Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Weltweit erste nicht brennbare Dampfbremse vorgestellt

    Weltweit erste nicht brennbare Dampfbremse vorgestellt

    Die Ampack AG, nach Eigenangaben führender Anbieter von Abdichtungslösungen von Gebäudehüllen in Mitteleuropa, präsentiert ihr neues Sortiment aus nicht brennbares Dach- und Fassadenbahnen, Klebebändern und Dampfbremse. Die Dampfbremse ist dabei laut einer Unternehmensmitteilung die weltweit erste ihrer Art. Die Produkte tragen demnach nicht zur Brandlast bei und sind somit eine brandsichere Alternative zu herkömmliche Baufolien der Klassen B oder E, die im Brandfall toxischen Rauch freisetzen.

    Im Sortiment befindet sich mit der Hochleistungsbahn Ampatex A primo plus „die erste nicht brennbare, echte Dampfbremse mit sd-Wert 50 m“ weltweit. Die Membrane reflektiert Wärme, hält Dämmungen sicher im Gefach und bietet erstmals einen bauphysikalischen Feuchteschutz, so die Ampack AG.

    Mit der Ampatop A silver plus und der Ampatop A black präsentiert Ampack ausserdem zwei Dach- und Fassadenbahnen. Die silver plus ist dabei laut Firmenangaben ideal für hinterlüftete Fassaden und den Einsatz unter Photovoltaikanlagen, während sich die Ampatop A black als besonders „stilvolle“ Lösung für hinterlüftete Aufbauten und Gebäude mit Energiegewinnungssystemen erweise. Die systemgerechten Klebebänder Ampacoll A Tape silver und Ampacoll A Tape black komplettieren die Brandschutzprodukte als dauerhaft dichte Anschlüsse und Flächenverklebungen.

    Das Produktsortiment soll künftig neue Brandschutzstandards in Hochhäusern, Spezialbauten sowie hinterlüfteten Fassaden setzen, Planungssicherheit für Bauakteure bieten und ein klares Signal für Sicherheit im Bauwesen darstellen.

  • Hohe Nachhaltigkeitsstandards bei Immobilienportfolios bestätigt

    Hohe Nachhaltigkeitsstandards bei Immobilienportfolios bestätigt

    Drei Imobilienanlagegefässe von Helvetia haben beim diesjährigen Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESB) ausgezeichnete Bewertungen erhalten, informiert die Helvetia Gruppe in einer Mitteilung. Der kotierte Immobilienfonds Helvetia (CH) Swiss Property Fund der Helvetia Asset Management AG und die Immobilienanlagegruppe Immobilien Romandie der Helvetia Anlagestiftung konnten sich dabei mit jeweils 90 von 100 möglichen Punkten ein 5-Sterne-Rating sichern. Die Immobilienanlagegruppe Immobilien Schweiz der Helvetia Anlagestiftung qualifizierte sich mit 89 Punkten für das zweitbeste 4-Sterne-Rating.

    Alle drei Anlagegefässe sind beim diesjährigen GRESB zudem zum wiederholten Male mit einem Green-Star ausgezeichnet worden, erläutert Helvetia. „Die hervorragenden GRESB-Ergebnisse 2025 der drei Immobilienanlagegefässe, sind eine Bestätigung unserer nachhaltigen Investmentstrategie, bei der Immobilien eine zentrale Rolle spielen“, wird André Keller, Group Chief Investment Officer von Helvetia, in der Mitteilung zitiert. „Verantwortungsvolles Investieren in zukunftsfähige und werteorientierte Kapitalanlagen ist uns ein grosses strategisches Anliegen.“

    Die Unternehmensgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2050 in ihren Anlageportfolios Netto-Null-Emissionen zu erreichen. In den drei beim GRESB ausgezeichneten Immobilienanlagegefässen sind insgesamt 3,4 Milliarden Franken investiert.

  • Sekundarschule Seuzach generiert Generationenstrom

    Sekundarschule Seuzach generiert Generationenstrom

    Die EKZ fördert den Zubau grosser Solaranlagen über den unternehmenseigenen EKZ-Fonds. Hier wurde zuletzt die Einrichtung einer Solaranlage auf dem Dach der Sekundarschule Seuzach mit 30’000 Franken unterstützt, informiert EKZ in einem Beitrag auf LinkedIn. Gegen Ende September sind die Panels der Anlage installiert worden. Die Schüler und Schülerinnen der Sekundarschule konnten dabei im Rahmen des Impact Day von myblueplanet selbst Hand anlegen.

    Die Beteiligung der Lernenden ist Bestandteil der Arbeitsweise des EKZ-Fonds: „Bei den Projekten mit Schulen wird die junge Generation für eine klimaschonende Stromproduktion sensibilisiert“, heisst es in der Fondsbescheibung bei EKZ. Der von den Schulen nicht selbst verbrauchte Strom wird von EKZ als Generationenstrom an die eigenen Kunden und Kundinnen verkauft. Ein Teil der Erlöse fliesst dabei in den EKZ-Fonds zurück, um den Bau weiterer Solaranlagen zu finanzieren.

  • Solarmodule im Härtetest

    Solarmodule im Härtetest

    Steigende Wetterextreme wie Starkregen, Gewitter und Hagel stellen Photovoltaikanlagen vor grosse Herausforderungen. Hagelschläge auf Dach- und Freiflächenanlagen verursachen jährlich hohe Schäden und Betriebsausfälle. Die gängigen Zertifizierungsstandards für Solarmodule genügen den Erfordernissen schwerer Hagelstürme oft nicht, da sie auf wenige, gleichförmige Einschläge begrenzt sind.

    Praxisgerechte Tests mit HRC-Protokoll
    Der HRC-Test geht über bestehende Prüfverfahren hinaus. Er beschiesst Solarmodule mit Hagelkörnern unterschiedlicher Grösse und Geschwindigkeit bis zum Bruch. So entsteht eine Belastungs-Kurve, die den realen Aufprallenergien eines Sturmes entspricht. Hersteller und Betreiber erkennen, ab welchem Punkt das Glas versagt und welche Modelle besonders widerstandsfähig sind.

    Cherif Kedir von RETC betont: „Unser Test schliesst die Wissenslücke und liefert verwertbare Daten über das gesamte Energie- und Grössenspektrum realer Hagelbelastungen. Die strenge Stichprobengrösse sorgt für eine gründliche Charakterisierung.“ Damit ist die Hagelbeständigkeit erstmals quantitativ bewertet und vergleichbar.

    Konsequenzen für Entwicklung, Betrieb und Versicherung
    Das HRC-Protokoll bietet Herstellern die Möglichkeit, Solarmodule gezielt gegen Hagel zu optimieren. Projektentwickler erhalten für die Kosten-Nutzen-Analyse von Modultypen, Montagewinkeln und Nachführsystemen neue Entscheidungsgrundlagen. Der Test unterstützt auch die „Hail Stow“-Strategie, bei der Module bei Sturm hydraulisch in eine risikoarme Position gebracht werden.

    Versicherungsanbieter können nun Deckungen und Prämien anhand empirischer Testresultate dimensionieren statt auf Schätzungen abzustellen. Das reduziert Unsicherheit und fördert die Akzeptanz von PV-Anlagen in besonders exponierten Gebieten.

    Mehr Sicherheit durch Innovation
    Der HRC-Test markiert einen Fortschritt für die Solarbranche. Durch praxisnahe Prüfung und transparente Daten steigen Sicherheit und Werthaltigkeit von Solaranlagen. Hersteller wie Betreiber gewinnen Planungssicherheit, Versicherer eine solide Kalkulationsbasis. Damit ist der Weg frei für resilientere Photovoltaiksysteme, die dem Wandel des Klimas gewachsen sind.

  • Stärker als Stahl, leichter als Holz

    Stärker als Stahl, leichter als Holz

    Die Idee beruht auf einem gezielten Umbau der Mikrostruktur von Holz. Ausgangspunkt bleiben die natürlichen Hauptbestandteile. Cellulose, die als faserige Trägerstruktur für Zugfestigkeit sorgt, und Lignin, das als natürlicher Klebstoff die Fasern zusammenhält. Im Herstellungsprozess wird ein Teil des Lignins chemisch entfernt, wodurch die Zellulose dicht zusammengepresst werden kann. Das Ergebnis ist ein extrem kompaktes, fasergerichtetes Material mit hoher Dichte und vergleichsweise geringem Gewicht.

    Tests zeigen, dass Superwood rund zwölfmal stärker als unbehandeltes Holz ist und in bestimmten Kombinationen sogar eine höhere Zugfestigkeit als Stahl erreichen kann. Gleichzeitig bleibt der Werkstoff biologisch abbaubar und basiert auf einem nachwachsenden Rohstoff. Ein seltener Spagat zwischen Leistungsfähigkeit und Nachhaltigkeit.

    Anwendungen im Bauwesen
    Für den Bausektor könnte Superwood zum Gamechanger werden. Seine Kombination aus Leichtigkeit, Tragfähigkeit und umweltfreundlicher Herkunft macht es für tragende Strukturen, Fassadensysteme oder modulare Leichtbauelemente interessant. Das Material lässt sich verarbeiten wie Holz, zeigt aber bessere Resistenz gegen Feuchtigkeit und Verformung.

    Inventwood arbeitet mit Bau- und Architekturpartnern an Pilotprojekten, etwa für vorgefertigte Wandsysteme oder hybride Holz-Beton-Konstruktionen. Auch im Infrastrukturbereich beispielsweise für Brücken, Dächer oder transportable Bauten, sehen Forschende grosses Potenzial.

    Auf dem Weg zur industriellen Nutzung
    Der Weg vom Labor zur Massenproduktion war lang. Die anschliessende Ausgründung Inventwood machte daraus ein marktfähiges Produkt. Entscheidend war die Skalierbarkeit des Verfahrens, das sich inzwischen auf grosse Holzelemente anwenden lässt.

    Das Unternehmen sieht in Superwood eine nachhaltige Alternative zu emissionsintensiven Materialien wie Stahl, Aluminium oder Beton. Die Herstellung benötigt weniger Energie und das gebundene CO₂ bleibt im Material gespeichert. Damit könnte Superwood einen Beitrag zur Dekarbonisierung des Bauwesens leisten.

    Holz als Hightech-Material
    Mit der Industrialisierung von Superwood schliesst sich ein Kreis zwischen traditionellem Baustoff und moderner Materialwissenschaft. Aus gewöhnlichem Holz wird ein Hochleistungsstoff, der sich in puncto Stabilität und Nachhaltigkeit neu definiert.

    Sollte das Material in grösserem Massstab verfügbar werden, könnte es den internationalen Holzbau grundlegend verändern, von urbanen Hochhäusern bis zu modularen Infrastrukturen. Die Zukunft des Bauens bleibt aus Holz, nur intelligenter.

  • Luzern stellt Richtplan öffentlich vor

    Luzern stellt Richtplan öffentlich vor

    Die Luzerner Bevölkerung wird laut Prognosen bis Mitte des Jahrhunderts um rund 120’000 Personen zunehmen und die Marke von 560’000 Einwohnerinnen und Einwohnern erreichen. Um dieses Wachstum geordnet zu bewältigen, verankert die Raumentwicklungsstrategie im Richtplan klare Ziele. Kompakte, effiziente und auf den öffentlichen Verkehr abgestützte Siedlungsstrukturen sollen Vorrang haben.

    Der Plan sichert den haushälterischen Umgang mit dem Boden und stimmt die Entwicklungsabsichten des Kantons mit jenen des Bundes und der Gemeinden ab. Er soll die Grundlage schaffen, um Wohnen, Arbeiten und Mobilität räumlich zu harmonisieren.

    Fokus auf Innenentwicklung und bezahlbaren Wohnraum
    Zentrales Element der Revision ist die Schaffung von Wohnraum, ohne wertvolles Kulturland zu gefährden. Der Richtplan setzt auf Verdichtung nach innen, etwa durch Mindestdichten und höhere Bebauungsgrade in verkehrsgünstigen Lagen und ermöglicht punktuelle Bauzonenerweiterungen dort, wo sie für preisgünstigen Wohnungsbau sinnvoll sind.

    Mit den sogenannten Zentrumsgebieten entstehen planerische Instrumente, um zentrale Standorte mit hoher Dichte gezielt zu entwickeln. Gemeinden sollen ihr Wohnraumangebot künftig verbindlich festhalten können. Ergänzend sind Massnahmen in anderen Politikbereichen nötig, etwa in der Bodenpolitik oder Förderprogrammen für gemeinnützigen Wohnungsbau.

    Arbeitszonen und wirtschaftliche Entwicklung
    Für Wirtschaftsflächen stärkt der Richtplan den lokalen Handlungsspielraum. Gemeinden erhalten die Möglichkeit, eigene Arbeitszonen zu erweitern, um Neuansiedlungen mit regionalem Bezug zu fördern und Wohnen und Arbeiten stärker zu verknüpfen.

    Der Kanton übernimmt mit dem Programm zu Entwicklungsschwerpunkten eine koordinierende Rolle. Zudem schafft der Richtplan Grundlagen für eine aktive Bodenpolitik, um Flächen im kantonalen Interesse. Wie strategische Arbeitsgebiete oder Infrastrukturprojekte gezielter zu steuern.

    Integration übergeordneter Nachhaltigkeitsziele
    Die Richtplanrevision verknüpft raumrelevante Themen mit übergeordneten Strategien. Aspekte zu Klimaschutz, Energieproduktion und Mobilitätsentwicklung aus kantonalen Projekten wie «Zukunft Mobilität Kanton Luzern» oder dem Planungsbericht Klima und Energie werden räumlich verankert. Damit greift die Planung ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen integrativ auf.

    Verfahren und politische Verantwortung
    Seit der Revision des Planungs- und Baugesetzes 2018 ist der Kantonsrat stärker in die Richtplanung eingebunden. Er legt die strategischen Ziele in der Raumentwicklungsstrategie fest, während der Regierungsrat die operative Koordination und die konkrete räumliche Festlegung in den Richtplankarten verantwortet.

    Die aktuelle Überarbeitung basiert auf Rückmeldungen aus der Mitwirkung 2023 sowie auf der Vorprüfung des Bundes 2024. Nach der öffentlichen Auflage werden alle Eingaben ausgewertet, bevor die bereinigte Fassung voraussichtlich im Sommer 2026 dem Kantonsrat zugeleitet und anschliessend dem Bundesrat zur Genehmigung vorgelegt wird.

  • Produktion setzt auf nahezu CO2-freies Aluminium

    Produktion setzt auf nahezu CO2-freies Aluminium

    Der Sonnenschutzhersteller Griesser Holding AG hat bei der Produktion seiner Fensterlädensortimente in Nenzing im September laut einer Mitteilung zu 95 Prozent nachhaltiges Green Aluminium eingesetzt. Mit der Nutzung des Green Aluminiums am österreichischen Standort spart die Griesser Holding AG bis zu 30 Prozent CO2 pro Kilogramm Aluminium und erreicht einen neuen Tiefstwert von 3,3 Kilogramm CO2-Emissionen pro Kilogramm produziertes Aluminium. Das nachhaltige Aluminium besteht zu 65 Prozent aus Pre-Consumer- und Post-Consumer-Schrott sowie zu 35 Prozent aus Primäraluminium, erklärt die Firma. Der Primäraluminiumanteil wird dabei mit erneuerbaren Energien in Europa erzeugt, was zu bis zu fünfmal niedrigeren CO2-Emissionen führt als die herkömmliche Herstellung.

    Die Umstellung auf Green Aluminium ist in Nenzing bereits im November 2024 gestartet. „In unser Fensterladensortiment fliessen die grössten Aluminium-Mengen. Mit der Materialumstellung in Nenzing war es uns also möglich, rasch grosse Wirkung zu erzielen“, wird Urs Neuhauser, CEO der Griesser-Gruppe, zitiert.

    Qualität und Nachhaltigkeit bleiben bei Griesser Holding AG garantiert vereinbar, teilt die Firma mit. Für alle Green Aluminium-Produkte gelten die bisherigen Garantiefristen. Analog zum weiteren Griesser-Sortiment sind auch die grüneren Modellvarianten EPD-zertifiziert (Environmental Product Declaration/Umwelt-Produktdeklaration).

    Die Griesser Holding AG ist spezialisiert auf die Herstellung von Sonnenschutzlösungen von Fenstern und Terrassen und ist nach Eigenangaben bei hochstehendem und ästhetischem Sonnenschutz europaweit führend.

  • Ressourcen schonen und Gebäudelebenszyklen verlängern

    Ressourcen schonen und Gebäudelebenszyklen verlängern

    ETH-Professorinnen Catherine De Wolf und Maria Conen setzen sich für eine radikale Umkehr in der Bauwirtschaft ein. Anstatt alte, energetisch ineffiziente Gebäude zu opfern, plädieren sie für deren Erhalt, Sanierung und Erweiterung. Neben ökologischen Aspekten stehen dabei soziale und kulturelle Faktoren im Fokus. Gebäude beherbergen Identitäten und Geschichten, deren Erhalt wesentlich für das Stadtleben ist. Nachhaltigkeit wird so zur Verbindung von Umwelt, Gesellschaft und Architektur.

    Wiederverwendung von Baumaterialien
    Ein gutes Beispiel ist die Wiederverwendung von Glaselementen der Aussenrolltreppen des Centre Pompidou in Paris als Bürotrennwände. Die aufwändige Demontage, Sortierung und Reintegration ist kostenintensiv, bietet aber enorme ökologische Vorteile durch deutliche CO₂-Einsparungen und die Vermeidung von Abfall.

    Baumaterialien wie Holz und Beton bergen grosses, bislang ungenutztes Potenzial für die Wiederverwendung. Während Holz oft schlicht verbrannt wird, könnten Betonplatten ausgeschnitten und als Wandelemente dienen. Stahlträger werden zwar recycelt, aber meist energieintensiv eingeschmolzen, statt formstabil wiederverwendet zu werden. Die Herausforderungen liegen in der technischen Machbarkeit, Kosten und komplexen Planung.

    Digitalisierung und Materialpässe zur Optimierung
    Digitale Instrumente wie Materialpässe sollen künftig den Überblick über die Herkunft, Zusammensetzung und Nutzungsdauer von Bauteilen erleichtern. So werden Re-Use und Rückbau effizienter und transparenter. Die Harmonisierung solcher Standards ist Forschungsgegenstand, um in der Branche verbindliche Lösungen zu schaffen.

    Rechtliche und normtechnische Barrieren
    Ein weiterer Hemmschuh sind die heute vorherrschenden Normen, die primär auf Neubauten ausgelegt sind und Umbauten sowie den Kontext bestehender Gebäude unzureichend berücksichtigen. Dies erschwert Sanierungen und Arbeiten am Bestand aus energetischer Sicht. Gesetze und Vorschriften müssen künftig flexibler gestaltet werden, um zirkuläre Bauweisen zu fördern.

    Kreislaufwirtschaft als Wegbereiter für CO₂-Reduktion
    Die Baubranche ist verantwortlich für rund 50 Prozent der Ressourcenerschöpfung und erhebliche Mengen CO₂-Emissionen. Kreislaufwirtschaft mindert diese erheblich, indem sie Materialkosten, Abfälle und Energieverbrauch durch Wiederverwendung und modulares Bauen reduziert. Die Rückbaubarkeit durch verschraubte oder gesteckte statt verklebte Verbindungen ist dabei ein Schlüssel.

    Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
    Die grösste Herausforderung liegt im Aufwand der Demontage und Wiederverwendung sowie der Suche nach Abnehmern für wiederverwendete Materialien. Das Fehlen umfassender Marktstrukturen erschwert eine flächendeckende Umsetzung. Hier setzen Initiativen wie digitale Marktplätze und die Einbindung von spezialisierter Ingenieurskompetenz an.

    Modulares Bauen und flexible Nutzungskonzepte wie z.B. museale Nutzung von weniger gut isolierten Gebäuden, zeigen praktikable Zukunftsperspektiven. Vor allem die junge Generation von Studierenden und Forschenden an ETH und anderen Instituten treibt Innovationen voran, was Hoffnung auf eine nachhaltigere Bauwirtschaft macht.

  • Immobilienberatung mit Weitblick: Expertise für den gesamten Lebenszyklus

    Immobilienberatung mit Weitblick: Expertise für den gesamten Lebenszyklus

    Wer Immobilien besitzt oder plant, kennt viele Herausforderungen des Marktes, wie beispielsweise Leerstand zu verhindern und Mietpreise marktgerecht zu bestimmen, ohne Angebot und Nachfrage ausser Acht zu lassen. Genau hier setzt die Migros Bank mit ihrem einzigartigen Beratungsansatz an, der wirtschaftlichen Weitblick, Marktdaten und individuelle Lösungen vereint – für Eigentümerinnen und Eigentümer, die mehr wollen als nur Hypotheken, sondern eine individuelle und auf das Objekt angepasste massgeschneiderte Beratung. Der Beratungsansatz besteht aus verschiedenen Modulen, die je nach Situation und unabhängig voneinander mit der Kundin oder dem Kunden bearbeitet werden können.

    Zusammen mit der CSL Immobilien AG, einer Partnerin der Migros Bank, wird eine umfassende Dienstleistungspalette angeboten, die den gesamten Lebenszyklus von Immobilien abdeckt. Kunden profitieren von Bauherrendienstleistungen und der professionellen Bewirtschaftung ihrer Immobilien. Dieses Angebot wird durch fundierte Research- und Marktanalysen des Schweizer Immobilienmarkts abgerundet, wodurch Eigentümerinnen und Eigentümer zusammen mit der Migros Bank fundierte Entscheidungen treffen können.

    Umfassende Analysetools für zugeschnittene und fundierte Entscheidungen
    So können mit dem Immobiliendialog Verkehrswerte, Kaufpreise, Nettomieterträge, Renditen und Leerstandsquoten mit den Marktdaten der CSL Immobilien AG verglichen werden. Das ermöglicht eine Beurteilung der Positionierung des Kundenportfolios. Es ist für Büro-, Gewerbe- und Wohnimmobilien geeignet. Die Analyse von Wohnimmobilien auf der Ebene Wohneinheit hilft dabei, die Performance der Immobilie zu prüfen und zu managen. So werden die Wohneinheiten mit den Marktdaten verglichen und auf Grösse, Preis und Chancen analysiert. Damit kann mit Kundinnen und Kunden die Positionierung von Projekten frühzeitig ermittelt werden, Altbestand kann auf Marktbedürfnisse und Standards geprüft und Gründe für Leerstände können abgeleitet werden.

    Analyse der Zinsentwicklung: Ausblick auf künftige Hypothekenkosten
    Wer ein Haus kauft oder eine Wohnung als Stockwerkeigentum, muss auch einen Blick in die Zukunft werfen. Die Zinssätze von Hypotheken sind heute vergleichsweise günstig – doch was wird in zehn Jahren sein? Ist die Liegenschaft mit dem voraussichtlichen Einkommen dann noch tragbar? Mit der Zinsentwicklungsanalyse kann das Hypotheken-Portfolio mit verschieden definierten Zinsszenarien 10 Jahre in die Zukunft simuliert werden. Mit diesen geschätzten Zinskosten werden mögliche Absicherungsstrategien, beispielsweise Ablösung einer Hypothek oder Abschluss eines Folgeproduktes, direkt verglichen werden. Die Eigentümerinnen und Eigentümer können damit ihr Portfolio restrukturieren und an die Markterwartung anpassen.

    Nachhaltigkeit als Schlüssel zur Wertsteigerung von Immobilien
    Gerade für Besitzerinnen und Besitzer älterer Liegenschaften ist die Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema, das einen unmittelbaren Einfluss auf den Wert der Liegenschaft hat. Mit der Nachhaltigkeitsanalyse wird aufgezeigt, welche Vorteile es mit sich bringt, Immobilien auf nachhaltiger Basis zu sanieren. Dabei werden die CO2-Emissionen, die Energiekosten und der Energiebedarf einer Liegenschaft ermittelt und mit einem Modernisierungsplan dargestellt, welche Sanierungsmassnahmen einen positiven Einfluss auf diese Werte haben. Richtig getimte Sanierungen sind entscheidend, um den Wert einer Immobilie über den ganzen Lebenszyklus zu erhalten oder sogar zu steigern. Es ist ratsam, sich vor Beginn einer Sanierung von Experten beraten zu lassen, um die besten und kostengünstigsten Lösungen zu finden. Fragen rund um die Sanierung sind anspruchsvoll – vor allem auch, wenn es um alternative Energien geht. Bei besonders alten Liegenschaften gilt es zudem zu entscheiden, ob sich eine Sanierung lohnt oder besser neu gebaut werden soll. Diese Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter der Zustand des Gebäudes, die finanziellen Mittel und die persönlichen Vorstellungen. Wichtig ist auf jeden Fall eine langfristige Sanierungsstrategie, die hilft, die Kosten zu senken und die Lebensdauer des Hauses zu verlängern.

    Eine starke Partnerschaft mit Synergien
    Die Migros Bank arbeitet eng mit CSL-Immobilien zusammen. Beide Unternehmen sind operativ eigenständig. Durch diese strategische Partnerschaft profitiert CSL Immobilien von einer landesweiten Expansion und dem Zugang zu neuen Märkten, während die Migros Bank ihr Angebot im Immobilienbereich gezielt ausbauen kann. Gemeinsam decken sie mit einer erweiterten Dienstleistungspalette den gesamten Lebenszyklus von Immobilien ab – von der Finanzierung über die Bauherrenberatung bis zur Vermarktung. Die Zusammenarbeit schafft zudem bedeutende Synergien, insbesondere in den Bereichen Beratung und Finanzierung. Ein konkretes Resultat ist die gemeinsame Entwicklung des digitalen Maklerservices Nextkey, der den Verkauf von Immobilien effizient und kundenfreundlich gestaltet. Damit entsteht ein ganzheitliches Angebot, das Kundinnen und Kunden in allen Phasen rund um Wohneigentum begleitet.

    Ganzheitliche Betreuung für Immobilienbesitzerinnen und -besitzer
    Wer eine Immobilie besitzt oder plant, braucht heute mehr als nur eine Finanzierungslösung. Gefragt ist ein Partner, der den gesamten Lebenszyklus eines Objekts im Blick hat. Die Migros Bank positioniert sich mit ihrem Beratungsansatz genau in diesem Feld – als ganzheitlicher Begleiter, nicht nur als Hypothekengeber. In Zusammenarbeit mit CSL-Immobilien bietet sie massgeschneiderte Lösungen für Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre Liegenschaften nachhaltig, rentabel und zukunftsgerichtet entwickeln wollen. Ob Marktwertanalysen, Nachhaltigkeit, Rendite oder Zinsentwicklung: Mit modularen Tools und fundierten Marktdaten aus der Praxis werden individuelle Fragestellungen kompetent und vorausschauend adressiert. Das stärkt nicht nur die Entscheidungsqualität der Kundinnen und Kunden, sondern auch den Wert und die Zukunftsfähigkeit ihrer Immobilien. Die Migros Bank steht damit für eine neue Art von Immobilienberatung – vernetzt, partnerschaftlich und weitsichtig.

    «Wer eine Immobilie besitzt oder plant, braucht heute mehr als nur eine Finanzierungslösung. Gefragt ist ein Partner, der den gesamten Lebenszyklus eines Objekts im Blick hat.»

    «Wer ein Haus kauft oder eine Wohnung als Stockwerkeigentum, muss auch einen Blick in die Zukunft werfen. Die Zinssätze von Hypotheken sind heute vergleichsweise günstig – doch was wird in zehn Jahren sein?»

    Weitere Informationen unter: migrosbank.ch/potenzial

  • Parlament will Bau grosser Kraftwerke für Erneuerbare beschleunigen

    Parlament will Bau grosser Kraftwerke für Erneuerbare beschleunigen

    Das Bundesparlament hat den sogenannten Beschleunigungserlass in der Schlussabstimmung deutlich angenommen. Im Nationalrat stimmten laut einer Mitteilung 185 Mitglieder dafür, zwei dagegen, während sich neun ihrer Stimme enthielten. Im Ständerat stimmten 44 Mitglieder für den Erlass, es gab weder Gegenstimmen noch Enthaltungen.

    Der Erlass war 2023 vom Bundesrat vorgeschlagen worden. Dieser soll es ermöglichen, den Bau von grossen Kraftwerken für die erneuerbaren Energien zu beschleunigen. So sollen der Rechtsmittelweg verkürzt und damit die Einsprache- und Beschwerdemöglichkeiten eingeschränkt werden. Die Kantone sollen für den Bau von Solar- und Windkraftwerken von nationalem Interesse das Verfahren zur Plangenehmigung auf kantonaler Ebene konzentrieren. Der Planungsprozess für den Ausbau der Stromnetze soll verkürzt werden.

    Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE) begrüsst die Anahme des Beschleunigungserlasses. „Das kantonale konzentrierte Verfahren und der reduzierte Instanzenzug sind wichtige Stellschrauben auf dem Weg zu einer erneuerbaren Energieversorgung“, wird VSE-Direktor Michael Frank in einer Mitteilung zitiert. „Für die Stromproduzenten bedeutet der Kompromiss mehr Planungssicherheit und Tempo – genau das, was wir jetzt brauchen.“

    swisscleantech bedauert, dass sich die Debatte zu lange auf den Versuch konzentriert hatte, das Verbandsbeschwerderecht abzuschaffen. Die Abschaffung des Beschwerderechts bei 16 Wasserkraftprojekten führe zu viel Ungewissheit, so der Energiewendeverband. Unter dem Strich zähle aber mehr Tempo beim Ausbau der Erneuerbaren, schreibt er in einer Mitteilung.

  • Prüfung von Geothermiepotenzial im Raum Burgdorf gestartet

    Prüfung von Geothermiepotenzial im Raum Burgdorf gestartet

    Die Localnet AG und die CKW wollen laut einer Mitteilung im Raum Burgdorf das Potenzial für die Nutzung der Erdwärme zur Energiegewinnung prüfen. Dabei bringt der lokale Energieversorger seine Kenntnis Burgdorfs ein, die Luzerner Axpo-Tochter ihre Erfahrungen aus laufenden Geothermieprojekten.

    Falls die Überprüfung positiv ausfällt, wollen die beiden Unternehmen die Bevölkerung noch vor Ende des Jahres über die nächsten Schritte informieren. „Es ist mir ein grosses Anliegen, dass die Bevölkerung von Beginn weg transparent über dieses Vorhaben informiert wird“, wird Stadtpräsident Stefan Berger in der Mitteilung zitiert. „Es ist aber auf jeden Fall sinnvoll, das Geothermiepotenzial in unserer Region sorgfältig zu prüfen. Dies entspricht auch den Zielen unserer Eigentümerstrategie einer nachhaltigen Energieversorgung und langfristigen Versorgungssicherheit.“

    Localnet versorgt in der Region 11‘500 Kundinnen und Kunden mit Strom, 2500 mit Gas und weitere 350 mit Wärme. 

  • Neuer Innovationsschub für nachhaltige Wärmesysteme

    Neuer Innovationsschub für nachhaltige Wärmesysteme

    Die EBP Schweiz AG beteiligt sich über ihren Wagniskapitalgeber EBP Ventures an der Nullpunkt AG. Das Jungunternehmen aus Oberengstringen hat ein neuartiges Eisspeicher-Wärmepumpensystem entwickelt und nach einem Probelauf mit einem Prototyp im vergangenen Jahr in diesem August an den Markt gebracht. „Mit dieser Investition stärkt EBP Schweiz nicht nur das eigene Innovationsnetzwerk, sondern leistet auch einen konkreten Beitrag zur Energiewende im Gebäudesektor“, wird Simon Hess, Partner und Leiter Energie + Technik von EBP Schweiz, in einem entsprechenden Beitrag des Zürcher Beratungs- und Ingenieurunternehmens auf LinkedIn zitiert.

    Das System der Nullpunkt AG setzt sich aus einem Aussenwärmetauscher, einem Eisspeicher und einer Wärmepumpe zusammen. Der Aussenwärmetauscher entzieht der Umgebungsluft tagsüber Energie. Mit ihr wird das Eis im Eisspeicher geschmolzen. Gefriert dieses Wasser nun wieder, wird dabei Wärmeenergie freigesetzt. Sie wird dem Speicher durch die Wärmepumpe entzogen und zum Heizen des Hauses eingesetzt. Im Vergleich zu anderen Eisspeichersystemen weise die Anlage von Nullpunkt eine kompaktere Bauweise, „hohe Energieeffizienz und ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis“ auf, schreibt EBP.

    Bei Nullpunkt steht aktuell die Weiterentwicklung auf stärkere Anlagen und zusätzliche Regenerationsquellen auf dem Programm. „Ein kompetenter Partner wie EBP wird uns auch fachlich die richtigen Impulse bringen, um Nullpunkt nachhaltig am Markt zu etablieren“ wird Nullpunkt-CEO Thomas Degelo im Beitrag zitiert.

  • Politischen Fahrplan zur Klimaneutralität der Schweiz

    Politischen Fahrplan zur Klimaneutralität der Schweiz

    Der Abschlussbericht von POLIZERO nimmt die Schweizer Klimapolitik mit ungewohnter Klarheit ins Visier. Die nächsten zehn Jahre sind entscheidend für Wirtschaft, Energieversorgung und Gesellschaft. Das Forschungsteam modellierte zahlreiche Pfade. Der Ausstieg aus fossilen Technologien, eine massive Ausweitung von Fernwärme und Solarkapazitäten sowie die zügige Einführung von Elektromobilität bilden das Fundament für das Netto-Null-Ziel.

    Ein Blick nach Europa zeigt, dass gerade in unsicheren Zeiten eine gezielte Harmonisierung mit EU-Standards zum Erfolgsfaktor werden. Besonders die Integration in einen gemeinsamen Energiemarkt und abgestimmte Vorschriften stärken die Versorgungssicherheit und beschleunigen Innovationen.

    Von der Strategie zur Skalierung
    Das Fenster für einschneidende Weichenstellungen schliesst sich. Ab 2035 verschiebt sich der Fokus auf das Hochskalieren klimafreundlicher Technologien. Modellrechnungen belegen, dass Wind- und Bioenergie, synthetische Kraftstoffe sowie CO₂-Abscheidung aus Industrie und Abfall ins Zentrum rücken. Durch Investitionen und verpflichtende Vorgaben, etwa für den Ersatz alter Heizsysteme, kann die Schweiz ihre Abhängigkeit von Energieimporten im Winter verringern und gleichzeitig industriellen Wandel ermöglichen.

    Fördermassnahmen und Innovationsanreize wirken als Starthilfe, werden jedoch im weiteren Verlauf gezielt durch strengere regulatorische Instrumente und den Ausbau des Emissionshandels ergänzt. Standhafte, aber anpassungsfähige Politik bleibt notwendig, um geopolitische Unsicherheiten und technologische Überraschungen aufzufangen.

    Flexible Umsetzung, klare Perspektive
    Die Studie empfiehlt einen ausgewogenen Ansatz statt radikaler Einzelschritte. Gelingt es der Schweiz, glaubwürdige eigene Initiativen mit konsequenter EU-Koordinierung zu verbinden, sind die Chancen auf Erreichen des Netto-Null-Ziels intakt. Entscheidend bleibt, dass jede Strategie flexibel bleibt. Anpassungsfähigkeit gewinnt an Bedeutung, je schneller sich Weltmärkte und Forschung verändern.

    Um Klimaneutralität zu realisieren, braucht es nicht das perfekte Rezept, sondern eine klar definierte Richtung und politisches Durchhaltevermögen. Die entscheidenden Schritte müssen jetzt gesetzt werden. Für eine Schweiz, die in Sachen Klimaschutz und Innovationskraft Europa mitprägt.

  • Alte Technik neu gedacht

    Alte Technik neu gedacht

    Wer heute an modernes Bauen denkt, sieht Glas, Beton und Stahl. Doch ein Baustoff, der schon seit Jahrtausenden existiert, kehrt mit Macht zurück, Stampflehm. Bereits früher entstanden daraus ganze Städte, Burgen und Tempel und viele dieser Bauwerke stehen noch immer.

    Stampflehm kombiniert regionale Rohstoffe, zirkuläre Nutzung und ein gesundes Raumklima. Er speichert Wärme, gleicht Feuchtigkeit aus und benötigt kaum Energie zur Herstellung. Der Baustoff reagiert damit auf zentrale Anforderungen der Bauwende, Ressourcenschonung, Klimaschutz und Wohngesundheit.

    Joschua Gosslar vom Institut für Tragwerksentwurf der TU Braunschweig spricht von einer „Renaissance des Lehms“, die traditionelle Handwerkskunst mit technischer Präzision verbindet.

    Wie Stampflehm funktioniert
    Stampflehm entsteht aus Lehm, Sand, Kies und Wasser. Diese Mischung wird in Schichten in eine Schalung eingebracht und verdichtet. Früher per Hand, heute häufig maschinell. Das Ergebnis sind massive, schichtweise strukturierte Wände mit hoher Wärmespeicherkapazität.

    Durch sein diffusionsoffenes Verhalten trägt der Baustoff zu einem ausgeglichenen Raumklima bei. Ohne baulichen Witterungsschutz jedoch verliert der Lehm an Festigkeit. Grosse Dachüberstände, wasserabweisende Putze oder konstruktive Trennungen sind daher unverzichtbar.

    Forschungsprojekte wie HyRaEarth arbeiten an dauerhaften Lösungen gegen die Feuchtigkeitsanfälligkeit, etwa durch umweltverträgliche hydrophobe Beschichtungen.

    Robotik auf der Baustelle
    Die Verarbeitung von Stampflehm ist mit vielen Arbeitsschritten, hohe Handwerksintensität und lange Bauzeiten aufwendig. Forschende der TU Braunschweig entwickeln deshalb eine robotische Fertigungseinheit, die Lehmwände additiv aufbringt. Schicht für Schicht, präzise und ohne herkömmliche Schalung.

    Das System kombiniert eine mitlaufende Schalung mit einer Verdichtungseinheit, die automatisch nach oben fährt. Ziel ist eine mobile Produktionseinheit, die vor Ort mit Aushubmaterial arbeitet. „Lehm ist vollständig reversibel“, erklärt Gosslar. „Er kann nach hundert Jahren wiederverwendet werden,  als Baustoff für ein neues Haus.“

    Damit überträgt die Forschung Prinzipien des 3D-Drucks auf den Lehm- und Erdbau und schafft so die Grundlage für industrielle und dennoch handwerklich geprägte Bauweisen.

    Internationale Pionierprojekte
    Weltweit zeigen Architekturbüros, was aus Erde entstehen kann. Casa Franca in Paris wurde mit 550 Tonnen Aushuberde zu tragenden Wänden verdichtet, die Klimaanlagen überflüssig machen. Das Bayalpata Hospital in Nepal verwendete lokalen Lehm und senkte so die Baukosten um 40 Prozent und stärkte die regionale Baukultur. Das Ricola-Kräuterzentrum in Laufen von Herzog & de Meuron nutzten vorgefertigte Stampflehmplatten, kombiniert mit Photovoltaik und moderner Haustechnik. Ein Wohnhaus in Desert Wash Home, USA, integriert sich topografisch in den natürlichen Wasserlauf.
    Diese Projekte belegen, dass Lehm längst kein Nischenmaterial mehr ist, sondern weltweit im zeitgenössischen Hochbau angekommen ist.

    Technische Werte und Normen
    Die Materialleistung von Stampflehm ist inzwischen gut dokumentiert. Seine Rohdichte liegt zwischen 1’700 und 2’400 kg/m³, die Druckfestigkeit bei 1,5 bis 2,5 N/mm² – einzelne Versuche erreichen bis zu 10 N/mm². Diese Werte machen ihn statisch tragfähig, erfordern jedoch neue Berechnungsmethoden, da der Elastizitätsmodul deutlich niedriger ist als bei Beton.

    Gesetzlich geregelt sind Lehmbauten durch die Normenreihe DIN 18940 bis 18948 sowie die Lehmbau-Regeln des Dachverbandes Lehm. Sie sichern die Produktqualität, engen die Anwendung aber auch ein.

  • Stadt Zürich zeichnet beste Bauprojekte 2025 aus

    Stadt Zürich zeichnet beste Bauprojekte 2025 aus

    Die ausgezeichneten Projekte, die zwischen 2021 und 2024 realisiert wurden, tragen mit ihrer architektonischen Qualität, einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und einem starken sozialen Bezug zur Identität und Lebensqualität der Stadt Zürich bei. Von Freitag, 3. Oktober, bis zum 9. November 2025 sind die prämierten Bauwerke in der thematischen Ausstellung im Zentrum Architektur Zürich zu sehen.

    Hundert Projekte, zehn Auszeichnungen
    «Die Qualität und Vielfalt der rund hundert eingereichten Projekte war beeindruckend», erklärte Stadtpräsidentin Corine Mauch. Die eingereichten Werke schaffen lebendige Stadträume mit hoher Aufenthaltsqualität, fördern sozialen Austausch und prägen die Identität der Quartiere. Eine interdisziplinäre Fachjury unter dem Vorsitz von Stadtrat André Odermatt wählte aus diesem breiten Spektrum die zehn herausragenden Bauten aus.

    Sozialräumliche und ökologische Verantwortung
    Die Bewertung ging über reine Architektur hinaus. Auch sozialräumliche Aspekte wie Inklusion, Begegnungsmöglichkeiten und der verantwortliche Umgang mit natürlichen Ressourcen flossen in die Entscheidungsprozesse ein. «All diese Projekte verbindet, dass sie Verantwortung übernehmen, für Menschen, Natur und die Identität der Stadt. Sie prägen, wie wir Zürich wahrnehmen und schaffen bleibende Erinnerungen», so André Odermatt.

    Freiraum als Schlüssel zur urbanen Lebensqualität
    Stadträtin Simone Brander hob besonders die Bedeutung auch kleiner und unscheinbarer Freiräume hervor: «Diese Zwischenräume bestimmen massgeblich, wie eine Stadt und ihre Quartiere funktionieren und wie wir sie erleben.»

    Publikumspreis geht an den Neubau des Universitäts-Kinderspitals
    Der Publikumspreis wurde durch ein Online-Voting ermittelt und ging mit rund 300 Stimmen an das Neubauprojekt des Universitäts-Kinderspitals Zürich. Mit seiner modernen Holz- und Betonarchitektur schafft das Gebäude eine warme Atmosphäre und setzt architektonisch sowie funktional neue Standards im Gesundheitsbau.

    Ausgezeichnete Projekte
    Büro- und Gewerbehaus Binzstrasse
    Bauherrschaft: Swiss Life Asset Management AG
    Architektur: EM2N Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

    Gesamtinstandsetzung Wohnsiedlung «Im Birkenhof»
    Bauherrschaft: Stadt Zürich
    Architektur: Romero Schaefle Partner Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Westpol Landschaftsarchitektur GmbH

    Gesamtsanierung Hauptbahnhof Zürich Südtrakt
    Bauherrschaft: SBB AG, Immobilien Development
    Architektur: Aebi & Vincent Architekten SIA AG

    Gesamtsanierung Gebäude Q, Werkstadt Areal
    Bauherrschaft: SBB Immobilien AG
    Architektur: Baubüro in situ ag
    Nutzungstransformation: denkstatt sàrl

    Haus im Garten
    Bauherrschaft: Irma Peter
    Architektur: Loeliger Strub Architektur
    Landschaftsarchitektur: Permatur

    Hochhausensemble WolkenWerk und Messeturm
    Bauherrschaft: Leutschenbach AG, Nyffenegger Immobilien AG
    Architektur: Staufer & Hasler Architekten AG, von Ballmoos Partner Architekten AG
    Landschaftsarchitektur: Mavo GmbH

    Kongresshaus und Tonhalle Zürich – Instandsetzung
    Bauherrschaft: Kongresshaus-Stiftung Zürich
    Architektur: ARGE Boesch Diener
    Landschaftsarchitektur: Vogt Landschaftsarchitekten AG

    Neubau Universitäts-Kinderspital Zürich (Publikumspreis)
    Bauherrschaft: Kinderspital Zürich – Eleonorenstiftung
    Architektur: Herzog & de Meuron
    Landschaftsarchitektur: August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten AG

    Provisorische Sportbauten
    Bauherrschaft: Kanton Zürich, Baudirektion Hochbauamt
    Architektur: pool Architekten
    Landschaftsarchitektur: Balliana Schubert Landschaftsarchitekten AG

    Schulanlage Allmend
    Bauherrschaft: Stadt Zürich
    Architektur: Studio Burkhardt – Studio für Architektur ETH SIA
    Landschaftsarchitektur: Ganz Landschaftsarchitekten

    Auch provisorische Sportbauten und Schulgebäude wurden für ihre Nutzung von Holz und nachhaltige Gestaltung gewürdigt.

    Ausstellung und Podium
    Die Ausstellung im ZAZ Bellerive bietet die Möglichkeit, sämtliche ausgezeichneten Bauvorhaben im Detail kennenzulernen. Am 5. November 2025 findet dort zudem ein Podium zum Thema «Weiterbauen: Strategien für den Bestand» statt. Führende Expertinnen und Experten aus Architektur, Planung und Immobilienentwicklung diskutieren Perspektiven für die urbane Nachverdichtung und nachhaltige Nutzung bestehender Bausubstanz.

    Ein Preis mit Tradition und Zukunftssinn
    Die Auszeichnung für gute Bauten der Stadt Zürich wird nur alle fünf Jahre verliehen und ist der renommierteste städtische Architekturpreis. Durch die bewusste Berücksichtigung nachhaltiger und sozialer Kriterien fördert sie eine Baukultur, die Zürich nicht nur heute prägt, sondern auch für zukünftige Generationen lebenswert macht.

  • Paradigmenwechsel in der Immobilienplanung

    Paradigmenwechsel in der Immobilienplanung

    Die in den Bereichen Brandschutz, nachhaltiges Bauen und Gebäudesimulation tätige AFC AG stellt das eigens entwickelte LessTech-Konzept vor, das Gebäude auf ihre funktionalen Anforderungen hin analysiert. Damit wolle die Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) mit Sitz im Technopark Zürich einen Paradigmenwechsel in der Immobilienentwicklung erreichen, heisst es in einer Medienmitteilung: weg von überdimensionierten technischen Lösungen, hin zu robusten, wirtschaftlichen und nachhaltigen Gebäuden. Dadurch soll mehr Steuerbarkeit im Bau, eine bessere Planungs- und Investitionssicherheit ermöglicht sowie Betriebskosten reduziert werden.

    Die LessTech-Methode arbeitet dafür mit digitalen Instrumenten wie der thermischen Gebäudesimulation und der CFD-Luftströmungsanalyse, um die Wirkung von Baumassnahmen frühzeitig zu prüfen. Auch beim Kerngebiet Brandschutz bringe LessTech Neuerung: mit frühzeitigen Simulationen und interdisziplinärer Zusammenarbeit kreiert AFC Lösungen, die auf höchste Sicherheit abgestimmt sind, so das Unternehmen. „Wir schaffen mit LessTech einen Paradigmenwechsel in der Gebäudeplanung: Weniger Technik, weniger Komplexität – dafür mehr Wirkung, Stabilität und Rendite. Einfachheit ist der Schlüssel für die Immobilien der Zukunft“, wird Daniel Gubler, CO-CEO der AFC AG, zum Nutzen des Konzeptes zitiert.

    Ergänzend verbessert das LessTech-Präzisionsinstrument auch die ESG (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung)-Konformität von Gebäuden: „Das nachhaltigste Bauteil ist jenes, das gar nicht erst gebaut werden muss“, teilt die AFC AG mit. Mit dem Label-Pre-Check unterstützt AFC Bauherren und Investoren zudem bei der Wahl des passenden Nachhaltigkeitslabels (zum Beispiel SNBS, Minergie, LEEDoder BREEAM).

    Die 1995 gegründete AFC AG entwickelt für Nachhaltigkeits-, Energieeffizienz- und Sicherheitskonzepte zukunftsorientierte und ganzheitliche Lösungen für sichere, energieeffiziente und klimagerechte Gebäude. Auftraggeber sind unter anderem die Flughafen Zürich AG und die SBB.

  • Höhepunkte und Gewinner am Real Estate Award 2025

    Höhepunkte und Gewinner am Real Estate Award 2025

    Bundesrat Guy Parmelin eröffnete den Event mit einer prägnanten und motivierenden Grussbotschaft. Er würdigte die Innovationskraft und den Mut der Akteure, Herausforderungen anzunehmen, und betonte, wie wesentlich die Immobilienwirtschaft für die Zukunft der Schweiz, deren Wohlstand und Standortqualität ist – gerade in Zeiten des globalen Wandels.

    Visionen und Einblicke von Samih Sawiris
    Ein weiterer Höhepunkt war das Kamingespräch mit Samih Sawiris, dem international anerkannten Unternehmer und Stadtentwickler. Sawiris gewährte exklusive Einblicke in die komplexen Aufgaben und Visionen seiner Projekte, insbesondere im alpinen Tourismuszentrum Andermatt. Sein nachhaltiges und partnerschaftliches Vorgehen bei der Entwicklung von Hotels, Wohnimmobilien und Infrastruktur beeindruckte das Publikum und verdeutlichte den Wert von langfristigen Investitionen für regionale Transformation.

    Vernetzung, Unterhaltung und inspirierende Atmosphäre
    Der Event bot viel Raum für Networking und Wissensaustausch. Die Besucher genossen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm mit kulinarischen Höhepunkten, musikalischer Begleitung durch die Band „Three of a kind“ sowie humorvollen Auftritten von Comedian Benjamin Delahaye. Die Mischung aus fachlichem Austausch, gesellschaftlichem Beisammensein und Unterhaltung schuf eine gelungene Atmosphäre für den Wissenstransfer und den Branchenzusammenhalt.

    Anspruchsvolle Jury sorgt für Objektivität und Qualität
    Die Auswahl der Gewinner erfolgte durch eine renommierte Jury aus erfahrenen Branchenprofis mit André Robert Spathelf, Karin Aeberhard, Daniel Löhr, Anita Horner und Gaétan Kameni. Die Jury ergänzte das Publikumsvoting mit einer fundierten fachlichen Bewertung, um ein transparentes und ausgewogenes Ergebnis sicherzustellen.

    Die Preisträger 2025 – Innovation, Nachhaltigkeit und Leadership
    Die mit Trophäen ausgezeichneten Gewinner spiegeln die Vielfalt und Zukunftsorientierung der Branche wider.

    Vermarktung: Avendo AG überzeugte mit einer innovativen Plattform, die Immobilienbesitzer, Makler und Mieter digital vernetzt und den Vermietungsprozess optimiert.

    Digital: Evorest AG verdiente für eine digitale Mietzinsdepot-Lösung mit attraktiven Investitionsoptionen den Preis, die auch vom Publikum hoch bewertet wurde.

    Nachhaltigkeit: Mobimo AG, wurde ausgezeichnet für ressourcenschonende Sanierungsprojekte, beispielhaft realisiert im Zürcher Friesenbergquartier.

    Projektentwicklung und Innovation: Stiftung Umwelt Arena Spreitenbach bekam  die Anerkennung für die Entwicklung einer Methanol-Hybridbox zur sommerlichen Stromspeicherung.

    Immobilien-Persönlichkeit des Jahres: Beatrice Bichsel, als strategisch führende Managerin, erhielt die Kristallglas-Trophäe für richtungsweisende Entwicklung bei der SBB und ihr Engagement für moderne Stadtentwicklung rund um Bahnhöfe.

    Der Real Estate Award 2025 war weit mehr als eine Preisverleihung. Er festigt seine Rolle als Leuchtturm für Innovation, Nachhaltigkeit und Exzellenz in der Schweizer Immobilien- und Bauwirtschaft. Innovationsgeist, soziale Verantwortung und fachliche Kompetenz bestimmen die Erfolge von heute und öffnen den Weg für eine prosperierende, nachhaltige Baubranche der Zukunft.

  • Neue Mietmodelle für dynamische Arbeitswelten

    Neue Mietmodelle für dynamische Arbeitswelten

    Die Marke Lista Office LO der Lista Office Group AG will Flexibilität in dynamische Unternehmen bringen. Dazu hat der Büroausstatter aus Degersheim sein Angebot um ein Mietmodel für Büromöbel erweitert. Mit Furniture as a Service werde der Kundschaft „eine ressourcenschonende und kreislauffähige Lösung für kurzfristige oder sich rasch ändernde Ausstattungsbedürfnisse“ angeboten, erläutert Lista Office LO in einer Mitteilung.

    In der Mitteilung beschreibt das Unternehmen sein neues Angebot als „konsequent bedarfsorientiert“, „konsequent budgetorientiert“ und „konsequent kreislauffähig“. Die Stärkung der Kreislaufwirtschaft steht dabei im Zentrum der Überlegungen. Jedes Mietmobiliar wird bei Lista Office LO nach Rückgabe geprüft, überholt „und in neuwertigem Zustand“ erneut zur Miete angeboten. Nicht mehr nutzbare Stücke werden der Wiederverwertung zugeführt.

    Unter dem Stichwort bedarfsorientiert führt das Unternehmen die Vorteile von Mietmobiliar für temporäre Nutzungen an. Die gewünschte Raumausstattung lässt sich gegen eine monatliche Mietgebühr schnell einrichten und bei Bedarf auch schnell verändern. Für das Unternehmensbudget biete das Mietmodel gegenüber einer Anschaffung von Büroausstattung grösseren wirtschaftlichen Spielraum, schreibt Lista Office LO.

  • Köniz testet Stromversorgung mit 100 Prozent erneuerbarer Energie

    Köniz testet Stromversorgung mit 100 Prozent erneuerbarer Energie

    Der Berner Energieversorger BKW testet neue Lösungen zur Stromversorgung aus erneuerbaren Energien. Ein über drei Jahre laufendes Pilotprojekt soll dabei Echtzeitdaten über den Strombedarf und -verbrauch im Ortsteil Mittelhäusern der Gemeinde Köniz liefern, heisst es in einer Mitteilung.

    Die Wahl des Testgebiets ging aus einer Machbarkeitsstudie hervor, die die Gemeinde Köniz veranlasst hatte. Der Test liegt dabei seinen Fokus auf die Stromversorgung der 950 Einwohnenden der Gemeinde. In dem zusammenhängenden Versorgungsgebiet soll die Stromversorgung durch erneuerbare Energien realisiert werden. Nach der Testphase haben alle Energiekundinnen und -kunden die Möglichkeit, 100 Prozent erneuerbare Energie zu beziehen, die ökologischer und günstiger ist als bisher, heisst es in der Mitteilung.

    Mittelhäusern könnte die erste Schweizer Ortschaft werden, die ihren gesamten Energiebedarf, also Strom, Wärme, Mobilität und Prozesse, aus erneuerbaren Quellen deckt, so die BKW. Für die Bereiche Wärme und Mobilität ist jedoch noch ein eigenes Folgeprojekt geplant.

    Zentrales Ziel der Studie ist, BKW Power Grid im praktischen Experiment mit Daten und Erfahrungen mit Echtzeit-Sensorik und -Aktorik zu versorgen. Dabei soll allzeit eine stabile und effiziente Stromversorgung gewährleistet sein. Im Effekt soll das Verständnis für ein intelligentes elektrisches Gesamtsystem (Smart Grid) verbessert werden.

  • Helikopter-Einsatz für klimafreundliche Energieversorgung

    Helikopter-Einsatz für klimafreundliche Energieversorgung

    Die Clinique Valmont in Montreux ist von BRUGG Pipes mit einer klimafreundlichen Wärmeversorgung ausgestattet worden. Sie besteht aus einer Siemens-Luftwärmepumpe, die über eine Fernwärmeleitung an die Klinik angeschlossen wird, erläutert BRUGG Pipes in einer Mitteilung. Die Heizleistung der Anlage wird dort auf 321 Kilowatt beziffert. Mit der neuen nachhaltigen Wärmeversorgung kann die zum Swiss Medical Network gehörende Klinik künftig jährlich rund 263 Tonnen CO2-Emissionen vermeiden.

    BRUGG Pipes ist bei der Anlieferung der Fernwärmeleitung ungewöhnliche Wege gegangen. „Da die Platzverhältnisse eingeschränkt waren und zwischen Ablade- und Installationsort eine Steigung überwunden werden musste, setzten wir für den Transport der vier jeweils rund 700 Kilogramm schweren Teilstücke einen Helikopter ein“, wird René Hilty, Projektleiter Fachbauplanung des zur BRUUG GROUP AG aus Brugg gehörenden Unternehmens, in der Mitteilung zitiert. Die Siemens-Wärmepumpe weist gar ein Gewicht von 2,8 Tonnen auf. Ihr Transport soll am 30. September mit einem Super Puma-Helikopter durchgeführt werden.

  • Zirkularität als Schlüssel zur klimafreundlichen Bauzukunft

    Zirkularität als Schlüssel zur klimafreundlichen Bauzukunft

    CircularHub, Wissens- und Austauschplattform für zirkuläres Bauen, lädt am 2. Oktober 2025 zur MasterClass Zirkularität im Bau- und Immobiliensektor ein, wie aus einer Ankündigung hervorgeht. Ziel ist es, Fach- und Führungskräfte bei einer aktiven Wandlung des ressourcenintensiven Bausektors zu unterstützen und einen Beitrag zur Erreichung der Schweizer Netto-Null-Ziele zu leisten.

    Im Laufe der Veranstaltung werden etwa die Rolle der Zirkularität in der Nachhaltigkeit und Stärken von zirkulären Design-Strategien und Geschäftsmodellen, Best Practice-Beispiele und vorhandene Schweizer Ansätze diskutiert. Teilnehmende erhalten eine individuelle Vorbereitung mittels eines Briefing-Dokuments und ein optionales Follow-Up-Telefongespräch mit CircularHub-Spezialisten. „Lösungen für eine zirkuläre Wende liegen längst auf dem Tisch. Jetzt geht es darum, das Wissen, Können und Wollen breit in die Praxis zu tragen – und genau dafür ist die MasterClass da“, heisst es von Marloes Fischer, CEO von CircularHub und Hauptreferentin der Veranstaltung. Neben den fachlichen Inhalten ermöglicht die MasterClass eine aktive Vernetzung von Fach- und Führungskräften, die sich mit Experten und Entscheidungsträgern austauschen und Impulse mitnehmen können.

    Die Schweizer Bau- und Immobilienbranche, die hohe CO2-Emissionen und hohen Ressourcenverbrauch aufweist, steht laut CircularHub vor tiefgreifenden Veränderungen. Die Plattform bemüht sich daher, Branchenakteure bei innovativen Lösungen zu unterstützen und die Bauwirtschaft in Richtung Kreislaufwirtschaft zu transformieren.

  • Altbewährte Baustoffe neu interpretiert

    Altbewährte Baustoffe neu interpretiert

    Nachhaltige Baustoffe wie Lehm, Holz und Stroh überzeugen durch ihre positive Klimabilanz. Während sie wachsen, nehmen sie CO₂ auf und speichern es langfristig. In der Schweiz fallen jährlich rund fünfzig Millionen Tonnen lehmhaltiges Aushubmaterial an, Ein Potenzial, das nur begrenzt genutzt wird, da der Grossteil deponiert wird. Könnte dieser Boden als Baumaterial genutzt werden, liesse sich der Stoffkreislauf direkt schliessen. Ressourceneinsparung, weniger Transportaufwand und geringere Kosten für Entsorgung sind die Folge. Holz ist gleichermassen nachhaltig. Schweizer Wälder liefern einen wachstumsstarken, robusten Baustoff, der inzwischen bis zu siebzehn Prozent der Tragkonstruktionen bei Neubauten ausmacht, vor allem im städtischen Wohnungsbau und bei Aufstockungen.

    Vorfertigung und Hybridbau
    Die moderne Wiederentdeckung traditioneller Materialien basiert auf Hightech-Fertigungsmethoden. Vorgefertigte Module, der gezielte Einsatz von Robotern und die Beimischung von natürlichen Zusatzstoffen erlauben schnellere und effizientere Prozesse. Lehm kann heutzutage als Flüssiglehm wie Beton in Schalungen gegossen oder als Stampflehm mit Armierungen für mehrgeschossige Gebäude verwendet werden. Kombiniert man Lehm und Holz in hybriden Wand- oder Fassadenelementen, entstehen tragfähige und klimafreundliche Strukturen. In der Forschung wird an Materialoptimierungen gearbeitet, damit Lehm und Stroh noch leistungsfähiger werden . Etwa durch natürliche Zuschläge wie Trasskalk oder innovative Armierungen.

    Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven
    Die schweizweite Marktdurchdringung ist bei Lehm und Stroh noch gering, was vor allem an fehlender industrieller Entwicklung, unzureichender Standardisierung und hohen Startkosten liegt. Holz hingegen ist bereits breit akzeptiert, wobei die Forstwirtschaft mit dem Klimawandel hadert. Nadelhölzer geraten unter Druck, Laubhölzer gewinnen an Bedeutung, brauchen aber neue Verarbeitungstechnologien. Gleichzeitig müssen Umweltstandards sichergestellt und Biodiversität in den Wälder gewahrt werden, damit die CO₂-Speicherung erhalten bleibt. Forschungsprojekte untersuchen, wie Holz mittels biologischer Substanzen wie Schellack oder pflanzlicher Gerbstoffe widerstandsfähiger gegen Umwelteinflüsse gemacht werden kann.

    Kreislaufwirtschaft, Gesundheit und Akzeptanz
    Innovative Baustoffe bieten nicht nur ökologische, sondern auch gesundheitliche Vorteile. Natürliche Materialien verbessern das Raumklima, reduzieren Allergierisiken und vermeiden Schadstoffbelastungen. Die Produktion ist oft energiearm und die Bauteile können nach dem Lebensende wiederverwertet werden. Webplattformen wie der „Atlas of Regenerative Materials“ vernetzen Unternehmen und Projekte, um die Akzeptanz und Vertrauensbildung in biobasierte Gebäude zu stärken.

    Innovation als Motor
    Die Kombination aus traditionellem Know-how, moderner Forschung und digitaler Vorfertigung schafft neue Chancen für das nachhaltige Bauen. Nur durch die Kopplung von Naturmaterialien, kreislauffähigen Strukturen und ökologischer Verantwortung kann das Bauwesen einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Die Chancen dafür waren nie besser und der Baustoff der Zukunft liegt im Boden, im Wald und auf den Feldern der Schweiz.

  • Wie der SIA neue Standards im Vergabewesen setzt

    Wie der SIA neue Standards im Vergabewesen setzt

    Projektallianzen gewinnen an Bedeutung und werden nicht nur von Grossauftraggebern wie SBB und ASTRA pilotiert, sondern stehen branchenweit auf der Agenda. Das neue Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) sorgt in Ausschreibungen für mehr Raum der Qualitätsbewertung. Die rein preisgetriebene Konkurrenz tritt langsam in den Hintergrund. Dennoch bleibt der administrative Aufwand hoch und Dumpingangebote sind weiterhin ein Thema, das noch nicht optimal beherrscht wird.

    Marktbeobachtung und Vergabemonitoring
    Ein weiterer Meilenstein ist der Ausbau der Marktbeobachtung und des Vergabemonitorings durch die Kooperation mit Bauenschweiz. Die SIA-Beobachtungsstellen für Wettbewerbe und Ausschreibungen erfassen sowohl quantitative als auch qualitative Daten. Besonders auf Gemeindeebene erleichtert das eigens entwickelte Online-Tool «Planungsbeschaffung» die Umsetzung der neuen Vorgaben und gibt Planungssicherheit.

    Potenzial für den gesamten Sektor
    Pilotprojekte und der Verein pro-allianz.ch markieren den Wunsch der Branche nach partnerschaftlichen und projektzentrierten Organisationsformen. Die SIA fördert aktiv den Wissensaustausch und begleitet neue Allianzen, mit dem Ziel, das gemeinschaftliche Arbeiten und den Projekterfolg über klassische Konkurrenzmodelle zu stellen.

    Wettbewerbsordnungen aktualisiert
    Die Ordnungen SIA 142 und SIA 143 für Wettbewerbe und Studienaufträge wurden umfassend überarbeitet und seit August eingeführt. Neu werden Aspekte wie Urheberrecht, Vergütungsverfahren, Fairness und Transparenz stärker gewichtet. Die Revision wurde gemeinsam mit öffentlichen Bauherrschaften erarbeitet und erhöht die Akzeptanz auf beiden Seiten.

    Nachhaltigkeitskriterien und Vergütung im Mittelpunkt
    Neben ökologischen Aspekten erhalten Posten wie ökonomische, volkswirtschaftliche, soziale und kulturelle Nachhaltigkeit mehr Gewicht in den Beschaffungsprozessen. In Arbeitsgruppen und mit Veranstaltungsformaten wie «Postfossile Wettbewerbe» wird Inhalt, Definition und Umsetzung von Nachhaltigkeit kontinuierlich weiterentwickelt. Ein weiteres priorisiertes Thema ist die angemessene Vergütung von Planungsleistungen. Digitale Plattformen und neue Honorarordnungen sollen Fairness und Transparenz stärken, sodass Planungsbüros künftig marktgerecht und nachvollziehbar entlohnt werden.

  • Aufstocken und Anbauen leicht gemacht

    Aufstocken und Anbauen leicht gemacht

    Die Weiterentwicklung bestehender Bauten bietet klare Vorteile. Sie spart Ressourcen, verringert die CO2-Emissionen und reduziert das Bauabfallvolumen. Im Gegensatz zum Abriss bleibt das Quartierbild erhalten und oft entstehen niedrigere Neuvermietungen, was für günstigen Wohnraum sorgt. Auch die lokale Baukultur profitiert davon, denn gewachsene Strukturen und identitätsstiftende Elemente bleiben erhalten, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt.

    Hohe Hürden hemmen Umbauten
    Aktuell erschweren veraltete Vorschriften, komplexe Verfahren und mangelnde Rechtssicherheit zahlreiche Erweiterungsprojekte. Gerade ältere Gebäude entsprechen nicht den neuesten Regelwerken, sodass viele Eigentümer vor dem Aufwand zurückschrecken und lieber neu bauen.

    Gesetzesrevision bringt Erleichterungen
    Die neue Vorlage der Baudirektion sieht gezielte Vereinfachungen vor. Das Herzstück ist die Erleichterungsbestimmung, § 220a E-PBG.: Sie erlaubt den Eigentümern, von bestimmten Vorschriften abzuweichen, etwa bei Grenzabständen, Fassadenhöhe und Anzahl Vollgeschosse. Ziel ist, das weiterentwickelte Gebäude besser in die bestehenden Bauordnungen einzupassen, mehr Spielraum beim Umbau zu schaffen und gleichzeitig Rechtssicherheit zu bieten.

    Verdichtung und bessere Ausnützung
    Gerade in Wohnbauten wird es leichter, zusätzliche Wohneinheiten zu realisieren. Die Regelung fördert, dass Grundstücke ihr gesamtes Potenzial gemäss Gemeinde-Zonenordnung ausschöpfen können, ohne den Bestand zu verlieren. Das ist ein wichtiger Schritt zu mehr Verdichtung und smarter Flächennutzung in Stadt und Land.

    Weitere Vereinfachungen und Aktualisierungen
    Die Revision greift auch Forderungen des Kantonsrats auf. So werden Verfahren für Solaranlagen und Treppenlifte vereinfacht. Überholte Vorschriften bei Brandschutz und Mindesthöhen sollen gestrichen werden. Das erleichtert die Umnutzung von Bürogebäuden zu Wohnungen und setzt Impulse für innovative Bauprojekte.

    Chance für Zürich
    Die geplanten Erleichterungen beim Umbau und der Erweiterung bestehender Gebäude ermöglichen nachhaltige Stadtentwicklung, ökologisch, sozial und kulturell. Die Gesetzesrevision schafft Klarheit und motiviert Eigentümer, Potenzial im Bestand zu nutzen statt neu zu bauen.

  • PFAS im Bauschutt

    PFAS im Bauschutt

    Jährlich entstehen in der Schweiz rund 7,4 Millionen Tonnen mineralische Bauabfälle mit Abbruch, Sanierung und Neubau wachsen die Mengen weiter. Nicht nur Asbest und PCB sind problematisch, sondern auch PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Diese Chemikalien gelten als krebserregend und reichern sich im menschlichen Körper an.

    Eine Studie der Universität Bern weist in 20 Proben von Abbruchmaterial bis zu sieben PFAS-Substanzen nach, teils in Konzentrationen bis zu 5 Mikrogramm pro Kilogramm. Obwohl die Mengen als gering bewertet werden, empfiehlt das Forschungsteam weitergehende Untersuchungen. Deponien sind meist nicht abgedichtet, PFAS können ausgewaschen werden und so ins Grundwasser gelangen, wo sie die Nahrungskette und das Trinkwasser belasten.

    Messungen und neue Standards
    Der Baustoff-Verband Kreislauf Schweiz sowie das Bundesamt für Umwelt arbeiten gemeinsam mit Kantonen und unabhängigen Laboren an der Ermittlung der PFAS-Belastung in Kieswerken, Betonwerken und bestehenden Gebäuden. Die Untersuchung steht kurz vor dem Abschluss. Erkenntnisse sollen in einen Praxisleitfaden für den Umgang mit PFAS einfliessen. Der Bund plant bis 2026 Grenzwerte für PFAS in Altlasten und Abfällen, die Bauunternehmen künftig einhalten müssen.

    Im Tiefbau hat das Bundesamt für Strassen empfohlen, PFAS-haltige Stoffe vorerst zu meiden. Wegen noch fehlender Gesetzesgrundlagen kann Astra bislang keine Verbote durchsetzen, arbeitet aber an Checklisten für PFAS-freie Bauprodukte.

    Gesundheitsgefahr und Kreislaufwirtschaft
    Das Bundesamt für Gesundheit  beobachtet die PFAS-Problematik in Innenräumen und warnt vor deren Hartnäckigkeit. PFAS binden sich lange an Materialien und werden beim Abschleifen und Inhalieren problematisch, sind aber im Wohnumfeld bislang weniger relevant, denn die Hauptquelle bleibt das Essen. Laut Behörden ist die Gefahr der Belastung durch Bauschutt und Deponien  grösser. Denn Regenwasser schwemmt PFAS ins Grundwasser und damit in die Nahrungskette. Sickerwasser wird zwar technisch gereinigt, das Risiko unkontrollierter Belastungen bleibt jedoch bestehen.

    Der Baustoff-Verband betont, dass die Wiederverwertbarkeit von Abbruchmaterial durch die neuen Grenzwerte gefährdet ist. Gleichzeitig will die Branche die Chemikalien aus dem Kreislauf fernhalten. Fachgerechte Entfernung und Entsorgung sind möglich, fordert aber klare und umsetzbare Vorgaben vom Bund.

    PFAS in Schweizer Böden
    Eine aktuelle Schweizer Studie zeigt, dass PFAS mittlerweile in allen Oberböden nachweisbar sind, selbst in abgelegenen Wald- und Berggebieten. Punktquellen wie Löschübungsplätze und Galvanikbetriebe erhöhen lokal die Belastung. Besonders landwirtschaftlich genutzte Böden enthalten hohe PFAS-Werte, oft durch Klärschlamm als Düngemittel verursacht. Die Vielzahl von Anwendungen macht die Herkunft schwer nachvollziehbar.

    Politische Debatte um PFAS
    Nach PFAS-Nachweisen im Fleisch aus dem Kanton St. Gallen und ersten Verboten hat auch das Parlament die Problematik aufgenommen. Behörden und Branche arbeiten gemeinsam an einem Massnahmenmix zum Schutz der Bevölkerung und Umwelt. Umweltminister Albert Rösti bekräftigt den Ernst der Lage. Die Regierung will mit Grenzwerten, Leitfäden und gestraffter Kontrolle reagieren.

  • Holz im Mittelpunkt: 1500 Gäste bei Event in Worb

    Holz im Mittelpunkt: 1500 Gäste bei Event in Worb

    OLWO, nach eigenen Angaben zentraler Produktions- und Handelsdienstleister in der Schweizer Holzbranche, hat am 12. und 13. September 2025 rund 1500 Gäste in seinem Sägewerk in Worb empfangen. Die Firma wandelte dafür das Areal mit Festzelt und Schwingplatz in einen Ort der Begegnung für Familien, Fachleute und Holzinteressierte um, heisst es in einer Mitteilung. Jungschwinger unter den Holzinteressierten freuten sich ausserdem über den Überraschungsbesuch des ehemaligen Schwingerkönigs Christian Stucki.

    Die Tage des Schweizer Holzes 2025, in deren Rahmen die Veranstaltung stattfand, wurden vom Dachverband Lignum Holzwirtschaft Schweiz und seinen angeschlossenen Unternehmen aus der Wald- und Holzbranche organisiert. Ziel der gesammelten Veranstaltungen war es, für Schweizer Holz und für eine zukunftsfähige Bauwirtschaft, die auf regionale Ressourcen und nachhaltige Wertschöpfung fokussiert, zu werben.

    OLWO, als Familienunternehmen in vierter Generation geführt, verfügt über ein proprietäres Säge- und Hobelwerk und ein umfassendes Sortiment an Holzwerkstoffen für Handwerker, Architekten und Bauherren. Am Firmensitz in Worb wird Kunden neben regionalen Hölzern und Werkstoffen eine lösungsorientierte Verkaufsberatung durch rund 30 Holzspezialisten geboten.

  • Architekturpreis prämiert herausragende Bauprojekte im Kanton Zürich

    Architekturpreis prämiert herausragende Bauprojekte im Kanton Zürich

    Die Stiftung für die Auszeichnung guter Bauten im Kanton Zürich hat um achten Mal den alle drei Jahre vergebenen Architektur Preis Kanton Zürich verliehen. Die Jury prämierte jeweils vier Projekte in den Kategorien Auszeichnung und Anerkennung, die durch gestalterische Qualität und ihren innovativen Umgang mit aktuellen Herausforderungen überzeugen, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Die Stiftung wird von der Baudirektion des Kantons Zürich, der Zürcher Sektion des Bundes Schweizer Architektinnen und Architekten, dem Schweizerischen Werkbund und der Zürcher Kantonalbank getragen.

    In der Kategorie Auszeichnung wurden das  Zürcher Hochhausensemble Leutschenbach und die Gesamtinstandsetzung der Wohnsiedlung Im Birkenhof prämiert sowie die provisorischen Sportbauten im Kanton Zürich und das Schulhaus Wallrüti in Winterthur.

    Anerkannt wurden das Ensemble dreier Wohngebäude in Kleinandelfingen, der Erweiterungsneubau der Kantonsschule Limmattal in Urdorf, das Projekt Gemeinschaftliches Wohnen im Roten Kamm in Zürich und das Hobelwerk, Haus D in Winterthur. Die Swiss Life Arena in Zürich erhielt den Publikumspreis. Dieser wurde in einem Online-Voting vergeben, das von Mitte April bis Ende Mai lief.

    Die Stiftung prämierte ausserdem das Hobelwerk, Haus D in Winterthur mit dem Nachhaltigkeitspreis Der Grüne Leu. Dieser zeichnet Architekturschaffende aus, die sich der ökologischen Nachhaltigkeit gewidmet und dabei eine eigene Ästhetik und Architektursprache entwickelt haben.

    „Eine gute Architektur sorgt für Wohlbefinden, Effizienz und Werterhalt. Dabei trägt sie der Nachhaltigkeit in vielen Dimensionen Rechnung. Zum Beispiel im Erreichen der gesellschaftlichen Zielsetzung der Verdichtung unseres Siedlungsgebietes nach Innen mit gleichzeitiger Schaffung von wertvollen Erholungsräumen“, wird Heinz Stecher, Key Account Manager Bau/Immobilien der Zürcher Kantonalbank und Stiftungsrat, in der Mitteilung zitiert.

  • Neuer Beton senkt CO2-Ausstoss im Bauwesen

    Neuer Beton senkt CO2-Ausstoss im Bauwesen

    Omya ist neuer Partner im NEST, dem modularen Forschungs- und Innovationsgebäude von Empa und Eawag in Dübendorf. In der dort seit Anfang 2024 angesiedelten Unit Beyond.Zero wollen sie laut einer Mitteilung der Empa einen zementreduzierten Beton testen, den sie in einem gemeinsamen Forschungsprojekt entwickelt haben.

    Omya hatte seine Expertise als weltweit tätiger Spezialist für Industriematerialien beigesteuert. „Dass wir nun gemeinsam nachhaltige Baustoffe entwickeln und diese direkt im NEST unter realen Bedingungen testen können, beschleunigt den Transfer von Innovationen in eine klimaschonende Bauweise“, wird Empa-Direktorin Tanja Zimmermann zitiert.

    Dieser innovative Baustoff ersetzt bis zu 70 Prozent seines Klinkeranteils durch natürliche Mineralien. Wie die Empa ausführt, reduziert das seinen CO2-Fussabdruck deutlich. „Damit ein neuartiger Beton breite Akzeptanz findet, braucht es den Praxistest“, wird Empa-Forscher Mateusz Wyrzyklowski aus der Empa-Abteilung Beton und Asphalt zitiert. „Mit dem Einsatz in der NEST-Unit Beyond.Zero können wir unseren zementreduzierten Beton umfassend validieren: von der Verarbeitung bis zur Dauerhaftigkeit.“

    Das Ziel ist ein Baustoff, „der nicht nur die ökologischen Anforderungen erfüllt, sondern auch in Hinsicht auf Verarbeitbarkeit, mechanische Eigenschaften, Volumenbeständigkeit und Dauerhaftigkeit überzeugt“, so die Empa. Die Unit Beyond.Zero geht über das Netto-Null-Ziel am Bau hinaus. Sie verfolgt die Vision, dass Gebäude in Zukunft als Kohlenstoffsenken dienen können – also unter dem Strich eine negative CO2-Bilanz aufweisen werden. Bislang verursacht der Bausektor in der Schweiz rund 28 Prozent der CO2-Emissionen.

  • Kreislaufwirtschaft strategischer Aufschwung

    Kreislaufwirtschaft strategischer Aufschwung

    Die Kreislaufwirtschaft entwickelt sich zu einem festen Bestandteil der Unternehmensstrategien in der Schweiz. Der Anteil der Firmen, die sie in ihrer Unternehmensstrategie verankert haben, stieg innerhalb von vier Jahren von 11 auf 27 Prozent. Besonders grosse Unternehmen zeigen hohe Dynamik. Bei Betrieben mit über 250 Mitarbeitenden ist die Verankerung bereits in mehr als der Hälfte der Fälle Realität. Mittlere Unternehmen folgen mit 39 Prozent, kleinere hingegen bleiben mit 23 Prozent deutlich zurück.

    Umsetzung bleibt fragmentiert
    Trotz klarer Fortschritte in der strategischen Wahrnehmung bleibt die operative Umsetzung verhalten. Nur 15 Prozent der Unternehmen erzielen mehr als zehn Prozent ihres Umsatzes mit zirkulären Produkten und das nach lediglich marginalem Anstieg seit 2020. Ähnlich zurückhaltend agieren die Firmen bei Investitionen. Lediglich sieben Prozent investieren mehr als zehn Prozent ihrer Mittel in Massnahmen der Kreislaufwirtschaft. Auch die Breite der Aktivitäten ist mit durchschnittlich wenigen Massnahmen begrenzt.

    Fokus auf Energie statt Wertschöpfungsketten
    Besonders häufig setzen Unternehmen Massnahmen rund um den Energieverbrauch oder den Umstieg auf erneuerbare Energien um. Deutlich seltener finden sich Aktivitäten entlang der Lieferketten oder beim Einsatz von Rohstoffen, obwohl gerade dort zentrale Hebel für Ressourceneffizienz liegen würden. Laut Studienautor Tobias Stucki wird damit viel Potenzial verschenkt, zumal aktuelle geopolitische Risiken die Abhängigkeit von Rohstoffen erneut in den Mittelpunkt rücken.

    Branchen- und Regionenvergleich
    Zwischen den Branchen zeigen sich markante Unterschiede. Besonders stark engagieren sich Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation, Elektronik und Medizinaltechnik. Bau, Immobilien und persönliche Dienstleistungen bleiben in frühen Phasen der Transformation. Auch regional zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. In der strategischen Verankerung liegen die Zentralschweiz und die Ostschweiz an der Spitze, während das Tessin Schlusslicht bleibt. Bemerkenswert ist jedoch, dass Tessiner Unternehmen im Hinblick auf Umsatzanteile mit zirkulären Produkten deutlich überdurchschnittlich abschneiden.

    Politische und gesetzliche Rahmenbedingungen
    Die Politik hat die Rahmenbedingungen für die Kreislaufwirtschaft in den letzten Jahren entscheidend erweitert. Seit dem 1. Januar 2025 ist sie explizit im Umweltschutzgesetz verankert. Damit rückt die Ressourcenschonung in den Fokus über die Abfallbewirtschaftung hinaus. Kantone wie Zürich und Bern haben mit Volksentscheiden und Strategien die Weichen gestellt. Zürich verabschiedete eine umfassende Kreislaufwirtschaftsstrategie, Bern verankerte die Zielsetzung in Regierungsrichtlinien und einem neuen Sachplan Abfall. Auch weitere Kantone wie Basel-Stadt, Genf oder Waadt treiben eigene Initiativen voran.

    Kreislaufwirtschaft als Zukunftsfrage
    Die Studie verdeutlicht ganz klar, dass die strategische Relevanz der Kreislaufwirtschaft in der Schweiz zunimmt. Trotzdem bleibt die konsequente Umsetzung weitgehend auf erste Schritte beschränkt. Der Übergang zum zirkulären Wirtschaften erfordert massive Investitionen, tiefgreifende Umstellungen in Lieferketten sowie neue Formen der Kooperation. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Kreislaufwirtschaft nicht als Lippenbekenntnis stehenbleibt, sondern zu einem zentralen Pfeiler für Klima, Ressourcen und Wettbewerbsfähigkeit wird.

  • Solarstrom wird in Kaltenbach erstmals saisonal gespeichert

    Solarstrom wird in Kaltenbach erstmals saisonal gespeichert

    Bei der Post im zur Gemeinde Wagenhausen gehörenden Dorf Kaltenbach kann überschüssiger Solarstrom aus den Sommermonaten künftig im Winter genutzt werden. Möglich wird dies durch eine SeasON-Demonstrationsanlage im Neubau der Zustellstelle der Post in Kaltenbach, informiert die Matica AG in einer Mitteilung. Das von ihr in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern entwickelte thermochemische Verfahren nutzt Natronlauge für die verlustfreie Speicherung von Strom und Abwärme.

    Beim Einspeichern des Stroms wird der Natronlauge Wasser entzogen und in einen separaten Tank überführt. Konzentrierte Lauge und separates Wasser lassen sich dann bei Raumtemperatur aufbewahren. Soll die gespeicherte Energie genutzt werden, wird die konzentrierte Lauge wieder mit dem abgeschiedenen Wasser verdünnt. Die dabei entstehende Mischungswärme wird von Kondensionswärme ergänzt. Sie wird erzeugt, indem das Wasser im geschlossenen System mit Hilfe von Niedertemperaturwärme eines Wärmetauschers verdampft wird.

    „Für uns und das Team der Hochschule Luzern ist die Umsetzung des Projekts in Kaltenbach ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Markteinführung unseres innovativen übersaisonalen Energiespeichers SeasON“, wird Matica-CEO Marc Lüthi in der Mitteilung zitiert. „Die Erfahrungen aus dem Bau der Anlage, ihrer Installation und der Analyse der Betriebsphase sind essenziell für die effiziente Weiterentwicklung unserer zukunftsweisenden Lösung.“

    Das Unternehmen mit Sitz in Wagenhausen hat 2024 eine erste Demonstrationsanlage in Frauenfeld installiert. Eine dritte Anlage ist für Frühjahr 2026 in einer Wohnsiedlung in Nordrhein-Westfalen geplant.