Kategorie: Bauwirtschaft

Bauwirtschaft – Immobiliennews zu Baukosten, Projekten, Materialien & Entwicklungen in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft.

  • Kartellrecht mit Spielraum für Kooperationen

    Kartellrecht mit Spielraum für Kooperationen

    Die Schweizer Wirtschaft steht hinter einem starken Kartellrecht. Wettbewerbsbeschränkungen sollen verhindert, fairer Wettbewerb gesichert werden. In der Praxis hatten sich die Wettbewerbsbehörden jedoch zunehmend von diesem Wirkungsprinzip entfernt. Statt die tatsächlichen Effekte auf den Markt zu prüfen, wurde primär die Form einer Vereinbarung beurteilt. Bestimmte Abreden galten damit automatisch als unzulässig, selbst wenn sie nachweislich keine schädlichen Auswirkungen hatten.

    Gerade für KMU, Planungsbüros und Unternehmen in der Bauwirtschaft führte dies zu erheblicher Rechtsunsicherheit. Einkaufsgemeinschaften, gemeinsame Forschungsprojekte oder Versicherungspools gerieten ins Fadenkreuz, obwohl sie häufig Effizienzgewinne und bessere Marktleistungen ermöglichten. Mit der nun verabschiedeten Revision reagiert das Parlament auf diesen Missstand und fordert eine Rückkehr zum ursprünglichen Willen des Gesetzgebers.

    Neue Prüflogik in Art. 5 Kartellgesetz
    Kernstück der Revision ist die Präzisierung in Art. 5 Abs. 1 bis Kartellgesetz. Künftig genügt die blosse Einordnung einer Vereinbarung als «harte Abrede» nicht mehr. Es braucht immer eine Gesamtbeurteilung der Erheblichkeit, die qualitative und quantitative Elemente einbezieht . Wie Marktstruktur, Marktanteile und konkrete Rahmenbedingungen im Einzelfall.

    Die Art der Abrede bleibt wichtig, weil sie Hinweise auf ein typisches Schädlichkeitspotenzial gibt. Neu ist aber klar festgehalten, es muss geprüft werden, ob dieses Potenzial im realen Marktumfeld tatsächlich zum Tragen kommt. Für die Praxis bedeutet das, Wettbewerbsbehörden können Kooperationen nicht mehr allein aufgrund ihrer Form sanktionieren, sondern müssen begründen, warum und wo sie den Wettbewerb tatsächlich beeinträchtigen. Das Inkrafttreten der materiellen Anpassungen wird per 1. Januar 2027 erwartet.

    Mehr Spielraum für Kooperationen
    Mit der Revision gelingt eine heikle Balance. Kooperationen, die wettbewerblich unbedenklich oder gar förderlich sind, werden aus der Schusslinie genommen, ohne die Durchsetzungskraft der WEKO zu schwächen. Für Planungsbüros, Ingenieurunternehmen und weitere Akteure der Bauwirtschaft ergibt  dies mehr Klarheit. Insbesondere dort wo die Zusammenarbeit zulässig ist, bei gemeinsamen Beschaffungen, Standardisierungsprojekten oder geteilten Ressourcen.

    Gleichzeitig bleibt der Grundauftrag des Kartellrechts unangetastet. Hardcore-Kartelle, Preisabsprachen oder Auftragsabsprachen werden weiterhin streng verfolgt. Die Revision verschiebt den Fokus nicht weg vom Schutz des Wettbewerbs, sondern zurück auf dessen Kern.  Wirkung statt Form, missbräuchliches Verhalten statt pauschaler Verdacht.

    Institutionelle Reform der Wettbewerbsbehörden
    Mit der materiellen Revision ist der Prozess nicht abgeschlossen. 2026 und 2027 rückt die institutionelle Reform in den Vordergrund. Hier geht es um die Frage, wie Kartellverfahren geführt werden und wie rechtsstaatlich sie ausgestaltet sind.

    Mehrere Elemente stehen dabei im Zentrum. Erstens soll die institutionelle Trennung zwischen Untersuchung und Entscheid geschärft werden. Die Wettbewerbskommission wird zu einer stärker gerichtsähnlichen Instanz mit eigenen Fachressourcen ausgebaut, während das Sekretariat als eigenständige Anklagebehörde agiert.

    Zweitens ist eine spezialisierte Rechtsmittelinstanz vorgesehen, welche Kartellfälle bündelt, Expertise sichert und die Verfahren beschleunigt. Drittens soll ein unabhängiger Anhörungsbeauftragter («Hearing Officer») eingesetzt werden, der die Einhaltung der Verfahrensrechte überwacht und den Parteien als neutrale Anlaufstelle dient, ohne selbst in die materiellen Entscheide einzugreifen.

    Viertens soll mehr Transparenz geschaffen werden, indem Sondervoten veröffentlicht werden und abweichende Meinungen sichtbar werden, was die Rechtsentwicklung nachvollziehbarer macht. Kartellverfahren gelten nach EMRK als Strafverfahren, greifen tief in die Rechte der betroffenen Unternehmen ein und unterliegen daher hohen rechtsstaatlichen Anforderungen. Genau in diesem Spannungsfeld sieht Bauenschweiz weiterhin erheblichen Reformbedarf.

    Bauenschweiz drängt auf mehr Rechtsstaatlichkeit
    Bauenschweiz begrüsst, dass der Bundesrat den Reformbedarf im Vollzug anerkennt, lehnt die aktuelle Vorlage zur institutionellen Reform aber ab. Aus Sicht des Dachverbands behebt sie die zentralen Defizite nicht ausreichend. Insbesondere die Unabhängigkeit der Entscheidungsinstanz, die klare Trennung von Untersuchung und Urteil sowie der Schutz verfahrensrechtlicher Garantien seien noch nicht genügend sichergestellt.

    Ein kartellrechtlicher Rahmen, der tief in unternehmerische Freiheiten eingreift, braucht robuste Institutionen, nachvollziehbare Verfahren und Vertrauen in die Fairness. Nur so lassen sich Wettbewerbsverstösse konsequent sanktionieren, ohne Investitionsbereitschaft und sinnvolle Kooperationen unnötig zu bremsen.

    Die Botschaft des Bundesrates zur institutionellen Reform wird im Sommer 2026 erwartet, die parlamentarische Beratung dürfte im dritten oder vierten Quartal starten. Bauenschweiz will sich gemeinsam mit einer Wirtschaftsallianz erneut einbringen. Mit dem Ziel, ein Kartellrecht zu verankern, das Wettbewerb schützt, Kooperationen differenziert beurteilt und rechtsstaatlichen Ansprüchen konsequent genügt.

  • Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Strengere Vorgaben zur energetischen Nutzung von Altholz führen dazu, dass grosse Mengen Holzabfall nicht mehr einfach verbrannt werden dürfen, aber stofflich verwertbar bleiben. Das Fachgebiet «Experimentelles und Digitales Entwerfen und Konstruieren» der Universität Kassel entwickelt gemeinsam mit Buro Happold ein 3D-Druckverfahren, das Restholzpartikel in tragfähige Wandbauteile überführt. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des Programms «Zukunft Bau» des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

    ​Im Fokus steht ein biobasierter Druckwerkstoff aus zerkleinerten Altholzpartikeln, die überwiegend aus sekundären Stoffströmen der Holzindustrie – also aus post-consumer-Holz – stammen. Industriepartner bereiten das Material auf und mischen es mit biogenen Bindemitteln zu einer pastösen Masse, die sich robotergestützt extrudieren lässt.

    Leichte Bauteile aus dem 3D-Drucker
    Das Ergebnis unterscheidet sich klar vom bekannten 3D-Betondruck. Die Masse aus Holzpartikeln und Bindemittel wird im Massstab 1:1 schichtweise aufgetragen und formt leichte, aber tragfähige Bauteile. Möglich sind flächige Wandstrukturen ebenso wie frei geschwungene Geometrien, die sich konstruktiv und architektonisch präzise anpassen lassen.

    ​Die aktuelle Projektphase Rafa 2.0 läuft über 18 Monate und baut auf dem Vorgängerprojekt Rafa auf, in dem die Forschenden die Eignung von Altholzpartikeln für die additive Fertigung grundlegend untersucht haben. Nun werden Materialrezepturen verfeinert, der Extrusionsprozess optimiert und die Bauteile unter Laborbedingungen getestet, mit dem Ziel eines durchgängigen digitalen Herstellungsprozesses bis hin zum vollmassstäblichen Prototyp.

    Tragfähig, brandschutzgerecht und zirkulär
    Damit das Konzept in der Praxis trägt, müssen die gedruckten Elemente mehr leisten als nur Form zu zeigen. Gefordert sind Tragfähigkeit, Steifigkeit und ein Brandschutzverhalten, das den Anforderungen im Innenausbau entspricht. Ein erstes Einsatzfeld sehen die Projektpartner in modularen Wandsystemen, die sich einfach montieren, demontieren und an anderer Stelle wiederverwenden lassen.

    ​Dieses Prinzip passt zu zirkulären Bauansätzen, bei denen Bauteile nicht am Ende ihres Lebenszyklus entsorgt, sondern in neue Nutzungen überführt werden. Die Bauteile lassen sich sortenrein Rückbauen, weil auf schadstoffhaltige Komponenten verzichtet wird . Eine Voraussetzung für geschlossene Materialkreisläufe im Holzbau.

    Digitale Planung als Schlüsseltechnologie
    Eine zentrale Rolle spielt die digitale Planung. Buro Happold verantwortet Computational Design und Tragwerksplanung und setzt Simulationen ein, um das strukturelle Verhalten der Bauteile zu prognostizieren. Geometrien werden so optimiert, dass Material nur dort eingesetzt wird, wo es statisch notwendig ist – Ressourceneffizienz wird zur Gestaltungsaufgabe.

    ​«Wir machen aus Abfall eine Chance, zurückgewonnenes Holz wird durch digitales Design und additive Fertigung zu leistungsfähigen Bauteilen», beschreibt Shibo Ren von Buro Happold den Ansatz. Weg vom linearen Verbrauch, hin zu einer zirkulären, datenbasierten Baupraxis, die Robotik, Ingenieurwesen und Gestaltung eng verzahnt.

    Perspektiven für die Praxis
    Kurzfristig zielt das Verfahren auf geringeren Materialeinsatz und niedrigere Emissionen gegenüber betonbasierten 3D-Drucktechnologien. Langfristig könnte es neue Märkte für biobasierte additive Bauweisen eröffnen. Insbesondere dort, wo geringes Gewicht, Rückbaubarkeit und architektonische Freiheit gefragt sind.

    ​Ob und wie schnell sich der Ansatz wirtschaftlich durchsetzt, hängt von Skalierung, Normen und der Akzeptanz in der Baupraxis ab. Technisch zeigt das Projekt jedoch bereits heute, Zirkuläres Bauen beginnt nicht erst beim Recycling, sondern beim Entwurf. Dort, wo Materialien, Prozesse und Lebenszyklen neu gedacht werden.

  • Industrie-Neubau setzt auf moderne Energie- und Elektrotechnik

    Industrie-Neubau setzt auf moderne Energie- und Elektrotechnik

    Die Schlieremer Maneth Stiefel AG mit ihrer Niederlassung in Pratteln hat die Projektierung und den Bau der Elektroanlagen für ein neues Hochregallager der Brauerei Feldschlösschen übernommen, heisst es in einer Mitteilung. Das 30 Meter hohe Gebäude soll in unmittelbarer Nähe der Autobahn in Rheinfelden errichtet werden. Die zur Carlsberg-Gruppe gehörende Feldschlösschen AG will mit dem Neubau die innerbetriebliche Verdichtung erhöhen und neue Lagerflächen schaffen, informiert das Unternehmen.

    Maneth Stiefel wird neben den Beleuchtungs-, Niederspannungs- und Schwachstromanlagen auch die Netzinfrastruktur einschliesslich der Trafostationen und Hauptverteilungsanlagen im Bereich der Mittelspannung, Not- und Sicherheitsanlagen sowie eine Photovoltaikanlage errichten.

    Beide Unternehmen betonen, dass der Neubau ein Meilenstein für die Standortentwicklung in Rheinfelden darstellt. Feldschlösschen ist der grösste Arbeitgeber am Ort. Die Baumassnahmen wurden im engen Austausch mit der ortsansässigen Bevölkerung geplant und sollen auch unter dem Gesichtspunkt des Denkmalschutzes realisiert werden. Feldschlösschen begeht 2026 sein 150. Jubiläum.

  • Wie Künstliche Intelligenz den Bauprozess absichert

    Wie Künstliche Intelligenz den Bauprozess absichert

    Der Benetics KI-E-Mail-Assistent soll laut einer Mitteilung eine der teuersten Fehlerquellen im Baualltag vermeiden helfen: die falsche Ausführung aufgrund von veralteten Planständen. Entwickelt wurde dieser Assistent von der Benetics AG. Das 2022 gegründete Zürcher Softwareunternehmen stellt ihn als Weltneuheit ab dem 20. Januar auf der Basler Swissbau vor.

    Nach dem ebenfalls auf Künstlicher Intelligenz (KI) basierenden Sprachassistenten für das Handwerk von 2024 „folgt mit dem KI-E-Mail-Assistenten die zweite Weltneuheit von Benetics AI“, wird CEO Ferdinand Metzler zitiert. „Damit kommen wir unserer Vision einen weiteren Schritt näher: Weniger zeitraubende Admin-Arbeiten, mehr Fokus auf das, was das Handwerk stark macht: die produktive Arbeit.“

    Der E-Mail-Assistent erkennt Bauplan-PDFs in eingehenden E-Mail-Anhängen und vergleicht diese mit vorhandenen Plänen in allen bestehenden Projekten. Er benachrichtigt automatisch, wenn ein neuer Planstand eingegangen ist. Und er stellt mit einem Knopfdruck sicher, dass niemand mehr auf dem alten Planstand arbeitet.

    Der KI-Assistent wird direkt in Microsoft Outlook eingebettet und kann von dort in weitere Systeme wie SharePoint oder andere DMS- und CDE-Lösungen integriert werden. Die offene API von Benetics AI sowie neue Konnektoren auf Make.com und Zapier ermöglichen den Angaben zufolge flexible Integrationen. „So entsteht erstmals ein durchgängiger digitaler Planfluss bis zum Monteur auf der Baustelle,“ heisst es in der Mitteilung.

    „Die Outlook-Integration bringt noch mehr Struktur in den Bauablauf“, so Bledar Beqiri. Er ist Leiter der Montage im Anlagenbau bei der Basler Rosenmund Haustechnik AG und Nutzer des KI-E-Mail-Assistenten. „Neue Planstände erreichen unsere Teams schneller und ohne Umwege. Das reduziert Fehlerquellen und gibt unseren Projektleitern mehr Sicherheit in der Ausführung.“

  • Drei Jahrzehnte Ingenieurkunst im Zeichen von Holz und Kreislauf

    Drei Jahrzehnte Ingenieurkunst im Zeichen von Holz und Kreislauf

    Die PIRMIN JUNG Schweiz AG wird 30 Jahre alt. 1996 wurde sie vom gelernten Zimmermann Pirmin Jung als Ingenieur- und Planungsbüro für Holzbau gegründet. Wie es in einer Mitteilung zum Firmenjubiläum heisst, ist aus dem Ein-Mann-Betrieb mittlerweile ein „KMU mit umfassendem Wissensmanagement, modernen Arbeitsplätzen und einer agilen Organisationsstruktur“ geworden.

    Um bewährte Mitarbeitende zu halten, wurden mit der Zeit neue Standorte aufgebaut – „nicht in Zentren“, wie das Unternehmen betont, „sondern an verkehrstechnisch gut gelegenen, für die Mitarbeitenden lebenswerten und heimatnahen Lagen“. Heute befassen sich über 150 Personen an sieben Standorten in der Schweiz und in Deutschland mit Tragwerksplanung, Brandschutz, Bauphysik, Nachhaltigkeitsplanung und zirkulärem Bauen.

    Unter PIRMIN JUNGs Projekten sind den Angaben zufolge immer wieder solche gewesen, „die den Holzbau prägten und teilweise noch heute als Leuchtturmprojekte gelten. Dabei wurden neue Lösungen entwickelt, die heute im Holzbau als Standard gelten.“ Beispielhaft nennt das Unternehmen das Erlebnisbad Aquabasilea in Pratteln BL, das siebengeschossige Haus C13 in Berlin, das 60-Meter-Hochhaus BF1 in Rotkreuz ZG und das Veranstaltungszentrum Knies Zauberhut in Rapperswil-Jona SG.

    In jüngster Zeit sind der neue Firmensitz in Sursee, das Haus des Holzes, als Entwicklungs- und Vorzeigeprojekt für digitales, klimagerechtes und kreislauffähiges Planen und Bauen ebenso hinzugekommen wie sowie zuletzt die Planung für das neue Dock A des Flughafens Zürich, das ab 2030 gebaut wird. Die Jury des Prix SVC Zentralschweiz 2023, den PIRMIN JUNG gewinnen konnte, zeigte sich „besonders vom wegweisenden Bauprojekt Haus des Holzes, welches die Vision der Firma für den Holzbau der Zukunft verkörpert, beeindruckt“.

    Ein bewusster Umgang mit den Ressourcen sei von jeher tief in den Werten der Firma verankert, wird Pirmin Jung zitiert. „Die Nachfrage nach klimagerechtem und kreislauffähigem Bauen wird zunehmen und da wollen wir ebenfalls tragend mitgestalten.“

  • Neue Kräfteverhältnisse bei modularen Raumlösungen

    Neue Kräfteverhältnisse bei modularen Raumlösungen

    Die Condecta Gruppe übernimmt laut einer Mitteilung von der deutschen ALHO-Gruppe aus Friesenhagen die gesamte Schweizer FAGSI-Mietflotte sowie alle damit verbundenen Schweizer Aktivitäten. Davon betroffen ist auch der Standort in Wikon im Kanton Luzern. Damit übernimmt das Winterthurer Unternehmen die gesamte Schweizer Flotte an FAGSI-Mietcontainern. FAGSI ist eine Marke der ALHO-Gruppe, die sich auf den Verkauf und die Vermietung von temporären und modularen Containergebäuden für Städte, Gemeinden und Industrie spezialisiert hat, besonders auf hochwertige Büros, Schulen, Kindergärten und Übergangswohnheime.

    Der Standort Wikon verfügt über rund 12’000 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche sowie über eine Mietflotte von 1150 FAGSI-Containern. Er soll zum Kompetenzzentrum für hochwertige mobile Raumlösungen ausgebaut werden. Damit, so Condecta, „entsteht die Grundlage, auch grössere und komplexere Projekte effizient aus einer Hand umzusetzen – ein klarer Mehrwert für Kunden aus Industrie, Verwaltung, Bildung und Gesundheitswesen“. Bestehende Kundenbeziehungen, laufende Projekte und Mietverhältnisse werden den Angaben zufolge nahtlos weitergeführt. Auch Ansprechpartner und Abläufe bleiben dieselben.

    „Die Übernahme der Schweizer FAGSI-Aktivitäten ist ein wichtiger Meilenstein für die Weiterentwicklung von Condecta“, wird Condecta-CEO Olivier W. Annaheim zitiert. „Wir stärken unser Kerngeschäft, erweitern unser Premium-Angebot und investieren gezielt in zusätzliche Kompetenz. Der Standort Wikon wird dabei eine zentrale Rolle einnehmen, um Qualität, Leistungsfähigkeit und Lieferzuverlässigkeit in der Schweiz weiter auszubauen.“

  • Gebäudetechnik wächst über regionale Grenzen hinaus

    Gebäudetechnik wächst über regionale Grenzen hinaus

    Die Burkhalter Gruppe, Gesamtanbieterin für Dienstleistungen aus der Heizungs- und Kälte-, Lüftungs- und Klima-, Sanitär- und Elektrotechnik, meldet in einer Mitteilung die Übernahme der  BZ-Dépannage Sàrl. Das Unternehmen aus Lonay fokussiert auf Sanitäranlagen, Heizung, Wartung und Reparaturen und erwirtschaftete 2025 einen Jahresumsatz von 2,7 Millionen Franken.

    Mit dem Kauf der BZ-Dépannage Sàrl initiiert die Burkhalter Gruppe den Eintritt in den Gebäudetechnikmarkt in der Westschweiz. Im Rahmen der Gruppenstrategie zur Gewinnung weiterer Marktanteile sollen künftig weitere Gebäudetechnikunternehmen akquiriert werden, heisst es in der Mitteilung. Die BZ-Dépannage Sàrl wird künftig als eigenständige Gruppengesellschaft der Burkhalter Holding AG am bisherigen Standort und unter der bisherigen Leitung von Nicolas Barraud weitergeführt. Alle Mitarbeitenden werden übernommen.

    Die Burkhalter Gruppe mit Hauptsitz in Zürich beschäftigte mit Stand am 31. Dezember 2024 insgesamt 5323 Mitarbeitende, davon 983 Lernende, die in 84 Gruppengesellschaften an 166 Standorten in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein arbeiten. Die Burkhalter Holding AG ist an der SIX Swiss Exchange kotiert.

  • Plattformstrategie stärkt Bau- und Umweltkompetenzen

    Plattformstrategie stärkt Bau- und Umweltkompetenzen

    Die TIC Holding Schweiz AG mit Sitz in Baar hat die HSE Conseils aus Laténa übernommen. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, soll deren Geschäftsführer Marc Dutoit weiter in seinem Amt fungieren. Die TIC Holding ist eine von der Winterberg Investment X finanzierte und von der Winterberg Advisory GmbH aus München verwaltete Bau- und Technologieplattform.

    Die HSE Conseils ist die führende Spezialistin in den Sektoren Industrie, Baustoffe sowie Bau-, Umwelt und Arbeitssicherung im Kanton Neuenburg und an sechs weiteren Standorten in den Kantonen Waadt, Wallis, Genf, Freiburg und Jura, heisst es in der Mitteilung weiter. Sie bietet ein umfassendes Leistungsportfolio für Baufirmen, Immobilienverantwortliche, Planer, Unternehmen und öffentliche Institutionen. Dazu zählen nach Schweizerischer Akkreditierungsstelle (SAS) akkreditierte Schadstoffdiagnostik und -analysen (unter anderem nach Asbest, Polychlorierte Biphenylen und Blei), Umwelt- und Abfallmanagement, Sicherheits- und Gesundheitskonzepte sowie Messungen der Innenraumluftqualität. Zum Aufgabengebiet gehören ferner Sicherheitsberatungen sowie Schulungen und Beratungen zur Bausicherheit von der Risikobewertung bis hin zum Sanierungskonzept.

    „Mit HSE decken wir jetzt die Sektoren Industrie, Baustoffe sowie Bau-, Umwelt und Arbeitssicherung ab“, wird Ralph Nowak, Verwaltungsrat der TIC Holding Schweiz und Partner bei Winterberg, in der Mitteilung zitiert. „Dies ist ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung unserer TIC Holding Schweiz – die drei Plattformen unterstreichen unsere Position als führende unabhängige Gruppe dieser Bereiche in der gesamten Schweiz.“ Marc Dutoit setzt durch den Zusammenschluss auf starkes Wachstum für HSE Conseils und viele Synergien mit anderen Gruppenmitgliedern. „Unsere Struktur, das gesamte Team und alle Ansprechpartner für unsere Kunden bleiben bestehen und wir liefern höchste Qualität und Verlässlichkeit“, so Dutoit.

  • Senioren verkaufen Eigenheime spät und verkleinern nach Auszug nur wenig

    Senioren verkaufen Eigenheime spät und verkleinern nach Auszug nur wenig

    Der Immobilienbarometer der Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat Trends und Wohnverhalten im Zürcher Immobilienmarkt fürs vierte Quartal 2025 analysiert, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Der Barometer zeigt: Senioren ziehen meist erst in sehr hohem Alter freiwillig aus ihrem Einfamilienhaus (EFH) aus – und wohnen danach oft weiterhin grosszügig.

    Hausübergaben geschehen dabei spät: in der Regel steigt die Wahrscheinlichkeit eines Hausverkaufs erst ab einem Alter von 85 Jahren deutlich. Das durchschnittliche Alter der heutigen EFH-Eigentümer liegt bei 62 Jahren. Auszüge im Alter erfolgen meist zu zweit, nur 22 Prozent betreffen Single-Haushalte. 44 Prozent der EFH-Auszügler bleiben im Anschluss in der gleichen Gemeinde.

    Zwar verkleinern sich ehemalige EFH-Bewohner nach dem Umzug, doch klein wohnen sie deswegen nicht. Mehr als 60 Prozent der 60- bis 70-Jährigen ziehen in Wohnungen mit vier Zimmern oder mehr. Je später der Auszug erfolgt, desto stärker fällt die Verkleinerung aus – allerdings bleibt der Wohnraum häufig weiterhin grosszügig. „Der Wunsch, seine Wohnsituation im Alter zu reduzieren, wird überschätzt. Salopp gesagt will man sich nicht auf einmal in einer kleinen Wohnung auf den Füssen stehen. So zumindest könnten es diejenigen empfinden, die ans grosszügige Wohnen in einem Einfamilienhaus gewohnt sind“, wird Ursina Kubli zitiert, Leiterin Immobilien Research bei der ZKB.

    Laut Barometer haben die Preise für Wohneigentum im Kanton Zürich weiter zugelegt. In der Region Land stiegen die Preise um 4,2 Prozent, in der Region Regio waren es lediglich 2,3 Prozent. Schweizweit stiegen Mieten 2025 um 2,3 Prozent, in der Stadt Zürich waren es bloss 2,2 Prozent. Damit liegt das städtische Mietwachstum ausnahmsweise unter dem Schweizer Durchschnitt.

    Für 2026 erwartet die ZKB weiter steigende Immobilienpreise. Günstige Finanzierungsbedingungen trieben die Nachfrage nach oben, während das Angebot nicht spürbar wachse, erklärt Kubli.

  • Qualität gewinnen, Verfahren verschlanken

    Qualität gewinnen, Verfahren verschlanken

    Seit der Revision des Raumplanungsgesetzes gilt haushälterische Bodennutzung als Leitplanke, doch in der Praxis bleiben Verfahren oft langsam und schwerfällig. Interessen prallen aufeinander, Zuständigkeiten sind nicht immer klar, Einsprachen können Projekte über Jahre blockieren.

    Wer Innenentwicklung voranbringen will, muss daher früher ansetzen. Projektträger, Planende, Behörden, Politik und Umsetzende sollten bereits vor dem Baugesuch in einen strukturierten Dialog eintreten. So lassen sich Konflikte klären, Qualität definieren und Verfahren von Anfang an auf ein realistisches Zielbild ausrichten.

    Fünf Faktoren für bessere Verfahren
    Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen, Gemeinden und Bauwirtschaft haben in einem mehrjährigen Dialog fünf Erfolgsfaktoren identifiziert. Es braucht Haltung, einen frühzeitigen und strukturierten Dialog, klare Zuständigkeiten, Akzeptanz und Alltagsnutzen der Projekte sowie eine saubere strategische Einbettung.

    Was häufig fehlt, ist weniger fachliches Wissen als die konsequente Anwendung im Alltag. Verlässlichkeit zwischen den Akteuren, der Wille zur Umsetzung und Werkzeuge, die helfen, komplexe Verfahren pragmatisch zu steuern. Entsprechende Arbeitshilfen wurden an der Swissbau im Januar 2026 vorgestellt und danach online zur Verfügung gestellt. Als konkrete Unterstützung, um «Bauen einfacher zu machen».

    Beitrag der Bauwirtschaft
    Die Bauwirtschaft bringt sich aktiv in die Suche nach Lösungen ein. Etwa im Rahmen des Aktionsplans Wohnungsknappheit von Bundesrat Guy Parmelin und auf Basis von Studien von ARE und BWO. Aus dieser Arbeit ist ein Konzept für ein zweiphasiges Baubewilligungsverfahren entstanden. Zuerst werden Nutzung und Architektur geklärt, erst danach folgen technische Aspekte und Normen.

    Begleitet werden soll dieses Modell von einer konsequenten Digitalisierung entlang des gesamten Prozesses. Das Ziel ist die Planungssicherheit zu erhöhen, Schleifen vermeiden, Schnittstellen klären und damit sowohl die Verfahrensdauer als auch den Aufwand für alle Beteiligten reduzieren. Das Konzept versteht sich als Diskussionsgrundlage und macht die Sicht der Branche für Behörden, Politik und Öffentlichkeit greifbar.

    ISOS, Ortsbildschutz und Gemeindeautonomie
    Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit ISOS sowie Denkmal- und Ortsbildschutz. In den Dialogen auf Bundesebene wurde festgehalten, dass Kantone und Gemeinden bei der Erfüllung eigener Aufgaben, etwa beim Wohnungsbau, von ISOS-Erhaltungszielen abweichen können, wenn überwiegende Interessen vorliegen. Das stärkt die kommunale Handlungsspielräume und erleichtert Abwägungen vor Ort.

    Bis Herbst 2026 ist eine Anpassung der Verordnung geplant, um die Direktanwendung von ISOS auf tatsächlich ortsbildrelevante Fälle zu fokussieren. Parallel wird geprüft, wie eine neue Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen die Praxis weiterentwickeln könnte. Ein entsprechendes Kommissionspostulat des Nationalrats ist überwiesen. Die Bauwirtschaft begleitet diesen Prozess eng und fordert, dass Schutz und Entwicklung in ein tragfähiges Gleichgewicht kommen.

    Schnelle, digitale und qualitätsvolle Bewilligungsverfahren
    Der Kurs ist gesetzt, die Branche setzt sich für schlankere, digitale und schnellere Baubewilligungsverfahren ein, mit einem klaren Fokus auf zweistufige Verfahren, praxisnahe Arbeitshilfen und verlässliche Kooperation.

    Denn die Innenentwicklung der Schweiz gelingt nur dann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Mit transparenten Prozessen, klaren Zuständigkeiten und Projekten, die sowohl qualitativ überzeugen als auch den dringend benötigten Wohn- und Arbeitsraum schaffen.

  • Mehr Wohnraum aus System

    Mehr Wohnraum aus System

    Die Bau- und Immobilienwirtschaft steht unter Druck. Baukosten steigen, Fachkräfte fehlen, die Bevölkerung wächst weiter und Klimaziele setzen klare Grenzen für CO₂‑Emissionen. Serielles Bauen bündelt Antworten auf diese Herausforderungen.

    Dank industrieller Vorfertigung und standardisierten Prozessen werden Bauzeiten verkürzt, Abläufe berechenbarer und Projekte wirtschaftlicher. Die Baustelle wird zum Montageplatz, mit weniger Lärm, kürzerer Belastung für die Nachbarschaft und höherer Ausführungsqualität.

    Was serielles Bauen ausmacht
    Serielles Bauen versteht das Gebäude als Produkt, nicht als einmaligen Prototyp. Ein System wird intensiv entwickelt, durchdacht und in vielen Projekten angewendet. Elemente entstehen weitgehend im Werk und werden vor Ort montiert. Das erlaubt präzise Kosten und eine stetige Verbesserung aus gemachten Erfahrungen. Klassische Problemzonen wie Anschlüsse, Wärme- und Schallbrücken lassen sich gezielt entschärfen.

    Von Plattenbau bis «Tesla‑Moment»
    Serielle Bauweisen haben Geschichte, von frühen Holzsystemen der 1920er‑Jahre über die «Göhnerbauten» in der Schweiz bis zu Plattenbausiedlungen im Osten. Die Effizienz war hoch, die gestalterische Qualität oft nicht  und das Image leidet bis heute.

    Aktuell erlebt das Thema eine neue Welle. Hybride Systeme kombinieren Raummodule und 2D‑Elemente, bieten mehr Flexibilität für unterschiedliche Parzellen und Vorschriften und holen Architektur und Städtebau wieder stärker ins Boot. Projekte wie das studierendenorientierte «Woodie» in Hamburg zeigen, dass serielle Bauweise und architektonische Qualität sich nicht ausschliessen müssen.

    Stärken: Zeit, Kosten, Qualität, Klima
    Serielle Systeme verkürzen Bauzeiten und erhöhen die Kostensicherheit. Weil Bauteile und Details standardisiert sind, lassen sich Budget und Termine früh und verlässlich festlegen.

    Gleichzeitig eröffnet die industrielle Fertigung neue Spielräume für Nachhaltigkeit. Vorgaben zu CO₂‑Reduktion, Materialwahl und Energieeffizienz können konsequent in das System eingeschrieben werden. Durch Materialpässe und Plattformen werden verbaute Komponenten dokumentiert und damit als Ressource für spätere Umbauten oder Rückbauten sichtbar.

    Akzeptanz entscheidet über die Zukunft
    Die grosse Herausforderung ist die Wahrnehmung. In vielen Köpfen steht serielle Bauweise für monotone Architektur und soziale Problemquartiere. Solange aktuelle Projekte gestalterisch nur bedingt überzeugen, bleibt diese Skepsis bestehen.

    Für die breite Akzeptanz braucht es Gebäude, die mehr liefern als Effizienz. Gute Grundrisse, hohe Aufenthaltsqualität, differenzierte Aussenräume und eine sorgfältige Einbindung in den Stadtraum. Standardisierung sollte als Grundlage verstanden werden, auf der Vielfalt entsteht.

    Serielles Bauen kann zu einem zentralen Baustein der Bauwende werden, schneller, planbarer, ressourcenschonender und zirkulär gedacht. Die technischen Voraussetzungen sind vorhanden, erfolgreiche Pilotprojekte ebenfalls.

    Ob der Ansatz seinen «Tesla‑Moment» erlebt, hängt nun davon ab, ob Branche und Städte es schaffen, industrielle Prozesse mit hoher Wohn- und Gestaltungsqualität zu verbinden und damit zeigen, dass Wiederholung nicht Einheitsbrei bedeutet, sondern die Grundlage für zukunftsfähige, vielfältige Quartiere sein kann.

  • Startups die das Bauen umkrempeln

    Startups die das Bauen umkrempeln

    Tobias Hofmeier (Swissbau) und Moritz Kistenmacher (Startup Academy) boten den Rahmen, damit junge Unternehmen Sichtbarkeit, Zugang zu Partnern und ein professionelles Umfeld erhielten. Im Innovation Village des Swissbau Lab prägten Startups fast die Hälfte der rund 70 Partner. Ein klares Signal, welchen Stellenwert unternehmerische Innovation für die Swissbau hat.

    Für Swissbau sind Startups keine Randerscheinung, sondern ein Herzstück des Innovationsprogramms. Unter dem Motto «zusammen neue Impulse setzen» ging es darum, Herausforderungen wie Klimaziele, Ressourceneffizienz, Produktivitätsdruck und Fachkräftemangel gemeinsam anzugehen. Diese Themen sind zentral und Innovation ist der Schlüssel, mit dem Startups weiterhin Tempo und den Mut für radikal neue Ansätze einbringen.

    Die Startup Academy Schweiz begleitete im Rahmen der Challenge Jungunternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft besonders eng. Einige Startups, die vor wenigen Jahren noch im Innovation Lab pitchten, sind heute mit grösseren Ständen auf der Messe präsent. Genau diese Entwicklung, vom frühen Prototyp zur etablierten Marktakteurin, setzt die Challenge in Gang und wirkt weit über die Messedaten hinaus.

    Politik und Standortförderung als Rückenwind
    Die Bedeutung unterstrich das Grusswort von Regierungsrat Kaspar Sutter, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Basel‑Stadt. Der Kanton hatte das Patronat über das Swissbau und unterstützt mit Basel Circular Unternehmen dabei, auf kreislauffähige Geschäftsmodelle umzusteigen. Dass der Circular Award gerade hier zum ersten Mal vergeben wurde, war folgerichtig und macht deutlich, dass Kreislaufwirtschaft und Klimaziele heute ins Zentrum der Baupolitik rücken.

    Sutter betonte, wie stark der Standort Basel auf Innovationsförderung ausgerichtet ist und mit Programmen, die Unternehmen und Branchen konkret unterstützen. Seine Botschaft wirkt über die Swissbau hinaus. Startups sind für jedes Wirtschaftsökosystem zentral; ohne sie wären etwa neue Technologiefelder kaum denkbar. Vergleichbares zeichnet sich in der Bauwirtschaft ab. Nur wenn neue Player mit frischen Ideen dazukommen, kann die Branche den technologischen und regulatorischen Wandel bewältigen.

    Auch der Kanton Baselland setzt mit seiner Standortförderung bewusst auf Innovation. Thomas Kübler, Leiter der Standortförderung Baselland, sprach am Finale von Rahmenbedingungen, die es Startups erleichtern sollen, zu wachsen und zu skalieren. Die wiederholte Partnerschaft bei der Swissbau Startup Challenge zeigt, dass hier nicht nur punktuell Netzwerke geknüpft, sondern langfristige Ökosysteme aufgebaut werden. Eine Basis, von der die Branche auch nach der Messe profitiert.

    Bauen ist für die Schweizer Volkswirtschaft zentral, verursacht aber hohe CO₂‑Emissionen und grosse Abfallmengen. Basel‑Stadt verfolgt mit 2037 ein ambitioniertes Netto‑Null‑Ziel. Solche Vorgaben erhöhen dauerhaft den Druck und die Nachfrage nach Lösungen, wie sie die Finalistinnen und Finalisten präsentierten und in Projekten und Pilotanwendungen weiterentwickeln.

    Sechs Finalisten, sechs Antworten auf die Bauwende
    Im Finale standen die sechs Startups Aconitum Swiss, Benetics, Impact Build, Moduvo, Planlabs und Talpa Inspection. Sie repräsentierten unterschiedliche Hebel der Transformation, von digitaler Prozessoptimierung über zirkuläre Materialien bis zur neu gedachten Baustellenkommunikation.

    Gemeinsam ist ihr Ansatz, dass sie die Bau‑ und Immobilienpraxis konkret verbessern und weniger Verschwendung, mehr Effizienz und bessere Daten erreichen. Die Ideen auf der Bühne im Swissbau Lab, sind keine Visionen im luftleeren Raum, sondern Lösungen, die sich bereits heute in Projekte, Baustellen und Planungsbüros integrieren lassen und dort ihre Wirkung entfalten.

    Innenräume ohne Plastik
    Aconitum Swiss hat ein biologisches Material aus Polymerkollagen entwickelt, das ohne Plastik auskommt und damit Energie, Ressourcen und Abfall reduziert. Ziel ist es, dauerhaft gesündere Lösungen für Mensch und Umwelt bereitzustellen. Gründerin Dr. Vlada Snus geht einen Schritt weiter und nutzt recyceltes Leder sowie upgecycelte Baustoffe wie Betonbruch, Sand, Recyclingglas und alte Dachziegel, um poröse Akustikpaneele zu produzieren. Diese Paneele verbessern die Raumakustik, filtern Luftschadstoffe, Viren und Bakterien und tragen zur Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei. Das System ist kreislauffähig, reduziert den Kunststoffverbrauch und kommt bereits im B2B‑Geschäft in der Schweiz, Europa und im Mittleren Osten zum Einsatz – mit Potenzial, sich weiter zu verbreiten.

    Baustellenkommunikation ohne Zettelwirtschaft
    Benetics nahm sich einem Dauerthema auf Baustellen an, Kommunikation und Dokumentation. Statt Klemmbrett, Papierplänen, Notizzetteln und chaotischen Chat‑Verläufen setzt das Startup auf eine cloudbasierte Plattform mit Smartphone‑App. Der Verantwortliche spricht seine Anweisungen ins Handy, eine KI strukturiert die Informationen automatisch und legt klare Aufgabe im System unter Aufgabe, Zuständigkeit, Frist, nötige Schritte, Fotos ab.

    Gerade in einer international geprägten Branche ist das ein Vorteil. Mitarbeitende erhalten ihre Aufgaben in ihrer eigenen Sprache. So sinkt der administrative Aufwand, Fehler durch Missverständnisse werden reduziert und die Daten fliessen sauber in bestehende Systeme. Das zeigte sich bereits in den präsentierten Anwendungsfällen und künftig können noch mehr Baustellen davon profitieren, dass die Leute vor Ort sich wieder stärker auf das konzentrieren, was zählt, das Bauen.

    Robotik und Erdmaterial
    Impact Build denkt Bauteile von der Materialbasis her neu. Das ETH‑Startup will Wandelemente ohne klassische Schalungen herstellen, mit robotergestützter Fertigung und lokalen Ressourcen. Das Verfahren «Impact Printing» schiesst dichte Massen aus Aushub‑ und Bauschuttmaterial mit hoher Geschwindigkeit aufeinander, sodass sich die Schichten vollflächig verbinden und tragfähige Elemente entstehen.

    Die so produzierten Bauteile lassen sich zuschneiden, detaillieren, beschichten und modular kombinieren. Sie regulieren Feuchte und Temperatur, sind von Natur aus feuerbeständig und akustisch wirksam und dies bei tieferen Material‑, Arbeits‑ und Transportkosten. Mit dem Circular Award im Rücken stärkt Impact Build nun seine Position, mobile Roboterfabriken in die Nähe von Baustellen zu bringen, Emissionen zu senken und das Modell schrittweise international auszurollen.

    Innenwände im Kreislauf
    Moduvo nahm die Gipswand als Wegwerfprodukt ins Visier. Ziel ist es, Innenwände kreislauffähig zu machen, ohne die Praxis komplett auf den Kopf zu stellen. Das Startup entwickelte vorfabrizierte, holzbasierte Wandsysteme, die sich schnell montieren und ebenso einfach umbauen oder wiederverwenden lassen. Ideal für Büros mit häufig wechselnden Grundrissen. Ergänzt wird das System durch einen Holzständer‑Baukasten, der sich ähnlich wie der klassische Trockenbau verarbeiten lässt. Handwerker müssen keine völlig neuen Techniken erlernen und doch ändern sich die Spielregeln grundlegend mit weniger Abfall, geringere graue Energie, bessere Lebenszyklus‑Kosten. Damit ist das Startup gut positioniert, um auf aktuelle und künftige Vorgaben zu Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz zu reagieren und Neubau wie Bestand fit für kommende Anforderungen zu machen.

    Haustechnik auf Knopfdruck
    Planlabs setzte dort an, wo viel Planungszeit und Material gebunden werden, wie bei der technischen Gebäudeausrüstung. Die cloudbasierte Plattform automatisiert die Planung von Lüftung, Heizung/Kühlung und Elektro. Alle Anlagen werden gleichzeitig berücksichtigt mit realen Herstellerkomponenten, lokalen Normen, automatischer Dimensionierung und Kollisionsprüfung. Ziel sind weniger Überdimensionierung, besser abgestimmte Systeme und eine deutlich reduzierte Planungszeit. Varianten lassen sich rasch durchspielen, Nachhaltigkeitsziele präziser hinterlegen. Was im Finale präsentiert wurde, verschafft Planenden mehr Freiraum für Konzeptarbeit und Qualität und schafft die Grundlage, dass künftige Projekte robuster, ressourceneffizienter und besser dokumentiert geplant werden.

    Frühwarnsystem für Korrosionsschäden
    Talpa Inspection entwickelt eine neuartige Inspektionssonde, mit der Korrosionsschäden an Betonbauwerken früh erkannt werden können, bevor sie zu sicherheitsrelevanten Problemen werden. Das Spin‑off‑Team der ETH Zürich ersetzt aufwendige, punktuelle Vor‑Ort‑Messungen und Papierprotokolle durch ein digitales Verfahren. Die Sonde erfasst systematisch Zustandsdaten, die in einem 3D‑Digital Twin des Bauwerks visualisiert werden. So lässt sich das Korrosionsrisiko räumlich genau verorten und Infrastrukturbetreiber wissen, wo und wann sie eingreifen müssen, um Brücken und andere Bauwerke gezielt zu sanieren und ihre Lebensdauer zu verlängern. Mit dem Sieg an der Swissbau Startup Challenge erhielt Talpa Inspection zusätzlichen Schub, um diese Technologie breiter in die Praxis zu bringen.

    Countdown 2030
    Countdown 2030 bildet rund um die Startups ein Zusammenschluss von Fachleuten aus der Bauwirtschaft. Im Zentrum steht die «Reduction Roadmap Switzerland». Sie leitet aus einem globalen CO₂‑Budget nationale und sektorspezifische Kontingente ab, die bis auf Gemeindeebene heruntergebrochen werden sollen. So können Kommunen Bauvorhaben und Ortsentwicklung gezielt am Klimabudget ausrichten. Dänemark dient dabei als Vorbild. Dort haben verbindliche Ökobilanz‑Pflichten und ambitionierte Reduktionspfade bereits zu Innovation, Materialsubstitution und Umnutzungen geführt. Die Botschaft aus dem Swissbau Lab heisst den auch, ohne klare CO₂‑Kontingente, vernünftige Regulierung und das Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Markt wird die Bauwende nicht gelingen. Mit ihnen aber eröffnen sich neue Spielräume für genau jene Lösungen, die im Finale zu sehen waren.

    Circular Award Kreislauf als Leitmotiv
    Mit dem Circular Award, powered by Basel Circular, wurde an der Swissbau erstmals ein Preis speziell für kreislauffähige Geschäftsmodelle vergeben. Basel Circular, eine Partnerschaft des Kantons Basel‑Stadt und weiterer Förderinstitutionen, unterstützt Unternehmen beim Übergang von linearen zu zirkulären Modellen.

    Projektleiterin Stefanie Sendes machte am Finale deutlich, dass der Bausektor in der Schweiz für den grössten Anteil am Abfallaufkommen verantwortlich ist. Ihr Hinweis bleibt aktuell, Kreislaufwirtschaft ist weit mehr als Recycling. Entscheidend sind Wiederverwendung, Reparierbarkeit, modulare Produkte und Suffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette und genau dort setzen viele der präsentierten Startups an.

    Die Gewinner 2026
    Der Circular Award ging an Impact Build, eine Auszeichnung, die das Potenzial der robotisch gefertigten Bauteile aus Rezyklat‑Materialien unterstreicht. Hier treffen Ressourcenschonung, industrielle Skalierbarkeit und gestalterische Qualität direkt aufeinander und schaffen eine Grundlage für konkrete Projekte der nächsten Jahre.

    In der Swissbau Startup Challenge selbst wurden die Plätze drei, zwei und eins vergeben. Impact Build sicherte sich den dritten Rang, Benetics erreichte mit seiner KI‑gestützten Baustellenkommunikation Platz zwei und Talpa Inspection gewann als Hauptsiegerin den Finales. Diese Reihenfolge bleibt als Momentaufnahme, der eigentliche Wettlauf beginnt jedoch erst jetzt, wenn sich die Lösungen im Markt bewähren.

    Am Ende erwies sich die Swissbau Startup Challenge als weit mehr als eine Bühne für Pitches. Sie funktionierte als Labor für die Bauwende und als Treffpunkt von Startups, etablierten Unternehmen, Politik und Verwaltung. Dass die Baubranche die Gewinnerin ist, gilt nicht nur rückblickend auf die Messetage, sondern vor allem dann, wenn die präsentierten Innovationen nun ihren Weg in den Alltag von Planenden, Ausführenden und Betreiberinnen finden.

  • Blick in die Feuerzone

    Blick in die Feuerzone

    Brände in grossen Gebäuden, Tunneln oder Industrieanlagen sind ein Wettlauf gegen die Zeit. Einsatzkräfte müssen sich oft in verqualmte, instabile Strukturen vorwagen, ohne genau zu wissen, was sie erwartet. Die FireDrone soll diese Lücke schliessen und fliegt als hitzeresistente Aufklärungsplattform in Gefahrenbereiche und liefert Lageinformationen in Echtzeit auf den Bildschirm.

    Statt Menschen in einsturzgefährdete Zonen zu schicken, übernimmt der Flugroboter die Erkundung. Er spürt Gefahrenstoffe auf, hilft, vermisste Personen zu lokalisieren und zeigt Brandherde dort, wo Sicht und Zugang begrenzt sind. So sinkt das Risiko für Einsatzkräfte und die Qualität der Entscheidungen steigt.

    Mehr Sicherheit für Feuerwehr und Industrie
    Giftiger Rauch, einstürzende Bauteile oder Explosionen gehören zu den grössten Risiken bei Brandeinsätzen. Besonders in komplexen Strukturen wie Parkhäusern, Industriehallen oder Tunneln ist das Absuchen mühsam und gefährlich. Hier spielt die Drone ihre Stärke aus, denn sie kann solche Areale rasch und gezielt abfliegen, ohne Schaden zu nehmen.

    Auch in der Industrie eröffnet die hitzebeständige Drohne neue Optionen. Anlagen mit Öfen, Raffinerien oder thermischen Prozessen müssen heute oft über Stunden oder Tage heruntergefahren werden, bevor eine Inspektion möglich ist. Die Drone soll etwa Zement- oder Stahlwerke sowie Kehrichtverbrennungsanlagen im laufenden Betrieb prüfen können. Das verkürzt Stillstandszeiten, reduziert Kosten und spart Energie.

    Aerogel-Hülle für 200 Grad
    Wo herkömmliche Drohnen bei rund 40 Grad Celsius versagen, bleibt diese in der Luft. Ihr Kern ist eine patentierte Isolation aus ultraleichtem Aerogel. Dieses Material besteht fast vollständig aus Luft, eingebettet in eine hitzebeständige Polyimid-Struktur, und schützt die sensible Elektronik vor Temperaturen bis zu 200 Grad Celsius.

    Die neue Generation verzichtet auf komplexe Verbundstrukturen mit Glasfasern und setzt auf ein reines Polyimid-Aerogel, das sich in dreidimensionale Formen giessen lässt. Die Hülle entsteht damit praktisch aus einem Guss und schmiegt sich passgenau um die Komponenten.

    Die neue Aerogel-Variante kombiniert hohe Wärmebeständigkeit mit mechanischer Flexibilität und wird durch ein internes Temperaturmanagement ergänzt, das die Elektronik aktiv überwacht und kühlt.

    Wärmebilder in Echtzeit auch ohne GPS
    Im Einsatz liefert die Drone hochaufgelöste Wärmebilder direkt auf die Fernsteuerung. Eine Infrarotkamera macht Brandherde, Hitzenester oder versteckte Personen sichtbar, auch durch dichten Rauch hindurch. Mehrere Einsatzkräfte können die Bilder gleichzeitig verfolgen und sich so unabhängig vom ersten Trupp im Gebäude ein Bild der Lage machen.

    Die Drohne lässt sich modular ausrüsten mit zusätzliche Kameras oder Sensoren. Zusätzlich  können Aussentemperaturen gemessen oder Gase detektieren werden, die bei Bränden entstehen. Ein weiteres Highlife ist der Einsatz in Innenräumen. Da GPS in Gebäuden, Tunneln oder überdachten Industrieanlagen oft ausfällt, arbeitet das System mit speziell entwickelten Assistenz- und Lokalisierungsfunktionen, die auch ohne Satellitensignal für stabile Flüge sorgen.

    Vom Labor ins Einsatzfahrzeug
    Der Weg vom Prototyp zur einsatzfähigen Lösung führt über Tests unter realen Bedingungen. Die Drone wurde bereits auf Trainingsgeländen für Feuerwehrleute sowie in laufenden Industrieanlagen erprobt, unter anderem im Zementwerk Siggenthal. Ziel ist, dass Pilotinnen und Piloten die Drohne nach minimalem Training sicher in Extremsituationen einsetzen können.

    Mit dem geplanten FireDrone Nest geht das Spin-off noch einen Schritt weiter. Die mobile, thermisch isolierte Andock- und Wartungsstation soll in Feuerwehrfahrzeuge oder moderne Brandschutzsysteme integriert werden. Nach einem Einsatz landet die Drohne automatisch, wird gesichert, geprüft und für den nächsten Flug vorbereitet. So wird aus einem Forschungsprojekt ein verlässliches System für den Alltag von Feuerwehr und Industrie.

    Spin-off mit Rückenwind
    Die Drone steht für eine Entwicklungslinie, die in den Empa-Laboren für «Sustainability Robotics» und «Building Energy Materials and Components» begonnen hat. Heute treibt ein Spin-off der Empa und der EPFL die Technologie in Richtung Marktanwendung. Unterstützt wird das Team durch verschiedene Förderprogramme und Stiftungen, die den Übergang von der Idee zum Produkt ermöglichen.

    Für die Forschenden ist klar, die Kombination aus neuer Materialtechnologie, Robotik und praktischer Erprobung eröffnet ein neues Kapitel in der Brandbekämpfung. Jetzt geht es darum, die Drohne aus der Testumgebung in reale Einsätze zu bringen, damit sie künftig dorthin fliegen kann, wo Menschen besser Abstand halten.

  • Modernisierung und Gebäudemobilität: Warum wir auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen müssen

    Modernisierung und Gebäudemobilität: Warum wir auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen müssen

    Besonders deutlich zeigt sich das bei alternden Aufzügen und Rolltreppen. Weltweit sind davon rund 10 Millionen solcher Anlagen in Betrieb, die meisten in dicht besiedelten Stadtzentren. Sie sind anfälliger für Störungen und Sicherheitsrisiken. Oft schränken alternde Aufzüge auch Menschen mit Behinderungen in ihrer Bewegungsfreiheit ein, zum Beispiel durch umständlich zu öffnende Drehtüren.

    Modernisierung ist nicht nur eine Frage der Sicherheit oder des Komforts. Sie ist auch eines der wirksamsten Instrumente zur Emissionsreduzierung. Das Bauwesen ist bereits für etwa 40 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich – eine Zahl, die sich innerhalb von 25 Jahren verdoppeln könnte, wenn nichts unternommen wird. Die Europäische Kommission schätzt, dass 85 bis 95 % der Gebäude, die im Jahr 2050 existieren werden, bereits heute stehen. Ein Ersatz dieser Gebäude ist keine Option. Der Schlüssel zur CO₂-Reduktion ist daher nicht der Neubau, sondern das Nachrüsten der älteren, aber noch funktionierenden Systeme.

    Für alle, die ihre Gebäude und Städte lebendig erhalten wollen, ist Modernisierung eine notwendige Investition in Resilienz, Nachhaltigkeit und allgemeines Wohlbefinden. Vernetzte, datengesteuerte Systeme können heute Verschleiss erkennen, Wartungsbedarf vorhersagen und die Lebensdauer von Anlagen verlängern – und machen Städte damit nicht nur sicherer, sondern auch smarter und ökologischer.

    Für viele Gebäudeeigentümer ist die Modernisierung nach wie vor eine Herausforderung. Hohe Investitionskosten, lange Ausfallzeiten und die Unsicherheit darüber, wo man anfangen soll, sind häufige Bedenken. Oft bietet sich eine partielle Modernisierung als vernünftiger Mittelweg an. Sie kombiniert die Vorteile neuer Technologien mit der Weiterverwendung intakter Komponenten und reduziert so Kosten und Betriebsunterbrechungen erheblich – ohne den Aufwand und die Stillstandszeiten einer vollständigen Erneuerung in Kauf nehmen zu müssen. Im Aufzugsbereich lassen sich dadurch bis zu 90 Prozent CO₂ gegenüber einem Komplettaustausch einsparen.

    Unsere Städte lassen sich nicht neu zeichnen, aber sie lassen sich weiterentwickeln. Wenn wir die Mobilitätssysteme modernisieren, die täglich Millionen von Menschen befördern, schaffen wir städtische Umgebungen, die sicherer, integrativer und klimafreundlicher sind – und bereit für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte.

  • Regionale Stärke gleicht Schwäche im asiatischen Markt aus

    Regionale Stärke gleicht Schwäche im asiatischen Markt aus

    Sika vermeldet seine vorläufigen Jahresergebnisse für 2025. Das Unternehmen rechnet für 2025 laut einer Mitteilung mit einem Umsatz von 11,2 Milliarden Franken, was einem Umsatzwachstum von 0,6 Prozent in Lokalwährungen entspricht. Der Umsatz in Franken ging dabei um 4,8 Prozent zurück, der Fremdwährungseffekt beträgt 5,4 Prozent.

    Das organische Wachstum belief sich auf -0,4 Prozent. Besonders stark entwickelten sich die Geschäfte im Nahen Osten und in Afrika mit zweistelligen Zuwächsen. In der Region EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) wuchs der Umsatz insgesamt um 2,2 Prozent. Auch in der Region Americas legte Sika um 2,2 Prozent zu, trotz eines belastenden sogenannten Shutdowns der Regierung in den USA im vierten Quartal. In der Region Asien/Pazifik sank der Umsatz hingegen um 5,2 Prozent, vor allem wegen eines zweistelligen Rückgangs im chinesischen Baugeschäft. Ohne China verzeichnete die Region ein positives Wachstum.

    „Trotz herausfordernder makroökonomischer Bedingungen haben wir im Jahr 2025 ein moderates Wachstum erzielt und unsere Marktposition weiter gestärkt“, wird CEO Thomas Hasler in der Mitteilung zitiert. Das Unternehmen starte das neue Jahr „mit einer schlankeren Kostenstruktur und einer klaren Investitions-Roadmap zur Beschleunigung von Innovation und Digitalisierung“.

    Zentral für die kommenden Jahre ist das Effizienz- und Investitionsprogramm Fast Forward, mit dem Sika Produktionsnetzwerke und Organisationsstrukturen optimiert. Für 2025 erwartet das Unternehmen – trotz einmaliger Programmkosten von rund 90 Millionen Franken – eine EBITDA-Marge von leicht über 19 Prozent.

    An der Generalversammlung vom 24. März 2026 sollen Barbara Frei und Lukas Gähwiler neu in den Verwaltungsrat gewählt werden.

  • Ausbau der Building Solutions durch Zukauf in Westeuropa

    Ausbau der Building Solutions durch Zukauf in Westeuropa

    Der Zuger Baustoffhersteller Holcim hat Alkern, einen französischen Hersteller von Betonfertigteilen aus Harnes, übernommen. Ziel der Übernahme ist es, die sogenannten NextGen Growth 2030-Ziele von Holcim voranzutreiben, wonach der Bereich Building Solutions bis 2030 insgesamt 50 Prozent des Nettoumsatzes ausmachen soll.

    Alkern, das mit mehr als 1000 Mitarbeitenden und 50 Werken in Frankreich und Belgien zuletzt einen Jahresnettoumsatz von 250 Millionen Euro erzielte, bietet neben Betonfertigteilen auch Lösungen für die bebaute Umwelt. Die Übernahme ergänzt Holcims Portfolio so neben Betonfertigteilen auch um Wand-, Boden- und Wassermanagementsysteme.

    „Sowohl Alkerns führende Position bei Betonfertigteilen in Frankreich, als auch seine Wand-, Boden- und Wassermanagementsysteme ergänzen unser Portfolio und erweitern unser hochwertiges Angebot an Building Solutions. Wir heissen die 1000 Mitarbeiter von Alkern bei Holcim willkommen und freuen uns darauf, gemeinsam weiteren Mehrwert zu schaffen und gleichzeitig das Ziel ‚NextGen Growth 2030‘ voranzutreiben“, wird Dragan Maksimovic zitiert, Region Head West Europe bei Holcim.

    Die Übernahme wird sich laut Holcim bereits im ersten Jahr positiv auf den Gewinn pro Aktie (EPS) sowie den freien Cashflow auswirken. Ab dem dritten Jahr werden jährliche Synergien von rund 11 Millionen Euro sowie eine Verbesserung der Kapitalrendite (ROIC) erwartet.

    Holcim, nach Eigenangaben führend bei nachhaltigem Bauen, erzielte im Jahr 2024 einen Umsatz von 16,2 Milliarden Euro. Die Zuger bieten End-to-End-Baustoffe und Baulösungen, von Fundamenten und Bodenbelägen bis zu Dächern und Wänden.

  • SVIT Zürich Polit-Talk «Zürcher Gemeinderatswahlen 2026»

    SVIT Zürich Polit-Talk «Zürcher Gemeinderatswahlen 2026»

    In der Stadt Zürich finden am 8. März 2026 die Gemeinderatswahlen statt. Hinsichtlich dieser wichtigen Wahl in der grössten Gemeinde unseres Kantons (mit Wirkung über die Kantonsgrenzen hinweg) empfiehlt der SVIT Zürich Kandidaten zur Wahl. Sie sind Mitglieder der relevanten Sachkommissionen HBD/SE (Hochbaudepartement, Stadtentwicklung) und FD (Finanzdepartement) oder haben in ihren Parteien wichtige Posten inne. Berücksichtigt werden auch Newcomer, die derzeit noch nicht im Gemeinderat sitzen. Alle sieben Kandidaten teilen jedoch ein gemeinsames Interesse: Eine liberale Wohn- und Immobilienpolitik für Zürich voranzutreiben, die sich den aktuellen Herausforderungen auf dem Wohnmarkt schnell und wirkungsvoll stellt.

    Im Polit-Talk erläutern die Kandidaten, wo sie sich für die Wohnpolitik und die Immobilienbranche stark machen und stehen den Teilnehmern während des Apéros auch für kritische Fragen, persönlich zur Verfügung. Am Schluss der Veranstaltung messen sich unsere Politgäste gegenseitig mit dem SVIT Zürich Politgame «Build & Rent». Wer gewinnt die Spielpartie? Wer gewinnt die Zürcher Gemeinderatswahlen 2026? Wir sind gespannt.

    Link zu den Kandidatenvideos

    Link zur Anmeldung zum Polit-Event

    Download:
    SVIT Zürich «Polit-Check” zu den Gemeinderatswahlen

  • Basel wird zum Bauplatz der Zukunft

    Basel wird zum Bauplatz der Zukunft

    Wenn Morgen die Tore zur Swissbau 2026 aufgehen, verwandelt sich die Messe Basel in ein pulsierendes Zentrum der Bau- und Immobilienwirtschaft. 592 Aussteller und Partner zeigen Produkte, Systeme und Ideen für nachhaltiges Bauen und modernes Leben.

    Mit dem Leuchtturmprojekt Globus Basel als Beispiel für nachhaltige Sanierung eröffnet Ständerat und Präsident des Dachverbands Bauenschweiz Hans Wicki die Messe.  Begleitet von Vertreterinnen aus Politik und Wirtschaft demonstriert die Branche, wie sich Fachkompetenz, Klimaziele und Baupraxis verbinden lassen.

    Handwerk live erleben
    In Halle 1.0 steht ein echtes Bauobjekt im Mittelpunkt. Ein zweistöckiges Wohnhaus entsteht vor den Augen der Besucher. Über 15 Handwerksbetriebe zeigen ihr Können, vom Holzbauer bis zur Solarteure, vom Plattenleger bis zum Gipser. Das Projekt macht greifbar, was Baukultur im Alltag bedeutet.

    Gleich nebenan bringt eine Kooperation mit dem Schweizerischen Maler- und Gipserunternehmer-Verband SMGV Farbe ins Spiel. Dekorative Putzstrukturen, Live-Trainings zweier Schweizermeisterinnen und die Ausstellung „Schweizer Preis für Putz und Farbe“ – ein Marktplatz voller Ideen und Dynamik.

    Wissen teilen, Wandel gestalten
    Die Plattformen Swissbau Focus und Swissbau Lab schaffen Raum für Dialog. Hier diskutieren Fachleute über Kreislaufwirtschaft, Klimaanpassung und den digitalen Wandel im Bauprozess. Hochkarätige Referentinnen und Praxisbeispiele liefern Denkanstösse und zeigen, wie sich Zukunft konkret umsetzen lässt.

    Ob in Fachforen oder im direkten Gespräch, der Wissenstransfer bleibt das Herzstück der Messe. Alle Veranstaltungen sind im Eintrittspreis enthalten. Ein klares Plus für das Fachpublikum.

    Räume für Inspiration
    Designliebhaber und Innenraumprofis finden in der Trendwelt Innenausbau (Halle 1.2) neue Impulse. Badinnovationen, Oberflächen, Licht und Materialien verbinden sich zu einer atmosphärischen Erlebniswelt. Die Halle bleibt, wie der Swissbau Focus, auch am Samstag geöffnet und bietet so Raum für Begegnung jenseits der Arbeitswoche.

    Zukunft im Blick
    Die Swissbau 2026 ist mehr als eine Messe. Sie ist ein Schaufenster des Fortschritts, ein Labor für Lösungen und ein Ort, an dem Branche und Gesellschaft gemeinsam am Bauen von morgen arbeiten.

  • Vom Material zur Strategie – Kreislaufdenken im Bauwesen

    Vom Material zur Strategie – Kreislaufdenken im Bauwesen

    Die diesjährige Swissbau hebt den Themenkomplex Kreislaufwirtschaft und Materialien als eines von sieben Leitthemen in den Fokus der Teilnehmenden. Mit insgesamt 35 Keynote Sessions, Podiumsgesprächen, Themenanlässen und Lösungsansätzen aus der Praxis ist es nach dem Leitthema Digitalisierung und Kollaboration mit 38 Veranstaltungen das am stärksten vertretene bei der Leitmesse für die Schweizer Bau- und Immobilienbranche. Insgesamt gruppieren sich die inhaltlichen Angebote um sieben Leitthemen.

    Die Swissbau 2026 findet unter dem Motto „Zusammen neue Impulse setzen“ vom 20. bis 23. Januar in Basel statt. Am 24. Januar ist die neue Trendwelt in Halle 1.2 des Messegeländes noch geöffnet.

    Das Programm mit dem Leitthema Kreislaufwirtschaft und Materialien startet am Dienstag, den 20. Januar, mit dem Themenanlass „Schneller, günstiger, nachhaltiger: Modularisierung und Vorfertigung machen Bauprojekte besser“. Zu den Sprechern zählen Konrad Graser von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Fabian Franke von ERNE Holzbau, MOD-Gründer und -CEO Marc Beermann und Tom Van Mele von VAULTED.

    Am Mittwoch, den 21. Januar, ist die Keynote Session „Bauen ohne Material – Was braucht zirkuläres Gestalten?“ angesetzt. In dieser Session zeigen Sprecherinnen und Sprecher der Hochschule Luzern anhand konkreter Beispiele, wie bestehende Materialien mit neuen Methoden in weitere Nutzungskreisläufe überführt werden können. Beiträge kommen auch von der Basler Bauteilbörse, der Bau-Teilen GmbH und der Flumroc AG.

    Ein Praxis Talk beleuchtet die technischen und architektonischen Aspekte des Materials Holz, ein weiterer die Möglichkeiten und Limitationen der Kreislaufwirtschaft am Beispiel von Laborgebäuden. Auf dem Podium wird die Frage verhandelt, ob Beton „der Gamechanger der Bauwende“ werden kann. Als Main Event ist am Donnerstag, den 22. Januar, die Veranstaltung mit dem Thema „Kreislaufwirtschaft konkret – Wie können wir Zielkonflikte gemeinsam lösen?“ ausgewiesen.

  • IWB-Lernende rezyklieren Strassenleuchten in eigenem Start-up

    IWB-Lernende rezyklieren Strassenleuchten in eigenem Start-up

    Eine Gruppe von Lernenden der IWB macht aus ausgedienten Metro 45-Strassenleuchten hochwertige Stehlampen. Aus Skizzen wurde ein Prototyp, und mittlerweile sind die ersten zehn Lampen gebaut worden. Unterstützung erhielt das Team von erfahrenen Mitarbeitenden.Insgesamt eignen sich laut einer Mitteilung der IWB rund 2400 alte Leuchten für eine Zweitverwertung. Für die Umsetzung ihres Projekts haben die Lernenden ein eigenes Start-up gegründet. Mit von der Partie sind ein Kaufmann, eine Betriebsinformatikerin, ein Fachmann für den Strassentransport, Netzelektriker und Metallbauer.

    Einer von ihnen sagt in einem zusammen mit der Mitteilung veröffentlichten Video, es sei „spannend, mit anderen Lernenden zusammenzuschaffen, das schweisst zusammen“. Ein Kollege findet es „cool, dass wir so viel Verantwortung übernehmen dürfen und dass sie uns das auch zutrauen, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen“. Es sei zwar „schwer, alle Entscheidungen selber fällen zu müssen“, präzisiert ein weiterer Mitstreiter. „Aber irgendwie macht das auch Spass, vor allem, wenn man das Endprodukt des Prototyps sieht und weiss, so hat die Skizze mal ausgesehen.“

    Die Projektverantwortliche Saskia Damann erklärt das Ziel der IWB: „Wir möchten, dass unsere Lernenden möglichst viel mitnehmen, zum Beispiel so Sachen wie unternehmerisches Handeln, Kreislaufdenken oder Selbstverantwortung. Das sind Kompetenzen, die sie für ihre Zukunft brauchen.“

    Was als Idee begann, so die IWB in einer weiteren Mitteilung, „nimmt langsam Form an und zeigt, was möglich ist, wenn Lernende Verantwortung übernehmen und fachübergreifend zusammenarbeiten“. Als Partner habe der Basler Lampenbauer und -händler Regent Lighting den entscheidenden Schritt ermöglicht. Es führte die Sicherheits- und Qualitätsprüfungen durch. Aktuell läuft die Planung für die zweite Produktionsrunde.

  • Moderne Hallenlösung unterstützt spezialisierte Recyclingabläufe

    Moderne Hallenlösung unterstützt spezialisierte Recyclingabläufe

    Die Bieri Tenta AG, ein Hersteller von Planstofflösungen aus Grosswangen, hat den erfolgreichen Projektabschluss einer Lagerhalle am Standort Susten in einer Mitteilung bekanntgegeben. Auftraggeber war die BOWA Recycling AG, die auf das Recycling von kontaminiertem Bodenmaterial fokussiert und eine Tochtergesellschaft der Theler AG aus Raron VS ist. Die Lagerhalle ist laut Mitteilung optimal auf die Anforderungen des modernen Recyclingbetriebs ausgelegt und ist bereits das zweite Projekt, bei dem die Firmen zusammenspannen. Bereits 2019 hatte Bieri für die BOWA Recycling AG eine 2700 Quadratmeter grosse Halle realisiert.

    In Susten handelt es sich hierbei um eine Giebelhalle mit einer Grundfläche von knapp 3000 Quadratmetern. Die Lagerhalle ist mit sechs Bieri-Rolltoren (5 mal 5 Meter) sowie sechs Fluchttüren ausgestattet, die reibungslose Abläufe und hohe Sicherheit im Betriebsalltag garantieren. Während der sechswöchigen Montage nutzte Bieri einen Pneukran, um die bis zu 13 Tonnen schweren Stahlteile an ihr Ziel zu heben. Als Dach und Abdeckung der Membranhalle dient eine 59 mal 61 Meter grosse Folie, die rund 3,6 Tonnen auf die Waage bringt. Die Membrane ist dabei für die Installierung einer Photovoltaikanlage geeignet, womit es den Kunden offen steht, nachhaltige Energie direkt vor Ort zu erzeugen.

    Die BOWA Recycling AGals Auftraggeber ist eine Tochtergesellschaft der Theler AG und betreibt eine Bodenwaschanlage in Leuk-Susten, seit 2024 allerdings auch eine thermische Behandlungsanlage. Die Firma erreicht laut Eigenangaben Recyclingraten von bis zu 99 Prozent bei kontaminiertem Bodenmaterial.

    Die Bieri Gruppe ist eine Herstellerin von Lösungen aus technischen Textilien, etwa für Industrie, Bau, Transport, Architektur und Veranstaltungen. Das Unternehmen gliedert sich in die Bieri Tenta AG aus Grosswangen und die Bieri Zeltaplan GmbH mit Sitz im deutschen Leipzig.

  • Kantone stoppen Brandschutz-Liberalisierung

    Kantone stoppen Brandschutz-Liberalisierung

    Die heute gültigen VKF-Brandschutzvorschriften von 2015 bilden schweizweit den verbindlichen Rahmen für baulichen und technischen Brandschutz. Umgesetzt werden sie durch Kantone und Gemeinden. Für 2026/2027 war eine Totalrevision geplant. Die VKF erarbeitete im Auftrag der Kantone einen rund 500 Seiten starken Entwurf, der unter dem Projekttitel «BSV 2026» seit September 2025 in der technischen Vernehmlassung war.

    ​Ziel war ein moderneres, stärker auf Verhältnismässigkeit, Deregulierung und Kosten-Nutzen-Optimierung ausgerichtetes Regelwerk. Der Ansatz waren klare Schutzziele, vereinfachte Nachweisverfahren und mehr Eigenverantwortung über den ganzen Lebenszyklus eines Gebäudes hinweg.

    Geplante Lockerungen im Fokus
    Kritisch diskutiert wurden vor allem punktuelle Lockerungen. Der Entwurf sah in bestimmten Nutzungsszenarien längere zulässige Fluchtweglängen und vereinfachte Anforderungen an brennbare Bauteile vor. Zudem sollten obligatorische Kontrollen zugunsten von mehr Selbstdeklaration und Eigenverantwortung der Eigentümerschaften teilweise zurückgefahren werden.

    ​Wie viel Normenabbau verträgt ein System, dessen Kernauftrag der Schutz von Menschenleben ist? Kritiker warnten, dass vermeintliche Effizienzgewinne im Ernstfall teuer bezahlt werden könnten.

    Marschhalt nach Brandkatastrophe
    Die Brandkatastrophe im Wallis in der Silvesternacht hat die Diskussion schlagartig verändert. Das Interkantonale Organ für technische Handelshemmnisse als politischer Auftraggeber des Projekts verfügte Anfang Januar 2026 einen Marschhalt bei den Liberalisierungsbestrebungen.

    ​Die technische Vernehmlassung wird zwar formell bis zum 11. Januar abgeschlossen, das gesamte Reformprojekt jedoch inhaltlich neu beurteilt. Gesicherte Erkenntnisse aus den laufenden Untersuchungen zum Brand sollen sowohl fachlich wie politisch diskutiert und explizit in die weiteren Arbeiten integriert werden.

    Kritik an «mehr Markt, weniger Staat»
    Schon vor dem Brand äusserten Fachleute und Medien Skepsis gegenüber der Ausrichtung der Revision. Die Stossrichtung «Deregulierung, mehr Eigenverantwortung, weniger Kontrollen» wurde als Risiko interpretiert, Sicherheit zugunsten von Kosteneinsparungen, Flexibilität und Projektbeschleunigung zu schwächen.

    ​Besonders heikel ist die Lage in Kantonen ohne kantonale Gebäudeversicherung wie dem Wallis, wo die Präventions- und Kontrollstrukturen weniger dicht sind. Dort wuchs die Sorge, dass längere Fluchtwege, mehr brennbare Bauteile und reduzierte Aufsicht im Ergebnis höhere Risiken für Grossschäden und Opfer bedeuten könnten.

    Wie geht es weiter mit BSV 2026?
    Die Vernehmlassung zur technischen Vorlage wird ausgewertet, gleichzeitig erarbeiten IOTH und VKF einen neuen Fahrplan für das Projekt «BSV 2026». Offiziell ist alles offen, von gezielten Präzisierungen über stärkere Vereinheitlichungen bis hin zu Verschärfungen einzelner Anforderungen.

    ​Parallel gewinnt eine andere Debatte an Fahrt. Viele Akteure fordern schweizweit einheitlichere Kontrollen und Mindeststandards, weil die heutige Umsetzung von Brandschutzkontrollen zwischen den Kantonen stark variiert. Der Marschhalt ist damit nicht das Ende der Reform, sondern ein Wendepunkt. Weg von der reinen Deregulierung, hin zu einer Brandschutzpolitik, die Lehren aus Crans-Montana sichtbar und verbindlich macht.

  • Wohnungen schrumpfen wieder

    Wohnungen schrumpfen wieder

    Die Haushalte werden kleiner, die Wohnungen bleiben gross. Die durchschnittliche Haushaltsgrösse ist seit den 1960er-Jahren auf rund zwei Personen gesunken, der Anteil der Einpersonenhaushalte liegt heute bei etwa 41 Prozent, in Grossstädten teils bei der Hälfte aller Haushalte. Gleichzeitig dominiert im Bestand das grosse Mehrzimmer-Appartement, eine strukturelle Fehlanpassung, die den Neubau unter Zugzwang setzt.

    ​Hinzu kommen Preis- und Standortdruck sowie stark gestiegene Boden-, Bau- und Energiekosten. Dies macht grosse Wohnungen für viele unerschwinglich, während Investoren mit kleineren Einheiten pro Quadratmeter höhere Erlöse erreichen. Städtebauliche Leitbilder setzen auf Nachverdichtung statt Einfamilienhaus, der Anteil der Neubauwohnungen in Mehrfamilienhäusern ist gestiegen.

    Technische Konsequenzen für Planung und Bau
    Kleinere Wohnungen bedeuten nicht weniger Planung, sondern mehr Komplexität auf engerem Raum. Höhere Gebäudedichten, grössere Spannweiten und feinere Lastabtragung fordern die Tragwerksplanung. Die Haustechnik muss mehr Wohneinheiten pro Gebäude versorgen, mit höheren Anforderungen an Schallschutz, Lüftung, Leitungsführung und Zählerlogistik.

    ​Im Brandschutz werden Fluchtwege, Brandabschnitte und Rettungskonzepte anspruchsvoller, weil Verdichtung und Nutzungsmischung zunehmen. Gleichzeitig wächst der Druck auf flexible Grundrisse, die sich teilen, zusammenlegen oder umnutzen lassen, vom Single-Apartment zur Familienwohnung und zurück.

    Umbau statt Tabula rasa
    Der Neubau allein kann die strukturelle Schieflage zwischen Haushalts- und Wohnungsgrössen nicht beheben. Der überwiegende Teil des Bestands stammt aus Zeiten anderer Wohn- und Familienmodelle. Abriss und Ersatz wären weder ökonomisch noch ökologisch vertretbar.

    ​Damit rückt der Bestand in den Fokus. Teilung grosser Wohnungen, Ergänzungsbauten im Hof, Aufstockungen oder die Umnutzung von Büroflächen werden zur zentralen Ingenieuraufgabe. Technisch heisst das, Eingriffe in Statik und Brandschutz, Nachrüstung der Haustechnik im laufenden Betrieb und Präzisionsarbeit am bewohnten Objekt.

    Fläche als unterschätzter Hebel
    Die wichtigste Botschaft der Auswertungen, Heizung, Dämmung und Anlagentechnik sind für den Energiebedarf entscheidend. Dabei ist die beheizte Wohnfläche pro Kopf entscheidend. Wer auf weniger Quadratmetern wohnt, reduziert automatisch die Heizlast, den Materialeinsatz und die benötigte Betriebsenergie.​

    Kleinere und energieeffiziente Wohnungen werden so zum doppelten Schlüssel. Sie passen besser zu kleiner werdenden Haushalten und reduzieren den Energieverbrauch des Gebäudesektors spürbar. Downsizing wirkt unmittelbarer als viele technische Einzelmassnahmen, vorausgesetzt, Grundrisse bleiben lebenswert, adaptierbar und sozial durchmischt.

  • Mehrheitsbeteiligung treibt Wachstum im peruanischen Markt voran

    Mehrheitsbeteiligung treibt Wachstum im peruanischen Markt voran

    Das Zuger Baustoffunternehmen Holcim hat die Akquisition einer Mehrheitsbeteiligung am peruanischen Baustoffunternehmen Cementos Pacasmayobekanntgegeben. Mit der Transaktion stärke Holcim seine Präsenz im Wachstumsmarkt Lateinamerika und verfolgt seine NextGen Growth Strategy 2030, heisst es in der Mitteilung.

    Cementos Pacasmayo rechnet 2025 mit einem prognostizierten Nettoumsatz von 630 Millionen Dollar und einer EBITDA-Marge von 28 Prozent. Das Transaktionsvolumen von 1,5 Milliarden Dollar entspricht damit einem 8,8-fachen des für 2025 prognostizierten EBITDA. Die Übernahme soll sich im ersten Jahr positiv auf den Gewinn pro Aktie (EPS) und den freien Cashflow auswirken, im dritten Jahr dann auch auf die Kapitalrendite (ROIC).

    „Die synergetische Übernahme von Cementos Pacasmayo steht im Einklang mit unserer Strategie ‚NextGen Growth 2030‘, mit der wir das Wachstum in der attraktiven Region Lateinamerika beschleunigen wollen“, wird Holcim-CEO Miljan Gutovic zitiert. „Dies ist eine Gelegenheit, das aussergewöhnliche Erbe von Cementos Pacasmayo fortzuführen, das auf einer starken Leistungskultur, einem tiefen Engagement für seine Mitarbeiter und einer in Peru hoch angesehenen Marke basiert. Das Unternehmen ist sehr cash-generativ und verfügt über ein komplementäres Portfolio an Baumaterialien und Baulösungen. Ich freue mich darauf, die 2000 Mitarbeiter von Pacasmayo bei Holcim willkommen zu heissen und gemeinsam weiter zu wachsen.“

    Die rund 300 Verkaufspunkte von Cementos Pacasmayo ergänzen künftig Holcims Präsenz in Lateinamerika. Holcim war bereits im vergangenen Jahr mit den Übernahmen von Comacsa, Mixercon, und der Compañía Minera Luren in den peruanischen Baustoffmarkt eingetreten.

    Die Transaktion, deren Abschluss im ersten Halbjahr 2026 erwartet wird, steht im Einklang mit Holcims wachstumsorientierter Kapitalallokation und unterliegt den üblichen behördlichen Genehmigungen.

  • Strategische Übernahme stärkt Mörtelgeschäft in Nordeuropa

    Strategische Übernahme stärkt Mörtelgeschäft in Nordeuropa

    Sika übernimmt Finja Betong, einen Hersteller von Trockenmörteln, Bodenausgleichsmassen und Fassadensystemen aus dem schwedischen Finja. Zusammen mit der kürzlich abgeschlossenen Übernahme des dänischen Mörtelherstellers Marlon erreicht Sika damit eine umfassende Abdeckung des Mörtelsegments in den nordeuropäischen Ländern, heisst es in einer Mitteilung.

    Künftig eröffnen sich somit neue Cross-Selling-Potenziale für Sika, da sich die Produktportfolios und Kundenstämme der beiden Unternehmen ergänzen. Da Finja erst kürzlich an seinen beiden Standorten in die Effizienz- und Kapazitätssteigerung der Produktion investiert hat, profitiert Sika von dieser Erweiterung und will seinen nordeuropäischen Kunden ein breiteres Angebot lokal gefertigter Lösungen anbieten. Die Expertise von Finja bei CO2-armen Mörteln, Lösungen für kalte Klimazonen sowie hochmodernen digitalen Produktauswahl-Tools stärkt künftig das kombinierte Angebot und verschafft Sika eine solide Expansionsbasis für verschiedene Marktsegmente.

    „Die Übernahme von Finja bietet uns hervorragende Möglichkeiten, um unsere Präsenz in den nordeuropäischen Baumärkten zu stärken“, wird Christoph Ganz zitiert, Regional Manager EMEA bei Sika. „Mit unserer globalen Expertise und unserer starken Organisation können wir die umfangreiche Produktpalette, das breite Vertriebsnetz und die innovativen, digitalen Tools von Finja nutzen, um beträchtliche Cross-Selling-Potenziale zu erschliessen und Kundenvorteile zu generieren. Wir freuen uns darauf, das Finja Team in der Sika Familie herzlich willkommen zu heissen und unser Geschäft in Zukunft gemeinsam weiterzuentwickeln.“

    Der Abschluss der Transaktion unterliegt den üblichen behördlichen Genehmigungen und wird im ersten Quartal 2026 erwartet.

    Sika ist ein Unternehmen der Spezialitätenchemie, das sich auf Systeme und Produkte zum Kleben, Dichten, Dämpfen, Verstärken und Schützen im Bau und in der Industrie fokussiert. Sika ist weltweit mit über 400 Fabriken in 102 Ländern präsent und beschäftigt mehr als 34’000 Mitarbeitende.

  • Neue Logistikhalle steigert Effizienz im nationalen Verteilnetz

    Neue Logistikhalle steigert Effizienz im nationalen Verteilnetz

    Die auf Erweiterungen, Neubauten oder Spezialkonstruktionen spezialisierte Senn AG aus Oftringen baut für den Migros-Verteilbetrieb (MVB) in Suhr eine neue Lagerhalle aus Stahl. Der Neubau umfasst laut einer Mitteilung eine Fläche von 7500 Quadratmetern, ist mehr als 100 Meter lang und 15,5 Meter hoch. Kern der Modernisierung ist ein vollautomatisches Lagersystem, welches einen Kapazitätsgewinn bringe und die Logistik effizienter mache. 

    Insgesamt 1100 unterschiedliche Bauteile waren nötig gewesen, was logistisch anspruchsvoll und für die Montage aufgrund begrenzter Flächen zur Zwischenlagerung eine Herausforderung war. Bei der Montage sei grösstenteils mit einem eigenen Pneukran sowie zwei Baustellenkränen gearbeitet worden, so die Senn AG. 

    Die Tragstruktur besteht laut Mitteilung aus weiss beschichtetem Stahl. 530 Tonnen Stahl seien gesamt verbaut worden. Die Senn AG verarbeitet laut Eigenangaben am Firmensitz jährlich 7000 Tonnen Stahl und Aluminium und ist tätig bei Stahl- und Metallbau, Blech- und Edelstahlcentern, Notstromanlagen, Pneukraneinsätzen und weiteren Transportlösungen. 

    Seit Ende Juni laufen die Bauarbeiten. Die Halle sei zu rund einem Dreiviertel montiert, aktuell werden die letzten Hallenteile in der Werkstatt beschichtet und für den Transport vorbereitet, heisst es. Noch im Dezember soll das Projekt abgeschlossen sein.

    Die Realisierung der Lagerhalle ist bedeutsam für das Versorgungsnetzwerk der Migros. Wie MVB schreibt, betreibt die Detailhandelsgruppe in Suhr eines von zwei nationalen Verteilzentren. Das erste wurde vor mehr als 50 Jahren in Neuendorf SO errichtet, vor mehr als 25 Jahren entstand in Suhr ein weiterer Standort.

  • Wo die Bau- und Immobilienwelt ihre Zukunft baut

    Wo die Bau- und Immobilienwelt ihre Zukunft baut

    Die Swissbau 2026 ist mehr als nur eine Messe. Sie ist Seismograf einer Branche im Umbruch. Klimawandel, Energiekrise, Ressourcenknappheit und Fachkräftemangel treffen auf eine rasch voranschreitende Digitalisierung der Bau- und Immobilienwirtschaft.

    ​ Im Fokus stehen Fragen, die heute über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens entscheiden.  Wie lässt sich kreislauforientiert planen und bauen? Wie werden Gebäude energieeffizienter und resilienter? Und wie können digitale Werkzeuge so eingesetzt werden, dass Prozesse einfacher, transparenter und kollaborativer werden? Und das vom Entwurf bis zum Betrieb.

    Gleichzeitig wächst der Druck, nachhaltige Antworten sichtbar umzusetzen, in Projekten, Prozessen und Produkten sichtbar umzusetzen. Die Swissbau bündelt diese Themen in einem gemeinsamen Erlebnisraum, in dem Strategien, Lösungen und Praxisbeispiele aufeinandertreffen.

    Schwerpunkte und Highlights
    Die Messe setzt klare inhaltliche Schwerpunkte. Dazu gehören Klima und Energie, Kreislaufwirtschaft und Materialien, Digitalisierung und Kollaboration sowie Architektur und Lebensqualität im gebauten Raum. Diese Themen werden in Bühnenformaten, geführten Rundgängen und Live-Demonstrationen praxisnah und verdichtet vermittelt.

    ​ Zu den Höhepunkten gehören Premieren neuer Systeme, Materialien und Technologien, die ressourcenschonendes Bauen und energieoptimierte Gebäude erlebbar machen. Live-Demos zeigen, wie digitale Planung, modellbasierte Zusammenarbeit und robotische Fertigung die Baustelle verändern und welche Chancen sich daraus für Effizienz, Qualität und Arbeitssicherheit ergeben.

    Wie digital ist die Swissbau?
    Die Digitalisierung ist kein eigenständiger Bereich mehr, sondern zieht sich als roter Faden durch die gesamte Swissbau. Im Zentrum stehen durchgängig gedachte Prozesse, von der digitalen Planung über BIM-gestützte Kollaboration bis hin zu Datenräumen, die Planung, Bau und Betrieb verbinden.

    Auf der Messe werden Plattformen, Tools und Anwendungen präsentiert, die Gebäudedaten nutzbar machen und so zu einer effizienteren Projektabwicklung, besseren Entscheidungsgrundlagen und einem intelligenteren Betrieb beitragen. Die physische Messe wird durch einen ausgebauten digitalen Auftritt ergänzt, der eine Programmübersicht, Streams ausgewählter Formate und verlängerten Dialogmöglichkeiten vor und nach den Messetagen bietet.

    So entsteht eine hybride Wissens- und Netzwerkplattform, die weit über den klassischen Messebesuch hinausgeht und es Unternehmen ermöglicht, ihre Digitalisierungsreise sichtbar zu machen und weiterzudenken.

    ​Swissbau Focus Bühne für den Dialog
    Der Swissbau Focus bildet das inhaltliche Herzstück der Messe. In kuratierten Talks, Panels und Fachveranstaltungen diskutieren Verbände, Unternehmen, Hochschulen und Behörden über zentrale Fragen der Zukunft der Bau- und Immobilienbranche.

    Hier geht es um Rahmenbedingungen, Strategien und konkrete Verantwortlichkeiten. Wie entwickelt sich der regulatorische Rahmen? Welche Anreize sind für klimafreundliches und zirkuläres Bauen nötig? Welche Rolle spielen öffentliche Hand, Immobilienwirtschaft und Industrie im Zusammenspiel?

    Der Charakter ist bewusst dialogorientiert. Der Fokus liegt auf dem Austausch statt auf Frontalreferaten, auf kontroversen Perspektiven statt einseitigen Produktbotschaften. Für Kader und Fachleute wird Swissbau Focus somit zu einem Ort, an dem sie ihre Positionen schärfen, Allianzen bilden und Impulse für die eigene Strategie mitnehmen.​

    Swissbau Lab und Handwerk live
    Während beim Swissbau Focus der Diskurs im Mittelpunkt steht, werden beim Swissbau Lab Innovationen erlebbar gemacht. In einer Mischung aus Werkstatt, Bühne und Labor präsentieren Start-ups, etablierte Industriepartner und Bildungsinstitutionen neue Lösungen. Von digitalen Werkzeugen über zirkuläre Materialien bis hin zu zukunftsweisenden Bauprozessen.

    Formate wie die Main Stage, die Speakers Corner und thematische Sessions setzen auf kurze, verdichtete Inputs, Best Practices und den direkten Austausch mit den Beteiligten. So entsteht ein Experimentierfeld, in dem neue Ideen getestet, diskutiert und weitergedacht werden. Nah an der Praxis, offen für Kritik und Kooperation.

    Gleichzeitig zeigt der Treffpunkt Handwerk, wie stark sich das Bauhandwerk selbst verändert. Ein zweigeschossiges Holzhaus wird live aufgebaut und Betriebe demonstrieren Arbeitsabläufe, Werkzeuge und Materialien im laufenden Betrieb. Hier werden Digitalisierung, Vorfertigung und Präzision unmittelbar sichtbar, vom smarten Werkzeug bis zur vernetzten Baustelle.

    Ausbildung, Vernetzung und Sicherheit
    Ein zentrales Anliegen der Swissbau 2026 ist die Sicherung des Fachkräftenachwuchses. Berufs- und Branchenverbände, Schulen und Weiterbildungsanbieter nutzen die Plattform, um Ausbildungswege, Spezialisierungen und Karrierechancen sichtbar zu machen. Sowie den Dialog zwischen Nachwuchs, Unternehmen und Bildungseinrichtungen zu stärken.

    Die Vernetzung zieht sich durch die gesamte Messe. Lounge-Bereiche, thematische Treffpunkte und kuratierte Veranstaltungen bieten Raum, um Projekte anzustossen, Partnerschaften zu vertiefen und neue Koalitionen rund um die Themen Klima, Energie, Digitalisierung und Sicherheit zu schmieden.

    Dabei wird das Thema Sicherheit breit verstanden. Von der Arbeitssicherheit auf der Baustelle über die Gebäudesicherheit und Resilienz bis hin zu stabilen, vertrauenswürdigen digitalen Infrastrukturen. Die Swissbau 2026 zeigt, wer die Zukunft des Bauens gestalten will, braucht nicht nur gute Produkte, sondern vor allem starke Netzwerke, gemeinsames Wissen und den Mut, neue Wege zu gehen.​

    Messedauer und Adresse
    Dienstag bis Freitag, 20. bis 23. Januar 2026:
    9 bis 18 Uhr
    Alle Hallen

    Samstag, 24. Januar 2026:
    9 bis 16 Uhr
    Halle 1.2 und Halle 1.0 Süd
    Trendwelt Innenausbau und Swissbau Focus 
    www.swissbau.ch

  • Schweizer Wirtschaft zwischen Dämpfer und Zuversicht

    Schweizer Wirtschaft zwischen Dämpfer und Zuversicht

    Nach zwei Rückgängen in Folge liegt der KOF-Geschäftslageindikator unter dem Niveau des Sommers, aber noch über den Tiefständen von August und September. Die Konjunkturdynamik bleibt moderat, ein schwaches, aber stabiles Fundament. Besonders im Verarbeitenden Gewerbe hat sich die Geschäftslage weiter eingetrübt. Produktion und Einkaufspolitik stagnieren und Preisaufschläge werden seltener geplant. Trotz allem zeigen sich die Erwartungen im Export und in den Auftragsbüchern zunehmend optimistischer. Viele Unternehmen rechnen mit einer leichten Besserung im ersten Halbjahr 2026.

    Uneinheitliche Branchenentwicklung
    Die Entwicklung der Lage ist branchenübergreifend unterschiedlich. Projektierungsbüros, Finanz- und Versicherungsdienstleister sowie übrige Services melden eine abgeflachte Geschäftsentwicklung, während das Baugewerbe und der Detailhandel eine leichte Erholung verzeichnen.

    Bei den Erwartungen zeigen sich diese Kontraste ebenso. Zuversicht herrscht im Bauwesen sowie bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern, während Detailhandel und Planungsbüros etwas vorsichtiger agieren. Der Detailhandel verzeichnet den zweiten Rückgang seines Erwartungsindikators in Folge. Ein Zeichen, dass sich Konsumtrends nur zögerlich festigen.

    Die Eintrübung bleibt
    Regional betrachtet sinkt die aktuelle Geschäftslage in allen Landesteilen. Besonders betroffen sind Zentralschweiz, Espace Mittelland, Ostschweiz, Zürich und die Nordwestschweiz. Im Tessin und in der Genferseeregion bleibt der Rückgang moderater. Der Indikator zeigt, dass der konjunkturelle Druck landesweit spürbar ist, trotz stabiler Exporte und Dienstleistungen.

    Konjunkturuhr zeigt vorsichtige Erholung
    Die KOF verdeutlicht das Spannungsfeld zwischen Gegenwart und Zukunft. Die Lage bleibt unter dem Durchschnitt, die Perspektiven liegen darüber. Im Jahr 2025 mit zaghafter Belebung, hat sich die Schweizer Wirtschaft noch nicht in einen echten Aufschwung bewegt. Dennoch gilt die zunehmende Erwartungsaufhellung als Vorbote, dass 2026 bessere Dynamik bringen könnte. Getragen von robusten Dienstleistungssektoren, stabilen Exporterwartungen und einer sanften Erholung im Bau.

    Die Schweizer Wirtschaft steht zum Jahreswechsel weiter im Zeichen der Stabilität mit leichten Gegenwinden. Während die Gegenwart von gebremstem Tempo geprägt ist, richten viele Unternehmen ihren Blick optimistisch nach vorn, in der Hoffnung, dass 2026 zum Jahr einer echten konjunkturellen Erholung wird.

    KOF Geschäftslageindikator (Quelle: kof.ethz.ch)
  • Neuer Veranstaltungs- und Arbeitsraum im ehemaligen Druckhaus eröffnet

    Neuer Veranstaltungs- und Arbeitsraum im ehemaligen Druckhaus eröffnet

    FlexOffice hat seinen neuen Standort in Schlieren eröffnet. Der Veranstaltungsort im JED, dem ehemaligen NZZ-Druckhaus, bietet im Bereich der Büroarbeit vielfältige Möglichkeiten, heisst es in einer Mitteilung des Bürovermieters auf LinkedIn.

    Der flexible Raum kann für Veranstaltungen von 80 bis 150 Personen gestaltet werden. Dies kann von Nutzenden von Einzelarbeitsplätzen über Veranstaltende von Workshops bis hin für grössere Treffen mit Theaterbestuhlung gebucht werden.

    Dabei ist der Raum gebaut für „Workshops, Keynotes, Team Offsites, Launches oder Networking Nights“, heisst es in der Mitteilung. Für das Veranstaltungsmanagement und die Betreuung der Gäste zeichnet Najat El Harat verantwortlich. Vorgesehen ist ebenfalls ein Afterwork-Programm mit Sport, Erholung und Gastronomie. Buchungen können ab sofort bei FlexOffice vorgenommen werden, Frühbucher erhalten einen Rabatt von 25 Prozent für Veranstaltungen im Jahr 2026.

  • Wirtschaftspreis würdigt Industriekompetenz und regionale Verankerung im Thurgau

    Wirtschaftspreis würdigt Industriekompetenz und regionale Verankerung im Thurgau

    Die GLATZ AG aus Frauenfeld sichert sich den Thurgauer Wirtschaftspreis 2026, der jährlich von der Industrie- und Handelskammer Thurgau, dem Thurgauer Gewerbeverband, der Thurgauer Kantonalbank sowie dem Departement für Inneres und Volkswirtschaft verliehen wird.

    Das Familienunternehmen überzeugte die Jury laut einer Mitteilung mit einer Kombination aus generationenübergreifender Geschäftstätigkeit, internationaler Wettbewerbsfähigkeit und regionaler Loyalität, heisst es zur Begründung. Mit ihren patentierten Schirmgestellen, einer hohen Fertigungstiefe, einer internen Näherei und kompromisslosen Qualitätsstandards sei die GLATZ AG Trendsetter bei Schattenlösungen – und das in Zeiten, in denen der internationale Billigmarkt viele Mitbewerber verdrängt. Die Grossschirme aus Frauenfeld, die Windgeschwindigkeiten von bis zu 115 Kilometern pro Stunde standhalten, werden so aus dem Thurgau in über 50 Länder exportiert.

    „Seit über 130 Jahren ist das Unternehmen fest im Thurgau verwurzelt – und trägt zugleich die Qualität und den Innovationsgeist des Werkplatzes Thurgau in die Welt hinaus“, wird Thomas Koller zitiert, Jury-Präsident des Thurgauer Wirtschaftspreises.

    Davon, dass die GLATZ AG auch künftig im Thurgau verwurzelt bleibt, zeugt der Umzug in den neuen Stammsitz an der Langfeldstrasse in Frauenfeld im Jahr 2024. Der Neubau, der Forschung und Entwicklung, Produktion, Verwaltung und ein modernes Schulungszentrum unter einem Dach vereint, sei auch mit Fokus auf die Nachhaltigkeit errichtet worden. So reduzieren Photovoltaikanlagen, energieeffiziente Heiz- und Kühlsysteme sowie verkürzte Transportwege den CO2-Fussabdruck.

    Die Preisverleihung findet am 15. April 2026 bei der GLATZ AG in Frauenfeld statt.