Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Kooperation für mehr Solarstrom in Zürich und Ostschweiz

    Kooperation für mehr Solarstrom in Zürich und Ostschweiz

    Die Basler Energieversorgerin IWB hat den in Winterthur ansässigen Solarspezialisten Senero AG übernommen. Wie es in einer Mitteilung heisst, will IWB damit ihre Position auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien ausbauen. Die Position von Senero wird demnach mit dem Zugang zu Struktur, Grösse und dem integrierten Lösungsangebot von IWB deutlich erweitert.

    In der Kooperation will IWB in die eigene und den Ausbau der dezentralen Solarstromproduktion investieren und damit einen Beitrag zur Versorgungssicherheit und Energiewende leisten, heisst es in der Mitteilung. Bis 2030 will das Unternehmen 150 bis 200 Megawatt Photovoltaikleistung (Megawatt peak/MWp) auf Dächern und Fassaden bei Privat- und Geschäftskunden installieren. Derzeit sind bereits 55 MWp installiert. Des Weiteren bietet IWB seinen Kunden umfangreiche Dienstleistungen im Zusammenhang mit dem Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) an. Kundinnen und Kunden werden bei Gründung, Betrieb und Verwaltung von ZEV unterstützt.

    Senero bringt in die neue Partnerschaft die Expertise in der Installation von Photovoltaikanlagen (PV), Batterien und Ladestationen für Elektroautos ein. Jährlich installiert das Unternehmen 120 Photovoltaikanlagen.

    «Zusammen mit unseren Solarfirmen Planeco und Kunz Solartech kann IWB dank Senero in der gesamten Deutschschweiz Solaranlagen bei Firmen und Privatkunden realisieren. Vor allem im Raum Zürich und in der Ostschweiz können wir nun unsere Vertriebsaktivitäten verstärken», wird Markus Balmer, Leiter Vertrieb von IWB, in der Mitteilung zitiert. «Wir rechnen mit weiterhin starkem Wachstum in der Solarbranche, auch wenn das gegenwärtige Marktumfeld schwieriger geworden ist. Es gibt noch viel zu viele Dächer ohne PV, und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für PV-Anlagen haben sich mit der neuen Energiegesetzgebung verbessert.»

    Fabian Krämer, Co-Geschäftsführer von Senero, sieht in der Übernahme durch IWB Sicherheit und eine langfristige Perspektive. «IWB ist ein grosser und etablierter Partner, der unseren Mitarbeitenden eine sichere Zukunftsperspektive bietet. Gemeinsam mit IWB können wir unsere Erfolgsgeschichte im Solarmarkt fortsetzen und viele weitere Anlagen für unsere Kunden realisieren», wird Krämer zitiert.

  • Neue Studie analysiert Chemikalien in Plastik

    Neue Studie analysiert Chemikalien in Plastik

    Kunststoffe sind nicht nur ein Umweltproblem, sie sind ein chemisches Risiko. Ob Verpackungen, Kinderspielzeug oder Elektronik. In nahezu allen Kunststoffprodukten sind Chemikalien enthalten, viele davon potenziell schädlich für Mensch und Umwelt. Die neue Studie, an der renommierte Forschungseinrichtungen wie die Empa, die Eawag und norwegische Universitäten beteiligt sind, beleuchtet erstmals systematisch den chemischen Fussabdruck der Plastikwelt.

    PlastChem-Datenbank
    Die begleitende PlastChem-Datenbank verzeichnet über 16’000 Chemikalien, die in Kunststoffen eingesetzt werden, bewusst oder als Verunreinigung. Mindestens 4’200 davon sind laut den Autoren eindeutig gesundheits- oder umweltschädlich. Besonders alarmierend, diese Chemikalien finden sich nicht nur in Spezialanwendungen, sondern auch in alltäglichen Produkten wie Lebensmittelverpackungen, Spielwaren und Baukunststoffen.

    Bioassays statt Blackbox
    Ein innovativer Ansatz zur Risikobewertung liegt in der Anwendung sogenannter Bioassays, biologischer Tests, die die toxische Wirkung freigesetzter Stoffe messen, ohne deren genaue chemische Struktur zu kennen. Das eröffnet neue Wege, auch bislang nicht identifizierte Substanzen besser zu erfassen, eine Notwendigkeit, wenn man bedenkt, dass Kunststoffe oft auch Abbauprodukte und Reaktionsrückstände enthalten, die in keine Liste passen.

    Drei Hebel für sichere Kunststoffe
    Die Studie identifiziert drei zentrale Handlungsfelder:

    • Substitution gefährlicher Stoffe durch sichere Alternativen,
    • Transparenz über chemische Inhalte in Produkten entlang der Wertschöpfungskette,
    • chemisch vereinfachte Polymerdesigns, die Wiederverwendung und Recycling erleichtern.

    Diese Ansätze sind nicht nur technologische, sondern auch politische Aufgaben. Denn bislang fehlt es oft an regulatorischer Klarheit, welche Chemikalien verwendet werden dürfen und welche nicht.

    Impulse für das globale Plastikabkommen
    Die Ergebnisse liefern pünktlich zum UN-Verhandlungsprozess über ein globales Plastikabkommen eine wissenschaftlich fundierte Basis für konkrete Massnahmen. Entscheidend sei, so die Forschenden, dass nun nicht nur Umwelt-, sondern auch Gesundheitsaspekte im Zentrum der Kunststoffstrategie stehen.

    Stimmen aus der Forschung
    «Kunststoffe enthalten nicht nur zu viele Chemikalien, sondern auch zu viele, über die wir fast nichts wissen», sagt Hauptautor Martin Wagner (NTNU). Empa-Forscher Zhanyun Wang ergänzt: «Die chemische Vereinfachung ist ein Schlüssel für eine echte Kreislaufwirtschaft.»

    Die Studie macht deutlich, ein «Business as usual» in der Kunststoffproduktion ist weder ökologisch tragfähig noch gesundheitlich vertretbar. Wer Kunststoffe in Zukunft einsetzen will, muss sie neu denken, vom molekularen Design bis zur globalen Verantwortung.

  • Unterirdische Anlage soll CO2-Emissionen senken

    Unterirdische Anlage soll CO2-Emissionen senken

    Die Flughafen Zürich AG baut eine unterirdische Energiezentrale, gelegen zwischen Parkhaus 6, dem Hotel Radisson Blu und dem Operation Center 1.  Die Zentrale wird mit Wärmepumpen und Kältemaschinen mit einer Gesamtleistung von 12 bis 15 Megawatt ausgestattet. Mittelfristig deckt sie so rund zwei Drittel des Wärme- und Kältebedarfs des Terminals und der umliegenden Gebäude am Flughafenkopf. Die Inbetriebnahme ist für Herbst 2027 geplant, informiert die Flughafen Zürich AG in einer Mitteilung.

    Das Unternehmen erkundet zeitgleich eine eiszeitliche Rinne in 300 Metern Tiefe, um dort thermische Energie zu speichern und wieder nutzbar zu machen. Einen ersten Brunnen gibt es bereits seit 2024, ein zweiter wird gebaut. Die Erkundung der Rinne wird vom Bundesamt für Energie gefördert.

    Die Rinne soll zukünftig zusammen mit der Energiezentrale und einem geplanten Niedertemperaturnetz jährlich rund 6500 Tonnen CO2 einsparen und dazu beitragen, die CO2- Emissionen am Flughafenkopf bis 2030 um 35 Prozent auf 15’900 Tonnen jährlich zu senken. Bis 2040 will die Flughafen Zürich AG ihre unternehmenseigenen CO2-Emissionen auf Netto-Null senken.

    «Technisch setzen wir mit unserem Plan zur Dekarbonisierung der Infrastruktur auf innovative Systeme. Die Kombination aus Wärmepumpen, saisonaler Energiespeicherung in einer eiszeitlichen Rinne oder über Erdsondenfelder sowie einem Niedertemperaturnetz erlaubt es uns, die Klimawirkung beim Heizen und Kühlen signifikant zu reduzieren», wird Guido Hüni, Leiter Energie und Dekarbonisierung der Flughafen Zürich AG, zitiert.

  • Zürich setzt auf Zukunft

    Zürich setzt auf Zukunft

    Der Blick nach Norden, genauer gesagt nach Kopenhagen, dient dem Kanton Zürich als wegweisendes Beispiel. Die dänische Hauptstadt hat eindrucksvoll bewiesen, dass ambitionierte Klimaziele erreichbar sind, ohne Abstriche bei der. Mit einer Reduktion der CO2-Emissionen um 80 Prozent seit 2012 hat Kopenhagen eine bemerkenswerte Leistung vollbracht. Inspiriert davon strebt der Kanton Zürich danach, bis 2040, spätestens aber bis 2050, Treibhausgasneutralität zu erreichen. Diese Zielsetzung, über die die Zürcher Stimmberechtigten am 28. September 2025 abstimmen werden, ist ein klares Bekenntnis zu einer zukunftsfähigen Klimapolitik. Es geht nicht nur darum, ein Ziel zu definieren, sondern die effektive Reduktion der CO2-Emissionen konsequent voranzutreiben. Ein Unterfangen, das Entschlossenheit und Innovationskraft erfordert.

    Erfolge durch gezielte Massnahmen
    Parallel zum Klimaschutz investiert der Kanton Zürich massiv in den Erhalt und die Förderung der Biodiversität. Durch ökologische Aufwertungen, Renaturierungen und naturnahe Pflege wird Lebensraum für Flora und Fauna zurückerobert. Erfolgskontrollen belegen eindrücklich, wie schnell sich die Natur anpasst und gedeiht. Ein herausragendes Beispiel ist die Aufwertung von Bächen im Rahmen des Programms «Vielfältige Zürcher Gewässer», die zu einer raschen Wiederansiedlung von Libellen führte. Auch der angepasste Unterhalt von Böschungen entlang der Kantonsstrassen zeigt Wirkung. Dort pulsiert das Leben, Insekten und Kleintiere finden wieder einen geeigneten Lebensraum. Diese Erfolge beweisen, dass sich der Einsatz für die Biodiversität lohnt und die Natur mit gezielten Massnahmen schnell reagiert.

    Weichenstellungen für eine nachhaltige Zukunft
    Der Kanton Zürich stellt die Weichen für eine nachhaltige Zukunft durch verschiedene Gesetzesrevisionen und die Einführung neuer Instrumente.

    Lärmschutz-Verordnung
    Bis zum 6. Oktober 2025 läuft die Vernehmlassung zur Revision der Lärmschutz-Verordnung, die am 1. April 2026 in Kraft treten soll. Dies ist eine direkte Folge der im September 2024 beschlossenen Änderungen des Umweltschutzgesetzes.

    GIS-Karte «Kernzonenpläne»
    Eine neue digitale Karte bietet ab sofort einen umfassenden Überblick über die rechtskräftigen Ergänzungspläne «Kernzonen» und deren Elemente, basierend auf dem ÖREB-Kataster.

    CO2-Verordnung
    Der Bundesrat hat die revidierte CO2-Verordnung teilweise rückwirkend zum 1. Januar 2025 in Kraft gesetzt. Sie legt Reduktionsziele für Treibhausgasemissionen bis 2030 fest und konkretisiert Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel sowie Förderungen für klimafreundliche Technologien.

    Bekämpfung invasiver Organismen
    Bis zum 13. Oktober 2025 läuft die Vernehmlassung zu einer Revision des Umweltschutzgesetzes, die den Kantonen mehr Befugnisse im Kampf gegen invasive gebietsfremde Organismen einräumen soll.

    Parkierungsvorschriften
    Mit einer Änderung des Planungs- und Baugesetzes ab 1. August 2025 wird eine Reduktion von Abstellplätzen im Einzelfall möglich, unter der Bedingung, dass keine Verlagerung in den öffentlichen Raum stattfindet.

    ÖKOPROFIT
    Das bewährte Programm unterstützt Unternehmen erfolgreich beim Einstieg ins Umweltmanagement, um Kosten zu senken, Ressourceneffizienz zu optimieren und die Umweltbilanz zu verbessern. Der Kanton Zürich strebt an, weitere Kantone für ÖKOPROFIT zu begeistern.

    Denkmalgeschützte Gebäude
    Eine Gesetzesvorlage, die derzeit in Vernehmlassung ist, zielt darauf ab, das Bauen und die energetische Modernisierung an denkmalgeschützten Gebäuden zu vereinfachen.

    Geologisches Tiefenlager
    Die Rahmenbewilligungsgesuche für das geologische Tiefenlager und die Brennelementverpackungsanlage, eingereicht von der Nagra, sind nach Prüfung und Nachbesserung nun öffentlich zugänglich.

    Ausbau der Grosswasserkraft
    Ein Bericht des Bundesrats vom 13. Juni 2025 beleuchtet das erhebliche Potenzial, aber auch Unsicherheiten bei Erneuerungen und Erweiterungen in der Grosswasserkraft.

    Zürich ist bereit, die Herausforderungen des Klimawandels anzunehmen und die Chancen für eine nachhaltigere Zukunft zu nutzen. Es ist Zeit zu handeln oder wie man in Dänemark sagt «Så kom nu i gang!»

  • Woher der Strom 2050 kommt

    Woher der Strom 2050 kommt

    Damit die Schweiz bis 2050 CO₂-neutral wird, müssen Verkehr, Wärmeversorgung und Industrie weitgehend elektrifiziert werden. Der heutige Strombedarf von 56 Terawattstunden wird bis 2050 auf rund 75 TWh steigen. Gleichzeitig entfallen 23 TWh aus der Kernenergie. Der nötige Umbau des Energiesystems ist tiefgreifend, technisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich.

    Massiver Ausbau von erneuerbarer Energie
    Laut EDGE-Bericht müssen bis 2050 rund 60 % des Stroms durch neue erneuerbare Energien gedeckt werden, konkret 45 TWh jährlich. Möglich wäre das mit 28 TWh aus Photovoltaik, 13 TWh aus Windkraft und 4 TWh aus Biomasse. Dafür müsste die Photovoltaikleistung auf 26,8 GW vervierfacht werden. Die Windkraft bräuchte einen 80-fachen Ausbau auf 8,4 GW, insbesondere für den Winterbetrieb. Ohne starke Subventionen sei das kaum realisierbar, so die Forschenden.

    Begrenzung der Stromimporte verteuert das System
    Das neue Stromgesetz begrenzt die Nettostromimporte im Winter auf 5 TWh. Um diese Vorgabe einzuhalten, wären zusätzlich 80 % mehr Windkraft, 11 % mehr Gaskapazität und 10 % mehr Solarleistung nötig. Damit würden die Stromgestehungskosten um 20 % steigen, die Strompreise könnten sich mehr als verdoppeln.

    Europa bleibt entscheidend
    Würde der europäische Stromhandel stark eingeschränkt, z. B. durch eine 70 %-Reduktion grenzüberschreitender Netzkapazitäten, müsste die Schweiz die Windkraft nochmals um 20 % stärker ausbauen. Die Versorgungskosten würden zusätzlich um 8 % steigen. Eine Umfrage des EDGE-Konsortiums zeigt das Spannungsfeld. 60 % der Bevölkerung wünschen sich Kooperation mit Europa, gleichzeitig wollen 70 % energiepolitische Unabhängigkeit und bevorzugen heimische Energiequellen.

    Investitionen fliessen ins Ausland
    Eine weitere Studie zeigt auf, dass über die Hälfte der jährlichen Investitionen von Schweizer Energieversorgern in erneuerbare Grossprojekte fliessen vor allem nach Deutschland, Frankreich und Italien. Nur 1 % dieser Mittel wird in der Schweiz investiert. Im Inland fehlen geeignete Projekte oder Rahmenbedingungen. So finanziert die Schweiz die Energiewende oft indirekt, aber nicht zu Hause.

    Netto-Null hat ihren Preis
    Zwischen 2020 und 2050 könnten die Lebenshaltungskosten steigen, etwa durch CO₂-Steuern, Emissionshandel oder höhere Produktionskosten. Der jährliche Konsumverlust eines Haushalts könnte 0,63–0,75 % betragen, je nach globalem Klimaschutzpfad. Ohne Kompensationsmöglichkeiten im Ausland könnten die Kosten auf bis zu 1 % steigen. Doch langfristig sei das günstiger als die Folgen eines ungebremsten Klimawandels.

    Die Energiewende ist machbarund herausfordernd
    Eine CO₂-neutrale Stromversorgung bis 2050 ist technisch möglich, wenn Photovoltaik und Windkraft massiv ausgebaut, Importe intelligent genutzt und Investitionen gezielt gelenkt werden. Der Zugang zum europäischen Strommarkt bleibt entscheidend. Gleichzeitig braucht es breite gesellschaftliche Unterstützung und ein Verständnis dafür, dass Nicht-Handeln teurer wird als eine mutige Transformation.

  • Verdichtung verändert Städte

    Verdichtung verändert Städte

    Die Studie «Bautätigkeit und Verdrängung», erstellt von der ETH Zürich im Auftrag des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt, dass in den letzten zwei Jahrzehnten ist die Siedlungsentwicklung in der Schweiz klar nach innen gerichtet ist. Vor allem durch Ersatzneubauten und Umnutzungen von Industrie- und Gewerbezonen entstehen in städtischen Gebieten neue Wohnungen und nicht mehr auf der grünen Wiese. In Städten wie Basel wurde ein Viertel der neuen Wohnungen auf ehemaligen Industrieflächen realisiert.

    Mehr Wohnungen trotz weniger Neubauten
    Obwohl die Anzahl neu gebauter Wohnhäuser leicht rückläufig ist, nimmt die Nettozahl an Wohnungen weiter zu. Der Grund liegt in der Effizienz der Verdichtung. In Basel, Genf und Lausanne entstehen pro abgerissene Wohnung bis zu doppelt so viele neue Einheiten wie in Bern oder Zürich. Die Nachverdichtung wird so zum zentralen Hebel für die Wohnraumschaffung in stark besiedelten Gebieten.

    Wer wird verdrängt?
    Die Schattenseite der Verdichtung zeigt sich in der sozialen Zusammensetzung der betroffenen Quartiere. Besonders in Zürich kommt es häufiger vor, dass Langzeitmietende aufgrund von Abbruch oder Totalsanierung ihre Wohnung verlieren. Wer ausziehen muss, hat oft ein deutlich tieferes Einkommen, bis zu 40 Prozent weniger als der Durchschnitt. In den Neubauten ziehen dagegen überdurchschnittlich einkommensstarke Haushalte ein.

    Migration und Einkommen als Risikofaktor
    Die Studie offenbart auch strukturelle Benachteiligung. Überdurchschnittlich häufig von Verdrängung betroffen sind Asylsuchende, Flüchtlinge und Menschen mit afrikanischem Geburtsland. Damit trifft die bauliche Verdichtung besonders jene, die am meisten auf bezahlbaren Wohnraum angewiesen sind und diesen in der gleichen Gemeinde oft nicht mehr finden. Trotzdem gelingt es einem beachtlichen Anteil der Betroffenen bis zu 64 Prozent, innerhalb ihrer Gemeinde zu bleiben.

    Städte im Wandel – sozial ausgewogen?
    Die Verdichtung ist aus raumplanerischer Sicht sinnvoll und notwendig. Doch sie verändert nicht nur das Stadtbild, sondern auch die soziale Struktur der Quartiere. Die Herausforderung der nächsten Jahre wird sein, den Wandel so zu gestalten, dass er nicht zur sozialen Spaltung führt, sondern zu durchmischten, resilienten Städten mit Wohnraum für alle.

  • Swiss PV Circle schafft Grundlagen für die Wiederverwendung von Solarmodulen

    Swiss PV Circle schafft Grundlagen für die Wiederverwendung von Solarmodulen

    Rund die Hälfte der Photovoltaikmodule, die aktuell im Abfallstrom landen, sind grundsätzlich noch funktionsfähig. Das Swiss PV Circle-Projektentwickelte daher in den vergangenen eineinhalb Jahren praxisnahe Instrumente, technische Grundlagen, Marktanalysen und politische Empfehlungen, um die Wiederverwendung von PV-Modulen zu fördern, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Hinter dem Projekt stehen SENS eRecyclingSwissolar und die Berner Fachhochschule.

    Politische Empfehlungen konzentrieren sich auf finanzielle Anreize, etwa einen ReUse-Beitrag analog zu bestehenden Recyclingbeiträgen. Ausserdem werden Harmonisierungsmöglichkeiten wie ein schweizweites Label- und Zertifizierungssystem gefordert, um Qualität sichtbar zu machen und Vertrauen in Gebrauchtmodule zu schaffen. Schweizweit harmonisierte Bewilligungsspraxen für den Umgang mit gebrauchten Modulen und systematische Datenerhebungen bei Installation und Rückbau von Solaranlagen bauen weitere Hürden ab, heisst es in der Mitteilung.

    Praxisnahe Instrumente wie ein Plattformprototyp mit zugrunde liegendem Datenmodell ermöglichen die frühzeitige Einschätzung der passenden Kreislaufstrategie für gebrauchte Module. Das Projekt berechnete bis 2050 einen Rücklauf von 23’000 bis 90’000 Tonnen gebrauchter Photovoltaikmodule.

    Die Marktanalyse des Projekts fand heraus, dass die wirtschaftliche Rentabilität wiederverwendeter Module aufgrund niedriger Neupreise noch begrenzt ist. Gebrauchte Module werden aktuell vor allem in kleineren Anwendungen eingesetzt. Um eine breitere Akzeptanz zu erreichen, braucht es also attraktive Preise, geprüfte Qualität und eine hohe Restleistung der Module.

    Das Swiss PV Circle-Projekt will zukünftig Abfallmengen durch eine vermehrte Zweitnutzung von Modulen verringern. Dafür arbeiten SENS eRecycling, Swissolar und Berner Fachhochschule mit Partnern aus der Schweizer PV-Industrie zusammen.

  • Neues Recyclingzentrum soll Pionierprojekt der Kreislaufwirtschaft werden

    Neues Recyclingzentrum soll Pionierprojekt der Kreislaufwirtschaft werden

    Die Stadt Zürich will auf dem Juch-Areal in Zürich-Altstetten ein neues Recyclingzentrum errichten lassen. Als Investitionen für das Projekt werden 29,95 Millionen Franken veranschlagt. Dazu kommen 3,15 Millionen Franken, um das Juch-Areal aus dem Finanzvermögen in das Verwaltungsvermögen der Stadt zu übertragen. Aufgrund der hohen Summe wird es eine Volksabstimmung über die Realisierung des Projekts geben, informiert die Stadtverwaltung in einer Mitteilung.

    Der Ersatz für den 2024 geschlossenen Recyclinghof Hagenholz ist als Pionierprojekt der Kreislaufwirtschaft angelegt. Der zugrundeliegende Entwurf der Graber Pulver Architekten AG sieht vor, Stahlträger, Betonplatten und Trapezbleche aus Rückbauten unter anderem der Recylinghalle Hagenholz zu nutzen. Konstruktionssysteme und verwendete Materialien sollen nach Möglichkeit rückbaufähig und trennbar sein.

    Auch beim Betriebskonzept wird Wert auf Nachhaltigkeit gelegt. So stehen die Weitergabe, Reparatur und Wiederaufbereitung der Einlieferungen im Vordergrund. An zweiter Stelle kommt die Wiederaufbereitung von Material. Nur was sich nicht dafür eignet, wird der Verbrennung in der Kehrichtverwertungsanlage zugeführt. Die Anlieferung soll zu Fuss, mit dem Velo, dem Auto und grösseren Transportfahrzeugen möglich sein.

    Der Baubeginn ist vorbehaltlich der Zustimmung des Stimmvolks für das zweite Quartal 2026 vorgesehen. Ab dem vierten Quartal könnte das Zentrum die Arbeit aufnehmen. Bis dahin bleibt der provisorische Recyclinghof Looächer in Zürich-Affoltern in Betrieb.

  • AirBattery und CAES als Schlüssel zur Energiewende

    AirBattery und CAES als Schlüssel zur Energiewende

    Wenn Wind und Sonne ausfallen, braucht es verlässliche Reserven. Klassische Batteriesysteme stossen bei grossen Energiemengen und langen Speicherzeiten an Grenzen. Genau hier setzen Druckluftspeicher an. Sie wandeln überschüssige Energie in komprimierte Luft um und speichern sie in unterirdischen Kavernen, über Tage, Wochen oder sogar Monate hinweg. Bei Bedarf wird die Luft wieder entspannt und Strom erzeugt. Die AirBattery und modernisierte CAES-Systeme repräsentieren einen Wendepunkt in der Speichertechnologie.

    Innovative Kombination aus Druckluft und Wasser
    Die AirBattery  nutzt Salzkavernen, um Druckluft bei bis zu 200 bar zu speichern. Die Entspannung der Luft verdrängt Wasser, das eine Turbine antreibt. Ein geschlossener Wasserkreislauf sorgt für hohe Effizienz bei geringem Ressourceneinsatz. Erste Pilotprojekte zeigen Wirkungsgrade von 47 %, in Deutschland soll 2027/2028 die erste industrielle Anlage entstehen.

    CAES mit über 70 % Wirkungsgrad
    Während ältere CAES-Anlagen bei 40–55 % lagen, zeigen neue Entwicklungen wie an der North China Electric Power University, dass mit thermischer Rückgewinnung und Hybridisierung nun bis zu 70 % erreicht werden. Diese Innovation macht CAES erstmals wirtschaftlich attraktiv, mit Stromgestehungskosten zwischen 55 und 120 €/MWh. Gleichzeitig reduziert sich der Rohstoffverbrauch drastisch, da keine seltenen Metalle benötigt werden.

    Das Potenzial ist riesig
    Allein in Europa gibt es sehr viele geeignete Salzkavernen mit einem Speicherpotenzial von zwei Drittel des Jahresstromverbrauchs. In der Schweiz bieten Granitformationen, alte Festungen oder strategische Hohlräume vergleichbare Chancen. Die Nutzung vorhandener Infrastruktur macht CAES besonders nachhaltig und kosteneffizient.

    Wirtschaftlichkeit und Marktpotenzial
    CAES punktet mit Skaleneffekten und langer Lebensdauer. Investitionen rechnen sich besonders bei grossen Anlagen mit Speicherzeiten über 8 Stunden. Die Amortisationszeit liegt bei 6 bis 11 Jahren, der ROI kann bis zu 12 % betragen. Bis 2030 könnten weltweit 10–20 % des Speicherbedarfs durch CAES gedeckt werden, das entspricht einem Markt von über 100 GW Leistung.

    China macht vor, was Europa lernen kann
    China zeigt, wie gezielte politische Steuerung Speichertechnologien voranbringt. Klare Regulierungen, staatliche Zuschüsse und grüne Kreditlinien treiben dort den Ausbau massiv voran. In Europa fehlt bisher ein vergleichbarer Rahmen. Um das Potenzial zu heben, braucht es technologieoffene Förderinstrumente, schnellere Genehmigungen und Anreize für Netzdienstleistungen.

    Klimabilanz und Nachhaltigkeit
    CAES erreicht Lebenszyklus-Emissionen von nur 20–50 g CO₂/kWh, weit unter Gaskraftwerken und oft besser als Batteriesysteme. Dank langlebiger Komponenten, geringer Flächenbeanspruchung und ressourcenschonender Bauweise wird CAES zum Baustein für eine klimaneutrale Energiezukunft. Die Kombination mit Power-to-Gas oder Batteriesystemen bietet zusätzliche Flexibilität.

    Druckluftspeicher werden strategischer Erfolgsfaktor
    AirBattery und moderne CAES-Systeme könnten zum Rückgrat der Energieversorgung von morgen werden. Ihre Fähigkeit, erneuerbare Energie über lange Zeiträume effizient zu speichern, macht sie zu einer echten Alternative, auch wirtschaftlich und ökologisch. Für Versorger, Stadtwerke und Investoren ist jetzt der Zeitpunkt, Pilotprojekte zu realisieren und regulatorische Voraussetzungen zu schaffen. Die nächsten Jahre entscheiden, ob CAES vom Nischenprodukt zum Systembaustein der Energiewende wird.

  • Zirkulär denken, gemeinsam bauen

    Zirkulär denken, gemeinsam bauen

    Das Circular Time Lab der Hochschule Luzern bringt Theorie und Praxis, Entwurf und Handwerk, Lehre und Stadtentwicklung zusammen. Es ist ein interdisziplinäres Projekt des Kompetenzzentrums Typologie & Planung in Architektur und des Architekturstudiengangs der HSLU. Gemeinsam mit Lernenden aus Holzbaubetrieben der Region entwickeln die Studierenden Strukturen, die nicht nur architektonisch ansprechend, sondern auch vollständig wiederverwendbar sind.

    Der Fokus liegt beim gemeinsamen Lernen und Gestalten. Die Studierenden gewinnen Einblick in handwerkliche Abläufe und technische Möglichkeiten, während die Lernenden an Entwurfsprozessen teilhaben. Das Resultat ist ein tiefes Verständnis für ressourcenschonendes Bauen, das Kreisläufe schliesst und Materialwert bewahrt.

    Architektur zum Erleben – mitten in Luzern
    Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit sind seit Juni 2025 an zwei zentralen Orten im Kanton Luzern erlebbar, auf dem Inseli beim Bahnhof und beim Viscosi-Areal in Emmenbrücke. Dort laden luftige Holzbauten mit farbenfrohen Stoffen zum Verweilen, Beobachten und Innehalten ein. Sie bieten Schutz vor Sonne und Regen und regen gleichzeitig zum Nachdenken an.

    Die Strukturen sind dabei mehr als nur ästhetische Interventionen im Stadtraum. Sie sind gebaute Statements für eine Baukultur, die Verantwortung übernimmt. Ihre offene Gestaltung lädt Menschen zum Dialog ein und macht Nachhaltigkeit sichtbar und greifbar. Der «Luzerner Sommer» wird damit zum Experimentierfeld für eine Architektur, die nicht auf Dauer zielt, sondern auf Wirkung.

    Kreislauf statt Rückbau
    Im Circular Time Lab steht die Wiederverwendung im Zentrum. Die Holzpavillons sind nicht als Einmalbauten konzipiert, sondern als temporäre Strukturen mit Zukunft. Bereits beim ersten Aufbau wurde auf bestehende Holzbauteile zurückgegriffen. Alle Verbindungen sind lösbar, alle Masse erhalten. Im Herbst 2025 folgt der Rückbau, 2026 entsteht aus denselben Elementen ein neuer Pavillon mit neuer Funktion.

    Dieser iterative Ansatz ist nicht nur ressourcenschonend, sondern schult auch das planerische Denken. Denn zirkuläres Bauen verlangt Kreativität und Präzision. Wie fügt sich ein alter Balken in einen neuen Entwurf? Wie schafft man Schönheit ohne Verschwendung? Diese Fragen begleiten die Teilnehmenden des Circular Time Labs während des gesamten Prozesses und stärken ihre Kompetenzen für das nachhaltige Bauen von morgen.

    Teil eines internationalen Netzwerks
    Das Luzerner Projekt ist in das europäische Forschungsprogramm BAUHALPS, Building Circular in the Alps eingebettet. 13 Partnerinstitutionen aus sechs Ländern entwickeln darin gemeinsam neue Strategien für zirkuläres Bauen im Alpenraum. Das Circular Time Lab dient dabei als lebendiges Reallabor. Ein Ort für Experimente, für Austausch, für angewandte Forschung.

    Die Kooperation eröffnet den Studierenden und Lernenden nicht nur neue Perspektiven, sondern auch internationale Netzwerke. So wird aus einem lokalen Holzbauprojekt ein Baustein für den transnationalen Wandel, ein Impuls, der weit über Luzern hinausstrahlt.

    Zukunft beginnt im Kleinen
    Die Holzstrukturen des Luzerner Sommers mögen auf den ersten Blick klein wirken. Doch sie tragen grosse Ideen in sich, Zusammenarbeit, Kreislaufwirtschaft, Bildung und Verantwortung. Das Circular Time Lab zeigt, wie nachhaltiges Bauen in der Ausbildung verankert und im öffentlichen Raum sichtbar gemacht werden kann. Denn wer Materialien wiederverwenden will, muss zuerst Ideen neu denken.

  • Europas Strommix verändert sich

    Europas Strommix verändert sich

    Deutschland produzierte von Januar bis Juni 2025 rund 40 Terawattstunden Solarstrom, ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Auch Frankreich, Belgien, Dänemark und Polen verzeichneten Zuwächse bei der Photovoltaik. Der Ausbau zeigt Wirkung, doch die parallele Flaute beim Windstrom belastete die Gesamtbilanz. Mit 60,3 TWh lag die Windstromerzeugung rund 18 % unter dem Vorjahr. Damit fiel der Anteil erneuerbarer Energien an der öffentlichen Nettostromerzeugung in Deutschland leicht auf 60,9 % (2024: 65,1 %).

    Europaweiter Trend mit regionalen Unterschieden
    Innerhalb der EU sank die kombinierte Stromerzeugung aus Wind und Sonne im ersten Halbjahr 2025 leicht auf 344,4 TWh, gegenüber 358,1 TWh im Vorjahr. Die Zahlen des Fraunhofer ISE zeigen, während der Solarausbau in vielen Ländern Früchte trägt, machen sich meteorologische Schwankungen wie Windflauten stärker bemerkbar.

    Der Stromhandel passt sich an
    Deutschland importierte im ersten Halbjahr 7,7 TWh Strom , vor allem aus Skandinavien, wo Wind- und Wasserkraft weiterhin günstige Preise ermöglichen. Diese Importe waren preislich attraktiver als heimischer Strom aus fossilen Kraftwerken. Exporte gingen unter anderem nach Österreich, Tschechien und Polen.

    Strompreise steigen leicht – Kundenpreise stabil
    Nach dem Preisrückgang der letzten Jahre stieg der durchschnittliche Börsenstrompreis im ersten Halbjahr 2025 wieder auf 86,64 Euro/MWh. Die höchsten Preise verzeichneten die windarmen Monate Januar und Februar. Mit durchschnittlich 27 Cent pro Kilowattstunde im Juni lagen die Strompreise für Neukunden wieder auf dem Niveau von 2021.

    CO2-Kosten und Gaspreise steigen wieder
    Parallel zum Strommarkt steigen die CO₂-Zertifikatspreise um 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr, auch Erdgas war teurer als im ersten Halbjahr 2024. Diese Entwicklungen verdeutlichen, wie sensibel der Energiemarkt auf Angebotsschwankungen und politische Rahmenbedingungen reagiert und wie wichtig eine zukunftsfähige, resiliente Energieinfrastruktur ist.

  • Alpine Solaranlage für Zentralschweiz entsteht in Spiringen

    Alpine Solaranlage für Zentralschweiz entsteht in Spiringen

    Die APV Sidenplangg AG, ein Partnerwerk des Urner Energiedienstleisters energieUri AG aus Altdorf und der Grünstromproduzentin aventron AG aus Münchenstein BL, bauen die erste alpine Solaranlage der Zentralschweiz, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Anlage befindet sich im Gebiet Sidenplangg oberhalb des Dorfes Spiringen im Urner Schächental.

    Die alpine Photovoltaikanlage bedeckt eine Fläche von 10,7 Hektar auf einer Höhe von 1800 bis 2000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Energieeinspeisung erfolgt durch eine bestehende Trafostation. Die Anlage wird eine Leistung von 8 Megawatt haben und ab 2029 jährlich 12,5 Gigawattstunden erneuerbaren Solarstrom erzeugen. Die Investitionskosten betragen 40 Millionen Franken, davon bleiben laut Mitteilung 31 Millionen Franken in Form von Aufträgen für regionale Firmen im Kanton Uri.

    Projekte der nationalen Solarexpress-Initiative sind laut Mitteilung wesentlich für die Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit der Schweizer Stromversorgung. Die Schweiz ist dafür insbesondere auf den Ausbau ihrer Winterstromproduktion angewiesen. Die Höhenlage und das Produktionsprofil machen alpine Solaranlagen wie in Spiringen für die Winterstromproduktion besonders geeignet, da sie im Winterhalbjahr dreimal so viel Strom erzeugen wie ihre Pendants im Flachland.

    «Wir freuen uns, zusammen mit unserer Partnerin energieUri die erste alpine Solaranlage der Zentralschweiz umzusetzen. Dieses Projekt unterstreicht die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen dem Mittelland und den Bergkantonen sowie das gemeinsame Engagement für die erneuerbare schweizerische Energieproduktion», wird Dominik Baier zitiert, Verwaltungsratspräsident der aventron AG.

  • Platanen kühlen Städte auch bei extremer Hitze

    Platanen kühlen Städte auch bei extremer Hitze

    Platanen verdunsten auch bei extremer Hitze von über 39 Grad Wasser und kühlen ihre Umgebung. Das hat eine Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) mit Sitz in Birmensdorf und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) herausgefunden. Die Studie wurde laut einer Mitteilung im Frühjahr und Sommer 2023 in Lancy im Kanton Genf durchgeführt. Dieser erlebte im Messzeitraum zwei Hitzewellen bis fast 40 Grad.

    Die Forscher massen an acht Platanenstämmen den Saftfluss. Dieser erlaubt Rückschlüsse auf die verdunstete Wassermenge und damit auf die Kühlleistung der Bäume. Der Wasserfluss nahm trotz zunehmender Hitze und trockener Luft zu. Die Forscher vermuten, dass tiefliegende Wasserreserven im Boden den zunehmenden Wasserfluss ermöglichten.

    Die Studie widerlegt die Annahme, dass Bäume ab einer Temperatur von 30 bis 35 Grad ihre Blattporen schliessen, um Wasserverlust zu vermeiden, der Kühleffekt also verloren geht. Bisherige Modelle, mit denen sich die zukünftige Hitzeverteilung in Städten feststellen lässt, wären daher also ungenau, heisst es in der Mitteilung.

    Der anhaltende Kühleffekt der Platanen ist eine gute Nachricht für das Stadtklima. «Tage mit über 30 Grad Celsius werden häufiger», erklärt Studienleiter Dr. Christoph Bachofen.

    «Offensichtlich haben wir noch nicht vollständig verstanden, wie Bäume auf extreme Bedingungen reagieren», so Bachofen. Die Forscher wollen zukünftig das Transpirationsverhalten anderer Stadtbäume bei extremer Hitze messen. Damit wollen sie herausfinden, welche Baumarten wie mit Hitze umgehen und ihre Kühlfunktion in Städten am besten erfüllen können.

  • Klimafonds Stadtwerk Winterthur vergibt Fördergelder

    Klimafonds Stadtwerk Winterthur vergibt Fördergelder

    Der Klimafonds Stadtwerk Winterthur vergibt in diesem Jahr 70‘000 Franken für umweltfreundliche Projekte, heisst es in einer Mitteilung. Der Klimafonds fördert bereits seit 2007 Projekte zu Klimaschutz, Energieeffizienz sowie CO2-Reduktion.

    Mit einer Summe von 30‘000 Franken wird die in Kloten ansässige Next Gas GmbH bedacht. Sie entwickelt Biogasreaktoren für kleine und mittlere Bauernhöfe. Dabei wird das Potential von Gülle für das Erzeugen von dezentraler Wärme und Strom genutzt. Die Fördermittel sollen in ein Pilotprojekt fliessen, in dem bei laufendem Betrieb das Fermentierungsverfahren von Next Gas getestet wird.

    Mit 20‘000 Franken wird ein Pilotprojekt des Vereins Soily unterstützt. Hier wird bei Betrieben in der Region Winterthur ein Spezialkompost mit einem idealen Gemisch von Mikroorganismen getestet. Dafür wird zunächst ein Versuchsfeld von 50 Quadratmetern angelegt.

    Die in Wallisellen ansässige SimpleTrain GmbH bietet eine Online-Plattform für internationale Bahnreisen an. Die erweiterte Plattform soll auch Buchungen für bislang nicht angebundene Strecken ermöglichen. Mit der Unterstützung von Klimafonds Stadtwerk Winterthur werden konkrete Routen wie die von Winterthur nach Barcelona via Lyon angeboten. Für das Projekt erhält SimpleTrain ebenfalls eine Unterstützung in Höhe von 20’000 Franken.

    Der Fonds finanziert sich unter anderem durch freiwillige Beiträge von Stromkunden in Höhe von 2 Rappen pro bezogene Kilowattstunde. Für einen durchschnittlichen vierköpfigen Haushalt bedeutet dies einen Betrag von 8 Franken je Monat, heisst es in der Mitteilung.

  • Ein Fonds zur Stärkung der beruflichen Bildung

    Ein Fonds zur Stärkung der beruflichen Bildung

    Im Jahr 2024 stellte der kantonale Berufsbildungsfonds insgesamt 23,1 Millionen Franken zur Verfügung. Ein starkes Signal für die Bedeutung der beruflichen Bildung. Davon flossen 22,2 Millionen in überbetriebliche Kurse, Qualifikationsverfahren sowie Weiterbildungen für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner. Diese Massnahmen entlasten Ausbildungsbetriebe, fördern die Ausbildungsqualität und stärken die Attraktivität des Lehrstellenangebots.

    Impulse für neue Wege in der Bildung
    Mit 0,9 Millionen Franken wurden gezielt 17 innovative Projekte unterstützt. Dazu zählen unter anderem die Berufsmesse Zürich, Lehrlingswettbewerbe im Züri-Oberland sowie neue Lehrbetriebsverbünde in der IT- und Gastrobranche. Auch soziale Integrationsprojekte wie Praxistage für geflüchtete Personen erhielten Unterstützung. Diese Vielfalt zeigt, der Fonds fördert nicht nur Bewährtes, sondern treibt neue, zukunftsweisende Formate aktiv voran.

    Stabiler Fonds mit wachsender Strahlkraft
    Trotz hoher Ausgaben bleibt der Berufsbildungsfonds finanziell stabil. Per Ende 2024 weist er einen soliden Bestand von 15,4 Millionen Franken aus. Dieses finanzielle Polster sichert die kontinuierliche Unterstützung der Berufsbildung, auch in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten. Zudem gewinnt das Zürcher Modell über die Kantonsgrenzen hinaus an Aufmerksamkeit und gilt zunehmend als Best Practice für andere Deutschschweizer Regionen.

    Gesellschaftlicher Rückhalt für das duale System
    «Berufliche Bildung bietet Perspektiven, Orientierung und Stabilität in einem dynamischen Umfeld», betont Ruth Köfler-Apitzsch, Leiterin der Geschäftsstelle. Der Fonds sei ein verlässlicher Partner für alle, die sich für eine starke Grundbildung einsetzen und damit für ein stabiles Fundament des Schweizer Arbeitsmarktes.

  • EMPA gewinnt Building Award 2025

    EMPA gewinnt Building Award 2025

    Rund 8 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen entfallen auf die Zementherstellung, ein enormer Hebel für den Klimaschutz. Die Empa setzt genau hier an. Mit CO₂-speicherndem Beton, dem speziell entwickelte Kohlenstoff-Pellets aus Pflanzenkohle beigemischt werden. Diese ersetzen einen Teil der konventionellen Gesteinskörnung. Der Clou, die Pellets nehmen CO₂ auf und können als dauerhafte Kohlenstoffsenke wirken, ohne die Baustoffeigenschaften negativ zu beeinflussen. Damit wird der Beton nicht nur klimaneutral, sondern potenziell CO₂-negativ und bleibt dabei praxistauglich einsetzbar im Hoch- und Infrastrukturbau.

    Ausgezeichnete Ingenieurleistung mit Perspektive
    Für diese Innovation wurde die Empa Ende Juni 2025 mit dem Building Award in der Kategorie «Forschung, Entwicklung, Start-ups» ausgezeichnet. Dem bedeutendsten Preis für Bauingenieurwesen in der Schweiz. Die Preisverleihung im KKL Luzern würdigte herausragende Projekte, die Wissenschaft und Praxis zusammenbringen. Die Empa überzeugte mit einer Lösung, die das Potenzial hat, die Emissionsbilanz ganzer Bauprojekte signifikant zu verbessern und das mit Blick auf industrielle Umsetzbarkeit.

    Pilotprojekt bereits geplant
    Das Empa-Team um Pietro Lura und Mateusz Wyrzykowski entwickelt die CO₂-negativen Pellets bereits mit Partnern für den Markteinsatz weiter. Erste Anwendungen sind in Vorbereitung, unter anderem in der NEST-Unit «Beyond Zero», einem Modul des experimentellen Forschungsgebäudes der Empa und Eawag. Dort werden CO₂-reduzierte und -negative Baustoffe unter realen Bedingungen getestet, was die praktische Relevanz der Forschung zusätzlich unterstreicht.

    CO₂ als Rohstoff der Zukunft
    Die Beton-Innovation ist Teil einer umfassenderen Strategie. Mit der Forschungsinitiative «Mining the Atmosphere» verfolgt die Empa ein visionäres Ziel, den Umbau der Wirtschaft hin zu einem CO₂-basierten Stoffkreislauf. Das Konzept, CO₂ wird direkt aus der Atmosphäre abgeschieden und in chemische Grundstoffe wie Methan oder Methanol umgewandelt. Diese wiederum ersetzen fossile Rohstoffe in der Produktion von Baumaterialien oder Energieträgern. Am Ende ihres Lebenszyklus sollen die Produkte in speziellen Lagerstätten gebunden werden, ein langfristiger Speicher für Kohlenstoff.

    Weitblick für Bau, Energie und Wirtschaft
    Der Ansatz reicht weit über das Bauwesen hinaus. Mit synthetischem Methan könnten künftig saisonale Energieungleichgewichte überwunden und CO₂-intensive Materialien ersetzt werden. Voraussetzung ist eine enge Verzahnung von Materialforschung, Prozessentwicklung und wirtschaftlicher Skalierbarkeit. Die Empa fordert deshalb neben technologischem Fortschritt auch regulatorische Rahmenbedingungen, die CO₂-Bindung wirtschaftlich attraktiv machen.

    Innovationskraft als Hebel für die Transformation
    Die Auszeichnung der Empa markiert mehr als einen wissenschaftlichen Erfolg. Sie steht sinnbildlich für den Wandel im Bauwesen. CO₂-speichernde Materialien sind keine ferne Vision mehr, sondern konkrete Werkzeuge für die Bauwende. Damit könnte die Branche vom Problemverursacher zum Teil der Lösung werden und Gebäude künftig helfen, das Klima aktiv zu stabilisieren.

  • Walz 4.0 bringt Bauen in die digitale Zukunft

    Walz 4.0 bringt Bauen in die digitale Zukunft

    Das am Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen der ZHAW in Winterthur angesiedelte Institut Konstruktives Entwerfen übernimmt die Schweizerische Leitung im Interreg-Projekt Walz 4.0. Gemeinsam mit Hochschulen und Stiftungen aus Deutschland, Österreich und Liechtenstein soll bis 2028 ein Bildungs- und Praxisnetzwerk entstehen, das traditionelles Handwerk mit innovativer Hochschulforschung und digitalen Werkzeugen verschmilzt.

    Walz 4.0 ist dabei mehr als ein symbolischer Name. Es knüpft bewusst an die Wanderschaft der Gesellen an, eine jahrhundertealte Form des Erfahrungslernens und überträgt diese in die Realität moderner Hochschulbildung. Mit konkreten Bauprojekten, nachhaltigen Materialien und digitalen Anwendungen wird die Transformation des Bauens erlebbar gemacht.

    Nachhaltig bauen heisst umdenken
    Zirkuläres Bauen als Fundament für eine neue Baukultur. «Angesichts der Klimakrise ist zirkuläres Bauen im Sinne von Bauen im Bestand und Wiederverwenden von Bauteilen wichtiger denn je», erklärt Projektleiter Andri Gerber von der ZHAW. Genau hier setzt Walz 4.0 an, Historische Bausubstanz wird bewahrt, Materialien werden wiederverwendet und neue Konstruktionen entstehen im Geiste der Ressourcenschonung.

    Ein besonderes Augenmerk liegt auf der praktischen Vermittlung. Handwerker und Studierende arbeiten in gemeinsamen Teams an Sanierungs- und Bauprojekten. Dabei kommen digitale Tools ebenso zum Einsatz wie jahrhundertealte Techniken. So wird aus Theorie gelebte Erfahrung, ein zentraler Erfolgsfaktor im Kampf gegen den Fachkräftemangel und für eine resiliente Bauwirtschaft.

    Ein europäisches Netzwerk für Innovation
    Vier Länder, sieben Institutionen, ein gemeinsames Ziel. Walz 4.0 bringt Partner aus vier Staaten zusammen.

    Schweiz: ZHAW Winterthur (Leadpartner), OST – Ostschweizer Fachhochschule, Denkmalstiftung Thurgau

    Deutschland: HTWG Konstanz (Gesamtkoordination), OTH Regensburg

    Österreich: FH Vorarlberg

    Liechtenstein: Universität Liechtenstein

    Gemeinsam entstehen neue Lernorte, Austauschformate und digitale Werkzeuge. Das Ziel ist ein grenzüberschreitender Dialog, der sowohl die Qualität des Bauens als auch die Attraktivität handwerklicher Berufe steigert. Die Förderung in Höhe von rund 5 Millionen Euro stammt aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, aus Mitteln der Schweiz und des Fürstentums Liechtenstein.

    Brücken bauen für die nächste Generation
    Die grosse Stärke von Walz 4.0 liegt in seiner Interdisziplinarität. Architekten, Denkmalpfleger, Bauingenieure und Handwerker denken und bauen gemeinsam. Die Ergebnisse sollen nicht nur in Fachkreisen wirken, sondern auch Impulse für Politik, Ausbildung und Immobilienentwicklung geben.

    Gleichzeitig schafft das Projekt Raum für Experimente. Neue Baumethoden werden getestet, digitale Planungsprozesse optimiert, handwerkliches Können neu bewertet. Ziel ist eine resiliente, lokal verankerte und ökologisch verantwortungsvolle Bauwirtschaft, getragen von Menschen, die ihr Handwerk beherrschen und bereit sind, Neues zu lernen.

  • Gebäudehülle als lebender CO₂-Filter

    Gebäudehülle als lebender CO₂-Filter

    Der Bausektor gilt als einer der grössten Verursacher von CO₂-Emissionen weltweit. Forschende der ETH Zürich verfolgen nun einen radikal anderen Ansatz. Sie haben ein lebendes, organisches Baumaterial entwickelt, das während seiner Lebenszeit aktiv Kohlendioxid aus der Atmosphäre bindet. Im Inneren dieses Materials leben Cyanobakterien, auch als Blaualgen bekannt, die über Photosynthese Biomasse erzeugen und zusätzlich karbonhaltige Mineralien ausbilden.

    Die Innovation verbindet Biologie, Materialwissenschaft und 3D-Druck zu einem vielversprechenden Konzept für klimaneutrales Bauen. Das Material ist nicht nur funktional, sondern strukturell anpassbar. Es lässt sich in frei wählbare Formen bringen, ist leicht und benötigt für das Wachstum lediglich Sonnenlicht, CO₂ und künstliches Meerwasser.

    3D-Druck mit Photosynthese im System
    Leitender Kopf des Projekts ist Mark Tibbitt, Professor für Makromolekulares Engineering an der ETH. Gemeinsam mit seinem interdisziplinären Team gelang es ihm, ein Hydrogel zu entwickeln, das die empfindlichen Cyanobakterien stabil umhüllt und zugleich druckfähig macht. So entsteht ein biologisch aktives System, das architektonisch formbar ist und zugleich kontinuierlich CO₂ bindet.

    Bemerkenswert ist die doppelte Bindungswirkung. Das Material speichert Kohlenstoff einerseits in der wachsenden Biomasse der Bakterien, andererseits in Form stabiler Mineralien. Dadurch entsteht ein dauerhafter Kohlenstoffspeicher, der potenziell den CO₂-Fussabdruck von Gebäuden deutlich reduzieren kann.

    Vom Labor zur gebauten Umwelt
    Die Forschenden sehen den primären Einsatzbereich künftig im Gebäudebereich, beispielsweise als Fassadenbeschichtung. Im Gegensatz zu herkömmlichen Baumaterialien, die Emissionen verursachen, könnte dieses Material während des gesamten Lebenszyklus CO₂ aufnehmen.

    Die Umsetzung in architektonische Formate wurde bereits auf renommierten Plattformen wie der Biennale in Venedig und der Triennale in Mailand getestet. Die dort gesammelten Erfahrungen zeigen, dass sich das Konzept nicht nur im Labor, sondern auch im architektonischen Kontext bewähren kann.

    Potenzial für urbane Kreisläufe
    Das Material ist mehr als ein ökologisches Experiment. Es könnte Teil zukünftiger urbaner Stoffkreisläufe werden. Indem Gebäude nicht nur Nutzer beherbergen, sondern gleichzeitig als biologische CO₂-Senken dienen, eröffnet sich ein neues Kapitel in der klimabewussten Architektur.

    Die Ergebnisse der ETH-Forschenden wurden im Fachmagazin Nature Communications veröffentlicht. Ein Hinweis auf die wissenschaftliche Relevanz und Innovationshöhe der Entwicklung. Nun gilt es, die nächsten Schritte Richtung Skalierbarkeit und Langzeitbeständigkeit zu gehen.

  • Basel-Stadt testet CO2-neutralen Beton in Begegnungszonen

    Basel-Stadt testet CO2-neutralen Beton in Begegnungszonen

    Das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt erprobt derzeit in der Birken- und der Göschenenstrasse neue Möbel für Basels Begegnungszonen. Für deren Produktion werden laut Medienmitteilung ein CO2-neutraler und ein zementreduzierter Beton getestet. Die neuen Sitzbänke sind ausserdem mit Tischchen und Befestigungsmöglichkeiten für Sonnensegel ausgestattet, während die Pflanztröge für Grosssträucher zukünftig Schatten spenden sollen. Während der einjährigen Testphase können die Anwohnerinnen und Anwohner laufend Rückmeldungen geben.

    Da die Möbel in den Begegnungszonen sowohl robust als auch langlebig sein sollen, wurden sie bisher vorwiegend aus Beton hergestellt. Das üblicherweise im Beton enthaltene Bindemittel Zement verursacht bei der Produktion jedoch einen grossen CO2-Ausstoss. Die derzeit neuen Materialien sollen dieses Problem nun lösen. Eingesetzt wird zum einen ein mit Pflanzenkohle versetzter, CO2-neutraler Beton. Dieser lagert CO2 ein und entzieht es so dauerhaft der Atmosphäre. Zum anderen wird eine Mischung aus herkömmlichem und zementfreiem Beton getestet. Ein mineralisches Bindemittel aus zermahlenem Beton- und Klinkerschutt soll hierbei den Anteil an Zement, und damit auch den CO2-Ausstoss, reduzieren.

    In den neuen Pflanztrögen sei zudem genug Platz für bis zu fünf Meter hohe Sträucher oder grössere Kletterpflanzen. So werden nun unter anderem ein Eisenholzbaum und eine Glyzinie gepflanzt, die beide als klimaresistent gelten. Der übrige Teil der Tröge könne von den Anwohnerinnen und Anwohner selbst bepflanzt werden.

    Seit 2002 wurden in Basels Wohnquartieren über 90 Begegnungszonen eingerichtet. Hintergrund der neuen Möbel sei der Wunsch der Anwohnerinnen und Anwohner nach mehr Möglichkeiten zur Begrünung und Beschattung sowie mehr Aufenthaltsqualität in den Zonen.

  • Digitale Modellierung senkt CO2 in der Zementproduktion

    Digitale Modellierung senkt CO2 in der Zementproduktion

    Ein Forschungsteam des PSI sucht nach Rezepturen, die den Anteil des CO2-intensiven Klinker an der Zementmischung verringern. Alternativen zu Klinker finden bereits Verwendung, können aber nur einen Bruchteil des Zementbedarfs abdecken.  Die Forscher suchen nach Materialkombinationen, die in grossen Mengen verfügbar sind und eine hochwertige Zementproduktion erlauben. Dafür nutzen sie eine KI-gestützte Modellierungsmethode. Bei gleichbleibender Materialqualität wollen sie die CO2-Bilanz der Rezepturen verbessern, heisst es in einer Mitteilung. «Anstatt Tausende Varianten im Labor zu testen, generiert unser Modell innerhalb von Sekunden konkrete Rezeptvorschläge – wie ein digitales Kochbuch für klimafreundlichen Zement», wird Erstautorin und Mathematikerin Romana Boiger in der Mitteilung zitiert.

    Die Forschenden nutzen dafür künstliche neuronale Netzwerke, die die rechenintensive physikalische Modellierung ersetzen. Die KI-Modelle werden mit bekannten Daten trainiert und lernen, indem sie die Gewichtung ihrer Verknüpfungen anpassen, um ähnliche Zusammenhänge vorherzusagen.

    Die Forschenden haben ihr KI-Modell mit der Open-Source-Software GEMS für thermodynamische Modellierung trainiert. Damit berechneten sie Mineralienbildung und geochemische Prozesse in verschiedenen Zementrezepturen und kombinierten dies mit experimentellen Daten und mechanischen Modellen. Dies ermöglichte es, die Materialqualität verschiedener Zementrezepturen abzuschätzen. Zusätzlich ermittelten die Forscher den CO2-Ausstoss der Rezepturen. Anhand dieser Daten lernte das KI-Modell. «Im Grunde suchen wir ein Maximum und ein Minimum – daraus können wir direkt auf die gewünschte Rezeptur schliessen», sagt Boiger. Dafür nutzen sie genetischen Algorithmen, eine andere KI-Methode, um Rezepturen zu identifizieren, die beide Zielgrössen vereinen.

    Die Forschenden entdeckten bereits vielversprechende Zementrezepturen, die noch im Labor getestet werden, um den Entwicklungszyklus abzuschliessen.
    Die Studie entstand im Rahmen des interdisziplinären SCENE-Projekts (Swiss Centre of Excellence on Net Zero Emissions).

  • HORTUS setzt neuen Massstab für nachhaltiges Bauen

    HORTUS setzt neuen Massstab für nachhaltiges Bauen

    Mit HORTUS ist auf dem Main Campus des Switzerland Innovation Park Basel Area ein Gebäude entstanden, das neue Standards im nachhaltigen Bauen setzen soll. Entwickelt wurde das Projekt von SENN, Herzog & de Meuron sowie ZPF Ingenieure. HORTUS ist nicht nur konzeptionell auf Klimaverträglichkeit ausgelegt, es wird nach Angaben der Beteiligten seine graue Energie innerhalb einer Generation kompensieren und danach als energiepositives Gebäude betrieben. 

    Kern des Konzeptes ist eine konsequente Reduktion des Energieeinsatzes in Bau und Betrieb. Materialien wie Lehm, Holz und Altpapier wurden mit minimalem Ressourceneinsatz verarbeitet. Auf eine Unterkellerung wurde bewusst verzichtet. Parallel dazu sorgt eine Photovoltaikfläche von rund 5’000 m² an Fassade und Dach für eine maximale Eigenenergiegewinnung. 

    Kreislaufwirtschaft auf Bauteilebene 
    Besonderes Augenmerk liegt auf der Wiederverwendbarkeit. Jedes verbaute Element wurde mit einer vorgesehenen Zweitnutzung geplant. Damit folgt HORTUS den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft bis ins Detail. Vorgefertigte Lehm-Holz-Elemente, direkt vor Ort in einer Feldfabrik hergestellt, ermöglichen einen effizienten Rückbau oder Weiterverwendung. 

    Naturmaterialien sorgen für ein ausgeglichenes Raumklima, unterstützt durch einen begrünten Innenhof, der vom renommierten Landschaftsarchitekten Piet Oudolf gestaltet wurde. 

    Infrastruktur für Innovation 
    Das Gebäude bietet rund 10’000 m² Nutzfläche, vorwiegend für Unternehmen aus den Bereichen ICT und Life Sciences. Die Büroflächen sind bereits bei Eröffnung vollständig vermietet. Verfügbar ist einzig noch Platz im Coworking-Bereich. Dieser richtet sich an Start-ups, Projektteams oder Einzelnutzende, die von der Nähe zu einem der grössten Life-Sciences-Ökosysteme Europas profitieren möchten. 

    Der Coworking-Space sowie die Büroflächen verfügen über gemeinschaftlich nutzbare Küchen, einen Garten sowie IT-Infrastruktur. Im Erdgeschoss ergänzen Gastronomieangebote und ein Fitnessbereich die Infrastruktur. Das Ziel ist, Innovation und Alltag an einem Ort zu vereinen. 

    Teil eines grösseren Entwicklungsareals 
    Es ist nicht das erste Gebäude auf dem Campus. Bereits in Betrieb ist das Main Campus HQ. Weitere Gebäude , ALL, HOPE und SCALE, befinden sich im Bau oder in Planung. Bis 2029 soll in Allschwil das grösste Areal eines Schweizer Innovationsparks entstehen, mit Fokus auf Life Sciences, digitale Gesundheit und industrielle Transformation. 

    Mit derzeit rund 1’200 Mitarbeitenden in 92 Unternehmen und 12 Forschungsgruppen ist der Standort bereits heute ein bedeutendes Zentrum für angewandte Forschung und Entwicklung in der Schweiz. 

  • Kreislaufwirtschaft beginnt oft im Stillen

    Kreislaufwirtschaft beginnt oft im Stillen

    Wie viel Kreislauf steckt schon heute im Unternehmensalltag? Diese Frage stellte sich ein Forschungsteam um Prof. André Podleisek von der  Ostschweizer Fachhochschule und Nicolas Hofer vom IPEK Institut. Ihre Erkenntnis aus über zehn analysierten Strategien, zwei Drittel der Unternehmen setzen bereits zirkuläre Prinzipien um  oft unbewusst.

    Reparaturdienste, Wiederverwendung, Rücknahmeprogramme oder ressourcenschonendes Design, all das sind Bausteine der Circular Economy. Doch weil Begriffe wie «Kreislaufwirtschaft» selten explizit verwendet werden, bleibt das Potenzial dieser Massnahmen oft unerkannt.

    Wirtschaftlicher Nutzen klar erkennbar
    Die Studie zeigt deutlich, dass Unternehmen die Kreislaufprinzipien strategisch ins Kerngeschäft integrieren, profitieren häufiger von wirtschaftlichen Vorteilen. Dazu zählen Umsatzsteigerungen, höhere Margen und technologische Fortschritte. Besonders stark wirkt sich das auch auf die Aussenwirkung aus, 86 % der Unternehmen berichten von einem besseren Image.

    Während Recycling seltener als eigenständige Strategie genannt wurde, stehen vor allem Designanpassungen, Reparaturmodelle und Wiederverwendung hoch im Kurs, quer durch Branchen hinweg.

    Einstieg für KMU
    Für kleine und mittlere Unternehmen oder Startups lautet die Empfehlung: pragmatisch beginnen. Das von den Autoren entwickelte Rapperswil Circular Economy Model hilft dabei, den eigenen Standort zu bestimmen und gezielt erste Schritte zu planen, sei es bei Prozessen, Produkten oder Services.

    Der modulare Ansatz senkt die Einstiegshürde. Kreislaufwirtschaft muss nicht perfekt sein, sie kann wachsen. Ein Reparaturservice, eine neue Verpackungslösung oder ein Rücknahmesystem sind reale Ansätze mit messbarer Wirkung.

    Zirkulär handeln, bewusst und erfolgreich
    Kreislaufwirtschaft ist nicht nur ein ökologisches Konzept, sondern ein wirtschaftlicher Erfolgsfaktor. Unternehmen, die sich aktiv mit zirkulären Strategien befassen, stärken nicht nur ihre Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch ihre Zukunftsfähigkeit oft mit einfachen Mitteln.

  • Schweiz startet Rohrrecycling auf nationaler Ebene

    Schweiz startet Rohrrecycling auf nationaler Ebene

    Jährlich werden in der Schweiz rund 85’000 Tonnen Kunststoffrohre verbaut, viele davon mit einer Lebensdauer von bis zu 100 Jahren. Trotz ihres stofflichen Potenzials fehlte bislang ein systematischer Rücknahme- und Recyclingprozess. Genau hier setzt das Projekt «Swiss Plastic Pipe Recycling» an, das vom Verband Schweizer Plastikrecycler und dem Verband Kunststoffrohre und Rohrleitungsteile initiiert wurde.

    Ziel ist es, Rohre aus Bauprojekten, Werkleitungsarbeiten oder Rückbauten konsequent in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen – mit einem standardisierten, praxistauglichen System.

    Breite Allianz aus Wirtschaft und Baupraxis
    Das Projekt wird von einem starken Netzwerk getragen. Unternehmen aus Bau, Gebäudetechnik, Kunststoffverarbeitung und Recycling arbeiten gemeinsam daran, das Rohrrecycling in der Schweiz flächendeckend zu etablieren. Zu den Projektpartnern gehören unter anderem Burkhalter Gruppe, Geberit, Georg Fischer, Meier Tobler, Debrunner Acifer, HakaGerodur, Eberhard, InnoRecycling, MCAM Symalit.

    Alle eint das Ziel, das Rücknahmesystem wirtschaftlich tragfähig, ökologisch sinnvoll und für Anwender leicht zugänglich zu machen.

    Sauberes Material ist neue Rezyklatquelle
    Während bisher vor allem recycelte Verpackungskunststoffe zur Herstellung neuer Kunststoffrohre genutzt wurden, fokussiert SPPR auf ein bislang kaum genutztes Materialpotenzial, zurückgebaute Rohre. Diese können, wenn sortenrein angeliefert, als hochwertige Rohstoffquelle dienen, insbesondere für Kabelschutz- und Infrastrukturohre.

    Da Verpackungskunststoffe künftig vermehrt wieder zu Verpackungen werden sollen, braucht es zusätzliche Quellen für technische Rezyklate, ein klarer Handlungsbedarf für die Branche.

    Über 40 Sammelstellen bereits in Betrieb
    Ein Herzstück des Projekts ist der Aufbau eines flächendeckenden Rückgabenetzwerks. Bereits heute stehen über 40 Sammelstellen in der Schweiz zur Verfügung. Aktuell liegt der Fokus auf PE-Rohren aus dem Tiefbau, doch der Ausbau auf weitere Materialien und Anwendungen ist geplant.

    Über eine interaktive Karte auf der Projektwebsite finden Unternehmen schnell die nächstgelegene Sammelstelle. Diese nehmen definierte Rohrtypen an, vorausgesetzt, die Materialien sind sauber und sortenrein angeliefert.

    Nachhaltigkeit mit System
    Mit SPPR leisten VSPR, VKR und die beteiligten Unternehmen einen konkreten Beitrag zur Kreislaufwirtschafts- und Klimastrategie der Schweiz. Die stoffliche Verwertung langlebiger Rohre reduziert CO₂-Emissionen, senkt den Einsatz von Primärkunststoffen und fördert die regionale Wertschöpfung.

    Das Projekt stärkt den Schweizer Rezyklatmarkt nachhaltig und zeigt, wie konkrete Brancheninitiativen systemische Wirkung entfalten können.

  • Verbände starten nationales Rohrrecycling Projekt

    Verbände starten nationales Rohrrecycling Projekt

    Der Verband Schweizer Plastikrecycler (VSPR) mit Sitz in Batzenheid und der Verband Kunststoffrohre und Rohrleitungsteile (VKR) mit Sitz in Aarau haben das Projekt Swiss Plastic Pipe Recycling (SPPR) ins Leben gerufen. Ziel ist es, Kunststoffrohre erstmals flächendeckend zu recyclen und in den Wertstoffkreislauf zurückzuführen. Akteure der Rohrwertschöpfungskette unterstützen das Projekt.

    Zentral ist laut einer Medienmitteilung der Aufbau eines schweizweiten Netzwerks an Sammelstellen. Aktuell gibt es bereits über 40 Rückgabestellen. Die zentrale Sammlung der Rohre führe zu einer besseren Qualität der Materialien und ermögliche eine effiziente und transparente Nachverfolgbarkeit entlang der Verwertungskette, so die Initianten.

    Jährlich werden in der Schweiz etwa 85’000 Tonnen Kunststoffrohre verbaut. 30 Prozent der Rohre bestehen bereits heute aus Recyclingkunststoffen, die hauptsächlich aus recycelten Kunststoffverpackungen stammen.  Diese werden zukünftig allerdings in die Produktion neuer Verpackungen zurückgeführt, was neue Rohstoffquellen notwendig macht.

    Kunststoffrohre eignen sich zwar für eine hochwertige stoffliche Verwertung, allerdings fehlte lange ein schweizweites Rücknahmesystem. Swiss Plastic Pipe Recycling soll somit durch die zentrale Rohrsammlung neues Materialpotenzial und dringend benötigte neue Rohstoffquellen für hochwertige Rezyklate erschliessen.

    Beteiligt am Projekt sind die Burkhalter Gruppe in Zürich Debrunner Acifer in St.Gallen, Eberhard in Kloten ZH, HakaGerodur in Gossau SG, InnoRecycling in Eschlikon TG, MCAM Symalit in Lenzburg, Meier Tobler in Schwerzenbach ZH, Geberit in Rapperswil-Jona und Georg Fischer in Schaffhausen. Der VSPR will mit dem Swiss Plastic Pipe Recycling-Projekt zudem Schweizer Kreislaufwirtschaftsziele unterstützen. Die Verwertung des Kunststoffes schone Primärressourcen und reduziere CO2-Emissionen.

  • Neue Anlage in Dübendorf erzeugt erneuerbares Methan

    Neue Anlage in Dübendorf erzeugt erneuerbares Methan

    Die Empa hat in Dübendorf die Methanisierungsanlage move-MEGA in Betrieb genommen. Das Projekt demonstriert die von der Empa entwickelte sorptionsverstärkte Methanisierung und soll den Power-to-Gas-Prozess verbessern, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Anlage demonstriert, wie Solarstrom mittels Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt und anschliessend durch Zugabe von CO2 zu Methan verarbeitet wird. Das synthetische Methan kann direkt ins Gasnetz eingespeist werden und fossiles Erdgas ersetzen.

    Zentral für die Anlage ist die sorptionsverstärkte Methanisierung, heisst es in der Mitteilung. Zeolith-Pellets nehmen dabei das bei der Reaktion entstehende Wasser auf und verschieben das chemische Gleichgewicht zugunsten der Methanbildung. Dadurch kann das gebildete Methan direkt genutzt oder ins Netz eingespeist werden. «Dank der sorptionsverstärkten Methanisierung und dem Wärmemanagement erreichen wir hohe Umsätze und eine deutlich höhere Lastflexibilität als mit konventionellen Verfahren. Das macht die Technologie besonders attraktiv für die direkte Kopplung mit Photovoltaik- oder Windkraftanlagen», erläutert move-MEGA-Projektleiter Florian Kiefer.

    Die Nutzung von CO2 aus der Umgebungsluft zur Methanisierung ermöglicht durch die Methan-Pyrolyse negative CO2-Emissionen. Das synthetische Methan kann nachgelagert in festen Kohlenstoff und Wasserstoff aufgespalten werden. Der Kohlenstoff findet in Beton oder Asphalt Verwendung.

    «Die Methanisierung in Verbindung mit der Methan-Pyrolyse eröffnet einen Weg, mit dem die Versorgung mit erneuerbarer Energie und die dauerhafte Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre kombiniert werden kann», erklärt Christian Bach, Initiant des move-MEGA-Projekts und Leiter der Abteilung Chemische Energieträger und Fahrzeugsysteme an der Empa.

    Der Fokus des move-MEGA-Projekts liegt neben der Methanisierung auch auf der Nutzung der anfallenden Abwärme. Das Projekt wird vom ETH-Rat, dem Kanton Zürich, Glattwerk, Avenergy Suisse, Migros, Lidl Schweiz, Armasuisse und Swisspower unterstützt.

  • Neuer Filterbrunnen sichert Wasserversorgung in Trubschachen

    Neuer Filterbrunnen sichert Wasserversorgung in Trubschachen

    Strabag hat mit seiner Abteilung Spezialtiefbau zum Aufbau einer neuen Trinkwasserleitung in Trubschachen einen Filterbrunnen aus Edelstahl gebaut. Mit einem mehr als 60 Tonnen schweren und 21 Meter hohen Hydro-Seilbagger gruben Mitarbeitende das Bohrloch. Anschliessend wurde der Brunnen laut einer Mitteilung in eine Tiefe von 25 Metern gebracht. Die Installation stelle die Trinkwasserversorgung für die Gemeinden Trub, Trubschachen und Langnau für die nächsten 70 bis 80 Jahre sicher, schreibt das in Schlieren ansässige Bauunternehmen.

    Der neue Brunnenstandort war mit Rücksicht auf neue kantonale Gesetzesvorgaben nötig geworden. Die darin geforderten Schutzzonen insbesondere für Bereiche in Strassennähe könnten jetzt eingehalten werden. Aus technischer Sicht hätte die bestehende Trinkwasserleitung noch einige Jahre funktioniert.

    Die Kantonsstrasse Langnau-Luzern liege nur wenige Meter vom bisherigen Brunnen. «Bei einem Unfall könnte Öl ins Erdreich gelangen. Was ein No-Go in einer Grundwasserschutzzone bedeutet», heisst es.

    Die Vorbereitungen für das besondere Bauvorhaben starteten parallel zur Erneuerung der Trinkwasserleitung in Richtung Langnau, so dass sich der neue Brunnen nahtlos einfügen lasse.

  • Schweiz gehört bei Wind und Solar zu den Nachzüglern

    Schweiz gehört bei Wind und Solar zu den Nachzüglern

    Die Schweiz belegt in einer neuen Studie der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES) einen hinteren Rang bei der Stromproduktion aus Solar- und Windenergie. Ihre Produktion von Solarstrom beträgt pro Kopf 681 Kilowattstunden, von Windstrom 19 Kilowattstunden. Insgesamt kommt sie damit auf 700 Kilowattstunden pro Kopf aus Solar und Wind Im Ranking mit den EU-Mitgliedsstaaten belegt sie damit Platz 22 von 28.

    Schweden ist Spitzenreiter in der Windstromproduktion 3930 Kilowattstunden pro Kopf, gefolgt von Dänemark mit 3448 Kilowattstunden. Selbst Nachbar Österreich kommt auf 1004 Kilowattstunden. Bei der Solarproduktion pro Kopf führen die Niederlande mit 1206 Kilowattstunden pro Kopf, gefolgt von Spanien und Zypern. Doch selbst Österreich kommt auf 941 Kilowattstunden, Deutschland auf 888 Kilowattstunden.

    Die Schweiz konnte innerhalb von fünf Jahren ihre Produktion von Strom aus Wind und Solar von 7,2 Prozent auf 11 Prozent steigern. Andere Länder in Europa erreichten in der gleichen Zeit aber  erreichen allerdings oft höhere Zunahmen von bis zu 20 Prozentpunkten. Im europäischen Vergleich liegen nur noch Malta, Slowenien, Rumänien,Tschechien, Lettland und als Schlusslicht die Slowakei hinter der Schweiz bei der Produktion von Strom aus Wind und Solar pro Kopf.

    Aus der Sicht der SES muss in der Schweiz insbesondere die Windenergie ausgebaut werden, heisst es in einer Mitteilung. Insgesamt 11 Prozent des inländischen Stromverbrauchs werden durch Wind und Solar erzeugt, 7,2 Prozentpunkte mehr als noch vor fünf Jahren. Europäische Nachbarn

    Das neue Stromgesetz zeigt, dass die Schweizer Bevölkerung nachhaltige Stromproduktion zukünftig intensivieren möchte. Politische Instrumente zur Umsetzung des Gesetzes sind bereits aktiv oder werden es ab 2026 sein. Ihre Wirkung wird sich in den kommenden Jahren zeigen, heisst es von der SES.

    Zudem birgt der Stromaustausch mit Nachbarn grosses Potenzial für die Schweiz. Die Schweiz ist in das europäische Stromnetz bereits mit über 40 grenzüberschreitenden Übertragungsnetzen eingebunden. Der europäische Stromhandel sei zentral für die Schweiz, um Winterstrom aus Windenergieanlagen der europäischen Nachbarn zu beziehen, heisst es in der Mitteilung. Das geplante EU-Stromabkommen bilde die Basis für den verstärkten Stromhandel.

  • Neue Broschüren fördern Nutzung von Berner Holz

    Neue Broschüren fördern Nutzung von Berner Holz

    Die kantonale Plattform der Berner Wald- und Holzwirtschaft, Lignum Holzwirtschaft Bern, will das Bewusstsein für den Wald fördern und die Nachfrage nach einheimischem Holz fördern. Um Behörden und Verwaltungen die nachhaltige Waldnutzung zu ermöglichen, hat der der Zusammenschluss aus Berner Waldbesitzern, dem Bernischen Sägereiverband, der Holzbau Schweiz Sektion Bern und Berner Oberland, dem Schreinermeisterverband Bern und Berner Oberland und Holzenergie Kanton Bern unter dem Titel «Wald und Holz Kompass» eine Reihe von Broschüren publiziert. Die praxisnahen Unterlagen wurden mit Unterstützung der Wyss Academy for Nature erarbeitet, informiert Lignum Holzwirtschaft Bern in einer Mitteilung.

    Die Reihe «Wald und Holz Kompass» ist in eine Übersichtsbroschüre und drei themenspezifische Broschüren gegliedert. Die Übersichtsbroschüre trägt den Titel «Wald und Holz Kompass für Berner Regionen». Die drei themenspezifischen Broschüren setzen sich mit regionalem Holz in öffentliche Bauten, effizienten Strukturen der Waldwirtschaft und finanziellen Anreizen zur Sicherstellung gewisser Waldleistungen auseinander. Alle Broschüren können unter lignumbern.ch/wald-holz-kompass/ heruntergeladen werden.

    Das Mandat für Lignum Holzwirtschaft Bern wird von Volkswirtschaft Berner Oberland betreut.

  • Dietikon geht Bau des Bacherlebnispfads im Grunschen an

    Dietikon geht Bau des Bacherlebnispfads im Grunschen an

    Die Stadt Dietikon geht den Bau eines Bacherlebnispfads am Wasserlauf der Reppisch im Park Grunschen an. Am 7. Juli werden die Bauarbeiten beginnen, informiert die Stadtverwaltung in einer Mitteilung. Bereits im Spätsommer soll die natürliche Kneipp-Anlage mit einer maximalen Wassertiefe von 20 Zentimetern fertiggestellt sein.

    Die Baukosten werden in der Mitteilung auf 160’000 Franken veranschlagt. Davon werden rund 110’000 Franken vom Amt für Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich getragen. Für die übrigen 50’000 Franken kommt die Stadt Dietikon auf.

    Der Bacherlebnispfad wird über einen Handlauf aus Edelstahl und drei Zu- und Ausgänge für ein Begehen mit oder gegen die Strömung verfügen. An der Böschung sollen Wurzelstöcke und Findlinge Sitzgelegenheiten bilden. Auch im Wasser werden Findlinge platziert, um unterschiedliche Strömungen zu erzeugen. Ausserdem können sie Jungfischen als Unterschlupf dienen.

  • Neue Empfehlungen für besseren Schutz hochwertiger Böden

    Neue Empfehlungen für besseren Schutz hochwertiger Böden

    Durabilitas hat gemeinsam mit Partnern in einem mehrjährigen Projekt Empfehlungen zur besseren Berücksichtigung von Böden in der Raumplanung erarbeitet. Sie sind auf Agierende auf den drei Staatsebenen Bund, Kantone und Gemeinden ausgerichtet, informiert die Stiftung für nachhaltige Entwicklung in einer Mitteilung. Sie basieren auf der Anwendung des Bodenqualitätsindex (BodenQI), der in Ländern wie Deutschland, Österreich und Belgien bereits seit mehreren Jahren angewendet wird.

    Für die nun vorgestellten Empfehlungen haben Durabilitas und Partner zum einen die Anwendung des BodenQI in diesen Ländern ausgewertet. Zum anderen wurde die Anwendung des BodenQI in Schweizer Pilotprojekten analysiert. Ergänzt wurde das Projekt durch die Auswertung einer nationalen Begleitgruppe aus Fachleuten unterschiedlicher Fachrichtungen.

    Mit dem BodenQI kann die Qualität von Böden erfasst und kartographisch dargestellt werden. Er bietet damit «eine einfache Planungshilfe, um beispielsweise bauliche Tätigkeiten möglichst auf Standorte mit geringerer Bodenqualität zu lenken und hochwertige Böden zu erhalten», heisst es in der Mitteilung.