Kategorie: Menschen

Menschen – Immobiliennews zu Persönlichkeiten, Meinungen, Interviews & Stimmen aus der Schweizer Immobilienbranche.

  • Neuer Akteur im britischen Recyclingmarkt

    Neuer Akteur im britischen Recyclingmarkt

    Holcim übernimmt die in der britischen Grafschaft Cheshire ansässige Schotter-Recyclingfirma Land Recovery. Mit ihren 85 Mitarbeitenden verwendet sie Schienenschotter und Abbruchmaterial für die Produktion von Transportbeton, Fertigteilen und Asphalt.

    Wie es in einer Medienmitteilung heisst, erweitert diese Akquisition den Zugang von Holcim zu Bauschutt. Davon hat Land Recovery im vergangenen Jahr 300’000 Tonnen verarbeitet.

    «Land Recovery stärkt die führende Position von Holcim im zirkulären Bauen», wird Holcim-CEO Miljan Gutovic zitiert. «Das bringt uns unserem Konzernziel näher, in 2024 10 Millionen Tonnen Bauschutt zu rezyklieren.»

    Land Recovery wurde 1982 von der Familie Beecroft gegründet. Mit vier Standorten in Grossbritannien bietet das Unternehmen unter anderem die Lieferung von Primärschotter für den Schienenverkehr, den Umschlag und die Aufbereitung von verbrauchtem Schotter sowie dessen Wiederverwertung in neuen Baulösungen an.

    Die Transaktion folgt auf Holcims Übernahme von Sivyer Logistics im vergangenen Jahr, einem Hersteller von recyceltem Abbruchmaterial für den Londoner Baumarkt.

  • Innovationszentrum erweitert seine Dienstleistungen

    Innovationszentrum erweitert seine Dienstleistungen

    Die Startup & Innovation Space AG erweitert das Angebot ihres Start-up-Zentrums Home of Innovation. Geplant sind «mehr Büroflächen und Co-Working-Plätze, mehr Ausbildung für GründerInnen und ein neuer Zugang zu Investoren-Geldern», informiert Home of Innovation in einer Mitteilung. Das bisher an drei Standorten aktive Zentrum wird aktuell von rund 100 Jungunternehmen, innovativen KMU und Co-Workern sowie von fünf Winterthurer Wirtschaftsverbänden genutzt. Für den Ausbau des Innovationsökosystems von Winterthur hat Home of Innovation eine Strategie mit fünf strategischen Themen erarbeitet.

    Danach sollen in Winterthur weitere Büroflächen mit mindestens 2000 Quadratmetern akquiriert werden. Neben der Ansiedlung bereits bestehender Firmen wird ein zweiter Fokus auf Neugründungen gelegt. Sie sollen durch die Einrichtung einer Projektleiter-Position zur Förderung von Start-ups unterstützt werden. Darüber hinaus will Home of Innovation sein bereits erfolgreich durchgeführtes Ausbildungs- und Förderprogramm Launch-Control verstärken. Nicht zuletzt sollen Investoren und Jungunternehmen im Rahmen der Initiative Winti-Ventures zusammengebracht werden.

    In Vorbereitung auf die nächste Wachstumsphase nimmt Home of Innovation zudem Änderungen in der Leitung vor. Thomas Giger wird zum Verwaltungsratspräsidenten ernannt, Thomas Breitenmoser wird als Head of Operations das operative Geschäft leiten. Gründer und Initiator des Home of Innovation, Raphael Tobler, gibt den Verwaltungsratsvorsitz ab, bleibt dem Start-up-Zentrum aber als Verwaltungsratsvizepräsident mit einem Fokus auf Launch Control erhalten.

  • Bereiche Standortförderung und Arbeitsmarkt

    Bereiche Standortförderung und Arbeitsmarkt

    Staatssekretärin Helene Budliger Artieda hat laut Medienmitteilung des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) Martin Saladin zum neuen Leiter der Direktion für Standortförderung ernannt. Ausserdem hat sie Martin Godel als neuen Leiter des Leistungsbereichs Arbeitsmarkt und Arbeitslosenversicherung bestätigt. Beide treten ihre neue Stelle am 1. September 2024 an und werden damit Mitglied der Geschäftsleitung des SECO.

    Martin Saladin wird die Nachfolge von Eric Jakob als Leiter der Direktion für Standortförderung antreten. Diese unterstützt unter anderem Schweizer Unternehmen, die sich dem immer globalen Wettbewerb stellen. Saladin verfüge über internationale Erfahrung und kenne die Herausforderungen, mit denen Schweizer Unternehmen auf den internationalen Märkten konfrontiert sind, heisst es in der Mitteilung. Er war die vergangenen fünf Jahre Leiter Operationen Süd/Ost des Leistungsbereichs Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des SECO, wo er das Projektgeschäft mit einer jährlichen Investitionssumme von 350 Millionen Franken verwaltet.

    Martin Godel wird am 1. September die Nachfolge von Oliver Schärli als Leiter des Leistungsbereichs Arbeitsmarkt und  Arbeitslosenversicherung antreten. Godel ist seit 2014 stellvertretender Leiter der Direktion für Standortförderung und leitet seit 2011 das Ressort KMU-Politik. Er verfügt über umfangreiche Erfahrung mit der Digitalisierung von Dienstleistungen. Seit 2017 ist er verantwortlich für das Serviceportal EasyGov.swiss von Bund, Kantonen und Gemeinden.

  • Bewerbungsfrist bis Ende Juni verlängert

    Bewerbungsfrist bis Ende Juni verlängert

    Mara Schlumpf, Geschäftsführerin der Real Estate Award AG: «Es gab in diesem Jahr viele Neuerungen beim Real Estate Award eine neue Kategorie, die französische Version der Homepage aus diesem Grund wollen wir potenziellen Bewerbern etwas mehr Zeit einräumen, um ihre Projekte einzureichen.» Um sich zu bewerben , muss lediglich das Formular auf der Homepage ausgefüllt und ein maximal 4 seitiges PDF angehängt werden. «Gerne nehmen wir Bewerbungen in allen Landessprachen und auch in Englisch entgegen», sagt Mara Schlumpf

    Noch bis am 30. Juni können sich Firmen aus der ganzen Schweiz mit ihren Projekten für den diesjährigen Real Estate Award bewerben. Die Verleihung findet am 24. Oktober im Trafo in Baden statt.

  • Mikroben als Kraftwerke

    Mikroben als Kraftwerke

    In einem beispiellosen Ansatz hat das Team von Professorin Boghossian die Eigenschaften exotischer Mikroben, die unter anaeroben Bedingungen leben und Elektrizität als Nebenprodukt ihres Stoffwechsels produzieren, auf das weit verbreitete und gut erforschte Bakterium E. coli übertragen. Diese Neuerung könnte die Tür zu innovativen Anwendungen in verschiedenen Branchen öffnen.

    Von der Natur zum Labor
    Die natürlichen Vorbilder der Forschung, anaerobe Mikroben, nutzen einzigartige Stoffwechselwege, um Elektronen an Metalle abzugeben und dadurch Strom zu erzeugen. Dieser Mechanismus wurde erfolgreich in E. coli implementiert, was das Bakterium für vielfältige technologische Anwendungen prädestiniert. Die Übertragung war komplex und erforderte das Einsetzen spezieller Proteine aus den elektrisch aktiven Mikroben in E. coli, was die Fähigkeit zur Stromproduktion in das Labor brachte.

    Anwendungsmöglichkeiten und praktischer Nutzen
    Das modifizierte E. coli könnte in Brennstoffzellen, bei der Abwasseraufbereitung oder als Biosensor eingesetzt werden. Besonders interessant ist die potenzielle Anwendung in der Abwasseraufbereitung, wo die Bakterien nicht nur helfen würden, das Wasser zu reinigen, sondern gleichzeitig als Nebenprodukt Strom erzeugen könnten. Diese dualen Vorteile stellen eine attraktive Option für eine Kreislaufwirtschaft dar, bei der Abfallprodukte wertvoll genutzt werden.

    Innovative Forschung und Industriekollaboration
    Unterstützt durch das innovative Umfeld der EPFL und die Möglichkeit, interdisziplinär zu arbeiten, erforscht Professorin Boghossians Team weiterhin die praktischen Anwendungen der «elektrischen» Bakterien. Die Entwicklung eines Prototypen für die Lebensmittelindustrie in Zusammenarbeit mit einem neu gegründeten Startup zeigt das kommerzielle Potenzial dieser Technologie. Dieses Engagement bietet nicht nur wissenschaftliche, sondern auch nachhaltige industrielle Lösungen, die zur Reduzierung des Kohlenstoff-Fussabdrucks beitragen können.

    Ausblick und globales Interesse
    Während die Technologie noch in der Entwicklungsphase ist, zeichnet sich bereits ein steigendes Interesse sowohl in der akademischen Welt als auch in der Industrie ab. Die Arbeit von Professorin Boghossian und ihrem Team ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie innovative Grundlagenforschung transformative Auswirkungen auf unsere Energiezukunft haben kann.

  • Neues Kapitel für Hypothekarbroker mit neuen Büroräumen in Zürich

    Neues Kapitel für Hypothekarbroker mit neuen Büroräumen in Zürich

    Der von Rolf Zäch und Karim Schmid geleitete Hypothekarbroker my hypotheca ag arbeitet laut einer Mitteilung neu vom Atmos Tower in Zürich aus. Nach der Gründung von my hypotheca im Jahr 2021 verbrachten die Gründer zwei Jahre im Co-Working Space im JED in Schlieren, um ihre Idee weiterzuentwickeln. Rolf Zäch kommt aus dem Immobiliensektor und Karim Schmid aus dem Finanzierungsbereich. Dank ihrer Unabhängigkeit und dem Zugang zu über 30 Finanzinstituten konnten sie bessere Bedingungen für Immobilienkäufer aushandeln und somit mehr Menschen den Traum vom Eigenheim ermöglichen, heisst es in der Mitteilung. Das heute als my hypotheca ag eingetragene Jungunternehmen beschäftigt inzwischen neun Vollzeitmitarbeitende.

    Das Geschäftsmodell von Zäch und Schmid als Hypothekarbroker ist in mehrfacher Hinsicht kundenorientiert, heisst es weiter. Mit dem Motto «Kraft der Auswahl» bieten sie Kunden Zugang zu über 30 Finanzierungspartnern. Diese breite Auswahl ermöglicht es, die besten Konditionen auf dem Markt zu finden. Ihr grosses Hypothekarvolumen und der direkte Zugang zu den Finanzinstituten sichere zudem Verhandlungsstärke und Expertise, um für die Kunden die optimalen Bedingungen auszuhandeln, heisst es in der Mitteilung.

    Aufgrund des Wachstums hat das Unternehmen im Januar 2024 den Firmensitz nach Zürich in den Atmos Tower verlegt. Dort haben sie flexible Arbeitsflächen im neuen Co-Working von Flexoffice gefunden. Flexoffice eröffnet im Herbst einen weiteren Co-Working Space im Neubau neben dem JED in Schlieren.

  • Stephanie Kiener folgt bei der Limmatstadt AG auf Jasmina Ritz

    Stephanie Kiener folgt bei der Limmatstadt AG auf Jasmina Ritz

    Die Standortförderung Limmatstadt AG bekommt mit Stephanie Kiener eine neue Geschäftsführerin. Laut einer Medienmitteilung wird Kiener im August in der Geschäftsstelle der regionalen Standortförderung Limmatstadt mit Sitz im JED in Schlieren ZH die operative Leitung übernehmen. Damit ist die Nachfolge von Jasmina Ritz bei der Limmatstadt AG entschieden. Ritz begleitet den Übergangsprozess bis Ende Jahr und zieht sich anschliessend aus der operativen Tätigkeit zurück. Ihr Amt als Vizepräsidentin des Verwaltungsrats wird sie weiter ausüben.

    Stephanie Kiener stiess im November 2023 zur Limmatstadt AG. Zuvor hatte sie acht Jahre für die Stadt Baden gearbeitet und dort verschiedene Funktionen im Standortmarketing ausgeübt, unter anderem als Leiterin Tourismus. Sie begleitete aktiv die Loslösung vom städtischen Kompetenzbereich Tourismus in die neue öffentlich-private Partnerschaft TourismusRegion Baden AG, deren stellvertretende Geschäftsführerin sie zuletzt war. Kiener kennt sich im Limmattal bestens aus. Sie ist geborene Schlieremerin.

    „Die Möglichkeit, gemeinsam mit den Akteuren der gesamten Region und dem Verwaltungsrat die regionale Standortförderung zukunftsorientiert zu gestalten, ist für mich eine grosse Motivation“, wird Kiener zitiert. Sie setze darauf, „diesen Weg gemeinsam zu gehen und mit innovativen Ansätzen, frischen Ideen und vereinten Kräften die Region des Aargauer und Zürcher Limmattals weiter zu stärken“.

    „Stephanie Kiener ist unsere Wunschkandidatin. Wir sind nun optimal aufgestellt für den bereits eingeleiteten Transformationsprozess“, wird Verwaltungsratspräsidentin Lara Albanesi zitiert.

    Ein öffentlicher Dialog-Anlass findet am Dienstag, 4. Juni, von 7.30 bis 9 Uhr im Coworking Office LAB in Spreitenbach statt.

  • Impulse für Zürichs Zukunft: Der erste Tag des Standorts

    Impulse für Zürichs Zukunft: Der erste Tag des Standorts

    Der erste «Tag des Standorts» im Kanton Zürich brachte führende Köpfe aus Wirtschaft, Forschung und Politik zusammen, um die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit des Standorts zu beleuchten. Im Zentrum standen die Diskussion aktueller Herausforderungen und die Erarbeitung von Strategien zur Stärkung des Wirtschafts- und Innovationsstandorts. Mit Panels und Workshops zu Themen wie Technologie, Fachkräfte, Unternehmertum sowie Mobilität und Nachhaltigkeit wurden wichtige Impulse gesetzt, um Zürichs Position im internationalen Vergleich weiter zu verbessern.

    Eine vorgängige Studie zur Standortattraktivität lieferte die Basis für vertiefte Diskussionen und zeigte die Stärken Zürichs in den Bereichen Bildung, Wirtschaftskraft und Lebensqualität, aber auch die Bereiche mit Verbesserungspotenzial wie Arbeitsmarkt, Innovation und Infrastruktur auf. Hervorgehoben wurden insbesondere die Relevanz von künstlicher Intelligenz für den Technologiestandort und die Notwendigkeit einer stärkeren digitalen Ausrichtung des Gesundheitswesens. Darüber hinaus wurde die Bedeutung der Förderung von Start-Ups und der Integration digitaler Prozesse im Gesundheitswesen hervorgehoben, um sowohl die Attraktivität für Fachkräfte als auch die Effizienz der medizinischen Versorgung zu steigern.

    Der «Tag des Standorts» unterstrich die Dringlichkeit, die heimischen Potenziale zu nutzen und die Rahmenbedingungen für eine digitale und nachhaltige Transformation kontinuierlich zu verbessern. Die Ergebnisse der Workshops und Panels werden nun weiterverfolgt, um konkrete Massnahmen zu entwickeln und umzusetzen. Aufgrund des grossen Interesses und der produktiven Beiträge ist eine Wiederholung der Veranstaltung geplant, um die Fortschritte und neuen Ansätze im kommenden Jahr zu evaluieren.

  • Einflussreiche Stimme in der Immobilienökonomie

    Einflussreiche Stimme in der Immobilienökonomie

    Wenn Sie Ihre Zahlen aus den Jahren 2000 bis 2024 vergleichen. Was sticht dabei raus?
    Sowohl im Wohneigentumsbereich als auch bei den Mehrfamilienhäusern mit Mietwohnungen sind die Preise unaufhörlich gestiegen. Ein mittleres Objekt gleicher Qualität hat sich seit dem Jahr 2000 im Preis mehr als verdoppelt. So ist eine egaler EWG im landesweiten Mittel um 160 Prozent, ein EFH um 120 Prozent, ein identisches MFH um 90 Prozent teurer geworden. Wohneigentum korrigierte in den Jahren 2014 bis 2019 etwas, weil auf Druck «Selbstregulierungen» bei der Hypothekarvergabe eingeführt wurden. Teilweise haben die Banken aber selbst gebremst. Bei den Renditeimmobilien sticht die Zinswende ab Frühling 2022 hervor, diese wirkte sich auf die Transaktionspreise aus, wobei die Stadt Zürich wenig betroffen war.

    Was können Sie für die Jahre 2030 und 2040 voraussagen?
    Sowohl die Bevölkerungsprognosen der UNO als auch des BFS gehen davon aus, dass die Bevölkerungszahl der Schweiz weiterhin anwachsen wird. Aufgrund der «Zahl der Köpfe» ist zu erwarten, dass eine namhafte Zusatznachfrage nach Wohnraum bestehen wird. Dazu kommen soziodemographische Veränderungen, die gemäss unseren Erwartungen zu einer weiteren Reduktion der Haushaltsgrösse und somit zu einem Anstieg der Wohnungsnachfrage führen. Die Nachfrage konzentriert sich in den Zentren und Agglomerationen, wobei letztere immer grösser werden, da die Städte «überlaufen».

    Welche Probleme hat die heutige Immobilienbranche?
    Die Schweiz hat generell nur Luxusprobleme und die Branche selbst wenig Probleme. Die Wohnraumsuchenden werden Schwierigkeiten haben, da dieser nicht dort bereitgestellt werden kann, wo Nachfrage besteht. Das hat einerseits mit Menge zu tun und andererseits mit der Geschwindigkeit der Prozesse; insbesondere der Bewilligungsprozesse. Die Folge ist, dass die Nachfrage räumlich verdrängt wird und die Haushalte mit geringerer Kaufkraft gegenüber den Zahlungskräftigen im Nachteil sind.

    Haben Sie Ansätze zur Lösung dieser Probleme?
    Wir Ökonomen gehen davon aus, dass die Knappheit dazu führt, dass die Mieten und Preise steigen. In den 1990er Jahren, als die Nachfrage schwach war und die Mieten sanken, hat niemand nach Regulierung gerufen. Seit rund zwei Jahrzehnten hinkt das Angebot in den Zentren aber der Nachfrage stark hinterher und entsprechend herrscht hier wieder grosse Knappheit. Die Alternativen für die Haushalte sind dann kleinere Wohnungen – sofern sie überhaupt eine finden – oder der Wegzug in die Agglomeration, wo noch Wohnungen zu finden sind.

    Haben Sie die Kunden-Anforderungen an Ihr Unternehmen verändert? Wie und warum?
    Nein. Wir haben immer noch praktisch die gleichen, meistens hoch spannenden, Projekte.

    Wie identifizieren Sie erfolgversprechende Standorte für Immobilienprojekte?
    Es geht insbesondere darum, welche zukunftsträchtigen Branchen wo angesiedelt sind. Für die meisten Branchen – oder zumindest Teile davon – sind dabei die Zentren präferiert, so dass die Nachfrage nach Flächen in den Zentren gross ist. Dazu kommt, dass zentrale Lagen für viele Haushalte auch sonst sehr attraktiv sind und die Nähe zum Zentrum bevorzugt wird. Entsprechend ist die zentrale Frage, wie sich die Agglomerationen im Raum ausbreiten, was von Baulandreserven bzw. Verdichtungspotential und stark von den Verkehrswegen bzw. Fahrzeiten abhängt.

    Welche soziodemographischen und ökonomischen Indikatoren sind aus-schlaggebend für Ihre Markt- und Standortanalysen?
    Wir stützen uns stark auf die Nachfragersegmente, die wir zusammen mit sotomo (Wohnen) bzw. CSL Immobilien (Büro, Verkauf) entwickelt haben. Es geht nicht nur um die Zahl der Haushalte bzw. Betriebe, sondern auch um deren Bedürfnisse an den Standort – insbesondere auch an Qualitäten der Mikrolage – sowie an die Flächen bzw. Wohnungen. Neben den Bedürfnissen ist die Zahlungsbereitschaft zu beachten.

    Wie bewerten Sie den Mehrwert und das Entwicklungspotenzial komplexer Liegenschaften?
    Wir verwenden hierzu die DCF-Methode, wobei die Zahlungsströme der Planung, Erstellung, Vermietung oder Verkauf auf der Zeitachse verortet werden. Zeit ist Geld; das darf nicht vergessen gehen. Weiter ist zu beachten, dass es sich zum Zeitpunkt der Bewertung immer um Annahmen über die Zukunft handelt. Es wird demnach mit Erwartungswerten gearbeitet und das Risiko besteht, dass die Erwartungen nicht eintreten. Diese Risiken müssen zusätzlich zu den Zeitverhältnissen in Form einer Sicherheitsmarge berücksichtigt werden.

    Wird die Schweiz von der Immobilienblase heimgesucht?
    Die Welt ist mit Geld überschwemmt worden, wobei die Flut nun vorübergehend durch den Zinsanstieg gestoppt wurde. Aufgrund der hohen Schuldenlast und dem grossen generellen Wohlstand dürfte Geld aber auch in Zukunft billig bleiben. Insofern sind die Entwicklungen auf den Immobilienmärkten schon folgerichtig. Wenn es eine Blase gibt, dann ist dies eine generelle Kapitalmarktblase.

    Was müsste noch passieren, dass dies passiert?
    Von einer Blase würde man sprechen, wenn sich die Preise von den Fundamentaldaten entkoppeln.

    Gehen wir ins Ausland. Die Preise in DE sind gefallen. Wie geht’s dem Immobilienmarkt in Deutschland und Österreich? Was haben wir gemeinsam?
    Die Schweiz steht finanziell sehr robust da und kann zudem eine eigenständige Geldpolitik verfolgen. Dies hat die Schweizerische Nationalbank am 16. März mit der Zinssenkung demonstriert. Hier ist ein grosser Unterschied zu Deutschland und Österreich, die von den Entscheiden der EZB abhängig sind. Ein weiterer Unterschied – jedenfalls zu Deutschland – besteht darin, dass die Stimmung aufgrund der Krisen und Kriege auch in der Schweiz schlecht ist, aber nicht so miserabel wie in Deutschland. Vergleicht man die Entwicklungen – z.B. der Immobilienpreise – über mehrere Zyklen und Krisen hinweg, dann geht die Schweiz sowohl in der Aufwärts- als auch in der Abwärtsbewegung mit mehr Bedacht vor, als viele ausländische Märkte, die entsprechend viel volatiler sind.

  • Die Kunst der Raumgestaltung –  Zürichs Weg in die Zukunft

    Die Kunst der Raumgestaltung – Zürichs Weg in die Zukunft

    Sie sind Direktorin der Raumplanung der Stadt Zürich. Können Sie uns einen Überblick Ihre Zuständigkeiten geben?
    Gemeinsam mit meinen MitarbeiterInnen, plane ich als Direktorin des Amts mit an der Zukunft der Stadt Zürich. Um die Chancen einer Stadt im Wandel ideal zu nutzen, haben Fachbereiche bei uns wie Architektur und Planung, dazu gehören Archäologie, Denkmalpflege, das Baugeschichtliche Archiv oder ein Kompetenzzentrum für Geoinformationen. Der Austausch bietet uns einen sehr genauen Blick auf Zürich – von seiner Vorgeschichte bis 2040.

    Welche Ziele verfolgt die Stadt- und Raumentwicklung in Zürich und welche Rollen übernehmen Sie in der Standort- und Arealentwicklung?
    Wir möchten die hohe Lebensqualität in der Stadt Zürich nicht nur erhalten, sondern ausbauen. Sie soll sich punktuell verbessern können, ökologisch wie sozial nachhaltig. Dazu benötigt es geeignete nutzungsplanerische Instrumente – da sind wir bei der Erarbeitung und Weiterentwicklung federführend.

    Der kommunale Richtplan für Siedlung, Landschaft, öffentliche Bauten und Anlagen ist dabei essenziell. Mit ihm konkretisieren wir, welche Gebiete für die bauliche Verdichtung geeignet sind. Zudem bezeichnen wir Flächen für die Versorgung mit öffentlichen Freiräumen sowie für kommunale öffentliche Bauten und Anlagen – etwa für die Volksschule oder für Sportnutzungen. Darüber hinaus ist er ein wichtiges Koordinationsinstrument, da er aufzeigt, wie die bauliche Dichte mit dem Verkehr und Angebot an erneuerbarer Energie abgestimmt werden muss und er macht Vorgaben für weitere räumliche Aspekte einer umwelt- und sozialverträglichen Stadtentwicklung.

    Vor welchen Herausforderungen steht die Stadtentwicklung, im Vergleich zu anderen Schweizer Städten und welche Vorteile bietet Zürich?
    Zürich teilt sich viele Herausforderungen mit anderen Städten in der Schweiz und Europa. Das Wachstum und der einhergehende Bedarf nach Wohnraum stehen im Fokus, wobei vor allem preisgünstiges Wohnen in der Stadt gesichert werden muss. Der demographische Wandel und die Pluralisierung der Lebensstile bringen eine Vielfalt an Wohnformen und Wohnraumbedürfnissen – denen wir begegnen müssen.

    Neben einer sozialräumlich verträglichen Verdichtung ist das Klima zentral. Rund ein Viertel aller CO2-Emissionen stammt aus dem Gebäudesektor. Städtische Planung und Architektur muss heute klima- und umweltfreundlich sein, Ressourcen schonen und Landschaften bewahren können. Neben dem Klimaschutz müssen wir Hitzeinseleffekte eindämmen.
    Was wir im Gegensatz zu anderen Städten nicht mehr haben, sind freie Industrieareale zur Umnutzung. Die Dichte verstärkt die verschiedenen Interessen an Flächen und Gebäuden einer Stadt. Ausserdem steht Zürich als Wirtschaftsmotor der Schweiz unter besonderem Blick der Öffentlichkeit. Planerische Entscheidungen erfordern die politische Diskussion – Mitsprache wird eingefordert. Findet keine Debatte statt, wird bei etlichen Neubauten rekurriert.

    Was sind die bedeutendsten Bauprojekte in Zürich und wie tragen sie zur Stadt und Raumentwicklung bei?
    Ich zähle hier die Planung mit dazu. Beispielsweise das Josef-Areal, das Schlachthof-Areal, das Seeufer Wollishofen oder das Papierwerd-Areal. Sie sind aufgrund der zuvor angesprochenen Flächenknappheit von Bedeutung für die Zürcher Stadtentwicklung. Daraus entsteht die anspruchsvolle Aufgabe, diese Areale planerisch nachhaltig und effizient zu nutzen.
    Die Stadt baut auch selbst – besonders preisgünstigen Wohnraum. Allein die Wohnsiedlungen Leutschenbach und Tramdepot Hard, werden über 550 Wohnungen bieten. Bei der Thurgauerstrasse oder dem Koch-Areal vergibt die Stadt Bauland an gemeinnützige Wohnbauträger.

    Im Zusammenhang mit solchen Grossprojekten ist die Planung der dazugehörigen sozialen Infrastruktur wichtig. Insbesondere die Bereitstellung von genügend Schulraum, Kulturbauten wie das Schauspielhaus oder Opernhaus, sind gesamtstädtisch bedeutend.
    Ergänzend zu den benannten Arealentwicklungen und Bauten gehören die Aktualisierung der Hochhausrichtlinien sowie die Revision der Bau- und Zonenordnung, zu den bedeutendsten Aufgaben, mit denen die Zürcher Stadtplanung betraut ist. Bei diesen Planungsinstrumenten geht es darum, den Umgang mit dem Denkmalschutz bzw. Inventar und dem ISOS zu finden und diesen mit den angestrebten baulichen Entwicklungen zu vereinbaren.

    Welche Gebiete in Zürich sind besonders attraktiv für Unternehmen und warum?
    Das ist stark abhängig von der Grösse und Art des Unternehmens, jedes Unternehmen definiert seine individuellen Anforderungen an die Standortwahl. Für einen Konzern, der sein eigenes Areal langfristig weiterentwickeln und ausbauen möchte, gelten sicherlich andere Standorte als attraktiv, als für ein KMU, das auf eine Entwicklung innerhalb des Quartiers abzielt.

    Grundsätzlich sind in Zürich alle Quartiere attraktiv, da überall eine gute Erschliessung mit dem ÖV gegeben ist. Hier hat es eine positive Entwicklung im Vergleich zu den letzten Jahren und Jahrzehnten gegeben – eine eigentliche «Peripherie» kennt Zürich nicht mehr.

    Wo sehen Sie noch Entwicklungspotenzial und wie könnte dieses erschlossen werden?
    Potenzial gibt es in der Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden. Eine der Besonderheiten der räumlichen Planung liegt darin, dass sie nicht an der Stadtgrenze endet , auch wenn diese Grenzen einen politischen Wechsel bedeutet. Beispiele hierfür sind der Limmatraum oder das Glattal mit dem gemeinsamen ÖV-Service. Dort gilt es, die Planung über die Grenzen hinweg gemeinschaftlich zu koordinieren, um das Angebot und die Vernetzung der Quartiere zu sichern.

    Potenzial besteht auch in der Abstimmung mit dem Kanton oder Bund, was u.a. die Themen Lärm und ISOS betrifft. Bundesweite oder kantonale Vorgaben haben in einer Stadt wie Zürich eine grosse Auswirkung. In einer engeren Abstimmung mit dem Städteverband sehe ich grosses Potenzial.

    Wie positioniert sich Zürich im Bereich der Mobilitätsentwicklung und -planung?
    Im kommunalen Richtplan steht bei der städtischen Mobilität ein effizienter und gut ausgebauter ÖV sowie die Weiterentwicklung von funktionsfähigen und attraktiven Stadt- und Strassenräumen im Fokus. Wir streben eine Stadt der kurzen Wege an. Die Quartierzentren werden gestärkt und Neue entwickelt. Für die Wohnbevölkerung wird es attraktiver, sich vor Ort zu versorgen, der Detailhandel eröffnet neue Läden im Quartier, da er auf KundIinnen zählen kann.

    Es zeigt sich in den Zahlen zur Mobilität, dass die Stadtbevölkerung vermehrt auf Velo und ÖV setzt. Insbesondere der Fuss- und Veloverkehr werden städtisch gezielt gefördert. Die Stadt berät mit dem Programm «Impuls Mobilität» ganz gezielt Unternehmen und Liegenschaftsverwaltungen.

    Hat die Pandemie Veränderungen in der Planung von Zürich bewirkt?
    Der öffentliche Raum hat während der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen. Gerade für Kinder und Jugendliche, die auf Freiräume im direkten Wohnumfeld angewiesen sind. Insgesamt gesehen haben die Individualverkehrsmittel Fuss, Velo und Auto bei der Verkehrsmittelwahl mehr Gewicht erhalten, während der ÖV wegen möglicher Ansteckungsgefahrengemieden wurde. Es gilt, die positiven Effekte der Pandemie wie die Velonutzung und Glättung der Verkehrsspitzen durch vermehrtes Homeoffice, in die Zukunft mitzunehmen.

    Pandemie und mobile Arbeitsweise haben Veränderungen gebracht, deren stadtplanerischen Auswirkungen wir erst in ein paar Jahren sehen werden. Vom Home-Office-Trend profitieren in Zürich vor allem auch die Quartierzentren. In der Pandemie waren schnelle Erreichbarkeit von Einkauf, Gesundheitseinrichtungen, Sportzentren, Gastronomie und Grünräumen, die keinen öffentlichen Transport erforderten zentral. Dem Bedürfnis nach lebenswerter Stadträumen muss zukünftig mehr Rechnung getragen werden.

    Welche Faktoren machen Zürich zu einem attraktiven Wohnort?
    Zürich ist attraktiv und bietet eine hohe Lebensqualität. Das hat viele Gründe: Etwa das breite und attraktive Angebot von Betreuungs- sowie Kultureinrichtungen, attraktive Freiräume, Bildungsstätten, gute Infrastrukturen und die hohe architektonische Qualität. Anziehend ist auch die Lage am See und die Nähe zur Natur. Trotz reger Bautätigkeit ist es gelungen, dass die Stadtquartiere ihre Identität nicht verloren haben. Das ist meiner Meinung nach eine grosse Stärke unserer Stadt.

    Wie stellen Sie sich die ideale Entwicklung der Stadt Zürich vor?
    Was wären die Kernelemente?

    Ideal ist in diesem Kontext die falsche Formulierung, eine ideale Entwicklung gibt es nicht. Vielmehr ist die Stadtplanung dynamisch und wird massgeblich durch politische Entscheidungen beeinflusst. Sie muss kontinuierlich auf die aktuellen und zukünftigen sozialräumlichen wie ökologischen Belange reagieren. Es ist wichtig, dass wir eine gemeinsame Vorstellung davon haben, was Zürich sein soll und wie es sich zukünftig entwickeln soll. Der Kommunale Richtplan formuliert ein Zielbild, von einer differenzierten baulichen Verdichtung über genügend Freiräume für die Erholung bis hin zu den Zentren und Infrastrukturen der Stadt. Darunter gibt es unzählige kleinerer Ebenen, Projekte und Ereignisse, die Teil der Stadt im Wandel sind. Zürich hat viel Potenzial, das es durch die Stadtplanung zu sichern und zu nutzen gilt. Nicht von heute auf morgen, sondern auch für künftige Generationen von ZürcherInnen.

  • St. Galler Regierungspräsident Stefan Kölliker strategischer Neuzugang im Verwaltungsrat

    St. Galler Regierungspräsident Stefan Kölliker strategischer Neuzugang im Verwaltungsrat

    Im Zuge der Neuformierung, die mit einer Fokussierung auf Bau, Kapital und Vorsorge einhergeht, hat Hans Klaus, ein langjähriges Verwaltungsratsmitglied, seinen Rückzug bekanntgegeben. Dieser Schritt erfolgte nach erfolgreicher Umsetzung der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens, die Klaus seit 2021 massgeblich mitgestaltet hat. Sein Ausscheiden markiert das Ende einer Ära, in der er wesentliche Beiträge zur Entwicklung und Positionierung von Admicasa geleistet hat.

    Neue Impulse durch Stefan Kölliker
    Mit der Wahl von Stefan Kölliker, der über tiefgreifende Kenntnisse in Politik und Wirtschaft verfügt, setzt Admicasa auf eine fortgesetzte innovative und interdisziplinäre Strategie. Köllikers Erfahrungen aus seiner Zeit als Vorsteher des Bildungsdepartements und Regierungspräsident von St. Gallen sind besonders wertvoll für zukünftige Projekte und Herausforderungen, wie beispielsweise die Bekämpfung der Wohnungsknappheit.

    Kölliker selbst betont das innovative Potenzial des Unternehmens und die Möglichkeit, sein breites Wissen aktiv einzubringen. Seine Vision, branchenübergreifende Probleme mit neuen Ansätzen anzugehen, wird von Serge Aerne, hochgeschätzt. Aerne sieht in Kölliker nicht nur einen Nachfolger, sondern einen Impulsgeber, der das Unternehmen mit seinem umfangreichen Netzwerk und seiner politischen sowie wirtschaftlichen Expertise bereichern wird.

    Ausblick und strategische Ziele
    Mit der Integration von Stefan Kölliker in den Verwaltungsrat verfolgt Admicasa das Ziel, seine marktführende Position weiter auszubauen. Köllikers Hintergrund und seine strategische Denkweise sind entscheidend, um die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen und Admicasa in eine neue Phase des Wachstums und der Innovation zu führen.

  • Warum Next Property AG?

    Warum Next Property AG?

    Warum braucht die Immobilienbranche die Next Property AG?
    Um vorteilhafte Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Branchenakteuren ermöglicht, in einer digitalen Welt möglichst unabhängig und selbstbestimmt zu wirtschaften, ohne zum Spielball dominierender Unternehmen zu werden.

    Was ist die Vision von Next Property AG und wie erreichen Sie diese?
    Wir setzen uns im Sinne unserer Aktionäre für fairen Wettbewerb in der Schweizer Immobilienwirtschaft ein. Dies beinhaltet die Beobachtung und Risikobewertung technologischer Entwicklungen und die Mitbestimmung bei der Gestaltung von Kundenschnittstellen sowie der Verarbeitung und Monetarisierung von Daten, welche durch unsere Aktionäre im Tagesgeschäft generiert werden.

    Um diese Vision zu verwirklichen, braucht es in erster Linie Branchenakteure, die bereit sind, in ihre unternehmerische Zukunft zu investieren und das Gedankengut teilen, dass es wirkungsvolle Allianzen braucht, um in einer digitalen Welt mitbestimmen zu können. Dabei geht es nicht um kurzfristigen Erfolg, sondern darum, dass die Erbringung von professionellen Immobiliendienstleistungen, wie wir sie heute kennen, auch in Zukunft attraktiv bleibt.

    Müssen die Immobilienmakler und -bewirtschafter um Ihr Geschäftsmodell fürchten?
    Wenn wir die Entwicklungen ausserhalb der Immobilienwirtschaft beobachten, führt die Digitalisierung zweifellos zu radikalen Veränderungen von lang bewährten Geschäftsmodellen. Mit anderen Worten, die Digitalisierung bietet neue Möglichkeiten, um den heutigen Bedürfnissen von Arbeitnehmern, Arbeitgebern und Kunden gerecht zu werden. Diese Erkenntnis ist nicht neu, wir stellen jedoch fest, dass der Reifegrad der Entwicklung nun so weit ist, dass die Veränderungen zunehmend für Unternehmen in der Immobilienwirtschaft spürbar werden. Unternehmen, die sich an die Dynamik der digitalen Welt anpassen, müssen sich um ihr Geschäftsmodell keine Sorgen machen.

    Wie kann sich die Immobilienbranche auf die Herausforderungen der digitalen Zukunft vorbereiten?
    Es hat sich gezeigt, dass auch grosse etablierte Branchenakteure zu klein sind, um bei digitalen Entwicklungen einer Branche eine bedeutende Rolle einzunehmen. Somit empfehlen wir Immobilienunternehmen sich in einer leistungsstarken Interessensgemeinschaft wie der Next Property AG zusammenzuschliessen, um sich gemeinsam für vorteilhafte Rahmenbedingungen einzusetzen.

    Gibt es ein Beispiel dazu?
    Aktuelles Beispiel hierfür ist die Förderung des Immobilienmarktplatzes newhome, der sich an vereinbarte Branchengrundsätzte hält und bei dem die über 500 Next Property AG Aktionäre indirekt beteiligt sind. Gemeinsam wird mit frühzeitigen oder exklusiven Inseraten und gezielten Marketingaktionen dafür gesorgt, dass newhome zu einer regional wettbewerbsfähigen Marktplatzalternative für professionell vermarktete Immobilien wird. Wir empfehlen «newhome first».

  • Losinger Marazzi setzt Klimastrategie in ihren Projekten um

    Losinger Marazzi setzt Klimastrategie in ihren Projekten um

    Welche Klimastrategie verfolgt Losinger Marazzi?
    Lennart Rogenhofer: Mit unserer Klimastrategie verfolgen wir das Ziel, unsere CO²-Emissionen bis ins Jahr 2030 um 30 Prozent im Vergleich zu 2021 zu reduzieren. Dieses erreichen wir, indem wir neben einem verstärkten Fokus auf Holzbau- sowie Renovationsprojekte die Nachhaltigkeit in allen Projekten als zentrales Thema behandeln. Dabei verfolgen wir einen wissenschaftlichen Ansatz gemäss der Science Based Targets Initiative, welche unter anderem auch unsere Zielerreichung auditiert.

    Wie wird die Strategie konkret umgesetzt?
    Wir integrieren die Nachhaltigkeit bereits seit Jahren vollumfänglich in unsere Unternehmensstrategie. Umgesetzte Belege dafür sind unter anderem die Grossprojekte Greencity in Zürich (2012 erstes 2000-Watt-Areal der Schweiz in Entwicklung), Erlenmatt West in Basel (2013 erstes 2000-Watt-Areal der Schweiz in Betrieb) oder das nachhaltige Quartier Églantine in Morges im 2019.

    Nach weiteren Vertiefungsschritten in den letzten Jahren setzen wir unsere Klimastrategie systematisch um. Seit 2019 erstellen wir kohärent für jedes Projekt eine CO2-Bilanz für die Erstellung und den Betrieb der Gebäude – also über den gesamten Lebenszyklus eines Projekts und unabhängig von den angestrebten Umweltlabels. So konnten wir eine Erfahrungsdatenbank aufbauen, die es ermöglicht, die Emissionen zukünftiger Projekte abzuschätzen und zu reduzieren.

    Welche Ziele verfolgt Losinger Marazzi in Bezug auf den Holzbau?
    Der Holzbau ist ein Fokusthema der Klimastrategie von Losinger Marazzi. Diese sieht vor, verstärkt auf Baustoffe mit tiefen CO2-Emissionen wie zum Beispiel Holz zu setzen. Unsere Klimastrategie zielt darauf ab, ab der Konzeption die Lebenszyklusemissionen eines Gebäudes in dessen Erstellung und Betrieb möglichst tief zu halten. Der vermehrte Einsatz von Holz ist hier natürlich ein wichtiges Element, immer nach dem Grundsatz «Das Richtige Material am richtigen Ort». Das heisst,einen Fokus auf lokale, leichte, biobasierte Materialien dort zu setzten, wo sie gemäss ihren technischen Eigenschaften am besten passen und einen maximalen Einfluss auf die Nachhaltigkeit haben. Das kann neben einer Reduktion der CO2-Emissionen beispielsweise auch eine bessere Rückbaubarkeit oder ein Beitrag zu einem angenehmen Innenraumklima sein. Diese Strategie setzen wir konkret bereits in Projekten wie dem Greencity Baufeld B6 (Vergé), dem Verwaltungsgebäude des Kantons Luzern und dem Dienstleistungsgebäude BERN 131 um.

    Aktuelle Projekte:
    Greencity Baufeld B6 (Vergé)
    In Zürich mit einem optimierten Energiekonzept (100 % erneuerbar) und einer voll auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Materialisierung (Holz-Fassade, Leichtbau-Innenwände, schlanke Tragstruktur, etc.)

    Verwaltungsgebäude des Kantons Luzern
    Für rund 1500 Mitarbeitende am Seetalplatz in Emmenbrücke (LU), unter anderem mit einem Atrium aus Holz, SNBS-Gold und Minergie-P-ECO Zertifizierung

    Dienstleistungsgebäude BERN 131
    Im Wankdorf Bern mit Photovoltaik-Modulen auf dem Dach und an den Fassaden, Holzbau und SNBS Gold Zertifizierung

    Stadterneuerungsprojekte Côté Parc
    In Genf und Spenglerpark in Münchenstein (BL), in welchen aktiv auf eine Nutzung und Aufwertung des Bestands anstatt auf einen Abriss-Neubau gesetzt wurde

  • Marktposition durch Unternehmensübernahme gestärkt

    Marktposition durch Unternehmensübernahme gestärkt

    Die gammaRenax AG schlüpft unter das Dach der ISS Facility Services AG in Zürich. Das Dübendorfer Unternehmen wird künftig unter der Marke ISS firmieren, informiert die Schweizer Tochter der weltweit tätigen ISS-Gruppe für Liegenschaftsverwaltung und Gebäudemanagement mit Hauptsitz in Kopenhagen in einer Mitteilung. Über den Kaufpreis werden in der Mitteilung keine Angaben gemacht.

    «Die Übernahme von gammaRenax AG repräsentiert eine wichtige Erweiterung unserer Kompetenzen und eine Stärkung unserer Marktposition», wird André Nauer, CEO von ISS Schweiz, in der Mitteilung zitiert. «GammaRenax steht, gleich wie ISS Schweiz, für Qualität, Kundenorientierung und Professionalität.» Die Neuerwerbung soll das Angebot der ISS Facility Services AG bei Servicedienstleistungen für Hotels und im Hygienemanagement für Bäder- und Wellness-Bereiche sowie bei Aus- und Weiterbildungen erweitern.

    Severin Gallo, bisheriger Eigentümer und Geschäftsleiter der gammaRenax AG, zieht im Zuge der Übernahme in den Verwaltungsrat der ISS Facility Services AG ein. «Severin Gallo ist innerhalb unserer Branche ein anerkannter Experte und einer der führenden Köpfe, welcher die Facility Services-Branche über die letzten 27 Jahre geprägt hat», erläutert Nauer. «Mit dem Eintritt in unseren Verwaltungsrat wird er sich auch strategisch für die professionelle Integration engagieren und darüber hinaus strategische Beratungsleistungen erbringen.»

  • Historische Wahl bei Schweizer Ingenieur- und Architektenverband

    Historische Wahl bei Schweizer Ingenieur- und Architektenverband

    Susanne Zenker ist von der Delegiertenversammlung zur neuen Präsidentin des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenverbandes (SIA) gewählt worden. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, ist damit zum ersten Mal in der etwa 190-jährigen Geschichte des Berufsverbandes eine Frau an die Spitze gewählt worden. Die gebürtige Schwedin, an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) ausgebildete Architektin, bringt langjährige Erfahrungen im Baubereich und in der Gestaltung nachhaltigen Lebensraums mit ins Amt, heisst es in der Mitteilung. Derzeit ist Susanne Zenker Leiterin des Bereiches Development und Mitglied der Geschäftsleitung von SBB Immobilien. Zudem ist sie Stiftungsrätin der Stiftung Baukultur Schweiz.

    „Der SIA vereint mit seinen Mitgliedern ein enormes Wissen und Engagement unter seinem Dach“, wird Zenker aus ihrer Rede in der Mitteilung zitiert. „Die nachhaltige Gestaltung des Lebensraums ist eine anspruchsvolle und vielfältige Aufgabe. Im SIA müssen wir darum unser Wissen noch mehr vernetzen, um wirkungsvoll zu bleiben. Dafür möchte ich mich als Präsidentin einsetzen“. Susanne Zenker übernimmt ihr Amt am 1. Juli 2024 und wird die SBB Immobilien Ende Juni verlassen.

    „Die Wahl einer Frau an die Spitze des Vereins ist ein historischer Moment. Mit Susanne Zenker gewinnt der SIA eine erfahrene Brückenbauerin. Ich bin überzeugt, dass sie die vielfältigen Interessen im Verein auf gemeinsame Ziele auszurichten vermag“, erklärt Alain Ouveley, einer der interimistischen Co-Präsidenten.

    Des Weiteren haben die Delegierten Sarah Kristin Schalles in den Vorstand gewählt.

  • Helvetica stärkt Führungsteam zur Umsetzung strategischer Ziele

    Helvetica stärkt Führungsteam zur Umsetzung strategischer Ziele

    Im Rahmen ihrer langfristigen Unternehmensstrategie wurden wichtige Personalentscheidungen getroffen, um ihre Führungsebene zu stärken und das Unternehmen im Wettbewerb optimal zu positionieren. Die neuesten Ergänzungen des Teams umfassen Dirk Adriaenssen als Leiter des Asset Managements, Mauro Golinelli als Spezialist für Investor Relations und Ruedi Voegeli, der die Abteilung Finance, Controlling und Accounting übernimmt.

    Dirk Adriaenssen bringt mehr als 25 Jahre Branchenerfahrung in den Bereichen Einzelhandels-, Büro- und Wohnimmobilien mit. Er war in verschiedenen europäischen Märkten aktiv, darunter zehn Jahre in der Schweiz. Zuletzt unterstützte er die Integration der Immobilienportfolios von Credit Suisse in das UBS-Portfolio und leitete zuvor als Country Managing Director bei Redevco das Management gewerblicher Immobilienportfolios in der Schweiz und Zentraleuropa. Adriaenssen, der einen Master in Rechtswissenschaften von der Universität Brüssel hält und als MRICS zertifiziert ist, wird bei Helvetica das Asset Management und die strategische Immobilienbetreuung leiten.

    Mauro Golinelli, der am 1. Juni 2024 beginnt, wird als Client Relationship Manager die Beziehungen zu Investoren pflegen und insbesondere die Präsenz des Unternehmens in der Westschweiz verstärken. Mit über zehn Jahren Erfahrung bei der Swiss Finance & Property Group verfügt er über tiefgreifende Kenntnisse im Vertrieb von Immobilienanlagen und ist ein eidgenössisch diplomierter Finanz- und Anlageexperte.

    Ruedi Voegeli, der seit Januar 2024 Teil des Teams ist, übernimmt als Leiter der Abteilungen Finance, Controlling und Accounting. Voegeli war als CFO der PFS Pension Fund Services und davor bei der Edelweiss Air tätig. Er bringt umfassende Erfahrung in der Finanzleitung mit und ist Betriebsökonom FH sowie eidgenössisch diplomierter Experte in Rechnungslegung und Controlling.

    Diese strategischen Neubesetzungen sind Teil vom Bestreben, ihre Fonds effektiv zu managen und innovative Lösungen anzubieten, die den sich ändernden Marktbedingungen gerecht werden. Die Erweiterung des Teams soll dazu beitragen, die Ziele der Fonds effizient umzusetzen und die Position als führendes Unternehmen im Bereich der Immobilieninvestitionen zu festigen.

  • Beatrice Lifart tritt als neue CEO an

    Beatrice Lifart tritt als neue CEO an

    Seit ihrem Einstieg im Jahr 2000 als Leiterin des Bereichs Human Resources hat Beatrice Lifart ihre Karriere kontinuierlich ausgebaut. Ihre jüngste Position als Stellvertreterin des CEO hat sie mit ihrem tiefgreifenden Verständnis für das Unternehmen und ihre aussergewöhnlichen Managementfähigkeiten ausgefüllt. Unter ihrer Leitung hat sich der Bereich Human Resources stark darauf konzentriert, die Entwicklung und Förderung von Mitarbeitenden voranzutreiben, was wiederum die Grundlage für hohe Kundenzufriedenheit bildete.

    Als Mitglied der Geschäftsleitung und in ihrer Rolle als stellvertretende CEO hat Lifart entscheidend zum Unternehmenserfolg beigetragen. Ihre Fähigkeit, strategische Weitsicht mit einem starken Fokus auf Kundenorientierung zu verbinden, hat sie auch in verschiedenen interimistischen Leitungspositionen, unter anderem in der Leitung des Baumanagements, unter Beweis gestellt. Diese Erfahrungen machen sie zur idealen Führungskraft, um Livit in einer sich schnell wandelnden Branche weiterhin erfolgreich zu positionieren.

    Hermann Inglin, der Verwaltungsratspräsident, betont Lifarts bedeutenden Einfluss auf das Unternehmensimage: «Beatrice Lifart hat massgeblich dazu beigetragen, dass Livit heute als innovatives und zukunftsorientiertes Unternehmen wahrgenommen wird. Ihre herausragende Kundenorientierung und ihr strategischer Weitblick haben neue Standards in der Branche gesetzt.» Mit Beatrice Lifart an der Spitze setzt der Verwaltungsrat auf eine erfahrene Führungskraft, die Stabilität und Qualität in der Weiterentwicklung von Livit gewährleisten wird. Ihre Vision für das Unternehmen, gepaart mit ihrem Engagement für Innovation und Kundenzufriedenheit, verspricht eine dynamische Zukunft für Livit.

  • Erfolge, Perspektiven und Highlights des 100. immoTable in Zürich

    Erfolge, Perspektiven und Highlights des 100. immoTable in Zürich

    Im Rahmen des 100. immoTable im Ambassador House, einer der Top-Veranstaltungen für die Immobilienbranche, wurden nicht nur Fortschritte gefeiert, sondern auch Themen wie nachhaltige Stadtentwicklung und Fachkräftemangel angesprochen. Sabine Billeter fasste die Entwicklungen der letzten fünf Jahre kurz zusammen. Danach stellte Arun Banovi die neue branchenspezifische Jobplattform vor, die eine wichtige Ressource für Fachkräfte darstellt. Die immoMedia verantwortet mehrere Mediengefässe, wie den immoNewsletter auf immo-invest.ch, immobilienJobs.ch, immoTermine.ch, das Magazin immo!nvest eine Plattform für Standorte und Immobilien.

    Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die Diskussion über die Entwicklungsstrategien von Zürich, die Fabian Streiff, Leiter der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich, vorstellte. Er betonte die starke Position Zürichs im Vergleich zu anderen europäischen Städten und skizzierte innovative Projekte wie die Forschung der Hochschulen, Unis und ETH zu Themen wie Drohneninfrastruktur, Regulierung der letzten Meile und Verbindung mit Co-Working und Begegnungszonen für Fussgänger und Radfahrer sowie dem ÖV-Netz. Auch der zunehmende Fachkräftemangel und die demografischen Herausforderungen standen im Fokus der Diskussion.

    Martin Schneider, stellvertretender Direktor des Amtes für Städtebau der Stadt Zürich, beleuchtete die Notwendigkeit, Wohnraum für das prognostizierte Wachstum der Stadt zu schaffen. Er verwies auf die Bedeutung flexibler Wohnkonzepte und die Notwendigkeit, Flächenumnutzungen dem Lärmschutz und Klimazielen anzupassen. Er sprach auch über Stadterweiterung und Verdichtung im Rahmen des ISOS, was die Komplexität der Stadtentwicklung verdeutlicht.

    Auch das nachhaltige Bauen wurde diskutiert, vertreten durch die Jura Cement-Fabriken AG, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2030 nachhaltig mit Beton zu bauen. Die Reduktion des CO2-Ausstosses durch veränderte Materialzusammensetzungen wurde als wichtiger Faktor in der zukünftigen Baupraxis hervorgehoben. Auch die EWZ hat sich zum Ziel gesetzt, 100% klimaneutral zu heizen und zu kühlen. Die Vorgehensweise wurde den Teilnehmern anhand der Projekte Guggach und Greencity veranschaulicht.

    Abschliessend betonte Stefan Fahrländer, Inhaber von Fahrländer Partner Raumentwicklung, die Notwendigkeit politischer Massnahmen, um den Bauprozess zu beschleunigen und damit die Reaktionsfähigkeit auf die Marktbedürfnisse zu verbessern. Seine Ausführungen unterstrichen die Notwendigkeit einer schnelleren und effizienteren Umsetzung von Bauprojekten in der Schweiz.

    Abgerundet wurde die Veranstaltung durch den Auftritt des Rappers und Beatboxers Knackeboul, der die Inhalte der Veranstaltung in einem dynamischen Rap zusammenfasste. Auf diese Weise wurde die Verbindung von Fachwissen und kultureller Integration auf unterhaltsame Weise veranschaulicht.

  • App revolutioniert Asbestkontrolle in Gebäuden

    App revolutioniert Asbestkontrolle in Gebäuden

    In der Baubranche bleibt Asbest ein vorrangiges Problem, auch Jahrzehnte nach seinem Verbot. Unsachgemäße Renovierungs- oder Abrissarbeiten an betroffenen Gebäuden können gefährliche Asbestfasern freisetzen, die eine erhebliche Gesundheitsgefahr darstellen. Die neueste VDI Norm DIN 6202 Blatt 3 setzt neue Standards für präzise Schadstoffuntersuchungen, die durch den Einsatz der „IK-Report-App“ effizient umgesetzt werden können.

    Die von Robin Krepp, Geschäftsführer und Mitgründer der IK-Report GmbH, vorgestellte App ermöglicht eine direkte Datenerfassung auf mobilen Geräten, was den Bedarf an nachträglicher Digitalisierung reduziert und den Prozess der Schadstoffuntersuchung erheblich vereinfacht. Durch die intuitive Benutzeroberfläche und die sofortige Verarbeitung der Daten können Fachkräfte schnell und genau handeln, ohne aufwendige manuelle Schritte.

    Die App integriert fortschrittliche Funktionen wie die Verknüpfung von Befunden und die automatische Berechnung der Aussagesicherheit nach VDI 6202 Blatt 3. Diese Funktionen erlauben eine präzise Planung der Probenahme und die Anpassung an neue Erkenntnisse während der Begehung. Ein weiterer Vorteil ist die Vermeidung von Übertragungsfehlern durch die direkte digitale Erfassung, was die Genauigkeit der Daten und die Zuordnung von Fotos und Lageplänen verbessert.

    Zusätzlich zur Erfassung von Asbest kann die App auch für andere Schadstoffe eingesetzt werden und unterstützt die Dokumentation und Bewertung von Luftmessungen und asbesthaltigen Brandschutzklappen. Die Anwendungsbreite der IK-Report-App macht sie zu einem essentiellen Tool für die moderne Baubranche, das nicht nur die Effizienz steigert, sondern auch die Gesundheitssicherheit am Bau wesentlich erhöht.

  • Glarner Kantonalbank sucht Projekte für Nachhaltigkeitspreis

    Glarner Kantonalbank sucht Projekte für Nachhaltigkeitspreis

    Die Glarner Kantonalbank (GLKB) vergibt einmal pro Jahr den Glarner Nachhaltigkeitspreis. Die GLKB möchte damit Projekte und Initiativen von Glarnerinnen und Glarnern fördern, die zur nachhaltigen Entwicklung im Kanton beitragen. Der Preis ist mit 10´000 Franken dotiert. Wie die GLKB mitteilt, können Bewerbungen für die dritte Auflage des Preises ab jetzt und bis zum 30. Juni eingegeben werden.

    Eingereicht werden können Projekte, die sich mit mindestens einer der drei Säulen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft auseinandersetzen. Unter Umwelt fallen die Reduktion von Treibhausgasen und erneuerbare Energien, Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Reduktion schädlicher Stoffe oder Biodiversität. Im Bereich Gesellschaft sollten sich die Projekte mit Fairness und Gerechtigkeit, sozialem Engagement oder der Förderung der Glarner Kultur befassen. Für die Wirtschaftsförderung sind Ideen gefragt, die zur Schaffung lokaler Arbeitsplätze beitragen oder nachhaltige Geschäftsmodelle mit Entwicklungspotenzial sowie innovative Technologien umfassen.

    Teilnehmen können Privatpersonen und juristische Personen wie zum Beispiel Vereine. Auch Forschungsarbeiten und Anträge zu wissenschaftlichen Arbeiten sind zugelassen, sofern sie „eine deutliche Nachhaltigkeitswirkung auf den Kanton Glarus haben“ oder bei überregionaler Wirkung eine direkte Verbindung der designierten Preisgewinnerinnen und -gewinnern zum Kanton Glarus bestehe, heisst es in der Mitteilung.

    Im vergangenen Jahr gewann der Wärmeverbund Obstalden den Preis. Der Wärmeverbund wird allein mit lokalen und erneuerbaren Energien gespiesen und sichert Arbeitsplätze. Das Projekt war aus insgesamt 21 Einsendungen ausgewählt worden.

  • Mischa Bosshard führt Haupt + Studer AG

    Mischa Bosshard führt Haupt + Studer AG

    Mischa Bosshard hat am 1. April die Geschäftsleitung der Haupt + Studer AG übernommen. Der bisherige Projektleiter legt laut einer Mitteilung des Unternehmens besonderen Wert auf ein partnerschaftliches Verhältnis mit den Kunden, auf Nachhaltigkeit und auf die Förderung von Mitarbeitenden und Lernenden. „Fundiertes Fachwissen ist in unserer Branche unabdingbar, und die Jungen sind unsere Zukunft“, wird Bosshard in der Mitteilung zitiert. „Was wir ihnen beibringen, können sie weiterführen und ausbauen.“

    Bosshard tritt an die Stelle von René Hasler. Der langjährige Geschäftsleiter konnte mit den Jubiläumsfeiern Ende März zum 100. Geburtstag der Firma einen weiteren Meilenstein in der Geschichte von Haupt + Studer setzen.

    Haupt + Studer ist in den Bereichen Elektroinstallationen, Gebäudetechnik und Telematik tätig. Es beschäftigt 41 Fachkräfte sowie zehn Lernende. Seit 2007 gehört es zur Baumann Koelliker Gruppe.

  • UBS ernennt neuen Leiter für globale Immobilien-Investments

    UBS ernennt neuen Leiter für globale Immobilien-Investments

    Die Schweizer Großbank UBS hat eine Neubesetzung in ihrem Asset Management Bereich bekannt gegeben. Jon Hollick wurde zum neuen Leiter der weltweiten Immobilien-Investments ernannt, eine Position, die alle Märkte außerhalb der Schweiz, Deutschlands und Österreichs (DACH) umfasst. Diese Änderung folgt auf die Integration des Geschäfts der Credit Suisse (CSAM) in die Strukturen der UBS, was zu einer Neustrukturierung des Immobilienteams geführt hat.

    Hollick, der bisher das Immobiliengeschäft der UBS in der Marktregion Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) leitete, mit Ausnahme der DACH-Region, bleibt in seiner neuen Rolle Joe Azelby, dem Leiter des Bereichs Real Estate & Private Markets, unterstellt. Mit der Übernahme der Geschäfte der Credit Suisse hat UBS ihre Position als einer der weltweit führenden Immobilienmanager weiter gefestigt und plant, die sich daraus ergebenden Wachstumschancen auf ihrer erweiterten globalen Plattform zu nutzen.

    Neben der Ernennung von Hollick gibt es auch Berichte über Mitarbeiterwechsel von der übernommenen Credit Suisse zu Konkurrenzunternehmen. Trotz dieser Veränderungen bleibt die Leitung der DACH-Region unter der Verantwortung von Daniel Brüllmann unverändert.

    In seiner neuen globalen Rolle wird Hollick die Wachstumsziele im Immobilienbereich der UBS weiterentwickeln und ausbauen. Bis ein Nachfolger für die Leitung der EMEA-Region gefunden wird, wird Hollick diese Märkte weiterhin betreuen.

  • Dr. Tanja Pohle tritt als neue Partnerin in die Geschäftsleitung von pom+Consulting AG ein

    Dr. Tanja Pohle tritt als neue Partnerin in die Geschäftsleitung von pom+Consulting AG ein

    Die Berufung von Dr. Tanja Pohle in die Geschäftsleitung, repräsentiert einen wichtigen strategischen Schritt. Dr. Pohle, die bereits seit 2013 im Unternehmen tätig ist, hat sich durch ihre Arbeit im Bereich der Organisationsentwicklung und Prozessgestaltung, insbesondere in der Immobilienwirtschaft, einen Namen gemacht.

    Ihre Rolle als Head of Service Unit Organisation & Processes ermöglichte es ihr, signifikante Fortschritte im Bereich der Workplace Solutions zu erzielen. Dies beinhaltete die Einführung neuer Beratungsansätze, die sich an den sich verändernden Bedürfnissen einer modernen Arbeitswelt orientieren. Besonders hervorzuheben ist dabei ihr Engagement für Smart Office- und New-Work-Konzepte, die durch die Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen haben.

    Der akademische Hintergrund, mit einem Diplom in Bauingenieurwesen von der Technischen Universität Berlin, einem Doktorat in Baubetriebswissenschaften von der ETH Zürich und einem MBA im Business Engineering von der Universität St. Gallen, bildet die Grundlage für ihre umfassende Expertise. Ihre Fähigkeiten in der Organisationsentwicklung, verbunden mit ihrem Verständnis für technische und betriebswirtschaftliche Aspekte, haben maßgeblich zur Entwicklung des Unternehmens beigetragen.

    Mit Dr. Pohles Ernennung zur Partnerin soll ihre Expertise und Erfahrung nun auch in strategische Entscheidungen einfließen. Ihre bisherige Laufbahn, die durch vielseitige Kompetenzen und innovative Ansätze gekennzeichnet ist, passt hervorragend zur Unternehmensphilosophie Sie wird in ihrer neuen Rolle in der Geschäftsleitung maßgeblich dazu beitragen, die zukünftige Richtung mit zu gestalten und die Prinzipien des New Work in der Immobilienwirtschaft weiter zu verankern.

  • Wie wichtig ist Wasserstoff für die Energiewende?

    Wie wichtig ist Wasserstoff für die Energiewende?

    Thomas Justus Schmidt bestätigt die unverzichtbare Rolle von Wasserstoff (H2) für die Erreichung der Klimaneutralität der Schweiz bis 2050. Laut wissenschaftlichen Berechnungen und Modellen ist Wasserstoff ein essenzielles Element der Energiewende mit vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten, darunter Energiespeicherung, Stromerzeugung, Heizung, Chemikalienproduktion und Treibstoffherstellung. Besonders grüner Wasserstoff, hergestellt durch Elektrolyse mit erneuerbaren Energien, spielt eine Schlüsselrolle in der Reduktion von Kohlendioxidemissionen.

    Das Paul Scherrer Institut (PSI) leistet seit 35 Jahren Pionierarbeit in der Wasserstoff-Forschung, beginnend mit Brennstoffzellen bis hin zur Elektrolyse und der Entwicklung von Power-to-X-Technologien. Schmidt, seit 2011 in leitender Position am PSI tätig, betont die Bedeutung von Zukunftsszenarien und Modellierungen des Energiesystems, um realistische Pfade zur Erreichung des Netto-Null-Ziels aufzuzeigen.

    Wasserstoff hat in der Wissenschaft und Öffentlichkeit diverse Wahrnehmungszyklen durchlaufen. Anfangs als Wunderlösung gepriesen, folgten Phasen der Skepsis, besonders in der Automobilindustrie, wo frühere Annahmen über die Einfachheit der Brennstoffzellentechnologie revidiert wurden. Heute ist das Verständnis und die Technologie deutlich fortgeschrittener, was die gesteigerte Aufmerksamkeit rechtfertigt.

    Schmidt räumt mit gängigen Vorurteilen gegen Wasserstoff auf, darunter Sicherheitsbedenken und technische Herausforderungen wie die Diffusion aus Gasflaschen. Er betont, dass moderne Kohlefaserverbundstoffe und verbesserte Technologien diese Probleme gelöst haben. Ebenso ist die Anpassung bestehender Infrastrukturen wie Erdgasnetze und Gasturbinen für Wasserstoff möglich und wird bereits von großen Unternehmen wie Siemens und General Electric vorangetrieben.

    Trotz höherer Kosten im Vergleich zu fossilen Brennstoffen, wenn man nur lokale und untersystemische Kosten betrachtet, argumentiert Schmidt, dass Wasserstoff wirtschaftlich vorteilhaft wird, wenn man Umwelt- und Klimaschäden miteinbezieht. Die Forschung konzentriert sich auch darauf, die Abhängigkeit von Edelmetallen in Elektrolyseuren und Brennstoffzellen zu reduzieren.

    Abschließend betont Schmidt die Notwendigkeit gesellschaftlicher und politischer Entscheidungen zur Implementierung von Wasserstofftechnologien. Er ist zuversichtlich, dass die Schweiz aufgrund sinkender Produktionskosten und internationaler Wasserstoffstrategien, insbesondere Deutschlands, diesen Weg erfolgreich beschreiten wird. Unser Swiss-Times-Energy-Modell prognostiziert, dass 7 bis 10 Prozent des gesamten Energiebedarfs der Schweiz durch Wasserstoff gedeckt werden müssen, um das Ziel der Netto-Null-Emissionen bis 2050 zu erreichen.

  • Das digitale Herz der Baubranche weiter gedacht bis Facility Management

    Das digitale Herz der Baubranche weiter gedacht bis Facility Management

    Ein digitaler Zwilling, das BIM-Modell, welches den kompletten Lebenszyklus eines Gebäudes detailgetreu abbildet. Damit wird die Planung und Umsetzung von Bauvorhaben schneller, produktiver und effizienter. Und das Beste: Alle Beteiligten können jederzeit und überall auf dieses Modell zugreifen, wodurch es in nahezu allen Phasen des Projektlebenszyklus zur Anwendung kommt – von der Planung bis zur Wartung und Instandhaltung. Mit Herrn Samuel Klaus konnten wir ein Gespräch führen.

    Herr Klaus, wie engagiert sich die Stadt Thun in der Digitalisierung der Bauwirtschaft?
    Die Stadt Thun verfolgt seit 2020 eine Digitalisierungsstrategie, aus der das Amt für Stadtliegenschaften (AfS) eine BIM-Strategie entwickelt hat. Im Austausch mit Verbänden, Kantonen sowie Planern fördert das AfS die Umsetzung von BIM und unterstützt alle Prozessbeteiligten sowie KI-Startups. Offen für innovative Digitalisierungsideen, teilt das AfS sein Wissen in Projekten und informiert seine Partner an Informationsveranstaltungen, um gemeinsam erfolgreiche Projekte zu realisieren.

    Welche Vorteile bietet BIM mit dem digitalen Zwilling für die Planungs- und Bauteams?
    Der digitale Zwilling verbessert die Qualität in der Planungs- und Ausführungsphase durch die automatische Generierung von Checklisten und Prüfprotokollen. Er erleichtert Freigabeprozesse und ermöglicht eine frühzeitige Kostensicherheit sowie Kollisionsprüfungen. Das Common Data Environment reduziert den E-Mail-Verkehr und spart Zeit, während die Verknüpfung von Dokumenten mit dem Modell den Zugriff auf Informationen erleichtert. Im BIM-Prozess sind Informationen direkt mit dem Modell verknüpft, was eine effiziente Projektsteuerung ermöglicht.

    Kann BIM dazu beitragen, Informationsverluste zu verhindern?
    Die konsequente Anwendung von BIM über das Bauprojekt hinaus und die Einbindung des Facility Managements (FM) in die BIM-Strategie bringt Vorteile. Klare Prozesse für die Übergabe an CAFM. Der digitale Zwilling als Grundlage aller Prozesse verhindert Informationsverluste. Im AfS-Kontext können alle Abteilungen vom Portfoliomanagement über das FM bis hin zu den Projektbeteiligten auf die Datenbasis des digitalen Zwillings zugreifen.

    Wie kann das Facility Management von BIM profitieren?
    Das Facility Management (FM) profitiert von den strukturierten Informationen des digitalen Zwillings, insbesondere nach Abschluss der Bauarbeiten. Statt in vielen Ordnern zu suchen, sind alle Bauteilinformationen im digitalen Zwilling verknüpft, was ein schnelleres Verständnis und eine optimierte Instandhaltungsplanung ermöglicht.

    Welche Auswirkungen hat die Nutzung von BIM auf die Effizienz von Reparatur- und Wartungsarbeiten im FM?
    Durch die Integration von Building Information Modeling (BIM) und Digitalem Zwilling im Facility Management (FM) werden Reparatur- und Wartungsarbeiten effizienter. Der digitale Zwilling zentralisiert Gebäude- und Anlageninformationen, erleichtert die vorbeugende Instandhaltung und verbessert die Kommunikation. Dies optimiert den Ressourceneinsatz und unterstützt Compliance- und Nachhaltigkeitsstandards. Die Dokumentation der Wartungs- und Reparaturhistorie ermöglicht datenbasierte Entscheidungen, Kosteneinsparungen und verbesserte Wartungspläne, wodurch die Durchführung von Reparatur- und Wartungsarbeiten insgesamt effizienter, kostengünstiger und nachhaltiger wird.

    Welche Vorteile bietet die digitale Gebäudeverwaltung durch BIM?
    Der digitale Zwilling ermöglicht eine genauere Bewertung des Gebäudezustands und die Optimierung von Strategien. Zum ersten Mal kann der gesamte Lebenszyklus eines Gebäudes detailliert dargestellt werden, was das Verständnis für Herausforderungen wie Nachhaltigkeit verbessert. Der digitale Zwilling ermöglicht es, den CO2-Fussabdruck zu verfolgen, eine Materialdatenbank zu erstellen und proaktiv auf den Klimawandel zu reagieren. Er ermöglicht auch eine transparente Dokumentation des Ressourcenverbrauchs, fördert die Entwicklung nachhaltiger Betriebsstrategien und unterstützt die Identifikation von Optimierungspotenzialen für umweltfreundliche Prozesse und Materialien.

  • Ein neues Kapitel in Stadtgestaltung und Lebensqualität

    Ein neues Kapitel in Stadtgestaltung und Lebensqualität

    Susanne Szentkuti. Sie sind Stadtplanerin und Co-Leiterin des Planungsamts der Stadt Thun.
    Welches sind Ihre Kernaufgaben?

    Die Stadtplanung schafft Grundlagen für eine qualitätsvolle Innenentwicklung der Stadt Thun. Dabei wollen wir die bestehenden Qualitäten des Wohn- und Arbeitsstandorts Thun weiter stärken und spezifische Identitäten erhalten. Gleichzeitig soll Raum für neue Nutzungen geschaffen werden, damit sich Thun auch künftig als attraktive Wohn- und Arbeitsstadt positionieren kann. Nebst der sorgfältigen Abstimmung der Siedlungsentwicklung auf die heutige und zukünftige Mobilität, gilt es insbesondere unsere wertvollen Landschaftsräume und -qualitäten zu erhalten und zu vernetzen.

    Welches sind aktuell Ihre grössten Herausforderungen?
    Wir sind gefordert, die vielfältigen und zahlreichen Ansprüche an den begrenzt zur Verfügung stehenden Raum so gut wie möglich aufeinander abzustimmen und dabei stets das öffentliche Interesse im Auge zu behalten. Dabei können nicht immer alle Individualinteressen maximal erfüllt werden. Die vielfältigen Bedürfnisse im Rahmen sorgfältig gestalteter Prozesse und unter geeignetem Einbezug der Stakeholder und Bevölkerung auszuloten und zu vermitteln, ist eine der grössten Herausforderungen heutzutage. Dies macht die Stadtplanung gleichzeitig aber auch unheimlich spannend. Ebenso wichtig ist ein starker Fokus auf qualitätsvolle, vielfältig nutzbare öffentliche Räume und Freiräume. Diese werden bei fortschreitender Innenentwicklung immer wichtiger und wir sollten vermehrt lernen, die Stadt aus den Freiräumen heraus zu denken und nicht in erster Linie aus den Hochbauten heraus.

    Was machen Sie für die Standortentwicklung?
    Mit der Ortsplanungsrevision (Revision der Bau- und Zonenordnung), welche demnächst durch den Kanton genehmigt werden sollte, schaffen wir die Grundlage für eine effizientere Nutzung des Bodens, sei es in Wohn-, Misch- oder Arbeitsgebieten. Insbesondere in den Mischgebieten soll vermehrt ein attraktiver Mix aus Wohnen, Arbeiten, Dienstleistung, Versorgung und Freizeit stattfinden können. Mit der Stärkung weiterer zentraler, gut erschlossener Lagen (neben der Thuner Innenstadt) wie bspw. Thun Süd, Thun Nord oder entlang der Gwattstrasse kann zusätzlicher und attraktiver Raum für bestehende und neue Unternehmen geschaffen werden. Nicht zu vergessen sind dabei auch die zwei kantonalen Entwicklungsschwerpunkte ESP Bahnhof und ESP Thun Nord. Beide Gebiete verfügen dank ihrer Lage, der heutigen und künftigen Funktion als multimodale Verkehrsdrehscheiben sowie der transformierbaren Flächen über ein enormes Potential für Arbeitsplätze und zeitgemässe Wohnangebote.

    Welches sind aktuell die bedeutendsten Bauprojekte in Thun?
    Die Liste ist – zum Glück – lang! Wir arbeiten gemeinsam mit diversen Grundeigentümern und externen Partnerinnen an sehr spannenden und für Thuns Entwicklung bedeutenden Projekten. Einige davon werden in der vorliegenden Ausgabe von immoinvest porträtiert. Bedeutend sind, um nur eine Auswahl zu nennen;

    • der ESP Bahnhof Thun
    • der ESP Thun Nord
    • das Siegenthalergut
    • die Hoffmatte
    • die Bostudenzelg
    • die Freistatt
    • das Projekt Bernstrasse
    • das Projekte Gewerbestrasse

    Diese attraktiven und lebendigen neuen Stadtbausteine leisten einen wichtigen Beitrag zu den so dringend benötigten Wohnangeboten.

    Haben Sie noch freie Entwicklungs-Areale für die Zukunft?
    Mit dem Siegenthalergut und der Bostudenzelg können wir in absehbarer Zeit zwei der letzten noch nicht bebauten Flächen im Siedlungsgebiet entwickeln. Die weiteren Entwicklungen konzentrieren sich vermehrt auf die Transformation und Weiterentwicklung bereits bestehender Gebiete, welche im Rahmen von sogenannten Sondernutzungsplanungen entwickelt werden. Hier wären – nebst den bereits erwähnten – insbesondere das Gebiet Bahnhof West und die Gwattstrasse zu nennen. Auch das Gebiet Schönau West, das hauptsächlich von Genossenschaftssiedlungen geprägt ist, ist erwähnenswert.

    Wo steht Thun in Sachen Mobilität?
    Der Bahnhof Thun ist die Verkehrsdrehscheibe der Region. Dank der Weiterentwicklung und Neugestaltung des ESP Bahnhof sichern wir die Leistungsfähigkeit dieser Drehscheibe für die kommende Generation. Gleichzeitig wird 2032 im ESP Thun Nord eine neue S-Bahn-Haltestelle in Betrieb genommen, welche als neue Mobilitätsdrehscheibe nicht nur diesen neuen Stadtteil optimal erschliesst, sondern zusammen mit einer neuen tangentialen Buslinie die Gebiete Steffisburg – Thun Nord – Thun West und Thun Süd optimal verbindet und damit auch den Bahnhof entlastet. Die Stadt Thun verfügt schon heute über ein dichtes Busnetz, welches in den kommenden Jahren weiter optimiert wird. Darüber hinaus werden in den nächsten Jahren basierend auf dem Gesamtverkehrskonzept der Stadt, neue attraktive Verbindungen fürs Velo und zu Fussgehende geschaffen.

    Was macht Thun als Wohnort attraktiv?
    Die Lebensqualität ist sehr hoch, man findet alles Lebensnotwendige auf kleinem Raum. Innenstadt und Wohnquartiere sind auf kurzen Wegen erreichbar. Thun ist damit schon heute sehr nah an der sogenannten 15-Minuten-Stadt. Thun bietet ein sehr vielfältiges kulturelles- und Freizeit- sowie Versorgungsangebot. Die Stadt ist stark begrünt und umgeben von attraktiven Naherholungsräumen. Und von Thun aus ist man in kürzester Zeit in Bern, im Oberland, im Wallis oder sogar in Italien!
    Mit der Ortsplanungsrevision und den diversen laufenden Arealentwicklungen schaffen wir zudem die Grundlage, damit in den nächsten Jahren ein vielfältiges, attraktives und zeitgemässes Wohnangebot entsteht. So dass alle, die in Thun bleiben oder neu nach Thun kommen möchten ein passendes Wohnangebot in unserer attraktiven Stadt finden werden.

    Wie sieht es aus mit freiem Wohnraum in Thun?
    Thun verfügt über eine der niedrigsten Leerwohnungsziffern der Schweiz (0.09). Das zeigt, dass Thun als Wohnstadt sehr attraktiv ist. Gleichzeitig sind wir gefordert, das Wohnangebot so rasch wie möglich auszubauen. Mit der Ortsplanungsrevision und Projekten wie der Hoffmatte, dem Siegenthalergut, der Bostudenzelg sind wir gemeinsam mit unseren externen Partnern auf gutem Weg. Die Wohnstrategie 2030 des Gemeinderats und das Stadtentwicklungskonzept STEK 2035 bilden dazu die strategische Grundlage. Ziel ist es, ein vielfältiges Wohnangebot zu schaffen, welches alle Generationen anspricht und verschiedenste Wohnformen umfasst.

    Gibt es in Thun günstigen Wohnraum?
    In Thun hat der genossenschaftliche Wohnungsbau eine lange Tradition. Genossenschaften und andere gemeinnützige Wohnbauträger leisten einen wichtigen Beitrag zu einem vielfältigen und erschwinglichen Wohnungsangebot, indem sie dem Prinzip der Kostenmiete verpflichtet sind. Aktuell liegt der Anteil an genossenschaftlichen Wohnungen bei 10.4 %. Dieser soll in den nächsten Jahren kontinuierlich gesteigert werden. Mit Projekten wie der Freistatt, der Bostudenzelg oder dem Siegenthalergut kann die Stadt diese Wohnformen direkt fördern, indem sie Land im Baurecht an gemeinnützige Wohnbauträger abgibt. Zudem unterstütz sie die Genossenschaften bei der Erneuerung und Weiterentwicklung ihrer bestehenden Siedlungen.

    Wo sehen Sie Thun in 30 Jahren?
    Thun wird nach wie vor als Thun erkennbar sein. Mit seinen unterschiedlichen Quartieridentitäten, der starken Durchgrünung und mit seiner lebendigen Innenstadt, die direkt an das zentral gelegene Bahnhofsquartier anschliesst – ein vielfältiger, attraktiver Ort, wo unterschiedlichste Nutzungen aufeinandertreffen. Im Norden der Stadt steigen die Leute aus der S-Bahn aus und finden sich in einem neuen Stadtquartier wieder, das Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Kultur und Naherholung vereint. Das alles nach wie vor umgeben von einer intakten und biodiversen Landschaft. Eine Stadt, in der es sich lohnt zu wohnen und zu arbeiten, zu leben.

  • Neue Führung bei SMG-Kommunikation

    Neue Führung bei SMG-Kommunikation

    Roswitha Brunner tritt ihre neue Funktion bei der SMG an, einem innovativen Schweizer Digitalunternehmen mit einem weitreichenden Netzwerk von Online-Marktplätzen wie ImmoScout24, AutoScout24 und anderen. Ihre Aufgaben umfassen die Verantwortung für die gruppenweite externe Kommunikation und die Rolle der Mediensprecherin für die SMG. Sie wird die strategische Kommunikation und Public Affairs des Unternehmens weiterentwickeln.

    Mit ihrer umfangreichen Erfahrung in Medienerfahrung und Public Affairs bringt Brunner wertvolle Kompetenzen in ihre neue Position ein. Zuvor war sie zwei Jahre für das PropTech-Startup PriceHubble tätig und hat über sechs Jahre in verschiedenen Funktionen bei der AMAG gearbeitet, zuletzt als Leiterin Group PR & CSR. Ihre früheren beruflichen Stationen umfassen eine Tätigkeit bei einer Zürcher Kommunikationsagentur und sechs Jahre im Bereich Public Affairs bei der UBS.

    Jessica List, Chief Corporate Officer der SMG, unterstreicht Brunners umfassende Branchenerfahrung in den Bereichen Immobilien, Automobil und Finanzen, die entscheidend für die Abdeckung aller Geschäftsbereiche von SMG ist. Christoph Tonini, CEO der SMG, hebt hervor, dass Brunner als ausgewiesene Expertin die externe Kommunikation von SMG im politischen, medialen und öffentlichen Raum strategisch weiterentwickeln wird, was für das Unternehmen von grosser Bedeutung ist

  • «Thun soll sich entwickeln, ohne dass die Identität der Stadt verloren geht»

    «Thun soll sich entwickeln, ohne dass die Identität der Stadt verloren geht»

    Herr Lanz, Sie sind seit 2011 Stadtpräsident von Thun. Was waren Ihre grössten Erfolge und Misserfolge in dieser Zeit?
    In meiner Amtszeit als Stadtpräsident von Thun seit 2011 haben wir viele Erfolge erzielt. Thun hat sich generell sehr gut entwickelt, was sich etwa in steigenden Steuereinnahmen, einem überdurchschnittlichen Wachstum der Einkommen oder einem Rekord bei den Logiernächten niederschlägt. Unsere Stadt zeichnet sich durch eine sehr hohe Lebensqualität aus. Es ist jedoch schwierig, spezifische Höhepunkte und Tiefpunkte zu nennen, da Politik das Ergebnis vieler gemeinsamer Bemühungen ist. Das Wohl der Bürgerinnen und Bürger steht für mich im Zentrum und ich glaube, dass sie gerne in Thun leben.

    Wie geht es der Stadt Thun wirtschaftlich?
    Die wirtschaftliche Lage von Thun hat sich im Laufe der Jahre gewandelt; wir waren einst stark von den Militärbetrieben und der Armee abhängig. Heute verfügen wir über eine diversifizierte KMU-Wirtschaft, wobei 96 % der Betriebe weniger als 50 Mitarbeitende haben. Dies sorgt für eine robuste, konstante und stabile Wirtschaft ohne grosse Schwankungen. Touristisch gesehen befinden wir uns auf einem Allzeitrekord, was zeigt, dass Thun bei Touristinnen und Touristen sehr beliebt ist.

    Welches sind die Wirtschaftsmotoren der Stadt und wie abhängig ist die Stadt von diesen?
    In Thun sind wir glücklicherweise nicht mehr von einzelnen Wirtschaftsmotoren abhängig. Grosse Arbeitgeber wie das Spital Thun oder Baufirmen wie Frutiger AG sind bedeutend, aber ihre Performance beeinflusst nicht den gesamten Wirtschaftsraum. Unsere Stärke liegt in der breiten Diversifizierung, wobei der Maschinenbau einen besonderen Fokus darstellt. Selbst bei Verlagerungen einzelner prominenter Firmen sind die Auswirkungen auf unsere Wirtschaft moderat, und wir können solche Veränderungen gut ausgleichen.

    Wie hat sich die Stadt Thun in den letzten Jahren entwickelt?
    Thun hat sich in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt, was sich auch in einer wachsenden Steuerkraft zeigt. Wir haben eine der niedrigsten Leerwohnungsziffern in der Schweiz, was einerseits unsere Attraktivität unterstreicht, aber andererseits auch Herausforderungen gerade für junge Familien mit sich bringt, die Wohnraum suchen. Um dem entgegenzuwirken, setzen wir auf diverse Arealentwicklungen. Zudem betonen wir die Freizeitqualitäten unserer Stadt am Wasser und in den Bergen, wie zum Beispiel durch die Thunerseespiele oder den Thuner Wasserzauber.

    Welche Vorzüge hat die Stadt Thun als Standort für Unternehmen?
    Ein entscheidender Vorteil Thuns für Unternehmen ist die Attraktivität für Fachkräfte, da diese durch das herausragende Freizeitangebot und die Lage am Wasser angezogen werden. Dieses attraktive Umfeld erleichtert es Unternehmen, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten. Wir bemühen uns um optimale Rahmenbedingungen, einschliesslich kurzer Wege zur Politik und effektiver Wirtschaftsförderung. Das schafft eine Unternehmensumgebung, die zur Prosperität beiträgt.

    Wie kooperiert die Stadtverwaltung mit lokalen, regionalen und kantonalen Wirtschaftsverbänden, um Standortförderung zu betreiben?
    Wir pflegen enge Beziehungen sowohl im lokalen und regionalen Wirtschaftsraum als auch zur kantonalen Wirtschaftsförderung. Der stetige Austausch mit den Wirtschaftsverbänden ist uns sehr wichtig. Wenn Anliegen auftauchen, können wir unser Know-how einbringen oder Unterstützung anfragen. Insgesamt funktioniert diese Kooperation ausgezeichnet.

    Welches sind die wichtigsten Projekte in der Stadtentwicklung der letzten Jahre?
    Ein zentrales Projekt in der Stadtentwicklung Thuns ist die kürzlich verabschiedete Revision der gesamten Ortsplanung, die die baurechtliche Grundordnung umfasst und sich über mehrere Legislaturen erstreckte. Neben der Ortsplanung legen wir besonderen Wert auf Arealentwicklungen, wobei der Bahnhof und das ehemalige Militärareal in Thun Nord als Premium-Entwicklungsschwerpunkte gelten. Im Gebiet Thun-Nord ist zusätzlich eine neue S-Bahnhaltestelle geplant. Der Entwicklungsraum Thun ist zuständig für die regionale Planung, wobei der kantonale Richtplan auf die einzelnen Gemeinden heruntergebrochen wird. Diese regionale Planungsorganisation koordiniert Siedlungs- und Verkehrsplanung, um sicherzustellen, dass alles koordiniert und nicht gegenläufig entwickelt wird.

    Was sind die langfristigen Ziele der Stadt in Bezug auf Wirtschaftswachstum und Standortförderung?
    Wir brauchen sicherlich ein gewisses Wirtschaftswachstum. Ich bin davon überzeugt, dass sich dieses Wachstum zeigt, wenn es uns gelingt, der ansässigen Wirtschaft gute Rahmenbedingungen zu bieten. Die grösste Chance für uns sind diejenige Betriebe, die bereits hier sind. Diesen möchten wir durch Entwicklungsmöglichkeiten unterstützen, was auch dazu führt, dass das Wachstum verträglich ist. Ich stelle fest, Wachstum muss für die Bevölkerung immer verträglich sein, sonst entstehen Widerstände, die sich teilweise in Blockaden wenden können.

    Hatten Sie in den letzten 15 Jahren solche Widerstände von der Bevölkerung erlebt?
    In den letzten 15 Jahren gab es natürlich Widerstände aus der Bevölkerung gegen bestimmte Projekte. Als Politiker ist es unsere Aufgabe, solche Widerstände zu antizipieren und die Bevölkerung zu überzeugen. Durch transparente Informationen und Berücksichtigung von Bedenken konnte bisher jede Abstimmung über Entwicklungsprojekte erfolgreich gemeistert werden.

    Kommen wir zum Schwerpunkt Immobilien. Welches sind die aktuell wichtigsten Immobilienprojekte
    der Stadt?

    Thun fokussiert sich derzeit auf mehrere Immobilienprojekte. Eines dieser Projekte ist «Hoffmatte», welches trotz positiver Volksabstimmung durch juristische Verzögerungen aufgehalten wurde. Ein weiteres zentrales Projekt ist «Freistatt», eine Neubausiedlung einer Wohnbaugenossenschaft, für die bald eine Abstimmung geplant ist. Des Weiteren wird mit dem «Siegenthalergut» eine Siedlungslücke geschlossen und in einen neuen Quartierteil umgewandelt. Die Stadt legt grossen Wert darauf, bei solchen Projekten die Bevölkerung transparent zu informieren und vom Mehrwert zu überzeugen.

    Haben Sie noch freie Areale für die Zukunft?
    Die Stadt Thun verfügt nur über wenige freie Areale für zukünftige Entwicklungen. Zum einen gibt es Potenzial beim «Siegenthalergut» und gegenüber der Fussball-Arena in Thun Süd, wo eine Arbeitszone vorgesehen ist. Das grösste Entwicklungspotenzial sehe ich im Bereich «Thun Nord», welcher gute Verkehrsanbindungen, einen geplanten Bahnhof und freie Flächen bietet. Diese Flächen sind allerdings Konversionsflächen der Armee, wodurch deren zivile Nutzung eine gewisse Komplexität birgt.

    Wie sehen Sie die Entwicklung des Immobilienmarktes in Thun?
    Der Immobilienmarkt in Thun war in der Vergangenheit durch steigende Preise geprägt, wobei aktuell eine Konsolidierungsphase beobachtet wird. Thun ist aufgrund seiner Attraktivität besonders gefragt, was zu einem illiquiden Immobilienmarkt mit wenigen verfügbaren und erschwinglichen Objekten führt. Um dem entgegenzuwirken, strebt die Stadt mit verschiedenen Arealentwicklungen an, adäquaten Wohnraum für alle Bevölkerungsgruppen, einschliesslich junger Familien und älterer Menschen, bereitzustellen.

    Ist das Thema Wohnungsnot in Thun gegenwärtig präsent? Wenn ja, wie gehen Sie damit um?
    In Thun gibt es derzeit Herausforderungen bezüglich des Wohnraums. Zwei Hauptansätze zur Bewältigung dieser Problematik sind die Arealentwicklung und die baurechtliche Grundordnung. Durch die Ortsplanungsrevision wird eine erhöhte Innenentwicklung ermöglicht, sodass mehr gebaut werden kann als zuvor. Dies soll Grundeigentümern Anreize bieten, ihren Grundbesitz besser auszunutzen und so den Wohnraummangel zu verringern.

    Schweizweit herrscht Fachkräftemangel. Wie sieht die Situation in Thun aus?
    In Thun ist der Fachkräftemangel ebenso präsent wie im gesamten Land. Die Stadt setzt darauf, ein attraktives Umfeld für potenzielle Fachkräfte und ihre Familien zu schaffen, da dies die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie sich für eine Stelle in Thun entscheiden. Wir wissen aus Rückmeldungen von Unternehmen, dass ein attraktives Wohn- und Lebensumfeld für die Gewinnung von Fachkräften sehr wichtig ist.

    Wie sieht Ihre Vision für die zukünftige Entwicklung der Stadt aus?
    Thun hat sich sehr positiv entwickelt, weshalb wir keine grundlegenden Veränderungen anstreben wollen. Mein Hauptziel ist es, dass die Einwohner gerne in Thun leben. Besonderes Augenmerk legen wir auf die Entwicklung von Thun Nord, die Innenentwicklung, verschiedene Arealentwicklungen und damit verbunden auch auf die Schaffung von Frei- und Grünflächen. Trotz Wachstums streben wir danach, Thuns charakteristische Qualitäten zu bewahren und nicht um jeden Preis zu expandieren. Wir haben beispielsweise etwa um die Innenstadt einen Parkhausring errichtet, um den Verkehr im Stadtzentrum zu reduzieren und die Aufenthaltsqualität zu verbessern. Wir versuchen stets, Win-Win-Situationen zu schaffen und nicht einzelne Massnahmen gegeneinander auszuspielen.

  • Erfolgreiche Bilanz trotz herausforderndem Markt

    Erfolgreiche Bilanz trotz herausforderndem Markt

    In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 verzeichnete die Unternehmensgruppe einen Umsatzrückgang von 12,3% auf CHF 2’390 Mio. Der Rückgang ist teilweise auf negative Währungseffekte in Höhe von CHF 119 Mio. zurückzuführen, die durch den erstarkten Schweizer Franken verursacht wurden. In lokalen Währungen betrug der Rückgang 7,9%. Trotz dieser Herausforderungen gelang es, die EBITDA-Marge um 320 Basispunkte auf 31,3% zu steigern und das Gewinnwachstum pro Aktie in lokalen Währungen um 5,2% zu erhöhen.

    Der Nettoumsatz im dritten Quartal belief sich auf CHF 728 Mio., was einem Rückgang von 7,9% im Vergleich zum Vorjahresquartal entspricht. Währungsbereinigt ergab sich eine Abnahme von 4,8%, getrieben durch Volumenrückgänge und einen positiven Preiseffekt von etwa 6%.

    Die europäischen Märkte waren besonders von den schwierigen Bedingungen betroffen, mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang von 9,2% nach neun Monaten. Insbesondere Österreich, Deutschland und Osteuropa verzeichneten zweistellige Rückgänge, während die Region Nahost/Afrika ein Wachstum von 11,5% erzielte.

    Der währungsbereinigte Nettoumsatz sank bei Rohrleitungssystemen um 5,4%, bei Badezimmersystemen um 7,9% und bei Installations- und Spülsystemen um 10,1%.

    Trotz des herausfordernden Marktumfelds gibt es positive Aspekte wie den Bedarf an Renovierungen, den Trend zu höherwertigen Sanitärstandards und das günstige Marktumfeld in Ländern wie Indien und der Golfregion. Die Unternehmensgruppe hat sich für 2023 auf strategische Stabilität und operative Flexibilität fokussiert, um die Herausforderungen zu meistern und das mittelfristige Potenzial nicht zu beeinträchtigen.

    Für das Gesamtjahr 2023 erwartet die Unternehmensleitung einen Rückgang des Nettoumsatzwachstums in lokalen Währungen im mittleren einstelligen Bereich und eine EBITDA-Marge von 29 bis 30%. Die Unternehmensleitung ist überzeugt, dass das Unternehmen aus der aktuellen Marktsituation gestärkt hervorgehen wird. Diese Überzeugung stützt sich auf die stabile Strategie, starke Kundenbeziehungen und die finanzielle Stabilität des Unternehmens.

  • «Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren.»

    «Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren.»

    Was gefällt Ihnen an Ihrem Amt, dem auch die kantonale Raumordnung sowie Landwirtschaftspolitik des Kantons Graubünden angegliedert ist?
    Mir gefällt die Vielfalt der Themen und Aufgaben. Als Regierungsrat bekommte ich Einblick in viele Bereiche des Kantons. Jeden Tag etwas Neues zu erleben und die Vielfalt des Kantons zu sehen, macht die Faszination des Amtes aus.

    Wie beschreiben Sie den Wirtschafts- und Lebensraum Graubünden?
    Graubünden ist ein idealer Ort zum Arbeiten, Leben und Investieren. Graubünden bietet vielfältige Möglichkeiten, sei es im Tourismus oder in anderen Wirtschaftszweigen. Die faszinierende Outdoor-Arena Graubünden bietet einen kaum zu übertreffenden Ausgleich für alle die hier wohnen und arbeiten.

    Welche Rahmenbedingungen sind notwendig, damit sich der Kanton Graubünden als Wirtschaftsstandort erfolgreich entwickeln kann und ein angemessenes Arbeitsplatzangebot im Kanton zur Verfügung steht?
    Ein grosser Pluspunkt sind die Industrieflächen, die wir für die Standortentwicklung zur Verfügung haben. Entlang der A13 auf der Nord-Süd-Achse steht viel Raum für unternehmerische Aktivitäten bereit. Zudem sind hohe Investitionen für die Fachhochschule Graubünden geplant, um die heutigen Ausbildungs-
    und Forschungsmöglichkeiten umfassend auszubauen. Unser hervorragendes Angebot an Freizeitmöglichkeiten dient nicht nur unseren Gästen, sondern allen, die hier leben und arbeiten. Zusammen mit den attraktiven Arbeitsplätzen resultiert die einzigartige Lebensqualität in Graubünden.

    Wo sehen Sie derzeit die
    grössten Herausforderungen?

    Eine der grössten Herausforderungen für den Kanton ist die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Herausforderungen in der Altersvorsorge. Gemäss den Prognosen des Bundesamtes für Statistik schreitet die Alterung der Gesellschaft bei uns schneller voran als in anderen Kantonen. Die zweite Herausforderung ist der Mangel an Arbeitskräften, ich spreche bewusst nicht von Fachkräften. Auch in Graubünden haben viele Bereiche Schwierigkeiten, Personal zu finden. Ein drittes Beispiel: In der Raumplanung sind Kanton und Gemeinden mit der Umsetzung der Raumplanungsgesetzesrevision – insbesondere mit der Verdichtung der Bauzonen – gefordert. Das enge raumplanerische Korsett bremst ein Stück weit unser Wachstum.

    Wie abhängig ist der
    Kanton vom Tourismussektor?

    Der Tourismus ist nach wie vor die tragende Säule der Bündner Wirtschaft. Rund ein Drittel des BIP wird im Tourismus erwirtschaftet, 70% davon im Wintertourismus. In den letzten Jahren ist es gelungen, die Wirtschaft stark zu diversifizieren. Gerade im Bündner Rheintal entsteht ein Cluster mit Hightech-Unternehmen im Medizinalbereich wie Hamilton und Integra Biosciences und weiteren Industriebereichen. Mittlerweile haben wir rund 6000 Mitarbeitende in Hightech-Unternehmen in dieser Region.

    Was macht den Kanton Graubünden
    für Unternehmen attraktiv?

    Wir haben die Innovationsstrategie entwickelt, um Forschung, Entwicklung und Innovation näher an die Unternehmen zu bringen und die Gründung oder Ansiedlung von Start-ups in Graubünden zu fördern. Der Technopark Graubünden in Landquart bietet seit 2020 Raum und Dienstleistung damit sich Start-ups niederlassen, entwickeln und vernetzen können. Unser Trumpf sind, wie gesagt, die Industrieflächen. Auf dem Areal des «Industriepark Vial» in Domat/Ems konnten bestehende Firmen expandieren und neue Firmen angesiedelt werden und damit knapp 1000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Kanton besitzt auf dem Areal weitere 150’000 Quadratmeter sofort verfügbare Industriefläche. In San Vittore, im südlichen Teil von Graubünden angrenzend an den Wirtschaftsraum Bellinzona, gibt es weitere Flächen, die sich für Ansiedlungen eignen.

    Die Förderung von Start-ups ist ein wichtiges Anliegen der Politik. Wie gehen Sie diese Aufgabe an und welche Branchen oder Themen forciert der Kanton?
    Der Kanton hat mit dem Technopark Graubünden ein Angebot geschaffen, um Jungunternehmen im Technologiebereich zu fördern. Ein Raum, der ein Netzwerk und Know-how zur Verfügung stellt. Attraktive Angebote bestehen auch im Engadin und in der Surselva und weitere Projekte sind in Arbeit. Zur weiteren Unterstützung sind wir in das Ostschweizer Netzwerk INOS eingebunden und auch mit dem Innovationsökosystem Tessin aktiv vernetzt.
    Am Standort Davos entstehen in Zusammenarbeit mit den Zürcher Hochschulen zwei Forschungszentren mit Leuchtturmcharakter. Einerseits das bereits geschaffene Forschungszentrum zur Untersuchung von Klimawandel, Extremereignissen und Naturgefahren im alpinen Raum CERC sowie ein Forschungszentrum im Bereich Gesund und LifeSciences. Beide Institute sollen translationale Forschung betreiben und deren Erkenntnisse damit insbesondere auch durch Start-ups in anwendbare Massnahmen oder Therapien übersetzt werden können.

    Welches sind aus Ihrer Sicht die bedeutendsten Bauprojekte und Arealentwicklungen, die im Kanton Graubünden anstehen?
    Die Fachhochschule Graubünden in Chur wird von fünf auf einen Standort konzentriert. Damit entsteht für 151 Millionen Franken ein attraktiver Campus für Bildung, Forschung und Innovation.
    Aus meiner Sicht sind Arealentwicklungen im Kanton für die Ansiedlung von Industrieunternehmen von grosser Bedeutung. Deshalb unterstützen wir aktiv die Arealentwicklungen in Domat/Ems und hoffentlich bald auch im Misox, in San Vittore um dort in Zukunft auch mehrere hunderttausend Quadratmeter Fläche für die Ansiedlung von Unternehmen zur Verfügung stellen zu können.

    Welchen Stellenwert nimmt das Thema Nachhaltigkeit, sprich Kreislaufwirtschaft ein und wie wird
    sie investitionsmässig gefördert?

    Für Graubünden ist die Kreislauf-wirtschaft ein wichtiges Thema. Die Rückgewinnung von Materialien aus bestehenden Produkten ist eine Chance für die Wirtschaft. Natürlich sind auch klimaneutrales Bauen, Biodiversität und aus meiner Sicht auch klimaneutrale Landwirtschaft wichtige Themen. Mit dem «Aktionsplan Green Deal» verfügt der Kanton Graubünden über ein Impulsprogramm zur Förderung von Klimaschutz und -anpassung – mit dem Ziel bis 2050 klimaneutral zu werden. Jetzt starten wir in die zweite Phase, in der konkrete Maßnahmen definiert und hoffentlich auch mit finanziellen Mittel
    vom Grossen Rat bewilligt werden, damit wir ab 2025 in die Umsetzung gehen können.

    Wie steht es um die Zersiedlung
    im Kanton Graubünden und was wird dagegen unternommen?

    Die Zersiedelung und der damit verbundene Siedlungsbrei ist meines Erachtens nicht das Hauptproblem des Kantons Graubünden. Wir haben noch eine intakte Siedlungsstruktur und ein klar abgegrenztes Siedlungsgebiet. Die Herausforderung ist, dass für die ganze Schweiz das gleiche Raumplanungsgesetz gilt, obwohl die Herausforderungen völlig unterschiedlich sind. Hier wünsche ich mir, dass die nationale Politik den Kantonen und Gemeinden flexiblere Instrumente in die Hand gibt.

    Welche Strategie verfolgen Sie in Ihrem Departement in Sachen Digitalisierung?
    Wir fahren auf zwei Schienen. Um der Digitalisierung den nötigen Schub zu verleihen, hat der Kanton einerseits einen Verpflichtungskredit von 40 Millionen zur Verfügung gestellt, um innovative Digitalisierungsprojekte zu unterstützen. Die Projekte müssen einen Beitrag zur Digitalisierung leisten, von Projektträgern aus der Wirtschaft kommen, innovativ sein und zur Wertschöpfung des Kantons beitragen.
    Andererseits muss der Kanton selber die Digitalisierung vorantreiben, um Leistungen für die Bevölkerung und Unternehmen vermehrt digital anbieten zu können. Denn wir sind uns bewusst, dass wir bei der Verwaltung Nachholbedarf haben.

    Ist das Thema Wohnungsnot im Bündnerland gegenwärtig? Welche Massnahmen müssen getroffen werden, um die Situation zu entschärfen?
    Die Regionen sind unterschiedlich betroffen. Das Thema ist sehr präsent und politisch aktuell. In den Tourismusregionen ist die Wohnungsknappheit sehr akut. Beispielsweise finden Unternehmen keine bezahlbaren Wohnungen für ihre Mitarbeitende in zumutbarer Entfernung. Das Raumplanungsgesetz und das Zweitwohnungsgesetz tragen meines Erachtens nicht zur Lösung des Problems bei. Sie verschärfen das Problem noch.
    Die Erhöhung der Zinsen fördert die Investition in Wohneigentum nicht. Zudem haben wir die Situation, dass Investitionen in Immobilien in vielen peripheren Gemeinden für institutionelle Anleger wirtschaftlich uninteressant sind. Der Grosse Rat hat mein Departement beauftragt, eine Art Fonds de Roulement einzurichten, um preisgünstigen Wohnraum zu fördern. Der Kanton baut nicht selber. Wir unterstützen die Gemeinden mit verschiedenen Instrumenten und zeigen auf, was sie tun könnten.

    Schweizweit herrscht Fachkräftemangel, wie ist die Situation in Graubünden?
    Ich spreche nicht nur vom Fachkräftemangel, sondern vom Arbeitskräftemangel. Viele Handwerksbetriebe sagen mir: «Ich könnte noch viel mehr Arbeit annehmen, aber ich habe einfach nicht die Arbeitskräfte dazu.» Wir wissen, dass Hotels teilweise ihre Zimmer nicht öffnen, dass der Küchenbetrieb eingeschränkt wird, weil das Personal fehlt. Auch bei der kantonalen Verwaltung finden wir in gewissen Bereichen kein Personal.

    Welche Stärken haben die Regionen im Kanton?
    Die elf Regionen sind sehr unterschiedlich. Im Bündner Rheintal von Maienfeld bis Bonaduz boomen Hightech-Unternehmen. Diese haben in den letzten Jahren über eine halbe Milliarde Franken in dieser Region entlang der A13 investiert.
    Eine Stärke von Graubünden sind auch die touristischen Hotspots, sei es das Oberengadin, Davos-Klosters, Arosa-Lenzerheide oder Laax. In Davos ist auch die Forschung mit fast 400 Mitarbeitenden stark präsent und wird weiter gestärkt.
    Graubünden hat aber auch periphere Regionen, wo die Abwanderung überwiegt und es schwierig ist die Infrastruktur aufrechtzuerhalten.

    Welche Vorhaben und Geschäfte würden Sie in Ihrer bisherigen Laufbahn als Regierungsrat, als Ihre persönlichen Meilensteine bezeichnen?
    Mir ist wichtig, dass der Ausbau des Ultrahochbreitbands für Graubünden flächendeckend erfolgt. Wie vor 100 Jahren beim Bau der Kantonsstrassen, die abschnittsweise auch für 15 Einwohner gebaut wurden. Wohl wissend, dass das nie refinanziert werden kann. Die UHB-Erschliessung hat für mich die gleiche Bedeutung.
    Wenn wir von Arbeitskräftemangel sprechen, dann ist es wichtig, dass wir die vorhandenen Arbeitskräfte mobilisieren können, unter anderem auch mit dem Ausbau der familienergänzenden Kinderbetreuung. Das Bündner Kantonsparlament hat im Dezember 2022 ein Gesetz verabschiedet, das uns in der Schweiz ins vordere Drittel bezüglich der Bezahlbarkeit der familienergänzenden Kinderbetreuung katapultiert hat.
    Am Projekt «Klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden» beteiligen sich 50 Bauernbetriebe in einem Pilotprojekt um Massnahmen zu testen, welche den Ausstoss von Treibhausgasen reduzieren. Ab 2025 sollen gewisse Massnahmen auf alle Bündner Landwirtschaftsbetriebe ausgedehnt werden. Graubünden ist bereits Vorreiter in Sachen Biolandwirtschaft: Zwei Drittel der Betriebe sind Biobetriebe – in Zukunft wird die Bündner Landwirtschaft klimaneutral sein.