmesystem sind reale Ansätze mit messbarer Wirkung.

    Zirkulär handeln, bewusst und erfolgreich
    Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ein ökologisches Konzept, sondern ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Unternehmen, die sich aktiv mit zirkulären Strategien befassen, stärken nicht nur ihre Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch ihre Zukunftsfähigkeit oft mit einfachen Mitteln.

  • OST denkt KI voraus

    OST denkt KI voraus

    Künstliche Intelligenz ist an der OST mehr als ein Trend. Sie ist fester Bestandteil der Lehre und Forschung. Rektor Daniel Seelhofer betonte, dass die OST gezielt Brücken zwischen wissenschaftlicher Exzellenz und praktischer Anwendung baut. Inzwischen arbeiten über 20 Forschungsinstitute der OST mit KI, häufig gemeinsam mit Unternehmen, Verwaltungen oder dem Gesundheitswesen. Seit 2021 ist das Thema Bestandteil aller Studiengänge.

    Die Bedeutung dieser Ausrichtung wurde von der St. Galler Regierungsrätin Bettina Surber unterstrichen. Sie lobte die OST als Impulsgeberin für die Ostschweiz und sagte der Hochschule die politische Unterstützung des Kantons zu.

    Von Beton über Pflege bis Kindersprache
    In verschiedenen Kurzvorträgen und Filmen wurde gezeigt, wie breit das Anwendungsspektrum von KI an der OST ist.

    Nachhaltiger Bauen
    KI hilft, Betonmischungen mit reduziertem Zementanteil für spezifische Anforderungen zu optimieren.

    Ethik im Fokus
    Wie gelingt der faire KI-Einsatz?

    Selbstbestimmt mit Daten umgehen
    Ein digitales «Datenkonto» soll Bürgerinnen und Bürgern mehr Kontrolle über ihre Informationen geben.

    Sport und Intelligenz
    Exergames trainieren die Spielintelligenz von Eishockeyprofis unter körperlicher Belastung.

    Gesundes Essen mit digitaler Unterstützung
    Eine smarte App erstellt personalisierte Menüpläne – unter Einbezug von Allergien, Vorlieben und Gesundheitszielen.

    Landwirtschaft mit Robotern
    Agrarroboter erledigen selbstständig Pflegearbeiten wie Bewässerung oder Schädlingskontrolle.

    Pflegeberatung durch Chatbot
    In Zusammenarbeit mit der Stadt St.Gallen entstand ein digitales Assistenzsystem für betreuende Angehörige.

    Kindliche Sprache verstehen
    Eine KI unterstützt Fachpersonen beim Deuten kindlicher Ausdrucksformen.

    In zwei Podiumsdiskussionen ging es um die gesellschaftlichen Dimensionen von KI. SRF-Moderator Florian Inhauser führte durch die Gespräche. Dabei wurden Fragen nach Datenschutz, Verantwortung und Inklusion behandelt. Die Diskussion zeigte, Technologische Entwicklung allein genügt nicht. Es braucht klare ethische Leitlinien und gesellschaftlichen Dialog.

    KI als Werkzeug, nicht als Selbstzweck
    Der zweite Hochschultag der OST machte eindrücklich sichtbar, dass Künstliche Intelligenz bereits heute in vielen Lebensbereichen präsent ist – und dort echte Verbesserungen ermöglicht. Entscheidend ist, wie verantwortungsvoll sie eingesetzt wird. Die OST positioniert sich als zentrale Akteurin, um Innovation mit gesellschaftlichem Nutzen zu verbinden.

  • Schweiz startet Rohrrecycling auf nationaler Ebene

    Schweiz startet Rohrrecycling auf nationaler Ebene

    Jährlich werden in der Schweiz rund 85’000 Tonnen Kunststoffrohre verbaut, viele davon mit einer Lebensdauer von bis zu 100 Jahren. Trotz ihres stofflichen Potenzials fehlte bislang ein systematischer Rücknahme- und Recyclingprozess. Genau hier setzt das Projekt «Swiss Plastic Pipe Recycling» an, das vom Verband Schweizer Plastikrecycler und dem Verband Kunststoffrohre und Rohrleitungsteile initiiert wurde.

    Ziel ist es, Rohre aus Bauprojekten, Werkleitungsarbeiten oder Rückbauten konsequent in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen – mit einem standardisierten, praxistauglichen System.

    Breite Allianz aus Wirtschaft und Baupraxis
    Das Projekt wird von einem starken Netzwerk getragen. Unternehmen aus Bau, Gebäudetechnik, Kunststoffverarbeitung und Recycling arbeiten gemeinsam daran, das Rohrrecycling in der Schweiz flächendeckend zu etablieren. Zu den Projektpartnern gehören unter anderem Burkhalter Gruppe, Geberit, Georg Fischer, Meier Tobler, Debrunner Acifer, HakaGerodur, Eberhard, InnoRecycling, MCAM Symalit.

    Alle eint das Ziel, das Rücknahmesystem wirtschaftlich tragfähig, ökologisch sinnvoll und für Anwender leicht zugänglich zu machen.

    Sauberes Material ist neue Rezyklatquelle
    Während bisher vor allem recycelte Verpackungskunststoffe zur Herstellung neuer Kunststoffrohre genutzt wurden, fokussiert SPPR auf ein bislang kaum genutztes Materialpotenzial, zurückgebaute Rohre. Diese können, wenn sortenrein angeliefert, als hochwertige Rohstoffquelle dienen, insbesondere für Kabelschutz- und Infrastrukturohre.

    Da Verpackungskunststoffe künftig vermehrt wieder zu Verpackungen werden sollen, braucht es zusätzliche Quellen für technische Rezyklate, ein klarer Handlungsbedarf für die Branche.

    Über 40 Sammelstellen bereits in Betrieb
    Ein Herzstück des Projekts ist der Aufbau eines flächendeckenden Rückgabenetzwerks. Bereits heute stehen über 40 Sammelstellen in der Schweiz zur Verfügung. Aktuell liegt der Fokus auf PE-Rohren aus dem Tiefbau, doch der Ausbau auf weitere Materialien und Anwendungen ist geplant.

    Über eine interaktive Karte auf der Projektwebsite finden Unternehmen schnell die nächstgelegene Sammelstelle. Diese nehmen definierte Rohrtypen an, vorausgesetzt, die Materialien sind sauber und sortenrein angeliefert.

    Nachhaltigkeit mit System
    Mit SPPR leisten VSPR, VKR und die beteiligten Unternehmen einen konkreten Beitrag zur Kreislaufwirtschafts- und Klimastrategie der Schweiz. Die stoffliche Verwertung langlebiger Rohre reduziert CO₂-Emissionen, senkt den Einsatz von Primärkunststoffen und fördert die regionale Wertschöpfung.

    Das Projekt stärkt den Schweizer Rezyklatmarkt nachhaltig und zeigt, wie konkrete Brancheninitiativen systemische Wirkung entfalten können.

  • Mensch im Zentrum der KI-Zukunft

    Mensch im Zentrum der KI-Zukunft

    Künstliche Intelligenz ist im Alltag angekommen, von Sprachmodellen wie ChatGPT bis zu personalisierten Empfehlungen. Doch intelligent im menschlichen Sinne ist die KI nicht. Das zeigte Manuel Kaufmann vom ETH AI Center anschaulich. Computer verarbeiten Bilder als Zahlen, während Menschen Inhalte kontextuell deuten. Der Unterschied? «Menschen denken, Computer rechnen», so Fabian Unteregger.

    Von der Mondmission zur Million Nutzer in 5 Tagen
    Mit enormer Rechenleistung haben KI-Systeme einen Technologiesprung hingelegt. Stephan Sigrist vom ThinkTank W.I.R.E sieht in KI eine evolutionäre Entwicklung mit disruptivem Potenzial. Seine Vision ist eine persönliche KI-Assistenz, die für uns verhandeln, planen und untereinander kommunizieren. Damit verändert sich nicht nur das Internet, sondern auch unser Alltag grundlegend.

    Innovation braucht gesellschaftlichen Nutzen
    Für die Schweiz wird ein KI-bedingter Produktivitätsgewinn von 20 Prozent erwartet. Doch Technologie allein genügt nicht. «Innovation ist, was Nutzen stiftet», so Sigrist. Genau deshalb braucht es klare Rahmenbedingungen. Stephanie Gygax von Algorithm Watch fordert eine breite gesellschaftliche Beteiligung an der Ausgestaltung, besonders angesichts ökologischer und ethischer Fragen.

    Die Schweiz als AI-Nation mit ungenutztem Potenzial
    Pascal Kaufmann, Gründer von AlpineAI, sieht die Schweiz als Ursprung und Zukunftsstandort für KI. Mit SwissGPT will er eine lokale Antwort auf globale Entwicklungen schaffen, vertrauenswürdig, wissenschaftlich fundiert und technologisch führend. Für ihn ist klar, dass KI dem Menschen dienen kann, wenn er aktiv gestaltet.

    Dialog mit der Gesellschaft
    Die Veranstaltungsreihe «Der Roboter unser neuer Freund und Helfer?» zeigt, wie wichtig der gesellschaftliche Dialog zur KI ist. Denn nur wenn Ängste, Fragen und Erwartungen der Bevölkerung ernst genommen werden, entsteht eine Technologie, die dem Menschen dient – und nicht umgekehrt.

  • Basel SBB West setzt neue Massstäbe

    Basel SBB West setzt neue Massstäbe

    Das gemeinsame Projekt von SBB, Bund und Kanton Basel-Stadt zielt auf einen Ausbau des Bahnhofs Basel SBB mit höherer Kapazität und verbesserten Verbindungen in Richtung Westen. Kernstücke sind zwei Grossprojekte, die neue Margarethenbrücke und der Perronzugang Margarethen. Ein interdisziplinäres Gremium hat Ende Mai 2025 das überzeugendste Konzept im Rahmen eines Studienauftrags gekürt.

    Das Siegerprojekt des Zürcher Teams Penzel Valier bringt eine innovative architektonische Lösung. Ein leichtes, ausgedehntes Dach überspannt künftig Tramhaltestelle und Perrons. Es schafft nicht nur eine neue Bahnhofshalle mit hoher Aufenthaltsqualität, sondern bietet auch Platz für Begrünung und Photovoltaik.

    Verbindung von Funktion und Gestaltung
    Die neue Brücke und der Perronzugang fügen sich harmonisch in das städtische Umfeld ein. Dank schlanker Tragwerke können die Anschlüsse zu den umliegenden Quartieren tief gehalten werden. Die Halle SNCF, ein denkmalgeschütztes Element, bleibt erhalten und wird sorgfältig in das neue Gefüge integriert.

    Ein differenziertes Wärmemanagement und die geplante Flexibilität bei späteren Erweiterungen zeigen, das Projekt denkt in Etappen und bietet langfristige Perspektiven für die Mobilität der Region.

    Umsetzung in Etappen, mit Fokus auf Qualität
    Die neue Infrastruktur wird frühestens ab 2034 realisiert. Grund dafür ist die komplexe Ausgangslage. Neben dem laufenden Bahn- und Stadtverkehr sind auch denkmalpflegerische Auflagen und ein möglicher zukünftiger Tiefbahnhof zu berücksichtigen.

    Beide Teilprojekte, die Brücke und der Zugang, können unabhängig gebaut werden, doch Bund, Kanton und SBB streben eine gemeinsame Umsetzung an. Die voraussichtlichen Kosten liegen je Projekt im dreistelligen Millionenbereich. Während der Zugang Margarethen bereits finanziert ist, steht die Finanzierung der Brücke noch aus.

    Neue Mobilitätsdrehscheibe mit Symbolkraft
    Mit Basel SBB West entsteht nicht nur zusätzliche Bahninfrastruktur, das Projekt schafft neue Räume für Stadtentwicklung, nachhaltige Mobilität und Aufenthaltsqualität. Es ist ein Musterbeispiel für die Integration von Verkehr, Architektur und Städtebau in einem historischen Kontext. Die öffentliche Ausstellung des Siegerprojekts findet vom 19. bis 28. Juni 2025 statt, ein öffentlicher Infoanlass folgt am 25. Juni.

  • Verbände starten nationales Rohrrecycling Projekt

    Verbände starten nationales Rohrrecycling Projekt

    Der Verband Schweizer Plastikrecycler (VSPR) mit Sitz in Batzenheid und der Verband Kunststoffrohre und Rohrleitungsteile (VKR) mit Sitz in Aarau haben das Projekt Swiss Plastic Pipe Recycling (SPPR) ins Leben gerufen. Ziel ist es, Kunststoffrohre erstmals flächendeckend zu recyclen und in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Akteure der Rohrwertschöpfungskette unterstützen das Projekt.

    Zentral ist laut einer Medienmitteilung der Aufbau eines schweizweiten Netzwerks an Sammelstellen. Aktuell gibt es bereits über 40 Rückgabestellen. Die zentrale Sammlung der Rohre führe zu einer besseren Qualität der Materialien und ermögliche eine effiziente und transparente Nachverfolgbarkeit entlang der Verwertungskette, so die Initianten.

    Jährlich werden in der Schweiz etwa 85’000 Tonnen Kunststoffrohre verbaut. 30 Prozent der Rohre bestehen bereits heute aus Recyclingkunststoffen, die hauptsächlich aus recycelten Kunststoffverpackungen stammen.  Diese werden zukünftig allerdings in die Produktion neuer Verpackungen zurückgeführt, was neue Rohstoffquellen notwendig macht.

    Kunststoffrohre eignen sich zwar für eine hochwertige stoffliche Verwertung, allerdings fehlte lange ein schweizweites Rücknahmesystem. Swiss Plastic Pipe Recycling soll somit durch die zentrale Rohrsammlung neues Materialpotenzial und dringend benötigte neue Rohstoffquellen für hochwertige Rezyklate erschliessen.

    Beteiligt am Projekt sind die Burkhalter Gruppe in Zürich Debrunner Acifer in St.Gallen, Eberhard in Kloten ZH, HakaGerodur in Gossau SG, InnoRecycling in Eschlikon TG, MCAM Symalit in Lenzburg, Meier Tobler in Schwerzenbach ZH, Geberit in Rapperswil-Jona und Georg Fischer in Schaffhausen. Der VSPR will mit dem Swiss Plastic Pipe Recycling-Projekt zudem Schweizer Kreislaufwirtschaftsziele unterstützen. Die Verwertung des Kunststoffes schone Primärressourcen und reduziere CO2-Emissionen.

  • Neue Anlage in Dübendorf erzeugt erneuerbares Methan

    Neue Anlage in Dübendorf erzeugt erneuerbares Methan

    Die Empa hat in Dübendorf die Methanisierungsanlage move-MEGA in Betrieb genommen. Das Projekt demonstriert die von der Empa entwickelte sorptionsverstärkte Methanisierung und soll den Power-to-Gas-Prozess verbessern, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Anlage demonstriert, wie Solarstrom mittels Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und anschliessend durch Zugabe von CO2 zu Methan verarbeitet wird. Das synthetische Methan kann direkt ins Gasnetz eingespeist werden und fossiles Erdgas ersetzen.

    Zentral für die Anlage ist die sorptionsverstärkte Methanisierung, heisst es in der Mitteilung. Zeolith-Pellets nehmen dabei das bei der Reaktion entstehende Wasser auf und verschieben das chemische Gleichgewicht zugunsten der Methanbildung. Dadurch kann das gebildete Methan direkt genutzt oder ins Netz eingespeist werden. «Dank der sorptionsverstärkten Methanisierung und dem Wärmemanagement erreichen wir hohe Umsätze und eine deutlich höhere Lastflexibilität als mit konventionellen Verfahren. Das macht die Technologie besonders attraktiv für die direkte Kopplung mit Photovoltaik- oder Windkraftanlagen», erläutert move-MEGA-Projektleiter Florian Kiefer.

    Die Nutzung von CO2 aus der Umgebungsluft zur Methanisierung ermöglicht durch die Methan-Pyrolyse negative CO2-Emissionen. Das synthetische Methan kann nachgelagert in festen Kohlenstoff und Wasserstoff aufgespalten werden. Der Kohlenstoff findet in Beton oder Asphalt Verwendung.

    «Die Methanisierung in Verbindung mit der Methan-Pyrolyse eröffnet einen Weg, mit dem die Versorgung mit erneuerbarer Energie und die dauerhafte Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre kombiniert werden kann», erklärt Christian Bach, Initiant des move-MEGA-Projekts und Leiter der Abteilung Chemische Energieträger und Fahrzeugsysteme an der Empa.

    Der Fokus des move-MEGA-Projekts liegt neben der Methanisierung auch auf der Nutzung der anfallenden Abwärme. Das Projekt wird vom ETH-Rat, dem Kanton Zürich, Glattwerk, Avenergy Suisse, Migros, Lidl Schweiz, Armasuisse und Swisspower unterstützt.