Kategorie: Menschen

Menschen – Immobiliennews zu Persönlichkeiten, Meinungen, Interviews & Stimmen aus der Schweizer Immobilienbranche.

  • Beatrice Bichsel wird neue Leiterin SBB Immobilien

    Beatrice Bichsel wird neue Leiterin SBB Immobilien

    Beatrice Bichsel arbeitet seit zwölf Jahren in unterschiedlichen Funktionen bei SBB Immobilien. In dieser Zeit hat sie die verschiedenen Facetten des Geschäfts kennengelernt und die Division entscheidend mitgeprägt. Seit Juni 2020 führt Beatrice Bichsel als Mitglied der Geschäftsleitung das Facility Management und ist seit der Leitungsübernahme von Alexander Muhm bei SBB Güterverkehr interimistische Leiterin von SBB Immobilien. Als Leiterin Facility Management hat sie die Abteilung strategisch neu ausgerichtet, die Leistungserbringung schweizweit standardisiert sowie die Geschäftsprozesse und Organisation weiterentwickelt.

    Per 1. September 2023 übernimmt Beatrice Bichsel die Leitung von SBB Immobilien. Beatrice Bichsel hat an der Universität Bern den Bachelor und Master of Law abgeschlossen und 2008 das Rechtsanwaltspatent des Kantons Bern erworben. Zuletzt hat sie an der Universität St. Gallen ein Executive MBA absolviert. Sie ist 41 Jahre alt und lebt in Gümligen.

    «Ich freue mich, dass wir mit Beatrice Bichsel eine dynamische, engagierte und kompetente Führungspersönlichkeit im Rahmen unserer internen Nachfolgeplanung gewinnen konnten. Sie ist mit der SBB, der Immobilienbranche und unseren aktuellen Herausforderungen bestens vertraut», sagt SBB CEO Vincent Ducrot.

    Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung wünschen Beatrice Bichsel viel Freude und Erfolg in ihren neuen Aufgaben

  • Wohnlabor der OST hilft beim Älterwerden in eigenen vier Wänden

    Wohnlabor der OST hilft beim Älterwerden in eigenen vier Wänden

    Das Wohnlabor SimDeC (Akronym für Simulation im Bereich Dementia Care) der OST – Ostschweizer Fachhochschule will den Wunsch vieler Schweizerinnen und Schweizer erfüllen: möglichst lang selbstbestimmt daheim wohnen bleiben. Wie lang das ist, entscheide sich schleichend im Alltag, so Josef Huber in einem Blog-Beitrag und einer aktuellen Medienmitteilung der OST. Er ist Leiter des SimDeC und Dozent im CAS Lebensweltorientierte Demenzpflege an der OST. „Flaschen gehen zu schwer auf, die Pfeffermühle bereitet Schmerzen beim Berühren oder Produkte und Lebensmittel sind herausfordernd verpackt.“ Dabei gebe es eine „unfassbare Vielfalt und Vielzahl technischer Lösungen“. Doch werde das Wissen über Technik mit Betroffenen in der Gesellschaft eher nicht geteilt. Zudem fehle ihnen und den Angehörigen oft die Kraft für eigene Recherchen.

    Als Innovationszentrum zum Mitmachen und Anfassen schafft das Wohnlabor genau hierbei Abhilfe, für Privatpersonen ebenso wie für Gemeinden, Städte und Spitäler. „Wenn ein Problem an uns herangetragen wird, machen wir eine aktuelle Marktübersicht und entwickeln gemeinsam eine fachlich und ethisch reflektierte, kriterienorientiert begründete Entscheidung.“ Wie Huber betont, sei es wichtig, massgeschneiderte Lösungen für einzelne Fälle zu finden. „Als Forscherinnen und Forscher lernen wir wiederum aus den Rückfragen.“

    Um Menschen mit Demenz, ihr Lebensumfeld und ihre Betreuungsteams geht es auch im CAS Lebensweltorientierte Demenzpflege der OST. Der neunmonatige Kurs vermittelt die Kompetenz, die Situation von Personen mit Demenz professionell einzuschätzen und geeignete Interventionen anzubieten. Nächster Start ist am 23. Oktober.

  • Energie-Cluster lädt zu Tageskurs über Photovoltaikfassaden

    Energie-Cluster lädt zu Tageskurs über Photovoltaikfassaden

    Das Netzwerk Energie-Cluster mit Sitz in Bern lädt Interessierte am 12. September zu einem Tageskurs über Photovoltaikfassaden (PV-Fassaden) an die Hochschule Luzern (HSLU). In der Zeit von 8.30 und 17 Uhr beleuchten Referenten und Referentinnen verschiedene Aspekte rund um Hausfassaden zur Produktion von Solarenergie, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Demnach wird David Stickelberger, Leiter Markt und Politik bei Swissolar, ab 9 Uhr auf politische Rahmenbedingungen für PV-Fassaden eingehen. Ab 9.30 Uhr widmet sich Christoph Wangler, Product Owner PV Systems bei 3S Swiss Solar Solutions, der Frage, wie nachhaltig Solarmodule sind.

    Ab 10.40 Uhr geht Roger Buser, Dozent für Gebäudetechnik und Energie an der HSLU, auf die Prozessschritte von einer groben Abschätzung zum Bauprojekt ein. Anschliessend referiert Pierre-Olivier Cuche, Geschäftsleiter bei Solarwall, über die Architektur und Gestaltung von PV-Fassaden. Ab 11.40 Uhr referiert Andreas Haller, Leiter Innovation Solarsysteme bei der Ernst Schweizer AG, über Ausführungsplanung und Installation.

    Nach der Mittagspause geht es weiter mit dem Thema Brandschutz in einem Referat von Christian Renken, Geschäftsleiter der CREnergie GmbH. Ab 14 Uhr widmet sich Renken dem Thema Performance und Wirtschaftlichkeit.

    Auf ihn folgt Stefan Gränicher, Projektleiter Immobilienentwicklung der Frutiger AG, mit seinem Impuls über Rentabilität aus Sicht eines Immobilienentwicklers. Robin Bergamin, Beratung & Verkauf bei der Invisia AG, spricht anschliessend über Energiemanagement und die bestmögliche Nutzung von Strom.

    Letzter Vortrag des Tages ist der von Sina Büttner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gebäudetechnik und Energie an der Hochschule Luzern, über die optimale Fassadengestaltung mit Solaranlagen sowie die Begrünung im Hinblick auf den Klimawandel.

  • So lange, bis die Chemie stimmt

    So lange, bis die Chemie stimmt

    Dass sie ihr Gebiet von A bis Z beherrscht, verdankt sie, wie sie betont, auch Knowhow, das Kollegen an der Empa aufgebaut hatten – wie der Ingenieur Gabor Kovac. Er trieb die Herstellung von Stapelaktuatoren mit dehnbaren Silikonscheibchen über viele Jahre voran und entwickelte sie mit seinem Partner Lukas Düring zur Einsatzreife, bis ihr Spin-off «CTsystems» vor kurzem vom Konzern Daetwyler übernommen wurde.

    «Die Geräte für Messungen, wie sich Aktuatoren bei verschiedenen elektrischen Feldern dehnen, wurden von ihnen entwickelt», erzählt Opris, «wir waren früh auf diesem Thema, und das hat mir enorm geholfen.» Anders als die Kollegen arbeitet die Chemikerin freilich weniger an der Technologie zum Druck solcher Bauteile, sondern eine «Etage darunter» – an der Synthese neuartiger Polymere, die sich als nicht-leitende Schichten für Stapel-Transistoren, elastische Folien zur Stromerzeugung und andere Elemente eignen.

    Das Wunschprofil: möglichst dünn, mit dem Fernziel von vielen Schichten von nur zehn Mikrometern Dicke; gut dehnbar, empfindlich auf niedrige Stromspannung und zugleich robust. Und vor allem: druckfähig, also ohne Lösungsmittel für die leitenden Schichten, zwischen denen die Polymere liegen. «Durch Lösungsmittel kann es passieren, dass die Polymerschichten beschädigt werden. Ausserdem müsste das Material lange trocknen, um keine gesundheitsschädlichen Dämpfe abzugeben», erklärt Opris, «deshalb versuchen wir, ohne sie auszukommen – mit der richtigen Chemie.»

    Vielfältige Anforderungen, mit denen sich Forschende in aller Welt beschäftigen. Geeignete Verbindungen, die Hoffnungen wecken, sind ­Polysiloxane, an denen auch die Empa-Spezialistin arbeitet. Ein wichtiger Vorzug dieser Polymere: Sie lassen sich relativ leicht synthetisieren; das «Rückgrat» ihre Stränge ist sehr beweglich – und sie können mit polaren Gruppen, also plus-minus-geladenen Molekülen, gezielt manipuliert werden.

    Schlangenartige Moleküle
    Was für Laien schwer verständlich ist, erklärt Dorina Opris mit einem anschaulichen Bild: «Diese Polysiloxane kann man sich vorstellen wie einen Topf voller Schlangen, die sich ständig bewegen wollen.» Die polaren Gruppen wirken zweifach auf sie. Zum einen machen sie die molekularen Schlangen empfindlicher für elektrische Felder, damit sie auf niedrige Spannungen reagieren. Zum anderen wirken sie wie eine Art Klebstoff zwischen den Molekülen; das «versteift» sie und verringert damit die wichtige Elastizität. Es gilt, beide Effekte fein zu justieren, um maximalen Erfolg zu erzielen. Für einen Einsatz in der Praxis ist der Übergang vom festen zum elastischen Zustand bei tiefen Temperaturen wichtig, damit die Technologie später bei Raumtemperatur anwendbar ist. Zudem müssen solche Polymergebilde noch chemisch «vernetzt» werden, damit daraus elastische Schichten werden können – etwa durch UV-Licht und mit Hilfe von sogenannten Endgruppen: quasi molekulare «Hüte», die die Schlangen an ihren Enden tragen. Doch in der Laborpraxis erweist es sich bisher als knifflig, diese Polymere zuverlässig mit definierten Endgruppen zu versehen. «Das ärgert mich schon!», gesteht Opris mit einem Lächeln.

    Gesunden Ehrgeiz braucht es für das TRANS-Projekt, das sie Chemikerin selbst «sehr, sehr ambitioniert» nennt. Optimistisch stimmt das Team, dass frühere Arbeiten bereits ermutigende Resultate lieferten; wie zum Beispiel eine Polysiloxan-Verbindung, die auf eine Spannung von nur 300 Volt reagierte und sich stark verformte – ein extrem niedriger Wert. Kondensator-Schichten ohne Lösungsmittel zu drucken, ist ebenfalls bereits gelungen. Und ein Doktorand hat kürzlich ein piezo-elektrisches Elastomer entwickelt, dass, wenn es gedehnt wird, eine deutlich höhere elektrische Reaktion zeigt als andere, derzeit gängige Verbindungen.

    Kreativität und Teamgeist für Erfolge
    Um verwertbare Erfolge zu erzielen, sind freilich noch viele weitere Schritte nötig – und jene Qualitäten, die Dorina Opris an die Empa und an die ETH Zürich gebracht haben. Nicht nur Stehvermögen und die Fähigkeit, Fehlversuche in Fortschritte zu verwandeln, sondern auch ein inspirierendes Umfeld für Mitarbeitende zu schaffen, das offene Debatten und auch Irrtümer erlaubt, damit gute Ideen entstehen.

    Und vor allem: Optimismus. Jungen Forschenden sollte man, so findet die Chefin, spannende und fordernde Projekte geben und sie dann selbstständig arbeiten lassen, damit sie motiviert bleiben. Ihr Rat an talentierte Frauen anhand ihrer eigenen Biografie: «Warte nicht, bis Dich jemand drängt zu forschen. Du musst eigenmotiviert und stark sein, und ziehe es durch! Und geh auch mal ein Risiko ein.»

  • Fabian Streiff wird Chef Amt für Wirtschaft – Hans Rupp Chef Amt für Arbeit

    Fabian Streiff wird Chef Amt für Wirtschaft – Hans Rupp Chef Amt für Arbeit

    In den kommenden Jahren werden die volkswirtschaftlichen Herausforderungen weiter zunehmen. Der Wettbewerb unter den Standorten verschärft sich, während sich die Arbeitswelt rapide verändert. Die digitale Transformation, flexiblere und ortsunabhängigere Arbeitsmodelle sowie der Arbeitskräftemangel stellen Unternehmen, den Arbeitsmarkt und die gesamte Wirtschaft vor grosse Herausforderungen. Um bestmöglich auf diese vorbereitet zu sein, werden die vorhandenen wirtschafts- und arbeitsmarktpolitischen Kompetenzen im gegenwärtig breit aufgestellten Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) organisatorisch gestärkt. Deshalb hat der Regierungsrat auf Antrag der Volkswirtschaftsdirektion im letzten Jahr entschieden, das AWA per 1. Januar 2024 in zwei eigenständige Ämter zu transferieren: in ein Amt für Wirtschaft (AWI) und ein Amt für Arbeit (AFA).

    Das AWI wird sich mit den Aufgabenfeldern Standortförderung, Wirtschaftspolitik, Arbeitsbewilligungen, Arbeitsbedingungen, Wohnbauförderung und Wirtschaftliche Landesversorgung befassen. Das AFA wird für den Arbeitsmarkt, die Arbeitslosenversicherung und die Arbeitslosenkasse zuständig sein.

    Hans Rupp mit langjähriger operativer und strategischer Führung
    Hans Rupp wird neuer Chef des Amtes für Arbeit. Nach der Studienzeit an der Universität Zürich hat der 57-Jährige berufliche Erfahrungen in unterschiedlichen Organisationen und Unternehmen gesammelt. Zuletzt war er Geschäftsführer bei Bau- und Wohngenossenschaften beziehungsweise im Immobilienbereich. Neben diesen operativen Aufgaben hat Hans Rupp verschiedene Mandate im Bereich der strategischen Führung ausgeübt. So hat er langjährige Erfahrung in operativer und strategischer Führung. Hans Rupp hat neben anderen Abschlüssen namentlich einen Executive MBA an der Universität Zürich erlangt.

    Fabian Streiff: Vom Leiter Standortförderung zum Chef Amt für Wirtschaft
    Chef des Amtes für Wirtschaft wird Dr. Fabian Streiff. Der 39-Jährige hat nach Abschluss des Studiums in Geografie und Volkswirtschaftslehre an der Universität Zürich zunächst als Berater in den Bereichen Strategieentwicklung, Nachhaltigkeitsfragen und Wirtschaftsförderung gearbeitet, bevor er an der Universität Bern im Bereich Wirtschaftsgeographie und Regionalentwicklung promovierte. Danach leitete er in Basel-Stadt die Standortförderung, bevor er als Direktor Healthcare Innovation / DayOne bei der BaselArea.swiss tätig war. Seit Dezember 2020 leitet Dr. Fabian Streiff die Standortförderung des Kantons Zürich im Amt für Wirtschaft und Arbeit.

    Dr. Fabian Streiff und Hans Rupp treten ihre Stellen per 1. Januar 2024 an.

    Quelle: zh.ch

  • Andrea Wegmüller wird neuer Leiter Bewirtschaftung bei Zug Estates

    Andrea Wegmüller wird neuer Leiter Bewirtschaftung bei Zug Estates

    Andrea Wegmüller war seit 2016 für die PRIVERA AG tätig, zunächst als Regionenleiter Bewirtschaftung Ost und seit Anfang 2022 in der Funktion als COO / Leiter Bewirtschaftung Schweiz. Davor arbeitete er während fünf Jahren in verschiedenen Funktionen für die Livit AG. Andrea Wegmüller ist diplomierter Immobilientreuhänder und verfügt über einen Master of Advanced Studies (MAS) in Real Estate Management der Hochschule für Wirtschaft Zürich (HWZ). Andrea Wegmüller übernimmt die Leitung Bewirtschaftung von Pascal Arnold, welcher sich nach neun Jahren erfolgreicher Tätigkeit bei Zug Estates entschieden hat, eine neue berufliche Herausforderung anzunehmen. Der Verwaltungsrat der Zug Estates Holding AG dankt Pascal Arnold für sein grosses und professionelles Engagement und wünscht ihm für seine Zukunft viel Erfolg.

    Quelle: Zug Estates

  • Relevanz sozialer Nachhaltigkeit bei institutionellen Immobilienportfolios

    Relevanz sozialer Nachhaltigkeit bei institutionellen Immobilienportfolios

    Frau Zimmerli, Sie entwickeln Kriterien zur Beurteilung der sozialen Nachhaltigkeit von institutionellen Immobilienportfolios. Was sind Ihre Beweggründe?
    Viele Institutionelle Eigentümer haben sich in den letzten Jahren im Rahmen ihrer ESG-Strategien Klimaziele gesetzt, die über die gesetzlichen Vorlagen hinausgehen. Nach dem «E» rückt nun langsam das «S» ins Blickfeld. Das Problem ist, dass niemand so richtig weiss, was soziale Nachhaltigkeit ausmacht. Wir beobachten, dass viel in das «S» projiziert wird, und die grossen gesellschaftlichen Zusammenhänge dabei oft in den Hintergrund rücken. Wir haben deshalb beschlossen, mit Partnern aus der Wissenschaft, Immobilienverbänden und institutionellen Investoren anhand diverser Portfolios zu testen, wie eine Operationalisierung der sozialen Nachhaltigkeit aussehen könnte. Unser Ziel ist es, wenige klare, einfach interpretierbare und vergleichbare Kennzahlen für die Social Performance zu definieren, ergänzend dazu kurze Checklisten zu erstellen und damit dem Wettbewerb um gute Ideen mehr Raum zu geben.

    Viele Portfolio- und Asset Manager sind aktuell damit beschäftigt, belastbare Energie- und Emissionsdaten aufzubereiten. Was veranlasst Sie, gerade jetzt Kennzahlen für die soziale Nachhaltigkeit zu entwickeln?
    Es ist richtig, dass der Fokus der Immobilienwirtschaft im Moment noch auf der Erhebung von Klima-Kennzahlen liegt. Dank dem REIDA CO2-Benchmark und den umweltrelevanten Kennzahlen der AMAS gibt es mittlerweile einen klaren Orientierungsrahmen und gute Instrumente. Wir wollen sowohl den Schwung als auch den Fokus aufs Wesentliche dieser Instrumente mitnehmen, weil wir überzeugt sind, dass es sich die Immobilienwirtschaft schlicht und einfach nicht leisten kann, Nachhaltigkeit auf Umweltfragen zu reduzieren. Die hitzigen Debatten zum Referenzzinssatz, zum Wohnschutz und zu grösseren Entwicklungsprojekten zeigen, dass die Öffentlichkeit und die Politik von nachhaltigen Immobilienportfolios auch Antworten auf gesellschaftliche Fragen erwarten.

    In der Branche besteht aktuell noch kein Konsens darüber, was unter dem «S» zu verstehen ist oder wie gesellschaftlich-soziale Nachhaltigkeit gemessen werden soll. Wie sehen Sie das?
    Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Diskussionen ist das «S» nicht kompliziert: Auf der gesellschaftlichen Ebene geht es um die Versorgung breiter Bevölkerungsschichten mit Wohnraum, um sozial gemischte Wohnumfelder und um gut funktionierende Nachbarschaften und Quartiere. Für institutionelle Eigentümer geht es um die Frage, wie Immobilienportfolios strukturiert sind und wie der verfügbare Wohnraum verteilt wird. Bei Neubau- und Erneuerungsprojekten stellt sich die Frage, was mit bisherigen Mietern passiert, für welche Zielgruppen zusätzlicher Wohnraum entsteht und wie Nachbarschaften und Quartiere gestärkt werden können. Natürlich gibt es daneben unzählige weitere Bedürfnisse. Wir glauben aber, dass sich Kennzahlen auf die grossen gesellschaftlichen Hebel beziehen sollen, und dass bei den individuellen Bedürfnissen der Markt spielen soll.

    Wie kann und soll die «Social Performance» eines Immobilienportfolios effektiv gemessen bzw. beurteilt werden?
    Wir orientieren uns an der Philosophie der umweltrelevanten Kennzahlen von AMAS und REIDA: «Keep it simple». Die Social Performance kann im Kern einfach mit hart prüfbaren Kennzahlen gemessen werden: Wir testen gerade, wie Daten zur Portfoliostruktur und zu Erst- und Wiedervermietungen möglichst einfach erhoben und ausgewertet werden können. Daneben entwickeln wir Fragebatterien, mit denen Eigentümer in ihren Mieterbefragungen belastbare Erkenntnisse zur Zufriedenheit mit der Nachbarschaft, Wohnung oder Liegenschaftsverwaltung erhalten. Schliesslich nutzen wir klassische Kennzahlen zu Fluktuationen und Leerstand, die in der Regel bereits erhoben und ausgewertet werden.

    Die Optimierung der ökologischen Kriterien erfordert oft hohe Investitionen. Das schafft Anreize, Liegenschaften mit einer schlechten Öko-Bilanz abzustossen. Droht Liegenschaften mit schlechten sozialen Bewertungen dasselbe Schicksal?

    Nein, aus unserer Sicht gibt es in Bezug auf die soziale Nachhaltigkeit keine Gefahr von «stranded assets». Wir sind überzeugt, dass grundsätzlich jede Liegenschaft mit vertretbarem Aufwand sozial nachhaltig transformiert werden kann. Die wichtigsten Hebel sind dabei die Erneuerungsplanung und die Bewirtschaftung. Mit der Erneuerungsplanung wird festgelegt, wann welche Liegenschaften an die heutigen Bedürfnisse und Marktpreise angepasst werden. In der Bewirtschaftung wird entschieden, wer preisgünstigen oder barrierefreien Wohnraum erhält. Wir haben Kennzahlen ausgewählt, die von Portfolio- und Asset Managern direkt beeinflusst werden können. Wir verstehen soziale Nachhaltigkeit als Resultat eines weitsichtigen Portfolio- und Asset Managements und einer konsequenten Vermarktung und Bewirtschaftung, und nicht als Liegenschafts- oder Lageattribut. Wir sind auch überzeugt, dass Liegenschaften mit starken sozialen Qualitäten ökologische Schwächen kompensieren können.

    Viele Eigentümer tun sich schwer damit, dass innovative Ideen und Ansätze, mit denen sie sich von Konkurrenten abheben möchten, in umfangreichen Checklisten und Indikatorensets der Nachhaltigkeits-Labels verschwinden. Wie kann das verhindert werden?
    Indem wir Pflicht und Kür voneinander trennen. Wir verfolgen mit der sozialen Nachhaltigkeit dasselbe Ziel wie REIDA mit ökologischen Aspekten: Wenige einheitliche Kennzahlen sollen sichtbar und vergleichbar machen, wie gut ein Portfolio das Pflichtprogramm erfüllt. Daneben gibt es Themen, zu denen es keine standardisierten Vorgaben gibt. Fondsleitungen und Asset Manager sollen frei entscheiden und kommunizieren, wie sie z.B. für eine gute Quartierversorgung, ein gutes Zusammenleben oder ein gutes Mietermanagement sorgen wollen. Wir verstehen das «Wie» als Kür, hier sollen der Wettbewerb, die Kreativität und Innovation spielen. Anders gesagt: wir wollen mehr Zielorientierung und weniger Mikromanagement. ESG sollte in einer stark regulierten Welt kein engeres Korsett, sondern ein Sprungbrett sein, mit dem die Immobilienwirtschaft beweisen kann, was sie mit renditeorientierten Portfolios leisten kann.

    Wo stehen Sie mit dem Kennzahlenset?
    Wir arbeiten aktuell daran, unseren Ansatz anhand von vier Fonds unserer Partner zu konkretisieren und zu validieren. Wir werden die Erkenntnisse und einen ersten konsolidierten Entwurf am 28. September 2023 an der Fachtagung «Soziale Nachhaltigkeit im ESG messen – worum geht es?» vorstellen und mit Eigentümern, Bewirtschaftern und Experten diskutieren. Interessierte Leser und Leserinnen können sich hier anmelden. Es würde mich freuen, wenn wir Sie an der HWZ in Zürich begrüssen dürfen.

    Quelle: ssrei.ch

  • «Nachhaltige und smarte Stadt mit hoher Lebensqualität»

    «Nachhaltige und smarte Stadt mit hoher Lebensqualität»

    Frau Furrer, welche Aufgabe erfüllt die Stadtentwicklung?
    Wir beschäftigen uns mit den vier Themen Wirtschaft, Wohnen, Smart City und Soziale Stadtentwicklung. Unsere Themen bringen wir in unterschiedlichen Entwicklungsprozessen ein. Dabei stützen wir uns unter anderem auf Trend- sowie Potenzialanalysen und Daten. Wir informieren, beraten und fördern Projekte sowie Angebote rund um diese Kernthemen.

    Welche Aufgabe übernehmen Sie in Bezug auf die Standortentwicklung?
    Dieses Thema behandeln wir gesamtheitlich und proaktiv. Das Wohnen und die Wirtschaft zum Beispiel können nicht einzeln betrachtet werden, sie beeinflussen einander. Standortentwicklung ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

    Aktuell beschäftigt uns vor allem der Wirtschaftsstandort, unter anderem mit folgenden zwei Aspekten: Der erste Punkt ist die Profilierung von Arbeitsplatzgebieten. Wir verfolgen dazu den Ansatz von Innovationsökosystemen und erarbeiten entsprechende Grundlagen. Hier haben wir noch Aufbauarbeit vor uns. Zweitens: Die bereits ansässigen Unternehmen, aber auch weitere Akteure, sollen ihre Anliegen sowie Interessen einbringen und sich weiterentwickeln können. Wir sind diesbezüglich im Aufbau eines sogenannten Wirtschafts-Service-Desk.

    Welche Ziele verfolgt die Stadtentwicklung Winterthur konkret?
    Winterthur soll eine nachhaltige und smarte Stadt mit hoher Lebensqualität sein, die geprägt ist von respektvollem Zusammenleben und guten Bedingungen für die Wirtschaft. Die Bevölkerung beteiligt sich an der gesellschaftlichen Entwicklung, neue Technologien gefördert. Winterthur entfaltet seinen guten Ruf als lebenswerte Stadt weiter – nicht zuletzt dank eines vielfältigen Wohnraumangebotes für unterschiedlichste Bedürfnisse. Wir wollen uns aber in Zukunft auch als Technologie- und Innovationsstandort positionieren. Die Stadt soll sich zudem als Reallabor (WinLab) zur Förderung von Innovationen verstehen und die daraus gewonnenen Kompetenzen nutzen. Ein weiteres Ziel ist das Daten-Monitoring für unsere Kernthemen. Und wir möchten Open Government Data vorantreiben.

    Welches sind für Winterthur aktuell die grössten Herausforderungen?
    Wie überall sind auch in Winterthur die grossen Themen das Netto-Null-Ziel oder die Digitalisierung. Und Winterthur wächst. Wir benötigen mehr Flächen für Wohnraum, Arbeitsplätze, die Schulen, den Sport und andere Bedürfnisse. Gleichzeitig ist der Boden knapp.

    Mit der «Räumlichen Entwicklungsperspektive Winterthur 2040» zeigt die Stadt auf, wo das grösste Verdichtungspotenzial liegt und wie sie dieses nutzen will: Es geht um vielfältig genutzte Gebiete und um Arbeitsplatzgebiete. Das Interesse von Investoren und privaten Grundeigentümerinnen ist gross. Das eröffnet dem Wirtschaftsstandort Chancen, fordert uns aber auch.

    Welches sind die beliebtesten Standorte für Unternehmen?
    Das kommt ganz auf die Bedürfnisse der Unternehmen an. Je nachdem spielen die Erschliessung, die Zonierung, das Entwicklungspotenzial, die Umgebung oder die Boden- und Mietpreise eine grössere oder kleinere Rolle. Ich wage zu behaupten, dass die Nachfrage grundsätzlich in Richtung zentraler und gut versorgter Standorte steigt. Natürlich gibt es auch Unternehmen, die aufgrund von Flächenverbrauch oder Lärmemissionen eine periphere Lage bevorzugen. Generell gilt es, Industrie- und Gewerbezonen für die Zukunft zu erhalten.

    Womit punktet Winterthur als Standort für Unternehmen?
    Erstens ist Winterthur hervorragend erschlossen: Der Flughafen Zürich ist in wenigen Minuten erreichbar, die Zugverbindungen nach Zürich und in die Ostschweiz sind optimal. Und mit dem geplanten Brüttenertunnel und dem Ausbau der Autobahn A1 wird die Verkehrserschliessung künftig noch besser. Zweitens können wir mit erfolgreichen und für die Zukunft gerüsteten Technologie-Unternehmen punkten. Dazu zählen grosse, teils börsenkotierte Unternehmen wie Rieter, Sulzer, Burckhardt Compression, Kistler und ebenso eine Vielzahl an innovativen Start-ups. Letztere werden gezielt gefördert, etwa vom Technopark Winterthur, dem Home of Innovation und dem Entrepreneur Club Winterthur. Ein dritter Pluspunkt ist die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Sie stellt durch ihre Forschung und Entwicklung den Wissenstransfer sicher, trägt zu Innovationen vor Ort bei und bringt als Hochschule wertvolle Fachkräfte hervor. Ausserdem sind die ETH und die Uni Zürich auch nicht weit.

    Was macht Winterthur als Wohnort attraktiv?
    Die bereits erwähnte hohe Lebensqualität und der eigene Charme. Dazu tragen der grosse Anteil an Gärten, eine intakte, historische Altstadt und das breite Kulturangebot bei. Meines Erachtens kommt eine weitere, unterschätzte Qualität dazu: Von fast jedem Ort in der Stadt gelangen Sie in rund zehn Minuten ins Grüne. Nicht zuletzt machen die im Vergleich zum nahen Zürich moderaten Preise und die guten Verkehrsanbindungen zur Ostschweiz Winterthur zu einem sehr attraktiven Lebensmittelpunkt.
    Wie sieht es aus mit freiem Wohnraum in Winterthur?
    Freier Wohnraum ist im wachsenden Winterthur schon länger rar: Die Leerwohnungsziffer betrug letztes Jahr 0,37 Prozent, was gerade 212 Wohnungen entspricht. Es wird viel gebaut, jetzt und auch in naher Zukunft, soweit wir das heute abschätzen können. Das Thema Wohnen beschäftigt uns, wir sind damit aber nicht allein: Preisgünstiger Wohnraum ist generell in den Schweizer Städten ein grosses Thema.

    Zur Person
    Bettina Furrer ist seit Dezember 2020 Leiterin des Amts für Stadtentwicklung der Stadt Winterthur. Sie hat an der ETH Zürich Umweltnaturwissenschaften studiert und 2010 promoviert. Von 2004 bis 2018 war sie für die ZHAW School of Engineering zunächst als Dozentin, später als Professorin und Leiterin des Instituts für Nachhaltige Entwicklung tätig. Bettina Furrer ist in Winterthur aufgewachsen und wohnt auch heute mit ihrer Familie in der Stadt.

  • Ausblick mit dem Innovationspark in Dübendorf

    Ausblick mit dem Innovationspark in Dübendorf

    Herr Thöny, wo steht die bauliche Entwicklung?
    Derzeit befinden wir uns in der Entwicklungsetappe 1, der Randzone des Flugplatzareals, wo wir die Flächenbedürfnisse unserer Forschungspartner ETH Zürich und Universität Zürich sowie erster Nutzer aus der Wirtschaft und Industrie decken. Dazu kommen Test- und Begegnungsflächen sowie flexible und temporäre Einrichtungen vor den Hangars. Gleichzeitig arbeiten wir intensiv an der Entwicklung und Planung der Etappe 2, also der ersten Etappe Neubauten.

    Wie wird der Innovationspark zu einem inspirierenden Ort für Forschende?
    Wir arbeiten an der Vision dieser «Forschungsstadt der Zukunft». Beim Betreten des Innovationsparks Zürich wird man bereits in naher Zukunft gleich spüren und sehen, dass es sich hier um einen aussergewöhnlichen Ort für Forschung und Entwicklung handelt. Für die Forschenden schaffen wir ein einzigartiges Umfeld. Die Unternehmen und Forschungspartner erhalten mit der Ansiedlung die Möglichkeit, ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einen Kontext zu bringen, den sonst nur ganz grosse Tech-Konzerne wie Apple bieten können. Gleichzeitig bleibt das historische Erbe, der ehemalige Militärflugplatz, als solches erkennbar und erlebbar.
    Wir sehen den Innovationspark als «Cognitive City», einen digital hoch vernetzten urbanen Raum mit herausragender und nachhaltiger Architektur und Landschaftsarchitektur und einem über die Jahre wachsenden attraktiven Angebot an unterschiedlichen Campusnutzungen, wo man arbeiten, forschen, sich treffen und austauschen, essen und trinken, sich erholen und Sport treiben kann. Ein Ort mit hoher Aufenthalts- und Lebensqualität also, an dem immer der Mensch im Mittelpunkt steht. Gleichzeitig entsteht ein neues, vielfältiges Dienstleistungs-, Freizeit- und Erholungsangebot für die Bevölkerung der umliegenden Gemeinden und der gesamten Region.

    Was ist der nächste Meilenstein auf dem Weg zur Realisierung dieser Vision?
    Im vergangenen Jahr haben wir einen Architekturwettbewerb ausgelobt, an dem sich renommierte nationale und internationale Büros sowie drei Nachwuchsbüros beteiligt haben. Aus den 28 eingereichten Entwürfen werden wir gemeinsam mit einer Jury sieben Projekte auswählen, die dann im Rahmen der ersten grossen Neubauetappe entwickelt werden. In der zweiten Jahreshälfte werden wir erstmals ein konkretes Bild vom künftigen Gelände des Innovationsparks zeigen können.

    Auf dem Areal entstehen neue Räumlichkeiten.
    Wie sieht dabei die Entwicklungs- & die Realisierungsphase aus?

    Mit der ETH Zürich arbeiten wir an einem «Industrial Hub» und mit der Universität Zürich an einem «Space Hub». Beides sind sehr spannende Projekte und für sich genommen «kleine Innovationsparks» im Innovationspark. Daneben sind diverse kleinere Bauten und Projekte für den Start und die ersten Mieter in Planung.

    Zur Person
    Andrea Claudio Thöny ist Architekt ETH. Nach Tätigkeiten als Architekt und in der Immobilienberatung wechselte er 2018 zu HRS, seit 2020 ist er als Leiter Immobilienentwicklung tätig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung von Spezialprojekten im Bereich Forschung und Entwicklung, Gewerbe- und Sondernutzungen sowie Business Development, M&A und Umstrukturierungen. Seit 2019 ist er als Gesamtprojektleiter für den Innovationspark Zürich verantwortlich, seit 2023 zusätzlich als Geschäftsführer der IPZ Property AG.

  • «Die Stadt Winterthur wird oft unterschätzt»

    «Die Stadt Winterthur wird oft unterschätzt»

    Herr Roth, Sie haben das Rechtsanwaltspatent, waren als Abteilungsleiter der Financial Intelligence Unit des Fürstentums Liechtenstein in Vaduz tätig und haben das Musikkollegium Winterthur geleitet. Was hat Sie 2020 dazu bewogen, das Amt des Direktors von House of Winterthur anzunehmen?
    Samuel Roth: Ich fand es sehr spannend, an der Schnittstelle von Wirtschaft, Bildung, Tourismus und Kultur tätig zu sein und mich so für die Region Winterthur zu engagieren.

    Was konnten Sie in den bald drei Jahren seit Ihrem Amtsantritt bewegen?
    Roth: Mir war es wichtig, unsere Tätigkeit auf unsere Kernkompetenzen Kommunikation und Vernetzung zu fokussieren. Damit können wir die Region als Technologiestandort, Bildungszentrum und Kulturstadt profilieren. Zu diesem Zweck haben wir ein attraktives Programm mit rund 40 Veranstaltungen pro Jahr auf die Beine gestellt. Besonders beliebt sind die «Tech-Lunches»: Unsere Gäste können jeweils Produktionsbetriebe besichtigen oder die Anlässe zum Thema «House-Kultur» besuchen, in deren Rahmen wir beispielsweise mit unseren Mitgliedern die Winterthurer Musikfestwochen besuchen.

    Frau Lomoro, House of Winterthur entstand 2017 aus den beiden Vereinen Winterthur Tourismus und Standortförderung Region Winterthur. Die Stadt fährt damit ein Sondermodell: Themen wie Wirtschaft, Tourismus, Bildung und Kultur sind unter einem Dach vereint. Wo liegen die Vorteile?
    Antonietta Lomoro: Die verschiedenen Stakeholder haben in Standortförderungsfragen nur noch einen Ansprechpartner statt wie zuvor zwei. Das Marketing für die Region stammt nun aus einem Guss. Zudem fördern wir die gegenseitige Vernetzung der verschiedenen Anspruchsgruppen.

    Welche Synergien konnten durch den gemeinsamen Auftritt erzielt werden?
    Lomoro: Arbeitskräfte legen heute mehr Wert auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Sie schätzen das grossartige Freizeit- und Kulturangebot in der Region Winterthur. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen achten darauf, dass ihre Mitarbeitenden an einem attraktiven Standort arbeiten können, wo nebst den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch die Lebensqualität stimmt. Es macht deshalb Sinn, diese Standortvorteile aus einer Hand zu bewerben.

    Wie viele Personen beschäftigt House of Winterthur? Wie hoch ist das Budget?
    Lomoro: House of Winterthur beschäftigt derzeit 20 Personen in Vollzeitäquivalenten. Das Budget umfasst 3,5 Millionen Franken.

    Winterthur verfügt über eine vielfältige Wirtschaft, eine lebendige Altstadt, ein hochkarätiges Kulturangebot und eine angesehene Fachhochschule. Warum muss man eine Stadt, die so viel bietet, noch vermarkten?
    Roth: Winterthur ist zwar die sechstgrösste Stadt der Schweiz, wird jedoch oft unterschätzt. Es ist deshalb wichtig, dass House of Winterthur die Qualitäten der Region als herausragender Technologiestandort, praxisorientiertes Bildungszentrum und grossartige Kulturstadt zur Geltung bringt.

    Wie kommt House of Winterthur bei der Bevölkerung und den Unternehmen an?
    Lomoro: Die Bevölkerung von Winterthur hat 2017 mit einer klaren Mehrheit der Gründung von House of Winterthur zugestimmt. Nach Ablauf der ursprünglichen Subventionsvereinbarung mit der Stadt hat das Stadtparlament die Vereinbarung ohne Gegenstimme um weitere fünf Jahre verlängert. Die Tätigkeit von House of Winterthur stösst bei den Unternehmen auf positive Resonanz, was sich an der regen Beteiligung an unseren Veranstaltungen zeigt.

    Wie haben sich die Mitgliederzahlen von House of Winterthur in den letzten drei Jahren entwickelt?
    Lomoro: Seit Anfang 2020 ist die Anzahl um 20 Prozent auf insgesamt 420 Mitglieder gestiegen.

    «Der Tourismus hat sich seit Corona fast vollständig
    erholt»

    Wie attraktiv ist Winterthur als Wirtschaftsstandort?
    Roth: Wir führen jedes Jahr eine Unternehmensbefragung durch, an der jeweils über 300 Unternehmen teilnehmen. Die letzte Umfrage hat ergeben, dass fast 87 Prozent der Unternehmen eher bis sehr zufrieden mit den Rahmenbedingungen am Standort Winterthur sind. Grund dafür sind die Nähe zu den Hochschulen und die gute Verfügbarkeit von Fachkräften. die Stadt ist auch für Start-ups attraktiv. So findet mit den «Start-up Nights» jährlich der grösste Start-up-Event der Schweiz in Winterthur statt.
    Welche Massnahmen treffen Sie, um die Attraktivität weiter zu steigern?
    Lomoro: Mit «Winterthur 2040» hat der Stadtrat definiert, wie er Winterthur fit für die Zukunft machen möchte. Unsere Aufgabe ist es, die Vorzüge und Chancen der ganzen Region zur Geltung zu bringen.

    Welche Areale, Immobilien sowie Standorte werden seitens der Unternehmen derzeit am meisten gesucht?
    Lomoro: Wir haben viele Anfragen bekommen – und zwar für das Sulzerareal in der Stadtmitte und The Valley im Kemptthal. Aktuell stellen wir fest, dass sich das Interesse an Flächen in Neuhegi und im Zentrum von Effretikon stark erhöht.

    Welche Regulierungen weisen dringenden Anpassungsbedarf auf?
    Roth: Für die Wirtschaft ist jede Regulierung eine zu viel. Manchmal braucht es jedoch Regulierungen, um das Zusammenspiel von Wohnen und Arbeiten zu fördern, um kurze Wege zu ermöglichen sowie eine Belebung des öffentlichen Raums und eine hohe Nutzungsvielfalt zu erreichen.

    Wie soll sich der Wirtschaftsstandort Winterthur in den nächsten 10 Jahren entwickeln?
    Roth: Die Anzahl der Arbeitsplätze hat sich in den letzten Jahren proportional zum Bevölkerungswachstum von ca. einem Prozent pro Jahr entwickelt. Wir gehen deshalb davon aus, dass nicht nur die Bautätigkeit zu einem weiteren Wirtschaftswachstum beiträgt, sondern sich auch neue Technologieunternehmen in Winterthur ansiedeln werden. Zudem hat unsere Unternehmensbefragung gezeigt, dass fast die Hälfte der befragten Unternehmen in den nächsten Jahren Investitionen planen. Die Region Winterthur sieht deshalb rosigen Zeiten entgegen.

    Wie positioniert sich die Stadt im Bereich des Tourismus und auf welchem Stand ist er heute?
    Lomoro: Der Tourismus hat sich seit Corona fast vollständig erholt und liegt – gemessen an der Anzahl Logiernächte – nur noch 15 Prozent unter dem Rekordjahr 2019. Zu den wichtigsten touristischen Attraktionen in der Region gehören der Rheinfall, das Technorama, und an dritter Stelle folgt überraschenderweise der Skills Park. Auch der FC Winterthur und die Pfadi Winterthur sind Publikumsmagnete. Die Kulturstadt punktet mit der internationalen Ausstrahlung der Museen, der grossen Vielfalt an Festivals oder den internationalen Kurzfilmtagen sowie dem Casinotheater und dem Musikkollegium Winterthur.

    Im letzten Jahr hat House of Winterthur die Anzahl Vorstandsmitglieder reduziert. Was waren die Beweggründe?
    Roth: Mit den bis anhin 15 bis 16 Vorstandsmitgliedern war der Vorstand zu gross besetzt. Dadurch konnten sich die einzelnen Vorstandsmitglieder nur ungenügend einbringen. Gemäss Statuten darf nun der Vorstand nur noch maximal 9 Mitglieder aufweisen, was die Effizienz der Vorstandstätigkeit stark erhöht.

    Stehen in den kommenden Jahren weitere interne Veränderungen an?
    Roth: House of Winterthur ist grundsätzlich auf Kurs. Die Generalversammlung wählt am 25. Mai einen neuen Vorstand. Dieser wird die Strategie überprüfen und allenfalls notwendige Anpassungen vornehmen.

  • Reto Zeidler wird Head of Cyber Security bei Inventx

    Reto Zeidler wird Head of Cyber Security bei Inventx

    Als IT- und Digitalisierungspartnerin für Schweizer Banken und Versicherungen adressiert Inventx den stetig wachsenden Kundenbedarf an Security-Kompetenz mit einem umfassenden Lösungsportfolio. Das Unternehmen berät Kunden in den Bereichen Information Security, Cyber-Crime, Cyber-Risiken, sichere Enterprise-Architekturen und Zonenkonzepte sowie zukunftsgerechtes Risikomanagement. Dank ihrem unabhängigen Cyber Resilience Center mit bestausgebildeten Analysten bleibt diese rund um die Uhr am Puls der aktuellen Cyber-Crime-Trends.

    Reto Zeidler stösst zu Inventx vom Prozess- und Digitalisierungsberater Pragmatica, wo er als Head of Information and Cyber Security die Beratungskompetenz des Unternehmens in diesen Bereichen verantwortete und als Principal Consultant Security-Projekte leitete. Davor war Reto Zeidler Chief Managed Services Officer und Mitglied der Geschäftsleitung beim IT-Sicherheitsdienstleister ISPIN. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren unter anderem Associate Partner / Executive Advisor für IBM Security und Head of Cloud Security Services bei Swisscom.

    Als aktives Mitglied der Cyber Security Community engagiert er sich in der Information Security Society Switzerland (ISSS) und in der Cloud Security Alliance. Er ist zudem Dozent und Experte für Informationssicherheit an der Hochschule Luzern.

    Bei Inventx verantwortet Reto Zeidler den gesamten Cyber Security Cluster, stellt die Leistungserbringung nachhaltig und in hoher Qualität sicher und richtet diese strategisch auf Kundenbedürfnisse aus. Er entwickelt den Bereich laufend weiter und baut ihn personell und technologisch aus.

    Fabio Cortesi, CTO und Mitglied der Geschäftsleitung der Inventx AG, begrüsst den neuen Head of Cyber Security: «Wir freuen uns, einen erfahrenen und hochkompetenten Security-Experten gewonnen zu haben. Reto verknüpft Fach- und Führungskompetenz auf höchstem Niveau, immer mit klarem Blick auf aktuelle und künftige Kundenbedürfnisse.»

    Reto Zeidler zu seiner neuen Rolle: «Ich freue mich sehr darauf, gemeinsam mit meinem Team den Cyber Security Cluster für unsere Kunden noch weiter nach vorne zu bringen. Wir können auf einer hervorragenden Basis aufbauen. Nun wollen wir den nächsten Entwicklungsschritt machen.»

    Quelle www.inventx.ch

  • «Eine Grossstadt mit kleinstädtischem Charme»

    «Eine Grossstadt mit kleinstädtischem Charme»

    Wo sehen Sie aktuell die grössten Herausforderungen für die Stadt?
    Winterthur verzeichnet ein starkes Wachstum. Dieses birgt Chancen, aber auch Herausforderungen. Immer mehr Menschen möchten nach Winterthur ziehen. Das erfordert eine grössere Anzahl verfügbarer Arbeitsplätze, denn kurze Arbeitswege bedeuten Lebensqualität. Zudem müssen wir mehr Verkehrs- und Bildungsinfrastruktur zur Verfügung stellen. Das ist mit Kosten verbunden – auch wenn wir durch die wachsende Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner mehr Steuereinahmen generieren. Dennoch sind grössere Investitionen nötig, um das Wachstum aufzufangen. Mit «Winterthur 2040» haben wir definiert, wo verdichtet werden soll. Bis 2040 rechnen wir mit rund 135’000 Einwohnenden.

    Sie haben es bereits erwähnt: Die Stadt Winterthur zählt aktuell über 120’000 Einwohner. Sie verzeichneten vergangenes Jahr das stärkste Bevölkerungswachstum seit Jahrzehnten. Woran liegt das?
    Winterthur ist einfach eine super Stadt! Wir liegen hervorragend erschlossen. Wir bieten sehr viele Grünflächen, eine hohe Lebensqualität sowie ein vielseitiges Kulturangebot. Unsere Bildungsinstitutionen ziehen darüber hinaus vor allem junge Leute an. Dies bringt dem regionalen Arbeitsmarkt gut ausgebildete Fachkräfte. Natürlich profitieren wir auch von unserer Zugehörigkeit zum Wirtschaftsraum Zürich. Und wir sind eine moderne Technologiestadt, was für Unternehmen inte-
    ressant ist. Kurz gesagt: Winterthur ist eine Grossstadt, die alles bietet, aber dennoch den kleinstädtischen Charme behalten hat.

    Wie steht es hinsichtlich der stark angestiegenen Einwohnerzahlen um den Wohnungsmarkt der Stadt?
    Wir kämpfen wie alle Städte mit einer sehr tiefen Leerstandsquote. Aber wir können immer noch auf ein paar wenige städtische und einige private Baureserven zurückgreifen. Die aktuelle Bau- und Zonenordnung lässt noch einiges zu. Es wird rege gebaut, das sehen wir an der Anzahl Baubewilligungen. Grundsätzlich streben wir eine gut durchmischte Stadt an. Deshalb sind wir bemüht, sowohl günstigen Wohnraum wie auch solchen für höhere Einkommen anzubieten. Meiner Meinung nach soll der Wohnungsmarkt aber nicht von der Stadt reguliert werden, er muss möglichst eigenständig funktionieren.


    Sie haben die Fachstelle Smart City aufgebaut. Womit beschäftigt sich diese und wie funktioniert sie?

    Wir waren die erste Stadt mit einer stadträtlichen Smart-City-Strategie in der Schweiz. Die Smart City setzt soziale und technologische Innovationen gezielt ein, um die Lebensqualität zu sichern, Ressourcen zu schonen und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern. Es geht also darum, unter Anwendung moderner Technologien den Alltag für die Bevölkerung zu vereinfachen und die Stadt gut zu vernetzen. Dafür haben wir die Fachstelle Smart City Winterthur gegründet. Darüber hinaus positioniert sich die Stadt Winterthur als Living Lab (WinLab), Reallabor respektive Teststadt, in welcher soziale und technologische Innovationen zugunsten einer nachhaltigen Stadtentwicklung erprobt, systematisch getestet und im Erfolgsfall skaliert werden können. Partner aus Forschung und Entwicklung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind zur aktiven Teilnahme eingeladen.


    Nachhaltigkeit ist in diesem Zusammenhang ein wichtiges Stichwort.
    Stimmt. Die Stadt der Zukunft, da sind sich Forscherinnen und Forscher verschiedenster Richtungen einig, muss eine nachhaltige Stadt sein. Das bedeutet, die Stadt muss so gestaltet sein, dass sie sich wandelnden Rahmenbedingungen anpassen kann. Dies betrifft nicht nur die «Hardware» wie Infrastruktur, Bauten und Freiflächen, sondern auch die «Software», also die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen. Eine nachhaltige Stadt ist demnach ökonomisch erfolgreich, ökologisch verträglich, sozial stabil und damit: Resilient. Das nachhaltige Winterthur soll darum auch eine ökologische Stadt sein, im Sinne der Lebensqualität für ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Dazu gehören möglichst wenig Emissionen, genügend Grünflächen, Freiraum und flexible und vielfältige Fortbewegung. Im Hinblick auf soziale Resilienz ist es uns wichtig, Netzwerke zu stärken und bestehende Benachteiligungen anzugehen.


    Was wurde im Bereich der digitalen Transformation der Stadtverwaltung konkret unternommen und was ist noch geplant?
    Um die digitale Transformation gezielt und ganzheitlich angehen zu können, erarbeitet die Stadt aktuell eine Digitalisierungsstrategie. Diese richtet sich nach den Bedürfnissen der verschiedenen Anspruchsgruppen und orientiert sich an den zur Verfügung stehenden Mitteln und Ressourcen. Unser Ziel ist es, einen schnelleren und möglichst niederschwelligen Kontakt zur Bevölkerung zu schaffen. Aktuell bietet die Stadt über 90 E-Services, die über ein zentrales Portal erreichbar sind. Auch intern wollen wir unsere Arbeitsprozesse noch effizienter gestalten. Höchste Priorität hat dabei aber nicht nur eine einfache Handhabung, sondern insbesondere der Datenschutz und die Datensicherheit. Die grösste Herausforderung ist und bleibt aber die Geschwindigkeit, mit welcher die Digitalisierung voranschreitet. Hier gilt es, Schritt zu halten. Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir sind gut unterwegs.


    Sie haben 2017 die Vereinigung der Vereine Winterthur Tourismus und Standortförderung Region Winterthur initiiert. Entstanden ist die neue Organisation House of Winterthur. Welches Fazit ziehen Sie rund sechs Jahre später?
    Wir haben mit House of Winterthur einen Verein gegründet, der uns erlaubt, integriertes Standortmarketing zu betreiben. Wir waren damals die erste Stadt, die das probiert hat. Wir wollen Marketing für die Stadt und die Region Winterthur quasi aus einer Hand betreiben und eine höhere Wertschöpfung generieren. Wir sind mit einer sehr breiten Trägerschaft gut gestartet. Die Trägerschaft ist mit dem Kanton, Gemeinden, Unternehmen, Hotelbetrieben, Restaurants, Kulturinstitutionen und der Stadt sehr breit; die unterschiedlichen Ansprüche zu erfüllen, war eine sehr grosse Herausforderung. Wir haben hier bestimmt nicht alles optimal gemacht. Seit eineinhalb Jahren haben wir einen neuen Direktor und sind daran, den Vorstand neu zusammenzustellen. Von der Idee bin ich nach wie vor überzeugt, wir müssen sie aber noch optimieren und justieren.

  • Datenschutz und Immobilien – aktuell wie selten zuvor

    Datenschutz und Immobilien – aktuell wie selten zuvor

    Was ist Datenschutz und was nicht?
    Es ist keine Regelung zum Umgang mit Sachdaten, wie etwa zur Verwendung von definierten Datenformaten oder Vorgaben zur Datendurchgängigkeit in Bauprojekten. An einer solchen Regelung fehlt es heute leider weitestgehend, letztlich zum Nachteil der Immobilieneigentümer. Das Datenschutzgesetz (DSG) regelt die Bearbeitung von Personendaten unter anderem durch Privatpersonen und Unternehmen. Jede Person soll grundsätzlich über die Verwendung ihrer Daten selbst bestimmen können. Das Schweizer Datenschutzrecht ist so konzipiert, dass die Bearbeitung von Personendaten durch Private grundsätzlich erlaubt ist, sofern die im DSG bestimmten Grundsätze (z.B. Zweckbindung, Datenminimierung) eingehalten werden. Das revidierte DSG tritt am 1. September 2023 in Kraft. In einem Immobilienzyklus finden sich zahlreiche Ansatzpunkte für den Umgang mit Personendaten. Nachfolgend werden einige Bereiche beleuchtet:

    Vermarktung durch Makler
    Durch ihre Aktivität gelangen Makler in Kontakt mit Interessenten, deren Kunden- und Personendaten sie bearbeiten. Makler sind deshalb neu gesetzlich verpflichtet, eine Datenschutzerklärung aufzusetzen. Darin müssen sie die betroffene Person unter anderem darüber informieren, welche Daten zu welchem Zweck erhoben resp. verarbeitet werden, wie die Verarbeitungsmodalitäten aussehen und welche Rechte ihr zustehen. Die Erklärung kann auf der Website oder in den AGB publiziert werden. Werden für den Verkaufsprozess Mieterspiegel verwendet, so ist Vorsicht geboten. Entweder sind Personendaten zu schwärzen oder die Mieterschaft hat der Weitergabe an Kaufinteressenten explizit zuzustimmen bzw. die Mietverträge enthalten Klauseln, die die Weitergabe im Verkaufsprozess zulassen.

    Bewirtschaftungsdaten
    Im Rahmen der Bewirtschaftung werden häufig Daten bearbeitet: Mieterchecks vor Vertragsabschluss, Nutzerdaten über den Betrieb einer Liegenschaft, Daten aus Zutrittskontrollen (ausserhalb der Liegenschaft oder zur Mietereinheit), Netzwerkdaten, elektronischer Concierge oder smarte Lösungen, welche seitens Vermieterschaft angeboten werden (wie Tablets in Mieträumen, Smart Homes etc.). Das DSG schafft für jeden Leistungserbringer eine Verpflichtung, über die von ihm bearbeiteten Daten Rechenschaft abzulegen und eine gesetzeskonforme Handhabung sicherzustellen. Es ist daher zu empfehlen, eine individualisierte datenschutzrechtliche Analyse durchzuführen. Bei einer solchen sind unter anderem die konkreten Umstände und Datenflüsse, Art der Daten und Leistungserbringung sowie die Speicherorte zu beachten. Die Mieterschaft ist jeweils über sämtliche Bearbeitungen ihrer Personendaten zu informieren, sofern nicht entsprechende Grundlagen im Mietvertrag vorhanden sind.

    Angebot ins Ausland
    Richten sich Verkaufsangebote auch an Personen im EU-Raum, so sind die Vorgaben der europäischen Datenschutzverordnung (DSGVO) zu beachten. Diese sind in einigen Punkten wesentlich strenger als die Regelungen des DSG. Allenfalls ist der Einsatz von Geoblockern zu prüfen.

    Seidel & Partner Rechtsanwälte AG ist spezialisiert auf Rechtsfragen für Bau, Planung und Immobilien. Unser Fokus liegt auf wertschöpfungs- und lösungsorientiertem Support für KMU’s, Investoren, Genossenschaften und Behörden. Wir streben wirtschaftlich sinnvolle Lösungen an; anwaltstypische Prozessführungen sind für uns nur das letzte Mittel.

    Kontakt
    Dr. Wolf S. Seidel &
    Lic. iur. Simon Kohler
    Seidel & Partner Rechtsanwälte AG
    Balz-Zimmermann-Strasse 7
    8302 Kloten
    Telefon 044 590 20 12
    info@seidelpartner.ch
    www.seidelpartner.ch

  • «Die zentrale Lage ist ein grosses Plus»

    «Die zentrale Lage ist ein grosses Plus»

    Herr Zettel, welche Ziele verfolgt die Wirtschaftsförderung Luzern?

    Wir verfolgen drei Hauptziele. Das erste sind spannende und gute Arbeitsplätze für unsere Bevölkerung. Das zweite ist, Steuererträge für die Leistungen von Kanton und Gemeinden zu generieren. Und das dritte ist die positive Wahrnehmung des Wirtschaftsstandorts Luzern nach innen und aussen.

    Wofür sind Sie als Leiter Unternehmensentwicklung zuständig?

    Als Leiter Unternehmensentwicklung liegt mein Hauptfokus auf den bestehenden Unternehmen des Kantons Luzern. Wir haben etwas mehr als 30’000 Unternehmen und unterstützen diese dabei, sich positiv zu entwickeln. Meist drehen sich unsere Projekte mit Unternehmen um deren Standort. Wenn ein Unternehmen beispielsweise wächst, ändern sich seine Bedürfnisse. In diesem Zusammenhang können sich Fragen nach Erweiterungen oder einem Standortwechsel stellen. Welches sind aktuell die grössten Herausforderungen der Unternehmen? Themen rund um begrenzte Ressourcen wie Bauland und Gewerbeflächen stellen Unternehmen häufig vor Herausforderungen. Ein anderes grosses Thema ist aktuell der Fach- und Arbeitskräftemangel. Aktuell sind grössere Unsicherheiten vorhanden, wie etwa der Ukraine-Krieg oder die Inflation. Dazu gehören auch Themen wie Energiepreise und Lieferengpässe. Diese Herausforderungen zeigen uns einmal mehr auf, wie abhängig wir letztlich davon sind, was ausserhalb der Schweiz passiert.

    Welches sind aktuell die bedeutendsten Bauprojekte im Kanton Luzern?

    Der ganze Kanton Luzern hat eine hohe Baudynamik. Sehr viel läuft aktuell in den beiden Entwicklungsschwerpunkten Luzern Nord und Luzern Süd. In der Smart City Luzern Nord entsteht die neue zentrale kantonale Verwaltung. In Luzern Süd gibt es bereits viele Projekte in Realisierung wie das Nidfeld-Areal oder die Pilatus-Arena mit dem Pilatus Tower, dem höchsten Hochhaus Luzerns. Der Campus Horw der Hochschule Luzern wird bis Ende dieses Jahrzehnts erweitert und erneuert.

    Was macht den Kanton Luzern als Wohnort attraktiv?

    Im Kanton Luzern ist für alle etwas dabei. Wir haben tolle Wohnlagen und ganz unterschiedliche Regionen und Landschaften. Wir haben eine grossartige Stadt mit einem wunderbaren kulturellen Angebot. Wir haben Seen, Berge und ein touristisches Angebot, das auch der Bevölkerung zur Verfügung steht. Das alles macht Luzern zu einem attraktiven Gesamtpaket. Ausserdem ist Luzern von der Grösse her ein überschaubarer Ort. Man kann sich hier gut integrieren, wir haben viele Vereine und tolle Veranstaltungen. Insgesamt ist die Lebensqualität in Luzern herausragend.

    Wie sieht es aus mit freiem und günstigem Wohnraum aus im
    Kanton Luzern?

    Wohnraum ist auch in Luzern ein Thema. Wir haben eine Leerwohnungsziffer von etwas unter einem Prozent. Das ist ein Durchschnittswert: Manche Gemeinden haben praktisch keine freien Wohnungen, in anderen gibt es durchaus Angebote. Auch bei den Preisen ist es so: Während etwa der Wohnraum in der Stadt Luzern relativ teuer ist, gibt es auch Gemeinden, in denen es günstigere Angebote gibt. Gleichzeitig wird viel gebaut. Das ist auch das Wichtigste im Moment: Dass Bauprojekte realisiert werden und neue Wohnungen zügig auf den Markt kommen.

    Welche Gemeinden sind neben der Stadt Luzern bei Unternehmen besonders beliebt?

    Wir haben 80 tolle Gemeinden im Kanton Luzern, und jede Gemeinde hat ihre eigenen Stärken. Bezogen auf die Anzahl Unternehmen sind neben der Stadt Luzern die grossen Gemeinden in der Agglomeration wie Emmen, Kriens, Horw und Ebikon bedeutende Standorte. Sursee als zweites Zentrum des Kantons ist aufgrund seiner Lage ebenfalls attraktiv für Unternehmen. Aber auch in Regionen wie Willisau oder Hochdorf gibt es viele tolle Unternehmen, besonders in der Industrie. Diese breite und vielfältige Wirtschaftsstruktur ist eine der Stärken von Luzern.

    Warum sollte ein Unternehmen nach Luzern kommen anstatt nach Zürich, Bern oder Basel?

    Die zentrale Lage mitten in der Schweiz ist ein grosses Plus. Man ist schnell in Basel oder Zürich, aber auch in Italien oder Deutschland. Zusätzlich haben wir sehr attraktive Unternehmenssteuern, eine breite Bildungslandschaft und gute Fach- und Arbeitskräfte.

    Wo steht der Kanton Luzern in Sachen Digitalisierung?

    Ich betrachte das Thema vor allem aus der Perspektive der Wirtschaftsstruktur. Wir haben beispielsweise viele IT-Dienstleister, die sich auf Digitalisierung spezialisiert haben. Bei den meisten Unternehmen ist das Thema schon lange angekommen. Aber Digitalisierung hört ja nicht auf. Der Wandel ins digitale Geschäftsmodell ist fortlaufend, und es kommen ständig neue Themen dazu. Auch wir greifen diese Themen auf. Vergangenes Jahr haben wir beispielsweise einen Hub für künstliche Intelligenz mitgegründet. Dieser macht das Thema KI sichtbar und hilft den Unternehmen in der Anwendung. Wir unterstützen Unternehmen auch dabei, sich für Digitalisierungsprojekte mit passenden Partnern zu vernetzen.

    Als Wirtschaftsförderer haben Sie einen relativ jungen Beruf. Was zeichnet diesen Beruf für Sie aus?

    Ich komme mit unglaublich vielen interessanten Leuten in Kontakt – sei es aus Unternehmen, aus der Politik oder aus der Verwaltung. Ausserdem sind wir an der Quelle neuer Ideen und Projekte. Auch fachlich hat dieser Beruf viele Facetten: Von Betriebswirtschaft über Raumplanung und Immobilien bis hin zu Politik und Kommunikation. Für mich ist es ein Privileg, diese Arbeit machen zu dürfen.

  • «Mit der Steuergesetzrevision bleiben wir ein attraktiver  Wirtschaftsstandort.»

    «Mit der Steuergesetzrevision bleiben wir ein attraktiver  Wirtschaftsstandort.»

    Sie sind seit 2011 als Regierungsrat tätig und kandidieren im April für eine vierte Amtszeit. Was gefällt Ihnen an Ihrem aktuellen Amt als Finanzdirektor des Kantons Luzern?

    Auch nach 12 Jahren empfinde ich es als Privileg, Regierungsrat im Kanton Luzern sein zu dürfen. Für mich ist das eine spannende, vielseitige und herausfordernde Aufgabe. Als Finanzdirektor kümmere ich mich neben den Finanzen um die Informatik, Immobilien und das Personal. Diese Querschnittsfunktionen und die daraus resultierenden Verantwortlichkeiten bereiten mir Freude. Unser Departement darf die Ressourcen zur Verfügung stellen, die die anderen Departemente benötigen, um die entsprechenden Dienstleistungen an der Bevölkerung zu erbringen.

    Wo sehen Sie derzeit die grössten Herausforderungen?

    Bei übergeordneter Betrachtung gehören nebst der Gesundheitsversorgung die Mobilität und Nachhaltigkeit dazu. Innerhalb des Finanzdepartements haben wir mehrere interessante Immobilienprojekte, die wir vorantreiben dürfen – beispielsweise den Ausbau des Campus Horw. Mit einem Budget von 365 Millionen Franken ist dies das bislang grösste Projekt des Kantons Luzern. Zudem haben wir gerade das Baugesuch für die kantonale Verwaltung am Seetalplatz in Emmen aufgelegt. In diesem Neubau für rund 175 Millionen Franken wollen wir die Verwaltung bündeln. Zu den anspruchsvollen Aufgaben gehört die laufende Suche nach einem Standort in der Stadt Luzern für das Luzerner Museum sowie für das Kantonsgericht. Da wir für beide einige Tausend Quadratmeter Platz benötigen, gestaltet sich das Vorhaben nicht ganz einfach.


    Sie arbeiten momentan an der Steuergesetzrevision 2025. Finden dabei die weltweiten Unsicherheiten wie die Klimaproblematik oder der Krieg in der Ukraine Beachtung?

    Im Kanton Luzern registrieren wir eine sehr positive Entwicklung. Die Steuergesetzreform soll die Voraussetzungen schaffen, damit der Kanton Luzern auch weiterhin ein attraktiver Standort für natürliche und juristische Personen bleibt und sich optimal weiterentwickeln kann. Im Jahr 2000 hatten wir noch 2,5 Milliarden Franken Schulden – heute verfügen wir über ein Nettovermögen von mehr als 300 Millionen Franken. Dies ist uns dank einer ambitionierten und anspruchsvollen Steuer- und Finanzpolitik gelungen. Im Parlament haben wir einen Klima- und Energiebericht besprochen und setzen die entsprechenden Massnahmen um. Die Situation in der Ukraine wirkt sich natürlich auf viele Bereiche aus. Wir haben unter Berücksichtigung der aktuellen Lage ein stabiles Fundament für die Steuergesetzreform geschaffen und blicken dieser positiv entgegen. 

    Sie sehen sich als Brückenbauer zwischen Stadt und Land. Wo liegen die Diskrepanzen?

    Neben der Stadt und der Agglomeration als urbanes Zentrum gibt es viele landwirtschaftlich geprägte Regionen, insbesondere im Luzerner Hinterland. Gerade diese Vielseitigkeit macht den Kanton interessant. Wir liegen zentral, sind gut erreichbar und können attraktive Naherholungsgebiete bieten. Insofern möchte ich nicht von Diskrepanzen sprechen, sondern von unterschiedlichen Ausgangslagen. Unsere Aufgabe ist es, bei allen Entscheidungen diese unterschiedliche Betroffenheit im Auge zu behalten. Eine Agglomerationsstadt hat andere Bedürfnisse als eine ländlich geprägte Gemeinde im Entlebuch. Dank dem kantonalen Finanzausgleich können wir in allen Gemeinden vergleichbare Dienstleistungen für die Bevölkerung anbieten.  

    Sie haben eine Lehre als Bauzeichner und danach ein Studium zum Bauingenieur absolviert. Inwiefern fliessen Ihre damals erworbenen Kenntnisse in Ihre jetzige Tätigkeit ein?

    Ich bin ein grosser Freund des dualen Bildungssystems: Eine Berufsausbildung ist nicht besser oder schlechter als der akademische Weg. Sie ist einfach anders. Während meiner Lehre habe ich gelernt, Verantwortung für die von mir ausgeführte Arbeit zu übernehmen und diese sehr exakt zu erledigen. Das kommt mir in meiner heutigen Aufgabe als Finanzdirektor zugute. Gerade im Immobilienbereich weiss ich, wie Bauprojekte aufgegleist werden und kenne die Abläufe. Grundsätzlich ist eine Ausbildung wie ich sie geniessen durfte eine gute Basis für eine breite Bandbreite an Aufgaben.

    Welche Strategie verfolgen Sie in Ihrem Departement in Sachen Digitalisierung?

    Ich bin überzeugt, dass der digitale Wandel eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und Wirtschaft darstellt. Insofern haben wir eine Digitalstrategie erarbeitet, die auf den gesamten Kanton ausgerichtet ist und dessen zukunftsgerechte Entwicklung sicherstellen soll. Verwaltungsintern wollen wir unsere Dienstleistungen zeitgemäss – sprich digital – erbringen. Das Service-Portal haben wir gemeinsam mit den Luzerner Gemeinden aufgegleist. Dieses soll kommunale und kantonale Dienstleistungen online anbieten. Geplant ist ein digitales Zugangstor für sämtliche Angebote der öffentlichen Hand des Kantons Luzern. Uns geht es nicht nur darum, eine optimale Lösung für die Verwaltung zu finden, sondern auch eine, die den Bewohnerinnen und Bewohnern das Leben erleichtert.

    Was macht den Kanton Luzern für Unternehmen attraktiv?

    Wir bieten gute Rahmenbedingungen, etwa bei der Gewinnbesteuerung, die wir im Jahr 2012 halbiert haben. Damit waren wir einige Jahre der Kanton mit der tiefsten Gewinnbesteuerung juristischer Personen – das hat sich positiv ausgewirkt. Mit der geplanten Steuergesetzrevision stellen wir sicher, dass wir auch in Zukunft ein attraktiver Wirtschaftsstandort sind. Aber auch unsere Bildungsinstitutionen sind ein wichtiger Faktor. Wir haben bewusst in die Bildung investiert und gehören zu den eher jüngeren Bildungskantonen. Ausserdem profitieren wir von unserer zentralen Lage und den ausreichend zur Verfügung stehenden Flächen für Unternehmen. Uns ist bewusst, dass wir uns mit den angrenzenden Kantonen in einem kompetitiven Umfeld bewegen. Wir müssen uns stetig bewegen, um attraktiv zu bleiben.

    Der Kanton Luzern setzt bei der Wirtschaftsförderung auf ein Sondermodell.

    Richtig. Wir sind der einzige Kanton der Schweiz, der die Wirtschaftsförderung nicht kantonal regelt, sondern in eine Stiftung ausgelagert hat. Dort sind die Unternehmen als Partner der Kantone und Gemeinden vertreten. Wir sind überzeugt, dass es wichtig ist, dass die Wirtschaft mitentscheiden kann und sich wertgeschätzt fühlt. Wir legen deshalb grossen Wert auf die Bestandespflege und möchten für gute Rahmenbedingungen für die Privatwirtschaft sorgen. Wir streben ein qualitatives Wachstum an und erhalten für unser Modell gute Feedbacks. 

    Wie steht es um die Zersiedelung im Kanton Luzern und was wird dagegen unternommen?

    Wir unterstützen den haushälterischen Umgang mit dem Boden und versuchen, dies mit gesetzlichen Grundlagen zu fördern. Verdichtetes Bauen ist in unserem Richtplan und in den kommunalen Zonenplänen das Gebot der Stunde. Aufgrund des eidgenössischen Raumplanungsgesetzes zählen wir heute 21 Gemeinden, die ihre Bauzonen um bis zu 70 Hektaren reduzieren müssen – sogenannte Rückzonungs-Gemeinden. Dies ist kein einfacher Prozess, aber wir bleiben dran. Mit unserem Richtplan möchten wir die Entwicklung ermöglichen und gleichzeitig unserer Kulturlandschaft Sorge tragen.

    Vor allem in den Zentren herrscht Wohnungsnot. Welche Massnahmen müssen getroffen werden, um die Situation zu entschärfen?

    Dieses Problem kann die öffentliche Hand alleine nicht lösen. Hier ist ein Zusammenspiel zwischen der Privatwirtschaft, Investoren und der öffentlichen Hand gefragt. Wir schaffen Anreize zu verdichtetem Bauen, indem wir höhere Ausnutzungen ermöglichen. Zudem stellen wir geeignete Flächen für Wohnungsbauten zur Verfügung wie beispielsweise beim Seetalplatz  oder in Ebikon. So können rund 200 Wohnungen realisiert werden.

  • Patrick Berger übernimmt Leitung von DBU Facility Services

    Patrick Berger übernimmt Leitung von DBU Facility Services

    Patrick Berger ist seit dem 1. Januar neuer Geschäftsleiter der DBU Facility Services AG in Schlieren. Der 30-Jährige ist nicht nur neuer Chef des Familienunternehmens, sondern auch Teilhaber der DBU, heisst es in einer Medienmitteilung des auf Gebäudemanagement spezialisierten Unternehmens. Patrick Berger übernimmt die Firmenleitung von seinem Vater Daniel Berger.

    Er kam 2020 zur DBU, um bei der Einführung der ERP-Software Abacus zu unterstützen. Enterprise-Ressource-Planning (ERP) umfasst die Bereiche Personal, Ressourcen, Kapital, Betriebsmittel, Material sowie Informations- und Kommunikationstechnik. Seit mehr als zwei Jahren ist Patrick Berger daran, die Digitalisierung innerhalb der DBU weiter voranzutreiben.

    „Es ist ein riesiges Privileg und überhaupt nicht selbstverständlich, dass ich in meinem jungen Alter eine so grosse Verantwortung übernehmen darf“, wird Patrick Berger zitiert, der über einen Master in BWL verfügt. „Dank dieser Nachfolgelösung liegt die Verantwortung für die DBU weiterhin in den Händen der Eigentümer“, wird Daniel Berger zitiert.

    Neben dem neuen Geschäftsleiter hat DBU auch weitere junge Führungskräfte ins Team geholt. 2021 hat Joanna Schneider die Leitung Administration und Personal übernommen. Sie ist als KV-Lernende bei der DBU eingestiegen und hat sich bis zum Mitglied der Geschäftsleitung hochgearbeitet.

    Mit Sandro De Nardo, Leiter Finanzen und zuständig für Informations- und Kommunikationstechnik (ICT), sei 2021 ein neues, junges Gesicht zur DBU gestossen. Im Frühling 2022 sei mit Reto Langenegger ein im Facility Management erfahrener Mitarbeiter für die operative Leitung Facility Services in die Firma eingetreten. Mit dem starken Führungsteam wolle sich der neue Geschäftsleiter auf übergreifende Themen konzentrieren und die Position der DBU am Markt stärken.

  • Peter Dransfeld trat im Dezember als SIA-Präsident zurück

    Peter Dransfeld trat im Dezember als SIA-Präsident zurück

    Aufgrund von unterschiedlichen Führungsauffassungen tritt SIA-Präsident Peter Dransfeld per letzte Woche Mittwoch von seinen Aufgaben zurück. Er hat diesen Entscheid in Übereinkunft mit den beiden Vizepräsidenten Alain Oulevey und Urs Rieder sowie der Geschäftsleitung gefällt. Der Rücktritt erfolgt in Anerkennung einer wertvollen Zusammenarbeit mit zahlreichen im SIA engagierten Personen: Gemeinsam ist vieles für den SIA, seine Werte und Ziele erreicht worden.

    Erfolgreicher Brückenbauer
    Der Architekt Peter Dransfeld wurde an der Delegiertenversammlung im April 2021 einstimmig zum Nachfolger von Stefan Cadosch gewählt und übte das Amt mit grossem Engagement aus, wofür ihm der Verein aufrichtig dankt. In die Amtszeit von Peter Dransfeld fielen unter anderem die Erarbeitung einer neuen Vereinsstrategie, die personelle Erneuerung des Vorstands sowie weiterer Organe, die Schaffung einer neuen Zentralkommission und eine Schärfung der politischen Stimme des Verbands. Peter Dransfeld pflegte einen intensiven Austausch mit den Sektionen, Berufsgruppen und Kommissionen, ebenso mit anderen Verbänden sowie Politik und Hochschulen. Zudem vertrat er den SIA in zahlreichen Gremien, bei öffentlichen Auftritten und in Publikationen. Aufgrund seiner zweisprachigen Kindheit engagierte er sich in besonderem Mass für den Austausch zwischen den Landesteilen.

    Peter Dransfeld führte während der Zeit als Präsident des SIA sein Architekturbüro in Ermatingen TG weiter und setzte seine politische Arbeit im Grossen Rat des Kantons Thurgau fort. Diese Aktivitäten wird er nach seinem Rücktritt wieder ausbauen.

    Interimistische Co-Leitung für Erneuerungsphase
    Die beiden Vizepräsidenten Alain Oulevey und Urs Rieder werden den Verein während den kommenden 15 Monaten in einer interimistischen Co-Leitung und mit der Unterstützung des gesamten Vorstands führen. Somit bleibt die Führung des SIA strategisch und operativ vollumfänglich gewahrt. Der Vorstand wird die Nachfolgeregelung gemeinsam mit weiteren Gremien des Verbands zeitnah angehen, mit dem Ziel, den Delegierten an ihrer Versammlung im April 2024 eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten zur Wahl vorzuschlagen.

  • Franz Grüter tritt auf GV 2023 der LUKB aus

    Franz Grüter tritt auf GV 2023 der LUKB aus

    Der Luzerner IT-Unternehmer Franz Grüter ist seit 2018 Mitglied im Verwaltungsrat der LUKB. Er begründet seinen Entscheid, nicht mehr zur Wiederwahl anzutreten, wie folgt: «Seit der Wahl in den LUKB-Verwaltungsrat hat sich mein berufliches und politisches Aufgabenspektrum wesentlich verändert. Nicht zuletzt das Präsidium der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrates, das ich Anfang 2022 angetreten habe, beansprucht mich zeitlich sehr stark. Mit dem Rücktritt aus dem LUKB-VR möchte ich für mich wieder vermehrt zeitliche Freiräume schaffen. Ich danke dem VR und allen LUKB-Mitarbeitenden für die grossartige und erfolgreiche Zusammenarbeit in den letzten fünf Jahren.» 

    Der Verwaltungsrat der LUKB beantragt der Generalversammlung vom 17. April 2023, zwei neue Mitglieder in das oberste Aufsichtsgremium der Bank zu wählen. Dazu Verwaltungsratspräsident Markus Hongler: «Mit der Kandidatur von Erica Dubach Spiegler decken wir das Anforderungsprofil ‚IT-Expertise‘ ausgezeichnet ab. Marc Gläser als zweiter Kandidat wird als Luzerner Unter-nehmerpersönlichkeit unter anderem die Perspektive der regionalen Wirtschaft einbringen.»

    Erica Dubach Spiegler: Promovierte Informatikerin mit breitem Erfahrungsspektrum
    Die in Luzern aufgewachsene und heute in Zürich wohnhafte Erica Dubach Spiegler (Jahrgang 1969) hat in der Schweiz und in den USA Informatik studiert. Ihre Studien hat sie 2011 an der ETH Zürich als Dr. sc. abgeschlossen. Die Schwerpunkte ihres beruflichen Werdegangs sind operatives Management, Beratung, Forschung sowie Verwaltungsratsmandate rund um die Themen Digitale Transformation und Innovation von Geschäftsmodellen. Sie arbeitet aktuell als Leiterin der Abteilung Transformation und Interoperabilität bei der Bundeskanzlei in Bern.

    Marc Gläser: Innovativer Luzerner Unternehmer mit langjähriger Führungserfahrung
    Marc Gläser (Jahrgang 1968) hat an der Universität St. Gallen Betriebswirtschaft mit der Vertiefung «Finance and Accounting» studiert (lic.oec. HSG). Nach verschiedenen Führungsfunktionen in der Konsumgüter- und Uhrenindustrie ist er seit 2014 CEO und Mitinhaber des Skiproduzenten Stöckli Swiss Sports AG in Malters. Unter seiner Leitung hat Stöckli unter anderem die Ski-Manufaktur in Malters modernisiert und ausgebaut, den Export-Absatz in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt, den Markenauftritt neu gestaltet und in der Schweiz eine innovative Omni-Channel-Strategie umgesetzt. Marc Gläser ist seit 2021 im Vorstand der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ).

    LUKB-VR neu mit neun Mitgliedern
    Alle anderen Mitglieder des LUKB-Verwaltungsrates inklusive VR-Präsident Markus Hongler stellen sich an der Generalversammlung vom 17. April 2023 wiederum zur Wahl für die statutarische Amtsdauer von einem Jahr. Mit den beantragten personellen Mutationen wird der Verwaltungsrat der LUKB neu aus neun Personen bestehen – die Statuten sehen eine Bandbreite von sieben bis neun Mitglieder vor. Der Frauenanteil im LUKB-VR wird nach der GV 2023 bei 33.3 % liegen.

  • Veränderungen im Verwaltungsrat von Swiss Prime Site

    Veränderungen im Verwaltungsrat von Swiss Prime Site

    Er war seit 2001 Mitglied der Führungsgremien von Bachem Holding AG, Emmi Holding AG und der Coop Gruppe. Dadurch konnte er sich auf nationaler und internationaler Ebene fundiertes Know-how und wichtige Managementerfahrung aneignen. Zuletzt leitete er bei der Coop Gruppe die Direktion Informatik, Produktion und Services (2016 – 2022) und war davor der CFO (2012 – 2016) des Unternehmens. Während dieser gesamten Zeit war er zudem Mitglied des Anlageausschusses der Pensionskasse. Seine vielseitige unternehmerische Erfahrung, die weitreichenden Finanz-, Informatik-, Nachhaltigkeits- und Infrastrukturkenntnisse sowie sein Immobilien-Know-how machen ihn zu einem hervorragend geeigneten Kandidaten für den Verwaltungsrat von Swiss Prime Site

    Reto Conrad schloss 1990 sein Studium an der Universität Sankt Gallen als Ökonom ab und wurde 1997 diplomierter Wirtschaftsprüfer.

    Mario F. Seris tritt im März 2023 nicht mehr zur Wiederwahl an
    Mario F. Seris hat entschieden, sich an der kommenden Generalversammlung nicht mehr zur Wiederwahl in den Verwaltungsrat der Swiss Prime Site zu stellen. Er scheidet damit im März 2023 aus dem Gremium aus.

    Mario F. Seris ist seit 2005 Mitglied im Verwaltungsrat der Swiss Prime Site und brachte vielseitige Kompetenzen und grosses Engagement ins Gremium. Dazu Ton Büchner, Verwaltungsratspräsident von Swiss Prime Site: «Ich danke Mario F. Seris im Namen des gesamten Verwaltungsrats für sein ausserordentliches Engagement unserem Unternehmen gegenüber und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute.»

  • Jens Paul Berndt neuer Verwaltungsratspräsidenten von Property Captain

    Jens Paul Berndt neuer Verwaltungsratspräsidenten von Property Captain

    Sie alle bringen langjährige Erfahrung in den Bereichen digitale Plattformen, Digital Marketing, AI sowie Machine Learning mit und sind dadurch eine wertvolle Ergänzung für die strategische Weiterentwicklung.

    Die 2021 von Avobis gegründete Immobilien-Matching-Plattform Property Captain hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich: Insgesamt drei «Best of Swiss Web Awards» hat Property Captain gewonnen, darunter Gold in der Kategorie Innovation. Mittlerweile nutzen jede Woche über 15’000 Nutzer die Plattform. Um die ambitionierten Ziele auch in Zukunft zu erreichen, wird der Verwaltungsrat mit weiteren Personen gestärkt, welche umfassende Fachexpertise und Marktkenntnisse im Gremium vereinen und die strategische Weiterentwicklung vorantreiben. Jens Paul Berndt wird neuer Verwaltungsratspräsident, Prof. Dr. Damian Borth und Karin Taheny, die Avobis bereits seit längerem bei Projekten im Innovationsbereich begleiten, treten dem Gremium ebenfalls als Verwaltungsräte bei.

    Fachexpertise für strategische Weiterentwicklung

    Mit Jens Paul Berndt gewinnt die Plattform einen erfahrenen Fachexperten. Als ehemaliger CEO von Homegate und CTO von SMG Swiss Marketplace Group kennt er die Chancen und Herausforderungen am Markt. Berndt wird mit seiner wertvollen Fachexpertise und langjährigen Erfahrung wesentlich dazu beitragen, die Wachstumsstrategie zu schärfen und weiter voranzutreiben. «Mit der umfassenden Datenbasis und den bereits jetzt verfügbaren Innovationen wie beispielsweise dem DreamScore oder BlindBid haben wir eine tolle und superspannende Basis, welche den Menschen beim Kaufen, Verkaufen, Mieten und Vermieten wirklich hilft. Der Prozesse wird für alle Marktteilnehmer vereinfacht und deutlich effizienter gestaltet. Ich bin überzeugt, dass wir das erfolgsversprechende Geschäftsmodell weiter ausbauen, und freue mich sehr, dass ich meine Erfahrung und Leidenschaft einbringen und so den zukünftigen Erfolg aktiv mitgestalten kann», sagt Jens Paul Berndt.

    Durch die Wahl von Prof. Dr. Damian Borth in den Verwaltungsrat konnte ein weiteres hochkarätiges Mitglied gewonnen werden. Borth ist Professor für Artificial Intelligence & Machine Learning an der Universität St. Gallen und Gewinner des diesjährigen Google Research Scholar Award. Seine Expertise wird vor allem in der Weiterentwicklung des DreamScores zugutekommen. Mit Karin Taheny tritt zudem die Chief Digital + Technology Officer von Switzerland Global Enterprise dem Verwaltungsrat bei. Taheny kann durch ihre Erfahrung einen wertvollen Beitrag in der technischen Weiterentwicklung und Vermarktung der Plattform leisten.

    Konsequenter Wachstumspfad

    «Wir freuen uns sehr, mit Property Captain den nächsten Schritt auf dieser spannenden Reise zu gehen. Durch die Neuzugänge im Verwaltungsrat konsolidieren wir wertvolles Fach- und Marktwissen und gewinnen dadurch mehr Dynamik. So sind wir hervorragend aufgestellt, um an die bereits erreichten Meilensteine anzuknüpfen und konsequent und erfolgreich bis zur Erreichung unserer ambitionierten Ziele weiterzuentwickeln», sagt Patrick Schmid, Verwaltungsrat von Property Captain und Co-CEO der Avobis Group AG. Die Weiterentwicklung des DreamScores ist dabei eines der Kernelemente. Über den DreamScore matcht die Plattform alle zur Verfügung stehenden Immobilien optimal mit allen Wohnenden und unterstützt seine Kunden als unabhängiger Partner beim Erwerben, Bewohnen und Verkaufen von Immobilien.

  • Lukas Baumann als Gastprofessor am Institut Architektur FHNW

    Lukas Baumann als Gastprofessor am Institut Architektur FHNW

    Das Institut Architektur der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW setzt auf neue Impulse aus der Praxis: Jedes Jahr wird eine erfahrene Fachperson aus der Praxis dazu eingeladen, ein Studienjahr als Gastprofessorin oder Gastprofessor mitzugestalten. Die angefragten Gäste leiten dann jeweils einen der drei Schwerpunkte Haus, Siedlung, Landschaft des Masterstudiengangs Architektur.

    Für das Studienjahr 2022/2023 konnte das Institut Architektur mit Lukas Baumann einen ehemaligen Studenten gewinnen. 1980 in Andermatt geboren und seit 2011 selbstständig als Architekt mit dem Büro Baumann Lukas Architektur im Raum Basel und Andermatt tätig, verbindet er spielerisch Stadt und Land, interessiert sich für traditionelles Handwerk und dessen zeitgenössische Neuinterpretationen. Er baut am Bestand, legt dabei Wert auf den gesellschaftlichen Kontext der Bauten und setzt dabei ebenso auf denkmalpflegerische Instandstellungen wie auf verdichteten Wohnraum mit Mehrfachnutzungen. Im November 2022 hat er den Wettbewerb für das Baufeld 2 im Gebiet Volta Nord in Basel gewonnen und hat auf dem Bauland der SBB und im Auftrag mehrerer Genossenschaften einen achtgeschossigen Bau mit insgesamt 80 preiswerten Genossenschaftswohnungen konzipiert. 

    «Mit Lukas Baumann setzen wir unsere 2020 gestartete Gästereihe erfolgreich fort. Er erweitert mit seiner eigenständigen Prägung die Kompetenzen im Masterkurs auf eine spannende Art und Weise. Seine vielseitige Praxis zeigt sein umfassendes baukulturelles Engagement. Es freut mich zudem besonders, dass wir mit Lukas Baumann erneut einen ehemaligen Studenten unseres Instituts als Gastdozent einbinden können.» sagt Prof. Dominique Salathé, Leiter des Masterstudiengangs Architektur der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW.

  • Die Komplexität der Branche steht der Digitalisierung im Weg

    Die Komplexität der Branche steht der Digitalisierung im Weg

    Zur Person:
    Markus Weber ist ein ausgewiesener Experte für das digitalbasierte Planen, Bauen und Betreiben von Bauobjekten. Als Mitinitiator und Präsident von «Bauen digital Schweiz» hat er die digitale Transformation der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft nachhaltig geprägt. «Bauen digital Schweiz» ist zugleich «home of buildingSMART Switzerland» und damit Teil der weltumspannenden internationalen BIM Community. Als Mitinitiator und Vorstandsmitglied vom «netzwerk_digital» engagiert er sich national für einen geordneten und effi-
    zienten Weg der Schweiz in die Digitalisierung. Er ist zudem Co-Studiengangleiter für die Bachelorstudiengänge BA/BSc Digital-Construction und das Weiterbildungsprogramm CAS/DAS/MAS Digital Construction an der Hochschule Luzern (HSLU).

    Herr Weber, was fasziniert Sie am Thema Digitalisierung?
    Sie bietet riesige Chancen und stellt neue Technologien beziehungsweise Werkzeuge zur Verfügung. Digitalisierung bedeutet Vernetzung: Damit können wir Prozesse effizienter und mit höherer Qualität sowie Auswirkung auf die Nachhaltigkeit umsetzen. Emissionen werden reduziert, und die Kreislaufwirtschaft wird gefördert. Zudem schaffen digitale Technologien beziehungsweise diese neuen Werkzeuge attraktivere Arbeitsplätze, was dem Fachkräftemangel entgegenwirken dürfte.

    Welche Ziele verfolgt «Bauen digital Schweiz»?
    Wir möchten ein digitales Ökosystem schaffen, in dem Daten, Technologien, Prozesse und Methoden vernetzt werden und miteinander interagieren. Wir vernetzen die verschiedenen Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette, koordinieren und schaffen Synergien. Wir machen «Practice» sichtbar und moderieren den Weg von der «Practice» Schritt für Schritt hin zur «Best Practice».

    Womit beschäftigt sich «netzwerk_digital»?
    Der Vorstand arbeitet seit einem guten Jahr daran, eine Vision oder besser gesagt ein gemeinsames Ziel für die Schweizer Bauwirtschaft zu skizzieren. Ein erster Entwurf steht Anfang 2023 zur Verfügung. Damit möchten wir mit den weiteren Stakeholdern in Dialog treten und an der Swissbau im Januar 2024 eine konsolidierte Version der Öffentlichkeit vorstellen.

    Die Baubranche gilt als einer der am wenigsten digitalisierten Wirtschaftszweige. Woran liegt das?
    Unter anderem liegt das an der Fragmentierung – wir finden hier eine sequenzielle Wertschöpfungskette vor, die durch viele unterschiedliche Akteure geprägt ist. Diese vielen Schnittstellen, die Rahmenbedingungen und die zunehmenden Gesetze und Vorschriften stellen eine grosse Komplexität dar. Deshalb braucht die Digitalisierung in dieser Branche länger als anderswo.

    PropTech ist zurzeit in aller Munde. Übertreibt die Immobilien- und Baubranche bei diesem Thema?
    Im Kontext der Digitalisierung entstehen viele kleine Unternehmen, die sich auf neue Produkte fokussieren, Prozesse vereinfachen und die Nachhaltigkeit fördern. Das ist einerseits ein Segen, weil diese Unternehmen mit neuem Wissen und viel Leidenschaft die Digitalisierung vorantreiben. Andererseits ist die Bauwirtschaft mit den daraus resultierenden heterogenen Möglichkeiten und Werkzeugen überfordert.

    Wie wirken Sie dem entgegen?
    Unsere Aufgabe ist es, den Umgang mit diesen neuen Werkzeugen und deren Möglichkeiten zu erlernen. Ich bin unter anderem Co-Studiengangleiter für die neuen Bachelorstudiengänge BA/BSc Digital Construction an der Hochschule Luzern – die Vermittlung dieses Wissens und der Umgang mit den digital basierten Prozessen, Methoden und Technologien sind ein wichtiger Teil des Studiengangs.

    Die Schweiz bestimmt das Thema open BIM auf internationaler Ebene mit. Darf man sagen, dass BIM in der Schweiz heute zum Standard gehört?
    Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Ich schätze, dass BIM bei etwa 30 Prozent der Neubau- und Umbauprojekte zum Standard gehört. Das heisst umgekehrt: Bei 70 Prozent tut es das nicht. Zu den Anwendern von BIM gehören mehrheitlich professionelle Bauherren und vor allem solche, die den gesamten Lifecycle im Fokus haben – also die entwickeln, planen, bauen und am Ende auch betreiben. Ein gutes Beispiel sind Spitäler – praktisch alle Schweizer Spitalneubauten werden mit BIM geplant. Allerdings ist BIM nicht gleich BIM: Hier gibt es grosse Unterschiede in der Implementierungstiefe und Nutzung. Und vor allem viel Luft nach oben.

    Sie haben einmal gesagt, dass Schweizer BIM-Projekte ihr Potenzial nicht ausschöpfen. Hat sich das inzwischen geändert oder – was ist nötig, um eine Veränderung zu bewirken?
    Wir stehen noch immer am Anfang der Digitalisierung in der Bau- und Immobilienwirtschaft. Insofern sehe ich sehr viel Potenzial nach oben. Wir müssen die erwähnte komplexe Wertschöpfungskette näher zusammenbringen und vernetzen. Am Ende geht es um durchgängige und datenbasierte Prozesse. Hier befinden wir uns in einem Kulturwandel: Die Kultur heute ist geprägt von Abgrenzung und Absicherung: Jeder Akteur bearbeitet seinen Teil der Wertschöpfungskette. Digitalisierung bedeutet, dass jeder Akteur zum Teil dieses durchgängigen Prozesses wird. Um diesen Kulturwandel weg von der Abgrenzung hin zum Miteinander nachhaltig voranzutreiben, benötigen wir einfach noch etwas Zeit.

    Wo stufen Sie die Schweiz im Bereich «smart home» ein, und wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?
    Der Begriff «smart home» ist nicht klar definiert. Für mich ist ein «smart home» ein Gebäude, das die vielfältigen Anforderungen der Zukunft bestmöglich erfüllt: Dazu gehört primär, dass ein Gebäude als System verstanden wird. Die einzelnen Disziplinen wie beispielsweise Wärmedämmung, Heizung und Lüftung sind optimal aufeinander abgestimmt, und das Gebäude reagiert automatisch auf innere und äussere Einflüsse. Das Gebäude wiederum ist Bestandteil von übergeordneten Systemen: So sind zum Beispiel heute viele Gebäude imstande, selber Energie zu produzieren und damit Teil des Energieversorgungssystems Schweiz.

    Sie engagieren sich für das «Gebäude als System» mit Fokus auf die Energiestrategie 2050. Wie kann man sich das in der konkreten Umsetzung vorstellen?
    Kurz zusammengefasst: Das Gebäude ist ein System und ist gleichzeitig in verschiedene Systeme integriert. Es muss die verschiedensten Anforderungen erfüllen: Die einzelnen Disziplinen müssen optimiert zusammenarbeiten – gleichzeitig ist das Gebäude in Systeme int -egriert. Auch die Kreislaufwirtschaft ist als geschlossenes System zu betrachten, wobei die einzelnen Gebäude zum Teil dieses Systems werden.

    Können Sie das ausführen?
    Die in einem Gebäude verbauten Materialien können mit Hilfe von digitalen Technologien inventarisiert werden und so wird der Gebäudepark Schweiz zum strukturierten und maschinenlesbaren Materialdepot. Wenn ein Gebäude oder ein Teil davon zurückgebaut wird, können so die verbauten Materialien geordnet in den Kreislauf zurückgeführt, allenfalls aufbereitet und wieder verbaut werden.

    Wie sensibel ist die Schweizer Baubranche heute beim Vermeiden von grauer Energie, und wie lässt sie sich bei Bauprojekten weiter reduzieren?
    In diesem Bereich gibt es grosses Potenzial, wie das vorherige Beispiel zur Kreislaufwirtschaft zeigt. Beim Bauen wird viel Abfall produziert, der nicht in den Kreislauf zurückgeführt wird. Die digitale Planung beziehungsweise digitale Gebäudemodelle helfen dabei, einerseits das benötigte Material präziser zu bestimmen und andererseits so vorzufertigen, dass beim Verbauen praktisch kein Abfall entsteht. Ein Beispiel hierzu ist die modellbasierte Planung, Vorfertigung und Verlegung der Bewehrung von Betonkonstruktionen, womit der Abfall von Bewehrungs-Eisen wesentlich reduziert wird.

    Wie sieht für Sie das ideale Gebäude der Zukunft aus?
    Mein Gebäude der Zukunft muss nachhaltig mit dem Siedlungsraum umgehen, darf keine Emissionen emittieren und muss aus Materialien bestehen, die beim Rückbau einfach getrennt und gegen 100 Prozent in den Kreislauf zurückgeführt werden können. Das Raumkonzept sollte in einem gewissen Masse wandelbar sein und sich an verändernde Bedürfnisse der Bewohner anpassen können. Es muss mit den Bewohnern kommunizieren: Sind beispielsweile alle für die nächsten acht Stunden bei der Arbeit oder in der Schule, muss der Energieverbrauch automatisch auf ein Minimum reduziert werden. Auf eine kurzfristige Stromunter- oder Überproduktion soll es intelligent reagieren können.

  • Rahel Kindermann Leuthard wird Geschäftsführerin der FRZ

    Rahel Kindermann Leuthard wird Geschäftsführerin der FRZ

    Rahel Kindermann Leuthard arbeitet aktuell für die Stadt Zürich, Soziale Einrichtungen und Betriebe, wo sie in der Abteilung Coaching und Bildung 70 Mitarbeitende führt.

    Von 2005 bis 2021 war Rahel Kindermann Leuthard für die Flughafen Zürich AG tätig: Als Head Visitor Services & Events war sie zuständig für alle Grossveranstaltungen am Flughafen Zürich wie zum Beispiel die Erlebniswochenenden und «70 Jahre Flughafen» mit rund 70’000 Besuchern. Sie war seit 2005 massgeblich verantwortlich für den Aufbau des Besucherservices und unter anderem Projektleiterin und Konzeptionerin der Zuschauerterrasse B am Flughafen Zürich, die heute als Visitenkarte des Flughafens gilt. Rahel Kindermann Leuthard war ebenfalls Co-Founderin des neuen «Zauberparks», ein Musik- und Lichtfestival im Park des The Circle am Flughafen Zürich.

    Zusätzlich war sie von 2009 bis 2019 als Teamleiterin im Care Team der Swiss International Air Lines für die Betreuung von Passagieren und Angehörigen in Krisensituationen tätig. Seit 2017 führt sie nebenbei ihre Beratungsfirma, die das Wissen aus dem Cockpit für das Berufs- und Privatleben übersetzt.

    Rahel Kindermann Leuthard ist Dipl. Betriebswirtin (Schwerpunkt: Betriebswirtschaft /Marketing, Hochschule für Wirtschaft, Berlin), MAS Leadership & Management (IAP/ ZHAW) und Expertin im Change-Management. Sie ist erfahrene Führungskraft, Unternehmerin (www.clearedtoland.ch) und Privatpilotin (PPLA). Rahel Kindermann Leuthard ist ausserdem Mutter von zwei Teenagern und lebt seit 2005 in der Flughafenregion.

    Statement von André Ingold, Präsident der FRZ Flughafenregion Zürich und Stadtpräsident von Dübendorf: «Wir freuen uns, dass wir mit Rahel Kindermann Leuthard eine erfahrene und umsetzungsstarke Führungskraft als CEO für die FRZ Flughafenregion Zürich gewinnen konnten. Sie hat als Head Visitor Services & Events zahlreiche Besichtigungen und die Zuschauerterrasse verantwortet. Der Flughafen Zürich gehört zu den wichtigsten Tourismus-Attraktionen im Kanton. Als Co-Founderin des Zauberparks und aufgrund vieler weiteren Aktivitäten hat Rahel Kindermann Leuthard einen eindrücklichen innovativen und unternehmerischen Leistungsnachweis.»

    Statement von Rahel Kindermann Leuthard: «Es ehrt mich, die erfolgreiche FRZ Flughafenregion Zürich in die Zukunft zu führen. Als Aviatik-Expertin und Privatpilotin mit mehr als 15 Jahren Erfahrung bei der Flughafen Zürich AG bin ich eng mit der Flughafenregion verbunden. FRZ als noch junge Organisation für Networking und Standortförderung weiterzuentwickeln, ist für mich eine unternehmerische Aufgabe, auf die ich mich sehr freue!»

  • Andreas Ingold neu Verwaltungsrat der Blaser Gränicher AG

    Andreas Ingold neu Verwaltungsrat der Blaser Gränicher AG

    Bis vor kurzem war er noch CEO der Livit AG und seit dem 1.10.2022 Verwaltungsratsmitglied der Livit AG sowie amtierender Präsident des Branchenverbandes SVIT, hat per 1.12.2022 das Amt eines Verwaltungsrates der Blaser Gränicher AG in Küsnacht angetreten. Der ausgewiesene Immobilienfachmann unterstützt die seit Anfang 2018 aktive Firma strategisch in deren weiteren Entwicklung.

    Die Blaser Gränicher AG ist seit 1.2.2018 operativ mit Sitz in Küsnacht ZH tätig und hat sich in der kurzen Zeit ihres Bestehens bereits erfolgreich im Markt etablieren können. Mit den drei Dienstleistungsbereichen „Beratung“, „Vermarktung“ und „Bewertung“ bietet die kleine Struktur qualifizierte Dienstleistungen im Bereich von Wohnimmobilien an. Die Gründer Michael Blaser und David Gränicher sind beide seit mehreren Jahrzehnten im Markt aktiv und waren bis Ende 2017 gemeinsam für die Intercity Group tätig. Mit der Wahl von Andreas Ingold in den Verwaltungsrat verfolgen sie das Ziel, die Marktstellung der Blaser Gränicher AG weiter zu festigen und auszubauen.

  • Neuer Direktor der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW

    Neuer Direktor der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW

    Dr. Gerhard Schrotter (45) hat sein Studium in Geomatik 2002 an der Technischen Universität Graz (Österreich) mit einem Master of Science abgeschlossen und erlangte 2009 seine Promotion in Videogrammetrie (Erstellung von 3D-Modellen mit Videostreams) am Institut für Geodäsie und Photogrammetrie der ETH Zürich. Von 2006 bis 2011 war er in verschiedenen Führungsfunktionen im Bereich der geografischen Informationssysteme (GIS) tätig. Seit 2011 ist Dr. Gerhard Schrotter Direktor von Geomatik und Vermessung (GeoZ) der Stadt Zürich und Mitglied der Geschäftsleitung des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements. 2017 hat er sich am Singapore ETH-Centre weitergebildet und Projekte wie Digitaler Untergrund etabliert. Seit 2018 ist er an der ETH Zürich Dozent zu den Themen Smart City, Digitaler Zwilling sowie Digitaler Untergrund und seit 2019 Präsident der Schweizerischen Organisation für Geoinformation (SOGI).

    Per 1. August 2023 wird Dr. Gerhard Schrotter die strategische und operative Führung sowie die zukunftsgerichtete Weiterentwicklung der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW mit über 173 Mitarbeitenden und rund 460 Studierenden übernehmen. In seiner Funktion als neuer Direktor wird Dr. Gerhard Schrotter das regionale und nationale Netzwerk sowie die Positionierung der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW strategisch ausbauen und verstärken, die Weiterentwicklung eines zeitgemässen, praxisorientierten und wissenschaftsbasierten Ausbildungsangebots fördern und als Mitglied der Direktion der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW die Entwicklung der FHNW mitverantworten. Prof. Ruedi Hofer, bisheriger Direktor der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW, wird von seinen Aufgaben als Direktor Ende Juli 2023 zurücktreten.

    Prof. Dr. Ursula Renold, Präsidentin des Fachhochschulrats der FHNW, freut sich über die Wahl des neuen Direktors. «Der neue Direktor der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW muss einem anspruchsvollen Profil entsprechen und die Kompetenz haben, zukünftige Herausforderungen zielorientiert und nachhaltig zu meistern. Wir sind überzeugt, mit Gerhard Schrotter die hierfür geeignete Person gefunden zu haben. Seine ausgewiesene langjährige Führungserfahrung hat mich sehr beeindruckt», so Prof. Dr. Ursula Renold.

    Prof. Dr. Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident der Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW und Leiter des Berufungsverfahrens zieht zur Wahl des neuen Direktors das Fazit: «Ich freue mich ausserordentlich über die Wahl von Gerhard Schrotter. Der neue Direktor hat die Erfahrung, das Netzwerk und die Persönlichkeit, welche für die Funktion als Direktor der Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW zentral sind».

  • Martin Neff wird Mitglied des Verwaltungsrats der Halter AG

    Martin Neff wird Mitglied des Verwaltungsrats der Halter AG

    „Martin Neff ist eine grosse Bereicherung für unseren Verwaltungsrat. Er ist nicht nur ein ausgewiesener Kenner der Schweizer Immobilienmärkte, er konnte sich in seiner bisherigen Laufbahn auch kontinuierlich als eine öffentliche Stimme mit Gewicht und grosser Glaubwürdigkeit positionieren“, so Balz Halter, Verwaltungsratspräsident und Mehrheitseigner der Halter AG zur Wahl des neuen Verwaltungsratsmitglieds. Martin Neffs Karriere führte den gebürtigen Deutschen 1988 zunächst zum Baumeisterverband (SBV) als Bereichsleiter Konjunkturbeobachtung. 1992 wechselte er zur Credit Suisse, wo er die Abteilung Research Schweiz aufbaute und 2008 zum Leiter des gesamten Economic Research und Chefökonom avancierte. Seit 2013 amtet er als Chefökonom der Raiffeisen-Gruppe.


    Daneben ist er als Fachrat und Dozent am Institut für Finanzdienstleistungen (IFZ) in Zug tätig und lehrte an der Donau-Universität in Krems in Österreich Immobilienökonomie. Mit der Wahl von Martin Neff umfasst der Verwaltungsrat der Halter AG neu fünf Mitglieder: Neben Balz Halter als Verwaltungsratspräsident sind dies Dr. Urs Ernst, Roger Dettwiler und Dr. Nicolas Iynedjian.

  • Neubesetzung der Geschäftsleitung der Feller AG

    Neubesetzung der Geschäftsleitung der Feller AG

    Martin Eberle kann bereits auf eine langjährige Karriere bei der Feller AG zurückblicken. Schon 2006 ist er als Leiter des Bereichs Industry Engineering dem Unternehmen beigetreten. Sechs Jahre darauf übernahm er dann die Leitung der Industrie, welche er als Mitglied der Geschäftsleitung erfolgreich vorangetrieben hat. Vor seinem Antritt als neuer Geschäftsleiter war er zuletzt als COO der Feller AG tätig.

    Mit der neuen Position soll das Kerngeschäft weiter ausgebaut und neue Innovationen gefördert werden, wie zum Beispiel im Connected Home Bereich mit Wiser by Feller. «Es freut mich, die führende Marktposition der Feller AG weiter vorantreiben zu können, um so die Kundenbedürfnisse durch ein marktgerechtes Leistungsangebot an Produkten, Lösungen und Serviceleistungen optimal abzudecken. Dabei sollen auch weiterhin Synergien mit Schneider Electric genutzt werden», betont Martin Eberle.

  • «DAS Betoningenieur*in» neue Leitung

    «DAS Betoningenieur*in» neue Leitung

    Beton leistet einen wichtigen Beitrag zu den Themen Nachhaltigkeit, ökologischer Fussabdruck und Kreislaufwirtschaft. Daher kommen gut ausgebildeten Fachkräften im Bereich Beton eine grosse Bedeutung zu. Das weiss auch Cathleen Hoffmann, die seit mehr als zehn Jahren Produktingenieurin bei der Holcim (Schweiz) AG tätig ist. Sie selbst kam bereits nach ihrem Studium im Bauingenieurswesen mit dem Baustoff Beton in Kontakt und arbeitete seitdem nicht nur praktisch damit, sondern forschte auch mehrere Jahre im Bereich Betontechnologie.

    «Die Teilnehmenden der Weiterbildung «DAS Betoningenieur*in» können sich auf professionelle und motivierte Dozierende freuen. Wir vermitteln nicht nur betontechnologisches und betontechnisches Grundlagenwissen, sondern auch wichtige Spezialkenntnisse», beschreibt Frau Hoffmann die Weiterbildung. «Ich freue mich jedes Jahr auf eine neue und motivierte Gruppe von Teilnehmenden, die so unterschiedliche Gründe für ihren Weiterbildungswunsch haben, und doch vereint sind in ihrer Leidenschaft, aktuelles Wissen rund um das vielfältig einsetzbare Material Beton zu erlangen», erklärt sie weiter über ihre Motivation auch in der Lehre tätig zu sein.

    In Zusammenarbeit mit BETONSUISSE bietet die Hochschule für Architektur, Bau und Geomatik FHNW seit Jahren die Weiterbildung «DAS Betoningenieur*in» (DAS, Diploma of Advanced Studies) an. Das Diplom besteht aus den einzelnen Zertifikatslehrgängen (CAS, Certificate of Advanced Studies) «CAS Betontechnologie», «CAS Betontechnik» sowie «CAS Schutz und Instandsetzung von Betonbauten». Zusammen berechtigt der Abschluss dieser Zertifikatslehrgänge die Führung des Titels «Diploma of Advanced Studies FHNW Betoningenieur*in».

  • «Einem guten Bewirtschafter stehen alle Türen offen»

    «Einem guten Bewirtschafter stehen alle Türen offen»

    Eidgenössisch diplomierte Immobilientreuhänder:innen sind Experten, wenn es um das Immobilienmanagement geht. Die Jobmöglichkeiten sind breit gefächert: Strategische Aufgaben, Beratung, entwickeln von Konzepten für die Unternehmungsführung, analysieren und bewerten verschiedener Immobilienportfolios oder auch das Gestalten von Führungsprozessen gehören zum Berufsalltag. Diese Fachleute verantworten Immobilien im strategischen und im operativen Bereich und sind in der Lage, optimale Vermarktungsstrategien auszuarbeiten und ihre Kunden auch in rechtlichen und finanziellen Fragen zu unterstützen. Die Ausbildung eignet sich ebenfalls für eine spätere selbständige Tätigkeit oder für eine Führungsposition.

    Zur Person
    Moritz Rolf ist seit 2010 in der Immobilienbranche tätig. Nach Abschluss des berufsbegleitenden Studiums im Jahr 2013 hat Rolf zunächst bei einem Facility Management-Dienstleister in der Projektentwicklung und Beratung in Berlin gearbeitet. 2017 ist er in die Schweiz ausgewandert und arbeitet seitdem bei SBB Immobilien – erst als Key Account Manager und seit 2021 als Projektleiter im Bereich Nutzung und Akquisition. Er macht derzeit berufsbegleitend die Weiterbildung zum Immobilientreuhänder.

    Moritz Rolf, Projektleiter im Bereich Nutzung und Akquisition SBB Immobilien und in Ausbildung zum Immobilientreuhänder:

    Welche Grundausbildung bringen Sie mit?
    Nach dem Gymnasium habe ich in meinem Geburtsland Deutschland ein duales Bachelor-Studium im Bereich Betriebswirtschaftslehre mit Fachrichtung Facility Management absolviert. Dank wechselnden Theorie- und Praxisphasen konnte ich mir währenddessen fundierte Grundkenntnisse der Immobilienbranche aneignen.

    Sie sind in der Ausbildung zum eidgenössisch Dipl. Immobilientreuhänder. Weshalb haben Sie sich für diese Weiterbildung entschieden?
    Mir war es wichtig, dass die Weiterbildung zum einen sehr praxisorientiert ist und zum anderen den Fokus klar auf den Schweizer Markt legt. Da mein Studium auf die deutsche Branche ausgerichtet war, kann ich mit dieser Weiterbildung mein Profil zielgerichtet abrunden.

    Es gibt verschiedene Anbieter dieser Ausbildung. Welchen haben Sie gewählt und was waren die Gründe?
    Ich habe mich für die WISS Schulen für Wirtschaft-Informatik-Immobilien entsch-ieden. Dies vor allem dank positiven Erfahrungen aus meinem Umfeld. Da ich mich recht kurzfristig für die Weiterbildung entschieden habe, war ich sehr froh, dass die WISS auch einen Online-Studiengang anbietet. Dadurch kann ich mich problemlos von überall zu den Lehrveranstaltungen dazuschalten und erhalte mir somit eine gewisse Flexibilität.

    Wie erleben Sie die Weiterbildung?
    Natürlich sprechen einem nicht alle Themen gleich an. Aber im Grossen und Ganzen macht die Weiterbildung sehr viel Spass, und ich lerne ungemein viel Neues sowie spannende Menschen und andere Perspektiven kennen.

    Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen?
    Im zeitlichen Aufwand und bei der Selbstdisziplin. Zweimal die Woche zusätzlich zum «normalen» Berufsalltag jeweils weitere vier Stunden an einer Online-Vorlesung teilzunehmen, ist für mich schon eine gewisse Herausforderung.

    Was reizt Sie an diesem Bereich besonders?
    Berufsbilder, in denen es viele Schnittstellen zu anderen Bereichen gibt, fand ich schon immer reizvoll. Ich denke, dass man als Immobilientreuhänder eine Scharnierfunktion wahrnimmt und als Bindeglied zwischen verschiedenen Interessengruppen fungiert.
    Welche Talente und Eigenschaften sind für diese Weiterbildung wichtig?
    Eine gewisse Affinität zu Immobilien muss auf jeden Fall vorhanden sein. Als Immobilientreuhänder bist du Generalist und musst imstande sein, über den Tellerrand hinaus zu blicken. Es ist zentral, unternehmerisch und vernetzt zu denken.

    Eignet sich die Weiterbildung für junge Berufseinsteiger?
    Da als Zulassungsvoraussetzung einige Jahre hauptberufliche Praxiserfahrung notwendig sind, eignet sie sich eher weniger. Allerdings braucht man nicht zwangsläufig einen klassischen Immobilienhintergrund, sondern kann auch als Quereinsteiger beginnen. Entscheidend ist, dass Immobilien den beruflichen Alltag definieren.

    Zur Person
    Adrian Müller Er ist gelernter Metallbauer und technischer Kaufmann mit eidg. Fachausweis und startete seine Immobilien-Karriere 1999 als Bewirtschafter bei der Gribi Theurillat AG. 2001 schloss Müller den Immobilienbewirtschafter mit eidg. Fachausweis und 2004 die Ausbildung zum eidgenössisch diplomierten Immobilientreuhänder ab. Danach war er während vier Jahren als Geschäftsführer der Trimag AG tätig. Seit 2009 ist er mit seinem eigenen Unternehmen selbständig. Müller ist zudem Vorstandsmitglied im SVIT beider Basel und Präsident des Hauseigentümerverbands Therwil-Ettingen-Biel-Benken. Zudem agiert er als Vermietervertreter bei der Schlichtungsstelle Basel-Land.

    Adrian Müller, eidg. Dipl. Immobilientreuhänder und Geschäftsführer von ADRIAN MUELLER IMMO-TREUHAND:

    Wie sieht Ihr Berufsalltag in maximal fünf Sätzen beschrieben aus?
    Als Inhaber eines Immobilienunternehmens mit zehn Mitarbeitenden und einer Auszubildenden ist mein Alltag sehr vielseitig und abwechslungsreich. Ich pflege einen engen Kontakt zu meinen Kunden und meinem Netzwerk und bin Ansprechpartner für jegliche Probleme in sämtlichen Immobilienfragen. Nebst der Personalführung verantworte ich den Immobilienhandel und stelle sicher, dass die Qualität unserer Dienstleistungen stimmt.

    Welche Grundausbildung eignet sich für die Weiterbildung zum Immobilientreuhänder?
    Ich bin der Meinung, dass das Immobiliengeschäft von der Pike auf gelernt werden muss. Der Einstieg erfolgt idealerweise über eine Stelle als Assistent in der Immobilienbewirtschaftung. Nachdem man genügend Erfahrung in der Funktion als Assistent gesammelt hat, ist man bereit für die Weiterbildung. Als langjähriges SVIT- und Vorstandsmitglied empfehle ich als ersten Schritt den Lehrgang zum Immobilienbewirtschafter mit eidgenössischem Fachausweis an der SVIT Real Estate School. Einem guten Bewirtschafter stehen in unserer Branche alle Türen offen.

    Welche Talente und Eigenschaften sind wichtig?
    Man muss gerne organisieren, vernetzt denken, belastbar sein sowie ein umfangreiches kaufmännisches und sachspezifisches Wissen mitbringen. Für mich ist ein Immobilienfachmann einer, der alle Stufen des Immobilienbewirtschaftens durchlebt hat.

    Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?
    Die Vielseitigkeit und den Kontakt mit Menschen. Die Immobilienwirtschaft hat sich als sehr krisenresistent erwiesen. Spannend finde ich auch Beratungen im Rechtsbereich sowie Hilfestellung bei Kauf- oder Sanierungsentscheiden.

    Wo sehen Sie die grössten Herausforderungen?
    Die Immobilienbranche boomt zwar, aber gerade in der Bewirtschaftung, die zum Grundgeschäft gehört, mangelt es an guten Fachkräften. Viele Berufseinsteiger sind sich nicht bewusst, wie anspruchsvoll dieser Job ist. Die Arbeit ist sehr komplex, und durch die vielerorts voranschreitende Digitalisierung läuft derzeit vieles doppelspurig.

    Wie wird sich das Berufsbild des Immobilientreuhänders Ihrer Meinung nach entwickeln?
    Vor zwanzig Jahren war der eidg. Dipl. Immobilientreuhänder die höchste Ausbildung, die man absolvieren konnte. Nach der breitgefächerten Ausbildung war man als sogenannter Generalist befähigt, ein KMU zu führen. Heute ist die höchste Ausbildung der Master in Real Estate, und die Absolventen arbeiten nach der Ausbildung oft in grösseren Firmen. Die fortschreitende Digitalisierung wird unsere Tätigkeit hinsichtlich Prozesse und Abläufe sicher verändern. Die Immobilienbranche bleibt aber ein People-Business – die persönliche und individuelle Beratung wird nicht an Bedeutung verlieren. Künftig dürften Immobilientreuhänder eher als Spezialisten und weniger als Generalisten tätig sein.

    Was raten Sie Berufseinsteigern, um erfolgreich im Beruf Fuss fassen zu können?
    Eine gute Grundausbildung ist die Voraussetzung – dazu gehören ein grosses Engagement und etwas Glück.

    Welche Meilensteine und Highlights haben Sie in Ihrem Berufsleben bis-lang erreicht und erlebt?
    Es gibt viele Meilensteine in meiner beruflichen Karriere. Nebst meiner selbständigen Tätigkeit war ein Highlight im 2020: Damals durften wir für die Helvetia 30 Wohnungen einer Bestandesliegenschaft in Stockwerkeigentum umwandeln und konnten diese Eigenheime erfolgreich innert kurzer Frist verkaufen.

  • «Weitermachen wie bisher ist keine Option»

    «Weitermachen wie bisher ist keine Option»

    Zur Person

    Beat Aeberhard ist Kantonsbaumeister von Basel-Stadt. In dieser Funktion leitet er seit 2015 die Dienststelle Städtebau & Architektur im Bau- und Verkehrsdepartement. Zuvor war er während sieben Jahren Stadtarchitekt von Zug. Er studierte Architektur an der ETH Lausanne und Zürich sowie Urban Design an der Columbia University in New York. Überdies war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Urban Design Program der Columbia University. Beat Aeberhard wurde 1969 geboren und wuchs in Zürich und New Orleans auf.

    In Basel wird seit Jahren aktiv gebaut. Was prägt die Entwicklung der Stadt im Moment besonders?
    Basel ist attraktiv. Die Bevölkerung wächst, und die Anzahl Arbeitsplätze nimmt zu. Wir haben die Chance, mehrere nicht mehr benötigte Industrie- und Logistikareale sowie unternutzte Gewerbegebiete in neue Stadtquartiere zu transformieren. In enger Abstimmung mit den jeweiligen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern entwickeln wir in den nächsten Jahren aus diesen bislang teilweise geschlossenen Arealen lebendige, grüne und durchmischte neue Quartiere.

    Welches sind die wichtigsten Projekte?
    Jedes Areal hat seine eigene Geschichte und Prägung. Auf dem Dreispitz Nord wird vereinfacht gesagt aus einem Parkplatz ein lebendiges Stadtquartier. Auf dem Areal Walkeweg erproben wir ein neues Modell einer zeitgemässen Gartenstadt. Auf Rosental Mitte kann neben einer dringend benötigten Vernetzung der umliegenden Quartiere neuer Wirtschaftsraum geschaffen werden. Und in Basels Norden wachsen die bestehenden Stadtteile in den Gebieten Volta Nord, Klybeck- und Westquai sowie auf dem Klybeck-Werkareal weiter. Es entstehen neue Nachbarschaften mit eigenem Charakter, die sich mit der restlichen Stadt verweben. Wichtig ist, dass von diesen Entwicklungen insbesondere auch die bestehenden Quartiere profitieren. Die städtebaulichen Entwicklungen werden begleitet von grösseren Infrastrukturvorhaben, wie etwa dem Ausbau der tri-nationalen S-Bahn oder dem Rheintunnel zur Entlastung der Osttangente.

    Gibt es Leuchtturm-Projekte?
    Ich finde es schwierig, von Leuchttürmen zu sprechen. Richtig ist, dass wir die Entwicklung der einzelnen Vorhaben ambitioniert angehen. Die unterschiedlichen Transformationsareale betrachten wir dabei als Experimentierflächen. Wir untersuchen jeweils genau, wofür sich welches Areal am besten eignet. In dem Sinn betreiben wir eine Art angewandte Forschung des Städtebaus. So wird etwa das heute praktisch vollflächig versiegelte Areal Dreispitz Nord inskünftig über rund 50 Prozent Grünfläche verfügen. Auf dem Dach des bestehenden Shopping Centers entsteht eine Sekundarschule, und ein vielfältiges Wohnangebot soll das heute ausschliesslich dem Einkauf vorbehaltene Areal ergänzen. Auch vermeintlich kleinere Entwicklungen weisen eine Vorbildfunktion bezüglich Transformationsprozess auf: Auf dem Westfeld zum Beispiel entstehen über 500 Genossenschaftswohnungen, und im Kleinbasel entwickelt sich mit Rosental Mitte ein Forschungsstandort zu einem vollwertigen Stadtteil. Wichtig ist uns, dass wir diese umfassenden Veränderungen sorgfältig und mit Einbezug der Bevölkerung planen und umsetzen.

    Der Kanton nimmt beim Bauen verschiedene Rollen ein – etwa als Grundbesitzer, Bauherr, Baubewilligungsgeber. Welches sind dabei die grössten Herausforderungen?
    Übergeordnetes Ziel sind eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität für alle. Dazu gehört über das Ganze gesehen ein durchmischtes und ausgewogenes Angebot für Wirtschaft, Gewerbe, Wohnen, Bildung, Freizeit und Erholung. Die Interessenabwägung ist dabei eine der wichtigsten Aufgaben. Wir arbeiten an der Stadt für alle.

    Wie sieht es mit günstigem Wohnraum in der Stadt Basel aus?
    Die Frage nach erschwinglichem Wohnraum hat in Basel in den vergangenen Jahren eine Brisanz erreicht, der sich niemand entziehen kann. Mehrfach wurde über Fragen des preisgünstigen Wohnangebots oder des Wohnschutzes abgestimmt. Dabei wurden die Vorschriften laufend verschärft. Auf den grossen Transformationsarealen muss gemäss kantonalem Richtplan ein Drittel der Wohnungen preisgünstig angeboten werden. Gegenwärtig steht mit der Initiative «Basel baut Zukunft» eine Forderung im Raum, welche 50 Prozent gemeinnützigen Wohnungsbau auf den Transformationsarealen fordert. Die Regierung erarbeitet hierzu einen Gegenvorschlag.

    Heute sind die Forderungen in der Bauwirtschaft zur Energie-, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit nicht zu überhören. Ist dies für Sie eine Last oder eine Chance?
    Wir nehmen diese Herausforderungen als Chance wahr. Wir sind in der Pflicht, nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Weitermachen wie bisher ist schlicht keine Option. Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung lauten die Ziele. Das verlangt von allen Beteiligten, sich aktiv für nachhaltige und energieeffiziente Lösungen einzusetzen. Wir als Behörde haben eine Schlüsselrolle bei der Erreichung dieser Ziele. Wir müssen Bauteile wiederverwenden, aber auch Normen und Raumstandards hinterfragen.

    Wird das Thema Nachhaltigkeit auch in den Projektwettbewerben berücksichtigt?
    Aktuell laufen in Basel zwei grössere Projektwettbewerbe. Beide nehmen das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus: Auf dem Areal Walkeweg Nord sollen die Wohnungen ressourcenschonend und bauökologisch vorbildlich erstellt und energieeffizient betrieben werden. Im offenen Wettbewerb für ein Wohnbauprojekt am Schliengerweg wollen wir in Zusammenarbeit mit der Grundeigentümerin Immobilien Basel-Stadt ein Projekt mit günstigen Wohnungen umsetzen, welches das Ziel «Netto-Null bis 2040» mit ReUse-Bauteilen erreicht. Der Kanton hat hierzu eine eigene Bauteilbörse ins Leben gerufen. Wir nehmen unsere Vorbildfunktion im Sinne der Kreislaufwirtschaft ganz konkret wahr.

    Kürzlich wurde das städtebauliche Leitbild für das Klybeck-Areal präsentiert. Was beinhaltet dieses und wie wurde es aufgenommen?
    Das städtebauliche Leitbild beschreibt unter anderem die Eckpunkte der Entwicklung bezüglich Frei-und Grünräumen, Wohnen und Arbeiten, Mobilität, Städtebau sowie Nachhaltigkeit und Umwelt. Es zeigt auf, wie ein lebenswerter Stadtteil aussehen könnte und wie dieser entsteht. Das Leitbild weist überdies nach, inwiefern die Anliegen aus dem bisherigen Beteiligungsprozess der Bevölkerung in die Planung eingeflossen sind. Unter anderem deshalb ist das städtebauliche Leitbild von der Öffentlichkeit grundsätzlich gut aufgenommen worden. Es ist uns gelungen, den aktuellen Stand der Planung nachvollziehbar zu vermitteln.

    Das heute praktisch voll versiegelte Areal Dreispitz Nord soll zukünftig über 50 Prozent begrünt werden.