Kategorie: immoNews

immoNews – Aktuelle Immobiliennews, Branchenmeldungen & Entwicklungen aus der Schweizer Immobilienwirtschaft auf einen Blick.

  • Preisentwicklung mit geteiltem Bild

    Preisentwicklung mit geteiltem Bild

    Gemäss aktuellen Auswertungen von Fahrländer Partner Raumentwicklung (FPRE) erhöhten sich die Preise für Eigentumswohnungen im zweiten Quartal 2025 um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Besonders stark betroffen ist das mittlere Segment mit einem Plus von 2,5 Prozent. Auch das untere (+1,5 %) und das gehobene Segment (+1,2 %) verzeichneten Preisanstiege. Im Jahresvergleich zeigt sich ein signifikanter Zuwachs, vor allem in den Regionen Basel (+9,1 %), Zürich (+7,9 %) und der Südschweiz (+7,7 %).

    Einfamilienhäuser mit stabiler Entwicklung
    Anders stellt sich die Lage bei Einfamilienhäusern dar. Im Vergleich zum Vorquartal stagnieren die Preise weitgehend (–0,6 %). Die Veränderung in den einzelnen Segmenten bleibt moderat negativ,  –1,1 Prozent im unteren, –0,6 Prozent im mittleren und –0,4 Prozent im gehobenen Marktsegment. Über ein Jahr gesehen ergibt sich dennoch ein durchschnittlicher Anstieg von 2,5 Prozent.

    Nachfrage übersteigt Angebot
    Die anhaltende Wohnraumnachfrage trifft weiterhin auf eine zurückhaltende Bautätigkeit. FPRE rechnet deshalb auch für die kommenden zwölf Monate mit steigenden Preisen, sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei Einfamilienhäusern. Besonders zentrale Lagen dürften stärker profitieren. Stefan Fahrländer, Partner bei FPRE, fasst zusammen: «Die Nachfrage nach Wohneigentum bleibt hoch, was sich in steigenden Preisen in fast allen Regionen der Schweiz widerspiegelt.»

  • Das Bauhandwerkerpfandrecht – ein (fast) unkontrollierbares Risiko

    Das Bauhandwerkerpfandrecht – ein (fast) unkontrollierbares Risiko

    Voraussetzungen für die Eintragung
    Jeder Unternehmer, der an einem Grundstück Arbeit und Material oder Arbeit allein geliefert hat, kann direkt am Grundstück ein Bauhandwerkerpfandrecht eintragen (vgl. Art. 837 ZGB). Damit erhalten die Unternehmer, die meist erst im Nachhinein bezahlt werden, ein Sicherungsmittel. Eine Vertragsbeziehung zwischen Unternehmer und Grundeigentümerschaft ist nicht notwendig. Dennoch richtet sich der Anspruch auf Eintragung eines Pfandrechts stets gegen die Grundeigentümerschaft. Das Eintragungsrecht kann zum Voraus nicht vertraglich wegbedungen werden.

    Pfandberechtigt sind grundsätzlich Arbeiten, die unmittelbar mit dem Bauwerk verbunden sind und eine physische Veränderung daran bewirken. Der Gesetzgeber und die Rechtsprechung haben die berechtigten Arbeiten allerdings ausgeweitet auf Abbrucharbeiten, Gerüstbau, Baugrubensicherung oder dergleichen. Nicht geschützt sind hingegen Lieferanten von Baumaterial ohne Montageleistung, ausser es handle sich um speziell für das Werk hergestelltes (ansonsten nicht verwendbares) Material. Weiter ist erforderlich, dass das Pfandrecht innert vier Monaten nach Vollendung der Arbeiten («letzter Hammerschlag») im Grundbuch eingetragen wird.

    Das Verfahren
    Das Verfahren ist mehrstufig. Zunächst entscheidet das Gericht am Ort des Baugrundstücks im summarischen Verfahren über die provisorische Eintragung. Die Voraussetzungen für eine provisorische Eintragung sind sehr tief, der Unternehmer muss nur aufzeigen, dass er an diesem Grundstück pfandrechtsberechtigte Arbeiten erbracht hat oder noch erbringen wird und die Eintragungsfrist gewahrt ist. Innerhalb einer vom Gericht festgelegten Frist muss der definitive Anspruch sodann im ordentlichen Verfahren klageweise durchgesetzt werden, damit das Pfandrecht definitiv Bestand hat. Andernfalls wird die Eintragung wieder gelöscht. Hier muss der eintragende Unternehmer deutlich höhere Beweisanforderungen erfüllen.

    Handlungsmöglichkeiten für die Grundeigentümerschaft
    Für die Grundeigentümerschaft ist ein eingetragenes Bauhandwerkerpfandrecht ein ernstzunehmendes Risiko. Im schlimmsten Fall – bei einer definitiven Eintragung des Bauhandwerkerpfandrechts – kann es zur Zwangsverwertung der Liegenschaft kommen. Oftmals führt aber bereits die provisorische Eintragung zu Schwierigkeiten im Verkauf von Wohneinheiten oder Grundstücken, weil die Banken keine Finanzierungszusicherung abgeben wollen. Um diesem Risiko zu begegnen, stehen verschiedene Handlungsmöglichkeiten offen: Zum einen kann die Eigentümerschaft die geltend gemachte Forderung begleichen, was bei Subunternehmerverhältnissen zu ungerechtfertigten Doppelzahlungen führen kann. Zum anderen besteht die Möglichkeit, das Pfandrecht, sowohl im definitiven wie auch im provisorischen Verfahren, durch Stellung einer hinreichenden Sicherheit – etwa in Form einer unwiderruflichen Bankgarantie oder durch Hinterlegung eines Geldbetrags – abzulösen. Steht die Grundeigentümerschaft nicht in einem direkten Vertragsverhältnis mit dem Unternehmer, so empfiehlt es sich, den eigentlichen Schuldner (z.B. Verkäufer, TU, GU usw.) mittels einer sogenannten Streitverkündung in das Verfahren einzubeziehen.

    Fazit
    Das Bauhandwerkerpfandrecht stellt ein wirksames Sicherungsmittel zugunsten der am Bau beteiligten Leistungserbringer dar. Für die betroffene Grundeigentümerschaft empfiehlt es sich, frühzeitig rechtlichen Rat einzuholen, Fristen konsequent zu beachten und rasch geeignete Massnahmen zur Wahrung ihrer Interessen zu ergreifen.

  • Unterirdische Anlage soll CO2-Emissionen senken

    Unterirdische Anlage soll CO2-Emissionen senken

    Die Flughafen Zürich AG baut eine unterirdische Energiezentrale, gelegen zwischen Parkhaus 6, dem Hotel Radisson Blu und dem Operation Center 1.  Die Zentrale wird mit Wärmepumpen und Kältemaschinen mit einer Gesamtleistung von 12 bis 15 Megawatt ausgestattet. Mittelfristig deckt sie so rund zwei Drittel des Wärme- und Kältebedarfs des Terminals und der umliegenden Gebäude am Flughafenkopf. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 geplant, informiert die Flughafen Zürich AG in einer Mitteilung.

    Das Unternehmen erkundet zeitgleich eine eiszeitliche Rinne in 300 Metern Tiefe, um dort thermische Energie zu speichern und wieder nutzbar zu machen. Einen ersten Brunnen gibt es bereits seit 2024, ein zweiter wird gebaut. Die Erkundung der Rinne wird vom Bundesamt für Energie gefördert.

    Die Rinne soll zukünftig zusammen mit der Energiezentrale und einem geplanten Niedertemperaturnetz jährlich rund 6500 Tonnen CO2 einsparen und dazu beitragen, die CO2- Emissionen am Flughafenkopf bis 2030 um 35 Prozent auf 15’900 Tonnen jährlich zu senken. Bis 2040 will die Flughafen Zürich AG ihre unternehmenseigenen CO2-Emissionen auf Netto-Null senken.

    «Technisch setzen wir mit unserem Plan zur Dekarbonisierung der Infrastruktur auf innovative Systeme. Die Kombination aus Wärmepumpen, saisonaler Energiespeicherung in einer eiszeitlichen Rinne oder über Erdsondenfelder sowie einem Niedertemperaturnetz erlaubt es uns, die Klimawirkung beim Heizen und Kühlen signifikant zu reduzieren», wird Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG, zitiert.

  • Im 1. Halbjahr 1,47 Milliarden an Risikokapital an Schweizer Start-ups

    Im 1. Halbjahr 1,47 Milliarden an Risikokapital an Schweizer Start-ups

    Im ersten Halbjahr 2025 flossen 1.47 Milliarden Franken in Schweizer Startups, ein Plus von 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Es handelt sich um das drittbeste Resultat seit Beginn der Messungen. Getrieben wurde das Wachstum allerdings von wenigen Startups, die grosse Summen von internationalen Investoren einwarben. Die Zahl der Finanzierungsrunden sank zum dritten Mal in Folge auf 124, was einem Rückgang von zehn Prozent entspricht.

    Biotech als Wachstumsmotor
    Besonders die Biotech-Branche sorgte für ein starkes Ergebnis. Mit 705 Millionen Franken Kapitalzufluss stellte sie einen neuen Rekord auf. Der bisherige Höchstwert von 436 Millionen Franken aus dem Jahr 2021 wurde deutlich übertroffen. Die Gründe für diesen Erfolg liegen in hochqualifizierten Gründerteams und technologischen Entwicklungen auf Basis exzellenter Forschung.

    Erholung bei ICT und Fintech
    Auch die zuletzt schwächelnden Sektoren ICT und Fintech konnten sich erholen. Allgemeine ICT-Startups verzeichneten ein Investitionswachstum von 86 Prozent auf 247 Millionen Franken. Fintech-Unternehmen erhielten 153 Millionen Franken, was einer Steigerung von 93 Prozent entspricht. Die Anzahl der Transaktionen bleibt tief, was auf anhaltende Selektivität der Investoren hinweist.

    Schweizer Startup-Ökosystem bleibt widerstandsfähig
    Trotz unsicherem Marktumfeld zeigt sich das Schweizer Startup-Ökosystem in der Lage, international wettbewerbsfähige Unternehmen hervorzubringen. Ein Beispiel dafür ist die Sygnum Bank, die im ersten Halbjahr 2025 zur Unicorn wurde. Die auf digitale Assets spezialisierte Bank wurde mit über 1 Milliarde Dollar bewertet, ein Signal für das Potenzial von Innovationen auch ausserhalb des Gesundheitssektors.

    Getrübter Ausblick bei Investoren
    Eine breit angelegte Umfrage zeigt, dass die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate verhalten sind. Sorgen bereiten insbesondere das eigene Fundraising und die erschwerten Exit-Möglichkeiten. Internationale Handelshemmnisse spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle. Für viele Startups dürfte der Zugang zu Kapital weiterhin herausfordernd bleiben, trotz einzelner Erfolgsmeldungen.

  • Vom Randgebiet zum urbanen Quartier mit Vision

    Vom Randgebiet zum urbanen Quartier mit Vision

    Buchholz steht für einen urbanen Neuanfang. Auf einer Fläche von rund 36’300 m² formt sich ein eigenständiges Stadtquartier, das Wohnen, Arbeiten, Bewegung und Begegnung kombiniert. Die bisher heterogene Struktur weicht einem klar gegliederten Nutzungsmix, der räumliche Qualität mit ökologischer Verantwortung verbindet. Kernstück der Entwicklung ist die «Grüne Mitte». Ein Zentrum mit Schule, Sportanlagen und Freiraum, umrahmt von Wohnhochhäusern und Gewerbebauten.

    Vom Industriegelände zum lebendigen Quartier
    Die Entwicklung geht auf einen erfolgreichen Studienauftrag des Zürcher Architektur- und Planungsbüros helsinkizurich zurück. Auf dieser Grundlage entstand ein fein austariertes Richtprojekt mit einer Überbauungsstrategie, die eine etappierte Vertiefung der Planung vorsieht. Die Realisierung erfolgt in drei Abschnitten – abgestimmt auf die unterschiedlichen Interessen der Eigentümerschaft. Besonderes Augenmerk gilt dem baulichen Erbe: Elemente wie der denkmalgeschützte Pulverturm werden behutsam eingebunden und respektvoll in den städtebaulichen Kontext integriert.

    Quartierleben unten, Lebensqualität oben
    Gewerbliche Nutzungen und Gemeinschafts-flächen in den Sockelzonen entlang der Buchholzstrasse prägen das öffentliche Gesicht des Quartiers. Darüber eröffnen lichtdurchflutete Wohnungen weite Ausblicke in die Landschaft. Begegnungsräume, Höfe und Erschliessungsachsen fördern die soziale Interaktion. Die abgestufte Öffentlichkeit erlaubt zugleich Rückzug und Teilhabe, ein Prinzip, das dem urbanen Leben gerecht wird.

    Blau-grüne Infrastruktur als Rückgrat
    Im Quartier Buchholz ist Nachhaltigkeit kein Versprechen, sondern Realität. Ein durchdachtes Wassermanagement mit Regenrückhalt und Verdunstungsflächen entlastet die Infrastruktur und verbessert das Mikroklima. Begrünte Dächer, durchlässige Beläge und klimaaktive Freiräume schaffen Lebensqualität, sind ökologisch wirksam und gestalterisch überzeugend.

    Starke Identität, klare Adresse
    Mit der neuen Promenade entlang der Buchholzstrasse entsteht nicht nur eine funktionale Erschliessung, sondern auch eine identitätsstiftende Adresse für den neuen Stadtteil. Das Quartier positioniert sich damit zwischen dem landschaftlichen Raum der Linth und dem städtischen Zentrum – offen, durchlässig, zukunftsgewandt.

    Stadtentwicklung mit Wirkung
    Buchholz steht exemplarisch für eine Stadtentwicklung, die langfristig denkt und differenziert handelt. Das Projekt schafft neuen Wohnraum und eine moderne Form von urbaner Qualität am Rand von Glarus – vernetzt, nachhaltig und mit Blick auf das Ganze.

  • Wie KI das Lesen wirklich lernt

    Wie KI das Lesen wirklich lernt

    Moderne KI-Systeme wie ChatGPT oder Gemini beherrschen Sprache mit einer beeindruckenden Natürlichkeit. Möglich machen das sogenannte Transformatorenmodelle, die durch ihre Struktur besonders gut in der Lage sind, Beziehungen zwischen Wörtern zu erfassen. Doch wie gelingt der Übergang von blosser Syntax zu echter Semantik?

    Von der Form zur Bedeutung
    Eine aktuelle Studie im Journal of Statistical Mechanics belegt erstmals experimentell, dass neuronale Netze beim Sprachlernen einen klaren Wendepunkt durchlaufen. Anfangs orientieren sie sich an der Reihenfolge der Wörter, ein Satz wie «Mary eats the apple» wird vor allem durch seine Struktur erkannt. Sobald jedoch eine kritische Masse an Trainingsdaten erreicht ist, beginnt das Modell, die Bedeutung zu entschlüsseln. Dieser Übergang ist abrupt, vergleichbar mit einem physikalischen Phasenwechsel.

    Erst Muster, dann Verständnis
    Dieser Lernprozess ähnelt dem menschlichen Spracherwerb. Auch Kinder erkennen zunächst Muster und Reihenfolgen, bevor sie Bedeutungen erfassen. Bei KI-Systemen übernimmt diese Rolle der Selbstaufmerksamkeitsmechanismus der Transformatoren. Er erlaubt es dem Modell, jedes Wort im Kontext zu gewichten und seine Relevanz für den Satzsinn zu bestimmen.

    Statistische Physik trifft maschinelles Lernen
    Der beschriebene Lernsprung lässt sich mit Konzepten aus der Thermodynamik erklären. So wie Wasser bei 100 °C vom flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht, verändert sich auch das Verhalten eines neuronalen Netzes mit wachsender Datenmenge. Die vielen miteinander vernetzten Neuronen wechseln ihre Strategie kollektiv, ein statistisch beschreibbarer Wandel.

    Mehr Daten, mehr Bedeutung, mehr Verantwortung
    Je mehr Daten ein System erhält, desto eher kann es semantische Konzepte bilden. Doch mit wachsender Modellgrösse steigt auch die Herausforderung, Transparenz, Sicherheit und Effizienz sicherzustellen. Die Erkenntnisse über den Lernsprung eröffnen neue Wege zur gezielten Steuerung von KI, etwa durch bewusstes Datenmanagement oder adaptive Architekturdesigns.

    Implikationen für Forschung und Anwendung
    Die untersuchten Modelle sind vereinfacht, doch sie zeigen fundamentale Prinzipien auf. Das Wissen um den Phasenübergang liefert wertvolle Hinweise, wie KI-Systeme künftig robuster, schneller und präziser trainiert werden können. Zugleich eröffnet es neue Perspektiven in der Didaktik, im Human-AI-Interface und in der ethischen Reflexion von Maschinenintelligenz.

    Der Moment, in dem KI zu verstehen beginnt
    Künstliche Intelligenz lernt Sprache nicht einfach, sie durchläuft eine qualitative Transformation. Erst wenn genügend Wissen vorhanden ist, erkennt sie nicht nur, wo ein Wort steht, sondern was es bedeutet. Dieser Moment, in dem Position zur Bedeutung wird, markiert den Beginn echter maschineller Sprachkompetenz und vielleicht den Schlüssel zu tieferem Verständnis zwischen Mensch und Maschine.

  • BRUGG Pipes eröffnet Produktion in den USA

    BRUGG Pipes eröffnet Produktion in den USA

    BRUGG Pipes steht vor der Auslieferung der ersten Rohrringe seines flexiblen Rohrsystems CALPEX PUR-KING, informiert das zur BRUGG Group AG aus Brugg gehörige Unternehmen aus Kleindöttingen in einer Mitteilung. Die Rohrringe wurden in der neuen Produktionshalle von BRUGG Pipes und Rovanco Piping Systems in Joliet im US-Bundesstaat Illinois gefertigt. Für den Produktionseintritt in den USA hatten BRUGG Pipes und Rovanco im April vergangenen Jahres die Einrichtung einer Gemeinschaftsfirma in Joliet vereinbart.

    In das neue Werk haben die Partnerunternehmen rund 20 Millionen Dollar investiert. Unter der Leitung des Schweizers Pirim Dahinden sollen dort jährlich zwischen 3000 und 5000 Fuss des Rohrsystems CALPEX PUR-KING hergestellt werden. BRUGG Pipes ist auf die Produktion von Rohrsystemen für Flüssigkeiten, Gase und Wärme spezialisiert.

    «Mit der neuen Produktion in den USA erhöhen wir die Planungssicherheit für unsere Kundinnen und Kunden, reduzieren Lieferzeiten und Transportkosten und sind zudem nicht von möglichen US-Zöllen betroffen», wird Martin Rigaud, CEO von BRUGG Pipes, in der Mitteilung zitiert. «Das verschafft uns in der aktuellen Marktsituation einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil.» Angaben von BRUGG Pipes zufolge stammen rund 80 Prozent der im neuen Werk verarbeiteten Rohmaterialien aus den USA.

  • Zürich setzt auf Zukunft

    Zürich setzt auf Zukunft

    Der Blick nach Norden, genauer gesagt nach Kopenhagen, dient dem Kanton Zürich als wegweisendes Beispiel. Die dänische Hauptstadt hat eindrucksvoll bewiesen, dass ambitionierte Klimaziele erreichbar sind, ohne Abstriche bei der. Mit einer Reduktion der CO2-Emissionen um 80 Prozent seit 2012 hat Kopenhagen eine bemerkenswerte Leistung vollbracht. Inspiriert davon strebt der Kanton Zürich danach, bis 2040, spätestens aber bis 2050, Treibhausgasneutralität zu erreichen. Diese Zielsetzung, über die die Zürcher Stimmberechtigten am 28. September 2025 abstimmen werden, ist ein klares Bekenntnis zu einer zukunftsfähigen Klimapolitik. Es geht nicht nur darum, ein Ziel zu definieren, sondern die effektive Reduktion der CO2-Emissionen konsequent voranzutreiben. Ein Unterfangen, das Entschlossenheit und Innovationskraft erfordert.

    Erfolge durch gezielte Massnahmen
    Parallel zum Klimaschutz investiert der Kanton Zürich massiv in den Erhalt und die Förderung der Biodiversität. Durch ökologische Aufwertungen, Renaturierungen und naturnahe Pflege wird Lebensraum für Flora und Fauna zurückerobert. Erfolgskontrollen belegen eindrücklich, wie schnell sich die Natur anpasst und gedeiht. Ein herausragendes Beispiel ist die Aufwertung von Bächen im Rahmen des Programms «Vielfältige Zürcher Gewässer», die zu einer raschen Wiederansiedlung von Libellen führte. Auch der angepasste Unterhalt von Böschungen entlang der Kantonsstrassen zeigt Wirkung. Dort pulsiert das Leben, Insekten und Kleintiere finden wieder einen geeigneten Lebensraum. Diese Erfolge beweisen, dass sich der Einsatz für die Biodiversität lohnt und die Natur mit gezielten Massnahmen schnell reagiert.

    Weichenstellungen für eine nachhaltige Zukunft
    Der Kanton Zürich stellt die Weichen für eine nachhaltige Zukunft durch verschiedene Gesetzesrevisionen und die Einführung neuer Instrumente.

    Lärmschutz-Verordnung
    Bis zum 6. Oktober 2025 läuft die Vernehmlassung zur Revision der Lärmschutz-Verordnung, die am 1. April 2026 in Kraft treten soll. Dies ist eine direkte Folge der im September 2024 beschlossenen Änderungen des Umweltschutzgesetzes.

    GIS-Karte «Kernzonenpläne»
    Eine neue digitale Karte bietet ab sofort einen umfassenden Überblick über die rechtskräftigen Ergänzungspläne «Kernzonen» und deren Elemente, basierend auf dem ÖREB-Kataster.

    CO2-Verordnung
    Der Bundesrat hat die revidierte CO2-Verordnung teilweise rückwirkend zum 1. Januar 2025 in Kraft gesetzt. Sie legt Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen bis 2030 fest und konkretisiert Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie Förderungen für klimafreundliche Technologien.

    Bekämpfung invasiver Organismen
    Bis zum 13. Oktober 2025 läuft die Vernehmlassung zu einer Revision des Umweltschutzgesetzes, die den Kantonen mehr Befugnisse im Kampf gegen invasive gebietsfremde Organismen einräumen soll.

    Parkierungsvorschriften
    Mit einer Änderung des Planungs- und Baugesetzes ab 1. August 2025 wird eine Reduktion von Abstellplätzen im Einzelfall möglich, unter der Bedingung, dass keine Verlagerung in den öffentlichen Raum stattfindet.

    ÖKOPROFIT
    Das bewährte Programm unterstützt Unternehmen erfolgreich beim Einstieg ins Umweltmanagement, um Kosten zu senken, Ressourceneffizienz zu optimieren und die Umweltbilanz zu verbessern. Der Kanton Zürich strebt an, weitere Kantone für ÖKOPROFIT zu begeistern.

    Denkmalgeschützte Gebäude
    Eine Gesetzesvorlage, die derzeit in Vernehmlassung ist, zielt darauf ab, das Bauen und die energetische Modernisierung an denkmalgeschützten Gebäuden zu vereinfachen.

    Geologisches Tiefenlager
    Die Rahmenbewilligungsgesuche für das geologische Tiefenlager und die Brennelementverpackungsanlage, eingereicht von der Nagra, sind nach Prüfung und Nachbesserung nun öffentlich zugänglich.

    Ausbau der Grosswasserkraft
    Ein Bericht des Bundesrats vom 13. Juni 2025 beleuchtet das erhebliche Potenzial, aber auch Unsicherheiten bei Erneuerungen und Erweiterungen in der Grosswasserkraft.

    Zürich ist bereit, die Herausforderungen des Klimawandels anzunehmen und die Chancen für eine nachhaltigere Zukunft zu nutzen. Es ist Zeit zu handeln oder wie man in Dänemark sagt «Så kom nu i gang!»

  • Woher der Strom 2050 kommt

    Woher der Strom 2050 kommt

    Damit die Schweiz bis 2050 CO₂-neutral wird, müssen Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie weitgehend elektrifiziert werden. Der heutige Strombedarf von 56 Terawattstunden wird bis 2050 auf rund 75 TWh steigen. Gleichzeitig entfallen 23 TWh aus der Kernenergie. Der nötige Umbau des Energiesystems ist tiefgreifend, technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

    Massiver Ausbau von erneuerbarer Energie
    Laut EDGE-Bericht müssen bis 2050 rund 60 % des Stroms durch neue erneuerbare Energien gedeckt werden, konkret 45 TWh jährlich. Möglich wäre das mit 28 TWh aus Photovoltaik, 13 TWh aus Windkraft und 4 TWh aus Biomasse. Dafür müsste die Photovoltaikleistung auf 26,8 GW vervierfacht werden. Die Windkraft bräuchte einen 80-fachen Ausbau auf 8,4 GW, insbesondere für den Winterbetrieb. Ohne starke Subventionen sei das kaum realisierbar, so die Forschenden.

    Begrenzung der Stromimporte verteuert das System
    Das neue Stromgesetz begrenzt die Nettostromimporte im Winter auf 5 TWh. Um diese Vorgabe einzuhalten, wären zusätzlich 80 % mehr Windkraft, 11 % mehr Gaskapazität und 10 % mehr Solarleistung nötig. Damit würden die Stromgestehungskosten um 20 % steigen, die Strompreise könnten sich mehr als verdoppeln.

    Europa bleibt entscheidend
    Würde der europäische Stromhandel stark eingeschränkt, z. B. durch eine 70 %-Reduktion grenzüberschreitender Netzkapazitäten, müsste die Schweiz die Windkraft nochmals um 20 % stärker ausbauen. Die Versorgungskosten würden zusätzlich um 8 % steigen. Eine Umfrage des EDGE-Konsortiums zeigt das Spannungsfeld. 60 % der Bevölkerung wünschen sich Kooperation mit Europa, gleichzeitig wollen 70 % energiepolitische Unabhängigkeit und bevorzugen heimische Energiequellen.

    Investitionen fliessen ins Ausland
    Eine weitere Studie zeigt auf, dass über die Hälfte der jährlichen Investitionen von Schweizer Energieversorgern in erneuerbare Grossprojekte fliessen vor allem nach Deutschland, Frankreich und Italien. Nur 1 % dieser Mittel wird in der Schweiz investiert. Im Inland fehlen geeignete Projekte oder Rahmenbedingungen. So finanziert die Schweiz die Energiewende oft indirekt, aber nicht zu Hause.

    Netto-Null hat ihren Preis
    Zwischen 2020 und 2050 könnten die Lebenshaltungskosten steigen, etwa durch CO₂-Steuern, Emissionshandel oder höhere Produktionskosten. Der jährliche Konsumverlust eines Haushalts könnte 0,63–0,75 % betragen, je nach globalem Klimaschutzpfad. Ohne Kompensationsmöglichkeiten im Ausland könnten die Kosten auf bis zu 1 % steigen. Doch langfristig sei das günstiger als die Folgen eines ungebremsten Klimawandels.

    Die Energiewende ist machbarund herausfordernd
    Eine CO₂-neutrale Stromversorgung bis 2050 ist technisch möglich, wenn Photovoltaik und Windkraft massiv ausgebaut, Importe intelligent genutzt und Investitionen gezielt gelenkt werden. Der Zugang zum europäischen Strommarkt bleibt entscheidend. Gleichzeitig braucht es breite gesellschaftliche Unterstützung und ein Verständnis dafür, dass Nicht-Handeln teurer wird als eine mutige Transformation.

  • Verdichtung verändert Städte

    Verdichtung verändert Städte

    Die Studie «Bautätigkeit und Verdrängung», erstellt von der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt, dass in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Siedlungsentwicklung in der Schweiz klar nach innen gerichtet ist. Vor allem durch Ersatzneubauten und Umnutzungen von Industrie- und Gewerbezonen entstehen in städtischen Gebieten neue Wohnungen und nicht mehr auf der grünen Wiese. In Städten wie Basel wurde ein Viertel der neuen Wohnungen auf ehemaligen Industrieflächen realisiert.

    Mehr Wohnungen trotz weniger Neubauten
    Obwohl die Anzahl neu gebauter Wohnhäuser leicht rückläufig ist, nimmt die Nettozahl an Wohnungen weiter zu. Der Grund liegt in der Effizienz der Verdichtung. In Basel, Genf und Lausanne entstehen pro abgerissene Wohnung bis zu doppelt so viele neue Einheiten wie in Bern oder Zürich. Die Nachverdichtung wird so zum zentralen Hebel für die Wohnraumschaffung in stark besiedelten Gebieten.

    Wer wird verdrängt?
    Die Schattenseite der Verdichtung zeigt sich in der sozialen Zusammensetzung der betroffenen Quartiere. Besonders in Zürich kommt es häufiger vor, dass Langzeitmietende aufgrund von Abbruch oder Totalsanierung ihre Wohnung verlieren. Wer ausziehen muss, hat oft ein deutlich tieferes Einkommen, bis zu 40 Prozent weniger als der Durchschnitt. In den Neubauten ziehen dagegen überdurchschnittlich einkommensstarke Haushalte ein.

    Migration und Einkommen als Risikofaktor
    Die Studie offenbart auch strukturelle Benachteiligung. Überdurchschnittlich häufig von Verdrängung betroffen sind Asylsuchende, Flüchtlinge und Menschen mit afrikanischem Geburtsland. Damit trifft die bauliche Verdichtung besonders jene, die am meisten auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind und diesen in der gleichen Gemeinde oft nicht mehr finden. Trotzdem gelingt es einem beachtlichen Anteil der Betroffenen bis zu 64 Prozent, innerhalb ihrer Gemeinde zu bleiben.

    Städte im Wandel – sozial ausgewogen?
    Die Verdichtung ist aus raumplanerischer Sicht sinnvoll und notwendig. Doch sie verändert nicht nur das Stadtbild, sondern auch die soziale Struktur der Quartiere. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, den Wandel so zu gestalten, dass er nicht zur sozialen Spaltung führt, sondern zu durchmischten, resilienten Städten mit Wohnraum für alle.

  • Zukunft bauen heisst Verantwortung übernehmen

    Zukunft bauen heisst Verantwortung übernehmen

    Herr Binkert, Sie sind seit Jahrzehnten in der Immobilienentwicklung tätig. Was treibt Sie persönlich an, und welche Vision verfolgen Sie für die Zukunft der Architektur und Immobilienentwicklung?Immobilienentwicklung ist auch Raumentwicklung. Mit jedem Bauwerk verändern wir unsere Umwelt, den Raum um uns herum. Diese Veränderung soll eine Verbesserung sein, nicht eine Verschlechterung. Mich beschäftigt die Frage nach den Regeln, die wir beachten müssen, damit unsere gebaute Umwelt nachhaltig, lebenswert und zukunftsfähig bleibt. Ich sehe die Zukunft der Immobilienentwicklung in einer kreativen, ganzheitlichen Planung, die gesellschaftliche Bedürfnisse mit technologischen Möglichkeiten verbindet und dabei den Menschen und die Umwelt in den Mittelpunkt stellt.

    Welches Projekt hat Sie besonders geprägt?
    Jedes Projekt erweitert den Erfahrungshorizont – aber Greencity Zürich war für mich ein Wendepunkt. Dort entwickelten wir für Losinger Marazzi erstmals konkrete Regeln, wie ein Stadtteil geplant, gebaut und betrieben werden muss, um als wirklich nachhaltig zu gelten. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie tiefgreifend Nachhaltigkeit wirken kann, wenn sie systematisch gedacht und umgesetzt wird. Dass daraus Losinger Marazzi als erster «Grüner Generalunternehmer» der Schweiz hervorging, war ein starkes Zeichen dafür, dass Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich ein Erfolgsmodell sein kann.

    Als Präsident der 2000-Watt-Smart-Cities Assoziation setzen Sie sich für nachhaltige und energieeffiziente Städte ein. Wie integrieren Sie Nachhaltigkeitsaspekte konkret in Ihre Projekte?
    In Greencity Zürich haben wir erstmals umfassende Regeln für Planung, Bau und Betrieb eines nachhaltigen Stadtteils entwickelt. Daraus entstand das Label «2000-Watt-Areal», das schweizweit über 50 Stadtquartiere zertifizieren konnte. Heute entwickeln wir es unter Autorisierung des Bundesamts für Energie weiter – mit Blick auf die Smart City. So konnten wir kürzlich das erste Projekt in Indien zertifizieren.

    Die grösste Herausforderung bleibt die Balance zwischen ökologischer, sozialer und ökonomischer Nachhaltigkeit – insbesondere international. In China sind gesellschaftliche Forderungen schwer umsetzbar, in Brasilien fehlt oft das Umweltverständnis, in den Emiraten ist Wirtschaftlichkeit kein Thema. Auch in der Schweiz braucht es Empathie, Verständnis und einen langen Atem, um tragfähige, nachhaltige Lösungen durchzusetzen.

    Sie haben internationale Erfahrung, unter anderem in den USA und Indien. Welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten sehen Sie in der Stadtentwicklung zwischen der Schweiz und diesen Ländern?
    Der Hauptunterschied liegt im Wachstumstempo: Schwellenländer mit schnell wachsender Bevölkerung brauchen rasch und günstig viel neuen Raum – oft auf Kosten der Qualität. Nachhaltigkeit ist dort ein Versprechen für die Zukunft, dem oft mit Skepsis begegnet wird. Nachhaltigkeit kostet kurzfristig viel, bringt aber erst langfristig Erträge, dafür decken sie dann die Kosten gemäss unseren Annahmen um ein Vielfaches.

    In der westlichen Welt – wo das Wachstum stagniert oder rückläufig ist – stehen andere Werte im Vordergrund: Soziale Gerechtigkeit, Kreislaufwirtschaft, Biodiversität. Nachhaltige Entwicklung wird hier zunehmend als Voraussetzung für Lebensqualität verstanden. Die Forderung, dass der Westen auch für die nachhaltige Entwicklung in den Schwellenländern aufkommen müsse, bringt allerdings auch wohlhabende Länder wie die Schweiz an ihre Grenzen.

    Welche Trends sehen Sie in der zukünftigen Stadt- und Arealentwicklung und wie stellen Sie sich die Wohnformen der Zukunft vor, insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel, die zunehmende Urbanisierung und Verdichtung?
    Wir stehen an einem Wendepunkt. Die Bauwirtschaft muss dringend aufholen in Bereichen wie Digitalisierung, Automatisierung und künstliche Intelligenz. Noch immer bauen wir «brick and mortar» – wie zur Römerzeit. Dabei haben sich die menschlichen Grundbedürfnisse kaum verändert, die technischen Möglichkeiten aber sehr wohl. Die Megatrends – demografischer Wandel, Gesundheit, Future of Work, Klimakrise – erfordern neue Antworten auf die Frage, wie wir wohnen. Wir müssen den Mut aufbringen, den Status-Quo zu hinterfragen, neue Wege zu gehen und Lösungen auszuprobieren, die es in der Vergangenheit noch nicht gab.

    Die «Verhäuselung der Schweiz» kann nicht so weitergehen. Was in einer Schweiz mit 6 Mio. Einwohnern und beschränkter Mobilität noch funktionierte, führt heute zum Kollaps. Wir müssen uns wieder vermehrt als Teil des Universums verstehen, in dem wir nur eine von vielen Arten sind – nicht als Dominatoren. Wir sehen täglich die Folgen unseres kurzsichtigen Umgangs mit endlichen Ressourcen, mit abnehmender Biodiversität und der Verschleuderung von Energie.

    Wir werden in Zukunft zusammenrücken, Platz für Andere schaffen, effizienter und suffizienter leben. Damit das unsere Lebensqualität nicht schmälert, müssen wir dazu die technologischen Möglichkeiten, die sich uns heute schon bieten, und jene, die wir zukünftig entwickeln werden, besser nutzen. Wir werden urbaner leben als heute, wir werden die Bedürfnisse des täglichen Lebens in Fussgängerdistanz befriedigen, wir werden besser vernetzt sein.

    Wir haben mittlerweile 9 Millionen Einwohner erreicht in der Schweiz. Die Immobilienbranche redet seit längerem von einer 10-Millionen-Schweiz. Sind wir aus Ihrer Sicht genug vorbereitet darauf und wo sehen Sie noch Nachholbedarf?
    Auch die Vorstellung der 10-Millionen-Schweiz ist bereits überholt. Wenn wir unserer alternden Gesellschaft ein komfortables Leben ermöglichen wollen, brauchen wir zusätzliche junge und gut ausgebildete Arbeitskräfte, dann brauchen wir die 12-Millionen-Schweiz! Den zu erwartenden Migrationsströmen von Klimaflüchtlingen und Kriegsflüchtlingen müssen wir nachhaltige Lösungen anbieten, ohne aber unsere Kultur und Geschichte zu gefährden. Je schneller und besser wir uns darauf vorbereiten, desto mehr werden wir auch davon profitieren können.

    Wir sind auf die exogenen Paradigmenwechsel schlecht vorbereitet. Wir nehmen den Sog der Grossstädte zwar wahr, stellen diesem aber keine Alternativen gegenüber. Wir arbeiten immer noch mit Zonenplänen, obwohl diese unsere Produktion und unsere Lebensart nicht mehr abzubilden vermögen. Wir starren gebannt auf die erfolgreichen Publikumsmagnete Zürich, Basel und Genf, statt die schlummernden Qualitäten von Kleinstädten wie Lenzburg, Brugg, Wetzikon oder Glarus wahrzunehmen und zu nutzen. Hier besteht dringender Nachholbedarf.

    Unsere Vision der Smart City Switzerland ist nicht eine Megacity mit ausufernder Agglomeration – ganz im Gegenteil: Wir schlagen vor, wieder kleinteiliger zu werden. Nicht die grossen Schweizerstädte sollen wachsen, sondern die mittelgrossen und die gut vernetzten kleineren Städte werden verdichtet und urbanisiert – mit viel Grünraum dazwischen. Zur Urbanisierung gehört die Verbesserung des Angebots, die kulturelle Aufwertung, insbesondere aber auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Und dort, wo die Forschung zur Siedlungsentwicklung Lücken im Städtenetz ortet, müssen wir auch den Mut aufbringen, neue Städte zu bauen.

    Welche Rollen und langfristige Vision sehen Sie für den Wirtschaftsraum Glarus und welche Schlüsselprojekte werden die kommenden Jahre prägen?
    Glarus Nord ist das wirtschaftliche Rückgrat des Kantons – mit seiner Lage, seiner Infrastruktur und seiner Nähe zum Wirtschaftsraum Zürich bietet es enormes Potenzial für Produktion und Dienstleistungen. Glarus Süd hingegen punktet mit Natur, Freizeitwert und Lebensqualität. Diese beiden Räume sollten viel stärker im Sinne einer funktionalen Symbiose gedacht werden. Die Vision Glarus 2030 zeigt dafür klare Perspektiven, aber sie muss noch breiter getragen werden. Schlüsselprojekte in Näfels-Mollis und Niederurnen-Oberurnen wären ideale Katalysatoren, werden aber bisher zu wenig genutzt – auch nicht in der kürzlich festgesetzten kommunalen Richtplanung. Eng gefasste kantonale und bundesrechtliche Vorgaben zur Bauzonendimensionierung bremsen dabei die Entwicklung – hier braucht es Spielraum für zukunftsgerichtete Lösungen.

    Eine der Masterarbeiten Ihrer Studenten analysiert Glarus Nord als potenzielles Subzentrum im Wirtschaftsraum Zürich. Wie schätzen Sie das Entwicklungspotenzial dieser Region ein, insbesondere mit Blick auf Infrastruktur, Branchen, Arbeitsplätze
    und Wohnen?

    Das Potenzial von Glarus Nord ist beeindruckend. Unsere Studien zur Smart City Switzerland zeigen, dass beidseits des Walensees Platz für eine mittelgrosse Stadt vorhanden wäre – ob diese aber in Glarus Nord, Ausserschwyz oder im Sarganserland entsteht, hängt letztlich vom politischen Willen der Bewohner ab.
    Die erwähnte HSLU-Masterarbeit untersucht die Beziehung zwischen der Grossstadt Zürich und umliegenden Subzentren (Knoten zweiter Zentralität). Der heutigen Situation des Brain-Drains und der Salär-Söldner, die zwischen dem ländlichen Raum Glarus und dem städtischen Zürich hin- und herpendeln, wird die Vision der 15-Minuten-Stadt Glarus Nord gegenübergestellt. Die Masterarbeit bestätigt die gegenseitige Abhängigkeit von Raumplanung und Wirtschaftsförderung, von Verdichtung und Nutzungsvielfalt, von Arbeitsplätzen und Wohnraum.

    Was muss aus planerischer und politischer Sicht passieren, damit Glarus nicht nur mitwächst, sondern auch mitgestaltet?
    Aus der Perspektive von Smart City Switzerland muss das Bundesamt für Raumentwicklung ARE die gesamtschweizerische Raumplanung überarbeiten und neue Freiräume für die verdichtete Siedlungsentwicklung schaffen. Auf dieser Grundlage können bestehende Städte verdichtet, oder sogar neue Regionalstädte (Knoten zweiter Zentralität) und Kleinstädte (Knoten dritter Zentralität) entwickelt werden.

    Für Glarus heisst das konkret: aktives Lobbying in Bern, um Glarus Nord als Wirtschaftsstandort zu positionieren. Nur so kann sich der Kanton aus der Rolle des passiven Mitläufers im Finanzausgleich befreien. Es braucht eine klare Entscheidung zwischen Abwarten und aktiver Mitgestaltung. Wer mitgestalten will, muss investieren – in Planung und Entwicklung, Infrastrukturen, Standortmarketing und politische Überzeugungsarbeit.

    Welche Rolle spielt der kantonale Richtplan dabei und welche Einflussmöglichkeiten gibt es auf kommunaler Ebene?
    Der kantonale Richtplan reflektiert die heutige Situation und denkt diese linear weiter. Die Paradigmenwechsel, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen, werden darin nicht abgebildet. Der Richtplan bietet auch ungenügende Flexibilität, um auf die neuen exogenen und endogenen Herausforderungen reagieren zu können.

    Die Einflussmöglichkeiten auf die übergeordnete Richtplanung sind beschränkt. Die Kommune ist vom Kanton abhängig, und der Kanton seinerseits vom Bund. Zudem macht die Forderung nach Planbeständigkeit jede Innovation schwierig. Die Reaktionszeiten sind zu lang. Dennoch gibt es Hebel: Pilotprojekte und Entwicklungsschwerpunkte (ESP) ermöglichen es, innovative Ideen zu testen und neue Stadtmodelle zu erproben.

    Der heutige 105. immoTable in Glarus leistet einen wichtigen Beitrag zur dringend nötigen Diskussion, ob Glarus zum Standort für die Zukunft werden will.

  • Grünes Licht für Cargo sous terrain

    Grünes Licht für Cargo sous terrain

    Mit dem Sachplan-Beschluss des Bundesrats wird das innovative Gütertransportsystem Cargo sous terrain erstmals offiziell raumplanerisch verankert. Das privat initiierte Projekt soll künftig Waren durch ein unterirdisches Tunnelsystem vom Mittelland bis in die Städte transportieren. Dies rund um die Uhr, emissionsarm und unabhängig vom Strassenverkehr.

    Die Grundlage bildet das Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport (UGüTG), das bereits 2022 in Kraft trat. Es ermöglicht Unternehmen wie CST, solche Systeme unter klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen zu planen und umzusetzen.

    Erste Etappe zwischen Härkingen und Zürich definiert
    Im neu eingefügten Teil des Sachplans Verkehr legt der Bund nun den raumplanerischen Korridor für die erste Teilstrecke von Härkingen nach Zürich fest. Auch die geplanten Standorte für die Logistik-Hubs sind darin räumlich verortet. Der Plan schafft damit Planungs- und Rechtssicherheit für alle beteiligten Ebenen, vom Bund über die Kantone bis zu den Gemeinden.

    Kritische Punkte fliessen in Weiterentwicklung ein
    Im Rahmen einer Anhörung im ersten Halbjahr 2024 konnten betroffene Kantone und Gemeinden Stellung beziehen. Thematisiert wurden unter anderem die Auswirkungen auf das Grundwasser, das Verkehrsaufkommen an den Hubs und der Umgang mit dem Ausbruchmaterial aus dem Tunnelbau. Die Rückmeldungen werden in die Weiterentwicklung des Sachplans integriert. Widersprüche zu bestehenden Richtplänen bestehen laut Bund nicht.

    Wichtiger Schritt auf dem Weg zur Baubewilligung
    Mit dem Eintrag in den Sachplan ist eine zentrale Voraussetzung für die spätere Baubewilligung erfüllt. Weitere Bewilligungs- und Genehmigungsverfahren stehen noch bevor, doch der aktuelle Entscheid stärkt die Umsetzungsfähigkeit des Gesamtprojekts erheblich.

    Weg frei für ein neues Logistikzeitalter
    Mit dem Sachplanbeschluss setzt der Bundesrat ein klares Zeichen für nachhaltige und innovative Infrastrukturentwicklung. Cargo sous terrain könnte langfristig den Güterverkehr in der Schweiz revolutionieren, unterirdisch, leise und flächenschonend. Der raumplanerische Rahmen steht, jetzt beginnt die nächste Etappe der Umsetzung.

  • Swiss PV Circle schafft Grundlagen für die Wiederverwendung von Solarmodulen

    Swiss PV Circle schafft Grundlagen für die Wiederverwendung von Solarmodulen

    Rund die Hälfte der Photovoltaikmodule, die aktuell im Abfallstrom landen, sind grundsätzlich noch funktionsfähig. Das Swiss PV Circle-Projektentwickelte daher in den vergangenen eineinhalb Jahren praxisnahe Instrumente, technische Grundlagen, Marktanalysen und politische Empfehlungen, um die Wiederverwendung von PV-Modulen zu fördern, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Hinter dem Projekt stehen SENS eRecyclingSwissolar und die Berner Fachhochschule.

    Politische Empfehlungen konzentrieren sich auf finanzielle Anreize, etwa einen ReUse-Beitrag analog zu bestehenden Recyclingbeiträgen. Ausserdem werden Harmonisierungsmöglichkeiten wie ein schweizweites Label- und Zertifizierungssystem gefordert, um Qualität sichtbar zu machen und Vertrauen in Gebrauchtmodule zu schaffen. Schweizweit harmonisierte Bewilligungsspraxen für den Umgang mit gebrauchten Modulen und systematische Datenerhebungen bei Installation und Rückbau von Solaranlagen bauen weitere Hürden ab, heisst es in der Mitteilung.

    Praxisnahe Instrumente wie ein Plattformprototyp mit zugrunde liegendem Datenmodell ermöglichen die frühzeitige Einschätzung der passenden Kreislaufstrategie für gebrauchte Module. Das Projekt berechnete bis 2050 einen Rücklauf von 23’000 bis 90’000 Tonnen gebrauchter Photovoltaikmodule.

    Die Marktanalyse des Projekts fand heraus, dass die wirtschaftliche Rentabilität wiederverwendeter Module aufgrund niedriger Neupreise noch begrenzt ist. Gebrauchte Module werden aktuell vor allem in kleineren Anwendungen eingesetzt. Um eine breitere Akzeptanz zu erreichen, braucht es also attraktive Preise, geprüfte Qualität und eine hohe Restleistung der Module.

    Das Swiss PV Circle-Projekt will zukünftig Abfallmengen durch eine vermehrte Zweitnutzung von Modulen verringern. Dafür arbeiten SENS eRecycling, Swissolar und Berner Fachhochschule mit Partnern aus der Schweizer PV-Industrie zusammen.

  • Neues Recyclingzentrum soll Pionierprojekt der Kreislaufwirtschaft werden

    Neues Recyclingzentrum soll Pionierprojekt der Kreislaufwirtschaft werden

    Die Stadt Zürich will auf dem Juch-Areal in Zürich-Altstetten ein neues Recyclingzentrum errichten lassen. Als Investitionen für das Projekt werden 29,95 Millionen Franken veranschlagt. Dazu kommen 3,15 Millionen Franken, um das Juch-Areal aus dem Finanzvermögen in das Verwaltungsvermögen der Stadt zu übertragen. Aufgrund der hohen Summe wird es eine Volksabstimmung über die Realisierung des Projekts geben, informiert die Stadtverwaltung in einer Mitteilung.

    Der Ersatz für den 2024 geschlossenen Recyclinghof Hagenholz ist als Pionierprojekt der Kreislaufwirtschaft angelegt. Der zugrundeliegende Entwurf der Graber Pulver Architekten AG sieht vor, Stahlträger, Betonplatten und Trapezbleche aus Rückbauten unter anderem der Recylinghalle Hagenholz zu nutzen. Konstruktionssysteme und verwendete Materialien sollen nach Möglichkeit rückbaufähig und trennbar sein.

    Auch beim Betriebskonzept wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. So stehen die Weitergabe, Reparatur und Wiederaufbereitung der Einlieferungen im Vordergrund. An zweiter Stelle kommt die Wiederaufbereitung von Material. Nur was sich nicht dafür eignet, wird der Verbrennung in der Kehrichtverwertungsanlage zugeführt. Die Anlieferung soll zu Fuss, mit dem Velo, dem Auto und grösseren Transportfahrzeugen möglich sein.

    Der Baubeginn ist vorbehaltlich der Zustimmung des Stimmvolks für das zweite Quartal 2026 vorgesehen. Ab dem vierten Quartal könnte das Zentrum die Arbeit aufnehmen. Bis dahin bleibt der provisorische Recyclinghof Looächer in Zürich-Affoltern in Betrieb.

  • Führungswechsel bei Immobilienfirma aus Schlieren

    Führungswechsel bei Immobilienfirma aus Schlieren

    Die Geistlich Immobilia AG gibt einen Wechsel an der Spitze bekannt: Per Anfang Juli hat Ladina Esslinger die Leitung der Immobilienentwicklerin aus der Geistlich Gruppe übernommen, informiert Geistlich Immobilia in einer Mitteilung. Die bisherige Leiterin Projektentwicklung übernimmt die operative Leitung von Martin Geistlich. Der bisherige Geschäftsführer bleibt im Unternehmen aber als Verwaltungsratspräsident aktiv.

    Die Geistlich Immobilia AG nimmt innerhalb der Geistlich Gruppe die Neuausrichtung des ehemaligen Firmenareals in Schlieren war. Hier entsteht auf über 125’000 Quadratmetern der Stadtteil amRietpark. Um einen 600 Meter langen Park sind dabei rund 650 Wohnungen sowie Geschäfts- und Büroflächen angelegt. Aktuell geht Geistlich Immobilia die Realisierung des Projekts Lymhof an.

    «Unser Ziel ist es, Projekte zu realisieren, die Schlieren als Wohn- und Wirtschaftsstandort langfristig stärken, mit echtem Mehrwert für die Menschen, die hier leben, ebenso wie für ansässige und neue Unternehmen», wird Esslinger in der Mitteilung zitiert. Die neue Leiterin der Geistlich Immobilia AG hat Architektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich studiert und einen Executive Master of Business Administration an der Universität St.Gallen erworben.

  • AirBattery und CAES als Schlüssel zur Energiewende

    AirBattery und CAES als Schlüssel zur Energiewende

    Wenn Wind und Sonne ausfallen, braucht es verlässliche Reserven. Klassische Batteriesysteme stossen bei grossen Energiemengen und langen Speicherzeiten an Grenzen. Genau hier setzen Druckluftspeicher an. Sie wandeln überschüssige Energie in komprimierte Luft um und speichern sie in unterirdischen Kavernen, über Tage, Wochen oder sogar Monate hinweg. Bei Bedarf wird die Luft wieder entspannt und Strom erzeugt. Die AirBattery und modernisierte CAES-Systeme repräsentieren einen Wendepunkt in der Speichertechnologie.

    Innovative Kombination aus Druckluft und Wasser
    Die AirBattery  nutzt Salzkavernen, um Druckluft bei bis zu 200 bar zu speichern. Die Entspannung der Luft verdrängt Wasser, das eine Turbine antreibt. Ein geschlossener Wasserkreislauf sorgt für hohe Effizienz bei geringem Ressourceneinsatz. Erste Pilotprojekte zeigen Wirkungsgrade von 47 %, in Deutschland soll 2027/2028 die erste industrielle Anlage entstehen.

    CAES mit über 70 % Wirkungsgrad
    Während ältere CAES-Anlagen bei 40–55 % lagen, zeigen neue Entwicklungen wie an der North China Electric Power University, dass mit thermischer Rückgewinnung und Hybridisierung nun bis zu 70 % erreicht werden. Diese Innovation macht CAES erstmals wirtschaftlich attraktiv, mit Stromgestehungskosten zwischen 55 und 120 €/MWh. Gleichzeitig reduziert sich der Rohstoffverbrauch drastisch, da keine seltenen Metalle benötigt werden.

    Das Potenzial ist riesig
    Allein in Europa gibt es sehr viele geeignete Salzkavernen mit einem Speicherpotenzial von zwei Drittel des Jahresstromverbrauchs. In der Schweiz bieten Granitformationen, alte Festungen oder strategische Hohlräume vergleichbare Chancen. Die Nutzung vorhandener Infrastruktur macht CAES besonders nachhaltig und kosteneffizient.

    Wirtschaftlichkeit und Marktpotenzial
    CAES punktet mit Skaleneffekten und langer Lebensdauer. Investitionen rechnen sich besonders bei grossen Anlagen mit Speicherzeiten über 8 Stunden. Die Amortisationszeit liegt bei 6 bis 11 Jahren, der ROI kann bis zu 12 % betragen. Bis 2030 könnten weltweit 10–20 % des Speicherbedarfs durch CAES gedeckt werden, das entspricht einem Markt von über 100 GW Leistung.

    China macht vor, was Europa lernen kann
    China zeigt, wie gezielte politische Steuerung Speichertechnologien voranbringt. Klare Regulierungen, staatliche Zuschüsse und grüne Kreditlinien treiben dort den Ausbau massiv voran. In Europa fehlt bisher ein vergleichbarer Rahmen. Um das Potenzial zu heben, braucht es technologieoffene Förderinstrumente, schnellere Genehmigungen und Anreize für Netzdienstleistungen.

    Klimabilanz und Nachhaltigkeit
    CAES erreicht Lebenszyklus-Emissionen von nur 20–50 g CO₂/kWh, weit unter Gaskraftwerken und oft besser als Batteriesysteme. Dank langlebiger Komponenten, geringer Flächenbeanspruchung und ressourcenschonender Bauweise wird CAES zum Baustein für eine klimaneutrale Energiezukunft. Die Kombination mit Power-to-Gas oder Batteriesystemen bietet zusätzliche Flexibilität.

    Druckluftspeicher werden strategischer Erfolgsfaktor
    AirBattery und moderne CAES-Systeme könnten zum Rückgrat der Energieversorgung von morgen werden. Ihre Fähigkeit, erneuerbare Energie über lange Zeiträume effizient zu speichern, macht sie zu einer echten Alternative, auch wirtschaftlich und ökologisch. Für Versorger, Stadtwerke und Investoren ist jetzt der Zeitpunkt, Pilotprojekte zu realisieren und regulatorische Voraussetzungen zu schaffen. Die nächsten Jahre entscheiden, ob CAES vom Nischenprodukt zum Systembaustein der Energiewende wird.

  • Zürcher Militärkaserne wird zum Bildungszentrum

    Zürcher Militärkaserne wird zum Bildungszentrum

    Nach dem Auszug der Kantonspolizei im Jahr 2022 startet nun der nächste Abschnitt in der Geschichte des denkmalgeschützten Gebäudes. Die 120 Meter lange Militärkaserne wird zum neuen Zuhause des Bildungszentrums für Erwachsene. Mitten in der Stadt Zürich entsteht bis 2029 ein Ort für lebenslanges Lernen, getragen von der kantonalen Maturitätsschule für Erwachsene und der Berufsfachschule EB Zürich. Ziel ist es, Erwachsenen neue Bildungswege und berufliche Perspektiven zu eröffnen, vom Nachholen der Maturität bis zum digitalen Kompetenzaufbau.

    Architektur mit Respekt und Zukunft
    Das Umbauprojekt basiert auf dem Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs von 2019. Der Entwurf der ARGE «spillmann echsle / Takt» verbindet den Respekt vor der historischen Bausubstanz mit einer zukunftsgerichteten Bildungsarchitektur. Das zentrale Atrium, ein lichtdurchfluteter Innenhof mit Glasdach, wird zum Herzstück des neuen Lernraums. Gleichzeitig entsteht im Erdgeschoss ein öffentliches Restaurant in den ehemaligen Kasernen-Kantinen, inklusive weiterer Räume für publikumsorientierte Nutzungen.

    Nachhaltige Sanierung eines nationalen Kulturguts
    Die technische, energetische und bauliche Erneuerung des Gebäudes ist umfassend. Die stark beschädigte Natursteinfassade aus Berner Sandstein wird restauriert, Fenster ersetzt, moderne Gebäudetechnik eingebaut und eine Photovoltaikanlage auf dem Hauptdach installiert. Beheizt wird künftig mit Fernwärme. Damit erfüllt die ehemalige Kaserne höchste Standards in Sachen Energieeffizienz und Denkmalpflege.

    Investition in Bildung und Gesellschaft
    Mit Gesamtkosten von rund 180 Millionen Franken ist das Projekt ein bedeutender Beitrag zur Bildungs- und Stadtentwicklung. 122 Millionen sind für die Instandsetzung gebunden, weitere 58 Millionen fliessen in die Umnutzung zum Bildungsgebäude. Der Regierungsrat und der Kantonsrat haben die Mittel bereits bewilligt. Im Frühjahr 2029 soll der Schulbetrieb aufgenommen werden. Ein starker Impuls für den Bildungsstandort Zürich und ein Symbol für die Transformation öffentlicher Räume.

  • CH Media steigt bei Immobilienportal ein

    CH Media steigt bei Immobilienportal ein

    Die Kapitalerhöhung bei Newhome führt zu einer Neuverteilung der Anteile. Die 19 beteiligten Kantonalbanken reduzieren ihren Anteil auf 39,25 %, die Next Property AG  mit 536 Unternehmen der Immobilienbranche, hält neu 23,35 %, AXA 17,4 % und CH Media steigt mit 20 % als neuer Aktionär ein. Ziel ist eine langfristige Stärkung der Plattform als regional führendes Immobilienportal.

    Medienkraft trifft Immobilienkompetenz
    Mit der Beteiligung verschmelzen zwei unterschiedliche, aber komplementäre Kompetenzen. Während Newhome über langjährige Erfahrung in der digitalen Vermarktung und im Plattformbetrieb verfügt, bringt CH Media seine mediale Marktmacht und regionale Verankerung ein. Diese Kombination soll insbesondere die Sichtbarkeit und Relevanz der Plattform im Markt weiter ausbauen.

    Ein strategischer Schritt in einen Wachstumsmarkt
    CH Media baut damit seine Aktivitäten im digitalen Kleinanzeigengeschäft weiter aus. Neben Jobportalen wird nun auch der Immobilienbereich als attraktives Wachstumsfeld erschlossen. CEO Michael Wanner sieht in der Beteiligung ein konsequentes Element der Unternehmensstrategie und betont das Potenzial, die Nutzerbasis zu erweitern.

    Fairness und Partnerschaft
    Die bestehenden Anteilseigner begrüssen die Beteiligung von CH Media ausdrücklich. Für sie bleibt klar, Newhome soll als transparentes und fair gestaltetes Immobilienportal wachsen, ohne Datenverkauf, ohne Eingriff in Transaktionen, ohne einseitige Preisgestaltung. Das gemeinsame Ziel lautet, nachhaltiger Ausbau des Portals im Dienst der Nutzerinnen und Nutzer.

    Stärkung aus eigener Kraft
    Die Beteiligung von CH Media steht exemplarisch für eine neue Phase im digitalen Immobilienmarkt. Plattformen, die durch Zusammenarbeit von Medienhäusern und Branchenakteuren getragen werden, gewinnen an Bedeutung. Newhome positioniert sich als regional verwurzelte, unabhängige Alternative und setzt ein klares Zeichen gegen die Monopolisierung im Online-Immobiliengeschäft.

  • Zirkulär denken, gemeinsam bauen

    Zirkulär denken, gemeinsam bauen

    Das Circular Time Lab der Hochschule Luzern bringt Theorie und Praxis, Entwurf und Handwerk, Lehre und Stadtentwicklung zusammen. Es ist ein interdisziplinäres Projekt des Kompetenzzentrums Typologie & Planung in Architektur und des Architekturstudiengangs der HSLU. Gemeinsam mit Lernenden aus Holzbaubetrieben der Region entwickeln die Studierenden Strukturen, die nicht nur architektonisch ansprechend, sondern auch vollständig wiederverwendbar sind.

    Der Fokus liegt beim gemeinsamen Lernen und Gestalten. Die Studierenden gewinnen Einblick in handwerkliche Abläufe und technische Möglichkeiten, während die Lernenden an Entwurfsprozessen teilhaben. Das Resultat ist ein tiefes Verständnis für ressourcenschonendes Bauen, das Kreisläufe schliesst und Materialwert bewahrt.

    Architektur zum Erleben – mitten in Luzern
    Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind seit Juni 2025 an zwei zentralen Orten im Kanton Luzern erlebbar, auf dem Inseli beim Bahnhof und beim Viscosi-Areal in Emmenbrücke. Dort laden luftige Holzbauten mit farbenfrohen Stoffen zum Verweilen, Beobachten und Innehalten ein. Sie bieten Schutz vor Sonne und Regen und regen gleichzeitig zum Nachdenken an.

    Die Strukturen sind dabei mehr als nur ästhetische Interventionen im Stadtraum. Sie sind gebaute Statements für eine Baukultur, die Verantwortung übernimmt. Ihre offene Gestaltung lädt Menschen zum Dialog ein und macht Nachhaltigkeit sichtbar und greifbar. Der «Luzerner Sommer» wird damit zum Experimentierfeld für eine Architektur, die nicht auf Dauer zielt, sondern auf Wirkung.

    Kreislauf statt Rückbau
    Im Circular Time Lab steht die Wiederverwendung im Zentrum. Die Holzpavillons sind nicht als Einmalbauten konzipiert, sondern als temporäre Strukturen mit Zukunft. Bereits beim ersten Aufbau wurde auf bestehende Holzbauteile zurückgegriffen. Alle Verbindungen sind lösbar, alle Masse erhalten. Im Herbst 2025 folgt der Rückbau, 2026 entsteht aus denselben Elementen ein neuer Pavillon mit neuer Funktion.

    Dieser iterative Ansatz ist nicht nur ressourcenschonend, sondern schult auch das planerische Denken. Denn zirkuläres Bauen verlangt Kreativität und Präzision. Wie fügt sich ein alter Balken in einen neuen Entwurf? Wie schafft man Schönheit ohne Verschwendung? Diese Fragen begleiten die Teilnehmenden des Circular Time Labs während des gesamten Prozesses und stärken ihre Kompetenzen für das nachhaltige Bauen von morgen.

    Teil eines internationalen Netzwerks
    Das Luzerner Projekt ist in das europäische Forschungsprogramm BAUHALPS, Building Circular in the Alps eingebettet. 13 Partnerinstitutionen aus sechs Ländern entwickeln darin gemeinsam neue Strategien für zirkuläres Bauen im Alpenraum. Das Circular Time Lab dient dabei als lebendiges Reallabor. Ein Ort für Experimente, für Austausch, für angewandte Forschung.

    Die Kooperation eröffnet den Studierenden und Lernenden nicht nur neue Perspektiven, sondern auch internationale Netzwerke. So wird aus einem lokalen Holzbauprojekt ein Baustein für den transnationalen Wandel, ein Impuls, der weit über Luzern hinausstrahlt.

    Zukunft beginnt im Kleinen
    Die Holzstrukturen des Luzerner Sommers mögen auf den ersten Blick klein wirken. Doch sie tragen grosse Ideen in sich, Zusammenarbeit, Kreislaufwirtschaft, Bildung und Verantwortung. Das Circular Time Lab zeigt, wie nachhaltiges Bauen in der Ausbildung verankert und im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden kann. Denn wer Materialien wiederverwenden will, muss zuerst Ideen neu denken.

  • Fribourg.swiss Marke stärkt internationale Position

    Fribourg.swiss Marke stärkt internationale Position

    Der Kanton Freiburg schärft sein Profil im globalen Wettbewerb. Mit fribourg.swiss setzt die Wirtschaftsförderung auf eine klarere und international verständliche Marke. Die neue Plattform richtet sich gezielt an Unternehmen, Investoren und Innovationsakteure im In- und Ausland. Dank der offiziellen Domain-Endung «.swiss» wird die Zugehörigkeit zu Schweizer Qualitätsstandards unterstrichen, kompakt, zugänglich und markenstark.

    Exzellenz sichtbar machen
    «fribourg.swiss ist unser strategisches Schaufenster nach aussen», sagt WIF-Direktor Jerry Krattiger. Im Zentrum stehen Unternehmen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie Kompetenzzentren, die den Kanton Freiburg wirtschaftlich prägen. Themen wie Biowirtschaft, Industrie 4.0, Life Sciences oder Technologietransfer zeigen die Vielfalt und Zukunftsfähigkeit des Standortes.

    Multikanal-Kommunikation für maximale Reichweite
    Die neue Marke ist bereits auf allen extern ausgerichteten Kanälen aktiv, von der Website über Newsletter bis hin zu internationalen LinkedIn-Aktivitäten. Über Botschaften, Konsulate und Fachnetzwerke findet der Inhalt weltweite Verbreitung. Gleichzeitig stärkt die neue Markenidentität auch die interne Wahrnehmung der wirtschaftlichen Stärken und schafft ein gemeinsames Bewusstsein innerhalb des Kantons.

    Sichtbarkeit und Identifikation
    Mit fribourg.swiss schlägt der Kanton Freiburg ein neues Kapitel in der Standortvermarktung auf. Eines, das auf digitale Klarheit, internationale Reichweite und regionale Verankerung setzt. Die wirtschaftliche Dynamik des Kantons wird damit stärker sichtbar und breiter anerkannt, innerhalb wie ausserhalb der Schweiz.

  • Europas Strommix verändert sich

    Europas Strommix verändert sich

    Deutschland produzierte von Januar bis Juni 2025 rund 40 Terawattstunden Solarstrom, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch Frankreich, Belgien, Dänemark und Polen verzeichneten Zuwächse bei der Photovoltaik. Der Ausbau zeigt Wirkung, doch die parallele Flaute beim Windstrom belastete die Gesamtbilanz. Mit 60,3 TWh lag die Windstromerzeugung rund 18 % unter dem Vorjahr. Damit fiel der Anteil erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland leicht auf 60,9 % (2024: 65,1 %).

    Europaweiter Trend mit regionalen Unterschieden
    Innerhalb der EU sank die kombinierte Stromerzeugung aus Wind und Sonne im ersten Halbjahr 2025 leicht auf 344,4 TWh, gegenüber 358,1 TWh im Vorjahr. Die Zahlen des Fraunhofer ISE zeigen, während der Solarausbau in vielen Ländern Früchte trägt, machen sich meteorologische Schwankungen wie Windflauten stärker bemerkbar.

    Der Stromhandel passt sich an
    Deutschland importierte im ersten Halbjahr 7,7 TWh Strom , vor allem aus Skandinavien, wo Wind- und Wasserkraft weiterhin günstige Preise ermöglichen. Diese Importe waren preislich attraktiver als heimischer Strom aus fossilen Kraftwerken. Exporte gingen unter anderem nach Österreich, Tschechien und Polen.

    Strompreise steigen leicht – Kundenpreise stabil
    Nach dem Preisrückgang der letzten Jahre stieg der durchschnittliche Börsenstrompreis im ersten Halbjahr 2025 wieder auf 86,64 Euro/MWh. Die höchsten Preise verzeichneten die windarmen Monate Januar und Februar. Mit durchschnittlich 27 Cent pro Kilowattstunde im Juni lagen die Strompreise für Neukunden wieder auf dem Niveau von 2021.

    CO2-Kosten und Gaspreise steigen wieder
    Parallel zum Strommarkt steigen die CO₂-Zertifikatspreise um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auch Erdgas war teurer als im ersten Halbjahr 2024. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie sensibel der Energiemarkt auf Angebotsschwankungen und politische Rahmenbedingungen reagiert und wie wichtig eine zukunftsfähige, resiliente Energieinfrastruktur ist.

  • Alpine Solaranlage für Zentralschweiz entsteht in Spiringen

    Alpine Solaranlage für Zentralschweiz entsteht in Spiringen

    Die APV Sidenplangg AG, ein Partnerwerk des Urner Energiedienstleisters energieUri AG aus Altdorf und der Grünstromproduzentin aventron AG aus Münchenstein BL, bauen die erste alpine Solaranlage der Zentralschweiz, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Anlage befindet sich im Gebiet Sidenplangg oberhalb des Dorfes Spiringen im Urner Schächental.

    Die alpine Photovoltaikanlage bedeckt eine Fläche von 10,7 Hektar auf einer Höhe von 1800 bis 2000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Energieeinspeisung erfolgt durch eine bestehende Trafostation. Die Anlage wird eine Leistung von 8 Megawatt haben und ab 2029 jährlich 12,5 Gigawattstunden erneuerbaren Solarstrom erzeugen. Die Investitionskosten betragen 40 Millionen Franken, davon bleiben laut Mitteilung 31 Millionen Franken in Form von Aufträgen für regionale Firmen im Kanton Uri.

    Projekte der nationalen Solarexpress-Initiative sind laut Mitteilung wesentlich für die Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit der Schweizer Stromversorgung. Die Schweiz ist dafür insbesondere auf den Ausbau ihrer Winterstromproduktion angewiesen. Die Höhenlage und das Produktionsprofil machen alpine Solaranlagen wie in Spiringen für die Winterstromproduktion besonders geeignet, da sie im Winterhalbjahr dreimal so viel Strom erzeugen wie ihre Pendants im Flachland.

    «Wir freuen uns, zusammen mit unserer Partnerin energieUri die erste alpine Solaranlage der Zentralschweiz umzusetzen. Dieses Projekt unterstreicht die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Mittelland und den Bergkantonen sowie das gemeinsame Engagement für die erneuerbare schweizerische Energieproduktion», wird Dominik Baier zitiert, Verwaltungsratspräsident der aventron AG.

  • Digital Journey Challenge 2025 jetzt bewerben

    Digital Journey Challenge 2025 jetzt bewerben

    Die digitale Transformation ist nicht aufzuhalten und bietet gerade kleinen und mittleren Unternehmen enorme Möglichkeiten. Die Digital Journey Challenge 2025, lanciert vom Centre Suisse d’Électronique et de Microtechnique (CSEM), richtet sich an Unternehmen und Start-ups, die ihre Innovationskraft mit digitaler Technologie auf ein neues Niveau heben wollen.

    Im Zentrum steht die Förderung zukunftsweisender Projekte in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Internet of Things (IoT), Automatisierung oder anderen Schlüsseltechnologien. Bewerberinnen und Bewerber erhalten professionelle Begleitung, technologische Expertise und bis zu 100’000 Franken finanzielle Unterstützung.

    Drei starke Argumente für Ihre Teilnahme
    Technologie-Boost
    Zugang zu CSEM-Know-how in acht Schlüsseltechnologien

    Finanzielle Förderung
    Bis zu 100’000 CHF für Entwicklungszeiten, Beratung und Technologietransfer

    Marktposition stärken
    Höhere Sichtbarkeit, mehr mediale Präsenz, Zugang zu Expertennetzwerken

    Einfacher Bewerbungsprozess, grosse Wirkung
    Die Teilnahme ist unkompliziert. Interessierte laden das Factsheet herunter, beschreiben ihre Idee und reichen das Formular ein. Alle Informationen und Bedingungen sind auf der CSEM-Website abrufbar. Die Bewerbungsfrist endet am 15. September 2025.

    Erfolgsbeispiel
    Wie wirkungsvoll die Challenge sein kann, zeigt das Siegerprojekt 2024. Die Varioprint AG überzeugte mit ihrer KI-gestützten 3D-Inspektionslösung für Leiterplatten. Ihr Projekt «AI in Every Pixel» adressiert einen globalen Wachstumsmarkt und beschleunigt die Qualitätskontrolle in der Elektronikindustrie nachhaltig.

    Bewerben Sie sich jetzt und gestalten Sie Ihre digitale Transformation aktiv mit.

  • Barrierefreie Modernisierung des Bildungszentrums im Limmattal gestartet

    Barrierefreie Modernisierung des Bildungszentrums im Limmattal gestartet

    Der Kanton Zürich hat in einer Medienmitteilung den Baustart der Instandsetzung des Bildungszentrum Limmattal (BZLT) in Dietikon angekündigt. Das denkmalgeschützte Gebäude soll ab Beginn der Sommerferien über zwei Jahre erneuert werden und künftig ein modernes und auf die Bedürfnisse der Lernenden angepasstes Lernumfeld bieten.

    Das 1969 errichtete Berufsschulhaus befindet sich weitgehend im Originalzustand und wird vom BZLT als Kompetenzzentrum für Logistik-, Strassentransport- und Recyclingberufe genutzt. Mit einer Investition von 42 Millionen Franken wird das Gebäude nun erneuert, um nach Abschluss der Arbeiten 2027 ein verbessertes und barrierefreies Lernumfeld zu bieten. Die Architekturführung übernimmt dabei die Zürcher Ernst Niklaus Fausch Partner AG.

    Im obersten Geschoss soll eine offene, interdisziplinär nutzbare Lernlandschaft entstehen, die diverse Möglichkeiten zum selbstgesteuerten und gemeinsamen Lernen bieten soll. Die Untergeschossflächen sollen derweil zu modernen Sporträumen umgebaut werden.

    Mit dem Umbau wird das Bildungszentrum gemäss den Standards von Minergie-ECO und dem Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz (SNBS) zertifiziert. So soll das Gebäude an das regionale Fernwärmenetz angeschlossen werden und auf dem Dach eine Technikzentrale mit einer Photovoltaikanlage entstehen. Begrünte Dach- und Terrassenflächen sollen zusätzlich zur Kühlung beitragen und die Biodiversität fördern. Nach der Instandsetzung wird das Gebäude ausserdem barrierefrei zugänglich sein.

    Das Gebäude des Architekten Georges Künzler steht unter Denkmalschutz. Die Massnahmen zur Modernisierung und Sanierung wurden deshalb in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege erarbeitet. Dabei soll unter anderem das äussere Erscheinungsbild der Fassade erhalten bleiben. Die Arbeiten sollen 2027 abgeschlossen werden. Bis dahin wird der Schulbetrieb provisorisch im Schulhaus an der Lagerstrasse 55 in Zürich stattfinden.

  • Zuger Stadtparlament unterstützt Bebauungsplan Metalli

    Zuger Stadtparlament unterstützt Bebauungsplan Metalli

    Der Bebauungsplan Metalli ist in den politischen Bewilligungsprozess gegangen, informiert die Zug Estates Gruppe in einer Mitteilung. Die auf den Wirtschafts- und Lebensraum Zug konzentrierte Immobiliengesellschaft plant, die bestehende Einkaufsallee in einen lebendigen Stadtteil weiterzuentwickeln. Dabei sollen zusätzlicher Wohnraum und neue öffentliche grüne Aussenräume entstehen.

    Der Stadtrat der Stadt Zug hatte dem Bebauungsplan Metalli bereits am 8. April zugestimmt. Am 17. Juni fand der Bebauungsplan in erster Linie auch die Zustimmung des Grossen Gemeinderats der Stadt Zug. Nun gehen die Pläne in die öffentliche Auflage, bevor sie voraussichtlich im Frühjahr 2026 zur zweiten Lesung in den Grossen Gemeinderat zurückkehren. Danach kann Zug Estates den eigentlichen Planungsprozess mit einem Architekturwettbewerb einleiten.

    Der Bebauungsplan Metalli sieht die Schaffung von 160 neuen Wohnungen vor, von denen 130 zusätzlich zum bestehenden Wohnangebot entstehen. Dafür sind Aufstockungen bestehender Gebäude und ein neues Hochhaus geplant. Als Eingangstor der Metalli soll ein neuer Platz mit Verbindung zum Bahnhofsareal fungieren. Zudem will Zug Estates eine öffentliche und parkähnliche Dachterrasse anlegen.

    «Mit dem Vorhaben Lebensraum Metalli greifen wir bewährte Qualitäten auf und erhalten die charakteristische Architektur der Metalli mit ihren Glasdächern, Arkaden und der typischen Materialisierung», wird Peter Wicki, Leiter Projektentwicklung Zug Estates, in der Mitteilung zitiert. «Durch die gezielte Aufwertung und Modernisierung der Infrastruktur sowie durch die Attraktivitätssteigerung der Einkaufsallee ist der Lebensraum Metalli zudem eine Chance für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Detailhandels sowie der Gastronomie.»

  • Zusammenschluss stärkt Gebäudetechnik im Thurgau

    Zusammenschluss stärkt Gebäudetechnik im Thurgau

    Die NEGXT AG, ein Planungsunternehmen für Netz- und Gebäudetechnik mit Sitz in Kreuzlingen, übernimmt die Edelmann Ingenieurbüro AG aus Thalheim rückwirkend per 1. Januar 2025. Das Edelmann Ingenieurbüro soll laut einer Medienmitteilung organisatorisch und operativ in die bestehenden Strukturen von NEGXT integriert werden. Beide Unternehmen gehören der energie thurgau (EKT) Gruppe aus Arbon an.

    Mit dem Zusammenschluss möchte NEGXT seine regionale Präsenz im Raum Zürich und Thurgau stärken. Gleichzeitig kann das Unternehmen so seine Kompetenzen in den Bereichen Elektroplanung, Bauleitung und Fachkoordination für elektrische Gebäudeinfrastrukturen ausbauen. Zu den weiteren Vorteilen gehören laut Mitteilung eine stärkere Leistungsbasis, eine gebündelte Fachkompetenz von zwei etabliertern Teams, erweiterte Kapazitäten für grössere und komplexere Projekte sowie eine stärkere regionale Verankerung.

    Die bisherigen Ansprechpersonen sollen unverändert bleiben. Dabei übernimmt Roman Edelmann, bisheriger Geschäftsführer der Edelmann Ingenieurbüro AG, innerhalb der NEGXT AG die Position als Leiter Gebäude am Standort Thalheim. Darüber hinaus wird er in die Geschäftsleitung von NEGXT aufgenommen.

  • CEO wird Teilhaber bei Baugruppe

    CEO wird Teilhaber bei Baugruppe

    Die ERNE Gruppe nimmt ihren CEO Giuseppe Santagada als Teilhaber auf. Der seit Jahresbeginn 2024 amtierende CEO steigt auch als Minderheitsaktionär bei der Bau- und Immobiliengruppe aus Laufenburg ein, informiert die ERNE Gruppe in einer Mitteilung. Das Familienunternehmen wird in vierter Generation von der Gründerfamilie gehalten.

    «Die Zusammenarbeit mit Giuseppe Santagada verläuft seit dem ersten Tag partnerschaftlich, engagiert und auf Augenhöhe» werden Daniel und Christoph Erne, Verwaltungsratspräsident und -vizepräsident, in der Mitteilung zitiert. Der promovierte Ökonom trage mit unternehmerischen Weitblick und Führungserfahrung zur strategischen Weiterentwicklung der Gruppe bei. «Die Aufnahme als Minderheitsaktionär ist Ausdruck unseres gegenseitigen Vertrauens und unserer Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitenden, Kunden, Partnern und der Familie.»

    Die Gesellschaften der ERNE Gruppe sind auf die gesamte Bauwirtschaft von der Rohstoffgewinnung über Planung und Realisierung von Projekten bis hin zu Rückbau, Entsorgung und Wiederverwertung spezialisiert. Das Unternehmen verfügt neben dem Hauptsitz in Laufenburg über weitere Standorte in der Schweiz sowie in Deutschland und ist in der Schweiz, in Deutschland und in Luxemburg aktiv.

  • Verdichtung verdrängt in Genf weniger Mietende als in Zürich

    Verdichtung verdrängt in Genf weniger Mietende als in Zürich

    Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben laut einer Mitteilung im Auftrag des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO) untersucht, wie sich die bauliche Verdichtung auf die Zusammensetzung der Bevölkerung auswirkt. Die Studie «Bautätigkeit und Verdrängung» zeigt, dass die Auswirkungen sich in den fünf grössten Agglomerationen deutlich unterscheiden.

    Genf, Lausanne und Bern weisen eine höhere Wohnungsbautätigkeit auf als Zürich, verdichten aber wirksamer. Zwischen 2020 und 2023 entstanden dort durch Ersatzneubauten 1,6 bis zweimal so viele Wohnungen pro abgebrochene Wohnung wie in Zürich. In der Agglomeration Zürich wurden zudem 5,4 mal so viele Ersatzneubauten erstellt als Gebäude aufgestockt, während in Genf, Basel und Bern doppelt so viele Gebäude aufgestockt wurden, wie Ersatzneubauten erstellt wurden.

    Die durchschnittliche Zimmergrösse von Ersatzneubauten in der Deutschschweiz ist zudem um 25 Prozent grösser als in abgebrochenen Wohnungen. In der Romandie wurden die Wohnungen bloss um 6 bis 8 Prozent grösser. Bauliche Verdichtung führt so in der Romandie zu einem höheren Anstieg der Nutzungsdichte als in der Deutschschweiz.

    Trotz der höheren Verdichtung in der Westschweiz waren in der Agglomeration Zürich im Zeitraum 2015 bis 2020 insgesamt 1,02 Prozent der Gesamtbevölkerung (14‘373 Personen) von Verdrängung durch Hausabbrüche oder Totalsanierung betroffen. Das sind relativ an der Gesamtbevölkerung zwölfmal mehr als die 467 Betroffenen in der Genfer Agglomeration (0,08 Prozent).

    Die Studie zeigt auch, dass verdrängte Haushalte ein um 30,5 bis 39,6 Prozent tieferes Medianeinkommen aufwiesen als die Gesamtbevölkerung. Damit seien gerade diejenigen von Verdrängung betroffen, die Schwierigkeiten hätten, eine neue bezahlbare Wohnung zu finden, heisst es in der Mitteilung des BWO.

  • Platanen kühlen Städte auch bei extremer Hitze

    Platanen kühlen Städte auch bei extremer Hitze

    Platanen verdunsten auch bei extremer Hitze von über 39 Grad Wasser und kühlen ihre Umgebung. Das hat eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) mit Sitz in Birmensdorf und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) herausgefunden. Die Studie wurde laut einer Mitteilung im Frühjahr und Sommer 2023 in Lancy im Kanton Genf durchgeführt. Dieser erlebte im Messzeitraum zwei Hitzewellen bis fast 40 Grad.

    Die Forscher massen an acht Platanenstämmen den Saftfluss. Dieser erlaubt Rückschlüsse auf die verdunstete Wassermenge und damit auf die Kühlleistung der Bäume. Der Wasserfluss nahm trotz zunehmender Hitze und trockener Luft zu. Die Forscher vermuten, dass tiefliegende Wasserreserven im Boden den zunehmenden Wasserfluss ermöglichten.

    Die Studie widerlegt die Annahme, dass Bäume ab einer Temperatur von 30 bis 35 Grad ihre Blattporen schliessen, um Wasserverlust zu vermeiden, der Kühleffekt also verloren geht. Bisherige Modelle, mit denen sich die zukünftige Hitzeverteilung in Städten feststellen lässt, wären daher also ungenau, heisst es in der Mitteilung.

    Der anhaltende Kühleffekt der Platanen ist eine gute Nachricht für das Stadtklima. «Tage mit über 30 Grad Celsius werden häufiger», erklärt Studienleiter Dr. Christoph Bachofen.

    «Offensichtlich haben wir noch nicht vollständig verstanden, wie Bäume auf extreme Bedingungen reagieren», so Bachofen. Die Forscher wollen zukünftig das Transpirationsverhalten anderer Stadtbäume bei extremer Hitze messen. Damit wollen sie herausfinden, welche Baumarten wie mit Hitze umgehen und ihre Kühlfunktion in Städten am besten erfüllen können.

  • Klimafonds Stadtwerk Winterthur vergibt Fördergelder

    Klimafonds Stadtwerk Winterthur vergibt Fördergelder

    Der Klimafonds Stadtwerk Winterthur vergibt in diesem Jahr 70‘000 Franken für umweltfreundliche Projekte, heisst es in einer Mitteilung. Der Klimafonds fördert bereits seit 2007 Projekte zu Klimaschutz, Energieeffizienz sowie CO2-Reduktion.

    Mit einer Summe von 30‘000 Franken wird die in Kloten ansässige Next Gas GmbH bedacht. Sie entwickelt Biogasreaktoren für kleine und mittlere Bauernhöfe. Dabei wird das Potential von Gülle für das Erzeugen von dezentraler Wärme und Strom genutzt. Die Fördermittel sollen in ein Pilotprojekt fliessen, in dem bei laufendem Betrieb das Fermentierungsverfahren von Next Gas getestet wird.

    Mit 20‘000 Franken wird ein Pilotprojekt des Vereins Soily unterstützt. Hier wird bei Betrieben in der Region Winterthur ein Spezialkompost mit einem idealen Gemisch von Mikroorganismen getestet. Dafür wird zunächst ein Versuchsfeld von 50 Quadratmetern angelegt.

    Die in Wallisellen ansässige SimpleTrain GmbH bietet eine Online-Plattform für internationale Bahnreisen an. Die erweiterte Plattform soll auch Buchungen für bislang nicht angebundene Strecken ermöglichen. Mit der Unterstützung von Klimafonds Stadtwerk Winterthur werden konkrete Routen wie die von Winterthur nach Barcelona via Lyon angeboten. Für das Projekt erhält SimpleTrain ebenfalls eine Unterstützung in Höhe von 20’000 Franken.

    Der Fonds finanziert sich unter anderem durch freiwillige Beiträge von Stromkunden in Höhe von 2 Rappen pro bezogene Kilowattstunde. Für einen durchschnittlichen vierköpfigen Haushalt bedeutet dies einen Betrag von 8 Franken je Monat, heisst es in der Mitteilung.