Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Neue Partnerschaft fördert dauerhafte Kohlenstoffentfernung

    Neue Partnerschaft fördert dauerhafte Kohlenstoffentfernung

    Das Berner ClimateTech-Unternehmen Neustark hat von der Swiss International Air Lines (Swiss) gemäss einer Medienmitteilung einen mehrjährigen Auftrag zur CO2-Entfernung (CDR) erhalten. Erstmals tun sich ein Vertreter der Luftfahrt und der Bauindustrie zusammen, um dauerhaft für einen geringeren Kohlenstoffausstoss zu arbeiten, heisst es dort weiter. Beide Sektoren gelten als emissionsreiche Industriezweige, die sich nach Aussage von Valentin Gutknecht, Mitgründer und Co-CEO von Neustark, schwer dekarbonisieren lassen.

    Für das als Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) im Jahr 2019 gegründete Start-up ebne die Partnerschaft den Weg zu einem europaweiten Ausbau der Technologie zur Abscheidung, Speicherung und Beseitigung von Kohlenstoff. „Pioniere wie Swiss spielen eine entscheidende Rolle bei der weiteren Verbreitung unserer CO2-Entfernungstechnologie, sodass wir täglich exponentiell mehr Tonnen schwer vermeidbarer CO2-Emissionen dauerhaft aus der Atmosphäre entfernen können“, wird Gutknecht zitiert.

    Die Lösung von Neustark basiert auf der Weiterverwertung von Beton aus abgerissenen Gebäuden und mineralischen Abfallstoffen. Die Technologie setze einen beschleunigten Mineralisierungsprozess in Gang, bei dem CO2 an die Poren und die Oberfläche des Granulats gebunden und somit dauerhaft aus der Luft entfernt wird. Das Abbruchgranulat kann dann in karbonisierter Form beim Bau von Strassen oder zur Herstellung von Recyclingbeton wiederverwendet werden.

    Die Partnerschaft wurde mit der Option, Volumen und Laufzeit zu erweitern, geschlossen und ist Teil einer dauerhaften Initiative zur CO2-Entfernung der Swiss. Die zur Lufthansa Group gehörende Fluglinie hat bereits Partnerschaften mit Schweizer Klimatechnologieunternehmen wie Climeworks und Synhelion, heisst es. „Die dauerhafte Entfernung von CO2 ist ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu Netto-Null in der Luftfahrt. Gemeinsam machen wir einen wichtigen Schritt zur Skalierung dieser Technologie“, wird CEO Jens Fehlinger zitiert.

  • Holzhandelsunternehmen eröffnet modernen Standort in Obernau

    Holzhandelsunternehmen eröffnet modernen Standort in Obernau

    Die Herzog-Elmiger AG hat ihren neuen Standort in Obernau bei Kriens offiziell in Betrieb genommen. Zuvor hatte der Holzwerkstoffhandel seinen Sitz 65 Jahre lang an der Langsägestrasse in Kriens. Die Suche nach einem neuen Firmengelände war notwendig geworden, weil die Familie für das Autobahnprojekt Bypass Luzern vom Bundesamt für Strassen enteignet worden sei, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Zeitgleich mit der Neueröffnung beging das Familienunternehmen am 23. und 24. August 2025 auch sein 120-jähriges Jubiläum. Die Geschwister Melanie und Michael Herzog haben den Betrieb 2022 vom Vater André Herzog übernommen und führen ihn nun in fünfter Generation.

    Die Kundschaft, Partnerinnen und Partner, die Nachbarschaft und die Öffentlichkeit konnten sich den Angaben zufolge bei geführten Rundgängen Einblicke in den 10’190 Quadratmeter grossen Holzneubau der Firma und ihr Geschäft verschaffen – vom vollautomatisierten Flächenlager über das Furnierlager mit besonderen Hölzern und die neue Ausstellung bis hin zur Photovoltaikanlage auf dem Dach, die pro Jahr rund 336 Tonnen CO2 einspart.

    Besonders hätten die zwölf Meter hohe Halle, ihre Tragkonstruktion aus Schweizer Holz und der Blick in die Logistik beeindruckt, wo täglich bis zu 200 Tonnen Waren bewegt werden. Grosses Interesse hätten auch die Räume geweckt, die für die Mitarbeitenden geschaffen wurden: ein Aktivraum, ein mit einheimischem Arvenholz ausgestattetes Zimmer zur Erholung, eine Terrasse mit grossem Grill und eine Kaffeebar.

    „Mit diesem Neubau haben wir die Chance genutzt, unser Unternehmen zukunftsorientiert und nachhaltig weiterzuentwickeln“, wird Michael Herzog zitiert. „Hier haben wir Raum für Innovation und gleichzeitig eine starke Verbindung zu unserer Tradition.“

  • Basel testet CO2-freien Betrieb von Baustellen

    Basel testet CO2-freien Betrieb von Baustellen

    Auf der Basis eines Pilotversuchs analysiert das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt Möglichkeiten für die Elektrifizierung von Baustellen. In Kooperation mit der Hochschule Luzern, dem Planungsbüro EcoForce GmbH aus Schötz LU und Partnern wird an Grundlagen für den künftigen Einsatz von E-Baumaschinen gearbeitet, heisst es in einer gemeinsamen Medienmitteilung.

    In einem ersten Schritt wird seit Ende August und bis voraussichtlich Ende Oktober 2025 eine oberirdische Müllsammelstelle für Glas, Weissblech, Aluminium und Batterien im Spalenring durch eine unterirdische in der Hegenheimerstrasse ersetzt. Befinden sich Sammelcontainer unter der Erdoberfläche, seien sie „benutzer- und behindertenfreundlicher, verursachen weniger Lärm, fügen sich besser ins Stadtbild ein und müssen dank grösserem Fassungsvermögen seltener geleert werden“.

    Als Testumgebung dient den Angaben zufolge der Bau einer Wertstoffsammelstelle mit E-Baumaschinen. „Vom Bagger über den Radlader bis zum Dumper“ laufen die Maschinen rein elektrisch. Damit will das Bau- und Verkehrsdepartement Erkenntnisse über die technischen und organisatorischen Voraussetzungen für die Elektrifizierung von künftigen Tiefbauprojekten gewinnen.

    Um einen Vergleich mit herkömmlichen Baustellen zu ziehen, wird eine zweite unterirdische Wertstoffsammelstelle am St. Johann-Platz mit Dieselmaschinen errichtet. Von Interesse seien dabei der CO2-Ausstoss, Strombedarf und Lärmverursachung sowie Bedingungen an die Infrastruktur. Schritt zwei sehe vor, zusammen mit regionalen Baumeistern ein Konzept für notwendige Anpassungen bei der Umstellung auf Elektrobetrieb zu erstellen. Ab 2037 soll laut kantonaler Klimaschutzstrategie der Betrieb von Baustellen im Kanton Basel-Stadt CO2-neutral sein.

  • Neue Pflastersteine reduzieren CO2-Ausstoss im Bau

    Neue Pflastersteine reduzieren CO2-Ausstoss im Bau

    Das im Kanton Luzern ansässige Baustoffunternehmen CREABETON, eine Tochter der Müller-Steinag Baustoff AG, hat gemeinsam mit dem Start-up Oxara eine neue Serie zementfreier Pflastersteine entwickelt. Wie es in einer Mitteilung heisst, entwickeln die neuen Betonsteine eine um 30 Prozent geringere CO2-Emission als herkömmliche Pflastersteine.

    Das neue Produkt ist in drei Varianten erhältlich. Neben der Ausführung als Standardpflastersteine können auch wasserdurchlässige oder Rasenpflastersteine verlegt werden. Das Material nutzt anstelle herkömmlichen Zements das von Oxara, einer Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), entwickelte Oulesse-Bindemittel.

    „Mit diesen Produkten reagieren wir auf die wachsende Nachfrage nach klimafreundlichen Baulösungen“, wird Hendrix Müller, CEO der Müller-Steinag-Gruppe, in der Mitteilung zitiert. „Unsere Zusammenarbeit mit Oxara ermöglicht es uns, unseren Kunden nachhaltigere Alternativen anzubieten – heute, nicht erst in einigen Jahren.“ Martin Bodmer, Leiter Operations bei Oxara, zeigt sich überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit CREABETON die nachhaltigen Entwicklungen seines Unternehmens skalieren kann.

  • Neuer Energiepark macht Energiewende erlebbar

    Neuer Energiepark macht Energiewende erlebbar

    Die Fachhochschule Graubünden (FHGR) hat auf dem Kuhrerhof und in der Rheinmühle in Chur den neuen Energiepark Grischa eingerichtet. Der Park soll als ein Erlebnis- und Forschungszentrum auf dem Gebiet der Energie- und Umweltforschung tätig sein, heisst es in einer Mitteilung.

    In ein landwirtschaftliches Umfeld eingebettet sollen hier Arbeiten zu Photovoltaik, Kleinwasserkraft, Holzvergasung, Windkraft und Biogas an einem Standort zusammentreffen. Ziel ist, einem breiten Publikum zu vermitteln, wie erneuerbare Energien erzeugt, gespeichert und genutzt werden können. „Im Energiepark Grischa wird die Energiewende vom abstrakten Konzept zur greifbaren Realität“, wird Steffi Giaracuni, Projektleiterin am Institut für Multimedia Production der FH Graubünden, in der Mitteilung zitiert. „Hier können Menschen sehen, hören und spüren, wie erneuerbare Energien entstehen – und wie wir sie gemeinsam in unseren Alltag integrieren können.“

    In einer ersten Umsetzungsphase werden Arbeiten zum Thema Holz, Wasser und Sonne vorgestellt, bis 2026 sollen Biogas, Windkraft und innovative digitale Vermittlungsinstrumente folgen.

    Das Projekt wird von der FH Graubünden, dem Bundesamt für Energie, der Stiftung Klima Grischa und weiteren regionalen Partnern getragen. Bereits am 28. August stellen sich Expertinnen und Experten aus Energiepolitik, Innovationsförderung, Stadtentwicklung, lokalen Energielösungen und Landwirtschaft in einem Wissenschaftscafé den Fragen der Bevölkerung zur Energiezukunft der Schweiz.

  • Schweizer Stromversorgung 2050 vor grossem Ausbau

    Schweizer Stromversorgung 2050 vor grossem Ausbau

    Die Elektrifizierung von Verkehr, Wärme und Industrie treibt den Stromverbrauch von heute 56 auf rund 75 Terawattstunden pro Jahr. Gleichzeitig fallen 23 Terawattstunden aus Kernkraftwerken weg. Das Forschungsnetzwerk EDGE hat berechnet, dass die Schweiz ihr Ziel von 45 Terawattstunden aus neuen erneuerbaren Energien erreichen kann, allerdings nur mit einem starken Ausbau von Photovoltaik und Windkraft.

    Ausbau von Photovoltaik und Windenergie
    Die Photovoltaik müsste ihre Kapazität von heute 6,4 Gigawatt auf fast 27 Gigawatt vervierfachen. Bei der Windkraft wäre ein über 80-facher Ausbau nötig, von 0,1 auf 8,4 Gigawatt bis 2050. Besonders im Winter spielt Windenergie eine Schlüsselrolle. Ohne Subventionen sei dieser Zubau kaum realisierbar, betonen die Forschenden.

    Abhängigkeit vom europäischen Strommarkt
    Das Stromgesetz limitiert Winterimporte auf maximal 5 Terawattstunden. Eine strikte Umsetzung würde Investitionen und Kosten spürbar erhöhen. Mehr Wind- und Solarkraftwerke wären nötig, der Strompreis könnte sich verdoppeln. Eine Einschränkung des EU-Stromhandels um 70 Prozent würde zusätzliche Windkapazitäten erfordern und die Kosten weiter steigen lassen. EDGE-Forschende sehen den Zugang zum europäischen Strommarkt daher als entscheidend an.

    Investitionen fliessen ins Ausland
    Über die Hälfte der Schweizer Investitionen in erneuerbare Energieprojekte fliesst heute ins Ausland, vor allem nach Deutschland, Frankreich und Italien. In der Schweiz bleiben nur rund ein Prozent. Grund dafür sind beschränkte Realisierungsmöglichkeiten im Inland. Besonders Windenergieprojekte werden von Schweizer Investoren im Ausland finanziert.

    Kosten der Energiewende
    Die Transformation zu Netto-Null bringt steigende Preise für fossile Energieträger, Güter und Dienstleistungen. Für Schweizer Haushalte bedeutet das je nach Szenario jährliche Konsumeinbussen von 0,6 bis 1 Prozent. Werden Emissionen nicht im Ausland kompensiert, steigen die Belastungen zusätzlich. Gleichzeitig betonen die Forschenden, dass die Kosten eines ungebremsten Klimawandels deutlich höher wären.

    Die Schweiz kann ihre Energieziele bis 2050 erreichen, doch nur mit massivem Ausbau von Photovoltaik und Windenergie, enger europäischer Marktintegration und zielgerichteten Investitionen. Die Herausforderung bleibt, Versorgungssicherheit, Klimaziele und Kosten in Einklang zu bringen.

  • Molekulare Lichterkette eröffnet Wege für Quantentechnologien

    Molekulare Lichterkette eröffnet Wege für Quantentechnologien

    Porphyrine sind zentrale Bausteine der Natur. Sie bilden die Basis für Hämoglobin im Blut oder Chlorophyll in Pflanzen. In Kombination mit Metallzentren erhalten sie vielseitige chemische und physikalische Eigenschaften. Empa-Forschende nutzten nun dieses Prinzip, um Porphyrine gezielt an ein Graphen-Nanoband mit Zickzack-Rändern anzudocken. Die Bindung erfolgte mit höchster Präzision und bildet eine Art molekulare Kette mit exakt definierten Abständen.

    Magnetismus trifft Quantenlogik
    Das Graphenband bringt einen eigenen Randmagnetismus mit, während die Metallzentren der Porphyrine konventionellen Magnetismus beisteuern. Beide Systeme wurden erfolgreich gekoppelt, ein entscheidender Schritt für quantentechnologische Anwendungen. Das hybride Material könnte als Reihe vernetzter Qubits fungieren, in denen Spins als Informationsträger genutzt werden.

    Elektronik und Optik in einem System
    Die Porphyrine sind nicht nur magnetisch aktiv, sondern auch optisch wirksam. Sie können Licht abstrahlen, dessen Wellenlänge vom magnetischen Zustand beeinflusst wird. Eine Art molekulare Lichterkette, die Informationen durch Farbänderungen überträgt. Umgekehrt lässt sich das System durch Licht anregen, was Leitfähigkeit und Magnetismus des Graphenbands verändert. Damit eröffnet sich ein breites Spektrum an Anwendungen von chemischen Sensoren bis hin zu neuartigen Bauelementen der Elektronik.

    Baukasten für die Zukunft
    Die Synthese dieser Strukturen erfordert aufwendige Verfahren. Unter Ultrahochvakuum und bei hohen Temperaturen werden die präzise designten Ausgangsmoleküle auf einer Goldoberfläche zu den Ketten „gebacken“. Unterstützt von der Werner Siemens-Stiftung arbeitet das Empa-Team nun daran, durch Variationen der Metallzentren und Graphenbreiten noch vielseitigere Systeme zu entwickeln. Ziel ist es, Designer-Materialien zu schaffen, die die Grundlage für zukünftige Quantentechnologien bilden.

    Die Kombination von Porphyrinen und Graphen eröffnet eine neue Klasse molekularer Systeme. Sie verbindet Chemie, Magnetismus und Optik in nanoskaligen Strukturen und legt den Grundstein für die Elektronik und Quantentechnologie von morgen.

  • Neue Silizium-Säuren könnten „ewige Chemikalien“ zerstören

    Neue Silizium-Säuren könnten „ewige Chemikalien“ zerstören

    Die per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen kurz PFAS, gelten als „ewige Chemikalien“, da sie in der Umwelt nicht abgebaut werden. Ihre hochstabile Kohlenstoff-Fluor-Bindung widersteht Licht, Wasser und Mikroorganismen. Die neu entwickelten Super-Lewis-Säuren setzen genau hier an. Sie zeigen eine extreme „Elektronengier“ und greifen die widerstandsfähigen Strukturen der PFAS direkt an.

    Komplexe Herstellung mit grosser Wirkung
    Lange Zeit galten diese Verbindungen nur als theoretisches Konzept. Erst durch innovative Methoden wie die Protolyse gelang es, sie synthetisch herzustellen. Dabei wurden bewährte Prozesse aus der Kohlenstoffchemie auf Silizium übertragen. Die Experimente waren hochsensibel. Sie mussten unter Schutzgasatmosphäre durchgeführt werden, da schon geringste Spuren von Sauerstoff oder Wasser die Reaktionen verhindern würden.

    Quantenmechanik liefert den Schlüssel
    Erstmals wurde die Stärke dieser Moleküle vollständig quantenmechanisch vorausberechnet. Diese Berechnungen bestätigten nicht nur die extreme Reaktivität, sondern ermöglichten auch ein präzises Verständnis der Mechanismen. Spektroskopische Methoden wie NMR validierten die Vorhersagen. Damit ist die Kombination aus Theorie und Experiment ein Meilenstein in der Katalyseforschung.

    Katalysatoren für den Umweltschutz
    Die neuen Super-Lewis-Säuren verhalten sich wie Katalysatoren. Sie verändern sich während der Reaktion, regenerieren sich jedoch wieder und werden nicht dauerhaft verbraucht. Damit reichen kleinste Mengen aus, um hochgiftige PFAS-Verbindungen unschädlich zu machen… Ein entscheidender Vorteil gegenüber bisherigen Ansätzen.

    Mit den Silizium-basierten Super-Lewis-Säuren rückt erstmals eine realistische Lösung für das globale PFAS-Problem in Reichweite. Sie könnten ein Schlüsselinstrument für Recycling, Grüne Chemie und den Schutz von Umwelt und Gesundheit werden.

  • Photovoltaikanlage verbindet Kultur mit Nachhaltigkeit

    Photovoltaikanlage verbindet Kultur mit Nachhaltigkeit

    Das Museum Langmatt produziert künftig mit einer 40/45 Kilowatt-Photovoltaikanlage erneuerbaren Sonnenstrom, genug für den Jahresverbrauch von 15 bis 20 Wohnungen. Die Installation der grauen Indach-Module wurde von den Regionalwerken Baden durchgeführt. Laut Mitteilung der Regionalwerke passten die Module zum Geist des Museums, dessen Erbauer Sidney Brown, Mitgründer des Technologiekonzerns ABB war: „Zeitgenössische Technik verträgt sich bestens mit dem historischen Geist der Langmatt“, wird Markus Stegmann zitiert, Museumsdirektor der Langmatt.

    Die PV-Anlage ist auf dem Dach des neu installierten Glaspavillons im Park installiert, der im Rahmen der Grundsanierung und Erweiterung der Anlage errichtet wurde. „Der Pavillon ist gedacht für Lesungen, Konzerte und für Apéros bei Gruppenbesuchen“, sagt Stegmann.

    Während die PV-Module schon seit einem Monat in Betrieb sind, wird mit der Fertigstellung der Sanierungsarbeiten erst nächstes Jahr gerechnet. Die Jugendstilvilla Langmatt, die das heutige Museum beherbergt, wurde vor rund 125 Jahren im Auftrag des kunstbegeisterten Industriellenehepaars Brown errichtet. Das Museum erhält daher eine bedeutende Sammlung französischer Impressionisten wie Claude Monet oder Pierre-Auguste Renoir.

  • Nachhaltige Ferienkonzepte erhalten Wachstumskapital

    Nachhaltige Ferienkonzepte erhalten Wachstumskapital

    Die Private-Equity-Gesellschaft Limestone Capital aus Zug hat 30 Prozent der Anteile von Nokken, einem Anbieter ökologischer Ferienwohnungen aus dem Vereinigten Königreich, übernommen.

    Mit der Investition will Nokken seine Marktposition in Europa und den USA ausbauen, sowie in den asiatischen und austroasiatischen Markt eintreten. Die Finanzmittel dienen primär dazu, strategische Partnerschaften mit Landeigentümern und Betreibern einzugehen, Schlüsselbestandteile von Nokkens Lieferkette zu übernehmen und Sales – und Marketingkapazitäten auszubauen. „Die Investition ist ein Meilenstein für Nokken und eine Bestätigung für unsere Vision der Zukunft des Gastgewerbes“, wird Nathan Aylott in einer Medienmitteilung zitiert, Mitgründer von Nokken,

    Nokken fokussiert auf naturverbundene Erlebnisse, die durch geringere Kosten, schnelle Umsetzung und höhere Attraktivität für Gäste überzeugen. Das „Retreat“-Modell des Unternehmens mit dem modularen Design seiner Ferienhütten ermöglicht skalierbare Naturerlebnisse und minimiert dabei die Bodenbelastung, verwendet ökologische Materialien und vermeidet hohe Infrastrukturanforderungen herkömmlicher Bauweisen, wie es vom Unternehmen heisst.

    Limestone Capital ist mit über 1 Milliarde Euro AUM (Assets Under Management) in den Bereichen Lifestyle und Gastgewerbe engagiert bei Investitionen in erfahrungsfokussierte Plattformen. Die Teilübernahme von Nokken signalisiert das Engagement der Kapitalgesellschaft für nachhaltige Unternehmen im Gastgewerbe: „Diese Investition ist nicht nur reines Kapital – sondern eine Partnerschaft, die auf geteilten Werten basiert“, heisst es von Grazi Panelli, CEO von Limestone Capital. „Nokken bietet bedeutungsvolle, naturbasierte Erfahrungen ohne Abstriche bei Design oder ökologischer Verantwortung.“

  • Studierende denken über Food Factory in Basel nach

    Studierende denken über Food Factory in Basel nach

    Unter dem Thema Feed the city haben sich Studierende des Instituts Architektur der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) über ein Jahr hinweg mit der Frage nach einer nachhaltigen Versorgung mit Nahrungsmitteln auseinandergesetzt. Dabei wurden Konzepte erarbeitet, auf dem Areal Rosental Mitte in Basel eine Food Factory einzurichten, informiert Immobilien Basel-Stadt in einer Mitteilung. Der kantonale Ansprechpartner für Immobilienmanagement will das ehemalige Firmenareal in einen Stadtteil für Wohnen, Arbeiten, Forschen, Freizeit und Sport transformieren.

    Als Standort einer Food Factory bietet sich nach Ansicht der Studierenden der FHNW das achtgeschossige ehemalige Farbstoff-Packmagazin in Rosental Mitte an. Die „robuste Struktur mit den grossen Spannweiten, hohen Decken und grossen Traglasten“ eigene sich „sehr gut für neue Nutzungsideen“, schreiben sie in der Mitteilung. Der erhaltenswerte Bau 1055 könne zudem „als Treffpunkt im Quartier dienen und gleichzeitig Wissen über die Lebensmittelproduktion vermitteln“.

    Die angedachte Food Factory mitten in Basel soll den gesamten Kreislauf des Essens von der Produktion über Verarbeitung und Konsum bis zur Abfallverwertung sichtbar machen. Dafür haben die Studierenden Konzepte für Produktion und Vertrieb erarbeitet und Schnittstellen zu Gastronomie und Forschung untersucht. Auch die Potenziale neuer Lebensmittel wie beispielsweise Algen sind in die Überlegungen eingeflossen.

  • Gebäudeversicherung Bern spannt mit Designform für nachhaltigen Umbau zusammen

    Gebäudeversicherung Bern spannt mit Designform für nachhaltigen Umbau zusammen

    Die Designform GmbH von Björn Ischi hat bei der GVB – Gebäudeversicherung Bern in Ittigen am Umbau des ersten Stocks mitgearbeitet. Gemeinsam mit dem Team der GVB sei dabei „Upcycling by Design in seiner schönsten Form“ realisiert worden, schreibt Ischi in einem Beitrag auf LinkedIn. Konkret wurde beim Umbau ausgebautes Material nicht entsorgt, sondern direkt vor Ort wieder neu eingesetzt.

    So entstanden aus ehemaligen Wandteilen des alten Designs „coole Sitzecken“ für die neue Einrichtung. Weil dort nicht nur Handys und Laptops aufgeladen werden können, sondern die Nutzenden auch selber Energie tanken, habe das Team der GVB diesen Sitzecken den Namen „Powerbanks“ gegeben, erklärt Ischi. Für den Inhaber und Product Designer der Designform GmbH war das Projekt in Ittigen jedoch „mehr als nur Upcycling mit Style“.

    Denn die GVB-Mitarbeitenden wurden beim Umbau über zwei Workshops in Planung und Umsetzung eingebunden. Im ersten Workshop wurden dabei Bedürfnisse ermittelt und Ideen entwickelt. Im zweiten Workshop legten die Mitarbeitenden dann selbst beim Bau der Möbel Hand an. „Schraubenzieher statt Tastatur und plötzlich standen die Teams wortwörtlich hinter der Einrichtung“, meint Ischi. Der Möbelspezialist Girsberger aus Thunstetten BE leistete dem Projekt professionelle Unterstützung.

  • Sanierungsanreize sichern Energieziele und Bauwirtschaft

    Sanierungsanreize sichern Energieziele und Bauwirtschaft

    Der Gebäudepark spielt eine zentrale Rolle bei der Reduktion von Emissionen und beim Schliessen der Winterstromlücke. Energetische Modernisierungen wie bessere Dämmung oder der Ersatz fossiler Heizungen durch Wärmepumpen sind zentrale Hebel, um die Energie- und Klimaziele zu erreichen. Ohne gezielte Anreize fehlt jedoch die notwendige Dynamik, um Investitionen in grossem Stil auszulösen.

    Kritik an der Eigenmietwert-Vorlage
    Die am 28. September zur Abstimmung stehende Vorlage sieht nicht nur die Abschaffung des Eigenmietwerts vor, sondern auch den Wegfall von Abzügen für Gebäudeunterhalt und energetische Investitionen. Bauenschweiz warnt, dass damit ein Sanierungsstopp droht, mit gravierenden Folgen für lokale KMU im Bau- und Handwerkssektor sowie für den Klimaschutz. Statt Anreize zu schaffen, würde ein solcher Systemwechsel Sanierungen verhindern, das Gewerbe schwächen und den Mittelstand belasten.

    Studie zeigt enormes Effizienzpotenzial
    Eine aktuelle Untersuchung der Hochschule Luzern und FLUMROC verdeutlicht, wie gross die Chancen sind. Durch eine Kombination aus Wärmepumpen und optimierter Gebäudehülle liesse sich der Strombedarf in der Schweiz um jährlich 5,3 Terawattstunden senken. Damit könnten fast zehn Prozent des gesamten Verbrauchs gedeckt und die Winterstromlücke praktisch geschlossen werden.

    Die Schweiz steht an einem energiepolitischen Wendepunkt. Statt Hürden für Investitionen zu schaffen, braucht es Rahmenbedingungen, die energetische Sanierungen vorantreiben, die Bauwirtschaft stärken und den Beitrag des Gebäudeparks zur Klimawende voll ausschöpfen.

  • Abstandsgrün als ökologisches Kapital der Städte

    Abstandsgrün als ökologisches Kapital der Städte

    Studien zeigen, dass in Städten wie Bern dutzende Hektaren sogenanntes Abstandsgrün existieren. Rasenflächen ohne Funktion, die lediglich gemäht werden. Diese Flächen sind ein bislang ungenutztes Kapital. Sie könnten Regenwasser speichern, das Stadtklima kühlen und Lebensräume für vielfältige Arten schaffen. Statt isoliert betrachtet zu werden, müssen sie als zusammenhängendes Ökosystem verstanden werden.

    Planung über Parzellengrenzen hinaus
    Klimawandel und Biodiversität machen nicht an Grundstücksgrenzen Halt. Dennoch ist die Kompetenz der Eigentümerschaften auf ihre Parzellen beschränkt. Damit das Potenzial urbaner Grünräume für Klimaresilienz und Artenvielfalt wirksam wird, braucht es politische Leitplanken, kooperatives Handeln und neue Berufsfelder, die urbane Grünräume professionell pflegen und entwickeln. Ein systemischer Ansatz im Städtebau ist unverzichtbar.

    Landschaftsarchitektur mit Führungsanspruch
    Die Architektur prägt den Städtebau mit grossen Gesten, doch die Robustheit und Zukunftsfähigkeit urbaner Systeme liegt im Freiraum. Hier hat die Landschaftsarchitektur ihre Stärke. Sie kann mit minimalen Mitteln widerstandsfähige, ökologische Strukturen schaffen. Dafür braucht es mehr Selbstbewusstsein in der Disziplin und die Bereitschaft, die Führungsrolle im Städtebau einzunehmen.

    Bildung für die Zukunft
    Um den steigenden Bedarf an Landschaftsarchitektinnen und Landschaftsarchitekten zu decken, braucht es neue Ausbildungswege. Ein Bachelorstudiengang an der Berner Fachhochschule könnte diese Lücke schliessen und innovative Lehrmodelle erproben. Zentrale Inhalte wären systemische Ansätze, die ökologische, soziale und räumliche Faktoren verbinden und in zukunftsfähige Konzepte übersetzen.

    Das Abstandsgrün ist kein überflüssiger Raum zwischen Gebäuden. Es ist das ökologische Kapital der Zukunft. Wer es als integralen Bestandteil der Stadtplanung begreift, schafft resiliente, lebenswerte Städte, die den Herausforderungen von Klima und Biodiversität standhalten.

  • Atommüll als Ressource für die Energiewende

    Atommüll als Ressource für die Energiewende

    Atomkraft polarisiert! Während einige Länder aussteigen, bleibt sie andernorts eine zentrale Stütze der Energieversorgung. Gemeinsam ist allen jedoch ein Problem – der radioaktive Abfall. Weltweit lagern bereits Tausende Tonnen hochradioaktiver Stoffe, deren sichere Verwahrung Milliarden verschlingt. Nun aber rückt eine Idee in den Vordergrund, die ausgerechnet diesen Abfall in einen wertvollen Rohstoff verwandeln könnte.

    Tritium ist der Schlüssel zur Kernfusion
    Die Kernfusion gilt als Hoffnungsträger der Energiezukunft. Im Gegensatz zur Kernspaltung setzt sie nicht auf den Zerfall, sondern auf die Verschmelzung von Atomkernen. Ähnlich wie in der Sonne. Mit Deuterium und Tritium als Brennstoff lassen sich riesige Energiemengen erzeugen, nahezu ohne klimaschädliche Emissionen und mit deutlich geringeren Abfallmengen. Während Deuterium leicht verfügbar ist, bleibt Tritium extrem knapp. Weltweit existieren derzeit nur rund 25 Kilogramm, zu wenig für einen breiten Einsatz in der Energieproduktion.

    Atommüll als Quelle für den Zukunftsbrennstoff
    Hier setzt die Forschung von Terence Tarnowsky am Los Alamos National Laboratory an. Radioaktive Abfälle aus bestehenden Kernkraftwerken könnten genutzt werden, um Tritium in relevanten Mengen zu gewinnen. Damit würden zwei Herausforderungen gleichzeitig adressiert. Die sichere und teure Lagerung von Atommüll sowie die Verfügbarkeit des fehlenden Brennstoffs für künftige Fusionskraftwerke. Der Marktpreis für Tritium liegt aktuell bei rund 15 Millionen Dollar pro Pfund, ein klares Zeichen für seine Knappheit und seinen Wert.

    Chancen für die Energiewende
    Die Vision ist klar. Wenn aus Abfall ein Zukunftsbrennstoff wird, könnten sich die Karten in der globalen Energiepolitik neu mischen. Fusionskraftwerke, gespeist durch Tritium aus recyceltem Atommüll, könnten enorme Energiemengen klimaneutral und sicher bereitstellen. Für die Energiewende wäre dies ein Meilenstein, der den wachsenden Strombedarf durch Elektromobilität, Wärmewende und Digitalisierung langfristig absichern könnte.

    Forschung am Wendepunkt
    Noch ist der Weg zur grossflächigen Nutzung offen. Technische, wirtschaftliche und sicherheitspolitische Fragen müssen geklärt werden. Doch die Richtung zeigt, wie Wissenschaft und Technologie scheinbare Altlasten in Zukunftschancen verwandeln können. Ausgerechnet Atommüll, Sinnbild ungelöster Energieprobleme, könnte so zu einer tragenden Säule der Energiewende werden.

  • Hitzeschutz auf Baustellen wird zur Gemeinschaftsaufgabe

    Hitzeschutz auf Baustellen wird zur Gemeinschaftsaufgabe

    Die Schweiz ist topografisch vielfältig, von innerstädtischen Baustellen über alpine Lagen bis hin zu grossflächigen Infrastrukturprojekten. Einheitliche Massnahmen greifen daher zu kurz. Während in gewissen Gemeinden frühere Arbeitszeiten ermöglicht werden, setzen andere Projekte auf mobile Beschattungssysteme oder angepasste Pausenregelungen. Entscheidend ist die Abstimmung auf die jeweilige Region, das Umfeld und den Projekttyp.

    Mitverantwortung der Bauherrschaft
    Walz betont, dass es nicht nur Aufgabe der Bauunternehmen sei, für Hitzeschutz zu sorgen. Auch Bauherren und Projektverfasser könnten durch vorausschauende Planung und Ausschreibung wirkungsvolle Massnahmen verankern. Damit übernehmen sie Verantwortung für die Arbeitssicherheit und verhindern Diskussionen über Mehrkosten. «Wer frühzeitig auf die Thematik eingeht, schafft Klarheit und Verbindlichkeit für alle Beteiligten», so Walz.

    Zusammenarbeit auf allen Ebenen
    Ein wesentlicher Faktor ist die enge Abstimmung zwischen Bauleitung, Polieren und Arbeitnehmenden. Zwar tragen Arbeitgeber die gesetzliche Pflicht, den Gesundheitsschutz zu gewährleisten, doch auch Mitarbeitende sind gefordert. Sie müssen Schutzmassnahmen aktiv nutzen, Schattenplätze aufsuchen und die zur Verfügung gestellten Hilfsmittel einsetzen. Die Verordnung über die Unfallverhütung (VUV, Art. 11) verpflichtet alle Parteien zur Umsetzung.

    Rechtliche Rahmenbedingungen und Herausforderungen
    Gesetzlich sind Arbeitgeber bereits heute verpflichtet, Schutzmassnahmen umzusetzen. Unterstützung bieten Richtlinien von Suva und SBV. Dennoch bestehen strukturelle Probleme. Wird aufgrund einer Hitzewelle der Arbeitsrhythmus angepasst, entstehen Verzögerungen, die in Werkverträgen nicht immer abgedeckt sind. Häufig werden die Bestimmungen der SIA-Norm 118, die Fristverlängerungen bei wetterbedingten Unterbrüchen vorsehen, wegbedungen. Damit landen die Risiken bei den Bauunternehmen und deren Mitarbeitenden. Eine Praxis, die der SBV klar kritisiert.

    Runder Tisch als Signalgeber
    Um tragfähige Lösungen zu entwickeln, hat sich der SBV gemeinsam mit Gewerkschaften, Bauherrenvertretungen wie KBOB, SBB, Astra und IPB sowie Behörden und Suva am «Runden Tisch Hitze» zusammengeschlossen. Mitte Mai 2025 wurde in einem Konsultativentscheid festgelegt, Hitzeschutz künftig in der Baustellenverordnung (BauAV), in Empfehlungen von KBOB und IPB sowie in der SIA-118-Vertragsnorm zu verankern. Damit verpflichten sich Bauherren und Sozialpartner, Gesundheitsschutz verbindlich zu berücksichtigen. Nun liegt es an der Politik, ein klares Signal in dieselbe Richtung zu senden.

    Hitzeschutz auf Baustellen ist keine reine Chefsache, er verlangt die Mitverantwortung aller Beteiligten, vom  Bauherren, Unternehmen, Bauleitungen und Mitarbeitende. Nur wenn alle an einem Strang ziehen, lassen sich die wachsenden Risiken durch steigende Temperaturen wirkungsvoll bewältigen. In Zeiten des Klimawandels wird Hitzeschutz so zu einem festen Bestandteil moderner Baukultur und zu einem entscheidenden Faktor für Arbeitssicherheit und faire Rahmenbedingungen.

  • Immobilienberatung mit Weitblick: Expertise für den gesamten Lebenszyklus

    Immobilienberatung mit Weitblick: Expertise für den gesamten Lebenszyklus

    Wer Immobilien besitzt oder plant, kennt viele Herausforderungen des Marktes, wie beispielsweise Leerstand zu verhindern und Mietpreise marktgerecht zu bestimmen, ohne Angebot und Nachfrage ausser Acht zu lassen. Genau hier setzt die Migros Bank mit ihrem einzigartigen Beratungsansatz an, der wirtschaftlichen Weitblick, Marktdaten und individuelle Lösungen vereint – für Eigentümerinnen und Eigentümer, die mehr wollen als nur Hypotheken, sondern eine individuelle und auf das Objekt angepasste massgeschneiderte Beratung. Der Beratungsansatz besteht aus verschiedenen Modulen, die je nach Situation und unabhängig voneinander mit der Kundin oder dem Kunden bearbeitet werden können.

    Zusammen mit der CSL Immobilien AG, einer Partnerin der Migros Bank, wird eine umfassende Dienstleistungspalette angeboten, die den gesamten Lebenszyklus von Immobilien abdeckt. Kunden profitieren von Bauherrendienstleistungen und der professionellen Bewirtschaftung ihrer Immobilien. Dieses Angebot wird durch fundierte Research- und Marktanalysen des Schweizer Immobilienmarkts abgerundet, wodurch Eigentümerinnen und Eigentümer zusammen mit der Migros Bank fundierte Entscheidungen treffen können.

    Umfassende Analysetools für zugeschnittene und fundierte Entscheidungen
    So können mit dem Immobiliendialog Verkehrswerte, Kaufpreise, Nettomieterträge, Renditen und Leerstandsquoten mit den Marktdaten der CSL Immobilien AG verglichen werden. Das ermöglicht eine Beurteilung der Positionierung des Kundenportfolios. Es ist für Büro-, Gewerbe- und Wohnimmobilien geeignet. Die Analyse von Wohnimmobilien auf der Ebene Wohneinheit hilft dabei, die Performance der Immobilie zu prüfen und zu managen. So werden die Wohneinheiten mit den Marktdaten verglichen und auf Grösse, Preis und Chancen analysiert. Damit kann mit Kundinnen und Kunden die Positionierung von Projekten frühzeitig ermittelt werden, Altbestand kann auf Marktbedürfnisse und Standards geprüft und Gründe für Leerstände können abgeleitet werden.

    Analyse der Zinsentwicklung: Ausblick auf künftige Hypothekenkosten
    Wer ein Haus kauft oder eine Wohnung als Stockwerkeigentum, muss auch einen Blick in die Zukunft werfen. Die Zinssätze von Hypotheken sind heute vergleichsweise günstig – doch was wird in zehn Jahren sein? Ist die Liegenschaft mit dem voraussichtlichen Einkommen dann noch tragbar? Mit der Zinsentwicklungsanalyse kann das Hypotheken-Portfolio mit verschieden definierten Zinsszenarien 10 Jahre in die Zukunft simuliert werden. Mit diesen geschätzten Zinskosten werden mögliche Absicherungsstrategien, beispielsweise Ablösung einer Hypothek oder Abschluss eines Folgeproduktes, direkt verglichen werden. Die Eigentümerinnen und Eigentümer können damit ihr Portfolio restrukturieren und an die Markterwartung anpassen.

    Nachhaltigkeit als Schlüssel zur Wertsteigerung von Immobilien
    Gerade für Besitzerinnen und Besitzer älterer Liegenschaften ist die Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema, das einen unmittelbaren Einfluss auf den Wert der Liegenschaft hat. Mit der Nachhaltigkeitsanalyse wird aufgezeigt, welche Vorteile es mit sich bringt, Immobilien auf nachhaltiger Basis zu sanieren. Dabei werden die CO2-Emissionen, die Energiekosten und der Energiebedarf einer Liegenschaft ermittelt und mit einem Modernisierungsplan dargestellt, welche Sanierungsmassnahmen einen positiven Einfluss auf diese Werte haben. Richtig getimte Sanierungen sind entscheidend, um den Wert einer Immobilie über den ganzen Lebenszyklus zu erhalten oder sogar zu steigern. Es ist ratsam, sich vor Beginn einer Sanierung von Experten beraten zu lassen, um die besten und kostengünstigsten Lösungen zu finden. Fragen rund um die Sanierung sind anspruchsvoll – vor allem auch, wenn es um alternative Energien geht. Bei besonders alten Liegenschaften gilt es zudem zu entscheiden, ob sich eine Sanierung lohnt oder besser neu gebaut werden soll. Diese Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Zustand des Gebäudes, die finanziellen Mittel und die persönlichen Vorstellungen. Wichtig ist auf jeden Fall eine langfristige Sanierungsstrategie, die hilft, die Kosten zu senken und die Lebensdauer des Hauses zu verlängern.

    Eine starke Partnerschaft mit Synergien
    Die Migros Bank arbeitet eng mit CSL-Immobilien zusammen. Beide Unternehmen sind operativ eigenständig. Durch diese strategische Partnerschaft profitiert CSL Immobilien von einer landesweiten Expansion und dem Zugang zu neuen Märkten, während die Migros Bank ihr Angebot im Immobilienbereich gezielt ausbauen kann. Gemeinsam decken sie mit einer erweiterten Dienstleistungspalette den gesamten Lebenszyklus von Immobilien ab – von der Finanzierung über die Bauherrenberatung bis zur Vermarktung. Die Zusammenarbeit schafft zudem bedeutende Synergien, insbesondere in den Bereichen Beratung und Finanzierung. Ein konkretes Resultat ist die gemeinsame Entwicklung des digitalen Maklerservices Nextkey, der den Verkauf von Immobilien effizient und kundenfreundlich gestaltet. Damit entsteht ein ganzheitliches Angebot, das Kundinnen und Kunden in allen Phasen rund um Wohneigentum begleitet.

    Ganzheitliche Betreuung für Immobilienbesitzerinnen und -besitzer
    Wer eine Immobilie besitzt oder plant, braucht heute mehr als nur eine Finanzierungslösung. Gefragt ist ein Partner, der den gesamten Lebenszyklus eines Objekts im Blick hat. Die Migros Bank positioniert sich mit ihrem Beratungsansatz genau in diesem Feld – als ganzheitlicher Begleiter, nicht nur als Hypothekengeber. In Zusammenarbeit mit CSL-Immobilien bietet sie massgeschneiderte Lösungen für Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre Liegenschaften nachhaltig, rentabel und zukunftsgerichtet entwickeln wollen. Ob Marktwertanalysen, Nachhaltigkeit, Rendite oder Zinsentwicklung: Mit modularen Tools und fundierten Marktdaten aus der Praxis werden individuelle Fragestellungen kompetent und vorausschauend adressiert. Das stärkt nicht nur die Entscheidungsqualität der Kundinnen und Kunden, sondern auch den Wert und die Zukunftsfähigkeit ihrer Immobilien. Die Migros Bank steht damit für eine neue Art von Immobilienberatung – vernetzt, partnerschaftlich und weitsichtig.

    «Wer eine Immobilie besitzt oder plant, braucht heute mehr als nur eine Finanzierungslösung. Gefragt ist ein Partner, der den gesamten Lebenszyklus eines Objekts im Blick hat.»

    «Wer ein Haus kauft oder eine Wohnung als Stockwerkeigentum, muss auch einen Blick in die Zukunft werfen. Die Zinssätze von Hypotheken sind heute vergleichsweise günstig – doch was wird in zehn Jahren sein?»

    Weitere Informationen unter: migrosbank.ch/potenzial

  • Upcycling-Projekt verwandelt Restmaterial in Büroeinrichtung

    Upcycling-Projekt verwandelt Restmaterial in Büroeinrichtung

    Restemöbel hat bei der Photovoltaikfirma Planeco mit Hauptsitz in Münchenstein BL in der Alten Papieri Arlesheim ein grosses Innenausbauprojekt abgeschlossen. In Zusammenarbeit mit dem Basler Baubüro in situ hat restemöbel laut seiner Mitteilung erstmals Restmaterial im grossen Massstab zu hochwertigem Mobiliar verarbeitet.

    Unter anderem hat restemöbel Schliessfächer geplant und hergestellt, die bis auf die Beschläge zu 100 Prozent aus Restmaterial bestehen. Die Firma verwertet Ausschuss, der bei der Produktion in Schreinereien und verschiedenen Nebengewerken im Raum Lörrach anfällt und der für gewöhnlich weggeworfen oder verbrannt wird.

    „Um das zu ändern, haben wir im Sommer 2019 restemöbel erfunden: kleine, feine Möbel, für deren Herstellung fast ausschliesslich Materialreste verwendet werden“, so die Firma in ihrer Selbstdarstellung. „Auf diese Weise versuchen wir, etwas gegen Ressourcen- und Energieverschwendung zu tun und machen zugleich die Welt ein bisschen schöner.“

    Aktuell ist restemöbel noch ein Projekt des Baslers Florian Oeschger und von Markus Schier, der auf der deutschen Rheinseite in Rheinweiler zuhause ist. Es wird sowohl von der Oe Moebel GmbH mit Sitz in Basel als auch von der Möbelwerkstatt Florian Oeschger und Holzwerkstatt Markus Schier im deutschen Rheinfelden getragen. Wie die beiden, die seit 2022 Partner sind, ankündigen, ist in nächster Zeit die Firmierung von restemöbel in Basel geplant.

  • Europas grösstes Bauprojekt nimmt Gestalt an

    Europas grösstes Bauprojekt nimmt Gestalt an

    Auf dem stillgelegten Flughafengelände Hellinikon südlich von Athen entsteht das ehrgeizige Projekt Ellinikon. Hier baut Griechenland eine neue Stadt von Grund auf, die als Musterbeispiel für nachhaltige und digital vernetzte Stadtentwicklung dienen soll. In wenigen Jahren soll dieses Gebiet ein Lebensraum für über 10’000 Menschen, ein Arbeitsort für bis zu 80’000 Beschäftigte und ein Reiseziel für Millionen von Touristen werden. Das Ziel ist eine Stadt, die ökologisch, technologisch und sozial die Anforderungen des 21. Jahrhunderts erfüllt.

    Vom Geisterflughafen zum Hoffnungsträger
    Das Gelände des ehemaligen Hellenikon International Airport, einst das Tor zur Welt, war jahrzehntelang ungenutzt und marode. Mit der Schuldenkrise kam Bewegung in das Projekt. 2014 erhielt Lamda Development den Zuschlag, das Gelände für 915 Millionen Euro auf 99 Jahre zu pachten und zu entwickeln. Die Planung lag in den Händen renommierter Architekturbüros, darunter Foster + Partners aus London. Seit 2020 rollen die Bagger, und bis 2036 soll alles fertig sein.

    Eine Stadt der kurzen Wege
    Ellinikon ist als sogenannte „15-Minuten-Stadt“ konzipiert. Alles, was man zum Leben braucht, Schule, Arztpraxis, Lebensmittelgeschäft, Sportplatz oder Café, soll in 15 Minuten zu Fuss oder per Fahrrad erreichbar sein. Die Planer wollen so den motorisierten Individualverkehr deutlich reduzieren. Öffentlicher Nahverkehr, Mikromobilität mit E-Scootern, Bike-Sharing und ein modernes Fuss- und Radwegenetz ersetzen das klassische Auto.

    Europas grösster Küstenpark
    Mitten im neuen Stadtgebiet entsteht ein Park, der Massstäbe setzen soll. 2,6 Millionen Quadratmeter Grünfläche, mehr als der Londoner Hyde Park. Der Ellinikon Park bietet Platz für Spaziergänge, Sport, Kulturveranstaltungen und Naturbeobachtung. Etwa 80 % des verwendeten Wassers stammen aus natürlichen Quellen, die bereits auf dem Gelände vorhanden sind.

    Wiederverwenden statt verschwenden
    Bevor die Hochhäuser in den Himmel wachsen, wurde zuerst tief gegraben. Mehr als 300 Stahlbetonpfeiler mit einer Tiefe von bis zu 55 Metern stützen das Fundament des neuen Wahrzeichens des Riviera Towers. Der Beton der ehemaligen Landebahnen wird vor Ort recycelt und für Strassen und Hangsicherungen wiederverwendet. Ein zentrales Ziel des Projekts sind Netto-Null-Emissionen. Gebäude werden nach dem LEED-Standard zertifiziert.

    Das höchste Wohngebäude Griechenlands
    207 Meter hoch, 53 Etagen, 169 Wohnungen, der Riviera Tower wird das höchste Gebäude des Landes. Neben dem Riviera Tower entsteht ein weiteres Hochhaus, der Vouliagmenis Mixed Use Tower mit 150 Metern Höhe. Er bietet Büroflächen, ein Hotel für Geschäftsreisende und direkten Anschluss an zwei U-Bahn-Stationen.

    Smart City Ellinikon
    Ellinikon versteht sich als Smart City. Daten, Sensoren, Vernetzung und digitale Dienste spielen eine zentrale Rolle. Intelligente Strassenbeleuchtung, Sensoren für Luftqualität und Lärm, Apps für Navigation, Buchung und Zahlung sowie 5G- und Glasfasernetze für hohe Konnektivität sind nur einige Beispiele. Mit intelligenten Stromnetzen, energieeffizienter Architektur und Mikroklima-Analysen soll der Energieverbrauch optimiert werden.

    Soziales Engagement und Tourismus
    Ellinikon soll nicht nur schick, sondern auch sozial sein. Bereits 2023 wurde das erste fertiggestellte Gebäude übergeben, ein Zentrum für Menschen mit Behinderungen. Weitere öffentliche Einrichtungen sind in Planung, wie Kindergärten, Schulen, eine Klinik, Kulturzentren und Sportanlagen. Zwei grosse Einkaufszentren, die Vouliagmenis Mall und die Riviera Galleria, sollen internationales Publikum anziehen. Noch spektakulärer dürfte jedoch der Kasinokomplex werden, der gemeinsam mit Hard Rock International realisiert wird.

    Ökonomischer Schub für Griechenland
    Das Projekt soll langfristig 2,4 % zum Bruttoinlandsprodukt Griechenlands beitragen. 70’000 bis 80’000 direkt und indirekt neue Jobs sind geplant und der Tourismus soll jährlich um über eine Million zusätzliche Gäste wachsen. Die erwarteten Steuereinnahmen belaufen sich auf 14 Milliarden Euro über die Projektlaufzeit.

    Wie es weitergeht
    Die erste grosse Bauphase soll bis 2026/2027 abgeschlossen sein. Dann sollen zentrale Infrastruktureinrichtungen wie Verkehrswege, erste Wohngebäude, Grünflächen und Bildungseinrichtungen stehen. Bis 2036 folgt die vollständige Fertigstellung. Ellinikon soll nicht nur ein neues Stadtviertel Athens sein, sondern ein Aushängeschild dafür, wie urbane Entwicklung in Zukunft aussehen kann.

  • Neue Strategie zahlt sich aus – mehr Gewinn und grüner Umsatzanteil steigt

    Neue Strategie zahlt sich aus – mehr Gewinn und grüner Umsatzanteil steigt

    Holcim erzielte einen Halbjahresumsatz von 7,87 Milliarden Franken, ein Anstieg von 1,8 Prozent in lokaler Währung. Das Unternehmen vermeldet in einer Mitteilung einen überproportionalen Anstieg seines Recurring EBIT (wiederkehrender Betriebsgewinn) um 10,8 Prozent in lokaler Währung und 3 Prozent in Schweizer Franken auf 1,44 Milliarden Franken. Die Recurring EBIT-Marge verbessert sich so um 90 Basispunkte auf 18,3 Prozent. Der Gewinn pro Aktie stieg zudem um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 1,57 Franken vor Wertminderungen und Veräusserungen.

    Die Baustofffirma vermeldet ausserdem eine verstärkte Nachfrage nach nachhaltigen Lösungen. Der Anteil des CO2-armen Betons ECOPact betrug im ersten Halbjahr 31 Prozent des Gesamtumsatzes mit Transportbeton, verglichen mit 25 Prozent im Vorjahr. Der nachhaltige ECOPlanet-Zement machte 35 Prozent des Zementumsatzes aus, verglichen mit 32 Prozent vor einem Jahr.

    „Ich danke allen unseren 48’000 Mitarbeitenden auf der ganzen Welt für ihren Beitrag zu unserem hervorragenden Halbjahresergebnis. Holcim ist der führende Partner für nachhaltiges Bauen, und wir erschliessen signifikante Geschäftschancen durch unsere neue Strategie ‚NextGen Growth 2030‘ – welche die Grundlage für eine neue Ära des Wachstums und der Wertschöpfung bildet“, wird CEO Miljan Gutovic zitiert.

    Holcim prognostiziert für das Gesamtjahr ein 3- bis 5-prozentiges Umsatzwachstum in lokaler Währung, ein 6- bis 10-prozentiges Wachstum des Recurring EBIT in lokaler Währung, eine Recurring EBIT-Marge von mehr als 18 Prozent, einen Free Cashflow vor Leasingverhältnissen von rund 2 Milliarden Franken und über 20 Prozent Zuwachs bei recycelten Bau- und Abbruchmaterialien.

  • Alpines Solarprojekt über 2000 Meter gestartet

    Alpines Solarprojekt über 2000 Meter gestartet

    Die Axpo mit Sitz in Baden hat STRABAG mit der Umsetzung eines alpinen Solarprojekts neben dem Stausee Lai da Nalps oberhalb der Ortschaft Serdun in Graubünden beauftragt. Auf über 2000 Meter über Meer werden im Projekt NalpSolar rund 1500 Solartische und ein Technikzentrum installiert, informiert das Bauunternehmen aus Schlieren in einer Mitteilung. Die ersten 10 Prozent der Anlage sollen bereits in diesem Dezember in Betrieb gehen.

    „Die Bauarbeiten sind technisch anspruchsvoll, logistisch herausfordernd und ökologisch sensibel, aber vor allem ein Meilenstein für die Energiewende in der Schweiz“, schreibt STRABAG. So müssen die einzelnen Solartische und anderen Bauteile über eine schmale, einspurige Bergstrasse transportiert werden. Die normalerweise gesperrte Strasse wurde von der Axpo in den 1960er-Jahren als Zufahrtsstrasse für den Stausee eingerichtet.

    Da auf der Baustelle keine Lagermöglichkeiten bestehen, wird zudem jeweils nur das unmittelbar benötigte Material transportiert. „Die Logistik läuft inzwischen wie am Schnürchen“, erklärt Bauführer François Borner in der Mitteilung. „Statt stressig ist sie heute gut planbar.“ Als weitere Herausforderungen im Projekt führt STRABAG in der Mitteilung den unebenen Untergrund und die Achtung der Naturschutzzonen im Baugebiet an.

    Aufgrund der Höhenlage werde NalpSolar besonders im Winterhalbjahr viel Strom produzieren, erläutert STRABAG. Das Bauunternehmen strebt den Abschluss der Arbeiten für das Jahr 2028 an. Der Strom aus NalpSolar ist für die nächsten 20 Jahre für das Stromnetz der SBB reserviert.

  • 90 Jahre Innovation mit Schweizer Parketttradition

    90 Jahre Innovation mit Schweizer Parketttradition

    Der Parketthersteller Bauwerk blickt dieses Jahr auf sein 90-jähriges Bestehen zurück. Eigenen Angaben zufolge wurde begonnen mit der Einführung des ersten Dispersionsklebers zum Schutz gegen schädliche Dämpfe des damals verwendeten Bitumenklebers. Später folgte die Spezialisierung auf Parkettfussböden. Den Anstoss gab der Zürcher Ernst Göhner, der 1935 einen „aus Holzstücken zusammengesetzten Belag für Fussböden oder Wände“ zur Serienreife brachte. Daraus wurde das „industriell gefertigte Mosaik-Parkett oder Klötzli-Parkett“, welches bis heute im Sortiment von Bauwerk erhältlich ist.

    Seit Markteinführung des ersten 2-Schicht-Fertigparketts im Jahr 1976 hat sich der Hersteller zu einem weltweit tätigen Unternehmen der Holzbodenbranche mit 1600 Mitarbeitenden entwickelt. Allein in der Schweiz werden pro Jahr 2 Millionen Quadratmeter Parkett der Marken Bauwerk Parkett, BOEN und Somerset Hardwood Flooring verlegt.

    Mehr als 60 Prozent der Bodenbeläge werden am Firmensitz in St.Margrethen hergestellt. Seit Anfang der 1950er Jahre ist dort auch der Bereich Forschung und Entwicklung angesiedelt. Für Produktionsverfahren, Zusammensetzung, Gebrauch und die Wiederverwertung aller Komponenten sowie für den Umgang mit Ressourcen im Sinne der Kreislaufwirtschaft erhielt der Hersteller die Cradle-to-cradle-Zertifizierung. Parkett zu verwenden, sei per se umweltschonend und stehe für eine positive Ökobilanz. „Zudem ist jede Diele, die unsere Werke verlässt, ein Unikat – das perfekte Zusammenspiel von Schweizer Ingenieurskunst und der Kraft der Natur“, wird Patrick Hardy, seit 2022 CEO der Bauwerk Group, in der Mitteilung zitiert.

    Neben Beachtung einer nachhaltigen Wirtschaftsweise engagiert sich das Unternehmen auch sozial. Mit der Aktion Parkettzauber wurden mehrere karitative Organisationen mit Parkettböden unterstützt – darunter eine Kindertagesstätte und eine sozialpädagogische Wohngruppe.

  • Holzernte in der Schweiz sinkt 2024 um 2 Prozent

    Holzernte in der Schweiz sinkt 2024 um 2 Prozent

    Im Jahr 2024 sind in der Schweiz 4,8 Millionen Kubikmeter Holz geerntet worden. Das entspricht einem Rückgang von rund 2 Prozent. Das geht aus einer Mitteilung der Bundesämter für Statistik und Umwelt hervor. Damit sank die Gesamternte im zweiten Jahr in Folge.

    Besonders ausgeprägt war die Reduktion bei Stückholz (-11 Prozent), gefolgt von Stamm- oder Sägeholz (-2 Prozent). Die starke Abnahme beim Stückholz geht vor allem auf Privatwälder zurück, die in allen Forstzonen geringer ausfiel, mit Ausnahme des Jurabogens und der Alpensüdseite. Die Forstzonen mit den stärksten Veränderungen waren das Mittelland (-94’000 Kubikmeter) und die Voralpen (-42’300 Kubikmeter).

    Der Kanton mit der grössten Holzerntemenge ist mit 0,89 Millionen Kubikmetern Bern. Dahinter folgen die Kantone Waadt, Zürich, Graubünden und Aargau. Ihre Erntemengen liegen zwischen 0,44 und 0,34 Millionen Kubikmetern. Zusammen lieferten sie im vergangenen Jahr 51 Prozent der gesamten Holzernte.

    Der Anteil von Energieholz in Form von Hackschnitzeln hat weiter zugenommen und beträgt nun 44 Prozent des gesamten Jahreseinschlags. Das entspricht 2,1 Millionen Kubikmetern. Der Anteil Energieholz an der gesamten Holzernte hat sich in den vergangenen 20 Jahren fast verdoppelt.

    Die 638 Forstbetriebe verzeichneten 2024 Einnahmen von 622 Millionen Franken und Ausgaben von 651 Millionen Franken. Damit belief sich das Defizit gesamtschweizerisch auf 29 Millionen Franken. Gegenüber dem Vorjahr ist es um 9 Millionen Franken angestiegen. Einzig die Forstbetriebe in den Voralpen verzeichneten eine positive Bilanz.

  • Effizient kühlen mit der Fussbodenheizung

    Effizient kühlen mit der Fussbodenheizung

    In gut gedämmten Neubauten und energetisch sanierten Altbauten steigt das Interesse an alternativen Kühlmethoden. Eine Fussbodenheizung kann nicht nur für wohlige Wärme im Winter sorgen, sondern auch im Sommer zum angenehmen Raumklima beitragen, vorausgesetzt, sie ist an eine dafür geeignete Wärmepumpe angeschlossen. Damit eröffnet sich eine effizient, geräuschlos und klimafreundlich doppelte Nutzung bestehender Technik.

    Technik, die beides kann
    Nur wassergeführte Systeme sind für das Kühlen geeignet. Über das im Boden verlegte Rohrsystem strömt im Sommer kühles Wasser, gesteuert durch eine Pumpe und eine smarte Regelung. Entscheidend ist die Kombination mit einer reversiblen Wärmepumpe, die den Kühlmodus technisch unterstützt. Der Unterschied zwischen Heiz- und Kühlbetrieb liegt vor allem in der Wassertemperatur. Statt 35 bis 40 °C werden 16 bis 20 °C durch das System gepumpt.

    Aktiv oder passiv – zwei Wege zur Abkühlung
    Passives Kühlen nutzt die Temperaturdifferenz zum Erdreich oder Grundwasser, ohne dass der Verdichter aktiv ist. Das spart Energie, reicht aber bei starker Hitze oft nur für eine leichte Temperatursenkung.

    Aktives Kühlen hingegen arbeitet mit voller Pumpenleistung. Räume lassen sich deutlich stärker abkühlen, allerdings mit höherem Strombedarf.
    Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen eignen sich für beide Varianten. Luft/Wasser-Systeme sind ausschliesslich für die aktive Kühlung konzipiert.

    Technik und Planung müssen zusammenpassen
    Die erreichbare Temperaturabsenkung liegt zwischen 2 und 5 °C. Bei aktiven Lösungen sind auch Werte um 20 bis 22 °C realistisch. Eine zu tiefe Vorlauftemperatur kann Kondenswasser verursachen. Daher braucht es Systeme mit Taupunktüberwachung, die bei kritischen Werten automatisch gegensteuern.

    Grenzen kennen, Potenziale nutzen
    Fussbodenheizungen reagieren träge, das Kühlen braucht daher vorausschauende Steuerung. Wer heute neu baut oder saniert, kann jedoch mit guter Planung und geeigneter Technik auf ein einziges System setzen, das ganzjährig für Komfort sorgt, ohne zusätzliche Klimaanlage.

    Die erreichbare Temperaturabsenkung hängt von der Bauweise, Dämmung und Auslegung des Systems ab. In gut gedämmten Neubauten oder sanierten Objekten sind auch bei heissen Aussentemperaturen Raumkühlungen auf 22 °C oder darunter möglich. Besonders Schlafräume, Büros oder stark aufgeheizte Wohnbereiche profitieren von der gleichmässigen, stillen Kühlung.

  • Software zur Überwachung von CO2-Lagerstätten

    Software zur Überwachung von CO2-Lagerstätten

    Der Post-Doktorand und Pioneer Fellow Edoardo Pezzulli von der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat eine Software entwickelt, die es ermöglicht, die Kohlendioxid-Speicherung in Lagerstätten kontinuierlich zu überwachen und deren Risiken zu reduzieren. Laut einer Mitteilung strebt der Mathematiker jetzt nach der Marktreife seiner Technologie. Dafür gründete er mit Maschinenbauingenieur Michael Liem das Start-up Storra Dynamics GmbH.

    «Wer CO2 speichert, trägt soziale Verantwortung», wird Pezzulli in der Mitteilung zitiert. «Die Anlagen müssen über Generationen hinweg sicher sein. Mit unserem Überwachungssystem wollen wir beweisen, dass sich die Risiken in Grenzen halten und ein Betrieb auf höchstem Sicherheitsniveau möglich ist.» Denn bei einer derartigen Speicherung gibt es geologische Unsicherheiten. Zunächst muss analysiert werden, wie viel Kohlendioxid in den Standort eingespeist werden kann, anschliessend kann das gespeicherte Gas überwacht werden, um sicherzustellen, dass es auch gebunden bleibt. Die neu entwickelte Software soll dann wie ein digitaler Zwilling arbeiten, indem sie Druck-, Temperatur- und Belastungsbedingungen in der Speicherstätte simuliert.

    Aktuell ist Pezzuli am Pilot- und Demonstrationsprojekts CITru in der Gemeinde Trüllikon beteiligt. Unter Leitung der ETH wird hier die Machbarkeit einer Kohlendioxid-Einspeisung durch ein stillgelegtes Bohrloch, das von der Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) erstellt worden ist, geprüft. Der Wissenschaftler ist verantwortlich für die Risikobewertung und die Ausarbeitung des Überwachungsplans.

  • Energiestandort mit Zukunftspotenzial

    Energiestandort mit Zukunftspotenzial

    Mit dem Kauf des ehemaligen Legler-Areals durch die Hochdruckkraftwerk Diesbach AG und der gleichzeitigen Beteiligung der Gemeinde Glarus Süd beginnt ein neues Kapitel für das traditionsreiche Fabrikareal im Glarnerland. Die Betreiberin des lokalen Wasserkraftwerks hat sich das Areal inklusive Kraftwerkzentrale gesichert. Die Gemeinde erwirbt gleichzeitig landwirtschaftliche Flächen von der bisherigen Eigentümerin und wird mit einem Aktienanteil von 40 % zur grössten Aktionärin.

    Energie trifft Standortentwicklung
    Der Erwerb dient nicht nur dem Erhalt des historischen Kraftwerks, sondern eröffnet auch neue Möglichkeiten für eine langfristige Arealentwicklung. «Wir können Flächen von 50 bis zu mehreren 1’000 Quadratmetern anbieten», sagt Verwaltungsratspräsident Weber-Thedy.

    Die Gemeinde Glarus Süd sichert zwei Sitze im Verwaltungsrat und eine wichtige Bodenreserve von fast 30’000 Quadratmetern Landwirtschaftsland, die für Ersatzmassnahmen oder ökologische Ausgleichsflächen vorgesehen sind. Damit schafft die Gemeinde Raum für zukünftige Entwicklungen.

    Langfristige Perspektive mit Zwischennutzung
    Das Potenzial des Legler-Areals ist unbestritten, doch eine neue Nutzung braucht Zeit und setzt auf sorgfältige Planung. Ziel ist eine Mischnutzung mit Wohnen und Arbeiten, die zur Landschaft und zur Gemeinde passt. Erste Umsetzungsschritte werden nicht vor den nächsten zehn Jahren erwartet.
    Bis dahin wird das Areal sinnvoll zwischengenutzt. Die grossen Hallen werden als Lagerräume vermietet. Die flexibel aufteilbar, wenn auch aufgrund baulicher Einschränkungen nur für bestimmte Zwecke geeignet sind.

    Nachhaltigkeit als Leitmotiv
    Das Hochdruckkraftwerk fokussiert sich auf eine umweltfreundliche Energieproduktion und wird das Werk 2025 nach modernsten Standards erneuern. Frühere Diskussionen über den Ausbau wurden zugunsten eines sensiblen Umgangs mit dem Landschaftsbild vertagt, aber das Rauschen des Diesbachfalls soll erhalten bleiben.

    Ein Impuls für das Glarnerland
    Der Erwerb des Legler-Areals ist mehr als ein Eigentümerwechsel. Er ist ein Beispiel für vorausschauende Standortentwicklung, getragen von lokaler Energieproduktion, öffentlicher Beteiligung und einer langfristigen Perspektive. Die Gemeinde Glarus Süd bekennt sich aktiv zur Entwicklung des Areals und minimiert gleichzeitig das Risiko des Verfalls einer markanten Liegenschaft.

    Die Verbindung von Energieinfrastruktur, Immobilienentwicklung und öffentlichem Engagement macht das Projekt zu einem Leuchtturm für die Region. mit Vorbildcharakter für vergleichbare Standorte in der Schweiz.

  • CO2-neutrales Gewerbegebäude mit Rampe und Dachgarten

    CO2-neutrales Gewerbegebäude mit Rampe und Dachgarten

    Felix Partner Architektur und Design aus Zürich haben zum Baustart ihres Projekts Green Spin in Winterthur die ersten demontierten Bauteile des früheren Stewi-Hauptsitzes in Winterthur-Grüze zur Wiederverwertung symbolisch an deren Abnehmer übergeben. Denn die meisten Abbruchteile landen laut einer Medienmitteilung nicht auf der Deponie, sondern werden in anderen Bauten wiederverwendet. Ebenso werde der Abrissbeton geschreddert und zur Herstellung von Recycling-Beton genutzt.

    An gleicher Stelle wird ein Dienstleistungsgebäude für gewerbliche Mieter entstehen. Einziehen sollen ab Spätsommer 2027 Unternehmen, die auch selbst den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit legen.

    Der Rohbau ist als CO2-neutrale Holzkonstruktion geplant. Ausserdem werden ein begrünter Innenhof sowie ein Dachgarten realisiert. Photovoltaikmodule an den Fassaden und Windräder liefern ökologischen Strom, geheizt wird mit Erdwärme. Das Gebäude soll nach dem internationalen Nachhaltigkeitsstandard BREEAM zertifiziert werden.

    Herzstück ist eine bis zu sechs Meter breite und sanft um den Innenhof herum ansteigende Rampe. Sie erschliesst die Mietflächen auf allen Ebenen, auch mit dem Velo. Ergänzt werden die Flächen für Gewerbe, Büros, Produktion oder Sport durch Gastronomiebetriebe sowie einzelne Detailhandelsgeschäfte.

    «Ich hoffe, dieses Projekt inspiriert andere, ebenfalls gross zu denken und mutig zu handeln», habe FDP-Nationalrat Andri Silberschmidt in seiner Ansprache anlässlich des Baustarts gesagt. Der Winterthurer Stadtbaumeister Jens Andersen habe betont, das Projekt «passt bestens zu unserer Strategie einer nachhaltigen Stadtentwicklung».

  • Recyclebarer Linoleumboden mit hohem Korkanteil

    Recyclebarer Linoleumboden mit hohem Korkanteil

    Der Bodenbelagsanbieter Tarkett Schweiz AG aus Dietlikon hat die recycelbare Eigenkollektion Lino Materiale auf den Markt gebracht. Sie besteht aus Korkgranulat, Leinöl, Pinienharz und Holzmehl und ist in zehn erdverbundenen Farben erhältlich, schreibt das Unternehmen in einer Mitteilung.

    Dank ihres hohen Korkanteils sei Lino Materiale flexibler und könne Schall besser reduzieren als andere Linoleumböden. Die gute Abrieb- und Chemikalienbeständigkeit des Materials während der gesamten Lebensdauer mache die Bodenlösungen widerstandsfähig gegenüber Schmutz und täglicher Abnutzung. Das mache sie zu einer guten Wahl für häufig frequentierte Bereiche wie Schule, Büro, Klinik oder Verwaltungsgebäude.

    Die Böden, welche auf Basis der Originalrezeptur von 1898 entwickelt wurden, verfügen über eine exklusive Oberflächenvergütung, wie es vom Anbieter heisst. Dadurch seien Kosten für Reinigung und Pflege und damit der Energiebedarf geringer. Die Böden benötigten weder eine Erst-Einpflege noch zusätzliche Pflege- oder Beschichtungsmassnahmen, auch das trage zum Nachhaltigkeitskonzept des Herstellers bei.

    Teil dieses Konzeptes ist aber auch, dass der Bodenbelag rezykliert werden kann. «Denn echte Nachhaltigkeit endet bei Tarkett nicht mit der Verlegung», wird Daniel Mai in der Mitteilung zitiert, Product Manager D/A/CH für Homogeneous Vinyl, Heterogeneous Vinyl, Linoleum, Sports Indoor. Über das Rücknahmeprogramm ReStart werden das Linoleum und Verlegereste in den Kreislauf zurückgeführt. Dazu wird der Boden vollständig aufbereitet und als Rezyklat erneut verwendet.

  • Serielles Bauen – wann kommt der Durchbruch?

    Serielles Bauen – wann kommt der Durchbruch?

    Gebäude aus vorgefertigten Bauteilen zu errichten, ist keine neue Erfindung. Was einst im Bauhaus propagiert und nach dem Zweiten Weltkrieg als Plattenbau millionenfach realisiert wurde, erlebt heute eine technologische Renaissance. Digitale Planung, nachhaltige Materialien und industrielle Präzision ermöglichen serielle Wohngebäude auf hohem gestalterischem Niveau.

    Effizienzpotenzial im Takt der Fertigung
    Serielles Bauen reduziert Bauzeit, senkt Kosten und verbessert die bauliche Qualität, durch witterungsunabhängige Produktion in Hallen. In Projekten wie dem Hamburger «Woodie» oder dem Mannheimer Franklin Village zeigen sich die Stärken des Verfahrens, kurze Realisierungszeiten, funktionale Standards und architektonische Vielfalt. Moderne Modul- und Elementbauweisen ermöglichen sowohl Individualisierung als auch Skalierbarkeit.

    Nachhaltigkeit trifft Produktivität
    Serielle Prozesse optimieren Materialeinsatz, reduzieren Transportemissionen und erleichtern Rückbaukonzepte. Hybride Systeme, etwa aus Holzmodulen und Betonelementen, verbinden ökologisches Bauen mit industrieller Effizienz. Systeme wie die von Nokera zeigen, dass standardisiertes Bauen nicht gleichförmig sein muss, sondern gezielte Antworten auf urbane Herausforderungen liefern kann.

    Warum der Durchbruch stockt
    Trotz technischer Reife liegt der Marktanteil serieller Verfahren bei unter 12 %. Die Gründe sind langwierige Vergabeverfahren, fehlende kommunale Strategien, begrenzte Grundstücksverfügbarkeit und ein tief verankertes Negativimage hemmen die flächendeckende Umsetzung. Zudem ist die klassische Planungskultur oft nicht kompatibel mit prozessoptimierten Ansätzen.

    Neue Strukturen statt alter Routinen
    Eine nachhaltige Marktverankerung erfordert Systemveränderungen und Planungs- und Vergaberechte müssen seriellen Verfahren Raum geben. Kommunen benötigen strategische Flächenpolitik und koordinierte Konzepte. Gleichzeitig gilt es, gestalterische Vorurteile abzubauen und die gestalterische Vielfalt modularer Systeme sichtbar zu machen, etwa durch differenzierte Fassaden, flexible Grundrisse und gemischte Nutzungstypologien.

    Serielle Sanierung gewinnt an Bedeutung
    Nicht nur Neubauten profitieren vom industriellen Ansatz. Auch die Modernisierung des Bestands lässt sich seriell denken, schneller, günstiger und energieeffizient. Projekte wie jene von ecoworks zeigen, wie vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente ganze Mehrfamilienhäuser in kurzer Zeit transformieren können. Der Anteil solcher Sanierungen wächst  von 2 % auf 23 % binnen zwei Jahren.

    Förderpolitik als Hebel
    Zielgerichtete Anreizsysteme könnten serielle Verfahren beschleunigen, etwa durch Bonusförderungen bei modularer Bauweise oder Nachhaltigkeitsnachweis. Bislang fehlt eine klare Lenkung. Förderprogramme sind oft technologieoffen und fördern sozialen Wohnungsbau, koppeln die Mittel jedoch nicht an produktionsnahe Verfahren.

  • Mathematik macht Holz dreidimensional

    Mathematik macht Holz dreidimensional

    Die Verbindung von Geometrie, Holztechnik und digitaler Modellierung schafft neue Wege für den architektonischen Holzbau. Das Start-up Beyond Bending, entstanden an der TU Wien, hat ein innovatives System entwickelt, mit dem sich komplexe Freiformen aus flachem Holz realisieren lassen. Das patentierte «FLEXGrid-Aufspannsystem» basiert auf flachen Gitterstrukturen, die sich durch kontrolliertes Aufspannen in eine gewünschte dreidimensionale Form verwandeln, exakt wie zuvor mathematisch berechnet.

    Von flach zu räumlich
    Die Technologie greift auf ein Grundprinzip zurück, das aus der Gartenwelt bekannt ist, elastische, expandierende Gitter aus parallelen Holzleisten. Dieses einfache, aber wirkungsvolle Konstruktionsprinzip wurde ingenieurtechnisch weiterentwickelt und digitalisiert. Designer definieren die Zielgeometrie, der Algorithmus berechnet das passende Gitter. Beim Aufbau nimmt dieses dann exakt die gewünschte Form an.

    Effizienz trifft Ästhetik
    Das System erlaubt nicht nur eine präzise Formgebung, sondern auch material- und ressourcenschonendes Bauen.

    • Einfache Herstellung der flachen Bauteile,
    • schnelle Montage auf der Baustelle,
    • Verzicht auf komplexe Schalungen oder Spezialformen

    Verwendung von regionalem Holz
    Ein erstes Praxisbeispiel ist der Pop-up Pavillon im salzburgischen Kuchl. Die zehn Meter breite und vier Meter hohe Struktur wurde erfolgreich mit dieser Methode umgesetzt und dient als Demonstrator für künftige Anwendungen im Bereich temporärer oder dauerhafter Holzbauten.

    Digitales Design als Schlüssel zur Materialreduktion
    Das System demonstriert eindrucksvoll, wie Mathematik, algorithmisches Design und Nachhaltigkeit zusammenwirken können. Es erlaubt Architekten und Bauherren, frei geformte Konstruktionen zu realisieren, ohne hohe Produktionskosten oder aufwendige Formenbauprozesse.