Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Kanton Nidwalden verdreifacht Förderung für energetische Gebäudesanierung

    Kanton Nidwalden verdreifacht Förderung für energetische Gebäudesanierung

    Der Regierungsrat des Kantons Nidwalden hat in seinem Energieförderprogramm 2026 eine Erhöhung der Fördermittel für energetische Gebäudesanierungen um 300 Prozent auf 2,9 Millionen Franken beschlossen. Zusammen mit den Bundesmitteln steht damit laut einer Mitteilung insgesamt ein rekordhohes Jahresbudget von 6,3 Millionen Franken zur Verfügung. Dieses kantonale Förderprogramm unterstützt jene Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre Gebäudehülle optimieren, fossile oder elektrische Heizungen durch Systeme mit erneuerbarer Energie ersetzen oder energieeffiziente Neubauten erstellen.

    Die Nachfrage nach Fördermitteln war 2025 den Angaben zufolge „ausserordentlich hoch“. Insbesondere wegen des Ausbaus der Fernwärmenetze rechnet der Kanton für 2026 mit einer weiteren starken Zunahme der Gesuche. Ausserdem fallen in Zukunft steuerliche Erleichterungen weg, auch das dürfte die Nachfrage in diesem Jahr weiter ansteigen lassen.

    Die energetische Gebäudesanierung – eine zentrale Säule zur Erreichung der kantonalen Emissionsziele bis 2035 – gelingt den Angaben zufolge nur dann, wenn Eigentümerinnen und Eigentümer bereit sind, in ihre Liegenschaften zu investieren. „Sie leisten damit einen grossen Beitrag zur Verringerung von Treibhausgasen und zur Einsparung von Energie“, wird Umweltdirektor Joe Christen zitiert.

    Zwar könne mit dem Förderbeitrag nur ein kleiner Teil der Investitionen gedeckt werden. Doch zusammen mit den Steuerersparnissen und tieferen Heizkosten lohnten sich diese Investitionen langfristig. „Im Durchschnitt“, so Christen, „löst ein Franken Fördergeld nahezu das Zehnfache an Investitionen aus. Diese Wertschöpfung bleibt grösstenteils im Kanton, stärkt das lokale Gewerbe und trägt dank erneuerbarer Energien dazu bei, den Geldabfluss ins Ausland zu verringern.“

    Der Kanton Nidwalden ist bei der Singapore Airshow einer der Aussteller am SWISS Pavilion. Die internationale Luftfahrtmesse findet vom 3. bis 8. Februar statt.

  • Infrastrukturprojekt ersetzt Freileitungen durch moderne Netze

    Infrastrukturprojekt ersetzt Freileitungen durch moderne Netze

    Die Aargauer Gemeinden Bellikon, Remetschwil und Teile von Oberrohrdorf werden nicht mehr über Holzstangenleitungen aus dem Tal versorgt, sondern mittels einer neuen Kabelleitung. Mit dieser hat die AEW Energie AG laut einer Mitteilung ein zentrales Infrastrukturprojekt am Rohrdorferberg fertiggestellt und in Betrieb genommen. Im Zuge dessen konnten 1,6 Kilometer bestehende Holzstangenleitungen zurückgebaut werden – „ein Beitrag zu einem robusteren, wartungsärmeren Netz und zu einer Aufwertung des Landschaftsbildes“, so der Aargauer Energieversorger.

    Die sogenannte Rohrdorferbergleitung zwischen Künten und Fislisbach hat eine Gesamtlänge von 11,2 Kilometern. Insgesamt wurden acht Transformatorenstationen in die neue Leitung eingeschlauft. Davon profitieren den Angaben zufolge insbesondere Betriebe „mit erhöhten Anforderungen an die Versorgungssicherheit“.

    Insgesamt investierte die AEW 3 Millionen Franken in das Projekt. „Mit dem konsequenten Ausbau und der Verkabelung unserer Netzinfrastruktur erhöhen wir nicht nur die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung, sondern schaffen auch die Voraussetzungen für ein flexibles und zukunftsfähiges Energiesystem“, so Christoph Fischer, der bei der AEW den Geschäftsbereich Netze leitet.

  • Digitaler Produktpass bringt Transparenz in die Kreislaufwirtschaft

    Digitaler Produktpass bringt Transparenz in die Kreislaufwirtschaft

    Die Sky-Frame AG mit Sitz in Frauenfeld bietet ihren Kunden rahmenlose Schiebefenster aus Schweizer Produktion an. Dabei spielt die Kreislauffähigkeit der Produkte eine grosse Rolle. Das Unternehmen hat nun einen digitalen Produktpass mit Cradle to Cradle-Kompass lanciert, um darüber zu informieren, inwieweit die verwendeten Produkte dem strengen Kreislaufwirtschaftsprinzip Cradle to Cradle entsprechen.

    Der Digital Product Passport Compass Cradle to Cradle (DPPCCC) ist von epeaswitzerland aus Widnau entwickelt worden. Er basiert auf den digitalen Produktpässen, die laut einer EU-Verordnung für alle Produkte, die im EU-Raum verkauft werden, sukzessive eingeführt werden sollen. Er bewertet die Produkte von Sky-Frame nach einer Reihe von Kriterien, etwa nach ihrer Leistungsfähigkeit, der der Kreislauffähigkeit und dem Energieverbrauch. Er macht die Lieferketten des Unternehmens transparent und belegt die Rücknahmefähigkeit der Produkte des Unternehmens.

    „Die in der Schweiz hergestellten rahmenlosen Fenster und Schiebetüren schaffen ein aussergewöhnliches architektonisches, grenzenloses Raumerlebnis mit spektakulären Ausblicken. Zusammen mit dem Tool ‚Digital Product Passport Compass Cradle to Cradle‘ von epeaswitzerland setzen wir uns für ein neues Mass an Transparenz, Identität, Orientierung und die Einhaltung künftiger EU-Rechtsvorschriften ein“, heisst es von Michael Fuchsberger, Leiter QM & Nachhaltigkeit bei der Sky-Frame AG zu weiteren Aspekten des DPPCCC. So gibt dieser zum Beispiel Auskunft über die Lieferkette oder auch Möglichkeiten zur Rückgabe von Sky-Frame-Produkten. Zudem können die Informationen nach Aspekten wie Materialgesundheit oder auch verschiedenen Bereichen der Eignung für die Kreislaufwirtschaft gegliedert und detailliert angezeigt werden.

    „Als weltweit tätiges Unternehmen hat Sky-Frame mit der Einführung des Digital Product Passport Compass Cradle to Cradle von epeaswitzerland erneut seine Vorreiterrolle unter Beweis gestellt“, heisst es von Albin Kälin, dem Gründer und Geschäftsführer von epeaswitzerland.

  • Datenbasierte Entscheidungen für grüne Immobilienstrategien

    Datenbasierte Entscheidungen für grüne Immobilienstrategien

    Empira will die Real Estate Decision Intelligence (REDI) der Zürcher OptimI nutzen, um die datenbasierte Entscheidungsfindung in den Bereichen Investitionen, Fonds, Vermögensverwaltung und Nachhaltigkeitsmanagement zu stärken. Ziel ist laut einer Mitteilung ein integrierter Ansatz, der finanzielle Performance, Klimawirkung und regulatorische Anforderungen ganzheitlich miteinander verbindet. Optimls REDI-Plattform unterstützt Empira dabei, fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen, wissenschaftlich fundierte Dekarbonisierungspfade auf Fonds- und Asset-Ebene zu entwickeln sowie kapitaleffiziente Investitions- und Sanierungsstrategien zu planen.

    Empira nutzt die Plattform insbesondere im Rahmen seines Transition-to-Green-Fonds, der auf energieineffiziente Immobilien mit Repositionierungspotenzial abzielt und staatliche Anreize für grüne Sanierungen und ein umfassendes Asset Management nutzt, um hochwertige, nachhaltige Wohn- und Büroimmobilien zu schaffen

    „Digitale Entscheidungsintelligenz ist heute unerlässlich, um sowohl stabile Renditen als auch eine glaubwürdige Dekarbonisierung zu erzielen, und zwar bereits ab dem Erhalt eines ersten Investitionsmemorandums“, wird Torsten Bergmann zitiert, Vizepräsident Investment Advisory bei Empira. „Optiml bietet uns die analytische Tiefe, die wir benötigen, um eine konsistente, skalierbare Wirkung über alle unsere Fonds hinweg zu erzielen, und unterstützt unsere Transition-to-Green-Strategie mit zuverlässigen Entscheidungsprozessen.“

    Die Einführung der OptimI-Lösung unterstreicht laut Mitteilung den Branchentrend hin zu datengesteuerter Vermögensoptimierung, bei der Nachhaltigkeit und finanzielle Leistung ganzheitlich bewertet werden. Der Immobiliensektor sei weltweit für rund 40 Prozent der gesamten energiebezogenen CO2-Emissionen verantwortlich. Branchenakteure sind daher zunehmend verpflichtet, glaubhafte und finanziell robuste Dekarbonisierungsstrategien vorzulegen.

  • Baurechtswohnungen schaffen neuen Wohnraum in Altstätten

    Baurechtswohnungen schaffen neuen Wohnraum in Altstätten

    Die Halter AG realisiert gemeinsam mit dem Katholischen Konfessionsteil des Kantons St.Gallen, Eigentümer des Projekts, und der Schlieremer Tend AG, Partner für Kommunikation und Marketing, das TresTerrä-Projekt. Im Rahmen dessen wird Halter den Bau von zehn Wohnbauten auf dem Areal Guter Hirte in Altstätten übernehmen, welches künftig bezahlbaren Wohnraum bieten soll, heisst es in einer Mitteilung. Der Spatenstich und offizieller Baustart des Projekts sind nun erfolgt.

    „Tres Terrae steht für einen Ort, an dem Wohnen, Freiraum und Nachbarschaft zusammenfinden“, heisst es in einem Beitrag von Halter. „Ziel ist es, dauerhafte Wohnqualität zu schaffen, die den Menschen langfristig ein Zuhause bietet.“

    Geplant sind drei Gebäude-Ensembles, die um einen zentralen Gemeinschaftsplatz platziert werden und durch ein Wegenetz miteinander verbunden sind. In den Gebäuden werden insgesamt 37 Eigentumswohnungen entstehen, die von 2,5-Zimmerwohnungen bis 5,5-Zimmerwohnungen reichen. Zentrale Begegnungszonen werden Raum für Austausch und Gemeinschaft bieten, heisst es in der Projektbeschreibung.

    Um den Eigenkapitalaufwand zu senken und die Finanzierung zu erleichtern, werden die Wohnungen im Baurecht verkauft. Die Wohnungen sollen 2028 bezogen werden können.

  • Wo Immobilien an Strahlkraft verlieren

    Wo Immobilien an Strahlkraft verlieren

    Zu den Kantonen mit den grössten demografischen Risiken zählen Tessin, Bern, Neuenburg, Jura, Appenzell Ausserrhoden, Nidwalden, Obwalden, Graubünden, Glarus und Schaffhausen. Sie vereinen rund 23 Prozent des gesamten Hypothekarvolumens der Schweiz und sind damit alles andere als Randgebiete. Gleichzeitig sind sie strukturell schwächer für die Zukunft gerüstet.

    Der Kern des Problems liegt in der Altersstruktur. Das Bevölkerungswachstum spielt sich vor allem in den Gruppen über 65 ab. Menschen, die selten umziehen und kaum zusätzlichen Wohnraum nachfragen. Parallel dazu sinkt die Zahl der Erwerbstätigen, also jener Haushalte, die typischerweise Wohneigentum erwerben oder neue Mietverhältnisse eingehen. Die Folge sind weniger Nachfrage, mehr Geduld beim Verkauf und wachsende Preisabschläge. Besonders spürbar ist dies in Märkten mit vielen Einfamilienhäusern und Ferienobjekten, etwa in Teilen des Tessins, von Graubünden oder im Jura.

    Demografie schlägt Preisfantasie
    Die Studie skizziert einen Markt, der sich in den nächsten 20 Jahren deutlich auseinanderentwickeln dürfte. Während die Eigentümerinnen und Eigentümer in den betroffenen Kantonen vielerorts noch von weiter steigenden Preisen ausgehen, zeichnet die Demografie ein anderes Bild. Wenn kaum junge Haushalte nachrücken und die Zuwanderung schwach bleibt, fehlt der Nachfrageschub, der die heutigen Bewertungen rechtfertigt.

    Für Eigentümer bedeutet das, längere Haltedauer, höhere Verkaufsrisiken und je nach Lage auch deutlichere Preisrückgänge. Besonders exponiert sind ältere Einfamilienhäuser in peripheren Gemeinden, die energetisch und qualitativ nicht mehr den Erwartungen neuer Käufergenerationen entsprechen. Wo gleichzeitig viel Angebot auf den Markt kommt, etwa aus Nachlasssituationen, kann der Preisdruck rasch zunehmen.

    Boomkantone als Gegenpol
    Auf der anderen Seite stehen die Wachstumskantone Zürich, Waadt, Luzern, Genf, Thurgau, Aargau, St. Gallen, Wallis, Freiburg, Zug und Basel‑Stadt. Sie sollen gemäss Analyse fast 86 Prozent des künftigen Bevölkerungswachstums aufnehmen. Zwei Drittel des Hypothekarvolumens konzentrieren sich bereits heute in diesen Kantonen, Tendenz steigend.

    Hier trifft Zuwanderung auf wirtschaftliche Dynamik, urbane Zentren und starke Arbeitsmärkte. Für den Immobilienmarkt bedeutet das, anhaltend hohe Nachfrage, tendenziell stabile bis steigende Preise und geringere strukturelle Risiken, trotz Digitalisierung, Zinswende und zunehmenden Regulierungen. Die Polarisierung zwischen «Verlierer‑» und «Gewinner»-Kantonen dürfte sich damit weiter verschärfen.

    Konsequenzen für Banken und Investoren
    Für Banken, Versicherungen und Pensionskassen ist der demografische Blickwinkel mehr als eine Fussnote. In vielen Portfolios sind die regionalen Risiken bisher nur unzureichend abgebildet. Besonders regionale Institute mit starkem Fokus auf ihren Heimkanton tragen in schrumpfenden Regionen erhöhte Klumpenrisiken. Vor allem, wenn ein grosser Teil des Bestands aus Einfamilienhäusern in ländlichen Lagen stammt.

    Nicht nur Lage, Zustand und Tragbarkeit zählen, sondern auch die Frage, wie viele potenzielle Käuferinnen und Käufer in 10, 15 oder 20 Jahren noch vor Ort sein werden. Wer Hypotheken und Immobilienanlagen langfristig steuern will, muss Demografie, Wohnraumnachfrage und lokale Wirtschaftsstruktur systematisch zusammen denken.

    Was Eigentümer jetzt tun können
    Für Eigentümer in den betroffenen Kantonen lohnt sich ein nüchterner Blick auf das eigene Objekt wie Standort, Zielgruppe, energetischer Zustand, mögliche Umnutzung. Wer aktiv bewirtschaftet, modernisiert und frühzeitig über Alternativen nachdenkt, ist klar im Vorteil gegenüber jenen, die nur auf weiter steigende Preise hoffen.

    Der Markt kippt nicht flächendeckend. In vielen Städten der «Verlierer»-Kantone wird Wohnraum knapp bleiben, während ländliche Gebiete stärker unter Druck geraten. Entscheidend wird, wie präzise Marktteilnehmende die Unterschiede innerhalb eines Kantons verstehen und wie schnell sie ihre Strategien an die neue demografische Realität anpassen.

  • Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Zirkulär denken, Holz neu drucken

    Strengere Vorgaben zur energetischen Nutzung von Altholz führen dazu, dass grosse Mengen Holzabfall nicht mehr einfach verbrannt werden dürfen, aber stofflich verwertbar bleiben. Das Fachgebiet «Experimentelles und Digitales Entwerfen und Konstruieren» der Universität Kassel entwickelt gemeinsam mit Buro Happold ein 3D-Druckverfahren, das Restholzpartikel in tragfähige Wandbauteile überführt. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des Programms «Zukunft Bau» des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

    ​Im Fokus steht ein biobasierter Druckwerkstoff aus zerkleinerten Altholzpartikeln, die überwiegend aus sekundären Stoffströmen der Holzindustrie – also aus post-consumer-Holz – stammen. Industriepartner bereiten das Material auf und mischen es mit biogenen Bindemitteln zu einer pastösen Masse, die sich robotergestützt extrudieren lässt.

    Leichte Bauteile aus dem 3D-Drucker
    Das Ergebnis unterscheidet sich klar vom bekannten 3D-Betondruck. Die Masse aus Holzpartikeln und Bindemittel wird im Massstab 1:1 schichtweise aufgetragen und formt leichte, aber tragfähige Bauteile. Möglich sind flächige Wandstrukturen ebenso wie frei geschwungene Geometrien, die sich konstruktiv und architektonisch präzise anpassen lassen.

    ​Die aktuelle Projektphase Rafa 2.0 läuft über 18 Monate und baut auf dem Vorgängerprojekt Rafa auf, in dem die Forschenden die Eignung von Altholzpartikeln für die additive Fertigung grundlegend untersucht haben. Nun werden Materialrezepturen verfeinert, der Extrusionsprozess optimiert und die Bauteile unter Laborbedingungen getestet, mit dem Ziel eines durchgängigen digitalen Herstellungsprozesses bis hin zum vollmassstäblichen Prototyp.

    Tragfähig, brandschutzgerecht und zirkulär
    Damit das Konzept in der Praxis trägt, müssen die gedruckten Elemente mehr leisten als nur Form zu zeigen. Gefordert sind Tragfähigkeit, Steifigkeit und ein Brandschutzverhalten, das den Anforderungen im Innenausbau entspricht. Ein erstes Einsatzfeld sehen die Projektpartner in modularen Wandsystemen, die sich einfach montieren, demontieren und an anderer Stelle wiederverwenden lassen.

    ​Dieses Prinzip passt zu zirkulären Bauansätzen, bei denen Bauteile nicht am Ende ihres Lebenszyklus entsorgt, sondern in neue Nutzungen überführt werden. Die Bauteile lassen sich sortenrein Rückbauen, weil auf schadstoffhaltige Komponenten verzichtet wird . Eine Voraussetzung für geschlossene Materialkreisläufe im Holzbau.

    Digitale Planung als Schlüsseltechnologie
    Eine zentrale Rolle spielt die digitale Planung. Buro Happold verantwortet Computational Design und Tragwerksplanung und setzt Simulationen ein, um das strukturelle Verhalten der Bauteile zu prognostizieren. Geometrien werden so optimiert, dass Material nur dort eingesetzt wird, wo es statisch notwendig ist – Ressourceneffizienz wird zur Gestaltungsaufgabe.

    ​«Wir machen aus Abfall eine Chance, zurückgewonnenes Holz wird durch digitales Design und additive Fertigung zu leistungsfähigen Bauteilen», beschreibt Shibo Ren von Buro Happold den Ansatz. Weg vom linearen Verbrauch, hin zu einer zirkulären, datenbasierten Baupraxis, die Robotik, Ingenieurwesen und Gestaltung eng verzahnt.

    Perspektiven für die Praxis
    Kurzfristig zielt das Verfahren auf geringeren Materialeinsatz und niedrigere Emissionen gegenüber betonbasierten 3D-Drucktechnologien. Langfristig könnte es neue Märkte für biobasierte additive Bauweisen eröffnen. Insbesondere dort, wo geringes Gewicht, Rückbaubarkeit und architektonische Freiheit gefragt sind.

    ​Ob und wie schnell sich der Ansatz wirtschaftlich durchsetzt, hängt von Skalierung, Normen und der Akzeptanz in der Baupraxis ab. Technisch zeigt das Projekt jedoch bereits heute, Zirkuläres Bauen beginnt nicht erst beim Recycling, sondern beim Entwurf. Dort, wo Materialien, Prozesse und Lebenszyklen neu gedacht werden.

  • Hochschulausbildung reagiert auf neue Anforderungen im Bau

    Hochschulausbildung reagiert auf neue Anforderungen im Bau

    Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) wird an ihrem Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen in Winterthur einen neuen Master-Studiengang einrichten. Wie es in einer Mitteilung heisst, soll der MSc Integrierte Bau- und Energiesysteme (IBE) künftige Bauingenieure befähigen, nachhaltige und klimaverträgliche Bauprojekte in die Praxis umzusetzen.

    Der Studiengang umfasst fünf Semester und vermittelt Kernkompetenzen in Gebäudetechnik, Energie- und Nachhaltigkeitsexpertise sowie Schnittstellenkompetenzen in Architektur und Bauingenieurwesen. Das Studium bereitet die Absolvierenden auf Tätigkeiten in der Planung, Beratung und Umsetzung nachhaltiger Bauprojekte in Architekturbüros, Ingenieurunternehmen, Beratungsfirmen oder öffentlichen Institutionen vor.

    „Die Anforderungen an Planung und Umsetzung haben sich massiv erweitert“, wird Beat Waeber, Architekt und Leiter Abteilung Lehre am Departement Architektur, Gestaltung und Bauingenieurwesen der ZHAW, in der Mitteilung zitiert. „Es braucht Fachpersonen, die disziplinübergreifend denken, Zusammenarbeit strukturieren und Verantwortung an den Schnittstellen übernehmen können. Diese Qualifikation verankern wir mit dem MSc IBE gezielt im Ausbildungsportfolio des Departements.“

  • Wohnhochhaus Rankstrasse

    Wohnhochhaus Rankstrasse

    Um den knappen Raum an der Rankstrasse optimal und zukunftsfähig zu nutzen, stützt sich das Basler Wohnbauprogramm «1000+» auf einen breit ausgeschriebenen, anonymen Architekturwettbewerb. 78 Teams zeigten Interesse, 15 ausgewählte eingereichte Projekte rangen um die beste Lösung. Die Fachjury überzeugte schliesslich «Miranda» des Zürcher Studios DIA, Haller Ingenieure und Hefti Hess Martignoni.

    Nachhaltigkeit integriert in Architektur und Sozialgefüge
    Das 88 Meter hohe Gebäude bringt über 100 neue Mietwohnungen nach dem Modell «Mietvertrag Plus», günstige, an Einkommens- wie auch Belegungsregeln gebunden. Herausragendes Merkmal ist das innovative Nachbarschaftskonzept. Jeweils drei Etagen sind vertikal verbunden, wodurch inklusive Begegnungszonen für vielfältig zusammengesetzte Mietergruppen entstehen. Die Wohnungen sind kompakt und funktional gestaltet, ermöglichen sparsamen Flächenverbrauch und erfüllen hohe Anforderungen an Ökologie und Wirtschaftlichkeit. Begrünte Aussenbereiche, gemeinschaftsfördernde Räume und ressourcenschonende Bauweise unterstreichen den Nachhaltigkeitsanspruch. Die Stadt bekennt sich damit offensiv zu einem verantwortungsvollen, sozialintegrativen Stadtwachstum.

    Neuer Massstab für Wohnen am Stadtrand
    Mit «Miranda» startet Basel-Stadt eine Weiterentwicklung am östlichen Stadtrand. Das Hochhaus markiert einen markanten Auftakt für künftige Quartiersentwicklungen und setzt ein architektonisches Zeichen der Öffnung. Frühester Baustart ist 2028, zuvor folgen Bebauungsplan und öffentliche Information. Die Ausrichtung auf Gemeinschaft, Durchmischung, Nachhaltigkeit und architektonische Qualität positioniert das Projekt als Referenz für modernes, urbanes Bauen in der Schweiz.

  • Roche-Arealentwicklung Basel

    Roche-Arealentwicklung Basel

    Die erste Entwicklungsphase des Roche-Areals wurde Ende 2023 abgeschlossen, nun folgt eine neue Etappe. Auf dem Nordareal entsteht bis 2030 eine der bedeutendsten Forschungsinfrastrukturen Europas. Kernprojekt ist Bau 12, ein 72 Meter hohes Forschungs- und Entwicklungsgebäude mit Platz für rund 450 Forschende. Der Neubau ersetzt die veraltete Infrastruktur und schafft optimale Bedingungen, um neuartige Wirkstoffe von der Grundlagenforschung bis zur Produktionsreife zu entwickeln. Mit einem Investitionsvolumen von rund 500 Millionen Franken wird Bau 12 zur zentralen Schnittstelle zwischen Forschung und klinischer Entwicklung.

    Parallel wird das Institute of Human Biology im Bau 92 zum neuen Zentrum für biologische Modellforschung ausgebaut. Rund 100 Millionen Franken fliessen in die Modernisierung und den Umbau. Ziel ist die Verknüpfung akademischer und industrieller Forschung, um komplexe menschliche Zellmodelle für die Arzneimittelentwicklung nutzbar zu machen.

    Auch die Produktion erfährt eine grundlegende Erneuerung. In den Bauten 50 und 51 entstehen bis 2028 modernste Anlagen für die Entwicklung und Kommerzialisierung synthetisch hergestellter Wirkstoffe. Mit modularer Bauweise, digitaler Steuerung und hoher Energieeffizienz wird hier eine neue Ära pharmazeutischer Prozessinnovationen eingeläutet. Der Investitionsrahmen dieser Projekte liegt bei rund 570 Millionen Franken.

    Nachhaltige Stadtentwicklung auf dem Südareal
    Parallel zur Forschung auf der Nordseite verfolgt Roche auf dem Südareal eine langfristig nachhaltige Entwicklungsstrategie. Das Areal am Rhein wird in enger Abstimmung mit der Basler Politik umgestaltet. Der überarbeitete Bebauungsplan sieht grosszügige Grünräume, ökologische Vernetzung entlang des Rheinufers sowie eine Integration in den Solitude-Park vor. Alte Gebäudestrukturen werden schrittweise rückgebaut, Baumaterialien nach dem Prinzip der Kreislaufwirtschaft wiederverwendet.

    Der Kanton Basel-Stadt begleitet diesen Prozess aktiv. Regierungsrat und Grosser Rat unterstützen den Ansatz, das Südareal städtebaulich aufzuwerten, ohne dabei öffentliche Durchwegungen oder Enteignungen vorzusehen. Damit bleibt das Areal im unternehmenseigenen Zugriff, öffnet sich aber perspektivisch über landschaftliche Verbindungen und neue Freiraumkonzepte.

    Signal für den Standort Schweiz
    Seit 2015 hat Roche rund acht Milliarden Franken in die Schweizer Standorte investiert, über 33 Milliarden in nationale Forschung und Entwicklung. Allein in Basel entstehen bis 2029 weitere Anlagen für Forschung, Produktion und Infrastruktur, darunter eine neue unterirdische Wärme- und Kältezentrale zur Versorgungssicherheit des gesamten Areals. Die Bauarbeiten auf dem Nord- und Südareal stehen sinnbildlich für eine zukunftsfähige, ressourcenschonende Standortentwicklung, die Wirtschaft, Stadt und Wissenschaft verbindet.

    Die nächsten Jahre werden von intensiven Bauphasen, städtebaulichen Abstimmungen und technologischen Innovationen geprägt sein. Mit der fortschreitenden Arealentwicklung stärkt Roche nicht nur den Pharmastandort Basel, sondern setzt ein starkes Zeichen für die langfristige Bindung an die Schweiz, als Ort für Spitzenforschung, nachhaltige Architektur und urbane Zukunftsgestaltung.

  • Schwarmfinanzierung treibt flexible Solarenergie voran

    Schwarmfinanzierung treibt flexible Solarenergie voran

    Die Solarify GmbH baut ihr Angebot für Investitionen privater Anleger in die Energiewende weiter aus. Das Unternehmen mit Sitz in Wabern bietet nun laut einer Mitteilung die Schwarmfinanzierung in eine neue Generation von Solarkraftwerken, die mit Batteriespeichern verbunden sind. Diese ermöglichen es, den Solarstrom zeitversetzt auszuliefern.

    Solarify.ch reagiert damit auch auf eine Änderung der Vergütung von Solarstrom. Künftig sollen die Einspeisevergütungen stundenbasiert sein. Zudem werden die Marktpreise vierteljährlich neu ermittelt. Die Speicher erlauben eine flexible Reaktion der Auslieferung an die Preise.

    Das Unternehmen setzt Solaranlagen bereits mit dem Batteriespeicher ein, so auf der Asylunterkunft Tannental in der Gemeinde Muri bei Bern und auf dem Dach der Condecta AG in Bern.

    „Mit dieser neuen Generation können wir Solaranlagen netz- und systemdienlich betreiben“, wird CEO Roger Langenegger in der Mitteilung zitiert. „Anstatt zur Mittagszeit die Netze zu belasten, wird der Strom lokal verbraucht oder gezielt zu Zeiten höherer Nachfrage verkauft.“

    Solarify.ch ermöglicht Privaten die Investition in die Energiewende. Das 2016 gegründete Unternehmen hat schweizweit 160 Solarprojekte realisiert und 26 Millionen Franken investiert.

  • Drei Jahrzehnte Ingenieurkunst im Zeichen von Holz und Kreislauf

    Drei Jahrzehnte Ingenieurkunst im Zeichen von Holz und Kreislauf

    Die PIRMIN JUNG Schweiz AG wird 30 Jahre alt. 1996 wurde sie vom gelernten Zimmermann Pirmin Jung als Ingenieur- und Planungsbüro für Holzbau gegründet. Wie es in einer Mitteilung zum Firmenjubiläum heisst, ist aus dem Ein-Mann-Betrieb mittlerweile ein „KMU mit umfassendem Wissensmanagement, modernen Arbeitsplätzen und einer agilen Organisationsstruktur“ geworden.

    Um bewährte Mitarbeitende zu halten, wurden mit der Zeit neue Standorte aufgebaut – „nicht in Zentren“, wie das Unternehmen betont, „sondern an verkehrstechnisch gut gelegenen, für die Mitarbeitenden lebenswerten und heimatnahen Lagen“. Heute befassen sich über 150 Personen an sieben Standorten in der Schweiz und in Deutschland mit Tragwerksplanung, Brandschutz, Bauphysik, Nachhaltigkeitsplanung und zirkulärem Bauen.

    Unter PIRMIN JUNGs Projekten sind den Angaben zufolge immer wieder solche gewesen, „die den Holzbau prägten und teilweise noch heute als Leuchtturmprojekte gelten. Dabei wurden neue Lösungen entwickelt, die heute im Holzbau als Standard gelten.“ Beispielhaft nennt das Unternehmen das Erlebnisbad Aquabasilea in Pratteln BL, das siebengeschossige Haus C13 in Berlin, das 60-Meter-Hochhaus BF1 in Rotkreuz ZG und das Veranstaltungszentrum Knies Zauberhut in Rapperswil-Jona SG.

    In jüngster Zeit sind der neue Firmensitz in Sursee, das Haus des Holzes, als Entwicklungs- und Vorzeigeprojekt für digitales, klimagerechtes und kreislauffähiges Planen und Bauen ebenso hinzugekommen wie sowie zuletzt die Planung für das neue Dock A des Flughafens Zürich, das ab 2030 gebaut wird. Die Jury des Prix SVC Zentralschweiz 2023, den PIRMIN JUNG gewinnen konnte, zeigte sich „besonders vom wegweisenden Bauprojekt Haus des Holzes, welches die Vision der Firma für den Holzbau der Zukunft verkörpert, beeindruckt“.

    Ein bewusster Umgang mit den Ressourcen sei von jeher tief in den Werten der Firma verankert, wird Pirmin Jung zitiert. „Die Nachfrage nach klimagerechtem und kreislauffähigem Bauen wird zunehmen und da wollen wir ebenfalls tragend mitgestalten.“

  • Neues Wohnquartier mit Fokus auf Familien und Kreislaufbau

    Neues Wohnquartier mit Fokus auf Familien und Kreislaufbau

    Die Jury des Kantons Basel-Stadt hat laut einer Mitteilung entschieden, dass der Entwurf der beiden in Basel ansässigen Architekturbüros Clauss Kahl Merz Atelier für Architektur + Städtebau und Truwant + Rodet realisiert wird. Die geplante Wohnüberbauung am Riehenring 120 auf dem ehemaligen Gelände der Messehalle 3 wird 170 preisgünstige Wohnungen umfassen.

    Aktuell wird die Messehalle 3 von den Basler Verkehrs-Betrieben (BVB) als Garage für Elektrobusse verwendet. Diese Zwischennutzung endet 2028. Danach will der Kanton dieses zentral gelegene Areal bis 2031 zu einem lebendigen Wohn- und Lebensraum entwickeln. Vorgesehen sind vor allem grosse, familienfreundliche Wohnungen und ein geringer Anteil an kleinen Wohnungen. Zudem sind ein Doppelkindergarten, eine Tagesstruktur und Gewerberäume sowie 200 Parkplätze für Mieterinnen und Mieter sowie andere Personen aus dem Quartier geplant.

    Das Siegerprojekt überzeugte die Jury „durch seine hohe Wohn- und Lebensqualität und durch seinen Beitrag für die umgebenden Quartiere“. Die Autoeinstellhalle wird teilweise oberirdisch errichtet. Dadurch entstehen auf dem Dach zwei zusätzliche Aussenflächen für die Mieterinnen und Mieter, die auch als Pflanzgärten genutzt werden können.

    Gleichzeitig, so der Kanton, wird damit ressourcenschonender gebaut: Da weniger tief in den Boden eingegriffen werden muss, braucht es „keinen energieintensiven Aushub und es wird weniger Baumaterial verbraucht. Darüber hinaus setzt das Projekt insgesamt auf eine umweltfreundliche Bauweise, indem verschiedene Bauteile aus der bestehenden Messehalle 3 sowie aus der ehemaligen BVB-Garage Rank wiederverwendet werden.“

  • Strombranche warnt vor sinkender Sicherheit der Stromversorgung

    Strombranche warnt vor sinkender Sicherheit der Stromversorgung

    Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) hat laut einer Mitteilung erstmals den Stromversorgungs-Index Schweiz vorgelegt. Der Index bewertet die Stromversorgung der Schweiz für das Jahr 2035 mit 82 Punkten, für 2050 sogar nur mit 69 Punkten.

    Der Index bewertet die Stromversorgung in fünf Kategorien. Die Stromnachfrage pro Kopf werde vor allem wegen der Elektromobilität und der Rechenzentren weiter steigen; für 2050 gibt der Index 86 Punkte. Der Ausbau der erneuerbaren Energien sei zu langsam, gerade für die Versorgung im Winter. Solaranlagen auf dem Dach reichten dafür nicht aus, die Projekte in der Produktion von Wind- und Wasserkraft würden verzögert oder abgebrochen. Für 2050 gibt der Index dafür 83 Punkte. Die Flexibilität des Stromsystems wird für 2050 sogar nur mit 52 Punkten bewertet. Das Bundesziel für den Ausbau saisonaler Speicher werde deutlich verfehlt. Der Zubau der Stromproduktion erhält 63 Punkte. Dabei werde der Wegfall der heimischen Kernkraft ab 2040 den Bedarf erhöhen. Der Ausbau der Netze wird nur mit 57 Punkten bewertet.

    Der VSE weist in der Mitteilung darauf hin, dass die Importe nicht beliebig erhöht werden könnten und in Mangellagen keine Sicherheit böten. „Die Schweiz steht vor einer entscheidenden Weggabelung: Ohne entschlossene energiepolitische Entscheidungen, konkrete Investitionen in neue Produktionskapazitäten und eine deutliche Beschleunigung der Bewilligungsverfahren riskieren wir unsere Versorgungssicherheit“, wird VSE-Präsident Martin Schwab in der Mitteilung zitiert.

  • Mobilfunknetze müssen Notstrom erhalten

    Mobilfunknetze müssen Notstrom erhalten

    Der Bundesrat verschärft die Anforderungen an die Ausfallsicherheit der Mobilfunknetze. Künftig müssen Betreiber an wichtigen Standorten und Antennen eine Notstromversorgung installieren, die den Betrieb bei Stromunterbrüchen während mindestens vier Stunden aufrechterhält.

    Im Fokus steht die Sicherheit der Bevölkerung. Notrufe, klassische Telefonie und Internetzugang sollen auch dann funktionieren, wenn das reguläre Stromnetz ausfällt. Dazu zählen ausdrücklich auch Radioprogramme, die über das Internet verbreitet werden, als Informationskanal in Krisensituationen.

    Staffelung bis 2034
    Die neuen Vorgaben gelten nicht für alle Dienste gleichermassen und nicht sofort. Ab 2031 müssen Notrufe während mindestens vier Stunden möglich sein. Andere Mobilfunkdienste, wie  allgemeiner Datenverkehr, müssen erst ab 2034 über diesen Zeitraum hinweg abgesichert werden.

    Um die Netze in einer Mangellage nicht zu überlasten, erhalten Betreiber zudem einen klaren Handlungsspielraum. Sie dürfen die Übertragung von Videos und TV-Programmen einschränken, um Kapazitäten für prioritäre Dienste wie Notrufe, Sprachverbindungen und zentrale Informationsangebote zu sichern.

    Kompromiss nach Kritik aus der Branche
    Ursprünglich plante der Bundesrat deutlich strengere Anforderungen. Die Mobilfunknetze hätten auch bei Stromausfällen von bis zu drei Tagen und wiederholten Abschaltungen stabil bleiben sollen. Telekomunternehmen und Wirtschaftsverbände kritisierten diese Vorgaben in der Vernehmlassung als kaum umsetzbar und zu aufwändig.

    In einem moderierten Dialog unter Leitung von Bundesrat Albert Rösti einigten sich Mobilfunkbetreiber und Verwaltung auf die jetzt beschlossene Lösung. Sie erhöht das Schutzniveau der Netze, ohne die Branche mit maximalen Szenarien zu überfordern, und liegt im Rahmen dessen, was auch andere europäische Länder verlangen.

    Prüfung weitergehender Härtung
    Mit der Teilrevision der Fernmeldedienstverordnung ist die Diskussion über Versorgungssicherheit noch nicht abgeschlossen. In einer zweiten Etappe prüft das zuständige Departement, in welchem Umfang eine weitergehende Härtung der Netze für Szenarien wie Strommangellagen oder mehrtägige Ausfälle realistisch umsetzbar ist.

    Dabei arbeiten mehrere Bundesdepartemente zusammen, unter anderem Wirtschaft, Bildung und Forschung sowie Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport. Bis spätestens Ende 2027 soll feststehen, ob und wie zusätzliche Massnahmen nötig sind, damit die Schweiz auch in ausserordentlichen Lagen möglichst verlässlich mit Mobilfunkdiensten versorgt bleibt.

  • Qualität gewinnen, Verfahren verschlanken

    Qualität gewinnen, Verfahren verschlanken

    Seit der Revision des Raumplanungsgesetzes gilt haushälterische Bodennutzung als Leitplanke, doch in der Praxis bleiben Verfahren oft langsam und schwerfällig. Interessen prallen aufeinander, Zuständigkeiten sind nicht immer klar, Einsprachen können Projekte über Jahre blockieren.

    Wer Innenentwicklung voranbringen will, muss daher früher ansetzen. Projektträger, Planende, Behörden, Politik und Umsetzende sollten bereits vor dem Baugesuch in einen strukturierten Dialog eintreten. So lassen sich Konflikte klären, Qualität definieren und Verfahren von Anfang an auf ein realistisches Zielbild ausrichten.

    Fünf Faktoren für bessere Verfahren
    Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Kantonen, Gemeinden und Bauwirtschaft haben in einem mehrjährigen Dialog fünf Erfolgsfaktoren identifiziert. Es braucht Haltung, einen frühzeitigen und strukturierten Dialog, klare Zuständigkeiten, Akzeptanz und Alltagsnutzen der Projekte sowie eine saubere strategische Einbettung.

    Was häufig fehlt, ist weniger fachliches Wissen als die konsequente Anwendung im Alltag. Verlässlichkeit zwischen den Akteuren, der Wille zur Umsetzung und Werkzeuge, die helfen, komplexe Verfahren pragmatisch zu steuern. Entsprechende Arbeitshilfen wurden an der Swissbau im Januar 2026 vorgestellt und danach online zur Verfügung gestellt. Als konkrete Unterstützung, um «Bauen einfacher zu machen».

    Beitrag der Bauwirtschaft
    Die Bauwirtschaft bringt sich aktiv in die Suche nach Lösungen ein. Etwa im Rahmen des Aktionsplans Wohnungsknappheit von Bundesrat Guy Parmelin und auf Basis von Studien von ARE und BWO. Aus dieser Arbeit ist ein Konzept für ein zweiphasiges Baubewilligungsverfahren entstanden. Zuerst werden Nutzung und Architektur geklärt, erst danach folgen technische Aspekte und Normen.

    Begleitet werden soll dieses Modell von einer konsequenten Digitalisierung entlang des gesamten Prozesses. Das Ziel ist die Planungssicherheit zu erhöhen, Schleifen vermeiden, Schnittstellen klären und damit sowohl die Verfahrensdauer als auch den Aufwand für alle Beteiligten reduzieren. Das Konzept versteht sich als Diskussionsgrundlage und macht die Sicht der Branche für Behörden, Politik und Öffentlichkeit greifbar.

    ISOS, Ortsbildschutz und Gemeindeautonomie
    Ein weiterer Schwerpunkt ist der Umgang mit ISOS sowie Denkmal- und Ortsbildschutz. In den Dialogen auf Bundesebene wurde festgehalten, dass Kantone und Gemeinden bei der Erfüllung eigener Aufgaben, etwa beim Wohnungsbau, von ISOS-Erhaltungszielen abweichen können, wenn überwiegende Interessen vorliegen. Das stärkt die kommunale Handlungsspielräume und erleichtert Abwägungen vor Ort.

    Bis Herbst 2026 ist eine Anpassung der Verordnung geplant, um die Direktanwendung von ISOS auf tatsächlich ortsbildrelevante Fälle zu fokussieren. Parallel wird geprüft, wie eine neue Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen die Praxis weiterentwickeln könnte. Ein entsprechendes Kommissionspostulat des Nationalrats ist überwiesen. Die Bauwirtschaft begleitet diesen Prozess eng und fordert, dass Schutz und Entwicklung in ein tragfähiges Gleichgewicht kommen.

    Schnelle, digitale und qualitätsvolle Bewilligungsverfahren
    Der Kurs ist gesetzt, die Branche setzt sich für schlankere, digitale und schnellere Baubewilligungsverfahren ein, mit einem klaren Fokus auf zweistufige Verfahren, praxisnahe Arbeitshilfen und verlässliche Kooperation.

    Denn die Innenentwicklung der Schweiz gelingt nur dann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Mit transparenten Prozessen, klaren Zuständigkeiten und Projekten, die sowohl qualitativ überzeugen als auch den dringend benötigten Wohn- und Arbeitsraum schaffen.

  • Mehr Wohnraum aus System

    Mehr Wohnraum aus System

    Die Bau- und Immobilienwirtschaft steht unter Druck. Baukosten steigen, Fachkräfte fehlen, die Bevölkerung wächst weiter und Klimaziele setzen klare Grenzen für CO₂‑Emissionen. Serielles Bauen bündelt Antworten auf diese Herausforderungen.

    Dank industrieller Vorfertigung und standardisierten Prozessen werden Bauzeiten verkürzt, Abläufe berechenbarer und Projekte wirtschaftlicher. Die Baustelle wird zum Montageplatz, mit weniger Lärm, kürzerer Belastung für die Nachbarschaft und höherer Ausführungsqualität.

    Was serielles Bauen ausmacht
    Serielles Bauen versteht das Gebäude als Produkt, nicht als einmaligen Prototyp. Ein System wird intensiv entwickelt, durchdacht und in vielen Projekten angewendet. Elemente entstehen weitgehend im Werk und werden vor Ort montiert. Das erlaubt präzise Kosten und eine stetige Verbesserung aus gemachten Erfahrungen. Klassische Problemzonen wie Anschlüsse, Wärme- und Schallbrücken lassen sich gezielt entschärfen.

    Von Plattenbau bis «Tesla‑Moment»
    Serielle Bauweisen haben Geschichte, von frühen Holzsystemen der 1920er‑Jahre über die «Göhnerbauten» in der Schweiz bis zu Plattenbausiedlungen im Osten. Die Effizienz war hoch, die gestalterische Qualität oft nicht  und das Image leidet bis heute.

    Aktuell erlebt das Thema eine neue Welle. Hybride Systeme kombinieren Raummodule und 2D‑Elemente, bieten mehr Flexibilität für unterschiedliche Parzellen und Vorschriften und holen Architektur und Städtebau wieder stärker ins Boot. Projekte wie das studierendenorientierte «Woodie» in Hamburg zeigen, dass serielle Bauweise und architektonische Qualität sich nicht ausschliessen müssen.

    Stärken: Zeit, Kosten, Qualität, Klima
    Serielle Systeme verkürzen Bauzeiten und erhöhen die Kostensicherheit. Weil Bauteile und Details standardisiert sind, lassen sich Budget und Termine früh und verlässlich festlegen.

    Gleichzeitig eröffnet die industrielle Fertigung neue Spielräume für Nachhaltigkeit. Vorgaben zu CO₂‑Reduktion, Materialwahl und Energieeffizienz können konsequent in das System eingeschrieben werden. Durch Materialpässe und Plattformen werden verbaute Komponenten dokumentiert und damit als Ressource für spätere Umbauten oder Rückbauten sichtbar.

    Akzeptanz entscheidet über die Zukunft
    Die grosse Herausforderung ist die Wahrnehmung. In vielen Köpfen steht serielle Bauweise für monotone Architektur und soziale Problemquartiere. Solange aktuelle Projekte gestalterisch nur bedingt überzeugen, bleibt diese Skepsis bestehen.

    Für die breite Akzeptanz braucht es Gebäude, die mehr liefern als Effizienz. Gute Grundrisse, hohe Aufenthaltsqualität, differenzierte Aussenräume und eine sorgfältige Einbindung in den Stadtraum. Standardisierung sollte als Grundlage verstanden werden, auf der Vielfalt entsteht.

    Serielles Bauen kann zu einem zentralen Baustein der Bauwende werden, schneller, planbarer, ressourcenschonender und zirkulär gedacht. Die technischen Voraussetzungen sind vorhanden, erfolgreiche Pilotprojekte ebenfalls.

    Ob der Ansatz seinen «Tesla‑Moment» erlebt, hängt nun davon ab, ob Branche und Städte es schaffen, industrielle Prozesse mit hoher Wohn- und Gestaltungsqualität zu verbinden und damit zeigen, dass Wiederholung nicht Einheitsbrei bedeutet, sondern die Grundlage für zukunftsfähige, vielfältige Quartiere sein kann.

  • Materialwahl gegen die städtische Hitze

    Materialwahl gegen die städtische Hitze

    Die Schweiz steuert auf heissere Sommer, mehr Hitzetage und häufigere Extremwetterereignisse zu. Besonders Städte und dicht besiedelte Gebiete erwärmen sich stärker als ihr Umland und kühlen nachts langsamer ab, der bekannte Hitzeinseleffekt. Er hängt direkt mit der Bauweise zusammen, dichte Versiegelung, dunkle Oberflächen und massive Strukturen speichern Wärme und geben sie nur verzögert wieder ab.

    Weil Gebäude und Infrastrukturen über Jahrzehnte stehen, prägen die heute eingesetzten Materialien das Mikroklima von morgen. Damit wird die Materialwahl zur strategischen Entscheidung. Sie beeinflusst nicht nur Energiebedarf und Komfort im Gebäude, sondern auch Gesundheit und Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

    Was die Neuauflage leistet
    Hier setzt die zweite, erweiterte Auflage des Materialkatalogs an. Das Nachschlagewerk des Bundesamts für Wohnungswesen zeigt, wie verschiedene Baumaterialien die Aussentemperatur beeinflussen und welchen Beitrag sie zu einem hitzeresilienten Stadtklima leisten.

    Der Katalog vergleicht gängige Materialien im Aussenbereich wie Bodenbeläge, Fassaden und neu auch Dächer sowie Begrünungen in trockenem und feuchtem Zustand. Neben der Wirkung auf die Umgebungstemperatur berücksichtigt er zusätzliche Eigenschaften wie Reflexion der Sonneneinstrahlung, Lebensdauer und bei Belägen die Versickerungsfähigkeit. So entsteht ein Gesamtbild, das thermische, funktionale und wasserwirtschaftliche Aspekte zusammenführt.

    Aktualisierte Methode, vergleichbare Ergebnisse
    Die Neuauflage basiert auf Simulationen der Fachhochschule Nordwestschweiz, die im Auftrag des Bundesamts für Energie und des BWO durchgeführt wurden. Mit einer verbesserten Simulationssoftware wurden auch die bereits in der ersten Ausgabe enthaltenen Materialien neu berechnet.

    Dadurch liegen alle Resultate auf einem einheitlichen methodischen Stand und lassen sich direkt miteinander vergleichen. Für Planende bedeutet das, dass sie Varianten qualitativ und quantitativ gegenüberstellen und ihre Entscheidungen gegenüber Auftraggebenden und Behörden besser begründen können.

    Werkzeug für Planung und Umsetzung
    Der Materialkatalog ist als praxisorientiertes Nachschlagewerk für Neubauten und Sanierungen in dicht bebauten Gebieten konzipiert. Er unterstützt Fachplanende und Bauträgerschaften dabei, die Wirkung der Materialwahl auf die Hitzeentwicklung früh in ihre Prozesse zu integrieren, von der Projektidee bis zur Detailplanung.

    In Kombination mit weiteren Instrumenten zur Klimaangepassten Siedlungsentwicklung wird der Katalog zu einem Baustein für hitzeresiliente Quartiere. Er hilft, Oberflächen gezielt aufzuhellen, Verdunstungsleistung zu nutzen, Versickerung zu verbessern und damit das Stadtklima Schritt für Schritt robuster gegenüber dem Klimawandel zu machen.

  • Startups die das Bauen umkrempeln

    Startups die das Bauen umkrempeln

    Tobias Hofmeier (Swissbau) und Moritz Kistenmacher (Startup Academy) boten den Rahmen, damit junge Unternehmen Sichtbarkeit, Zugang zu Partnern und ein professionelles Umfeld erhielten. Im Innovation Village des Swissbau Lab prägten Startups fast die Hälfte der rund 70 Partner. Ein klares Signal, welchen Stellenwert unternehmerische Innovation für die Swissbau hat.

    Für Swissbau sind Startups keine Randerscheinung, sondern ein Herzstück des Innovationsprogramms. Unter dem Motto «zusammen neue Impulse setzen» ging es darum, Herausforderungen wie Klimaziele, Ressourceneffizienz, Produktivitätsdruck und Fachkräftemangel gemeinsam anzugehen. Diese Themen sind zentral und Innovation ist der Schlüssel, mit dem Startups weiterhin Tempo und den Mut für radikal neue Ansätze einbringen.

    Die Startup Academy Schweiz begleitete im Rahmen der Challenge Jungunternehmen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft besonders eng. Einige Startups, die vor wenigen Jahren noch im Innovation Lab pitchten, sind heute mit grösseren Ständen auf der Messe präsent. Genau diese Entwicklung, vom frühen Prototyp zur etablierten Marktakteurin, setzt die Challenge in Gang und wirkt weit über die Messedaten hinaus.

    Politik und Standortförderung als Rückenwind
    Die Bedeutung unterstrich das Grusswort von Regierungsrat Kaspar Sutter, Vorsteher des Departements für Wirtschaft, Soziales und Umwelt des Kantons Basel‑Stadt. Der Kanton hatte das Patronat über das Swissbau und unterstützt mit Basel Circular Unternehmen dabei, auf kreislauffähige Geschäftsmodelle umzusteigen. Dass der Circular Award gerade hier zum ersten Mal vergeben wurde, war folgerichtig und macht deutlich, dass Kreislaufwirtschaft und Klimaziele heute ins Zentrum der Baupolitik rücken.

    Sutter betonte, wie stark der Standort Basel auf Innovationsförderung ausgerichtet ist und mit Programmen, die Unternehmen und Branchen konkret unterstützen. Seine Botschaft wirkt über die Swissbau hinaus. Startups sind für jedes Wirtschaftsökosystem zentral; ohne sie wären etwa neue Technologiefelder kaum denkbar. Vergleichbares zeichnet sich in der Bauwirtschaft ab. Nur wenn neue Player mit frischen Ideen dazukommen, kann die Branche den technologischen und regulatorischen Wandel bewältigen.

    Auch der Kanton Baselland setzt mit seiner Standortförderung bewusst auf Innovation. Thomas Kübler, Leiter der Standortförderung Baselland, sprach am Finale von Rahmenbedingungen, die es Startups erleichtern sollen, zu wachsen und zu skalieren. Die wiederholte Partnerschaft bei der Swissbau Startup Challenge zeigt, dass hier nicht nur punktuell Netzwerke geknüpft, sondern langfristige Ökosysteme aufgebaut werden. Eine Basis, von der die Branche auch nach der Messe profitiert.

    Bauen ist für die Schweizer Volkswirtschaft zentral, verursacht aber hohe CO₂‑Emissionen und grosse Abfallmengen. Basel‑Stadt verfolgt mit 2037 ein ambitioniertes Netto‑Null‑Ziel. Solche Vorgaben erhöhen dauerhaft den Druck und die Nachfrage nach Lösungen, wie sie die Finalistinnen und Finalisten präsentierten und in Projekten und Pilotanwendungen weiterentwickeln.

    Sechs Finalisten, sechs Antworten auf die Bauwende
    Im Finale standen die sechs Startups Aconitum Swiss, Benetics, Impact Build, Moduvo, Planlabs und Talpa Inspection. Sie repräsentierten unterschiedliche Hebel der Transformation, von digitaler Prozessoptimierung über zirkuläre Materialien bis zur neu gedachten Baustellenkommunikation.

    Gemeinsam ist ihr Ansatz, dass sie die Bau‑ und Immobilienpraxis konkret verbessern und weniger Verschwendung, mehr Effizienz und bessere Daten erreichen. Die Ideen auf der Bühne im Swissbau Lab, sind keine Visionen im luftleeren Raum, sondern Lösungen, die sich bereits heute in Projekte, Baustellen und Planungsbüros integrieren lassen und dort ihre Wirkung entfalten.

    Innenräume ohne Plastik
    Aconitum Swiss hat ein biologisches Material aus Polymerkollagen entwickelt, das ohne Plastik auskommt und damit Energie, Ressourcen und Abfall reduziert. Ziel ist es, dauerhaft gesündere Lösungen für Mensch und Umwelt bereitzustellen. Gründerin Dr. Vlada Snus geht einen Schritt weiter und nutzt recyceltes Leder sowie upgecycelte Baustoffe wie Betonbruch, Sand, Recyclingglas und alte Dachziegel, um poröse Akustikpaneele zu produzieren. Diese Paneele verbessern die Raumakustik, filtern Luftschadstoffe, Viren und Bakterien und tragen zur Regulierung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit bei. Das System ist kreislauffähig, reduziert den Kunststoffverbrauch und kommt bereits im B2B‑Geschäft in der Schweiz, Europa und im Mittleren Osten zum Einsatz – mit Potenzial, sich weiter zu verbreiten.

    Baustellenkommunikation ohne Zettelwirtschaft
    Benetics nahm sich einem Dauerthema auf Baustellen an, Kommunikation und Dokumentation. Statt Klemmbrett, Papierplänen, Notizzetteln und chaotischen Chat‑Verläufen setzt das Startup auf eine cloudbasierte Plattform mit Smartphone‑App. Der Verantwortliche spricht seine Anweisungen ins Handy, eine KI strukturiert die Informationen automatisch und legt klare Aufgabe im System unter Aufgabe, Zuständigkeit, Frist, nötige Schritte, Fotos ab.

    Gerade in einer international geprägten Branche ist das ein Vorteil. Mitarbeitende erhalten ihre Aufgaben in ihrer eigenen Sprache. So sinkt der administrative Aufwand, Fehler durch Missverständnisse werden reduziert und die Daten fliessen sauber in bestehende Systeme. Das zeigte sich bereits in den präsentierten Anwendungsfällen und künftig können noch mehr Baustellen davon profitieren, dass die Leute vor Ort sich wieder stärker auf das konzentrieren, was zählt, das Bauen.

    Robotik und Erdmaterial
    Impact Build denkt Bauteile von der Materialbasis her neu. Das ETH‑Startup will Wandelemente ohne klassische Schalungen herstellen, mit robotergestützter Fertigung und lokalen Ressourcen. Das Verfahren «Impact Printing» schiesst dichte Massen aus Aushub‑ und Bauschuttmaterial mit hoher Geschwindigkeit aufeinander, sodass sich die Schichten vollflächig verbinden und tragfähige Elemente entstehen.

    Die so produzierten Bauteile lassen sich zuschneiden, detaillieren, beschichten und modular kombinieren. Sie regulieren Feuchte und Temperatur, sind von Natur aus feuerbeständig und akustisch wirksam und dies bei tieferen Material‑, Arbeits‑ und Transportkosten. Mit dem Circular Award im Rücken stärkt Impact Build nun seine Position, mobile Roboterfabriken in die Nähe von Baustellen zu bringen, Emissionen zu senken und das Modell schrittweise international auszurollen.

    Innenwände im Kreislauf
    Moduvo nahm die Gipswand als Wegwerfprodukt ins Visier. Ziel ist es, Innenwände kreislauffähig zu machen, ohne die Praxis komplett auf den Kopf zu stellen. Das Startup entwickelte vorfabrizierte, holzbasierte Wandsysteme, die sich schnell montieren und ebenso einfach umbauen oder wiederverwenden lassen. Ideal für Büros mit häufig wechselnden Grundrissen. Ergänzt wird das System durch einen Holzständer‑Baukasten, der sich ähnlich wie der klassische Trockenbau verarbeiten lässt. Handwerker müssen keine völlig neuen Techniken erlernen und doch ändern sich die Spielregeln grundlegend mit weniger Abfall, geringere graue Energie, bessere Lebenszyklus‑Kosten. Damit ist das Startup gut positioniert, um auf aktuelle und künftige Vorgaben zu Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz zu reagieren und Neubau wie Bestand fit für kommende Anforderungen zu machen.

    Haustechnik auf Knopfdruck
    Planlabs setzte dort an, wo viel Planungszeit und Material gebunden werden, wie bei der technischen Gebäudeausrüstung. Die cloudbasierte Plattform automatisiert die Planung von Lüftung, Heizung/Kühlung und Elektro. Alle Anlagen werden gleichzeitig berücksichtigt mit realen Herstellerkomponenten, lokalen Normen, automatischer Dimensionierung und Kollisionsprüfung. Ziel sind weniger Überdimensionierung, besser abgestimmte Systeme und eine deutlich reduzierte Planungszeit. Varianten lassen sich rasch durchspielen, Nachhaltigkeitsziele präziser hinterlegen. Was im Finale präsentiert wurde, verschafft Planenden mehr Freiraum für Konzeptarbeit und Qualität und schafft die Grundlage, dass künftige Projekte robuster, ressourceneffizienter und besser dokumentiert geplant werden.

    Frühwarnsystem für Korrosionsschäden
    Talpa Inspection entwickelt eine neuartige Inspektionssonde, mit der Korrosionsschäden an Betonbauwerken früh erkannt werden können, bevor sie zu sicherheitsrelevanten Problemen werden. Das Spin‑off‑Team der ETH Zürich ersetzt aufwendige, punktuelle Vor‑Ort‑Messungen und Papierprotokolle durch ein digitales Verfahren. Die Sonde erfasst systematisch Zustandsdaten, die in einem 3D‑Digital Twin des Bauwerks visualisiert werden. So lässt sich das Korrosionsrisiko räumlich genau verorten und Infrastrukturbetreiber wissen, wo und wann sie eingreifen müssen, um Brücken und andere Bauwerke gezielt zu sanieren und ihre Lebensdauer zu verlängern. Mit dem Sieg an der Swissbau Startup Challenge erhielt Talpa Inspection zusätzlichen Schub, um diese Technologie breiter in die Praxis zu bringen.

    Countdown 2030
    Countdown 2030 bildet rund um die Startups ein Zusammenschluss von Fachleuten aus der Bauwirtschaft. Im Zentrum steht die «Reduction Roadmap Switzerland». Sie leitet aus einem globalen CO₂‑Budget nationale und sektorspezifische Kontingente ab, die bis auf Gemeindeebene heruntergebrochen werden sollen. So können Kommunen Bauvorhaben und Ortsentwicklung gezielt am Klimabudget ausrichten. Dänemark dient dabei als Vorbild. Dort haben verbindliche Ökobilanz‑Pflichten und ambitionierte Reduktionspfade bereits zu Innovation, Materialsubstitution und Umnutzungen geführt. Die Botschaft aus dem Swissbau Lab heisst den auch, ohne klare CO₂‑Kontingente, vernünftige Regulierung und das Zusammenspiel von Politik, Verwaltung und Markt wird die Bauwende nicht gelingen. Mit ihnen aber eröffnen sich neue Spielräume für genau jene Lösungen, die im Finale zu sehen waren.

    Circular Award Kreislauf als Leitmotiv
    Mit dem Circular Award, powered by Basel Circular, wurde an der Swissbau erstmals ein Preis speziell für kreislauffähige Geschäftsmodelle vergeben. Basel Circular, eine Partnerschaft des Kantons Basel‑Stadt und weiterer Förderinstitutionen, unterstützt Unternehmen beim Übergang von linearen zu zirkulären Modellen.

    Projektleiterin Stefanie Sendes machte am Finale deutlich, dass der Bausektor in der Schweiz für den grössten Anteil am Abfallaufkommen verantwortlich ist. Ihr Hinweis bleibt aktuell, Kreislaufwirtschaft ist weit mehr als Recycling. Entscheidend sind Wiederverwendung, Reparierbarkeit, modulare Produkte und Suffizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette und genau dort setzen viele der präsentierten Startups an.

    Die Gewinner 2026
    Der Circular Award ging an Impact Build, eine Auszeichnung, die das Potenzial der robotisch gefertigten Bauteile aus Rezyklat‑Materialien unterstreicht. Hier treffen Ressourcenschonung, industrielle Skalierbarkeit und gestalterische Qualität direkt aufeinander und schaffen eine Grundlage für konkrete Projekte der nächsten Jahre.

    In der Swissbau Startup Challenge selbst wurden die Plätze drei, zwei und eins vergeben. Impact Build sicherte sich den dritten Rang, Benetics erreichte mit seiner KI‑gestützten Baustellenkommunikation Platz zwei und Talpa Inspection gewann als Hauptsiegerin den Finales. Diese Reihenfolge bleibt als Momentaufnahme, der eigentliche Wettlauf beginnt jedoch erst jetzt, wenn sich die Lösungen im Markt bewähren.

    Am Ende erwies sich die Swissbau Startup Challenge als weit mehr als eine Bühne für Pitches. Sie funktionierte als Labor für die Bauwende und als Treffpunkt von Startups, etablierten Unternehmen, Politik und Verwaltung. Dass die Baubranche die Gewinnerin ist, gilt nicht nur rückblickend auf die Messetage, sondern vor allem dann, wenn die präsentierten Innovationen nun ihren Weg in den Alltag von Planenden, Ausführenden und Betreiberinnen finden.

  • Neues Zentrum für Gesellschaftswissenschaften

    Neues Zentrum für Gesellschaftswissenschaften

    Die Alte Gewerbeschule, einst im Stil der deutschen Neurenaissance erbaut, bleibt nach der umfassenden Erneuerung architektonisch und kulturell prägend. Der Kanton Basel-Stadt investiert rund 63 Millionen Franken in die Sanierung, die sich an strengen Denkmalschutzvorgaben und aktuellen Standards für Barrierefreiheit und Energieeffizienz orientiert. Fachstellen und Generalplaner arbeiten eng mit der kantonalen Denkmalpflege zusammen, um Fassade, Innenräume und historische Details zu bewahren.

    Mit der Sanierung werden acht universitäre Fachbereiche, das Dekanat und zentrale Dienste am Petersplatz konzentriert, was den wissenschaftlichen Dialog und die Nutzung gemeinsamer Ressourcen stärkt. Die UVB Gesellschaftswissenschaften erhält eine neue, moderne Bibliothek im Innenhof und attraktive Lern- sowie Arbeitsbereiche im Hochparterre. Damit entsteht ein universitäres Zentrum für Geistes- und Kulturwissenschaften mit hoher Aufenthaltsqualität und optimaler Infrastruktur.

    Sanierung unter dem Zeichen der Zukunftsfähigkeit
    Die Bauarbeiten begannen im November 2025 und dauern bis Sommer 2029. Das Gebäude wird dabei energetisch modernisiert, erdbebensicher gemacht, Altlasten werden. Die neue Raumgestaltung vereint Funktionalität und Denkmalschutz. Charakteristische Bauelemente werden restauriert, technische Infrastruktur und Nutzungsflexibilität auf das Niveau eines modernen Campus gebracht. Sie erfolgt unter Federführung der kantonalen Denkmalpflege und spezialisierter Architekten, begleitet durch eidgenössische Expertengremien, um einen maximalen Schutz der historischen Substanz sicherzustellen.

    Die Alte Gewerbeschule Basel wird zum innovativen Brückenschlag zwischen akademischer Exzellenz und historischer Identität. Ein starkes Signal für die Zukunft des urbanen Lernens.

  • Klybeckquai und Westquai als Scharnier von Stadt und Zukunft

    Klybeckquai und Westquai als Scharnier von Stadt und Zukunft

    Der Klybeckquai und der Westquai zählen seit über hundert Jahren zu den pulsierenden Orten der Schweiz. Hier trifft die Stadt auf Hafen, Rhein, den Fluss Wiese und drei Länder. Die im Gang befindliche Modernisierung der Hafeninfrastruktur, insbesondere die Verlegung der Hafenbahn an den Südquai, öffnet das Tor zur urbanen Transformation dieses markanten Stadtareals. Für die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen erwachsen daraus einmalige Chancen. Sie rücken schrittweise näher an den Rhein und den Fluss Wiese heran und gewinnen an Lebens- und Aufenthaltsqualität. Urbanes Wachstum, soziale Vielfalt und nachhaltige Integration.

    Herzstück des neuen Entwicklungskonzepts ist die konsequente Erweiterung des Quartiers Klybeck in Richtung Rhein. Vorgesehen sind vielfältige, preisgünstige Wohnungen, quartierfreundliche Nutzungen und grosszügige Blockrandbebauungen, die mit begrünten Höfen das urbane Klima stärken. Der markante Quartierpark, der sich aus dem Ackermätteli entwickelt, und eine verlängerte, verbreiterte Rheinpromenade verbinden das Quartier noch stärker mit dem Fluss und bieten Raum für Begegnung, Freizeit, Erholung und Natur. Die Barriere des bisherigen Gleisfelds verschwindet, doch die Spuren der industriellen Geschichte bleiben als Identität erhalten. Die Fokussierung auf Fuss- und Veloverkehr sowie eine neue Tramlinie fördern eine nachhaltige, zukunftsfähige Quartiersmobilität.

    Westquai Raum für die Zukunft
    Der Westquai bleibt zunächst Industrie- und Gewerbezone, entwickelt sich jedoch ab 2030 sukzessive zu einem neuen urbanen Hotspot. Der Innovationsraum zwischen Hafen, Rhein und Dreiländereck bietet Raum für Arbeiten, urbane Produktion, Freizeit, Gastronomie, Kultur und vielfältige Grün- und Freiräume. Die künftige Nutzung soll offenbleiben, um flexibel auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren zu können. Bestehende Gebäude werden im Sinne des Netto-Null-Ziels 2037 bestmöglich erhalten.

    Mehr Grün, mehr Chancen, mehr Lebensqualität am Wasser
    Mit der Vergrösserung der Natur- und Freiflächen um um 20’000 m² umfasst nun die Hälfte des Areals hochwertige Grünflächen. Ein substanzieller Beitrag zum Biotopverbund und Stadtklima. Der neue Quartierpark und die zwei Kilometer längere Rheinpromenade machen den Fluss für die Stadtbevölkerung erlebbar. Der gestärkte Freiraum erfüllt zentrale Forderungen der Stadtentwicklung und wird zum sozialen Herz im urbanen Netz von Basel.

    Mit dem Klybeckquai und dem Westquai entsteht urbanes Leben am Wasser. Basel nutzt die Schnittstelle von Vergangenheit und Zukunft, von Industrie und Innovation und gibt so der Stadt ein neues Gesicht am Rhein.

  • Blick in die Feuerzone

    Blick in die Feuerzone

    Brände in grossen Gebäuden, Tunneln oder Industrieanlagen sind ein Wettlauf gegen die Zeit. Einsatzkräfte müssen sich oft in verqualmte, instabile Strukturen vorwagen, ohne genau zu wissen, was sie erwartet. Die FireDrone soll diese Lücke schliessen und fliegt als hitzeresistente Aufklärungsplattform in Gefahrenbereiche und liefert Lageinformationen in Echtzeit auf den Bildschirm.

    Statt Menschen in einsturzgefährdete Zonen zu schicken, übernimmt der Flugroboter die Erkundung. Er spürt Gefahrenstoffe auf, hilft, vermisste Personen zu lokalisieren und zeigt Brandherde dort, wo Sicht und Zugang begrenzt sind. So sinkt das Risiko für Einsatzkräfte und die Qualität der Entscheidungen steigt.

    Mehr Sicherheit für Feuerwehr und Industrie
    Giftiger Rauch, einstürzende Bauteile oder Explosionen gehören zu den grössten Risiken bei Brandeinsätzen. Besonders in komplexen Strukturen wie Parkhäusern, Industriehallen oder Tunneln ist das Absuchen mühsam und gefährlich. Hier spielt die Drone ihre Stärke aus, denn sie kann solche Areale rasch und gezielt abfliegen, ohne Schaden zu nehmen.

    Auch in der Industrie eröffnet die hitzebeständige Drohne neue Optionen. Anlagen mit Öfen, Raffinerien oder thermischen Prozessen müssen heute oft über Stunden oder Tage heruntergefahren werden, bevor eine Inspektion möglich ist. Die Drone soll etwa Zement- oder Stahlwerke sowie Kehrichtverbrennungsanlagen im laufenden Betrieb prüfen können. Das verkürzt Stillstandszeiten, reduziert Kosten und spart Energie.

    Aerogel-Hülle für 200 Grad
    Wo herkömmliche Drohnen bei rund 40 Grad Celsius versagen, bleibt diese in der Luft. Ihr Kern ist eine patentierte Isolation aus ultraleichtem Aerogel. Dieses Material besteht fast vollständig aus Luft, eingebettet in eine hitzebeständige Polyimid-Struktur, und schützt die sensible Elektronik vor Temperaturen bis zu 200 Grad Celsius.

    Die neue Generation verzichtet auf komplexe Verbundstrukturen mit Glasfasern und setzt auf ein reines Polyimid-Aerogel, das sich in dreidimensionale Formen giessen lässt. Die Hülle entsteht damit praktisch aus einem Guss und schmiegt sich passgenau um die Komponenten.

    Die neue Aerogel-Variante kombiniert hohe Wärmebeständigkeit mit mechanischer Flexibilität und wird durch ein internes Temperaturmanagement ergänzt, das die Elektronik aktiv überwacht und kühlt.

    Wärmebilder in Echtzeit auch ohne GPS
    Im Einsatz liefert die Drone hochaufgelöste Wärmebilder direkt auf die Fernsteuerung. Eine Infrarotkamera macht Brandherde, Hitzenester oder versteckte Personen sichtbar, auch durch dichten Rauch hindurch. Mehrere Einsatzkräfte können die Bilder gleichzeitig verfolgen und sich so unabhängig vom ersten Trupp im Gebäude ein Bild der Lage machen.

    Die Drohne lässt sich modular ausrüsten mit zusätzliche Kameras oder Sensoren. Zusätzlich  können Aussentemperaturen gemessen oder Gase detektieren werden, die bei Bränden entstehen. Ein weiteres Highlife ist der Einsatz in Innenräumen. Da GPS in Gebäuden, Tunneln oder überdachten Industrieanlagen oft ausfällt, arbeitet das System mit speziell entwickelten Assistenz- und Lokalisierungsfunktionen, die auch ohne Satellitensignal für stabile Flüge sorgen.

    Vom Labor ins Einsatzfahrzeug
    Der Weg vom Prototyp zur einsatzfähigen Lösung führt über Tests unter realen Bedingungen. Die Drone wurde bereits auf Trainingsgeländen für Feuerwehrleute sowie in laufenden Industrieanlagen erprobt, unter anderem im Zementwerk Siggenthal. Ziel ist, dass Pilotinnen und Piloten die Drohne nach minimalem Training sicher in Extremsituationen einsetzen können.

    Mit dem geplanten FireDrone Nest geht das Spin-off noch einen Schritt weiter. Die mobile, thermisch isolierte Andock- und Wartungsstation soll in Feuerwehrfahrzeuge oder moderne Brandschutzsysteme integriert werden. Nach einem Einsatz landet die Drohne automatisch, wird gesichert, geprüft und für den nächsten Flug vorbereitet. So wird aus einem Forschungsprojekt ein verlässliches System für den Alltag von Feuerwehr und Industrie.

    Spin-off mit Rückenwind
    Die Drone steht für eine Entwicklungslinie, die in den Empa-Laboren für «Sustainability Robotics» und «Building Energy Materials and Components» begonnen hat. Heute treibt ein Spin-off der Empa und der EPFL die Technologie in Richtung Marktanwendung. Unterstützt wird das Team durch verschiedene Förderprogramme und Stiftungen, die den Übergang von der Idee zum Produkt ermöglichen.

    Für die Forschenden ist klar, die Kombination aus neuer Materialtechnologie, Robotik und praktischer Erprobung eröffnet ein neues Kapitel in der Brandbekämpfung. Jetzt geht es darum, die Drohne aus der Testumgebung in reale Einsätze zu bringen, damit sie künftig dorthin fliegen kann, wo Menschen besser Abstand halten.

  • Genossenschaftlicher Wohnraum für neues Basler Stadtquartier

    Genossenschaftlicher Wohnraum für neues Basler Stadtquartier

    Die Basler Wohngenossenschaft (BWG) und die Vivanta AG, eine Tochter der UTILITA Anlagestiftung für gemeinnützige Immobilien, werden laut einer Mitteilung ab 2028 auf dem Wolf-Areal in Basel mit dem Bau zweier Wohngebäude beginnen. Sie waren im Frühjahr 2025 aus dem Wettbewerb je mit einstimmigem Jury-Votum als Sieger hervorgegangen. Jetzt hat die SBB als Eignerin des Geländes am ehemaligen Güterbahnhof dafür zwei Baufelder im Baurecht vergeben. Die BWG plant in ihrem Bau mit rund 150 Genossenschaftswohnungen. Das Angebot von Vivanta sieht etwa 120 preisgünstige Wohneinheiten vor.

    Die SBB entwickelt im Wolf-Areal auf rund 160’000 Quadratmetern ein neues Stadtquartier. Die erste Entwicklungsetappe startet 2028 mit den beiden genannten Bauten im Westen des Geländes. Dabei wird für den Neubau MF02 das Siegerprojekt Janus der Architekturbüros M-AP aus Lausanne und Experience aus Paris umgesetzt. Der Neubau MF03 mit dem Projektnamen Binaria stammt von der Basler Parabase GmbH und der Confirm AG aus Zürich.

    Die Juryberichte für die beiden Gebäude auf den Baufeldern MF02 und MF03 verdeutlichen, dass neben architektonischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Projektanforderungen auch Kreislauffähigkeit und Ressourcenschonung zu den zentralen Bewertungskriterien gehörten. Dort heisst es: „Reparierbarkeit, Unterhalt und zukünftige Demontage (Design for Disassembly) sind durch die Wahl geeigneter Materialien und deren Fügung sicherzustellen.“

    Eine Blockrandbebauung soll laut Projektbeschrieb urbane Wohnqualität schaffen. Grün- und Freiräume werden nach dem Schwammstadt-Prinzip gestaltet. Sie sollen ein angenehmes Mikroklima und eine naturnahe Regenwasserbewirtschaftung ermöglichen. Die auf dem Baufeld zur Verfügung stehenden erneuerbaren Energiequellen wie Wärmerückgewinnung aus Abwasser, Erdsonden und Photovoltaikanlagen sind laut Ausschreibung „vollumfänglich zu nutzen“.

  • Vorsorgeeinrichtungen setzen auf nachhaltiges Wohnen

    Vorsorgeeinrichtungen setzen auf nachhaltiges Wohnen

    Die Vertina Anlagestiftung mit Sitz in Baden hat für ihre Anlagegruppe Vertina Wohnen Zeichnungen im Umfang von 74,3 Millionen Franken entgegengenommen. Das angestrebte Zielvolumen lag bei 50 Millionen Franken. Diese Anlagegruppe konzentriert sich auf die Entwicklung und Realisierung nachhaltiger Wohnliegenschaften in der Schweiz. Ihr Wohnanteil beträgt aktuell 99 Prozent.

    Wie es in einer Mitteilung heisst, bildet der Emissionserlös einen wichtigen Baustein zur Finanzierung und Realisation von zwei Wohnprojekten in Zürich und Kloten ZH sowie für die Akquisition weiterer Liegenschaften. „Diese Kombination stärkt die Portfoliobasis, erweitert die Investitionsmöglichkeiten und unterstützt das langfristige Wachstum der Anlagestiftung“, heisst es.

    Im Zuge dieser erfolgreichen Kapitalaufnahme ist der Anlegerkreis auf 47 Vorsorgeeinrichtungen angewachsen. „Die hohe Nachfrage bestätigt unsere langfristig orientierte Value-Creation-Strategie und unseren aktiven, ganzheitlichen Managementansatz“, wird Marco Uehlinger, der Präsident des Stiftungsrats, zitiert. „Wir sind überzeugt, damit für unsere Anleger nachhaltigen Mehrwert zu schaffen.“

  • Modernisierung und Gebäudemobilität: Warum wir auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen müssen

    Modernisierung und Gebäudemobilität: Warum wir auf der bestehenden Infrastruktur aufbauen müssen

    Besonders deutlich zeigt sich das bei alternden Aufzügen und Rolltreppen. Weltweit sind davon rund 10 Millionen solcher Anlagen in Betrieb, die meisten in dicht besiedelten Stadtzentren. Sie sind anfälliger für Störungen und Sicherheitsrisiken. Oft schränken alternde Aufzüge auch Menschen mit Behinderungen in ihrer Bewegungsfreiheit ein, zum Beispiel durch umständlich zu öffnende Drehtüren.

    Modernisierung ist nicht nur eine Frage der Sicherheit oder des Komforts. Sie ist auch eines der wirksamsten Instrumente zur Emissionsreduzierung. Das Bauwesen ist bereits für etwa 40 % der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich – eine Zahl, die sich innerhalb von 25 Jahren verdoppeln könnte, wenn nichts unternommen wird. Die Europäische Kommission schätzt, dass 85 bis 95 % der Gebäude, die im Jahr 2050 existieren werden, bereits heute stehen. Ein Ersatz dieser Gebäude ist keine Option. Der Schlüssel zur CO₂-Reduktion ist daher nicht der Neubau, sondern das Nachrüsten der älteren, aber noch funktionierenden Systeme.

    Für alle, die ihre Gebäude und Städte lebendig erhalten wollen, ist Modernisierung eine notwendige Investition in Resilienz, Nachhaltigkeit und allgemeines Wohlbefinden. Vernetzte, datengesteuerte Systeme können heute Verschleiss erkennen, Wartungsbedarf vorhersagen und die Lebensdauer von Anlagen verlängern – und machen Städte damit nicht nur sicherer, sondern auch smarter und ökologischer.

    Für viele Gebäudeeigentümer ist die Modernisierung nach wie vor eine Herausforderung. Hohe Investitionskosten, lange Ausfallzeiten und die Unsicherheit darüber, wo man anfangen soll, sind häufige Bedenken. Oft bietet sich eine partielle Modernisierung als vernünftiger Mittelweg an. Sie kombiniert die Vorteile neuer Technologien mit der Weiterverwendung intakter Komponenten und reduziert so Kosten und Betriebsunterbrechungen erheblich – ohne den Aufwand und die Stillstandszeiten einer vollständigen Erneuerung in Kauf nehmen zu müssen. Im Aufzugsbereich lassen sich dadurch bis zu 90 Prozent CO₂ gegenüber einem Komplettaustausch einsparen.

    Unsere Städte lassen sich nicht neu zeichnen, aber sie lassen sich weiterentwickeln. Wenn wir die Mobilitätssysteme modernisieren, die täglich Millionen von Menschen befördern, schaffen wir städtische Umgebungen, die sicherer, integrativer und klimafreundlicher sind – und bereit für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte.

  • Nachhaltige Gewerbeimmobilien im Fokus institutioneller Anleger

    Nachhaltige Gewerbeimmobilien im Fokus institutioneller Anleger

    Swiss Life Asset Managers möchte den Immobilienfonds Swiss Life REF (CH) ESG Diversified Commercial Switzerland lancieren, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Der börsenkotierte Fonds soll mit Core- und Core-Plus Liegenschaften in überdurchschnittlichen Mikrolagen grosser Schweizer Städte und Metropolregionen starten.

    Die Immobilien werden vom Fonds in direktem Grundbesitz gehalten, was Anlegern mit Schweizer Steuerdomizil eine Steuerbefreiung bei der jährlichen Ausschüttung und dem im Fonds investierten Vermögen verspricht. Der Fonds soll so eine hohe Ertragsstabilität bieten, heisst es in der Mitteilung. Dem Portfolio des geplanten Fonds liege ausserdem eine integrierte ESG-Strategie (Environment, Social, Governance) zugrunde, die über die gesamte Haltedauer hinweg nachhaltige Praktiken bei den enthaltenen Liegenschaften fördert.

    „Unser Ziel ist es, im aktuellen Marktumfeld einen neuen, renditestarken Immobilienfonds mit stabil vermieteten Liegenschaften an guten Standorten zu lancieren – mit disziplinierter Selektion, konservativen Annahmen und umfassender Prüfung der entscheidenden Risiken“, wird Paolo Di Stefano zitiert, Head Real Estate Switzerland bei Swiss Life Asset Managers. „Die geplante Erstemission zum Nettoinventarwert (zuzüglich Ausgabekommission) bietet Investoren einen attraktiven Einstieg, um sich an einem signifikanten, etablierten Bestandsportfolio zu beteiligen, das bereits unseren hohen Nachhaltigkeitsanforderungen entspricht“.

    Das Projekt befindet sich zurzeit im Genehmigungsverfahren der Eidgenössischen Finanzaufsicht (FINMA). Die Lancierung des Fonds zum Nettoinventarwert ist auf den 1. April 2026 geplant.

  • Langfristiger Liefervertrag stärkt globale Windenergieindustrie

    Langfristiger Liefervertrag stärkt globale Windenergieindustrie

    Die Gurit Holding AG hat einen langfristigen Liefervertrag mit einem der „weltweit führenden Hersteller von Windkraftturbinen“ abgeschlossen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Das Abkommen hat eine Laufzeit von fünf Jahren und steigert Gurits Nettoumsatz laut Prognosen um rund 250 Millionen Franken, abhängig von der Nachfragesituation des Kunden.

    Der Auftrag sieht anhaltende Lieferungen von Basismaterial mit Gurit OptiCore-Technologie vor und umfasst Volumenverpflichtungen für Plattformen auf Land und auf See in mehreren Regionen weltweit. Die Vereinbarung stärkt laut der Mitteilung die weltweite Führungsposition von Gurit bei technischen Kernlösungen für die Windenergie und treibt zugleich die Ziele des Kunden hinsichtlich der Gewichtsreduzierung seiner Rotorblätter weiter voran. So erreiche der Kunde eine verbesserte Fertigungseffizienz und reduzierte Gesamtbetriebskosten.

    „Dieser bedeutende neue Langzeitvertrag unterstreicht unsere starke globale Marktposition und die dauerhafte Partnerschaft, die wir mit strategischen Kunden aufgebaut haben“, wird Tobias Lühring zitiert, CEO der Gurit Group. „Er spiegelt das Vertrauen in die innovativen Lösungen von Gurit und unsere Fähigkeit wider, langfristig Mehrwert zu schaffen. Mit unserer globalen Präsenz bedienen wir Kunden in allen wichtigen Märkten und optimieren gleichzeitig unsere Kapazitäten und Effizienz. Wir sind stolz darauf, die erneuerbare Energiebranche zu unterstützen und zu ihrem weiteren Wachstum beizutragen.“

    Die Gurit Holding AG mit Sitz in Wattwil ist auf die Entwicklung und Herstellung von Hochleistungsverbundwerkstoffen, Werkzeuglösungen und Core-Kitting-Services (massgeschneiderte Materialvorbereitung) spezialisiert. Das Produktportfolio umfasst strukturelle Kernmaterialien, Profile, Prepregs (Halbzeug), Harze, Klebstoffe sowie Engineering-Dienstleistungen.

  • Winterthur führt neue Vorgaben für nachhaltiges Beschaffungswesen ein

    Winterthur führt neue Vorgaben für nachhaltiges Beschaffungswesen ein

    In Winterthur gelten ab 1. Juli 2026 neue Richtlinien für Beschaffungen von Gütern und Dienstleistungen. Wie die Stadt in einer Mitteilung schreibt, werden bei künftigen Einkäufen ab 50’000 Franken in sämtlichen städtischen Departementen neben gesetzlichen Vorgaben sowie bereits geltenden sozialen und wirtschaftlichen Grundsätzen die ökologischen und sozialen Kriterien grosses Gewicht haben. Diese sollen anhand von 13 Kategorien „möglichst konkret und nachvollziehbar überprüft werden“.

    Konkret heisst das, dass Entscheidungen darüber, welche Beschaffungen den Zuschlag erhalten, gemäss den Auswirkungen auf Klima, Energieeffizienz, Ressourcenschonung, Schadstoffvermeidung und Kreislaufwirtschaft getroffen werden. Grund sei das Energie- und Klimakonzept der Legislatur 2022.

    Insbesondere die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen falle bezüglich der Klimabilanz stark ins Gewicht. So liessen sich in dem Sektor negative Auswirkungen auf Klima und Umwelt besonders stark reduzieren.

    Von den erwarteten positiven Auswirkungen auf den Klima- und Ressourcenschutz verspricht sich die Stadt langfristig auch eine Steigerung ihrer wirtschaftlichen Effizienz. Winterthur zähle mit einem Volumen von 400 Millionen Franken im Jahr 2024 für das Beschaffungswesen „zu den wichtigsten regionalen Auftraggeberinnen der Privatwirtschaft“.

    Die Verlagerung von Eignungs- und Zuschlagskriterien auf Lebenszykluskosten, Qualität und Langlebigkeit schaffe mehr Verbindlichkeit und Transparenz. „So leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele und fördern eine nachhaltige Wirtschaft“, wird Katrin Cometta, Stadträtin und Vorsteherin des Departements Sicherheit und Umwelt, zitiert.

  • Abschied eines Energiepreises mit Signalwirkung für die Zukunft

    Abschied eines Energiepreises mit Signalwirkung für die Zukunft

    Das Bundesamt für Energie verleiht zum 19. und letzten Mal den nicht dotierten Schweizer Energiepreis Watt d’Or. Ziel ist es, aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich sowie die Vorteile innovativer Energietechnologien bekannt zu machen. Im Rahmen der Preisverleihung werden Sieger in den Kategorien Energietechnologien, erneuerbare Energien, energieeffiziente Mobilität sowie Gebäude und Raum prämiert, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

    Der serienreife Elektrotraktor Rigitrac SKE 40 e-direct mit europäischer Typengenehmigung überzeugte in der Kategorie energieeffiziente Mobilität. Die Rigitrac Traktorenbau AG aus Küssnacht am Rigi SZ entwickelte das Gefährt insbesondere für Arbeiten, bei denen Abgase und Lärm unerwünscht sind, etwa für Unterhaltsarbeiten von Kommunalbetrieben oder auch in Gemüsetunnels oder bei Hallensportveranstaltungen.

    In der Kategorie Energietechnologien siegt das Innovation Lab von Gaznat aus Aigle VD, das zusammen mit Forschenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) und Start-ups Technologien für die Sektorkopplung, Dekarbonisierung und saisonale Speicherung zur Marktreife bringt. Dem Projekt zugrunde liegt das Konzept GreenGas, das in Aigle Wärme-Kraft-Kopplung, Photovoltaik, Elektrolyse, Wasserstoffspeicher, CO2-Abscheidung, Methanisierung und das Gasnetz von Gaznat miteinander vereint.

    Eine alpine Fassadensolarstromanlage der endigo Holding AG aus Fiesch VS sicherte sich den Sieg bei den erneuerbaren Energien. Der leichte Holzbau mit Lamellenfassade, der in Fiesch installiert ist, steht stellvertretend für die Werte der endigo-Unternehmensgruppe: naturverbunden, zukunfts- und systemorientiert sowie technisch kompetent.

    In der Kategorie Gebäude und Raum kürte die Jury das Hobelwerk-Areal in Oberwinterthur, das von der Baugenossenschaft mehr als wohnen, der Lemon Consult AG und dem Low-Tech Lab, alle aus Zürich, entwickelt wurde. Die Partner schufen ein energieeffizientes, nachhaltiges und sozial durchdachtes Wohn- und Gewerbequartier, das künftig als Modell für den gemeinnützigen Wohnungsbau in der Schweiz dienen soll.

    Für den Watt d’Or wurden 55 Bewerbungen eingereicht, 17 Beiträge wurden für die Endrunde nominiert.

  • Region Zimmerberg bündelt Abwasserreinigung in neuer Anlage

    Region Zimmerberg bündelt Abwasserreinigung in neuer Anlage

    Die STRABAG AG ist am Projekt ARA (Abwasserreinigungsanlage) Zimmerberg beteiligt. Das Bauunternehmen aus Schlieren errichtet auf dem ehemaligen Gasi-Areal den Rohbau für das neue Pumpwerk Scheller in Horgen. Ziel dieser Arbeiten ist es laut einer Mitteilung, die bisherigen ARAs Horgen und Thalwil mit einer neuen Anlage zu ersetzen.

    Beide bestehenden ARAs seien „in die Jahre gekommen“. Statt beide Pumpwerke individuell zu betreiben, was mit hohen Investitionskosten für eine umfassende Modernisierung verbunden wäre, haben beide Gemeinden entschlossen, ihre Kräfte zu bündeln und eine „gemeinsame, moderne Abwasserreinigungsanlage“ für die Region Zimmerberg zu schaffen. Sobald die Gemeinschaftskläranlage in Betrieb gegangen ist, soll die bestehende ARA Horgen zurückgebaut werden. Die dadurch entstehenden ungenutzten Flächen am Seeufer sollen öffentlich genutzt und städtebaulich entwickelt werden.

    Die beteiligten Gemeinden Horgen, Oberrieden, Rüschlikon und Thalwil haben sich bereits im September 2020 im Zweckverband ARA Zimmerberg zusammengeschlossen. Die ARA Zimmerberg geht davon aus, dass ab 2029 das Abwasser von bis zu 78’000 Einwohnerinnen und Einwohnern und der Industrie der Region Zimmerberg gereinigt werden kann.