Kategorie: Bauwirtschaft

Bauwirtschaft – Immobiliennews zu Baukosten, Projekten, Materialien & Entwicklungen in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft.

  • Der SBV lanciert Wahlplattform «Für eine konstruktive Schweiz»

    Der SBV lanciert Wahlplattform «Für eine konstruktive Schweiz»

    Die Regulierungsdichte im Bau, die Klimaziele 2050, die Versorgungssicherheit und der Fachkräftemangel sind zentrale Anliegen der Bevölkerung, der Wirtschaft und der Politik und stehen entsprechend auch bei den Eidgenössische Wahlen vom 22. Oktober 2023 im Fokus. Der SBV hat deshalb diese Themenschwerpunkte für seine nationale Wahlplattform «Für eine konstruktive Schweiz» erkoren. Dies mit dem eingängigen Slogan «Wir modernisieren, wir bauen, wir übernehmen Verantwortung». Gian-​Luca Lardi, Zentralpräsident des Schweizerischen Baumeisterverbands hält fest: «Das Bauhauptgewerbe kann und will hier einen Beitrag zu konstruktiven Zukunftslösungen leisten». Bis zum Wahltag am 22. Oktober werden auf www.konstruktive-​schweiz.ch einerseits die Positionen zu diesen Themen dargelegt, welche auch im Mittelpunkt der «Agenda 125.0» des SBV stehen. Andererseits werden Kandidatinnen und Kandidaten auf der Plattform vorgestellt, welche der SBV den Stimmberechtigten zur Wahl empfiehlt. Newsletter, Posts in den sozialen Medien, Berichterstattungen in den Verbandspublikationen und Baustellenblachen runden die Kommunikationsunterstützung für die Kandidierenden ab. Der SBV arbeitet dabei eng mit seinen kantonalen Sektionen zusammen. 

    Wir modernisieren. Wir bauen. Wir übernehmen Verantwortung.
    Da der Schweizer Gebäudepark für fast die Hälfte des Energieverbrauchs verantwortlich ist, müsse man auch hier ansetzen, ist der Zürcher Nationalrat Martin Bäumle überzeugt: «Versorgungssicherheit hat einen zentralen Stellenwert. Deshalb ist es zentral, dass wir Gebäude energetisch sanieren und effiziente Neubauten ermöglichen.» Konkret könnten höhere Anreize und der Abbau von Modernisierungshemmnissen dazu beitragen, dass die Schweiz ihre Gebäudesanierungsquote auf die notwendige Höhe steigern kann.  

    Nebst modernen Gebäuden brauche die Schweiz auch eine top Infrastruktur, hält der Berner Nationalrat Christian Wasserfallen fest: «Infrastrukturen sind schliesslich die Lebensader der Schweiz.» Alex Farinelli, Tessiner Nationalrat und Ständeratskandidat ergänzt: «Die ökologischen und energetischen Herausforderungen erfordern eine leistungsfähige Infrastruktur und einen modernen Gebäudebestand. Deshalb ist es wichtig, dem Bausektor die Möglichkeit zu geben, mit schnelleren Verfahren und weniger bürokratischen Hürden seinen Beitrag zu leisten.» Die notwendigen Rahmenbedingungen und Rechtssicherheit schafft die Politik, die Bauausführung übernehmen die Baumeister.  

    Nicht zuletzt ist auch der Fachkräftemangel ein Thema in der Kampagne des Schweizerischen Baumeisterverbands. Denn auch im Bauhauptgewerbe sind die Herausforderungen gross, das notwendige Personal zu finden. «Ich setze mich für eine konstruktive Schweiz ein, die weiterhin genügend Praktiker ausbildet, um die Modernisierung der Schweiz bei Bauten und Infrastruktur umzusetzen», betont Isabelle Chassot, Freiburger Ständerätin. «Wir müssen entschieden gegen den Fachkräftemangel angehen», ergänzt Diana Gutjahr, Nationalrätin des Kantons Thurgau. Das beginnt damit, dass die Berufslehre möglichst attraktiv bleibt, so Gutjahr weiter. 

  • Modulare Holzeinbauten für Zwischennutzungen

    Modulare Holzeinbauten für Zwischennutzungen

    Das Surren eines Akkuschraubers klingt durch das DISPO in Nidau. In der alten Fabrikhalle, die Raum bietet für Kreative, Kultur- und Gewerbetreibende, entstehen an diesem Tag vier Prototypen von Raummodulen, dank denen es künftig möglich sein soll, Zwischennutzungen von leerstehenden Gebäuden und Brachen einfach und nachhaltig umzusetzen. Ungenutzten Räumen soll damit ein ökologischer, ökonomischer und sozialer Mehrwert verliehen werden. Dieses Ziel verfolgen Forschende des Instituts für Holzbau, Tragwerke und Architektur IHTA der Berner Fachhochschule BFH gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft im Innosuisse-Forschungsprojekt «àDisposition».

    Verschiedene Modullösungen getestet
    Im Projekt entwickeln die Forschenden einen modularen Baukasten für Raummodule und Innenausbauten. Eine zentrale Komponente ist ein Konfigurator, dank dem Projektideen einfach geprüft, dargestellt und zeit- und ressourcensparend umgesetzt werden können. Auf der Basis von digitalen Entwürfen erstellen die Forschenden der BFH in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern nun Prototypen im Dispo in Nidau. Anhand von diesen untersuchen und verbessern sie verschiedene Modullösungen. Das Projektteam testet unterschiedliche Systeme, Verbindungselemente und Segmentformen und kann bereits nach kurzer Zeit vielversprechendste Strategien für ein leichtes, wiederverwendbares und einfach rekonfigurierbares, modulares System identifizieren.

    Zeit für Aufbau variiert je nach Fabrikationsgrad
    Die Anforderungen an die modularen Einbauten sind hoch: Auf- und Abbau soll für Laien möglich sein und die Bauteile sollen leicht genug sein, dass es nur zwei Personen für die Montage benötigt. Die Einbauten sollen zudem anpassungsfähig sein, sich einfach umgestalten lassen sowie gut zu transportieren und zu lagern sein. Während des Aufbaus der Prototypen zeigt sich bereits, wie wichtig es ist, den idealen Grad der Vorfabrikation auszuwählen. Werden die Rahmen der Module bereits zusammengeschraubt angeliefert, können die Einbauten in kürzester Zeit aufgestellt werden. Transport und Lagerung gestalteten sich jedoch als schwieriger. Umgekehrt dauerte der Aufbau deutlich länger, wenn die Bauteile einzeln und dadurch kompakt angeliefert werden.

    Wichtigkeit der digitalen Durchgängigkeit
    Ein weiterer Aspekt, den die Forschenden mit der Produktion und dem Aufbau der Prototypen testen, ist die digitale Kette «Design to Production». Die Module werden im Konfigurator entworfen, die Daten für die Produktion anschliessend automatisch in CadWork exportiert. Diese Dateien bildeten die Grundlage für Materialbestellungen und den Produktionsprozess. Hier zeigte sich die Wichtigkeit der digitalen Durchgängigkeit für einen schnellen und einfachen Produktionsprozess.

    In einem nächsten Schritt befassen sich die Forschenden mit der Ausstattung der Module. So sind die Wände ein weiteres Gestaltungselement und zusätzliche (Dämm)Schichten müssen den Anforderungen an die Schall- und Wärmedämmung gerecht werden. Diese Anforderungen unterscheiden sich je nach Nutzung stark.

    «àDisposition – Spaceship Planet Earth. Sustainable and temporary use of buildings and vacant sites through simple and modular structural measures» ist ein von der Innosuoisse gefördertes Forschungsprojekt, das bis Juni 2025 läuft. Projektpartner sind C2 Beat Cattaruzza GmbH, Beer Holzbau AG, Pius Schuler AG, Prona AG und Bauart Architekten und Planer AG.

  • Hochparterre bespricht Langzeitblick auf Schlieren

    Hochparterre bespricht Langzeitblick auf Schlieren

    Der Zürcher Verlag Hochparterre hat sein gleichnamiges Magazin für den Monat August herausgebracht. Unter anderem geht es um das Grossprojekt Stadtwerdung im Zeitraffer der Fotografin Meret Wandeler und des Publizisten Caspar Schärer. Sie haben 15 Jahre lang die bauliche Entwicklung der Stadt Schlieren in Fotos dokumentiert, heisst es in einer Medienmitteilung. Ein Buch zu dem Projekt ist im Verlag Scheidegger & Spiess erschienen.

    Zu ihrer fotografischen Langzeitbeobachtung und deren Nutzen für die Raumplanung hat Rahel Marti die beiden auch im neuen Verlagspodcast Sach & Krach befragt.

    Überdies geht es in der neuen Ausgabe um virtuelle Traumlandschaften, die 3D-Künstler und -Künstlerinnen und Designer sowie Designerinnen inspiriert von Malerei und Natur entwickeln. Der Text über diese Pixelparadiese hinterfragt  „unseren Umgang mit der Natur ernsthaft“.

    Ausserdem greift das Heft die Architekturbiennale in Venedig auf. Es bringt den Lesern und Leserinnen die afrikanische Architektur näher, für die sich auch die Architektin und Professorin der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), Mariam Issoufou Kamara, einsetzt, die in einem Interview zu Wort kommt.

    Autorin Deborah Fehlmann beschäftigt sich mit der Siedlung Weiermatt in der Aargauer Gemeinde Lupfig und „zeigt den Hüsli-Menschen die Vorzüge des genossenschaftlichen Bauens auf“. Und Stadtwanderer und Architekturkritiker Benedikt Loderer fordert, in Biel im Spitalareal eine zweite Altstadt zu schaffen.

  • Synhelion und Cemex skalieren Solarklinker auf Industrieniveau

    Synhelion und Cemex skalieren Solarklinker auf Industrieniveau

    Synhelion, der weltweite Pionier für nachhaltige Solartreibstoffe, hatte im Januar 2022 mit dem Zementproduzenten Cemex in einer spanischen Pilotanlage erstmalig Solarklinker hergestellt. Jetzt haben die beiden Unternehmen gemäss einer gleichlautenden Medienmitteilung die Produktion auf ein industrielles Niveau skaliert.

    Bei dem Prozess erzeugen Solar-Receiver von Synhelion, einer Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, mit konzentriertem Sonnenlicht Temperaturen von über 1500 Grad. Damit wird ein gasförmiges Wärmeträgermedium erhitzt. So kann die für das Zusammenschmelzen von Kalkstein, Ton und anderen Materialien erforderliche Hitze bereitgestellt werden. In der traditionellen Klinkerproduktion werden für den energieaufwändigen Prozess fossile Brennstoffe verwendet, die für etwa 40 Prozent der direkten CO2-Emissionen verantwortlich sind. Ziel der Kooperation von Synhelion und Cemex ist die Entwicklung einer vollständig solarbetriebenen Zementproduktion.

    Die jetzige Entwicklungsstufe sei „ein spannender Meilenstein für alle Beteiligten, der durch die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Teams von Cemex und Synhelion erreicht wurde“, wird Gianluca Ambrosetti, Co-CEO und Mitbegründer von Synhelion, in der Mitteilung zitiert. „Unsere Technologie kann einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Zementproduktion leisten, und wir freuen uns auf weitere bahnbrechende Erfolge in diesem Bereich.“ Cemex-CEO Fernando A. González ergänzt: „Die soliden Fortschritte, die ich hier sehe, beweisen, dass Solarzement nicht nur ein Traum ist, sondern durch kontinuierliche Zusammenarbeit sowie rigorose Forschung und Tests erreicht werden kann.“

  • Implenia hat Federführung beim Bau von Tunnel Ligerz

    Implenia hat Federführung beim Bau von Tunnel Ligerz

    Die Arbeitsgemeinschaft (ARGE) IBD hat von der SBB den Zuschlag für den Bau des Tunnels Ligerz bekommen, informiert Implenia in einer Mitteilung. Die Bau- und Immobilienfirma aus Opfikon hat die Federführung bei der ARGE IBD. Neben Implenia gehören der Arbeitsgemeinschaft die Bauunternehmen Bernasconi aus Luterbach SO und De Luca aus Biel BE an.

    Der Auftrag umfasst die Einrichtung eines 2,1 Kilometer langen Doppelspurtunnels mit vier Fluchtstollen und einem 114 Meter langen Viadukt für die Autobahnausfahrt der N5, sowie verschiedene Zusatzbauten. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf insgesamt 220 Millionen Franken. Rund 150 Millionen Franken davon entfallen auf den Anteil von Implenia.

    Der Auftrag ist das Los 2 des Doppelspurausbaus Ligerz-Twann, mit dem der Bahnengpass auf der Jurafusslinie zwischen Lausanne und Biel beseitigt werden soll. Die Zürcher Bau- und Immobilienfirma setzt für das Projekt ihre Fachleute aus den Bereichen Civil, Tunnelbau, Spezialtiefbau, Kunstbauten, Bahntechnik sowie Seearbeit ein. „Wir freuen uns darauf, dieses grosse und komplexe Bahninfrastrukturprojekt gemeinsam mit unseren ARGE-Partnern auszuführen und unsere langjährige Erfahrung und Expertise in diesem Bereich erneut unter Beweis zu stellen“, wird Christian Späth, Head Division Civil Engineering bei Implenia, in der Mitteilung zitiert. Als grosse Herausforderung der Umsetzung wird dort die Lage des Tunnels in geschützten Gebieten beschrieben.

  • Holcim übernimmt deutsche Firma Cooper Standard

    Holcim übernimmt deutsche Firma Cooper Standard

    Holcim hat laut seiner Medienmitteilung die Übernahme der Cooper Standard Technical Rubber GmbH in Mannheim abgeschlossen. Deren hochbeständige technische Gummiprodukte werden für Dachsysteme verwendet. Die Firma verfügt den Angaben zufolge über eine innovative Abteilung für Forschung und Entwicklung, eine hochmoderne Produktionsanlage und ein erfahrenes Team von 130 Mitarbeitenden.

    Diese Übernahme soll das weitere Wachstum von Holcims Dachgeschäft in ganz Europa vorantreiben. „Durch die Erweiterung unseres Angebots an Dachsystemen können wir eine grössere Rolle bei der Bereitstellung innovativer und nachhaltiger Lösungen für energieeffiziente Gebäude spielen und einen Beitrag zum Green Deal der Europäischen Union leisten“, wird Jamie Gentoso, Global Head, Solutions & Products, zitiert.

    Holcim versteht den „innovationsorientierten Ansatz“ der deutschen Firma als „hervorragende Ergänzung“ zu seinem bestehenden Dachgeschäft. Mit ihrer strategisch günstigen Lage in der Rhein-Neckar-Region ergänze sie andere kürzlich getätigte Akquisitionen für Bedachung und Dämmung.

    Das Geschäft wird unter dem neuen Namen Holcim Technical Solutions & Products GmbH ausgebaut. Im Rahmen seiner „Strategie 2025 – Beschleunigung des grünen Wachstums“ will Holcim das Solutions & Products-Geschäft bis 2025 auf 30 Prozent des Konzern-Nettoumsatzes ausweiten „und in die attraktivsten Segmente des Bauwesens – von Dachsystemen bis hin zu Dämmung und Renovierung – vorstossen.

  • Von Menschen, Technologien und Organisationen

    Von Menschen, Technologien und Organisationen

    Der richtige Einsatz von Innovationen macht den Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Unternehmen aus. Zahlreiche Praxisbeispiele zeigen, dass die Effekte innovativer Arbeitsgeräte schnell verpuffen, wenn nicht auch in die Anwendenden und in Betriebsabläufe investiert wird.

    Ein gesamtheitlicher Ansatz in der Unternehmensentwicklung ist das MTO-​Konzept, das auf die Wechselwirkung der drei Aspekte Mensch, Technik und Organisation fokussiert. Das Modell basiert auf der Einsicht, dass Unternehmen kontinuierlich neue Wege finden müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Innovative Technologien erweisen sich aber als nutzlos, wenn sie von den Menschen nicht getragen respektive nicht in die Abläufe innerhalb der Gesamtorganisation eingebettet sind.

    Der Zusammenhang zwischen Menschen, Technologie und Prozessen besteht darin, dass Menschen Technologie nutzen, um Prozesse durchzuführen und ihre Ziele zu erreichen. Technologie kann die Effizienz und Produktivität von Prozessen verbessern, während Menschen ihre Kenntnisse und Fähigkeiten einbringen, um die Technologie optimal zu nutzen und die Prozesse zu steuern.

    Das MTO-​Modell strebt danach, die Arbeitssysteme so zu gestalten, dass sie sowohl die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Mitarbeitenden als auch die Anforderungen der Organisation erfüllen. Eine optimale Abstimmung führt zu besseren Arbeitsergebnissen, da jede Interaktion zwischen Mensch, Technik und Organisation einen erheblichen Einfluss auf die Effizienz, Leistung und Zufriedenheit der Mitarbeitenden hat.

    Die Kombination einer ganzheitlichen Unternehmensentwicklung mit einer starken Innovationsorientierung ist die Voraussetzung für langfristigen Erfolg. Unternehmen, die Menschen, Technologien und Organisation in ihre strategische Ausrichtung integrieren, sind besser positioniert, um den Herausforderungen der sich ständig wandelnden Geschäftswelt zu begegnen und nachhaltiges Wachstum zu erreichen.

  • Doppelspurausbaus Ligerz-Twann ein komplexes Bahninfrastrukturprojekt

    Doppelspurausbaus Ligerz-Twann ein komplexes Bahninfrastrukturprojekt

    Der Auftrag umfasst den 2,1 km langen Doppelspurtunnel – davon rund 1’850 m in bergmännischer Bauweise und rund 250 m im Tagbau – inklusive Betonverkleidung und Bahntechnik. Zudem werden vier Fluchtstollen erstellt, ein 114 m langes Viadukt für die Autobahnausfahrt der N5 sowie verschiedene Zusatzbauten. Der Transport des Aushub- und Ausbruchmaterials erfolgt per Schiff und die bestehende Bahnstrecke wird rückgebaut und umgestaltet.

    Ziel des Projekts ist die Beseitigung des letzten Bahnengpasses auf der Jurafusslinie zwischen Lausanne und Biel. Aufgrund der vorherrschenden engen Platzverhältnisse zwischen See und Hang, wo auch die Nationalstrasse N5 und die Kantonsstrasse verlaufen, wird ein neuer Doppelspurtunnel gebaut.

    Eine besondere Herausforderung ist die Lage des Projekts in geschützten Gebieten: Die Region ist im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) aufgeführt. Die Dörfer La Neuveville, Chavannes, Ligerz und Twann sind Teil des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung (ISOS).

    Christian Späth, Head Division Civil Engineering bei Implenia: «Wir freuen uns darauf, dieses grosse und komplexe Bahninfrastrukturprojekt gemeinsam mit unseren ARGE-Partnern auszuführen und unsere langjährige Erfahrung und Expertise in diesem Bereich erneut unter Beweis zu stellen. Dem gesamten Projektteam wünschen wir eine unfallfreie Bauzeit.»

  • Hitzeinseln schon in der Planung verhindern

    Hitzeinseln schon in der Planung verhindern

    Die Klimaveränderungen machen insbesondere im Sommer den Städten zu schaffen. «Hitzeinsel» ist zum allgegenwärtigen Thema geworden. Wer grössere Quartiere plant, kann einen Hitzestau jedoch vermeiden. Entscheidend dafür sind eine auf die Umgebung abgestimmte Setzung der Gebäude, die Wahl der Materialien von Fassaden und Aussenflächen, Grünflächen sowie eine geschickte Beschattung. Die Auswirkungen dieser Faktoren sollten eigentlich schon in einer frühen Planungsphase berücksichtigt werden. Dafür allerdings müssten Architektinnen und Architekten Computermodelle beiziehen, die die Auswirkung der entscheidenden Faktoren für einen bestimmten Ort berechnen können. Das Problem der bestehenden Modelle: Die Berechnung ist zeit- und kostenintensiv. Deshalb wird auf ihren frühzeitigen Einsatz meist verzichtet. Die Hochschule Luzern (HSLU) hat nun eine neue interaktive Quartierklima-Modellierung (QKM) entwickelt, die sich auf die phasengerechten Informationen beschränkt und in Sekundenschnelle Resultate liefert. Finanziert wurde das Projekt durch die Stiftung Infinite Elements sowie die HSLU.

    In der Planungsphase muss es schnell gehen
    Für bauliche Grossprojekte bewerben sich Architekturbüros normalerweise in einem aufwändigen Wettbewerbsverfahren unter hohem Zeitdruck. «Sie müssen eine Vielzahl von Anforderungen in ihrem Entwurf berücksichtigen, eine ist davon das Mikroklima», erklärt Simulations-Experte Prof. Markus Koschenz von der Hochschule Luzern. Hohe Kosten und zweitägige Wartezeiten lägen in dieser kreativen Arbeitsphase für die Architektinnen und Architekten gar nicht drin. Genau dies hätten sie aber bisher in Kauf nehmen müssen, wenn sie die komplexen Berechnungen einbeziehen wollten. Was also, wenn man ein Wettbewerbsprojekt gewinnt und erst dann feststellt, dass die Gebäudesetzung unglücklich gewählt wurde? Die Jury hat sich ja für die vorgeschlagene Lösung entschieden; fundamentale Anpassungen sind in der Phase nach der Juryentscheidung nicht mehr vorgesehen – auch wenn die nachträgliche Berechnung des Mikroklimas dies nahelegen würde. Kurz, das Dilemma ist auf diesem Weg nicht lösbar. Nun machen die wärmeren Sommertemperaturen den Menschen heute schon zu schaffen. Die Erwärmung in den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird zunehmen, was gerade für ältere Menschen lebensgefährlich sein kann. Und Überbauungen, die jetzt in Planung sind, werden auch in fünfzig Jahren noch stehen. Dies alles bei der Planung zu ignorieren, scheint fahrlässig.

    Resultate in Sekundenschnelle
    «Gefragt ist ein Instrument zur Berechnung des Mikroklimas, das kostengünstiger ist und vor allem sehr schnell Resultate liefern kann», sagt Koschenz. Sein Kernteam mit Andrii Zakovorotnyi, Reto Marek und einem externen Revit-Spezialisten hat dieses Instrument an der Hochschule Luzern entwickelt. Er erklärt: «Bestehende Verfahren benutzen allgemeingültige Instrumente der Computational Fluid Dynamics (CFD). Mit diesen Instrumenten lassen sich von Spezialisten Maschinen entwickeln, Strömungen an Flugzeugen untersuchen oder das Mikroklima in Quartieren bestimmen. Sie sind mächtig aber auch entsprechend aufwändig. Unser Modell konzentriert sich auf den Aspekt des Quartierklimas und wir arbeiten mit schnell rechnenden Algorithmen», begründet Koschenz den frappanten Unterschied in der Berechnungsgeschwindigkeit. So dauert es Sekunden oder höchstens wenige Minuten, bis die Auswirkungen einer Änderung berechnet sind. Das Tool könne ab dem ersten Schritt im Planungsprozess durch die Planenden selbst eingesetzt werden. Man kann damit zum Beispiel mit wenig Aufwand zwei Varianten der Fassadengestaltung oder der Bepflanzung mit Bäumen in einem Innenhof vergleichen. Und dies nicht nur für einen Sommertag, sondern für eine ganze Sommerperiode.

    Überprüfung des Modells mit Messungen
    Die Informationen zu den geplanten Gebäuden, ihrer Position, den verwendeten Materialien oder die Art und Position von Grünflächen und Bäumen bezieht die interaktive Quartierklima-Modellierung aus dem Planungstool Revit, das bereits in Architektur- und Landschaftsplanungsbüros eingesetzt wird. Daraus berechnet das physikalische Modell die Auswirkung von Strahlung, Schatten, Wärmespeicher-Eigenschaften der Materialien, Luftströmung, Vegetation und Tageszeit auf das Quartierklima. Bilder mit Farbskalen zeigen intuitiv verständlich die Resultate an.  

    Den Beweis, dass das Modell richtig funktioniert, hat Koschenz’ Team mit Messungen im Suurstoffi-Quartier in Rotkreuz erbracht und die Resultate auch mit denen bestehender kommerzieller Software verglichen. Koschenz ist mir den Resultaten überaus zufrieden: «Wir können sagen: Die Übereinstimmung sowohl mit den Messungen als auch mit den Ergebnissen anderer Software war hoch. Damit ist unser Tool bei gleicher Genauigkeit viel schneller».

  • Pensionskassen: Ausser Rand und Ziel-Band bei Immobilien

    Pensionskassen: Ausser Rand und Ziel-Band bei Immobilien

    Alles ist relativ: für die Verwalter von Pensionskassen mag das dem Nobelpreisträger Albert Einstein zugeschriebene Zitat derzeit einen besonderen Klang haben. So haben ihre Investments in Aktien und Anleihen im vergangenen Jahr stark an Wert verloren. Positionen in Immobilien kamen hingegen weniger unter die Räder. In der Folge haben diese – relativ gesehen – im Anlageportefeuille der Vorsorgewerke oftmals deutlich an Gewicht gewonnen. Was nun nicht nur theoretische, sondern durchaus handfeste Folgen hat.

    Denn bereits Ende letzten Jahres warnten Marktbeobachter, dass ein Viertel der hiesigen Pensionskassen Immobilien-Investments verkaufen oder abwerten müssen, weil deren Gewicht die Vorgaben der Verordnung über die Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenvorsorge (BVV2) überschreite. Die Verordnungen schreibt eine fixe Quote für Immobilienanlagen vor, die 30 Prozent nicht überschreiten darf.

    «Ein paar Pensionskassen hatten Bandbreiten-Verletzungen»
    Heinz Rothacher, CEO der bekannten St.Galler Pensionskassenberatung-Firma Complementa, sagt nun zu finews.ch, dass die Quotenverletzungen Ende 2022 noch umfangreicher ausgefallen sind als befürchtet. «Über ein Drittel der Pensionskassen hat eine Immobilien-Quote von über 30 Prozent ausgewiesen», sagt der Marktkenner (siehe Grafik unten). Und er hält fest: «Es gibt ein paar Pensionskassen, die aufgrund des Anstiegs der Quoten eine Bandbreiten-Verletzung hatten.»

    Tatsächlich erlaubt die BVV2-Verordnung gewisse Bandbreiten bei den Portfolioanteilen, nach denen die Vorsorgewerke ihr Anlagestrategie gestalten können. Doch auch dieser Spielraum hat Grenzen. Wenn der Rand der Bänder touchiert wird, gibt es deshalb zwei Taktiken: Aussitzen oder korrigieren.

    Quote erst einmal beibehalten
    Die Vorsorgewerke haben sich in einem ersten Schritt offenbar für das Erstere entschieden. «Da es sich um eine passive Verletzung der Bandbreiten handelt, wurden diese toleriert und beschlossen, die bestehende Quote beizubehalten», berichtet Rothacher. Das Gleiche gelte für Verletzungen der BVV2-Limite von 30 Prozent.

    Complementa hat gut 150 Entscheidungsträgerinnen und -trägern der beruflichen Vorsorge speziell zur Problematik befragt; der CEO weiss deshalb ziemlich genau, in welche Richtung die Branche läuft. Per Ende 2022 lag der Immobilienquote im Schnitt bei 24,1 Prozent, 3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr.

    Das Abwarten hat für die Pensionskassen bisher nicht schlecht funktioniert. Die Immobilienquote habe sich durch die positive Performance der Aktienmärkte in diesem Jahr wieder reduziert, berichtet Rothacher. Die Folge: «die Verletzung der Bandbreiten wurde dadurch teilweise behoben.»

    Aktuelle Erhebungen der Credit Suisse zeigen, dass die Schweizer Vorsorgewerke bis Ende vergangenen Juni im Schnitt eine Anlagerendite von 3,86 Prozent erwirtschaftet haben; die Grossbank UBS kommt in ihren Messungen auf eine durchschnittliche Performance nach Abzug von Gebühren von 3,51 Prozent. Damit haben die Kassen die gesetzlich vorgegeben Mindestausschüttung von 1 Porzent pro Jahr bereits übertroffen.

    Die Krux mit der Illiquidität
    Dennoch ist das Problem nicht verschwunden, und die Pensionskassen müssen aufgrund ihrer Anlagestrategie besorgt sein, die definierten Bandbreiten mittelfristig einzuhalten. Dabei ergibt sich ein weiterer Knackpunkt: Aufgrund der Illiquidität der Anlageklasse – zu denken ist etwa an direkt gehaltene Liegenschaften oder Anlagestiftungen – ist eine kurzfristige Anpassung der Quote schwierig zu bewerkstelligen.

    Entsprechend müssen die Kassen dort anpacken, wo Liquidität am ehesten vorhanden ist: bei kotierten Immobilienanlagen. Wie Rothacher von Complementa berichtet, ist dort inzwischen Bewegung auszumachen. «37 Prozent der Kassen, die an der Umfrage teilgenommen haben, planen einen Abbau bei den kotierten Immobilienfonds», erklärt der Finanzprofi. Immerhin 11 Prozent der Befragten denken zudem über einen Abbau von nicht-kotierten Gefässen nach.

    Rücknahmegebühren erhöht
    Wie sich zeigt, haben die Preise von Schweizer Immobilienfonds bereits 2022 stark nachgegeben. Der einschlägige SIX Real Estate Funds Broad Index (SWIIT) verlor im vergangenen Jahr mehr als 15 Prozent an Wert. Dieses Jahr stagnierte der Zähler. Bei den nicht-kotierten Anlagegruppen sei derweil eine geringere Nachfrage nach zusätzlichen Investitionen zu spüren, erklärt Rothacher.

    Diverse Immobiliengefässe hätten bei durchgeführten Kapitalerhöhungen auch deutlich weniger Zusagen erhalten als geplant. «Noch vor Kurzem waren Überzeichnungen die Norm», ruft er in Erinnerung.

    Der Complementa-CEO rechnet zwar nicht mit grösseren Abverkäufen bei solchen Vehikeln. Hingegen weiss er von einzelnen Anlagegruppen, die dieses Jahr bereits die Rücknahmegebühren erhöht haben – dies auch mit dem Verweis darauf, die bestehenden Investoren schützen zu wollen. Das kann für Verkäufer abschreckend wirken. «Die Rücknahmegebühren bei den verschiedenen Anlagegefässen variieren stark und können teilweise einen grossen Teil einer Jahresperformance ausmachen», weiss Rothacher.

    Wann greifen die Schätzer zum Rotstift?
    Doch auch, wer stur an seinen Immobilien-Positionen festhält, muss allenfalls Federn lassen. Dies dann, wenn es zu Bewertungskorrekturen kommt, weil die Immobilienschätzer aufgrund weiterer Zinsschritte gezwungen wären, die Diskontsätze anzuheben.

    Zumindest auf dem Schweizer Markt lassen die derzeit geringe Bautätigkeit, die Zuwanderung und die in der Tendenz steigenden Mieten solche Massnahmen noch als verfrüht erscheinen. Doch weitere Zinserhöhungen seitens der Schweizerischen Nationalbank könnten die Schätzer doch noch dazu bringen, den Rotstift anzusetzen.

    Hiesige Pensionskassen weisen bei ihren Immobilien-Investments oftmals einen ausgeprägten «Home bias» auf und wären gegenüber einem Rückgang der Bewertungen wohl empfindlich.

  • Neue Berufe durch Kreislaufwirtschaft?

    Neue Berufe durch Kreislaufwirtschaft?

    Prof. Dr. Stephen Wittkopf, wie findet man eine Wohnung, die nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gebaut ist? Das wäre im Moment sehr schwierig. In der Schweiz gibt es erst einige wenige Wohnhäuser, die nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gebaut wurden, in Winterthur zum Beispiel. In der Industrie und bei Bürogebäuden ist man schon etwas weiter.

    Die Idee des Wiederverwendens ist sehr einleuchtend. Warum wird sie nur zögerlich umgesetzt? Weil sich nicht alles, was heute verbaut ist, für die Wiederverwendung eignet. In vielen Gebäuden gibt es so genannte Verbundmaterialien. Das heisst, verschiedene Materialien wie Beton, Holz oder Stahl wurden verklebt. Die kann man nicht einfach trennen. Dadurch entsteht enorm viel Bauschutt. Von all dem Material, das in die Schweiz importiert wird, also Kleider, Computer, Nahrungsmittel und sonstige Gebrauchsgegenstände, ist der weitaus grösste Teil für den Bausektor bestimmt. Das heisst, für Strassen, Brücken und Gebäude. Das ist alles enorm gewichtsintensiv. In der Baubranche besteht deshalb eindeutig am meisten Potential um Material und Energie durch Wiederverwendung einzusparen.

    Geht es in der Kreislaufwirtschaft nur um das Wiederverwenden, oder auch um das Umbauen oder Weiterbauen? Der Begriff der Kreislaufwirtschaft lässt sich tatsächlich so weit fassen, dass er jegliche Wiederverwendung einschliesst. Die Frage, wie man bestehende Gebäude erhalten und umnutzen kann, ist die erste Ebene der Kreislaufwirtschaft. Die zweite Ebene ist die Wiederverwendung von Bauteilen und auf der dritten Ebene geht es um das Rezyklieren und die Wiederaufbereitung von Material.

    Wie müssten Neubauten gestaltet werden, damit die Komponenten Jahrzehnte später wiederverwendet werden können? Die Materialien müssen trennbar und die Bauteile reparierbar sein. Das bedeutet, dass möglichst reine Materialien zentral sind, die nicht zusammenklebt werden, sondern mit Stecken und Schrauben für Stabilität sorgen. Reparierbarkeit ist für die Langlebigkeit der einzelnen Bauteile wichtig. Es darf nicht sein, dass man ein ganzes Fenster wegwerfen muss, nur weil der Fenstergriff nicht mehr funktioniert. Und zuletzt ist eine akribische Dokumentation wichtig, damit später nachvollziehbar ist, welche Materialien sich wo befinden. Im Moment wird das noch nicht genügend festgehalten.

    Bauteile werden kontinuierlich weiterentwickelt; meine Grossmutter hatte Vorfenster, die man abnehmen konnte, heute gibt es Dreifachverglasung. Ist da eine Wiederverwendung in 50 Jahren überhaupt realistisch? Viele Produkte sind heute so gut, dass eine spürbare Verbesserung nur mit deutlich grösserem Aufwand erreicht wird. Und man muss Bauteile ja auch nicht eins zu eines wiederverwenden. Bei Fenstern gibt es ein schönes Beispiel aus dem Kanton Zürich: Ältere, doppelt verglaste Fenster wurden mit einer dritten Verglasung ergänzt; dadurch konnten die so verbesserten Fenster in einem neuen Gebäude wiederverwendet werden.

    Das klingt, als ob die Wiederverwendung von Materialien die Arbeit für Architektinnen und Architekten komplett umstellt. Ja, das bedingt einen radikalen Wandel. Die Arbeit der Architektinnen beginnt nicht mehr auf der grünen Wiese. Sie müssen vorhandene Materialien und die Verfügbarkeit von Produkten in ihr Konzept einbauen. Doch dieser Paradigmenwechsel muss nicht zum gestalterischen oder wirtschaftlichen Hindernis werden; er kann zu einer neuen Formensprache führen.

    Also muss auch die Bauherrschaft im Boot sein. Genau, sie spielt eine mindestens genauso wichtige Rolle. Die Bauherrschaft kann den Auftrag anders gestalten, und beispielsweise vorgeben, dass nur Gebrauchtmaterialien gesucht werden und auf dieser Grundlage geplant werden soll. Es wird sicherlich ein komplexes Puzzle – aber andere Branchen arbeiten auch mit komplexen und flexiblen Lieferketten. Die Bauwirtschaft hinkt da hinterher.

    Wie sieht es punkto Wirtschaftlichkeit aus? Kann Kreislaufwirtschaft im Bau rentabel sein? Das kann sie, aber nicht ohne Aufwand und nicht von heute auf morgen. Es braucht neue Geschäftsmodelle aber auch finanzielle Förderung, da es sich aktuell um einen Nischenmarkt handelt. Ich bin jedoch fest davon überzeugt, dass sich das ändern wird.

    Und wie könnten die neuen Geschäftsmodelle aussehen? Vielleicht mieten wir irgendwann wiederverwertbare Materialen – also Fenster, Türen, Holz oder Beton – anstatt sie zu kaufen. Oder wir konzipieren ein neues Gebäude von Anfang an als Materiallager für spätere Bauten. Das ergibt eine ganz neue Berechnungsgrundlage, weil die Materialkosten nicht gesamthaft amortisieren werden müssen. Die Materialien könnten an Materialbörsen gehandelt werden – das wird in anderen Ländern wie Dänemark übrigens schon gemacht. Vielleicht entstehen dadurch sogar neue Berufe, wie zum Beispiel Bauteiljäger.

    Das klingt spannend. Es verändert also die gesamte Konzeption von Neubauten? Eindeutig. Wird die Zukunft eines Gebäudes mitgedacht, wird es so gebaut, dass es mit möglichst geringem Aufwand umgenutzt werden kann. Die Gesellschaft verändert sich, und mit ihr die Bedürfnisse für Wohnraum. Ein Quartier, das einst für Familien konzipiert wurde, passt Jahrzehnte später eventuell nicht mehr für die Bedürfnisse der mittlerweile alten Generation. Können die Familienwohnungen mit relativ geringem Aufwand in kleinere umgebaut werden, spart man Geld, Material und Energie.

    In welchen Bereichen der Baubranche würden Sie die Schweiz als fortschrittlich bezeichnen? Die Schweiz ist bei der Wiederverwendung von Beton schon recht weit. Heute wird Naturstein oder Kies durch aufbereiteten Bauschutt ersetzt, der ansonsten auf der Deponie landen würde. Nebst Wiederverwendung bringt das den Vorteil, dass Deponiegebühren eingespart werden. Bei grossen Neubauprojekten werden die Baukonzepte zudem immer flexibler. Generell beobachte ich bei den Bauherrschaften ein wachsendes Interesse für Kreislaufwirtschaft. In der Schweiz hat der Kanton Zürich eine Vorreiterrolle. Und wir als Hochschule forschen natürlich zum Thema und haben den Auftrag, eine junge Generation für das Thema zu sensibilisieren, indem wir in unseren Aus- und Weiterbildungen gebrauchten Materialien einen hohen Stellenwert einräumen.

  • Baumeister wollen auf  Studie zum Fachkräftemangel reagieren

    Baumeister wollen auf Studie zum Fachkräftemangel reagieren

    «Unserer Branche geht es nach drei Jahren Dauerkrise gut», begrüsste Zentralpräsident Gian-​Luca Lardi am Tag der Bauwirtschaft im Kulturzentrum LAC Lugano Arte e Cultura die über 550 Gäste. «Die Baumeister haben gelernt, mit den Auswirkungen des Ukraine-​Krieges umzugehen, ebenso wie sie es zuvor mit den Preissteigerungen und Lieferengpässen in Folge der Corona-​Pandemie getan haben.» Und die Zukunftsaussichten sind gemäss Lardi mittel-​ bis langfristig ebenfalls recht positiv. Die Bautätigkeit dürfte weiter wachsen, «wenn auch etwas langsamer». Während für den Wohnungsbau bis 2040 ein starkes Wachstum prognostiziert wird, sind im Wirtschaftsbau, im öffentlichen Hochbau sowie im öffentlichen Tiefbau ein mildes Wachstum bis hin zu einer Stagnation zu erwarten. Gleichzeitig dürfen sich die Baumeister darauf freuen, dass die Preise für Baumaterial allmählich wieder sinken.

    SBV-​Studie zeigt: Fachkräftemangel gefährdet Arbeitsplätze
    Der Fokus des diesjährigen Netzwerk-​Events lag auf dem Fachkräftemangel und mit welchem Massnahmenmix dieser bekämpft werden kann. Die Suche nach geeigneten Mitarbeitenden auf allen Ebenen stellt heute viele Gewerbetreibende vor grosse Herausforderungen, auch die Baumeister. Und es ist davon auszugehen, dass sich die Situation noch verschärfen wird. Mit weitreichenden Konsequenzen. «Ohne genügend qualifizierte Handwerker können wichtige Bauprojekte in unserem Land nicht mehr realisiert werden», erklärte Lardi. Um ein solches Szenario zu verhindern, erteilte der Schweizerische Baumeisterverband dem Kompetenzzentrum Demografik den Auftrag für eine «Studie zur langfristigen Entwicklung der Konjunktur und Fachkräfte im Bauhauptgewerbe». Nun sind die Studienergebnisse öffentlich: Während der Bedarf an Fachleuten im Bauhauptgewerbe weiter ansteigt, sinkt das Angebot. Bis 2040 dürfte der Fachkräftemangel in den wichtigsten Berufen im Bauhauptgewerbe – gemessen am Bauvolumen – 16 Prozent erreichen. Ohne Gegenmassnahmen würden allein bei den Maurern und Maurerinnen rund 30 Prozent der benötigten Mitarbeitenden, also etwa 2500 Fachkräfte, fehlen. Das wirkt sich auf den Umsatz aus: Sollten keine Massnahmen ergriffen werden, würden dem Bauhauptgewerbe durch die fehlenden Fachkräfte jährlich bis zu 800 Millionen Franken entgehen, über die nächsten 20 Jahre. gesamthaft und preisbereinigt 13 Milliarden Franken.

    Digitalisierung und Personalrekrutierung als Hoffnungsträger
    Die Studie zeigt mehrere Lösungen gegen den Fachkräftemangel auf. «Wenn wir den Umsatz pro Kopf jährlich um 0.5 Prozent steigern, können wir 50 Prozent des Fachkräftemangels wettmachen», beruhigte Gian-​Luca Lardi aber. Diese Produktivitätssteigerung soll hauptsächlich mit Hilfe der Digitalisierung und durch Innovationen erfolgen. Zugleich müsse die Branche alles daran setzen, «mehr Lernende auszubilden, die Fachkräfte länger im Beruf zu halten und letztlich auch mehr Quereinsteiger zu rekrutieren». Auf diese Weise könnte die andere Hälfte der Fachkräftelücke geschlossen werden. Die Studie zeigt hier mehrere Stellschrauben auf. Bei Bauführern und Bauführerinnen, bei denen sich der Mangel weniger prekär entwickeln wird als in anderen Bauberufen, spielen Quereinsteiger und Quereinsteigerinnen schon heute eine wichtige Rolle. Mit gezielter Karriere-​ und Nachwuchsplanung und -​begleitung kann der Bestand auf den Kaderfunktionen gesteigert werden. Bei der Lehrlingsausbildung ist es sehr wichtig, die jungen Leute zu motivieren, ihre Maurerlehre erfolgreich zum Abschluss zu bringen und auch langfristig im Bauhauptgewerbe zu bleiben. Entscheidend sei nicht nur die Führung und Betriebskultur, sondern vor allem auch die vielen tollen, «coolen» Bauprojekte, welche die jungen Menschen aktiv mitgestalten können. Dann sehen sie, dass ihre Arbeit Sinn bietet und nachhaltige Werte schafft.

    Lardi beendete sein Votum mit einem Appell an alle Projektbeteiligten, also Bauherren, Planer, Spezialisten, Bauunternehmen und politische Entscheidungsträger gleichermassen: «Wir werden unseren zukünftigen Gebäudepark und unsere Infrastrukturen nur dann realisieren können, wenn wir in echter Partnerschaft und auf Augenhöhe zusammenarbeiten.»

    Quelle: https://baumeister.swiss/

  • Private Umbauprojekte lassen die Bauinvestitionen im Jahr 2022 ansteigen

    Private Umbauprojekte lassen die Bauinvestitionen im Jahr 2022 ansteigen

    Die gesamten Bauausgaben setzen sich aus den Bauinvestitionen und den öffentlichen Unterhaltsarbeiten zusammen. Sie stiegen im Jahr 2022 um 1,5%. Da die Baupreise stark angestiegen sind, ergibt sich jedoch ein reales Minus von 5,9%. Die Bauinvestitionen wiesen im Jahresvergleich nominal eine Zunahme von 1,8% aus. Hingegen verzeichneten die Ausgaben in die öffentlichen Unterhaltsarbeiten gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang von 1,4%.

    Private Auftraggeber investierten kräftig in Umbauprojekte
    Die Neubauinvestitionen (+0,3%) wie auch die Umbauinvestitionen (+4,2%) nahmen im Jahr 2022 gegenüber dem Vorjahr zu. Dieses positive Ergebnis ist auf die privaten Auftraggeber zurückzuführen, die deutlich mehr in Umbauten investierten (+7,2%). Im gleichen Zeitraum gaben sie auch mehr für Neubauprojekte aus (+0,3%). Die öffentlichen Auftraggeber – also Bund, Kantone und Gemeinden – erhöhten innert Jahresfrist ihre Investitionen in Neubauten (+0,3%). Hingegen gaben sie weniger für Umbauprojekte aus (-0,1%).

    Positive Entwicklung der Hochbauinvestitionen
    Schweizweit wurde im Vergleich zum Jahr 2021 insgesamt mehr in den Hochbau (+2,3%) investiert. Sowohl die privaten Auftraggeber (+2,4%) wie auch die öffentliche Hand (+1,3%) trugen zu diesem positiven Ergebnis bei. Die Investitionen in den Tiefbau (-0,1%) gingen dagegen binnen Jahresfrist zurück. Dabei gaben die öffentlichen Auftraggeber weniger für Infrastrukturbauten aus (-0,9%). Die privaten Auftraggeber investierten hingegen mehr in den Tiefbau (+3,2%).

    Ausblick auf das Jahr 2023
    Der Arbeitsvorrat (Ausgaben) für das Folgejahr 2023 der im Bau befindlichen Bauprojekte (inkl. öffentliche Unterhaltsarbeiten) hat sich per Stichtag 31.12.2022 um 1,6% gegenüber dem Vorjahresstichtag erhöht.

    Quelle: bfs.admin.ch

  • ewz plant hochalpine Solar-Grossanlagen im Bündnerland

    ewz plant hochalpine Solar-Grossanlagen im Bündnerland

    ewz kann im Kanton Graubünden weitere hochalpine Solar-Grossanlagen planen. Mit einer jährlichen Produktion von rund 93 Gigawattstunden (GWh) sollen künftig bis zu 58’000 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgt werden können. Damit leistet ewz einen wichtigen Beitrag, um die Versorgungssicherheit zu erhöhen und die Netto-Null-Ziele zu erreichen.

    Auch zur Erreichung der Ziele der Energiestrategie 2050 des Bundes sind diese Projekte wichtig. Dank des «Bundesgesetzes über dringliche Massnahmen zur kurzfristigen Bereitstellung einer sicheren Stromversorgung im Winter» (Änderung des Energiegesetzes) wurden erst die Voraussetzungen für den raschen Ausbau solcher PV-Freiflächenanlagen mit hoher Winterproduktion geschaffen.

    Gemeinde Surses, Standort Savognin
    Der Stadtrat hat neue einmalige Ausgaben von 1,7 Millionen Franken bewilligt für ein Vor- und Bau-projekt einer hochalpinen Photovoltaikanlage (PV-Anlage) im Val Nandro oberhalb von Savognin. Auf mehreren Flächen, angrenzend an das Skigebiet Savognin, kann ewz nun eine PV-Grossanlage planen. Die Ergebnisse des Vor- und Bauprojekts dienen dann als Grundlage für den Investitionsentscheid seitens ewz, der voraussichtlich in der Zuständigkeit des Stadtrats liegen wird.

    Auch auf Flächen westlich des Piz Curvér sind PV-Module geplant. Die Bewilligung der Projektierungskosten für diese Flächen liegen in der Kompetenz des Vorstehers des Departements der Industrielle Betriebe.

    Insgesamt könnte auf den genannten Flächen in der Gemeinde Surses, je nach Umsetzungsvariante, jährlich bis zu 80 GWh Sonnenstrom für rund 50’000 Haushalte produziert werden. Die Bauprojekte werden der Gemeinde Surses und den Grundeigentümer*innen zur Abstimmung vorgelegt. Die Gemeinde, die Grundeigentümer*innen und die Savognin Bergbahnen stehen hinter den Vorhaben.

    Gemeinde Rheinwald, Standort Splügen-Tambo
    Unabhängig von den Plänen in der Gemeinde Surses treibt ewz den Ausbau hochalpiner Solaranlagen weiter voran. Auch auf der Tanatzhöhi im Wintersportgebiet Splügen-Tambo in der Gemeinde Rheinwald startet ewz ein Vor- und Bauprojekt für eine hochalpine PV-Anlage. Je nach Umsetzungsvariante könnte sie jährlich bis zu 13 GWh Sonnenstrom für rund 8’000 Haushalte produzieren. Die Bewilligungen der Projektierungskosten liegen dabei in der Kompetenz des Vorstehers des Departements der Industrielle Betriebe.

    Stadtrat Baumer: «Eigenproduktion im Inland ausbauen»
    Die Solar-Grossanlagen in den Gemeinden Surses und Rheinwald sind in Gegenden geplant, die bereits infrastrukturell erschlossen sind. Die betroffenen Flächen befinden sich in keinem nationalen oder lokalen Schutzgebiet. Es wird eine Doppelnutzung mit Alpwirtschaft und Stromerzeugung angestrebt.

    Michael Baumer, Stadtrat und Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe erklärt: «Um die Energiesicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Netto-Null-Ziele zu erreichen, ist der Ausbau der nachhaltigen Stromproduktion zentral.» Neben Wasser- und Windkraft sei die Sonnenenergie ein wichtiger Pfeiler der nachhaltigen Stromerzeugung. Stadtrat Baumer: «Beim PV-Ausbau konzentrieren wir uns auf Immobilien auf Stadtgebiet, schweizweite Areale sowie hochalpine Standorte. Die Projekte in den Gemeinden Surses und Rheinwald sind wichtige Bausteine, um die erneuerbare Energieproduktion im Inland auszubauen und die Versorgungssicherheit im Winter weiter zu erhöhen».

    Hochalpine Pionier-Anlagen laufen bereits auf Hochtouren
    ewz hat bereits zwei hochalpine Solar-Grossanlagen in Betrieb. An der Albigna-Staumauer im Bergell und an der Staumauer am Lago di Lei produzieren sie Sonnenstrom. Beide Anlagen erfüllen die Erwartungen insbesondere in Bezug auf die hohe Stromproduktion im Winter. Rund 50% des Stroms wird im Winterhalbjahr produziert. Zudem bestätigt sich, dass an hochalpiner Lage im Jahresdurchschnitt 25% mehr Energie produziert werden kann als im Mittelland.

  • Allreal erwirbt Rieter-Areal in Winterthur

    Allreal erwirbt Rieter-Areal in Winterthur

    Das Areal in Winterthur Töss bildet einen Schwerpunkt im Entwicklungskonzept 2040 der Stadt Winterthur. Dank den nahe gelegenen Bahn- und Busstationen sowie einem Autobahnanschluss ist das Gebiet verkehrstechnisch hervorragend erschlossen. Angesicht der sehr guten Standortqualität in einem sich wandelnden Gebiet verfügt das Areal langfristig über attraktives Entwicklungspotenzial.

    Allreal wird im Dialog mit der Stadt Winterthur und den weiteren zuständigen Behörden in einem ersten Schritt die Rahmenbedingungen für die künftige Entwicklung festlegen. Das heutige Industrieareal soll sich über die Zeit zu einem modernen Arbeits- und Wohnraum von überregionaler Strahlkraft weiterentwickeln, welcher auch Bezug nimmt zur Pionierzeit der Textilindustrie.

    Rieter verbleibt mit ihrem ebenfalls durch Allreal erstellten neuen Campus mit Hauptsitz und Forschungsbereich eng mit dem Areal verbunden. Daneben sollen namhafte Unternehmen aus dem Technologie- und Forschungsbereich angesiedelt werden. Dadurch trägt Allreal langfristig zur Sicherung von Arbeitsplätzen bei und schafft neuen Lebensraum in der Stadt Winterthur. Die bestehenden Mietverträge wird Allreal übernehmen und nicht vermietete Flächen in den nächsten Jahren sanieren und sukzessive wiedervermieten.

  • Uri will Wirtschaftsstandort langfristig stärken

    Uri will Wirtschaftsstandort langfristig stärken

    Die Wirtschaftsförderungsstrategie dient als Kommunikationsinstrument gegenüber der Wirtschaft und der Politik und schafft Transparenz über die programmatische Ausrichtung der Wirtschaftsförderung. Sie trägt dazu bei, die Ziele gemäss Wirtschaftsförderungsgesetz – Erhöhung der Wirtschaftskraft und der Wettbewerbsfähigkeit sowie Sicherung und Erhaltung von Arbeitsplätzen – zu erreichen und so den Wirtschaftsstandort Uri langfristig zu stärken.

    Der Kanton Uri wird als verlässlicher und pragmatischer Partner mit kurzen Wegen positioniert. Anhand von Schlüsselprojekten werden die Grundlagen für eine positive Beschäftigungsentwicklung geschaffen. Schwerpunktthemen sind wissensbasierte Dienstleistungen, Alpintechnik, Tourismus im alpinen Raum und rund um den Urnersee, Verkehrs- und Sicherheitstechnik, Energietechnik/Cleantech sowie Präzisionstechnik bzw. Polymertechnologien. Stärker betont werden sollen künftig auch die Chancen für Unternehmensfunktionen (Backoffice, Entwicklungseinheiten) sowie die Kreativwirtschaft.

    Wichtigste Projekte zur Standortentwicklung sind die Weiterentwicklung der bestehenden und neu aufzubauenden Forschungs- und Bildungsangebote in Richtung eines «Campus Uri», die Betreuung von Entwicklungsschwerpunkten für die Bereitstellung von attraktiven Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsflächen, die Begleitung der positiven Effekte aus den anhaltenden Grossinvestitionen im Tourismus, die Übertragung der kantonalen Digitalisierungsstrategie auf die Urner Unternehmen sowie die Förderung von kommunalen Leuchtturmprojekten. Die Strategie wird auf das geplante Klimaschutzkonzept des Kantons abgestimmt.

    Ein Vermarktungskonzept stellt die zielgruppengerechte Kommunikation sicher. Wichtige Massnahmen sind die Pflege der ansässigen Unternehmen, die Sichtbarmachung der Schwerpunktthemen und Potenziale des Wirtschaftsstandorts mit Factsheets und Netzwerkveranstaltungen, Projekte mit einem Schwerpunkt auf «Heimweh»-Urnerinnen und -Urner, die Weiterentwicklung des Botschafternetzwerks und die Bündelung der Kernbotschaften zum Kanton Uri.

    Breit abgestützter Prozess und enge Abstimmung mit dem Regierungsprogramm
    Die aktualisierte Wirtschaftsförderungsstrategie ist eng mit dem Regierungsprogramm 2020 – 2024+ abgestimmt. Begleitet wurde die Aktualisierung von der Beratungsfirma LOC AG aus Zürich, die über eine ausgewiesene nationale Expertise in diesem Gebiet verfügt. In den Prozess wurden auch Partner aus Wirtschaft, Tourismus und Gemeinden sowie verschiedene kantonale Ämter einbezogen. Nun wurde die Wirtschaftsförderungsstrategie aus dem Jahr 2016 aktualisiert und geschärft und vom Regierungsrat verabschiedet. Das Dokument ist im Internet unter www.ur.ch/wirtschaft abrufbar.

  • Aufrichtefest Rägipark: Die Arbeiten schreiten planmässig voran

    Aufrichtefest Rägipark: Die Arbeiten schreiten planmässig voran

    Nach mehrjähriger Planungs- und Vorbereitungszeit und Erhalt der Baubewilligung konnten ab Mai 2021 die Rückbauarbeiten des bestehenden „Revox-Gebäudes“ durchgeführt werden. Der Rohbau mit Aushub startete im August 2021. Inzwischen sind die Ausbauarbeiten bereits weit fortgeschritten. Grund genug, den rund 150 versammelten Handwerkerinnen und Handwerkern sowie den Projektbeteiligten mit einem Aufrichtefest für ihren unermüdlichen Einsatz zu danken. Für Christoph Keller von HRS Real wurde ein „Etappenerfolg auf dem Weg in die Zukunft“ erzielt. Er zeigte eindrückliche Dimensionen des Bauprojekts auf: So wurden rund 2’500 Tonnen Stahl und rund 20’000m3 Beton verbaut. „Das entspricht rund 2 Millionen Giesskannen“, wie er in seiner Ansprache augenzwinkernd hinzufügte. „Auch von der ästhetischen Qualität und der Nachhaltigkeit her ist mit dem Rägipark etwas entstanden, worauf wir stolz sein dürfen.“

    Grosse Nachfrage dank erfolgreicher Vermarktung
    Auf dem Weg zum Ziel gab es zahlreiche Hindernisse wie die Coronapandemie, den Ukrainekrieg, Lieferverzögerungen bei Baumaterialien und Baustoffen sowie die allgemeinen Teuerung zu überwinden, die den Bau erschwerten, wie der Gesamtprojektleiter der Allianz

    Suisse Immobilien AG, Kurt Hadorn, betonte: „Dass die Vorgaben der Bauherrschaft bezüglich Qualität, Termine und Baukosten weitestgehend eingehalten werden, ist nicht selbstverständlich“, lobte der Bauprofi die Projektbeteiligten und Handwerksbetriebe. „Das Resultat

    kann sich sehen lassen, die Nachfrage nach den Mietwohnungen und Gewerbeflächen ist

    gross. Ich freue mich, dass der Rägipark schon bald mit Leben gefüllt wird.“ Die Fertigstellung der Arbeiten mit Übergabe an die Bauherrschaften erfolgt in zwei Etappen per Ende November 2023 und Ende Dezember 2023. Die Vermarktung der Wohnungen ist bereits weit

    fortgeschritten. So sind von total 204 Wohnungen bereits 200 vermietet. Die Vermarktung der Gewerbe- und Büroflächen verläuft ebenfalls erfolgreich, für rund 70% sind bereits Mietverträge unterschrieben. Für die Allianz Suisse ist das zusammen mit HRS als Totalunternehmerin realisierte Projekt mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von rund 120 Millionen Franken eines der grössten Bauprojekte in der Unternehmensgeschichte.

  • Ehemaliges Unterwerk Steghof in Luzern im Schutzstatus

    Ehemaliges Unterwerk Steghof in Luzern im Schutzstatus

    Der Wert des ehemaligen Elektrizitätswerks an der Sternmattstrasse 3 soll hinsichtlich der noch bestehenden Bausubstanz sorgfältig untersucht werden. Als Eigentümerin der Liegenschaft will ewl diesem Anliegen Rechnung tragen. «Wir werden gemeinsam mit der Denkmalpflege und der Stadtplanung prüfen, ob die Bausubstanz erhaltenswert ist», sagt Patrik Rust, Vorsitzender der Geschäftsleitung. Das Anliegen wurde in einem offenen Brief der IG Unterwerk Steghof an ewl formuliert und von verschiedenen Luzerner Vereinen und Interessengruppen unterzeichnet (siehe Beilage).

    Historischer Bau und aktuelle Substanz
    Die Kernelemente des alten Elektrizitätswerks stammen noch aus dem frühen 20. Jahrhundert. Das Haus wurde zwischen 1904 und 1905 vom Architekten Carl Griot gebaut, für die 1903 gegründete Elektrizitätswerk Luzern-Engelberg AG. Mit der Anlage wurde in erster Linie die Stadt Luzern mit Strom versorgt, da das Kraftwerk Thorenberg in Littau nicht mehr genügend Leistung erbrachte.

    Das Gebäude weist eine gewisse historische Bedeutung auf. Der ursprüngliche Backsteinbau ist heute allerdings nicht mehr wiederzuerkennen. Das frühere Erscheinungsbild wurde durch mehrere Umbauten ab den späten 1950er Jahren weitgehend zerstört. Die Fassade wurde teilweise durchbrochen, ein Zwischengeschoss wurde zwischen zwei Stockwerken eingezogen und verzierende Elemente wurden abgeschlagen. Die Gebäudehülle ist seit 1979 mit grünen Faserzementplatten abgedeckt. Aus heutiger Sicht scheint dieser unsorgfältige Umgang mit der Bausubstanz als unverständlich. Das Gebäude wurde nach Vorabklärungen beim kantonalen Denkmalschutz bisher weder als erhaltens- noch als schützenswert gelistet. Dies soll nun geprüft werden. Heute wird ehemalige Unterwerk Steghof von ewl als Lager genutzt, insbesondere für die Luzerner Weihnachtsbeleuchtung.

    Zwischennutzung und Neubau des ewl Areals
    Ein weiteres Anliegen der IG Unterwerk Steghof betrifft die Prüfung möglicher Zwischennutzungen auf dem Areal. Für eine öffentliche Zwischennutzung des alten Unterwerks Steghof, mit regelmässiger Begehung durch Personen, sähe Patrik Rust vor allem sicherheitstechnische Hürden. «Je nach Nutzungsidee müsste sehr viel Geld investiert werden, um das Gebäude für Besucherinnen und Besucher sicher zu machen.»

    Mit der Sternmattstrasse 3 sind noch zwei weitere Gebäude baulich verbunden: ein Wohngebäude mit derzeit zwei vermieteten Wohnungen sowie eine ausgediente Leitstelle für die Netzanlagen Strom, Erdgas und Wasser. In der ausgedienten Leitstelle sind zurzeit Büroräumlichkeiten eingerichtet.

    Hinsichtlich der geplanten Grossüberbauung des gesamten ewl Areals (Projekt «Rotpol») sieht ewl den Eigenbedarf als notwendig. Mit der Überbauung des ewl Areals soll in den nächsten Jahren ein ganz neuer Stadtteil entstehen. Im Kern der Überbauung wird das «Rote Haus» stehen, das sorgfältig renoviert wird. Ein historischer Industriebau, der für Veranstaltungen der Öffentlichkeit zur Verfügung steht. «Das Rote Haus hat sich bereits in den vergangenen Jahren als idealer Ort für Kulturveranstaltungen etabliert», sagt Rust. Es gilt offiziell als «schützenswertes Objekt».

    Während der geplanten Bauphasen des Projektes Rotpol brauchen die Mitarbeitenden von ewl Platz für provisorische Lösungen und Büroräumlichkeiten. «Im Umfeld muss das Versorgungsmaterial von ewl sinnvoll platziert werden können, um in erster Priorität die Versorgungssicherheit für die Stadt Luzern mit Strom, Wasser und Wärme nicht zu gefährden», sagt Rust. Für das Bauprojekt werden voraussichtlich auch Umschlagplätze für Grossfahrzeuge und schwere Baugeräte benötigt. «Der Ort, an dem die besagten Gebäude stehen, könnte als ein solcher Platz dienen.» Bezüglich dem Projekt Rotpol hatte der Grosse Stadtrat am 4. Mai 2023 auf Antrag der Geschäftsprüfungskommission den Bericht und Antrag «ewl Areal AG: Zweiter Finanzierungsschritt» zur Überarbeitung zurückgewiesen. Offene Fragen werden zurzeit geklärt. Nach aktuellem Stand der Projektarbeiten sowie mit einem Ausblick auf die nächsten Schritte zieht ewl aktuell nur Zwischennutzungen für unternehmenseigene Zwecke in Erwägung.

  • Laser ermöglichen Internet-Backbone per Satellit

    Laser ermöglichen Internet-Backbone per Satellit

    Das Rückgrat des Internets – den sogenannten Backbone – bildet ein dichtes Netzwerk aus Glasfaserkabeln, die jeweils bis zu mehr als hundert Terabit an Daten pro Sekunde (1 Terabit = 1012 digitale 1/0-​Signale) zwischen den Netzknoten transportieren. Die Kontinente sind dabei durch die Tiefsee verbunden – und das ist enorm kostspielig: Ein einzelnes Kabel durch den Atlantik erfordert Investitionen von mehreren hundert Millionen Dollar. Das spezialisierte Beratungsunternehmen Telegeography zählt aktuell 530 aktive Unterseekabel. Tendenz steigend.

    Schon bald dürfte dieser Aufwand aber nicht mehr nötig sein. Wissenschaftler der ETH Zürich haben in einem europäischen Horizon-​2020-Projekt gemeinsam mit Partnern aus der Raumfahrtindustrie eine optische Terabit-​Datenübertragung durch die Luft demonstriert. Mit dieser werden künftig wesentlich kostengünstigere und auch viel schneller erstellbare Backbone-​Verbindungen über erdnahe Satelliten-​Konstellationen möglich.

    Anspruchsvolle Verhältnisse zwischen Jungfraujoch und Bern
    Erprobt haben die Projektpartner ihr Laser-​System allerdings nicht mit einem Satelliten im Orbit, sondern durch eine Übertragung über 53 Kilometer vom Jungfraujoch nach Bern. «Unsere Versuchsstrecke zwischen der Hochalpinen Forschungsstation auf dem Jungfraujoch und dem Zimmerwald Observatorium der Universität Bern ist aus Sicht einer optischen Datenübertragung wesentlich anspruchsvoller als zwischen einem Satelliten und einer Bodenstation», erklärt Yannik Horst, der leitende Autor der Studie und Forscher an der ETH Zürich im Institute für elektromagnetische Felder unter Leitung von Professor Jürg Leuthold.

    Der Laserstrahl musste sich auf dem ganzen Weg durch die dichte, bodennahe Atmosphäre bewegen. Dabei beeinflussten die vielfältigen Turbulenzen der Luftgase über dem verschneiten Hochgebirge, der Wasserfläche des Thunersee, der dicht bebauten Agglomeration Thun und der Aare-​Ebene die Bewegung der Lichtwellen und damit auch die Informationsübertragung. Wie stark dieses durch Thermikphänomene ausgelöste Flimmern der Luft die gleichmässige Bewegung von Licht stört, kann man an heissen Sommertagen von blossem Auge erkennen.

    Satelliten-​Internet nutzt langsamen Mikrowellenfunk
    Internetverbindungen über Satelliten sind an sich nichts Neues. Der aktuell bekannteste Vertreter ist die Starlink-​Konstellation von Elon Musk, die mit über 2000 erdnah kreisenden Satelliten Internet in fast jeden Winkel der Welt bringt. Um Daten zwischen Satelliten und Bodenstationen zu übertragen werden allerdings Funktechnologien verwendet, die wesentlich weniger leistungsfähig sind. Sie funktionieren wie WLAN (Wireless Local Area Network) oder der Mobilfunk im Mikrowellenbereich des Frequenzspektrums und damit mit Wellenlägen von einigen Zentimetern.

    Optische Lasersysteme arbeiten demgegenüber im Bereich des nahen Infrarotlichts mit rund 10’000-​mal kürzeren Wellenlängen von wenigen Mikrometern. Dadurch können sie auch entsprechend mehr Informationen pro Zeiteinheit transportieren.

    Um auf grosse Entfernungen beim Empfänger ein genügend starkes Signal zu erhalten, werden die parallelisierten Lichtwellen des Lasers durch ein Teleskop gesendet, das mehrere Dutzend Zentimeter Durchmesser haben kann. Dieser breite Lichtstrahl muss dann möglichst genau auf ein Teleskop beim Empfänger gezielt werden, dessen Durchmesser in der Grössenordnung des empfangenen Lichtstrahls liegt.

    Turbulenzen löschen die modulierten Signale aus
    Damit möglichst hohe Datenraten erreicht werden, wird die Lichtwelle des Lasers zudem so moduliert, dass ein Empfänger pro Schwingung mehrere unterscheidbare Zustände detektieren kann. Dadurch lässt sich pro Schwingung jeweils mehr als ein Informations-​Bit übertragen. In der Praxis wird mit unterschiedlichen Höhen (Amplituden) und Verschiebungen des Phasenwinkels der Lichtwelle gearbeitet. Jede Kombination von Phasenwinkel und Amplitudenhöhe definiert dann ein unterschiedliches Informationssymbol. Mit einem 4×4-​Schema lassen sich so 4 Bit pro Schwingung übertragen und mit einem 8×8-​Schema 6 Bit.

    Die wechselnden Turbulenzen der Luftteilchen führen nun dazu, dass die Lichtwellen im Inneren und an den Rändern des Lichtkegels unterschiedlich schnell wandern. Im Detektor der Empfangsstation addieren oder subtrahieren sich dadurch die Amplituden und Phasenwinkel gegenseitig zu falschen Werten.

    Spiegelchen korrigieren Wellenphase 1500-​mal pro Sekunde
    Um diese Fehler zu verhindern, lieferte der französische Projektpartner einen sogenannten MEMS-​Chip (Mikro-​Elektro-Mechanisches System) mit einer Matrix aus 97 beweglichen Spiegelchen. Durch die Spiegelbewegungen lässt sich die Phasenverschiebung des Strahls auf seiner Schnittfläche entlang dem aktuell gemessenen Gradienten 1500-​mal pro Sekunde korrigieren.

    Unter dem Strich resultiert so eine Verbesserung der Signale um rund einen Faktor 500. Diese Verbesserung war essenziell, um eine Bandbreite von 1 Terabit pro Sekunde über eine Distanz von 53 Kilometern erreichen zu können, wie Horst betont.

    Erstmals zum Einsatz kamen im Projekt zudem neue, robuste Lichtmodulationsformate. Sie erhöhen die Empfindlichkeit der Detektion massiv und ermöglichen dadurch selbst unter schlechtesten Wetterbedingungen oder bei geringen Laserleistungen hohe Datenraten. Erreicht wird dies durch ein geschicktes Codieren der Informations-​Bits auf Eigenschaften der Lichtwelle wie Amplitude, Phase und Polarisation. «Mit unserem neuen 4D-​BPSK-Modulationsformat (Binary Phase-​Shift Keying) kann ein Informations-​Bit auch mit einer sehr kleinen Anzahl von nur rund vier Lichtteilchen am Empfänger noch richtig erkannt werden», erklärt Horst.

    Insgesamt waren für den Erfolg des Projekts die spezifischen Kompetenzen von drei Partnern notwendig. Das französische Raumfahrtunternehmen Thales Alenia Space beherrscht das zentimetergenaue Zielen mit Lasern über Tausende von Kilometern im Weltraum. Die ebenfalls französische Luft-​ und Raumfahrtforschungsanstalt Onera verfügt über die Kompetenzen in MEMS-​basierter adaptiver Optik, mit der die Effekte des Luftflimmern weitgehend eliminiert wurden. Und die für eine hohe Datenrate unerlässliche, möglichst effektive Modulation der Signale, gehört zu den Spezialgebieten der Forschungsgruppe von Leuthold.

    Problemlos auf 40 Terabit pro Sekunde ausbaubar
    Die im Rahmen der European Conference on Optical Communication (ECOC) in Basel erstmals präsentierten Resultate des Versuchs sorgen weltweit für Furore, so Leuthold: «Unser System bedeutet einen Durchbruch. Bisher gelang es nur, entweder grosse Distanzen mit kleinen Bandbreiten von wenigen Gigabit oder kurze Distanzen von wenigen Metern mit grossen Bandbreiten per Freilandlaser zu verbinden».

    Dazu kommt, dass die Leistung von 1 Terabit pro Sekunde mit einer einzigen Wellenlänge erreicht wurde. In einer zukünftigen praktischen Anwendung lässt sich das System mit Standardtechnologien problemlos auf 40 Kanäle und damit auf 40 Terabit pro Sekunde hochskalieren.

    Zusätzliches Potenzial für das neue Modulationsformat
    Damit werden sich Leuthold und sein Team aber nicht mehr beschäftigen. Die praktische Umsetzung in ein marktfähiges Produkt übernehmen die Industriepartner. Einen Teil der Arbeit werden die ETH-​Wissenschaftler:innen allerdings weiterverfolgen. Das von ihnen entwickelte neue Modulationsformat dürfte künftig auch in anderen Datenübertragungsverfahren, bei denen die Energie der Strahlung zu einem begrenzenden Faktor werden kann, für eine Erhöhung der Bandbreiten sorgen.

  • Laax sagt Ja zu hochalpiner Solaranlage bei der Bergstation Vorab

    Laax sagt Ja zu hochalpiner Solaranlage bei der Bergstation Vorab

    Die hochalpine Solaranlage wird östlich der Gletscherzunge in der Nähe der Bergstation Vorab entstehen. Auf einer Fläche von rund 150’000 Quadratmetern sind etwa 20’000 Module geplant. Diese liefern bei einer Produktionsleistung von rund 7,5 MW im Jahr knapp 12 GWh, was dem jährlichen Verbrauch von mehr als 2’200 Haushalten entspricht.

    Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Laax haben dem hochalpinen Solarprojekt Vorab an der Gemeindeversammlung vom 13. Juni zugestimmt. Als nächster Schritt ist im Herbst 2023 die Installation einer Testanlage geplant. Damit will das Projektteam sicherstellen, dass die eingesetzte Technologie den harschen Bedingungen auf dem Vorab auf fast 2600 Meter über Meer standhält und den errechneten Energieertrag insbesondere in den Wintermonaten erbringt.

    Die Solaranlage Vorab ist in einem Gebiet geplant, das bereits heute touristisch genutzt wird. Aktuell wird eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Grundbesitzerin des Standorts ist die politische Gemeinde Laax. Die Bündner Energieversorgerin Repower und die Weisse Arena Gruppe werden die Eigentümerinnen der alpinen Solaranlage, die Flims Electric ist als Projektentwicklerin vorgesehen.

    Einheimische Solarenergie für Bergbahn
    Die Weisse Arena Gruppe wird als Eigentümerin der Bergbahnen eine wichtige Abnehmerin der einheimischen Solarenergie sein. Die Solaranlage Vorab bringt die Weisse Arena Gruppe einen Schritt näher an ihre Vision, die Destination Flims Laax Falera zur ersten selbstversorgten Alpendestination zu machen, die ihren Energiebedarf zu 100 Prozent aus klimafreundlichen, regionalen Quellen deckt. Das eidgenössische Parlament hat in der Herbstsession 2022 mit dem «dringlichen Bundesgesetz zur kurzfristigen Bereitstellung einer sicheren Stromversorgung im Winter» die Voraussetzungen für den raschen Zubau von PV-Freiflächenanlagen mit hoher Winterproduktion geschaffen.

  • Globale Umfrageergebnisse zur Büronutzung: „Was Mieter weltweit wollen“

    Globale Umfrageergebnisse zur Büronutzung: „Was Mieter weltweit wollen“

    „Die Ergebnisse unserer Umfrage in Zusammenarbeit mit CoreNet Global geben einen detaillierten Einblick in die treibenden Faktoren bei Standort- und Immobilienentscheidungen von Mietern weltweit und zeigen eine Veränderung im Denken und in der Herangehensweise für Entscheidungen nach der Pandemie“, sagt Dimitrios Vlachopoulos, Head of Portfolio & Location Strategy EMEA, C&W. „Darüber wird deutlich, wie Mieter auf die zunehmende Bedeutung von Unternehmenszielen im ESG-Bereich vor dem Hintergrund des Klimawandels reagieren.“

    Unterschiedliche Prioritäten in den Amerikas und EMEA-Region 
    Kosten, Human Resources und operative Exzellenz sind die drei wichtigsten strategischen Faktoren, die Immobilienentscheidungen beeinflussen. Während das Thema „Personal“ in den Amerikas ganz oben auf der Prioritäten-Liste steht, rangiert es in der EMEA-Region an zweiter Stelle.

    „Mieter identifizieren Kosten, Human Resources und operative Exzellenz als die wichtigsten Treiber ihrer Immobilienstrategie und -entscheidungen. Die Rangfolge dieser Faktoren hat sich 2023 etwas verändert. Personal bleibt sehr wichtig und liegt in Nord- und Süd-Amerika weiterhin an erster Stelle, aber die Bedeutung der Kosten hat zugenommen. Dies ist angesichts der gestiegenen Unsicherheit seit Mitte 2022 nicht überraschend, als die Inflation ihren Höhepunkt erreichte und die Zinsen zu steigen begannen“, so Dimitrios Vlachopoulos.

    Bedeutung von ESG unterschiedlich 
    ESG gewinnt an Bedeutung und die meisten Immobilienteams haben ESG-Ziele definiert, deren zugrunde liegende Faktoren aber je nach globaler Region variieren.

    „Seit der letzten Umfrage hat sich ESG weltweit als wichtiger Treiber für Corporate Real Estate von Platz 8 auf Platz 5 nach vorn geschoben. Zwei Drittel der CRE-Führungskräfte gaben an, dass ihr Unternehmen ESG-Ziele definiert hat, sie bereits umsetzt oder dies plant. Die Gründe für die Anpassung von Immobilienportfolios an ESG-Vorgaben variieren je nach globaler Region. In Nord- und Süd-Amerika konzentriert man sich hauptsächlich auf den Ruf des Unternehmens, während in der EMEA-Region ökologisch verantwortliches Handeln in den Mittelpunkt gestellt wird“, erläutert Dimitrios Vlachopoulos.

    Gemeinschaftsflächen in Büros immer wichtiger 
    Der Anteil von gemeinsam genutzten Flächen innerhalb von Büros hat sich im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie nahezu verdoppelt. Ihr Anteil liegt jetzt zwischen 40 und 50 Prozent gegenüber 20 bis 30 Prozent vor dem Auftreten des Corona-Virus`. Die Mehrheit der Mieter (89 Prozent) sieht das Büro als Ort für Kreativität, Innovation, Austausch und mögliche Treffen.

    „Der Zweck des Büros verändert sich, aber die Mieter haben sich noch nicht vollständig an die neue Arbeitsweise angepasst“, kommentiert David Smith, Head of Americas Insights, Global Research, C&W. „Das Büro dient nicht dazu, die Mitarbeiter zu kontrollieren, und viele Mitarbeiter benötigen das Büro nicht, um produktiv zu sein. Es ist vielmehr ein Treffpunkt mit Kunden, ein Ort für Kreativität, Innovation und Synergien sowie für Lernen und Entwicklung. Derzeit glauben etwa die Hälfte der Mieter, dass ihre Büros diese Zwecke erfüllen.“

    Die vollständige Studie finden Sie zum Download hier: https://www.cushmanwakefield.com/de-de/germany/insights/what-occupiers-want

  • Dreigeschossiger Holzbau für neues Ausbildungszentrum im Meiersboda

    Dreigeschossiger Holzbau für neues Ausbildungszentrum im Meiersboda

    Mit einem Wettbewerb suchte der Kanton ein Projekt, bei dem Nachhaltigkeit als integraler Bestandteil, verbunden mit hochwertiger Architektur umgesetzt wird. Sechs Planerteams stellten sich der Aufgabe, für das neue Ausbildungszentrum des Zivilschutzes im Meiersboda auf dem Gemeindegebiet Churwalden ein Projekt zu planen und dabei die Zielsetzung von Netto-Null-Treibhausgasemissionen anzustreben. Aspekte wie Kreislauffähigkeit, optimiertes Mikroklima, solare Stromproduktion und Energiespeicherung sollten dabei ebenfalls in die Planung miteinbezogen werden. 

    Einstimmiger Entscheid 
    Das Preisgericht setzte sich intensiv mit den eingegangenen Vorschlägen auseinander und entschied sich einstimmig für das Siegerprojekt «ZicZAC». Das Projekt stammt vom Generalplaner-/Architektenteam atelier tsu GmbH aus Chur und studiospazio/bersa inc. in Zürich. Ihr Projekt sieht einen dreigeschossigen Holzbau vor. Dieser überzeugte das Preisgericht vor allem durch seine klare Grundstruktur, den Einsatz natürlicher Baumaterialien, einfache Konstruktionsprinzipien, das Low-Tech-Haustechnikkonzept sowie die hohe innere Nutzungsflexibilität. Als Gesamtsystem entwickelt, bietet das Projekt eine ideale Ausgangslage, um auch langfristig den sich ändernden Bedürfnissen gerecht zu werden. 

    «Dieses Projekt erfüllt alle gewünschten Anforderungen in sehr hohem Masse und überzeugt mit seinem ganzheitlichen und zukunftsorientierten Ansatz für nachhaltiges Bauen», sagt die Vorsitzende des Preisgerichts, Regierungsrätin Carmelia Maissen, Vorsteherin des Departements für Infrastruktur, Energie und Mobilität. 

    Ersatzneubau statt Gesamtsanierung 
    Das neue Ausbildungszentrum Meiersboda mit Verpflegungs-, Unterrichts- und Unterkunftsbereich soll das heutige Schul- und Unterkunftsgebäude ersetzen, das in den Jahren 1975/76 erstellt wurde. Nach bald 50 Jahren Betriebszeit ist aus wirtschaftlichen, betrieblichen und Nachhaltigkeitsgründen ein Ersatzneubau notwendig. Eine Nutzwertanalyse sowie CO2- und Nachhaltigkeitsberechnungen ergaben, dass ein Ersatzneubau des Schul- und Unterkunftsgebäudes am gleichen Standort Vorteile gegenüber einer Gesamtsanierung aufweist. 

    Das neue Ausbildungszentrum Meiersboda soll die moderne Übungsanlage ergänzen, die für den Zivilschutz und dessen Partnerorganisationen fertiggestellt wurde. Der Ersatzneubau wird mit der bestehenden Lager- und Instruktionshalle sowie der Werkstatt das Areal Meiersboda vervollständigen. 

    Bezug im Frühling 2027 
    Nach Vorliegen des ausgearbeiteten Bauprojekts soll der Grosse Rat die entsprechende Baubotschaft anlässlich der Aprilsession 2024 beraten. Bei einer Zustimmung durch das Parlament würde im September 2024 das Geschäft der Bündner Stimmbevölkerung zur Genehmigung unterbreitet. Der Baubeginn ist für Frühling 2025 vorgesehen, der Bezug des neuen Ausbildungszentrums für Frühling 2027 geplant.

  • The Valley Kemptthal: Industrie trifft Moderne

    The Valley Kemptthal: Industrie trifft Moderne

    Am Anfang von The Valley steht eines der bekanntesten «Start-ups» der Schweiz: 1872 gründete Julius Maggi auf dem damals noch wenig bebauten Areal im Kemptthal das Unternehmen J. Maggi & Cie und baute das Areal in den Jahren danach schrittweise aus. 1886 entwickelte er die Maggi-Würze – die weltbekannt wurde.

    Seither ist viel passiert. 1947 fusionierte Maggi mit Nestlé. 2002 übernahm Givaudan von Nestlé das Aromageschäft mit den dazugehörigen Liegenschaften im Kemptthal. 2003 wurde die Maggi-Produktion grösstenteils nach Deutschland verlagert. 2017 verkaufte Givaudan zwei Drittel des Areals an den Immobilienentwickler Mettler2Invest.

    Seit Anfang 2018 entwickeln die Metler2-Invest und die Motorworld Group das Areal mit dem gemeinsamen Unternehmen MA Kemptthal Besitz AG, basierend auf einem Masterplan des Architekturbüros Ernst Niklaus Fausch Partner.

    Seit 2019 hat das Areal einen neuen Namen: The Valley. Es umfasst heute Büro-, Gewerbe- und Produktionsflächen. Aktuell arbeiten hier 1100 Menschen in über 130 Unternehmen. Das Areal ist geprägt von einem modernen Dorfcharakter. Es gibt hier unter anderem eine Post, eine Bäckerei, zahlreiche Restaurants, Bars, Läden, Gesundheitspraxen, Kunstateliers, ein Carsharing-Unternehmen für Geschäftsfahrzeuge und ein Fitnesscenter.

    Auch heute noch spielen Lebensmittel auf dem Areal eine wichtige Rolle – im Valley soll sich ein hochwertiges Foodcluster entwickeln. Viele der ansässigen Unternehmen produzieren oder entwickeln Lebensmittel: So zum Beispiel der bekannte Hersteller von pflanzlichen Fleischersatzprodukten Planted, eine Auftragskäserei, eine Schoggi-Manufaktur, ein Bouillon-Hersteller und eine Kaffeebrauerei. Auch Givaudan mit ihrem hochspeziallisierten Forschungszentrum und Nestlé mit Detailhandel-shop sind noch auf dem Gebiet vertreten. Bis 2025 entstehen in einem ersten Neubau Laborplätze zur Foodentwicklung und mit The Cultured Hub (Migros, Bühler, Givaudan) ein hochspezialisiertes Forschungszentrum zur Herstellung von Fleisch aus tierischen Zellen.

    The Valley liegt direkt am Bahnhof Kemptthal.

    Ein zweiter thematischer Schwerpunkt von The Valley liegt auf Motorfahrzeugen. Die Motorworld Manufaktur Region Zürich im Herzen des Areals ist ein Treffpunkt für Menschen mit Leidenschaft zur klassischen und hochwertigen Mobilität. Verschiedene Veranstaltungsräume zwischen Oldtimern, Supercars und Elektrorennern sind Dreh- und Angelpunkt für Mobilitätsthemen und bieten Platz für zahlreiche Events.

    Mit Veranstaltungen wollen die Verantwortlichen denn auch das Areal, das mit einem eigenen Bahnhof und dem nahen Autobahnanschluss zwar gut erreichbar ist, jedoch nicht direkt an eine Stadt grenzt, stunden- und tageweise beleben. Dazu haben sie eine eigene Eventfirma gegründet. Das Areal bietet Eventflächen auf 10 bis 10’000 Quadtratmetern für Seminare, Kongresse, Lesungen, Meetings, Bankette, Konzerte, Märkte und Festivals. Als Rahmenprogramm sind zum Beispiel Führungen, verschiedene Teambuilding-Aktivitäten oder Fahrten in Rennsimulatoren möglich.

    Seit 2018 werden die historischen, denkmalgeschützten Industriebauten aufwändig saniert und mit zusätzlichen Neubauten, die sich architektonisch in den historischen Gebäudebestand einfügen, ergänzt. Aktuell wird eine der bestehenden Hallen als Veranstaltungshalle ausgebaut, und der erste Neubau geht diesen Frühling in Realisierung.

    Ein Parkhaus auf einem angrenzenden Grundstück ist aktuell in der Bewilligungsphase. Eine Fussgängerbrücke soll es später mit dem Valley Square – dem zentralen Platz des Areals – verbinden. Ebenfalls geplant ist ein Hotel in einem der bestehenden Gebäude. Für die zonenfremde Nutzung läuft auf kantonaler Ebene derzeit eine entsprechende Anpassung des Richtplans.

    Ein weiterer Neubau könnte ab 2026 oder 2027 realisiert werden. Zusätzliche weitere vier Neubauten sind möglich, diese sollen je nach Nachfrage umgesetzt werden.

  • Kollaborative Projektabwicklungsmodelle (IPA, Design Build usw.)

    Kollaborative Projektabwicklungsmodelle (IPA, Design Build usw.)

    SIA-Phasenmodell
    Die gängige Projektabwicklung in der Schweiz ist auf das Phasenmodell der SIA (Norm 102/112) ausgerichtet. Dieses hierarchische Ablaufprinzip schafft Anreize für den Bauherrn, die Konkretisierung seiner Planung auf mehrere Planungsabschnitte zu verteilen. Planungsaufträge werden dadurch isoliert in Teilphasen betrachtet, Knowhow der Unternehmer erst in der Phase «Ausführung» abgeholt und Risiken auf den letzten Unternehmer in der Kette überwälzt. Anliegen des späteren Betriebs fliessen oft nur in Form von Benchmarks oder schriftlichen Berichten ein.

    Silodenken vs. Kooperation
    Im SIA-Phasenmodell verteidigen die Beteiligten ihre Interessen gegenüber dem Besteller, Architekten oder einem Generalunternehmer. Das Ziel jedes Beauftragten ist es, einen möglichst hohen Gewinn zu erzielen und möglichst wenig Risiken einzugehen. Der Fokus liegt also nicht auf einer gemeinsamen Problemlösung und schon gar nicht auf einem Erfolg des Projekts.

    Lösungsweg kollaborative Projektabwicklungsmethodik
    Die Lösung liegt in einem Kulturwandel, in veränderten Prozessen und in einer auf Anreize und Motivation ausgelegten Vertragsregelbildung.

    Sogenannte kollaborative bzw. integrierte Projektabwicklungsmethoden (IPA) setzen auf eine partnerschaftliche Abwicklung des Projekts und auf einen frühzeitigen Einbezug des Knowhows für alle Schlüsselgewerke. Teams aus Planung, Engineering, Ausführung und Betrieb entwickeln gemeinsam Lösungsansätze und suchen den geeignetsten Weg zur Erfüllung der Zielvorgaben. Gleichzeitig werden die Projektrisiken gesamthaft evaluiert und aktiv gemanagt. Gearbeitet wird nach dem Prinzip «best for project», und alle partizipieren an Gewinn und Verlust. Dadurch erhöht sich die Sicherheit in Bezug auf die Umsetzbarkeit und die Wirtschaftlichkeit, und es stellt sich gegenseitiges Vertrauen ein. Dieses Vertrauen ist wiederum die Grundlage für Kreativität und gegenseitige Motivation.

    Schlussgedanken
    Der beschriebene Kulturwandel führt zu einer veränderten Streitkultur. Es geht nicht mehr darum, Risiken auf andere abzuschieben und isolierte Parteiinteressen durchzusetzen. Vielmehr besteht ein anreizgetriebenes Interesse aller Parteien an einer raschen, einvernehmlichen Problemlösung. Damit ändert sich auc

    h die Rolle der involvierten Anwälte. Durchdachte und konfliktvermeidende Verträge sind genauso gefragt wie vorausschauende Einflussnahme auf den Prozess und interessenbezogene Lösungsbeiträge. Für kosten- und zeitintensive Gerichtsverfahren bleibt damit kaum noch Raum.

    Denn am Schluss zählt nur der Erfolg des Projekts und damit des gesamten Teams. Ein Misserfolg innerhalb des Projekts wird so letztlich zum Misserfolg aller und nicht des Letzen, den der Hund resp. der Gegenanwalt beisst.

  • So wird Winterthur zur Smart City

    So wird Winterthur zur Smart City

    In Winterthur hat sich viel getan in den letzten Jahren: Die Bevölkerung ist enorm gewachsen, und die Digitalisierung und Vernetzung wird immer wichtiger. Die Stadt ist aber – wie viele andere urbane Zentren auch – mit Herausforderungen konfrontiert, die zunehmend komplexer und übergreifender werden: Der steigende Kostendruck, überlastete Infrastrukturen oder das Erreichen von Energieeffizienz- und Klimaschutz-Zielen und die Förderung von Innovationen sind einige davon. Mit dem Programm Smart City will sich die Stadt diesen Aufgaben stellen. Der Begriff steht für neue gesamtheitliche städtische Entwicklungsprojekte. Damit soll Winterthur dank der Vernetzung neuer Technologien und Anspruchsgruppen effizienter, fortschrittlicher und nachhaltiger gestaltet werden.

    2018 hat der Winterthurer Stadtrat eine Strategie beschlossen, die Ziele und Themenfelder festlegt, die organisatorische Verankerung und Umsetzung regelt, notwendige Ressourcen für die Planung und Umsetzung definiert wie auch mögliche Projekte und Massnahmen aufzeigt. Mit der Smart City Winterthur soll eine innovative, fortschrittliche und vernetzte Stadt geschaffen werden, die Menschen und Umwelt in den Mittelpunkt stellt. Dank der intelligenten Vernetzung von Infrastrukturen mit modernen Technologien und durch Einbindung von relevanten Anspruchsgruppen sollen diese Ziele erreicht und die Stadt als eine attraktive Kooperationspartnerin für Unternehmen, Bevölkerung und Bildungs- sowie Forschungsinstitute wahrgenommen werden.

    Innovationen innerhalb der Verwaltung sowie am Standort Winterthur sollen gemeinsam mit unterschiedlichen Partnern gefördert werden. Das Programm umfasst wichtige Themen wie Energie, Mobilität, Smart Government, Bildung und Innovation sowie Wohnen, Gesundheit und Alter. Dank eines jährlichen Innovationskredits können Smart-City-Projekte – wie etwa die Klimasimulation am Beispiel der Lokstadt – umgesetzt werden.

    Die Smart-City-Strategie wird aktuell nach rund vierjähriger Erfahrung überarbeitet.

  • Ein Ofen für sichere Holzbauten

    Ein Ofen für sichere Holzbauten

    Ein Hausbrand verläuft nicht immer gleich. Der brennbare Stoff fängt Feuer, die Temperatur nimmt zu, der Brand wächst und breitet sich aus. Das vorhandene Raumvolumen, die Brandlast, die Temperatur und die Sauerstoffkonzentration im Brandraum beeinflussen dessen Verlauf. Wie sich Holzstrukturen in verschiedenen Brandszenarien verhalten, soll die jüngste Anschaffung des Instituts für Baustatik und Konstruktion am Departement Bau, Umwelt und Geomatik der ETH Zürich zeigen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse werden wiederum dabei helfen, die Einsatzmöglichkeiten des sicheren und nachhaltigen Baustoffes Holz zu erweitern. 

    Brandverläufe präzise simulieren 
    Der speziell für Brandsimulationen entwickelte Ofen kostete inklusive Umbaumassnahmen rund 2,5 Mio. Franken, sieht robust aus und ist in der Heizzentrale des Campus Hönggerberg untergebracht. Es handelt sich um einen mit Stahlträgern verstärkten Metallkubus mit einer Brennkammer, die einen Meter hoch, einen Meter breit und knapp 1,7 Meter lang ist. Befeuert wird sie von 10 Gasbrennern, die je zur Hälfte auf den beiden Längsseiten angebracht sind. Sie können den Ofen auf über 1’400 Grad aufheizen. Mit mehreren Kameras ausserhalb der Brennkammer werden die Tests aufgezeichnet und auch die Zusammensetzung der Brandgase lässt sich analysieren. 

    «Wir können die Temperatur im Ofen und ebenso den Sauerstoffgehalt genau einstellen», erklärt Andrea Frangi stolz. Ausserdem können die Holzbauteile oder andere gängige Baumaterialien während der Tests mit bis zu 50 Tonnen belastet werden. Der Professor für Holzbau hat die Beschaffung des Brandsimulators initiiert und dessen Spezifikationen mitbestimmt. «Der Ofen erlaubt es uns, verschiedene Brandverläufe zu simulieren und deren Auswirkung auf die Holzstrukturen zu testen.» 

    Holz als Baustoff ist nachhaltig und sicher 
    Der Holzbau boomt in der Schweiz. Und die Gebäude wachsen. In Regensdorf, Zug, Winterthur und Zürich werden derzeit Holzhochhäuser mit einer Höhe von 75 bis 108 Metern geplant oder befinden sich bereits im Bau. Dass dies überhaupt möglich ist, liegt auch an jahrzehntelanger Forschungsarbeit, wie sie Frangis Gruppe im Brandsimulator betreibt. Neue Bauprodukte und Technologien zur Verbindung von Holzbauteilen ermöglichen zudem immer grössere und ausgefallenere Konstruktionen. 

    Bis 2004 waren hierzulande lediglich ein-​ bis zweistöckige Gebäude mit einer Tragstruktur aus Holz erlaubt. Ab 2005 lag die Grenze bei sechs Stockwerken und seit 2015 gibt es faktisch keine Obergrenze mehr. «Bei den geplanten Hochhäusern handelt es sich sicher um Leuchtturmprojekte», sagt Frangi. «Aber bei mittelhohen Bauten hat sich Holz als Baumaterial längst etabliert und überzeugt durch ein gutes Preis-​Leistungs-Verhältnis, Nachhaltigkeit und Sicherheit». Letzteres mag erstaunen, aber während sich Stahlträger im Brandfall verformen können und dadurch instabil werden, können Holzkonstruktionen länger ihre strukturelle Integrität behalten. 

    Die Tragfähigkeit eines Holzbalkens im Brandfall wird im Wesentlichen durch seine Grösse bestimmt. Brennt der Balken, werden auf den Seiten, die dem Feuer ausgesetzt sind, pro Stunde rund vier Zentimeter des Holzes in Holzkohle umgewandelt. Mögliche Schwachstellen sind Verbindungselemente und konstruktive Details. Um die Einsatzmöglichkeiten des modernen Holzbaus zu erweitern, will Andrea Frangi mit seinem Team das Abbrandverhalten von Holzbauteilen und Verbindungen unter realistischen Bedingungen weiter erforschen. «Der Bausektor verursacht einen grossen Teil der klimaschädlichen Emissionen. Mit unserer Forschung können wir dazu beitragen, dass noch mehr der nachwachsenden und CO2-​speichernden Ressource Holz als Baumaterial verwendet wird.», ist Frangi überzeugt.

  • Raumplanung, das Mass aller Dinge?

    Raumplanung, das Mass aller Dinge?

    Quelle: Schweizerische Eidgenossenschaft

    Tatsächlich sind die kantonalen und kommunalen Planungsinstrumente jedoch unvollständig, starr, rein quantitativ und verfolgen kein dreidimensional entwickeltes Zukunftsbild. Die Folgen sind bekannt: Unstimmige Stadtbilder, zu niedriges Verdichtungspotenzial, wachsendes Verkehrsaufkommen, unkoordinierte infrastrukturelle Anlagen und schliesslich eine unzufriedene Bevölkerung.

    Eine vorausschauende Raumplanung mit neuen Konzepten ist unumgänglich, denn die heutigen trägen Planungsinstrumente der Raumplanung stehen offensichtlich im Widerspruch zum dynamischen Prozess der Stadtplanung und verfehlen bis heute die im RPG definierten Ziele.

    Mit dem Einsatz der bereits vorhandenen GIS-Daten könnten schweizweit, anhand von qualitativen Zukunftsszenarien, vorausschauend die potenziellen Auswirkungen auf sämtliche relevante Themen wie Innenverdichtung, Flächennutzung, Verkehr, Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und viele weitere, visualisiert, bewertet und partizipativ kommuniziert werden – und zwar über die kantonalen Grenzen hinaus.

    Gebäude im Kontext der Raumplanung
    Die Raumplanung schafft denn auch die Rahmenbedingungen für die Entwicklung von Quartieren und letztlich des Gebäudebestands. Redet man von nachhaltigen Gebäuden, so greift die isolierte Betrachtung und reine Fokussierung auf deren Substanz zu kurz. Gebäude sind in ihrem Kontext und somit unter Berücksichtigung ihres Beitrags zur Reduktion des Verkehrsaufkommens, zur Verdichtung sowie zur sozialen Integration zu verstehen. Dieser Logik folgend sind in der Schweiz die beiden Standards SNBS Hochbau fürs Bauen und SSREI für den Bestand entwickelt worden. Beide sind in ihrer inhaltlichen Ausprägung im internationalen Vergleich stets einzigartig.

    Quelle www.ssrei.ch

  • Binding Preis für Biodiversität 2023 erhält Ökoquartier in Lausanne

    Binding Preis für Biodiversität 2023 erhält Ökoquartier in Lausanne

    Die Arealentwicklung «Pra Roman» der Genossenschaft Codha und des Vereins «Sur le Pra» hat den Binding Preis für Biodiversität 2023 gewonnen, weil die Überbauung die ökologischen wie sozialen Vernetzungsfunktionen für das Quartier und die Stadt äusserst vorbildhaft übernimmt und das Projekt von Anfang an partizipativ angegangen wurde. Der Preis 2023 war zum Jahresthema «wegweisende Arealentwicklungen» ausgeschrieben worden.

    Lebensräume ökologisch vernetzt
    Die Siedlung «Pra Roman» mit zwölf Mehrfamilienhäusern auf einer Fläche von 22’000 Quadratmetern liegt an der Peripherie von Lausanne. Bei der Arealüberbauung vom Jahr 2020 wurde die Umgebung vorbildlich in die Planung und Erstellung miteinbezogen. So schuf die Preisträgerin etwa wechselfeuchte Wildkorridore mit integrierten Kleinstrukturen für Amphibien und Kleinsäuger und zur Förderung der Wildpflanzen. Dieses Bewusstsein, Verantwortung für die ökologische Vernetzung in einem grösseren System zu übernehmen, ist zentral für die Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum.

    Bewohnerschaft in Planung miteinbezogen
    Die Sensibilisierung der Bewohnerschaft zur Biodiversitätsförderung war von Anfang an ein wichtiger Teil des Projektes «Pra Roman». Codha, die Bauherrin und Genossenschaft für gemeinnütziges Wohnen, initiierte zu Beginn der Planungsphase den Verein «Sur le Pra» und entwickelte einen partizipativen Prozess. Zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner trafen sich schon früh zu Bauplatzrundgängen oder Naturbeobachtungen und entwarfen mit hoher Gestaltungsfreiheit in Workshops ihre naturnahen Aussenräume, die sie später eigenständig realisierten. Die Bauherrin unterstützte sie dabei finanziell.

    Gemüsegarten ermöglicht Begegnung und Sensibilisierung
    Eine dieser Grünflächen ist der Gemeinschafts-Gemüsegarten. Hier tauscht man sich aus und lernt die Natur als Lebensgrundlage kennen. Die Kultur der nachhaltigen Lebensweise und Landnutzung zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Projekt «Pra Roman». Die umliegenden Ökosysteme werden beobachtet, in ihrer Vielfalt nachgeahmt und mit dem Siedlungsraum verbunden.

    «Wir sind überzeugt, dass dieses ausgezeichnete Beispiel weitere Immobilienentwickelnde ermutigt, Biodiversität früh mitzudenken und viele Menschen einzubeziehen», sagt Peter Lehmann, Vizepräsident der Jury des Preises.

    Anerkennungspreis geht an das Projekt Areal Bach in St. Gallen
    Neben dem Hauptpreis vergibt die Stiftung für kleinere Areale den mit 25’000 Franken dotierten Anerkennungspreis. Das Areal Bach, eine Zwischennutzung beim Bahnhof St.Fiden in St.Gallen, erhält diesen Preis, weil es eindrücklich das Potenzial der vielen brach liegenden Flächen in den Städten aufzeigt. Der Verein Areal Bach hat mit seinem Durchhaltewillen und Engagement Widerstände überwunden, die Chance gepackt und gemeinsam mit der Bevölkerung die Flächen ökologisch aufgewertet und mit kreativen Ideen belebt. Er hat es geschafft viele Akteure mit ins Boot zu holen, um so ein gemeinschaftlich getragenes, vielfältiges Projekt zu realisieren. Aus einem Unort entstand eine grüne Oase auf Zeit, die die Grundlagen für Biodiversität und Aufenthaltsqualität für die Planung einer zukünftigen Arealentwicklung schaffen kann.

  • Siegerprojekt für Bahnhofareal Horgen Oberdorf steht fest

    Siegerprojekt für Bahnhofareal Horgen Oberdorf steht fest

    Auf dem rund 2 100 Quadratmeter grossen Bahnhofareal Horgen Oberdorf plant die SBB neuen Wohn- und Geschäftsraum und eine moderne Verkehrsdrehscheibe. Mit einem Studienauftrag hat die SBB ein städtebaulich überzeugendes und nachhaltiges Projekt für das Areal gesucht. Eine Jury aus externen Fachexpertinnen, Vertretern der Auftraggeber sowie der Gemeinde hat nun das Siegerprojekt erkoren. Das Siegerteam – bestehend aus Galli Rudolf Architekten AG, Westpol Landschaftsarchitektur und Schnetzer Puskas Ingenieure AG – lieferte das überzeugendste Gesamtkonzept: Das Planungsteam berücksichtigt mit seinem Vorschlag die örtlichen Gegebenheiten und bringt Freiraum und Städtebau gekonnt zusammen. Die Jury lobt in ihrem einstimmig getroffenen Entscheid die Art und Weise, wie sich der aus unterschiedlichen Volumen bestehende Baukörper in das Ortsbild einfügt. Das Projekt nimmt die Strukturen des talseitigen Quartiers und jene des Quartiers südlich der Neugasse auf. 

    45 Wohnungen mit gemeinschaftlichen Dachgärten  
    Die Basis der neuen Überbauung bildet ein Sockelgeschoss, das den Bahnhof in seiner ganzen Länge überdacht und verbindet. Darüber sind fünf Gebäude mit seeseitig orientierten Wohn- und Geschäftsräumen angeordnet. Auf dem Dach des Geschäftshauses wird eine Photovoltaikanlage installiert, auf den vier Wohnhäusern entstehen gemeinschaftliche Dachgärten. Die Gebäudezwischenräume werden zu privaten Grünflächen. Die Gebäudehülle nimmt mit ihrem Fassadenraster aus Holzrahmen- und Photovoltaikelementen Bezug auf das am Hang gelegene Industrieareal Schweiter. Auf Ebene der Gleise sorgt eine spezielle statische Konstruktion für einen stützen- und damit hindernisfreien Raum, von dem der Personen-, Bus- und Taxiverkehr profitiert. Zwei Sockelbauten bieten den Reisenden und Bahnhofbesuchern Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie. Der neue Bahnhofplatz erhält ein Restaurant/Café sowie Sitzgelegenheiten. Eine Baumreihe mit Sitzbänken und Warteunterständen entlang der Hangkante fassen den Platz und erzeugen so eine Dorfplatzatmosphäre. Mit der Treppe zwischen Bahnhofplatz, Stadtterrasse und Passerelle entsteht eine neue Quartierverbindung. Die Oberdorfstrasse wird zur Begegnungszone umgestaltet und erhält seeseitig ein breiteres Trottoir. Dies erhöht die Sicherheit für den Fuss- und Veloverkehr und erleichtert die Querung. 

    Mit der Überbauung am Bahnhof Horgen Oberdorf schafft die SBB an bestens erschlossener Lage rund 45 Wohnungen, davon einen Drittel im preisgünstigen Segment. Die Wohnungsgrössen variieren zwischen 1.5 und 4.5 Zimmern. Für Gastronomie und Verkauf stehen circa 240 Quadratmeter zur Verfügung, für Dienstleistungen 750 Quadratmeter. 20 P+R-Parkplätze, rund 100 Bike+Rail-Abstellplätze sowie zwei Taxistandplätze ermöglichen ein bequemes Umsteigen zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln. Die Gebäude werden nach den Vorgaben der DGNB-Nachhaltigkeitsstandards errichtet. Mit einer Umsetzung ist voraussichtlich ab Ende 2025 zu rechnen. 

    Öffentliche Projektausstellung in der Gemeindeverwaltung 
    Die Wettbewerbseingaben werden für die interessierte Öffentlichkeit ausgestellt: am 25. Mai 2023 bis 2. Juni 2023 jeweils zu den Öffnungszeiten in der Gemeindeverwaltung Horgen, Bahnhofstrasse 10, 8810 Horgen. 

  • Bundesrat beantragt 218,1 Millionen für zivile Bundesbauten

    Bundesrat beantragt 218,1 Millionen für zivile Bundesbauten

    Das grösste einzelne Bauvorhaben in der Immobilienbotschaft 2023 ist die Sanierung und Erweiterung des Gewächshausareals Reckenholz (ZH). 29,5 Millionen Franken sind hierfür veranschlagt. 21,1 Millionen Franken werden für die Erweiterung der Verbindungsebene beim Verwaltungszentrum Liebefeld (Köniz, BE) beantragt. Weiter soll in Kameruns Hauptstadt Yaoundé ein Neubau für die Kanzlei und die Residenz der Schweizer Vertretung gebaut werden. Der Verpflichtungskredit dafür beträgt 27,5 Millionen Franken. 

    Sanierung und Erweiterung des Gewächshausareals Reckenholz 
    Reckenholz ist eines der beiden regionalen Forschungszentren von Agroscope. Die dortigen äusseren Gewächshäuser sowie die Haustechnik im Betriebsgebäude haben das Ende ihres Lebenszyklus überschritten. Die Gewächshäuser werden durch energieeffiziente und flexibel nutzbare klimatisierte Forschungskammern ersetzt. Die Haustechnik im Betriebsgebäude wird saniert und an die neuen Anforderungen angepasst. 

    Erweiterung der Verbindungsebene beim Verwaltungszentrum Liebefeld 
    Der Campus Süd in Liebefeld gliedert sich in mehrere Verwaltungs- und Laborgebäude für das Bundesamt für Gesundheit (BAG), das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) sowie das Eidgenössische Institut für Metrologie (METAS). 2025 wird das Kompetenzzentrum für landwirtschaftliche Forschung (Agroscope), das Teil des BLW ist, nach Posieux umziehen. Dies ermöglicht eine Weiterentwicklung des Campus ab 2026. Als Vorbereitung dafür sowie um mobil-flexible Arbeitsformen einzuführen, soll die unterirdische Verbindungsebene erweitert werden. Damit können bestehende und allfällige im Rahmen der Weiterentwicklung hinzukommende Gebäude besser räumlich und technisch verbunden sowie in das Zutritts- und Sicherheitskonzept eingebunden werden. 

    Neubau der Kanzlei und der Residenz Yaoundé 
    Die Schweizer Vertretung in Kamerun ist derzeit in gemieteten Gebäuden untergebracht. Auf einer bundeseigenen Parzelle soll nun eine flexible und funktionale Botschaftsinfrastruktur erstellt werden. Der Neubau vereinfacht die funktionalen Abläufe zwischen der Kanzlei, der Residenz sowie einer Dienstwohnung, welche sich neu am selben Standort befinden. Dies ermöglicht Synergien beim Sicherheitskonzept sowie den technischen Infrastrukturen und erlaubt eine multifunktionale Nutzung beispielsweise der repräsentativen Räumlichkeiten. 

    Weitere Immobilienvorhaben 2023 
    Einen weiteren Verpflichtungskredit von 140 Millionen verwendet das Bundesamt für Bauten und Logistik (BBL) für nicht einzeln spezifizierte Vorhaben unter einem Betrag von 10 Millionen Franken, für nicht planbare oder dringliche Liegenschaftskäufe sowie für die Projektierung von zu­künftigen Immobilienbotschafts-Projekten.