Kategorie: immoNews

immoNews – Aktuelle Immobiliennews, Branchenmeldungen & Entwicklungen aus der Schweizer Immobilienwirtschaft auf einen Blick.

  • Spatenstich für neue Produktionshalle in Birr

    Spatenstich für neue Produktionshalle in Birr

    BRUGG Lifting, Teil der BRUGG Group aus Brugg AG, nimmt im Januar die zweite Ausbaustufe seines Industrieparks 2025 am Standort in Birr in Angriff. Für die neue Produktionshalle 6 wurde jetzt mit einem feierlichen Spatenstich vor Gästen aus Lokalpolitik, Wirtschaft und Medien der symbolische Grundstein gelegt. «Mit diesem Projekt setzen wir ein starkes Zeichen für unsere Innovationskraft und unser Engagement für die Region», wird CEO Markus Grüter in einer Mitteilung zitiert.

    Die Produktionshalle 6 wird mit zwei automatisierten Kleinteilregalen ausgestattet und dient gleichzeitig als Standort für die Logistik. Zudem werden drei Verladerampen integriert. Die Investitionssumme beträgt 9,5 Millionen Franken. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich im Februar 2026 abgeschlossen sein.

    In einem ersten Schritt war die neue Beltmantelanlage – die Produktionsmaschine für die Flachriemen des Aufzugsystems BRUbelt – in der bestehenden Produktionshalle errichtet worden. Dafür betrugen die Kosten 3,5 Millionen Franken. Gleichzeitig wurde zur Unterstützung der Produktion ein neues Schieberegal errichtet, das Lagerplatz für über 1600 Paletten für Fertigprodukte, Rohmaterialien und Halbfabrikate bietet. Die Leichtbauhalle wurde zusammen mit dem Schieberegal am 6. Dezember 2024 in Betrieb genommen.

    «Die neue Produktionshalle ermöglicht eine optimale Integration der neuen Beltmantelanlage und schafft mit einem modernen Logistikkonzept einen effizienten Warenfluss», so Grüter. «Zudem wird der Bereich Maintenance modern gestaltet, um unsere Lernenden noch besser einbinden zu können.»

  • 850’000 Euro Kapital für nichtfossile Wärme in der Industrie

    850’000 Euro Kapital für nichtfossile Wärme in der Industrie

    SolidWatts hat eine Pre-Seed-Investitionsrunde mit 850’000 Euro abgeschlossen. Wie die 2022 von ehemaligen Mitarbeitern des CERN gegründete Ausgliederung des Genfer Nuklearforschungszentrums in einer Mitteilung informiert, wurde die Runde von der Athener Risikokapitalgesellschaft Evercurious angeführt. Beteiligt haben sich auch der Basler Start-up-Förderer Kickfund und Angel-Investoren.

    SolidWatts stellt mit dielektrischer Erwärmung, die auch als Mikrowellen-, Radiofrequenz- oder Hochfrequenzerwärmung bekannt ist, nichtfossile Wärme für industrielle Prozesse zur Verfügung. Dabei wird in einem Werkstoff Wärme durch ein elektromagnetisches Wechselfeld erzeugt.

    Laut Unternehmensangaben ist dies «eine unglaublich effiziente Methode, um Wärme für industrielle Prozesse wie Trocknen, Aushärten, Schweissen, Formen und die chemische Umwandlung von Materialien zu erzeugen». Die unternehmenseigene Solid-State-Power-Amplifier-Technologie erreichte «bisher unübertroffene Leistungs- und Effizienzniveaus». Das CERN verfügt über die weltweit grösste und leistungsstärkste Installation eines solchen Festkörper-Leistungsverstärkers.

    Wie SolidWatts-CEO und -Mitgründer Dr. Markus Aicheler in der Mitteilung ausführt, wird das frische Kapital aus der Investitionsrunde es SolidWatts ermöglichen, «die Entwicklung und den Einsatz unserer Technologie zu beschleunigen und der Industrie dabei zu helfen, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich zu reduzieren und die CO2-Emissionen drastisch zu senken». Dabei will das Unternehmen für seine Produkte Megawatt-Leistungsstufen erreichen.

  • Kantonsspital Baden feiert Schlüsselübergabe für Neubau des Spitals

    Kantonsspital Baden feiert Schlüsselübergabe für Neubau des Spitals

    Das KSB ist mit der Schlüsselübergabe am 22. Januar nun auch offiziell verantwortlich für den Spitalsneubau. Die Schlüssel wurden dabei von Schauspielerin Salomé Jantz in der Rolle der Königin Agnes von Ungarn übergeben, informiert das KSB in einer Mitteilung. Die Habsburgerin hatte der Stadt Baden 1349 ein Spital gestiftet und ist Namensträgerin des aktuellen Bauprojekts.

    Realisiert wurde der Neubau durch ein Team der Ghisleni Partner AG unter der Leitung der Inhaber Stefano und Maurizio Ghisleni. «Durch den Einsatz eines Generalplaners konnten wir das Projekt laufend optimieren und aktuelle Erkenntnisse einfliessen lassen», wird KSB-CEO Adrian Schmitter in der Mitteilung zitiert. «So wird unser Spital bei der Inbetriebnahme nicht bereits zehn Jahre alt sein, sondern auf dem neusten Stand der medizinischen und technischen Entwicklung.»

    In das achstöckige Gebäude hat das KSB insgesamt 600 Millionen Franken investiert. Der mit modernster medizinischer und Gebäudetechnik ausgestattete Neubau soll am 25. Februar eröffnet werden. Anschliessend wird das KSB vom alten in das neue Gebäude umziehen.

  • Drei neue Mitglieder verstärken die regionale Standortförderung an der Limmat

    Drei neue Mitglieder verstärken die regionale Standortförderung an der Limmat

    Die Limmatstadt AG zählt drei neue Members in ihren Reihen. Laut einer Mitteilung haben sich Bolderlounge, die Menu and More AG und die buchstäblich AG der regionalen Standortförderung angeschlossen. Die Standortförderung zählt bereits mehr als 100 Unternehmen und Organisationen zu ihren Mitgliedern.

    Die Boulderlounge Schlieren ist seit November 2021 aktiv. «Wir bieten der Limmatstadt ein attraktives Sportangebot mitten im Herzen von Schlieren, fünf Minuten entfernt vom Bahnhof», wird Geschäftsleiterin Lena Stürm in der Rubrik Members auf limmatstadt.ch zitiert. «Die Halle ist 365 Tage im Jahr für kleine sowie grosse Kletterbegeisterte geöffnet und bietet einen tollen Ort zum Networken, Leute kennenlernen und Spass haben.»

    Spezialgebiet der Menu and More AG ist die gesunde Verpflegung von Kindern. Für das Wohl der Kleinsten engagieren sich «82 zufriedene und engagierte Mitarbeitende aus 28 Nationen», heisst im Internetauftritt der Anbieterin von Kinder- und Jugendverpflegung. «Mit dem Umzug in den Ecopark Tivoli in Spreitenbach verankern wir uns in einer dynamischen Region voller Innovation und Unternehmergeist», erläutert Geschäftsführer Markus Daniel in der Members-Rubrik.

    Die buchstäblich AG schreibt, organisiert und vernetzt, denkt mit und setzt um, schreibt die Agentur für Marketing und Kommunikation mit Sitz in Weiningen ZH in ihrem Internetauftritt. Digital oder konventionell kommuniziere das Unternehmen «buchstäblich für alle, die etwas zu sagen haben». In der Rubrik Members beschreibt Inhaberin Brigitte Becker das Limmattal als einen dynamischen «Wirtschafts- und Lebensraum mit grossem Potenzial».

  • KI bietet Unternehmen Chancen beim Klimaschutz

    KI bietet Unternehmen Chancen beim Klimaschutz

    Die Künstliche Intelligenz bietet zahlreiche Instrumente, mit denen Unternehmen ihren Klimaschutz verbessern und ihr Geschäft an den Klimawandel anpassen können. Das zeigt ein Whitepaper, das der Verband swisscleantech mit der Beratungsfirma Accenture erarbeitet hat. Das Papier bietet sowohl eine praxisorientierte Methodik für die Analyse der eigenen Massnahmen durch die Unternehmen als auch auch einen detaillierten Marktüberblick.

    Vertreter von Unternehmen, die in der Schweiz tätig sind, zeigen auf, welche KI-Instrumente sie bereits nutzen. So setzt Swisscom die Lösung von 42hacks mit Sitz in Trogen AR ein, um die Mobilität ihrer Mitarbeitenden dank der KI-gestützten Analyse ihrer Mobilfunkdaten zu optimieren. Die Algorithmen von viboo aus Dübendorf ZH erlauben die intelligente Steuerung von Thermostaten und Heizungen.

    Siemens hat den 2023 fertiggestellten Campus von Siemens Smart Infrastructure in Zug zu einem klimaneutralen Vorzeigeprojekt für Nachhaltigkeit von Gebäuden gemacht. Im Zentrum steht dabei die digitale Gebäudeplattform Building X, die Teil von Siemens Xcelerator ist.

    Auch Google und SAP gehen im Whitepaper auf ihre KI-gestützten Massnahmen zum Klimaschutz ein.

    Die breite Anwendung von KI wird den Energiebedarf der Rechenzentren erhöhen. Ihr Anteil am weltweiten Stromverbrauch könnte bis 2030 von derzeit 1 bis 2 Prozent auf 10 Prozent steigen. Das Whitepaper zeigt auch, wie ihre Energieeffizienz erhöht werden kann. «Der steigende Stromverbrauch kann über den Einsatz von KI und weitere Effizienzmassnahmen bereits teilweise abgefedert werden,» wird swisscleantech-Co-Geschäftsführer Michael Mandl in einer Mitteilung zum Whitepaper zitiert. «Dafür benötigt es aber weitere regulatorische und politische Bemühungen.»

    Generell betont swisscleantech die Chancen von KI. «Unsere Analyse hat gezeigt, dass KI bereits heute ein enormes Potenzial bietet, um Unternehmen bei der Erreichung ihrer Klimaziele zu unterstützen», so Co-Präsident Fabian Etter.

  • Ehemalige Sporthalle wird zum Feuerwehrdepot

    Ehemalige Sporthalle wird zum Feuerwehrdepot

    Eine nicht mehr benutzte Beachvolleyball-Stahlhalle aus Bern hat eine neue Heimat im Tessin gefunden, erläutert öbu in einem Beitrag auf LinkedIn. Der Verband für nachhaltiges Wirtschaften hat die Entwicklung des Kreislaufwirtschaftsprojekts in seiner LinkedIn-Gruppe zum Thema Kreislaufwirtschaft thematisiert. Beachcenter Bern hatte die nicht mehr benötigte Halle im Juni vergangenen Jahres interessierten Abholern kostenlos zur Verfügung gestellt.

    Nun stehe fest, dass die Halle im Dorf Peccia in der Gemeinde Lavizzara wieder aufgebaut wird, informiert öbu. Dort soll sie das bei den Unwettern im letzten Sommer beschädigte Feuerwehrdepot ersetzen und als Lager- und Mehrzweckhalle dienen. Die zwischen 6 und 8 Meter hohe Halle soll dafür neu zwei Zwischengeschosse bekommen. Sie werden mit wiederverwerteten oder lokal verfügbaren Materialien realisiert.

    Zudem muss die Konstruktion für die Gegebenheiten am neuen Standort umgebaut werden, erläutert öbu. Dabei wird die ehemals quadratische Halle mit einem Grundriss von etwa 30 mal 30 Metern geteilt und als Rechteck mit Seitenlängen von 15,2 mal 38,8 Metern aufgebaut. Alle vorhandenen Materialien wie die Stahlkonstruktion, die Fassadenelemente, die Sandwichplatten für Fassade und Dach, die Schiebetore sowie die Oberlichter und Lampen finden erneut Verwendung. Die Um- und Neubauten werden von den Architekturbüros urbane landschaften aus Basel und Zanini Gozzi aus Paradiso TI realisiert. Im Sommer dieses Jahres soll die Halle ihrer neuen Bestimmung zugeführt werden können.

  • Digitale Immobilienplattform erhält Wachstumskapital

    Digitale Immobilienplattform erhält Wachstumskapital

    Das Zürcher Immobilienunternehmen Properti konnte sich laut einer Mitteilung eine Serie-A-Finanzierung in Höhe von insgesamt 1,85 Millionen Franken sichern. Mit dem frischen Kapital plant das auf digitale Immobilientransaktionen spezialisierte Unternehmen einen Ausbau seiner Marktposition. Dabei will Properti seine digitale Plattform Propchain ausbauen. Mit dem Instrument lassen sich verschiedene Funktionen in einer Schnittstelle integrieren. Diese soll Eigentümern wie Nutzern gleichermassen Vorteile bieten.

    «Der Markt ist für junge Unternehmen wie Properti durchaus herausfordernd. Dennoch hat Properti selbst in einem volatilen Wirtschaftsumfeld beachtliche Erfolge erzielt», wird Levent Künzi, CEO von Properti, in der Mitteilung zitiert. «Mit einer offenen Wachstumsstrategie arbeiten wir eng mit Partnern zusammen, um unsere End-zu-End-Plattform weiter auszubauen. Unser Team zeichnet sich durch eine Game Changer-Mentalität aus, die es uns ermöglicht, die Vision von Properti konsequent zu verwirklichen.»

  • Erneuerbare halten bei Strom und Wärme einen hohen Anteil

    Erneuerbare halten bei Strom und Wärme einen hohen Anteil

    Die Umstellung der Schweizer Energieversorgung auf erneuerbare Quellen kommt nur langsam voran. Das zeigt die siebte Benchmarkstudie des Bundesamtes für Energie (BfE), an der diesmal 111 Energieversorger aus der ganzen Schweiz teilgenommen haben.

    Danach stagniert der Anteil der Erneuerbaren im Vergleich zur sechsten Studie 2021/22 bei den teilnehmenden Versorgern beim Strom bei etwas über 80 Prozent, bei der Wärme leicht darunter, beim Gas bei knapp 10 Prozent. Vier Versorger haben die Ziele beim Strom bereits mit über 90 Prozent erfüllt, darunter Energie Wasser Bern (ewb) und die Services Industriels de Genève mit 95 Prozent und Eniwa in Aarau und EWZ in Zürich mit 94 Prozent. Bei der Wärme liegen EWZ mit 95 Prozent und Energie Uster und Eniwa mit je 92 Prozent Zielerfüllung vorn. Bei der Gasversorgung liegen nur ewb mit 88 Prozent und Technische Betriebe Glarus mit 84 Prozent über 80 Prozent Zielerfüllung.

    Die Digitalisierung bildet namentlich für kleine Versorger eine grosse Herausforderung. Ein Viertel von ihnen hat dafür nicht mal eine Strategie. Die knappe Hälfte hat eine Strategie, aber keine konkreten Ziele.

    Auch bei Massnahmen zur Energieeffizienz harzt es. Erst 45 Prozent der teilnehmenden Stromversorger haben bereits eine Strategie mit quantifizierten Zielen.

    Das Benchmarking selbst hat laut einer Mitteilung des BfE zur Studie mit Webinars, Veranstaltungen und Informationsmaterial einen Beitrag zum Wissenstransfer in der Branche geleistet.

  • Forschung an Beton als Kohlenstoffspeicher

    Forschung an Beton als Kohlenstoffspeicher

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) wollen mit der Arbeitsgruppe Mining the Atmosphere überschüssiges Kohlendioxid in grossen Mengen aus der Atmosphäre entfernen. Laut einer Mitteilung könnten so 5 bis 10 Milliarden Tonnen Kohlenstoff jährlich als Betonzuschlagstoffe genutzt werden. Dies sei genug, um nach der Energiewende das überschüssige CO2 innerhalb von 100 Jahren dauerhaft zu speichern und so die Atmosphäre wieder auf ein klimaverträgliches Niveau zu bringen. Dabei handelt es sich um schätzungsweise 400 Milliarden Tonnen Kohlenstoff oder umgerechnet rund 1500 Milliarden Tonnen CO2.

    Für die Umsetzung wird jedoch überschüssige erneuerbare Energie benötigt. Nur so kann das Kohlendioxid zunächst in Methan oder Methanol umgewandelt werden, um es anschliessend zu Polymeren, Wasserstoff oder festem Kohlenstoff weiterzuverarbeiten «Diese Berechnungen basieren auf der Annahme, dass nach 2050 ausreichend erneuerbare Energie verfügbar ist», wird Pietro Lura, Leiter der Empa-Abteilung Beton und Asphalt, in der Mitteilung zitiert.

    Doch die weltweit benötigte Menge an Baumaterialien übersteigt den überschüssigen Kohlenstoff in der Atmosphäre bei weitem «Selbst wenn genügend erneuerbare Energie verfügbar ist, bleibt die zentrale Frage, wie diese riesigen Mengen Kohlenstoff langfristig gelagert werden können», erläutert Lura weiter. Einen Ansatz sehen die Forscher hier in der Herstellung von Siliziumkarbid, das als Füllstoff in Baumaterialien und die Herstellung von Asphalt genutzt werden kann. Dies soll den Kohlenstoff langfristig binden und mechanisch hervorragende Eigenschaften besitzen. Die Herstellung bezeichnet Lura allerdings als äusserst energieintensiv. Die Herstellung erfordert noch erhebliche Material- und Verarbeitungsforschung, um sie wirtschaftlich rentabel zu machen.

  • Sicherheiten im Bau- und Immobilienbereich — Worauf ist zu achten?

    Sicherheiten im Bau- und Immobilienbereich — Worauf ist zu achten?

    Die üblichen Sicherungsmittel
    Sicherheiten sind im Bau- und Immobilienbereich allgegenwärtig. Für die Finanzierung von Land oder Wohneigentum stehen Hypotheken (Grundpfandrechte) im Vordergrund. Zug um Zug-Geschäfte (z.B. der Kauf eines Grundstücks oder einer Wohnung) werden meist mit sog. Zahlungsversprechen von Banken abgesichert. Abstrakte Garantien oder Bürgschaften sind sodann häufig genutzte Mittel für die Sicherstellung der vertragskonformen Ausführung von Bauarbeiten. Schliesslich ist es auch denkbar, bewegliche Sachen als sog. Faustpfand zu übergeben oder (künftige) Forderungen der eigenen Gesellschaft gegenüber Dritten an einen Kreditgeber zu übertragen.

    Garantien und Bürgschaften im Speziellen
    Mit einer Garantie verpflichtet sich eine Bank oder Versicherung, dem Garantieempfänger bei Eintritt bestimmter Voraussetzungen (z.B. einer Vertragsverletzung) einen Betrag zu zahlen. Verzichtet die Bank/Versicherung auf jegliche Einreden und Einwendungen aus dem Grundverhältnis, handelt es sich um eine abstrakte Garantie nach Art. 111 OR. Solche Garantien sind mit einer blossen Mitteilung abrufbar, weshalb sie häufig auch «Garantie auf erstes Verlangen» genannt werden. In der Praxis kommen solche Garantien als Erfüllungs-, Anzahlungs- und Gewährleistungsgarantien vor.

    Demgegenüber ist eine Bürgschaft stets vom Grundgeschäft abhängig. Der Bank/Versicherung stehen dieselben Einreden und Einwendungen wie dem Hauptschuldner zu. Der Hauptanwendungsfall in der Praxis ist die Solidarbürgschaft, die auch die weit verbreitete Norm SIA-118 als Standardsicherung für die Mängelhaftung vorgibt.

    Der Empfänger einer abstrakten Garantie ist bessergestellt und erhält sein Geld in der Regel umgehend. Garantien sind daher teuer und der Garantiegeber verlangt stets eine Sicherheit für den Fall einer Inanspruchnahme. Es ist im Einzelfall das Sicherungsbedürfnis zu prüfen und die Form der Sicherheit abzuwägen.

    Garantien – Eine Welt des Formellen
    Garantien auf erstes Verlangen tönen verlockend, da sie vermeintlich einfach zu handhaben sind. Das kann täuschen: Zunächst ist der Garantietext zu prüfen, denn nicht jede Garantie ist abstrakt. Sodann ist die Gültigkeitsdauer im Auge zu behalten. Bei der Inanspruchnahme einer Garantie sind die formellen Vorgaben in der Garantieurkunde peinlich genau einzuhalten, andernfalls kann die Auszahlung verweigert werden (sog. Garantiestrenge). Auch ist entscheidend, auf welchem Weg und mit welcher Erklärung die Inanspruchnahme der Bank/Versicherung zugestellt werden muss (direkt, über eine Korrespondenzbank etc.). Hier lohnt sich eine vorgängige Prüfung.

    Eine Garantie wird in Anspruch genommen – Was ist zu tun?
    Bei der Ausstellung der Garantie ist darauf zu achten, dass die Bank/Versicherung sich verpflichtet, im Falle der Inanspruchnahme Mitteilung zu machen. Dies gibt dem Belasteten die Möglichkeit, der Bank/Versicherung die Auszahlung gerichtlich verbieten zu lassen. Zu bedenken ist aber, dass eine Auszahlung von den Gerichten nur untersagt wird, wenn die Inanspruchnahme offensichtlich rechtsmissbräuchlich ist. Die Hürden sind so hoch, dass die Auszahlung nur sehr selten verboten wird.

  • Fusion im Holzbau sichert Arbeitsplätze und Expertise

    Fusion im Holzbau sichert Arbeitsplätze und Expertise

    Das in der St.GallenBodenseeArea ansässige Holzbauunternehmen Blumer Lehmann kündigt die Übernahme von Hächler Holzbau an, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Ab 1. April 2025 sollen Hächler-Kunden vom Firmensitz in Gossau aus betreut werden. Alle bestehenden und neuen Aufträge werden in den bisherigen Werkstätten bearbeitet. Diese verbleiben weiterhin am Standort in Neuenhof.

    Durch die Übernahme soll die «erstklassige Holzbaukompetenz» beider Unternehmen «zu einer beeindruckend vielfältigen Leistungspalette für nachhaltige Holzbaulösungen» gebündelt werden, heisst es. Im Vordergrund stehen klassische Holzbaukonstruktionen und vorfabrizierte Bauprojekte aus Holz.

    Mit dem Schritt sei zudem eine erfolgreiche Nachfolgelösung für die Holzbausparte von Hächler gefunden worden, informiert die Hächler-Gruppe aus Wettingen in einer eigenen Mitteilung. Gemeinsam mit Geschäftsführer Günter Ebner sei schon länger an einer Lösung für seine Nachfolge gearbeitet worden. «Im Vordergrund standen die sichere Zukunft unserer Mitarbeitenden und der Erhalt unserer langjährigen Kundenbeziehungen.»

    Blumer Lehmann ist eigenen Angaben zufolge spezialisiert auf Lösungen für die Holzindustrie sowie im Holz- und Silobau. 500 Mitarbeitende erbringen an vier Standorten Handwerksleistungen für unterschiedlichste Kundenprojekte weltweit.

    Die Hächler Holzbau realisiert «kleine Arbeiten und komplexe Bauvorhaben» mit dem Werkstoff Holz. Wie das Unternehmen mitteilt, werden alle Mitarbeitenden übernommen. Auch die Berufsausbildung werde fortgeführt.

  • Kapitalaufstockung für Gesundheitsimmobilien und seniorengerechtes Wohnen

    Kapitalaufstockung für Gesundheitsimmobilien und seniorengerechtes Wohnen

    Die Anlagestiftung Swiss Life will das Kapital ihrer Anlagengruppe Immobilien Schweiz Alter und Gesundheit ESG um weitere 200 Millionen Franken aufstocken. Die Zeichnungsfrist für die entsprechenden Ansprüche läuft noch bis zum 14. März, informiert Swiss Life Asset Managers in einer Mitteilung. Ihr zufolge sollen die neuen Mittel für den Erwerb weiterer Liegenschaften, für Investitionen in den Bestand und zur Verringerung der Fremdfinanzierung eingesetzt werden.

    Die Anlagegruppe Immobilien Schweiz Alter und Gesundheit ESG ist auf altersgerechte Wohnliegenschaften, Pflegeeinrichtungen und andere Gesundheitsimmobilien sowie Einrichtungen zur Gesundheitsförderung ausgelegt. «Mit der Öffnung der Anlagegruppe bieten wir eine nachhaltige und zukunftsorientierte Anlagemöglichkeit in Immobilienprojekte, die die demografischen Trends aufgreift und innovative Wohnkonzepte für ein selbstbestimmtes Leben im Alter ermöglicht», wird Stephan Thaler, Geschäftsführer der Anlagestiftung Swiss Life, in der Mitteilung zitiert. Erst im Dezember 2024 hatte die zum Vermögensverwalter der Swiss Life-Gruppe gehörende Stiftung zwei Seniorenzentren in Frauenfeld und Ostermundigen BE erworben. Per Jahresende 2024 umfasste die Anlagegruppe 18 Immobilien mit einem Marktwert von insgesamt rund 700 Millionen Franken.

  • Neue Schulinfrastruktur in Zofingen nimmt Gestalt an

    Neue Schulinfrastruktur in Zofingen nimmt Gestalt an

    In Zofingen entsteht seit Juni 2024 der Hochbau für das neue Oberstufenzentrum. Wie das verantwortliche Bauunternehmen STRABAG jetzt mitteilt, stehen das Untergeschoss und das erste Geschoss mit Schulzimmern bereits. In der Baugrube neben der Turnhalle hat der Spezialtiefbau mit dem Einbringen der Bohrpfähle und der Erstellung der Rühlwände dafür die Grundarbeiten geleistet.

    Parallel dazu verlegten Mitarbeitende des Verkehrswegebaus Obergösgen die Werkleitungen. Bis Ende Juni 2025 sollen die Hochbauarbeiten abgeschlossen sein. Danach beginnen den Angaben zufolge die Ausbauarbeiten. Zu Beginn des Schuljahres 2027/2028 wird das Gebäude in Betrieb genommen.

    Als «spektakuläres Highlight» bezeichnet STRABAG die zehn Betonträger für die Turnhallendecke, die Mitte November eingehoben wurden. Jeder von ihnen war 29 Meter lang und 60 Tonnen schwer. Ausserdem wurden noch weitere Fertigelemente eingebaut. Sie sind den Angaben zufolge unmittelbar nach Auftragsvergabe geplant worden, um rechtzeitig einsatzbereit zu sein.

    Nach dem Versetzen der Träger für die neue Dreifachturnhalle sind die Mitarbeitenden des Hochbaus unter der Leitung von Bauführerin Daniela Huonder und Polier Vincenzo Tafaro derzeit mit dem Schalen, Armieren und den Mauerarbeiten an den weiteren Stockwerken beschäftigt.

  • Faltbare und wieder verwendbare Schalung revolutioniert Betonbau

    Faltbare und wieder verwendbare Schalung revolutioniert Betonbau

    Unfold Form heisst die leichte und mehrfach verwendbare Schalung für Gewölbebauten aus Beton. Sie wurde von der Architektur-Doktorandin Lotte Scheder-Bieschin in der ETH-Forschungsgruppe von Philippe Block entwickelt. Gegenüber herkömmlichen Decken spart sie laut einem Bericht der ETH bis zu 60 Prozent Beton und bis zu 90 Prozent Stahl.

    Unfold Form besteht aus dünnen, flexiblen Sperrholzstreifen. Sie sind durch Textilscharniere miteinander verbunden und lassen sich wie Fächer entfalten. In einem Holzrahmen werden vier solcher Formen einfach und schnell zu einer tragfähigen Schalung mit Zacken zusammengefügt. Darauf wird der Beton gegossen. «Der Beton nimmt diese Riffelung auf als Rippen», so die Erfinderin. «Diese Rippen helfen dabei, Lasten abzutragen.»

    Ist der Beton ausgehärtet, lässt sich die Schalung von unten entfernen, wieder zusammenfalten und erneut gebrauchen. Den Angaben zufolge wiegt das ganze System für den Prototyp nur 24 Kilogramm, kann aber bis zu 1 Tonne Beton tragen.

    «Man braucht neben dem Material nur eine Schablone für die Form und ein Heftgerät.» Das Material für den Prototyp kostete 650 Franken. Wie die Forscherin betont, lässt sich die Schalung ohne Fachwissen oder Hightech produzieren und aufstellen. So sei sie weltweit und auch mit beschränkten Mitteln einsetzbar, etwa in Entwicklungsländern. Denn gerade dort sei die Nachfrage nach Neubauten sehr hoch.

    Von der südafrikanischen Partnerfirma nonCrete, die sich für nachhaltige Bauten und erschwinglichen Wohnraum einsetzt, wurde vor Ort der zweite Prototyp gegossen. «Mit dem neuartigen Schalungssystem», so Scheder-Bieschin, «sollen in südafrikanischen Townships dereinst Wohnhäuser entstehen, die qualitativ gut, würdig und nachhaltig sind».

  • St.Gallen Güterbahnhofareal unterschätzter Entwicklungsraum

    St.Gallen Güterbahnhofareal unterschätzter Entwicklungsraum

    Städtische Räume stehen unter wachsendem Druck. Steigende Bevölkerungszahlen und begrenzte Flächen fordern innovative Lösungen. Besonders Areale hinter Bahnhöfen bleiben oft ungenutzt, obwohl sie wertvolle Potenziale für die Stadtentwicklung bieten. Ein Beispiel für eine gelungene Umnutzung ist die Europaallee in Zürich. Doch während an vielen Orten bereits neue Stadtquartiere entstehen, ist die Zukunft des Güterbahnhofareals St.Gallen noch offen.

    Seit Jahren wird über seine Entwicklung diskutiert, doch unterschiedliche Interessen und Perspektiven haben bisher eine konkrete Umsetzung verhindert. Hier setzte die Lehrveranstaltung «Zukunft bauen – die Bedeutung von Branchen für die Stadtentwicklung» an, die Architekturstudierende der ETH Zürich mit Wirtschafts- und Soziologiestudierenden der Universität St.Gallen zusammenbrachte.

    Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
    Die Lehrveranstaltung kombinierte Architektur, Stadtsoziologie und Wirtschaft, um einen neuen Zugang zur Stadtplanung zu schaffen. «Architekt:innen des 21. Jahrhunderts lernen aus den Bauweisen des 20. Jahrhunderts, um nachhaltige Modelle für die Zukunft zu entwickeln», erklärt Prof. Momoyo Kaijima von der ETH Zürich.

    Durch die Zusammenarbeit mit Soziologinnen und Wirtschaftswissenschaftlerinnen entstand eine praxisorientierte Forschung, die nicht nur städtebauliche Konzepte, sondern auch soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigte.

    Stadtplanung aus neuen Perspektiven erleben
    Die Studierenden begannen ihre Untersuchung mit geführten Spaziergängen durch das Güterbahnhofareal, inspiriert von den «Spaziergangswissenschaften» des Soziologen Lucius Burckhardt. Diese Methode ermöglichte es ihnen, den Raum nicht nur als Planungsobjekt, sondern als gelebten sozialen Ort zu erleben.

    «Die Untersuchung verdeutlichte, dass auch unscheinbare oder brachliegende Flächen eine entscheidende Rolle in der städtischen Dynamik spielen können», berichtet HSG-Student Livius Schönle.

    Von der Beobachtung zur Konzeption
    Basierend auf Interviews, Beobachtungen und Datenanalysen entwickelten die Teilnehmenden sogenannte «Actor-Network-Zeichnungen», mit denen sie komplexe Zusammenhänge zwischen Raumnutzung, sozialen Gruppen und wirtschaftlichen Interessen sichtbar machten. Dabei spielte auch der Kunstmaler Walter Dick eine Rolle, der die Studierenden in die Grundlagen des Handzeichnens einführte, um ihre Analysen visuell darzustellen.

    «Die konkreten Erfahrungen aus der interdisziplinären Zusammenarbeit zeigen, wie wichtig es ist, sich der Unterschiedlichkeit von Denklogiken bewusst zu sein», betont Dr. Niklaus Reichle von der Universität St.Gallen. «Nur wenn wir über den disziplinären Tellerrand hinausschauen, lassen sich gesellschaftliche Herausforderungen im Umgang mit Raum sinnvoll bewältigen.»

    Visionen für eine nachhaltige Stadtentwicklung
    Die Konzepte der Studierenden reichten von multifunktionalen Wohn- und Arbeitsquartieren bis hin zu nachhaltigen Grünflächen, die neue Erholungsräume in die Stadt integrieren. Einige Teams entwickelten Ideen für gemischt genutzte Gebäude, die sozialen Wohnraum mit Gewerbeflächen verbinden, während andere Strategien für eine behutsame Verdichtung durch innovative Bauweisen erarbeiteten.

    Ein zentrales Thema war die soziale Integration: Wie kann das Güterbahnhofareal als Verbindungselement zwischen bestehenden Stadtvierteln dienen? Wie lassen sich Freiräume schaffen, die sowohl ökologisch als auch sozial wertvoll sind?

    Stadtentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe
    Die Forschungsergebnisse unterstreichen, dass erfolgreiche Stadtentwicklung mehr als nur bauliche Massnahmen erfordert. Wirtschaftliche, gesellschaftliche und ökologische Aspekte müssen gemeinsam betrachtet werden. Die Zusammenarbeit von ETH und HSG zeigt, wie verschiedene Disziplinen voneinander lernen können, um urbane Räume nachhaltig und zukunftsfähig zu gestalten.

    Die Stadt St.Gallen könnte von diesen Erkenntnissen profitieren: Das Güterbahnhofareal bietet enormes Potenzial für eine innovative Quartiersentwicklung, wenn die richtigen Weichen gestellt werden.

  • Rekordzahlen und kreative Impulse für die Immobilienbranche

    Rekordzahlen und kreative Impulse für die Immobilienbranche

    Die 13. Ausgabe der Schweizer Immobilienmesse für Investoren, die am 15. und 16. Januar 2025 in der Halle 622 in Zürich Oerlikon stattfand, übertraf alle Erwartungen. Mit einer Rekordbeteiligung von 5’167 Fachbesuchern und 154 Ausstellern bestätigte die IMMO25 ihre führende Rolle als wichtigste Fachmesse für die Immobilien- und Finanzbranche in der Schweiz.

    Zukunftsweisende Themen im Fokus
    Die Messe bot eine breite Palette an Fachthemen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Immobilienwirtschaft. Im Mittelpunkt standen aktuelle Herausforderungen und Trends wie:

    • Die Zukunft des Bauens: Innovative Baukonzepte und nachhaltige Architektur
    • Der Mieter von morgen: Neue Ansprüche und sich verändernde Wohnkonzepte
    • Sinkende Zinsen: Auswirkungen auf den Immobilienmarkt und Investitionsstrategien
    • Nachhaltigkeit: Energieeffiziente Gebäude und klimafreundliche Entwicklungen

    Das Motto «Wachstum durch Kreativität» spiegelte sich in den zahlreichen innovativen Lösungen wider, die auf der Messe präsentiert und diskutiert wurden.

    Expertenwissen aus erster Hand
    Ein Highlight der Veranstaltung war das IMMO Forum, das mit 35 Podiumsdiskussionen und 150 renommierten Experten über zwei Tage hinweg Fachwissen und Inspiration bot. Die Debatten wurden nicht nur von den Messebesuchern verfolgt, sondern auch von über 1’900 Online-Zuschaltungen, die das Forum live mitverfolgten.

    Rückblick und Ausblick
    Die Organisatoren MV Invest und Swiss Circle zeigten sich begeistert vom grossen Erfolg der Messe und bedankten sich bei allen Ausstellern, Besuchern, Referenten und Partnern für ihre Unterstützung. Die IMMO25 hat einmal mehr bewiesen, dass sie als führende Plattform der Immobilienbranche Impulse setzt und den Austausch zwischen Investoren, Entwicklern und Fachleuten fördert.

    Die nächste Ausgabe der IMMO26 wird am 14. und 15. Januar 2026 erstmals in der Halle 550 in Zürich Oerlikon stattfinden.

  • Revolution in der Materialtechnik

    Revolution in der Materialtechnik

    Epoxidharze sind unverzichtbar für zahlreiche industrielle Anwendungen, von Klebstoffen über Beschichtungen bis hin zu Verbundwerkstoffen. Während herkömmliche Zweikomponenten-Epoxidharze genaues Mischen und schnelle Verarbeitung erfordern, bieten 1-K-Epoxidharze eine vereinfachte Handhabung und konstante Qualität.

    Doch bisherige Lösungen hatten Schwächen. Sie waren oft nur bei niedrigen Temperaturen lagerfähig und wiesen unzureichende flammhemmende Eigenschaften auf. Dies schränkte ihre Einsatzmöglichkeiten in sicherheitskritischen Bereichen wie der Bau-, Elektronik- und Telekommunikationsbranche ein.

    Durchbruch aus Korea
    Ein Forschungsteam des Korea Institute of Science and Technology in Zusammenarbeit mit der Sungkyunkwan University hat diese Hürden überwunden. Unter der Leitung von Dr. Jaewoo Kim und Professor Chongmin Koo entwickelten sie die «Epoxy/MXene One-Component Solution», eine Kombination aus Epoxidharz, einem neuartigen latenten Härter und dem zweidimensionalen Nanomaterial MXene.

    Diese Innovation ermöglicht eine Lagerstabilität von über 180 Tagen bei 60 °C, ein bedeutender Fortschritt im Vergleich zu bisherigen Produkten, die bereits bei Raumtemperatur von 25 °C innerhalb von 40 Tagen ihre Eigenschaften verlieren.

    MXene als Schlüssel für Stabilität und Sicherheit
    MXene, ein hochmodernes Nanomaterial, verbessert nicht nur die thermische und mechanische Beständigkeit, sondern trägt auch entscheidend zur Flammhemmung (V0-Klasse) und elektrischen Leitfähigkeit des neuen Epoxidharzes bei. Dies eröffnet vielfältige Anwendungen in der Hochleistungsindustrie, insbesondere für elektromagnetische Abschirmmaterialien, industrielle Beschichtungen und Klebstoffe.

    Industrieanwendungen und Zukunftspotenzial
    Die Kombination aus verlängerter Haltbarkeit, verbesserten Sicherheitsmerkmalen und einfacher Handhabung macht das neue 1-K-Epoxidharz besonders attraktiv für Branchen mit hohen Anforderungen an Materialstabilität und Brandschutz.

    Denkbare Einsatzgebiete

    • Elektronik: Schutzbeschichtungen für Bauteile und Leiterplatten
    • Bauindustrie: Flammhemmende Klebstoffe für Sicherheitsanwendungen
    • Telekommunikation: Hochleistungsmaterialien für Antennen und Abschirmgehäuse

    Mit dieser Innovation könnte das südkoreanische Forschungsteam die Materialtechnik nachhaltig beeinflussen und neue Standards für Einkomponenten-Epoxidharze setzen.

  • Neue Messtechnik erkennt Korrosion in Stahlbeton ohne Eingriffe

    Neue Messtechnik erkennt Korrosion in Stahlbeton ohne Eingriffe

    Stützmauern, Tunnel und Brücken aus Stahlbeton prägen das Schweizer Stadtbild und die Infrastruktur. Doch viele dieser Bauwerke haben bereits mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel – und chemische Veränderungen im Beton setzen dem verbauten Stahl zu. Beginnt der Bewehrungsstahl zu rosten, verliert das Bauwerk an Stabilität. Besonders problematisch sind die Schäden an unzugänglichen Stellen, wo herkömmliche Prüfmethoden versagen.

    Elektrochemische Messungen als neue Lösung
    Bislang mussten Ingenieure Teile des Betons aufbrechen, um Korrosionsschäden zu überprüfen. Ein aufwendiges und oft unzureichendes Verfahren. Talpa hat eine neue Methode entwickelt, die über Drainagerohre funktioniert. Eine spezielle Sonde wird in das Rohr eingeführt und misst mithilfe von elektrochemischen Signalen die Korrosionswahrscheinlichkeit im umgebenden Stahlbeton.

    «Das gab es bisher nicht», erklärt Lukas Bircher, einer der Entwickler. «Bisher musste man ganze Betonflächen abtragen, um Schäden zu finden und konnte trotzdem leicht einen kritischen Bereich übersehen.» Mit der neuen Technik können nun ganze Mauerabschnitte systematisch geprüft werden, ohne Zerstörung oder aufwendige Bauarbeiten.

    Messungen im laufenden Betrieb – ohne Baustelle
    Das Verfahren wurde bereits erfolgreich getestet, unter anderem an einer 200 Meter langen Stützmauer in Zürich-Höngg. Das Prinzip ist eine Sonde die in das Drainagerohr eingeführt und mit aufblasbaren Dichtungen fixiert wird. Anschliessend leitet das System Wasser in den Messbereich, wodurch eine leitfähige Verbindung zwischen den Elektroden der Sonde und dem Stahl im Beton entsteht. Anhand der aufgezeichneten elektrischen Signale kann das Team erkennen, ob und in welchem Ausmass Korrosion vorliegt.

    Alle 25 Zentimeter wird eine neue Messung vorgenommen, um den Zustand des gesamten Mauerabschnitts zu erfassen. «So können wir gezielt diejenigen Bereiche identifizieren, die tatsächlich eine Gefahr darstellen», sagt Bircher. «Das spart nicht nur Zeit, sondern auch hohe Kosten für unnötige Eingriffe.»

    50 Jahre nach dem Bauboom – Sanierungsbedarf wächst
    Viele der heute betroffenen Stahlbetonbauten stammen aus der Boomphase zwischen 1960 und 1980. Besonders Stützmauern aus den 1970er-Jahren enthalten häufig Hohlräume, die Korrosion begünstigen. Bislang mussten Schäden aufwendig durch Stichproben ermittelt werden, mit hohem Risiko, kritische Stellen zu übersehen. Die neue Methode bietet erstmals eine flächendeckende und zuverlässige Analyse.

    Von der Forschung zum Start-up Talpa-Inspection
    Die Technologie hat so grosses Potenzial, dass Bircher gemeinsam mit zwei Kollegen das Start-up Talpa-Inspection gründet. Der Name «Talpa», lateinisch für «Maulwurf», steht sinnbildlich für die innovative Art, tief verborgene Schäden sichtbar zu machen. Unterstützt durch ein ETH Pioneer Fellowship entwickelt das Team die Technologie weiter und bereitet den Markteintritt vor.

    Zukunftsperspektiven, Automatisierung und Skalierung
    Aktuell erfolgt die Messung noch teilweise manuell, doch das Team arbeitet bereits an einer automatisierten Version. Ziel ist es, die Sonde robuster zu machen und den Messvorgang weiter zu beschleunigen. Die Nachfrage ist gross. Allein in der Schweiz gibt es über 1’000 Kilometer potenziell betroffener Stahlbetonbauwerke.

    «Unsere Methode bietet eine echte Chance, die Lebensdauer bestehender Bauwerke zu verlängern», sagt Bircher. «Wir hoffen, dass sie sich bald als Standardverfahren für die Bauwerksdiagnostik etabliert.»

  • Meyer Burger trennt sich von Messtechnik-Tochter Pasan

    Meyer Burger trennt sich von Messtechnik-Tochter Pasan

    Meyer Burger steht vor grossen Herausforderungen und setzt auf eine umfassende Restrukturierung. Im Zuge dieser Massnahmen hat das Unternehmen seine hundertprozentige Tochtergesellschaft Pasan SA mit Sitz in Neuenburg verkauft. Die Transaktion wurde am 27. Januar 2025 abgeschlossen.

    Keine Angaben zu Käufer und Kaufpreis
    Das Unternehmen gab keine Informationen über den Käufer oder die finanziellen Details bekannt. Es wurde lediglich bestätigt, dass der Verkauf Teil der laufenden Sanierungsmassnahmen ist.

    Ein Pionier der Solarmesstechnik
    Pasan ist auf hochpräzise Messtechnik spezialisiert, die bei der Produktion von Solarzellen und -modulen zum Einsatz kommt. Das Unternehmen wurde vor über 40 Jahren gegründet und zählt zu den Marktführern in diesem Bereich. In der Schweiz sind rund 30 Mitarbeitende und Auszubildende beschäftigt. Zusätzlich unterhält das Unternehmen ein Serviceteam in Shanghai, das internationale Kunden betreut.

    Blick in die Zukunft
    Mit dem Verkauf von Pasan fokussiert sich Meyer Burger weiter auf seine Kernstrategie. Die Branche beobachtet gespannt, welche weiteren Massnahmen das Unternehmen im Rahmen seiner Neuausrichtung ergreifen wird.

  • KI beschleunigt Perowskit-Solarzellen für den Massenmarkt

    KI beschleunigt Perowskit-Solarzellen für den Massenmarkt

    Perowskit-Solarzellen erreichen bereits Wirkungsgrade von über 26% und sind dabei leicht, flexibel und kostengünstig herstellbar. Sie gelten als vielversprechende Alternative zu herkömmlichen Silizium-Modulen. Doch Herausforderungen wie Langzeitstabilität und Skalierbarkeit stehen der industriellen Nutzung noch im Weg.

    KI als Schlüssel zur Produktionsoptimierung
    Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erforscht, wie maschinelles Lernen den Herstellungsprozess von Perowskit-Zellen verbessern kann. Deep-Learning-Modelle analysieren Materialeigenschaften in Echtzeit und optimieren die Parameter für maximale Effizienz.

    Fehler erkennen, bevor sie entstehen
    Mithilfe von In-situ-Bildgebungstechniken überwacht KI die Dünnschichtbildung und erkennt Fehler frühzeitig. So können Prozessabweichungen sofort korrigiert und teure Ausschussproduktionen vermieden werden.

    Simulationen für maximale Effizienz
    Durch KI-gestützte Simulationen lassen sich Produktionsbedingungen präzise anpassen. Besonders die Steuerung der Vakuumabschreckzeit spielt eine entscheidende Rolle. Die KI optimiert diesen Prozess, um die bestmögliche Materialstruktur zu gewährleisten.

    Der Weg zur Marktreife
    Die KIT-Studie zeigt, dass KI ein entscheidender Treiber für die Weiterentwicklung der Perowskit-Photovoltaik ist. Die Technologie könnte den Solarenergiemarkt revolutionieren und mit KI schneller denn je industriell nutzbar werden.

  • Empathie als Führungskompetenz

    Empathie als Führungskompetenz

    Die Bau- und Immobilienbranche sowie andere Wirtschaftszweige stehen vor immer komplexeren Herausforderungen. Führungskräfte, die nicht nur funktionale Prozesse steuern, sondern auch soziale und ethische Aspekte berücksichtigen, sind gefragter denn je. Im zweitägigen Praxisseminar an der FHNW vermittelt Prof. Peter Gruber bewährte Techniken, um Empathie gezielt im Führungsalltag einzusetzen.

    Empathie ist lernbar
    Laut Prof. Gruber gibt es zwei Formen der Empathie, die gefühlvolle, intuitive und die rational-professionelle Empathie. Letztere ist für Führungskräfte entscheidend, um Mitarbeitende zu verstehen, ohne sich selbst emotional zu überfordern. Besonders in Führungspositionen sei es essenziell, diese Kompetenz bewusst zu entwickeln, um tragfähige Beziehungen und eine gesunde Unternehmenskultur zu fördern.

    Führung versus Management: Ein grundlegender Unterschied
    Während das Management primär auf Zahlen, Daten und Fakten setzen, umfasst erfolgreiche Führung auch psychologische, soziale und ethische Dimensionen. Gruber betont: «Das Hauptinstrument einer Führungskraft ist das Gespräch, nicht das Excel-Sheet.» Führung bedeutet, nicht nur Leistung zu fordern, sondern Mitarbeitende als Menschen wahrzunehmen und zu fördern.

    Wertschätzende Führung als Erfolgsfaktor
    Moderne Führung ist sowohl leistungsorientiert als auch menschengerecht. Unternehmen, die auf eine respektvolle und sinnstiftende Arbeitskultur setzen, profitieren langfristig von motivierten Mitarbeitenden und einem positiven Betriebsklima. Die Freude an der Arbeit steigert sich, wenn Mitarbeitende den Sinn ihrer Tätigkeit erkennen, in einem Klima der Aufrichtigkeit arbeiten und ermutigt werden.

    Ein Seminar mit praxisnahem Mehrwert
    Das Praxisseminar «Führen mit Empathie» findet am 17. und 18. September 2025 an der FHNW in Brugg statt. Es richtet sich an Führungskräfte, die ihre soziale Kompetenz gezielt weiterentwickeln und ein nachhaltiges, erfolgreiches Leadership umsetzen möchten.

  • Europas Innovationsfinanzierung stärken

    Europas Innovationsfinanzierung stärken

    Technologie-Start-ups sind entscheidend für den Fortschritt disruptiver Innovationen. Doch finanzielle Hürden hemmen ihr Wachstum, wie eine neue Studie des EPA verdeutlicht. Der Vergleich mit den USA zeigt, dass es in Europa insbesondere in späteren Finanzierungsphasen an privatem Kapital fehlt. Dies zwingt viele innovative Unternehmen dazu, ausserhalb Europas nach Investoren zu suchen.

    Ein neues Bewertungssystem
    Mit dem TIS hat das EPA eine präzise Kennzahl entwickelt, um die Spezialisierung von Investoren auf patentierte Technologien zu bewerten. Der TIS basiert auf über 1000 Einzelwerten und gibt an, wie hoch der Anteil patentaktiver Unternehmen im Portfolio eines Investors ist. Damit können Start-ups gezielt nach Kapitalgebern suchen, die besonders innovationsfreundlich sind.

    Öffentliche Investoren als zentrale Stütze
    Die Studie zeigt, dass öffentliche Institutionen eine tragende Rolle bei der Innovationsförderung spielen. Programme wie der Europäische Innovationsrat, nationale Förderagenturen wie Innosuisse oder Bpifrance und die Europäische Investitionsbank bieten essenzielle Unterstützung in frühen Finanzierungsphasen. Allerdings fehlt es an einer nahtlosen Anschlussfinanzierung durch private Investoren, was die Skalierung innovativer Technologien erschwert.

    Europäische und US-amerikanische Finanzierungsmodelle im Vergleich
    Während in Europa 62% der privaten Investoren auf Early-Stage-Finanzierungen fokussiert sind, liegt der Anteil bei den 100 grössten US-Investoren mit späterem Finanzierungsfokus deutlich höher. 98 der Top-100-Investoren in den USA sind privat, über die Hälfte davon spezialisiert auf Wachstumsfinanzierung. Diese Unterschiede verdeutlichen die Lücke in der europäischen Kapitalstruktur.

    Neue digitale Tools zur Investorenfindung
    Um Start-ups den Zugang zu Kapital zu erleichtern, erweitert das EPA seine digitalen Werkzeuge. Der Deep Tech Finder wurde um einen Filter ergänzt, der Investoren gezielt nach Finanzierungsphase, Standort und Technologiefeld auffindbar macht. So können Start-ups effizient passende Kapitalgeber identifizieren und ihre Finanzierungschancen verbessern.

    Wege zu einem stärkeren Innovationsökosystem
    Die Studie unterstreicht den Handlungsbedarf für eine bessere Vernetzung von öffentlicher und privater Innovationsfinanzierung in Europa. Mit neuen digitalen Hilfsmitteln wie dem TIS und dem Deep Tech Finder setzt das EPA entscheidende Impulse, um die Finanzierungslücke zu schliessen und Start-ups langfristig im europäischen Markt zu halten.

  • Kanton Zug stärkt sein Immobilienportfolio

    Kanton Zug stärkt sein Immobilienportfolio

    Die Baudirektion ist gesetzlich für den Bau und den Unterhalt der kantonseigenen Gebäude verantwortlich. Dabei werden die finanziellen Rahmenbedingungen sorgfältig analysiert, um sowohl die Unterhalts-, als auch die Investitionsbudgets gezielt einzusetzen. Eine fundierte und langfristige Planung wird immer wichtiger, um die Werterhaltung der Gebäude zu gewährleisten.

    Strategische Leitlinien für Immobilienbewirtschaftung
    Die Immobilienstrategie des Kantons Zug orientiert sich an den übergeordneten Zielen des Regierungsrats und den spezifischen Leitlinien der Baudirektion. Vorrang hat die Erhaltung bestehender Infrastrukturen vor Neubauten. Der gezielte Einsatz von Mitteln sorgt für zukunftsorientierte Bauten, die den Anforderungen an Nachhaltigkeit und Effizienz gerecht werden.

    Kosten- und Nutzeneffizienz als Leitprinzipien
    Die Baudirektion verfolgt eine differenzierte Strategie, die den Fokus auf Kostenkontrolle und die Erfüllung öffentlicher Aufgaben legt.
    Grundstücke, die nicht direkt einem öffentlichen Zweck dienen, werden für Wertschöpfung oder Tauschgeschäfte genutzt, um das Portfolio optimal zu bewirtschaften.

    Investitionsbedarf und zukünftige Entwicklungen
    Die Baudirektion hat das kantonale Immobilienportfolio weiter ausgebaut. Mit den realisierten Projekten ist der Wert des Portfolios bis 2023 auf 1,06 Milliarden Franken angestiegen. Weitere Investitionen sind in den Folgejahren vorgesehen. Geplante Grossprojekte im Bildungs- und Verwaltungsbereich tragen zur infrastrukturellen Entwicklung des Kantons bei und stärken die wirtschaftliche Attraktivität der Region. Durch eine vorausschauende Immobilienstrategie wird sichergestellt, dass der Kanton Zug seinen Immobilienbestand optimal nutzt und für zukünftige Anforderungen gewappnet ist.

  • Bezahlbares Wohnen in Zug

    Bezahlbares Wohnen in Zug

    Der Kanton Zug und die Stadt Zug leiden noch mehr als andere Kantone und Städte unter einem Mangel an Wohnraum. Der Kanton Zug weist die landesweit tiefste Leerstandsquote von 0.2% auf, und zwar das vierte Jahr in Folge. Das fehlende Angebot und die anhaltend hohe Nachfrage führen zu einer starken Konkurrenzsituation um die wenigen inserierten Mietwohnungen: die Wiedervermietungsdauer ist rekordverdächtig kurz. Es finden sich genügend zahlungskräftige Zu- und Umziehende, die sich auf immer höhere Mietpreise einlassen¹.

    Weil Angebotsmieten mittlerweile 50% über dem Schweizer Durchschnitt liegen, gehen die Klagen weit in den Mittelstand, dass Mietwohnungen nicht mehr erschwinglich sind². Selbst wer mit normalen Haushaltseinkommen umziehen oder in den Kanton ziehen wolle, habe wenig Chancen auf einen Zugang zum Wohnungsangebot.

    In diesem Kontext stellt sich die Frage, was renditeorientierte Eigentümer, die Wohnungsbestand im Kanton und in der Stadt Zug haben oder entwickeln möchten, zur Versorgung von breiten Bevölkerungsschichten mit Wohnraum beitragen können.

    Wie soll erschwinglicher Wohnraum definiert werden?
    Zunächst stellt sich die Frage, wie «erschwinglicher» Wohnraum definiert werden soll. Dazu gibt es einen objektorientierten, einen marktorientierten und einen zielgruppenorientierten Ansatz³. Als preisgünstig können Wohnungsmieten definiert werden, die über maximal festgesetzte Anlagekosten für ein Wohnobjekt berechnet werden. Damit diese Rechnung für renditeorientierte Eigentümer aufgeht, braucht es einen Konsens darüber, was eine sinnvolle Grenze für Anlagekosten ist. Der marktorientierte Ansatz ordnet preisgünstige Wohnungsmieten in bestimmte Quantile der Marktmieten ein. Dazu braucht es einen Konsens, welche Quantile preisgünstig sind. Als bezahlbar werden schliesslich Wohnungsmieten definiert, die für Mieterinnen und Mieter finanziell tragbar sind. Dazu braucht es einen Konsens, dass Haushalte beispielsweise nicht mehr als ein Drittel ihres Bruttoeinkommens – oder grosszügiger gerechnet ihres steuerbaren Einkommens – für die Miete ausgeben sollen.

    Spielraum über den subjektorientierten Ansatz
    Am aussagekräftigsten für eine breit ausgelegte Wohnraumversorgung ist der Ansatz über die finanzielle Tragbarkeit. Dieser Ansatz berücksichtigt, anders der Ansatz über die Anlagekosten, dass viele Menschen im Kanton Zug mehr verdienen als in anderen Kantonen, und sich dadurch auch höhere Mieten leisten können (Abb. 1). Anders als der Ansatz über die Quantile der Marktmieten orientiert er sich aber nicht an der Zahlungsbereitschaft der Zu- und Umziehenden, sondern an den realen Einkommen der Bevölkerung. Der Ansatz hilft, gezielt auf den Bedarf bestimmter Einkommensgruppen einzugehen.

    Eine bezahlbare Wohnung für eine alleinwohnende Person aus dem unteren Mittelstand, die zwischen 70 und 100% des Medianeinkommens verdient, dürfte in der Stadt Zug somit zwischen 1400 und 1900 Franken, kosten. Wie viel Wohnfläche für den Preis angeboten wird, entscheidet der Anbieter aufgrund seiner Einschätzung der Marktfähigkeit einer Wohnung. Weil sich die Bezahlbarkeit am Stückpreis der Wohnung, und nicht am Quadratmeterpreis orientiert, erhalten renditeorientierte Investoren mehr Spielraum, den bezahlbaren Wohnraum in ihre Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu integrieren.

    Bestehenden bezahlbaren Wohnraum optimal verteilen
    Wohnungen bauen dauert lange und ist oft mit unsicheren Planungsprozessen verbunden. Eigentümer und Investoren können auch nicht frei darüber entscheiden, wo und wieviel zusätzlichen Wohnraum sie realisieren möchten. Unmittelbare Handlungsmöglichkeiten haben Eigentümer mit ihrem Bestand: Sie können zur Versorgung der breiten Bevölkerung beitragen, wenn sie ihre freien Mietwohnungen optimal verteilen. Jeder Wohnungswechsel bietet die Möglichkeit, die im Sinne des «Best Owner Prinzips» am besten passende Mietpartei zu berücksichtigen. Eigentümer können Vermietungsteams die Anweisung geben, die Tragbarkeit bei Mietwohnungen, die für den Mittelstand erschwinglich sind, auszureizen und jenen Interessenten zu wählen, der sich die Wohnung – beispielsweise unter der Annahme eines vollen Lohnes – am wenigsten leisten kann. Vermietungsteams brauchen dazu lediglich eine Matrix, die ihnen pro Zimmerzahl die maximal für den Mittelstand (oder die anvisierte Einkommensgruppe) bezahlbaren Mietpreise aufzeigen. Wird eine freie Wohnung im entsprechenden Preisbereich frei, wäre die Regel anzuwenden.

    Fazit
    Um die Situation auf dem Wohnungsmarkt zu entspannen, müssen die langwierigen Aufgaben angegangen werden, Hürden für den Wohnungsbau zu reduzieren und ein parteienübergreifendes Verständnis zu entwickeln, wie erschwinglicher Wohnraum definiert wird und wie seine Bereitstellung reguliert werden soll. In der Zwischenzeit können renditeorientierte Eigentümer einen Beitrag leisten, indem sie die Versorgung mit bezahlbaren Wohnungen mit einem subjektorientierten Ansatz angehen, der in ihre Marktlogik passt. Damit bleiben sie auch den legitimen Interessen ihrer direkten Anspruchsgruppen gerecht.

  • Kraftwerk in Saas Almagell soll mit höherem Staudamm allen Strom im Winter erzeugen

    Kraftwerk in Saas Almagell soll mit höherem Staudamm allen Strom im Winter erzeugen

    Die Kraftwerke Mattmark AG haben laut einer Mitteilung die Machbarkeit der Erhöhung ihres Staudamms um 3 und 10 Meter prüfen lassen. Gemäss einer Vorstudie kann eine Erhöhung um 10 Meter die gesamte bisherige Stromproduktion von 60 Gigawattstunden in den Winter verlagern. Das Stauvolumen des Sees steigt dabei um 18 Prozent. Es braucht keine neuen Wasserfassungen oder Zuleitungen.  Die Investitionen betragen 83 Millionen Franken. Die Arbeiten würden vier Jahre in Anspruch nehmen.

    Mitaktionär Axpo aus Baden hat die Vorstudie im Auftrag des Betreiberunternehmens erarbeitet. Nun erarbeitet Axpo auch das technische Vorprojekt und den Umweltverträglichkeitsbericht. Parallel dazu sollen Vertreter von Anspruchsgruppen aus der Bevölkerung, dem Umweltschutz und dem Tourismus in Begleitgruppen einbezogen werden.

    An der Kraftwerke Mattmark AG sind ausser Axpo mit 38,88 Prozent auch die Axpo-Tochter CKW mit 27,78 Prozent, die BKW und die Stadt Sitten mit je 11,11 Prozent sowie die ewl und die Stadt Siders mit je 5,56 Prozent beteiligt. Der vollständige Betrieb des ab 1958 errichteten Kraftwerks im Saastal wurde 1969 aufgenommen.

    Derzeit werden rund 33 Gigawattstunden Strom im Winterhalbjahr und 28 Gigawattstunden im Sommerhalbjahr erzeugt.

  • Smart-City-Strategie Zug

    Smart-City-Strategie Zug

    Die Herausforderungen des Stadtwachstums, von der Klimakrise über die Verkehrslogistik bis zur Siedlungsverdichtung, verlangen nach ganzheitlichen Ansätzen. Zug setzt dabei auf die Digitalisierung als Schlüsselstrategie. Mit ihrer starken technologischen Basis und dem aktiven Einbezug aller städtischen Akteure bietet die Smart-City-Strategie Zug innovative Antworten auf die Fragen der Zukunft.

    Intelligente Verwaltung und bürgernahe Dienstleistungen
    Die Stadt Zug strebt eine effiziente, bürgernahe Verwaltung an, die den Zugang zu Dienstleistungen erleichtert und Transparenz fördert. Digitale Technologien, wie etwa Open Data und smarte Verwaltungsprozesse, bieten Bürgerinnen und Bürgern orts- und zeitunabhängige Zugänge zu städtischen Angeboten. Dieser kundenfreundliche Ansatz stärkt den Dialog zwischen Stadt und Bevölkerung und macht Zug zur Vorreiterin für eine moderne Stadtverwaltung.

    Gesellschaftliche Teilhabe und digitale Kompetenzen stärken
    Mit der Smart-City-Strategie schafft Zug neue Plattformen für die Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen. Digitale Kanäle erweitern den Dialog und fördern das Mitspracherecht, insbesondere für jüngere Generationen und weniger mobile Personen. Bildungsangebote sollen die digitalen Kompetenzen sowohl der Bevölkerung als auch der Verwaltung verbessern und die Zugerinnen und Zuger für die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation fit machen.

    Smart Mobility für nachhaltige Mobilität und Lebensqualität
    Eine zentrale Säule der Strategie ist die smarte Mobilität. Innovative Technologien und alternative Verkehrsformen sollen den Pendelverkehr entlasten, Emissionen reduzieren und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Zug setzt dabei auf Echtzeitdaten, intermodale Mobilität und den Ausbau emissionsfreier Verkehrsträger. Das Ziel: eine saubere, sichere und nachhaltige Mobilität, die das Stadtleben bereichert.

    Innovationsstarker Wirtschaftsstandort
    Mit seiner dynamischen Start-up-Szene und innovativen Branchen wie Fintech und Blockchain schafft Zug ein attraktives Umfeld für Hightech-Unternehmen und qualifizierte Fachkräfte. Die Smart-City-Strategie stärkt das Standortprofil und vernetzt Unternehmen, die sich für eine nachhaltige Wirtschaft und Kreislaufprozesse einsetzen. Zug wird so nicht nur als Lebensraum, sondern auch als Wirtschaftsstandort zukunftsfähig aufgestellt.

    Nachhaltigkeit und Umweltschutz durch smarte Technologien
    Die Förderung von Energieeffizienz und CO2-Reduktion ist ein zentrales Ziel der Strategie. Digitale Anwendungen wie «Smart Metering» ermöglichen eine transparente Darstellung des Energieverbrauchs und fördern den bewussten Umgang mit Ressourcen. Die Stadt setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien und eine intelligente Nutzung der bestehenden Infrastruktur – ein klares Bekenntnis zu Klimaschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung.

  • Kooperation für nachhaltige Energieversorgung in Arlesheim, Münchenstein und Reinach

    Kooperation für nachhaltige Energieversorgung in Arlesheim, Münchenstein und Reinach

    Primeo Energie und uptownBasel vertiefen ihre Zusammenarbeit. Die beiden Baselbieter Unternehmen haben Ende Dezember 2024 «zwei bedeutende Verträge» unterzeichnet, erläutert Primeo Energie in einer Mitteilung. Sie dienen unter anderem dem Ziel, die auf dem Areal des Kompetenzzentrums für die Industrie 4.0 in Arlesheim anfallende Abwärme zum Beheizen tausender Wohnungen in den umliegenden Gemeinden Arlesheim, Münchenstein und Reinach zu nutzen.

    Dafür stellt uptownBasel Partner Primeo Energie langfristig das Gebäude 4 zur Verfügung. Hier wird der Energieversorger mit Sitz in Münchenstein die Übergabezentrale für die Abwärme des Kompetenzzentrums einrichten. Im zweiten Vertrag geht es um das Arealnetz. Danach ist Primeo Energie sowohl für die Betriebsführung als auch für die Instandhaltung des Netzes auf dem 75’000 Quadratmeter grossen Areal des Kompetenzzentrums zuständig. Bestandteil des Arealnetzes bilden unter anderem Hoch- und Mittelspannungsleitungen für die Energieversorgung des Areals und seiner neun Gebäude.

  • Regionale Baubranche trifft sich in Baden

    Regionale Baubranche trifft sich in Baden

    Am 15. Mai will city com baden die Bau- und Immobilienunternehmen der Region Baden zusammenbringen. Dazu richtet die Vereinigung der Gewerbetreibenden und Detaillisten der Stadt Baden den Branchentreff 2025 aus. «Das neue Veranstaltungsformat fördert die Vernetzung und den Wissensaustausch in der Bau- und Immobilienbranche in der Region Baden und schafft Synergien», erläutert city com baden in einer entsprechenden Mitteilung.

    Den Teilnehmenden werden Einblicke in die regionale Wohnraumsituation und die Entwicklung der Immobilienpreise geboten. Auf der Tagesordnung stehen darüber hinaus innovative Bau- und Umweltlösungen. Als Referenten sind Marcel Koller, Chefökonom der Aargauischen Kantonalbank, und Vertretende der Hächler-Gruppe gebucht. Die Abteilung Infrastruktur der Stadt Baden konnte als Partnerin gewonnen werden.

    Die Teilnahme am Branchentreff ist kostenlos, allerdings ist eine Anmeldung bis zum 15. April erforderlich. Sie kann online oder über einen QR-Code in der Mitteilung vorgenommen werden. Dort stellt city com baden auch einen Kontakt für Rückfragen zur Verfügung.

  • Abschiedsfeier für das Raben-Bad in Baden geplant

    Abschiedsfeier für das Raben-Bad in Baden geplant

    Bagni Popolari läutet das Ende der Zwischennutzung im Bad zum Raben ein. Am 25. Januar soll im Thermalbad am Kurplatz in Baden Abschied gefeiert und das Ende der Ausstellung «Acts of Attention» begangen werden, informiert der Verein in einer Mitteilung. An der Limmatpromenade wird gleichzeitig ein temporäres Aussenbecken mit naturbelassenem Thermalwasser zum Baden einladen.

    Bagni Popolari habe das vormals stillgelegte Raben-Bad seit 2017 mit Ausstellungen, Performances, Musik, Lesungen, Vorträgen, Animationsfilmen wieder belebt und dabei tausende Besuchende gezählt, heisst es in der Mitteilung. Für einen Weiterbetrieb müsse das Thermalbad nun aber gründlich renoviert werden. Unter anderem brauche es eine solide Bädertechnik, eine Lüftung, neue elektrische Installationen und rollstuhlgängige WCs.

    Für den Umbau ist die aus Bagni Popolari hervorgegangene Raben-Genossenschaft zuständig. Sie hat sich 2022 zum Erwerb des Badegeschosses im ehemaligen Badegasthof zum Raben gegründet. Nach Einschätzung der Raben-Genossenschaft werden die nötigen Umbauten rund 4,5 Millionen Franken kosten.

    1,5 Millionen davon sollen durch den Verkauf neuer Genossenschaftsanteile und Spenden zusammenkommen. Die übrigen 3 Millionen Franken will die Raben-Genossenschaft über Zuwendungen der öffentlichen Hand, von Stiftungen und Sponsoren sowie durch Darlehen aufbringen. «Wenn alles gut läuft, kann Bagni Popolari 2027 die erste Vernissage im erneuerten Bad zum Raben feiern», hofft der Verein.

  • Neue Produktionsstandorte in Singapur und China

    Neue Produktionsstandorte in Singapur und China

    Sika erweitert seine globale Präsenz mit neuen Produktionsstätten in Singapur und China. Das neue Werk in Singapur ist auf die Mörtelproduktion spezialisiert. Dagegen wird in Xi’an im Nordwesten Chinas die gesamte Produktpalette hergestellt, darunter Fliesenkleber, zementöse Abdichtungen und Bodenbeschichtungen. Die neuen Fabriken sollen die Transportwege signifikant verringern.

    «Der Ausbau unserer Produktionskapazitäten in Singapur und China ist ein wichtiger Schritt unserer Wachstumsstrategie in Asien», wird Philippe Jost, Regionalleiter Asien/Pazifik, in einer Medienmitteilung zitiert. «Dank der neuen Werke können wir unsere Kunden in diesen beiden Schlüsselmärkten noch besser mit unseren innovativen Lösungen bedienen. Zudem tragen beide Fabriken zur Nachhaltigkeitsleistung von Sika bei, da sie energieeffiziente Verfahren und umweltfreundliche Materialien einsetzen.»

    Für Singapur wird laut Sika bis 2028 ein jährliches Wachstum der Bauindustrie von 4,1 Prozent erwartet. Ein Masterplan der Regierung zur Entwicklung der Infrastruktur sehe rund 22,5 Milliarden Franken für den Bau von Bahnhöfen und wichtigen Verkehrskorridoren vor.

    Das neue Werk in Xi’an ist das 35. von Sika in China. In dem Land soll sich das Volumen der Bauindustrie 2025 auf umgerechnet 4,3 Billionen Franken belaufen und bis 2028 um jährlich 3,9 Prozent wachsen. Für Infrastrukturprojekte und anspruchsvollere Qualitätsziele im Bauwesen hat China den Angaben zufolge eine halbe Billion Schweizer Franken budgetiert, für das Netto-Null-Ziel bis 2060 weitere 12 Billionen Franken.