Kategorie: Bauwirtschaft

Bauwirtschaft – Immobiliennews zu Baukosten, Projekten, Materialien & Entwicklungen in der Schweizer Bau- und Immobilienwirtschaft.

  • Baumeisterverband fordert Erhöhung des Schwellenwertes auf acht Prozent

    Baumeisterverband fordert Erhöhung des Schwellenwertes auf acht Prozent

    Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO spricht in einem am Freitag veröffentlichten Bericht zur Stellenmeldepflicht Klartext: «Die Entwicklung der Arbeitslosenquote wirkt sich mit einer zeitlichen Verzögerung auf die Anzahl der meldepflichtigen Berufsarten aus.(…) Damit unterstanden zu Zeiten historisch tiefer Arbeitslosigkeit insbesondere in der zweiten Jahreshälfte 2022 relativ viele Berufsarten der Stellenmeldepflicht.» Mit Folgen für verschiedene Branchen wie das Bauhauptgewerbe. «Durch die gleichzeitig erhöhte Nachfrage an Arbeitskräften kamen verschiedene Bereiche des Arbeitsmarktes in eine Phase des Fach- und Arbeitskräftemangels», heisst es im SECO-​Bericht «Vollzugsmonitoring Stellenmeldepflicht» weiter. Eine Situation, die sich erst wieder beruhigt hat, seit per 1. Januar 2023 die Liste der meldepflichtigen Berufsarten auf ein praxistaugliches Mass zusammengekürzt worden ist und sich damit die Reichweite der Stellenmeldepflicht mehr als halbiert hat. 

    Der Schweizerische Baumeisterverband SBV nimmt des Weiteren zur Kenntnis, dass die Stellenmeldepflicht technisch grundsätzlich funktioniert und der ihr zugrunde liegende Informationsvorsprung von Stellensuchenden auch für die Wirtschaft Vorteile bietet – vorausgesetzt, die Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) können für offene Stellen auch wirklich Dossiers geeigneter Kandidatinnen und Kandidaten an die Unternehmen weiterleiten. Denn wiederholt hat die Vergangenheitsperspektive dazu geführt, dass etliche Berufsarten mit klar ersichtlichem Fachkräftemangel meldepflichtig waren. Mit Folgen gerade im Bauhauptgewerbe: Für Stellen als Betonbauer, Zementierer oder jene Sammelkategorie die «Sonstige Berufe des Bauhauptgewerbes» umfasst. hat die Wahrscheinlichkeit auf eine erfolgreiche Vermittlung bloss 1,5 bis 2 Prozent betragen, dies gemäss Schätzungen des Instituts für Wirtschaftsstudien Basel. Angesichts dieser verschwindend geringen Erfolgsaussichten beklagen die Baufirmen zu Recht den hohen Aufwand, den die Meldung einer Stelle an das RAV mit sich bringt. 

    Korrekturen am System Stellenmeldepflicht nötig 
    Umso wichtiger ist es, dass die Motion «Stellenmeldepflicht. Wiedereinführung eines praxistauglichen Schwellenwertes» des Städterats Erich Ettlin, die im SECO-​Bericht als einer von mehreren politischen Vorstössen zur Stellenmeldepflicht erwähnt wird, nun im Parlament rasch behandelt und verabschiedet wird. Liegt der Schwellenwert wie von der Motion gefordert künftig bei acht statt fünf Prozent, ist die Gefahr verzerrender zeitlicher Effekte viel geringer. Der SBV unterstützt ebenfalls Ansätze, welche die Erhebungsmethodik für den massgebenden Prozentsatz qualitativ verbessern und verstärkt digitale Hilfsmittel einsetzen.

  • Schänzli-Areal: Siegerprojekt liegt vor

    Schänzli-Areal: Siegerprojekt liegt vor

    Die Gemeinde Muttenz verfolgt im Gebiet Hagnau-Schänzli seit Jahren konsequent die Strategie, Siedlung und Landschaft gemeinsam zu entwickeln. Die Stimmbevölkerung honorierte dieses Vorgehen und beschloss 2018 die drei zusammenhängenden Quartierplanungen Schänzli, Hagnau Ost und Hagnau West. «Damit wir die hohe planerische Sorgfalt weiterführen und ein gestalterisch, ökologisch und gewässerbaulich beispielhaftes Schänzli-Projekt in Angriff nehmen können, lancierten wir einen Studienauftrag», erklärt Gemeinderat Thomi Jourdan, Vorsteher Departement Hochbau und Planung. Von Oktober 2022 bis März 2023 erarbeiteten fünf ausgewählte Teams mit unterschiedlichen Fachpersonen der Bereiche Landschaftsarchitektur, Ökologie und Wasserbau sehr unterschiedliche Vorschläge, wie das Schänzli künftig aussehen, funktionieren und gepflegt werden könnte. «Ich freue mich, dass sich die Jury, in der auch die Gemeinde vertreten war, mit «Aqua fera» einstimmig für das überzeugendste dieser Projekte entschieden hat», sagt Jourdan. Es stammt aus der Feder des Teams Berchtold.Lenzin Landschaftsarchitekten GmbH, Basel, Versaplan GmbH, Zürich sowie Holinger AG, Basel/Bern und soll nun weiterbearbeitet bzw. zur Ausführung gebracht werden. Die Umsetzung wird massgeblich über eine privatrechtlich vereinbarte Infrastrukturabgabe der Hagnau-Eigentümerschaft finanziert. Das rund 74’000 Quadratmeter umfassende Areal selbst übernahm die Gemeinde vom Kanton im Baurecht. 

    Wilde Wasser, erlebbare Natur 
    «Aqua fera» bedeutet «wilde Wasser» und der Name ist Programm: Das Projekt befreit die Birs aus ihrem engen Korsett und gibt ihr möglichst viel Gestaltungsfreiheit zurück. «Toll ist, dass wir endlich auch in Muttenz einen attraktiven Bade- und Spielzugang an die Birs erhalten», freut sich Jourdan. Gleichwohl werde der Grundwasserschutz garantiert und auf die Bedürfnisse der Fische eingegangen. Für letztere entstehen u. a. abgeschirmte Flachwasserzonen und eine Niederwasserrinne, die ihre Vernetzung auch in den Sommermonaten sicherstellt. «Entlang dieser Auenlandschaft reihen sich unterschiedliche Zonen an- und nebeneinander. Ihre Nutzungsintensität wird dank einer clever gewählten Gliederung und Bepflanzung subtil gesteuert», erklärt Jourdan. Im Nordteil, bei der Tramschlaufe, ist mit einer Buvette aus Stampflehm, WC-Anlagen und einer Fläche für Kleinveranstaltungen durchaus eine grössere Anzahl von Besuchenden willkommen. Gegen Süden und das Schutzgebiet «Vogelhölzli» hin soll sich deren Verteilung langsam ausdünnen. Dafür sorgt auch eine klare Besucherlenkung, die beispielsweise über Holzstege und geordnete Asthaufen («Benjeshecken») erfolgt. Dadurch werden ökologisch wertvolle Flächen geschützt und es bleiben trotz naturdominiertem Bereich faszinierende Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt möglich.  

    Bevölkerung miteinbeziehen
    Sowohl für Mensch und Tier sorgt ein zur Autobahn hin sanft aufsteigender Wall für Lärmschutz.Neben der Erschliessung über die bestehende Velobrücke und von den Hagnau-Arealen her, könnte über diese Anhöhe auch eine neue Verbindung in das Käppeli-Quartier entstehen. Doch bis es so weit ist, steht noch einiges an Planungsarbeit an. «Dazu werden wir die Bevölkerung und Interessenvertretungen, wie bereits im Quartierplanungsprozess, miteinbeziehen», versichert Jourdan. In einem ersten Schritt präsentiert der Gemeinderat der Öffentlichkeit dafür am 25. Mai 2023 die detaillierten Ergebnisse der Projektstudie und legt der Gemeindeversammlung am 13. Juni 2023 einen Planungskredit über CHF 975’000 vor.

    Die Gemeinde Muttenz verfolgt im Gebiet Hagnau-Schänzli seit Jahren konsequent die Strategie, Siedlung und Landschaft gemeinsam zu entwickeln. Die Stimmbevölkerung honorierte dieses Vorgehen und beschloss 2018 die drei zusammenhängenden Quartierplanungen Schänzli, Hagnau Ost und Hagnau West. «Damit wir die hohe planerische Sorgfalt weiterführen und ein gestalterisch, ökologisch und gewässerbaulich beispielhaftes Schänzli-Projekt in Angriff nehmen können, lancierten wir einen Studienauftrag», erklärt Gemeinderat Thomi Jourdan, Vorsteher Departement Hochbau und Planung. Von Oktober 2022 bis März 2023 erarbeiteten fünf ausgewählte Teams mit unterschiedlichen Fachpersonen der Bereiche Landschaftsarchitektur, Ökologie und Wasserbau sehr unterschiedliche Vorschläge, wie das Schänzli künftig aussehen, funktionieren und gepflegt werden könnte. «Ich freue mich, dass sich die Jury, in der auch die Gemeinde vertreten war, mit «Aqua fera» einstimmig für das überzeugendste dieser Projekte entschieden hat», sagt Jourdan. Es stammt aus der Feder des Teams Berchtold.Lenzin Landschaftsarchitekten GmbH, Basel, Versaplan GmbH, Zürich sowie Holinger AG, Basel/Bern und soll nun weiterbearbeitet bzw. zur Ausführung gebracht werden. Die Umsetzung wird massgeblich über eine privatrechtlich vereinbarte Infrastrukturabgabe der Hagnau-Eigentümerschaft finanziert. Das rund 74’000 Quadratmeter umfassende Areal selbst übernahm die Gemeinde vom Kanton im Baurecht. 

    Wilde Wasser, erlebbare Natur 
    «Aqua fera» bedeutet «wilde Wasser» und der Name ist Programm: Das Projekt befreit die Birs aus ihrem engen Korsett und gibt ihr möglichst viel Gestaltungsfreiheit zurück. «Toll ist, dass wir endlich auch in Muttenz einen attraktiven Bade- und Spielzugang an die Birs erhalten», freut sich Jourdan. Gleichwohl werde der Grundwasserschutz garantiert und auf die Bedürfnisse der Fische eingegangen. Für letztere entstehen u. a. abgeschirmte Flachwasserzonen und eine Niederwasserrinne, die ihre Vernetzung auch in den Sommermonaten sicherstellt. «Entlang dieser Auenlandschaft reihen sich unterschiedliche Zonen an- und nebeneinander. Ihre Nutzungsintensität wird dank einer clever gewählten Gliederung und Bepflanzung subtil gesteuert», erklärt Jourdan. Im Nordteil, bei der Tramschlaufe, ist mit einer Buvette aus Stampflehm, WC-Anlagen und einer Fläche für Kleinveranstaltungen durchaus eine grössere Anzahl von Besuchenden willkommen. Gegen Süden und das Schutzgebiet «Vogelhölzli» hin soll sich deren Verteilung langsam ausdünnen. Dafür sorgt auch eine klare Besucherlenkung, die beispielsweise über Holzstege und geordnete Asthaufen («Benjeshecken») erfolgt. Dadurch werden ökologisch wertvolle Flächen geschützt und es bleiben trotz naturdominiertem Bereich faszinierende Einblicke in die Tier- und Pflanzenwelt möglich.  

    Bevölkerung miteinbeziehen 
    Sowohl für Mensch und Tier sorgt ein zur Autobahn hin sanft aufsteigender Wall für Lärmschutz.Neben der Erschliessung über die bestehende Velobrücke und von den Hagnau-Arealen her, könnte über diese Anhöhe auch eine neue Verbindung in das Käppeli-Quartier entstehen. Doch bis es so weit ist, steht noch einiges an Planungsarbeit an. «Dazu werden wir die Bevölkerung und Interessenvertretungen, wie bereits im Quartierplanungsprozess, miteinbeziehen», versichert Jourdan. In einem ersten Schritt präsentiert der Gemeinderat der Öffentlichkeit dafür am 25. Mai 2023 die detaillierten Ergebnisse der Projektstudie und legt der Gemeindeversammlung am 13. Juni 2023 einen Planungskredit über CHF 975’000 vor.

  • Unter Wachstumsdruck

    Unter Wachstumsdruck

    Das Problem ist erkannt: Mehr Menschen, die gleichzeitig immer mehr Wohnfläche pro Kopf wollen. Bis 2040 sollen in der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik exakt 10’015’400 Einwohnerinnen und Einwohner leben. Der Raum ist knapp. Lösungen für eine nachhaltige und qualitätsvolle Siedlungsentwicklung sind weder einfach, noch sind sie kurzfristig zu realisieren. 

    Andres Herzog, Architekt und Redaktor der Zeitschrift Hochparterre, zeigt in seinem Artikel anhand von Beispielen aus der Stadt, Agglomeration und dem Dorf auf, wie eine höhere Dichte möglich ist und gleichzeitig baukulturelle Qualitäten erhalten und neu geschaffen werden können. Balz Halter, Verwaltungsratspräsident der Halter AG, betont die Bedeutung einer parzellenübergreifenden Stadtplanung. Der Wirtschaftswissenschafter und Glücksforscher Mathias Binswanger plädiert im Interview für Mässigung und damit weniger Wohnfläche pro Kopf. Er sagt aber auch klipp und klar: Ohne Wachstum laufen wir direkt in die Krise. 

    Während Jahrzehnten haben wir uns geübt im Bauen auf der grünen Wiese. Das ging insbesondere in Zeiten tiefer Zinsen einfach und schnell. Die Konsequenzen im Raum sind augenfällig und schmerzhaft. Von dieser Kultur des Bauens müssen wir wegkommen. Verdichten heisst nicht Tabula rasa. Bauen im Bestand, also dort bauen und erhalten, wo bereits viele Menschen leben und sich wohl fühlen, ist die neue Disziplin. Qualitätsvolle Innenentwicklung wird zum Massstab aller Bau- und Planungsämter. Dazu 

    gehört auch ein achtsamer Umgang mit schützenswerten Bauten und Freiräumen, denn ein solcher schafft im besten Falle mehr Lust auf Dichte.

  • Schweizweite Premiere: Brandversuche an wandgebundener Grünfassade

    Schweizweite Premiere: Brandversuche an wandgebundener Grünfassade

    Begrünte Fassaden können zur Verbesserung des Mikroklimas in der Stadt beitragen, die Wärmeregulierung im Gebäude unterstützen und die Biodiversität fördern. In Bezug auf das Brandverhalten besteht jedoch noch eine grosse Wissenslücke. Um diese zu schliessen, haben Forschende des Instituts für Holzbau, Tragwerke und Architektur IHTA der Berner Fachhochschule BFH zwei Brandversuche an wandgebundenen begrünten Fassaden durchgeführt.  

    Die Versuchsanordnung bestand aus einem mehrgeschossigen Aussenwandelement mit zwei vollen und zwei nur teilweise ausgebildeten Geschossen. Im unteren Teil des Wandelements platzierten die Forschenden eine nach vorne geöffnete Brandkammer. So konnten sie den Flammenaustritt aus einem Fenster simulieren, wie er nach dem sogenannten Flash-Over – der plötzlichen Entwicklung eines kleinen Feuers zu einem grossen Brand – auftritt. Die Versuche wurden in grösstmöglicher Anlehnung an die Prüfbestimmung für Aussenwandbekleidungssysteme der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF (2016) auf dem Areal des Dynamic Test Center der BFH-TI in Vauffelin durchgeführt.  

    Auf der Basis der Resultate ist es möglich, das Brandverhalten von wandgebundenen Grünfassaden für Gebäude mittlerer Höhe zu bewerten und den Aufbau von Aussenwandbekleidungssystemen für die Zulassung zu optimieren. Die Versuche waren Teil eines mehrjährigen Forschungsprojekts.

  • Zweite Röhre Gotthard-Tunnel: erste Tunnelbohrmaschine «Carla» am Ziel

    Zweite Röhre Gotthard-Tunnel: erste Tunnelbohrmaschine «Carla» am Ziel

    Mal kam die mit ihren Nachläufern mehr als 200 m lange Carla langsam, mal wesentlich schneller als geplant, je nach Beschaffenheit des Gesteins. Im Schnitt legte Carla rund 17 m pro Tag zurück. Ihre Rekordleistung liegt bei 45,4 m pro Tag, das gelang in eher weichem Gneis.

    TUNNELBAU IST TEAMARBEIT
    «Es ist schön, dass wir termingerecht und vor allem auch ohne nennenswerte Unfälle den nördlichen Zugangsstollen ausbrechen konnten», sagt Jacopo Cheda, Oberbauleiter Nord beim ASTRA. Xavier von Mandach, der zuständige Baustellenchef von Implenia, unterstreicht die gute Zusammenarbeit: «Tunnelbau ist immer Teamarbeit. Unser Team bestehend aus mehreren Unternehmen und Kolleginnen und Kollegen aus vielen Nationen hat grosse Erfahrung und arbeitet höchst professionell. Gemeinsam konnten wir die technischen Herausforderungen erfolgreich meistern und dieses wichtige Etappenziel ohne Zwischenfälle erreichen. Das Team hat eine tolle Leistung erbracht.»

    WIE ES JETZT WEITERGEHT
    Mit dem Ausbruch des Zugangsstollens, der parallel zur künftigen zweiten Tunnelröhre verläuft, konnten auch wichtige Erkenntnisse für die weiteren in Zukunft anstehenden Bauarbeiten gewonnen werden, die wichtig sind für Carlas «grosse Schwester», die ab 2025 den nördlichen Teil der Hauptröhre ausbrechen wird.

    Im August 2022 hatte das ASTRA der ARGE «secondo tubo» mit Implenia (60%) und Frutiger (40%) den Auftrag für das Hauptlos Nord (Los 241) der zweiten Röhre des Gotthard Strassentunnels vergeben. Die Bauzeit für den 7.9 km langen Tunnelabschnitt bis zur Losgrenze in der Tunnelmitte ist bis 2029 angesetzt.

    Der Bau der zweiten Röhre wird simultan von Norden und von Süden her vorangetrieben. Dafür kommen insgesamt vier TBM zum Einsatz: Zwei kleinere (Carla und Delia) für die beiden Zugangsstollen sowie die beiden grossen mit einem Schilddurchmesser von über zwölf Metern für den Hauptstollen.

    Quelle: implenia.com

  • Bundesrat Parmelins runder Tisch zur Wohnungsknappheit

    Bundesrat Parmelins runder Tisch zur Wohnungsknappheit

    Am Runden Tisch haben Vertreterinnen und Vertreter der drei Staatsebenen, der Bau- und Immobilienwirtschaft sowie weitere Akteure teilgenommen. Ziel des Treffens war es, ein gemeinsames Verständnis über die Herausforderung und die Rollen der Akteure zu finden, sich einen Überblick über die Ursachen der Wohnungsknappheit zu verschaffen und Lösungsansätze zu besprechen. 

    Seit mehreren Wochen wird über das Thema Wohnungsknappheit diskutiert. Auf gesamtschweizerischer Ebene ist die Situation derzeit noch nicht dramatisch. Allerdings ist der Wohnungsmarkt in manchen Regionen bereits angespannt und die Perspektiven für die kommenden Jahre sind nicht rosig. Die Hintergründe und Ursachen für diese Entwicklung sind vielfältig und komplex. 

    Lösungsansätze können nur gemeinsam mit allen Beteiligten erarbeitet werden. Im Anschluss an den runden Tisch werden nun verschiedene Fragen noch vertieft. Gleichzeitig soll ein Aktionsplan mit möglichen Massnahmenplan erarbeitet werden.

  • Schweizer Konjunktur fehlen Impulse

    Schweizer Konjunktur fehlen Impulse

    Aus Branchensicht zeichnet sich im April keine einheitliche Entwicklungsrichtung des Geschäftslageindikators ab. Das Verarbeitende Gewerbe hat seine Abwärtstendenz der Vormonate vorerst gestoppt. Im Baugewerbe, im Detailhandel und bei den übrigen Dienstleistungen bekommt die Geschäftslage einen Dämpfer. Etwas stärker fällt dieser im Grosshandel aus. Wenig verändert präsentiert sich die Geschäftslage im Gastgewerbe und im Bereich Projektierung. 

    Lieferketten funktionieren meist wieder – Meldungen über fehlende Vorprodukte nehmen ab 
    Über mehrere Wirtschaftsbereiche hinweg deutet sich an, dass das Problem des Material-​ und Vorproduktemangels erheblich an Schärfe verliert. Sowohl im Baugewerbe als auch noch deutlicher im Verarbeitenden Gewerbe nehmen die Meldungen über fehlende Materialien und Vorprodukte stark ab. Die Grosshändler gehen von eher sinkenden Lieferfristen aus. 

    Die Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes berichten zudem von aus ihrer Sicht deutlich zu hohen Vorproduktebeständen in ihren Lagern. Nachdem die Lagerbestände gezielt aufgebaut wurden, könnte nun eine Phase folgen, in der der Zielbestand an Vorprodukten wieder nach unten angepasst wird. 

    Höhepunkt beim Preisauftrieb überschritten 
    Wie die Ergebnisse der Umfragen zeigen, planen die Unternehmen mit niedrigeren Preisanstiegen als bis anhin. In allen befragten Wirtschaftsbereichen ist der Höhepunkt der Preisanpassungen zunächst einmal überschritten. 

    Am häufigsten sind noch Preisanhebungen im Gastgewerbe geplant, allerdings weniger stark nach oben gerichtet wie in den Vorquartalen. Wesentlich für den abnehmenden Auftrieb bei den Verkaufspreisen dürfte sein, dass auch die Einkaufspreise für die Vorprodukte der Unternehmen nicht mehr so stark steigen. Die Lieferketten funktionieren meist wieder und bei den Energiepreisen, etwa beim Gas, entspannt sich die Situation derzeit. 

    Zu diesen Planungen bezüglich der eigenen Verkaufspreise passen die Erwartungen der Unternehmen hinsichtlich der allgemeinen Teuerung. Im April rechnen sie mit einer Inflation von 2.6% in den kommenden zwölf Monaten. Das ist abermals ein geringerer Anstieg als in den vergangenen Umfragen. Im Januar gingen sie noch von 2.9% und im Oktober 2022 von 3.7% Inflation in den jeweils folgenden zwölf Monaten aus. Seit Sommer 2022 werden die Unternehmen in den KOF Konjunkturumfragen regelmässig zu ihren Inflationserwartungen befragt. 

    Arbeitskräftemangel bereitet den Unternehmen weiterhin Sorgen 
    Der Personalmangel beeinträchtigt die Unternehmen nach wie vor erheblich. Zwar sind die Klagen über einen Personalmangel nicht mehr lauter geworden – Entwarnung kann aber in keinem Wirtschaftsbereich gegeben werden. Die Berichte von Knappheiten auf dem Arbeitsmarkt sind in allen Wirtschaftsbereichen im mittelfristigen Vergleich derzeit relativ weit verbreitet.

  • Wohnungen und Bauland zu knapp – Städte wollen Vorkaufsrecht

    Wohnungen und Bauland zu knapp – Städte wollen Vorkaufsrecht

    Ziel der Umfrage war es, die Wohnungssituation in den Städten und städtischen Gemeinden zu verstehen und aktuelle Erkenntnisse über die wohnungspolitischen Aktivitäten zu gewinnen. Das Beratungsbüro Wüest Partner hatte dafür von November bis Dezember 2022 die 130 Mitglieder des Städteverbandes angefragt. 59 Städte nahmen an der Umfrage teil. 

    Zu wenig günstige Wohnungen – auch in kleineren Städten 
    Die Befragung bestätigt zum einen, dass preisgünstiger Wohnraum ein wichtiges wohnungspolitisches Anliegen der Städte ist. Zum anderen unterstreicht sie das Problem, welches zurzeit die öffentliche Debatte prägt: Das Angebot an verfügbaren Wohnungen ist sehr knapp. Rund zwei Drittel der Städte beziffern es als «viel zu klein» oder «etwas zu klein». Neben Wohnungsangeboten im unteren Preissegment fehlt es ebenfalls an Möglichkeiten, Wohneigentum zu erwerben. 

    Der Mangel an preisgünstigen Wohnungen betrifft vor allem Haushalte mit Kindern und dabei insbesondere Eineltern-Haushalte. Die Situation in den grossen Städten mit mehr als 50’000 Einwohnerinnen und Einwohnern wird als besonders angespannt wahrgenommen. Aber auch kleinere Städte erachten das Wohnangebot in diesem Segment als ungenügend. 

    Bauland fehlt und ist zu teuer 
    68 Prozent der befragten Städte geben an, Land im Baurecht abzugeben, das sie dabei an Bedingungen wie günstige Mietpreise knüpfen. Dabei wird das Ziel verfolgt, mehr preisgünstigen Wohnraum zu schaffen. 

    Über 80 Prozent der Städte geben weiter an, dass sie über zu wenig Baulandreserven verfügen. Viele würden gerne mehr Land aufkaufen. Dies ist aber aufgrund der hohen Marktpreise oft unrealistisch. Gut die Hälfte nennen die langen und oft komplizierten Verfahren sowie mangelndes Interesse von privaten Investoren als Faktoren, die das Schaffen von günstigem Wohnraum erschweren.  

    Es besteht Handlungsbedarf 
    60 Prozent aller befragten Städte sehen «hohen» oder «sehr hohen Handlungsbedarf» auf Ebene der Bundespolitik. Bei den mittleren und grossen Städten teilen sogar je rund 70 Prozent diese Einschätzung. Als mögliche Lösung nannten die Befragten am häufigsten ein Vorkaufsrecht von Bauland und Liegenschaften (80 Prozent). 

    Fast 70 Prozent der Befragten sind ausserdem der Ansicht, dass die Mietpreise gedämpft werden können, wenn bei einem Mieterinnen- oder Mieterwechsel die vorherige Miete transparent gemacht werde. Die Städte schätzen die eigenen Möglichkeiten, selbst Einfluss auf den Wohnungsmarkt zu nehmen, als eher gering ein. Die grössten Einflussmöglichkeiten sehen die Städte bei der Förderung des gemeinnützigen Wohnungsbaus. 

    Der Städteverband wird die Befunde des Berichts zum Anlass nehmen, Massnahmen und Forderungen zu formulieren. Weiter wird sich am 12. Mai ein Runder Tisch unter der Leitung von Bundesrat Guy Parmelin mit dem Thema Wohnungsknappheit befassen. Dazu eingeladen sind u.a. Vertreterinnen und Vertreter der Kantone, Städte und Gemeinden sowie der Bau- und Immobilienbranche.

  • Jury nominiert drei Projekte für den SVIT Award 2023

    Jury nominiert drei Projekte für den SVIT Award 2023

    Mit dem SVIT AWARD werden Liegenschaftsverwaltungen ausgezeichnet, die in den letzten drei Jahren innovative Lösungen für kleinere oder grössere Herausforderungen in der Bewirtschaftung von Mietliegenschaften oder Stockwerkeigentum umgesetzt haben.

    Dabei beurteilt die Jury die Einreichung anhand von drei Fragenkomplexen:

    • Wie innovativ ist die Herangehensweise?
    • Wie gut lässt sich die Wirkung messen?
    • wie leicht kann der Lösungsansatz transferiert und skaliert werden?

    Die Auswahl der Projekte für das Publikumsvoting fiel nicht leicht. Einstimmig konnte sich die Jury für die Projekte digitaler Schnittstellen von Welcome Immobilien, Online-Navigator für Wohnsiedlungen von Previs Immobilien und eine App-Lösung für Stockwerkeigentum von Matma Immobilien entscheiden.

    Bis zum 12. Juni 2023 haben die SVIT-Mitglieder nun Zeit, die Lösungsansätze auf der Homepage von Svit kennenzulernen und ihren Favoriten auszuwählen.

  • Eine Unterführung mit 600 Tonnen verschoben

    Eine Unterführung mit 600 Tonnen verschoben

    Eine Hausverschiebung ist zweifelsohne ein seltenes und eindrückliches Ereignis. So geschehen am 17. August des letzten Jahres beim Bahnhof Lugano. Die eigentliche Verschiebung des Hauses, in dem früher die Post und später die Zollbehörden einquartiert waren, dauerte von 8.30 Uhr bis 12.00 Uhr. Das am Anfang des vergangenen Jahrhunderts errichtete Haus ist aufgrund seiner architektonischen Bedeutung schon seit Langem geschützt. Seine Lage hätte vor allem bei den Aushubarbeiten für die neue Unterführung zu grossen Problemen geführt und stellte daher alle Beteiligten vor grosse Herausforderungen. Man entschied sich für eine Verschiebung von etwa 40 Metern gegen Norden, um es nach ungefähr einem Jahr mehr oder weniger an seine ursprüngliche Position zu verschieben. 

    Die Technik, mit der ein 600 Tonnen schweres, 25 Meter breites, 10 Meter langes und 9 Meter hohes Gebäude verschoben wird, kann nicht einfach so eingesetzt werden. Monatelange Vorbereitungen waren nötig, bevor man das Haus verschieben konnte. Zuerst wurde das Gebäude komplett ausgehöhlt und eine Verstärkung aus Holz und Stahl gebaut, um zu verhindern, dass die Aussenmauern während der Verschiebung beschädigt werden. Danach wurde sowohl um das Gebäude herum als auch im Gebäudeinnern der Boden abgetragen, um das ursprüngliche Fundament freizulegen, es komplett abzufräsen und schrittweise durch Stahlträger zu ersetzen. Gleichzeitig wurden nördlich des Gebäudes die Vorschubbahnen vorbereitet, auf denen das Haus rund 40 Meter verschoben wurde. 

    Ende dieses Jahres, sobald die Arbeiten an der Unterführung abgeschlossen sind, wird das Haus wieder seinen ursprünglichen Platz einnehmen, wo es auf einem frischen Fundament für viele weitere Jahre stehen wird.

  • Urban Manufacturing!

    Urban Manufacturing!

    Vor über zehn Jahren erstellten wir für eine Wirtschaftsregion eine interne Studie zur nutzerzentrierten Standortentwicklung. Im Kernfokus standen Hightech-Unternehmen, deren Bedürfnisse in Ansiedlungsprozessen berücksichtigt werden sollten. Mit Hightech-Unternehmen waren nicht bloss die «Googles» und «Facebooks» der heutigen Wirtschaft gemeint, sondern allgemein Firmen, die mit modernsten Mitteln wirtschaften, also auch produzierendes Gewerbe. Grössere Firmen, die einen neuen Standort suchten, waren interessiert, eine ihnen thematisch nahestehende Hochschule in geografischer Nähe zu haben. Dies, um den Austausch mit Wissenschaft und Lehre sicherstellen zu können und um in relativer Nähe um Studienabgänger:innen mit attraktiven Angeboten buhlen zu können. Google macht es vor: 2004 startete das amerikanische Unternehmen in Zürich mit zwei Mitarbeitenden. Heute bietet die Hightech-Firma in Zürich rund 5’000 Arbeitsplätze an. Dies nicht bloss, weil Zürich eine schöne Stadt ist, sondern vor allem weil die renommierte «Eidgenössische Technische Hochschule» (ETH) in Zürich zu Hause ist. Die Studie ergab auch, dass Mitarbeitende solcher Firmen ein grosses Freizeit- und Kulturangebot vor Ort, also kurze Wege, suchen. Auch wenn Landpreise in der Stadt höher liegen als auf dem Land: Viele Unternehmen legen Wert auf «spannende» Gebäude für ihre Unternehmensbasis (siehe beispielhaftes Artikelbild). Die Stadt bietet oft interessante Brachen, in denen früher Industriefirmen angesiedelt waren. Als PR-Effekt und aus Sicht eines guten Employer Brandings ist dies nicht zu unterschätzen.

    Warum also sollten sich urbane Standorte überlegen, künftig wieder vermehrt Angebote für produzierendes Gewerbe zu schaffen? Die Antwort: Mindergenutzte Flächen werden funktional durchmischt und damit aufgewertet. Die Kommune trägt zu kürzeren Wegen bei, entlastet den teilweise überlasteten Nahverkehr, das Pendleraufkommen vermindert sich, was zu einer erhöhten Nachhaltigkeit eines Standorts führt. Indem Arbeitsplätze in der Kommune geschaffen werden, wird die Kaufkraft gesteigert und damit einhergehend auch die Gewerbesteuereinnahmen. Urban Manufacturing ist ein Megatrend, bei dem man zwischen «urbaner Industrie», «urbanen Manufakturen» (Handwerk) und «urbaner Landwirtschaft» (Urban Farming) unterscheidet. Ein Zukunftsthema, das für jede Stadt und urbane Region sehr interessant ist und als Thema in der Standortentwicklung im Auge behalten werden sollte. Warum nicht einmal ein Zukunftsbild erstellen, das zeigt, wie ein nachhaltiger Standort künftig mit einer gesunden Durchmischung von produzierendem Gewerbe, Freizeit und Wohnen aussehen könnte?


    Schweizerische Vereinigung für Standortmanagement SVSM –  der Dachverband für Standort- und Wirtschaftsförderung
    Die SVSM ist eine praxisorientierte und unabhängige Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema Standortmanagement und Wirtschaftsförderung. Als Dachverband zählt sie rund 80 Mitglieder aus den Bereichen Standortmanagement, Regionenmarketing, Wirtschaftsförderung und Immobilien. Die Vereinigung fördert den interdisziplinären Erfahrungsaustausch und das Networking und setzt sich für die Professionalität im Standortmanagement ein. Mit der Veranstaltungsreihe «SVSM Dialog» organisiert die SVSM halbjährlich eine hybride Fachtagung mit wechselndem Fokus auf dem Standortmanagement bzw. der Wirtschaftsförderung. Seit 2007 vergibt die Organisation die SVSM Awards für innovative Projekte in der Standort- und Wirtschaftsförderung und wählt eine verdiente Persönlichkeit zur/zum Standortmanager:in des Jahres.

    www.svsm-standortmanagement.ch
    info@svsm-standortmanagement.ch

  • Luzern Nord auf dem Weg zur Smart City

    Luzern Nord auf dem Weg zur Smart City

    Luzern Nord ist ein Entwicklungsschwerpunkt des Kantons Luzern. In den kommenden Jahren sollen hier schrittweise 1500 neue Wohnungen, 4000 zusätzliche Arbeitsplätze, 850 Studienplätze, zwei Erholungszonen und diverse kulturelle Einrichtungen entstehen.

    Um zu einem modernen, ökologischen und lebhaften Zentrum am Fluss zu werden, soll sich Luzern Nord als Smart City entwickeln. Eine Smart City nutzt Technologien, Innovationen und Daten, um die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen, den Standort für Unternehmen attraktiver zu machen, die Infrastruktur effizienter zu nutzen und Ressourcen zu schonen.

    Bisher fehlten in der Zentralschweiz noch konkrete Beispiele für den Smart-City-Ansatz in einer Gebietsentwicklung. Luzern Nord soll ein erstes Praxisbeispiel mit wegweisendem Charakter werden – mit den gleichzeitigen Entwicklungen der Stadt Luzern zu einer Smart City wie auch möglichen Kooperationen auf dem Weg zu einer Smart Region Luzern. An diesem vernetzten Ansatz beteiligt sind die Gemeinde Emmen, die Stadt Luzern, der Kanton, der Verkehrsverbund, die Wirtschaftsförderung, Unternehmen, Arealentwickler und die Bevölkerung.

    Die beteiligten Partner sind überzeugt, dass sich das Gebiet Luzern Nord besonders als Smart City eignet, da überdurchschnittlich viele innovative Unternehmen, Investoren und Organisationen vor Ort sind und die Zusammenarbeit bereits gut funktioniert.

    Luzern Nord gliedert sich in sechs Teilgebiete. Die angrenzenden Gebiete Seetalstrasse und Littauerboden gehören ebenfalls zum Entwicklungsschwerpunkt.

    Smartness hat viele Dimensionen
    Der Smart-City-Ansatz ist geprägt von sechs Dimensionen: «Mobility», «Living», «Economy», «Environment», «Governance» und «People». In den Smart-City-Dimensionen «Living» und «People» war in Luzern Nord das partizipative Pilotprojekt «Quartiereffekt» ein Meilenstein. Es ermöglicht der Bevölkerung, eigene Ideen für die Quartiergestaltung zu finanzieren und umzusetzen. Aber auch im Kleinen entstanden spannende Projekte, etwa eine smarte Box, aus der die Bevölkerung via App Bälle, Badminton-Schläger und andere Spiele spontan kostenfrei ausleihen kann.

    Der Materialmarkt «Offcut» im Gebiet Reussbühl verfolgt mit der Wiederverwertung von Rest- und Gebrauchsmaterialien das Ziel der Kreislaufwirtschaft, passend zur Dimension «Environment».
    Die Überbauung «4VIERTEL» am Seetalplatz sorgt in der Dimension «Mobility» für neue Ansätze und stellt ihren Bewohnerinnen und Bewohnern eine Mobilitätstation mit Sharing-Fahrzeugen wie E-Autos, E-Roller, E-Cargobikes und E-Bikes bereit. Zudem erhalten alle autofreien Haushalte jährlich Gutscheine für den ÖV, einen Veloservice oder das hauseigene Sharing-Angebot.

    In der Dimension «Economy» entstand 2022 mit dem Viscosistadt Lab eine neue Forschungskooperation für nachhaltige Textilien. Es will damit die textilen Kompetenzen am Standort in Luzern Nord neu ausrichten.

    Die Viscosistadt entwickelt sich schrittweise zum kreativen Teil von Luzern Nord.

    Transformation in vollem Gange
    Die Transformation von Luzern Nord ist in vollem Gange. Während sich einige Projekte im Bau befinden, wurden bei anderen wichtige planerische Entscheide gefällt.

    In der Viscosistadt wird aktuell ein historisches Industriegebäude der ehemaligen Nylon-6-Fabrik umgebaut. So entstehen rund 20’000 Quadratmeter neue Flächen für Büro und Gewerbe. Gleich angrenzend befindet sich die Baustelle der Überbauung «4VIERTEL» in der Schlussphase. Ab Sommer 2023 ziehen hier die ersten Bewohnerinnen und Bewohner von Luzern Nord ein.

    In der Nähe des Bahnhofs Emmenbrücke entstehen bis 2024 im «Gerliswil Central» 42 neue Wohnungen. Dem Gebiet direkt um den Bahnhof Emmenbrücke sollen das Gebäude Emmenbaum Nord und das neu gestaltete Quartier Schützenmatt ein frisches Gesicht geben.

    Rund um den neuen Seetalplatz entsteht ein städtischer Ort mit hoher Dichte.

    Die Überbauung der Wohnbaugenossenschaft Rüüssegg am Seetalplatz befindet sich kurz vor Baueingabe für rund 380 Wohnungen. Gleich gegenüber der Kleinen Emme in Reussbühl entstehen ab 2024 ebenfalls 80 genossenschaftliche Wohnungen. Kurz vor Baustart stehen die Projekte «Metropool» der Luzerner Kantonalbank und die kantonale Verwaltung am Seetalplatz.

    Einen etwas längeren Zeithorizont hat das Gebiet Reussbühl West. Das gewerblich-industriell genutzte CKW-Areal soll in den kommenden Jahren zu einem attraktiven und lebendigen Stadtquartier werden.

    Auch wenn noch keine neuen Wohnungen bezogen wurden, lebt Luzern Nord bereits heute. Verschiedene Zwischennutzungen wie der kulturelle Treffpunkt «NF49» (bis November 2022) oder die «Garage Emma» mit Ateliers für Kreative, zahlreiche Veranstaltungen wie «Design Schenken» oder die Schweizermeisterschaft der Velokuriere, Kinos und Freizeitangebote wie der «Adventure Room» bescherten Luzern Nord im vergangenen Jahr rund 105’000 Besucherinnen und Besucher. Hinzu kommen tausende Gäste an der Sommerbar «Nordpol» an der Reuss.

  • Datenschutz und Immobilien – aktuell wie selten zuvor

    Datenschutz und Immobilien – aktuell wie selten zuvor

    Was ist Datenschutz und was nicht?
    Es ist keine Regelung zum Umgang mit Sachdaten, wie etwa zur Verwendung von definierten Datenformaten oder Vorgaben zur Datendurchgängigkeit in Bauprojekten. An einer solchen Regelung fehlt es heute leider weitestgehend, letztlich zum Nachteil der Immobilieneigentümer. Das Datenschutzgesetz (DSG) regelt die Bearbeitung von Personendaten unter anderem durch Privatpersonen und Unternehmen. Jede Person soll grundsätzlich über die Verwendung ihrer Daten selbst bestimmen können. Das Schweizer Datenschutzrecht ist so konzipiert, dass die Bearbeitung von Personendaten durch Private grundsätzlich erlaubt ist, sofern die im DSG bestimmten Grundsätze (z.B. Zweckbindung, Datenminimierung) eingehalten werden. Das revidierte DSG tritt am 1. September 2023 in Kraft. In einem Immobilienzyklus finden sich zahlreiche Ansatzpunkte für den Umgang mit Personendaten. Nachfolgend werden einige Bereiche beleuchtet:

    Vermarktung durch Makler
    Durch ihre Aktivität gelangen Makler in Kontakt mit Interessenten, deren Kunden- und Personendaten sie bearbeiten. Makler sind deshalb neu gesetzlich verpflichtet, eine Datenschutzerklärung aufzusetzen. Darin müssen sie die betroffene Person unter anderem darüber informieren, welche Daten zu welchem Zweck erhoben resp. verarbeitet werden, wie die Verarbeitungsmodalitäten aussehen und welche Rechte ihr zustehen. Die Erklärung kann auf der Website oder in den AGB publiziert werden. Werden für den Verkaufsprozess Mieterspiegel verwendet, so ist Vorsicht geboten. Entweder sind Personendaten zu schwärzen oder die Mieterschaft hat der Weitergabe an Kaufinteressenten explizit zuzustimmen bzw. die Mietverträge enthalten Klauseln, die die Weitergabe im Verkaufsprozess zulassen.

    Bewirtschaftungsdaten
    Im Rahmen der Bewirtschaftung werden häufig Daten bearbeitet: Mieterchecks vor Vertragsabschluss, Nutzerdaten über den Betrieb einer Liegenschaft, Daten aus Zutrittskontrollen (ausserhalb der Liegenschaft oder zur Mietereinheit), Netzwerkdaten, elektronischer Concierge oder smarte Lösungen, welche seitens Vermieterschaft angeboten werden (wie Tablets in Mieträumen, Smart Homes etc.). Das DSG schafft für jeden Leistungserbringer eine Verpflichtung, über die von ihm bearbeiteten Daten Rechenschaft abzulegen und eine gesetzeskonforme Handhabung sicherzustellen. Es ist daher zu empfehlen, eine individualisierte datenschutzrechtliche Analyse durchzuführen. Bei einer solchen sind unter anderem die konkreten Umstände und Datenflüsse, Art der Daten und Leistungserbringung sowie die Speicherorte zu beachten. Die Mieterschaft ist jeweils über sämtliche Bearbeitungen ihrer Personendaten zu informieren, sofern nicht entsprechende Grundlagen im Mietvertrag vorhanden sind.

    Angebot ins Ausland
    Richten sich Verkaufsangebote auch an Personen im EU-Raum, so sind die Vorgaben der europäischen Datenschutzverordnung (DSGVO) zu beachten. Diese sind in einigen Punkten wesentlich strenger als die Regelungen des DSG. Allenfalls ist der Einsatz von Geoblockern zu prüfen.

    Seidel & Partner Rechtsanwälte AG ist spezialisiert auf Rechtsfragen für Bau, Planung und Immobilien. Unser Fokus liegt auf wertschöpfungs- und lösungsorientiertem Support für KMU’s, Investoren, Genossenschaften und Behörden. Wir streben wirtschaftlich sinnvolle Lösungen an; anwaltstypische Prozessführungen sind für uns nur das letzte Mittel.

    Kontakt
    Dr. Wolf S. Seidel &
    Lic. iur. Simon Kohler
    Seidel & Partner Rechtsanwälte AG
    Balz-Zimmermann-Strasse 7
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    Telefon 044 590 20 12
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  • Neuer Campus Horw schafft Synergien

    Neuer Campus Horw schafft Synergien

    Der Kanton Luzern zählt immer mehr Studierende – die bestehende Infrastruktur auf dem jetzigen Campus Horw hat ihre Kapazitätsgrenzen aber bereits erreicht und einige Gebäudeteile sind zudem veraltet. Dank den Erneuerungen und Erweiterungen des Hochschulcampus in Horw sollen nach Fertigstellung ab dem Jahr 2029 rund 4000 Studierende und 1000 Mitarbeitende des HSLU-Departements Technik und Architektur sowie der Pädagogischen Hochschule Luzern Platz finden.

    Die beiden Institutionen bleiben dabei eigenständige Organisationen mit einer je eigenen Identität und mit unterschiedlichen Kulturen. Der Campus lässt diese Diversität zu und ermöglicht eigenständige Auftritte. Trotzdem prägt ihn Gemeinsamkeit nach innen und aussen. Die gemeinsame Nutzung von Räumen und Einrichtungen, überschneidende und komplementäre Lehr-, Forschungs- und Dienstleistungsangebote sowie die zentrale Bewirtschaftung der Campusanlage basieren auf gemeinsamen Abmachungen und bewirken Synergien. Dadurch entsteht für die Pädagogische Hochschule wie auch Technik & Architektur ein qualitativer und ökonomischer Mehrwert.Geplant sind zwei neue Baukörper: Im Norden ein sechsgeschossiges Hauptgebäude der PH Luzern und im Süden ein siebengeschossiger Bau des Departements Technik & Architektur der Hochschule Luzern. Die bestehenden Trakte II, III und IV werden saniert und um ein Geschoss erweitert. Die leicht versetzte Anordnung der neuen Bauvolumen sorgt für eine spannungsvolle Gesamtkomposition auf dem Areal. Den Zuschlag für das Projekt erhielt das Architekturbüro Penzel Valier AG aus Zürich.

    Die neuen Bauvolumen werden leicht versetzt angeordnet.

    Die Architekten haben sich für eine Hybridbauweise aus Beton und Holz entschieden. Für die Erweiterung der Bestandesbauten sowie für die aussenliegenden Raumschichten der Neubauten soll unter anderem heimisches Holz zur Verarbeitung kommen. Dieses verleiht den Unterrichtsräumen eine angenehme und warme Atmosphäre. Die innenliegenden grossen Raumbereiche werden aus Recyclingbeton konstruiert.

    Die Unterrichts- und Büroräume der beiden Neubauten entstehen rund um zentrale Atriumfiguren. Die Räumlichkeiten werden flexibel und an sich verändernde Bedürfnisse anpassbar gebaut. Die Atrien vernetzen die Institute der jeweiligen Schulen untereinander sowie mit den übergeordnet genutzten Sockelgeschossen. Diese sehen gemeinsame Nutzungen für den Gesamtcampus wie Bibliothek, Mensa, Audimax oder Campusaula vor.

    Die rötliche Farbgebung der verschiedenen Fassaden-Elemente setzt die bestehende Tradition und Identität des Campus Horw fort.

    Für die Realisierung des rund 365 Millionen kostenden Projekts sowie für den späteren Betrieb des Campus ist eine eigens dafür gegründete Aktiengesellschaft, die Immobilien Campus Luzern-Horw AG, verantwortlich. Die Realisierung ist ab 2026 vorgesehen. Die etappierte Inbetriebnahme ab 2029.

    Der neue Campus Horw entsteht in Hybridbauweise aus Beton und Holz.
  • Smart Living für Tausende Bewohner, wo früher Papier hergestellt wurde

    Smart Living für Tausende Bewohner, wo früher Papier hergestellt wurde

    Moderne, attraktive Wohnungen sind heute intelligent. „Smart Living“ heisst das Schlagwort, was so viel bedeutet wie: «Umgang mit digitaler Technik, welche die Vernetzung intelligenter Geräte und Funktionen nutzt, um vielfältige Anwendungen und Dienste bereitzustellen. Smart Living ist mehr als ein Smart Home.» Der Investor glaubt, dass Smart Living zukünftig Standard sein wird.

    Bedienerfreundlichkeit und Energieanzeige in Echtzeit als wichtige Anforderung für Bewohner
    Zu den Anforderungen gehörten Endnutzerbedürfnisse, wie die einfache, zentrale Bedienung von Licht, Beschattung, Raumklima und Zutrittssystemen. Beim Thema Energie soll der Verbrauch in Echtzeit erfasst und für Bewohner visua- lisiert werden können.

    Mehr Effizienz in Gebäudeunterhalt und Verwaltung
    Anforderungen seitens Immobilienverwaltung beinhalten den klassischen Informations- und Datenaustausch an Mieter und Stockwerkeigentümer. Auch das zur Verfügung Stellen von Gebrauchsanweisungen sowie zentraler Zugriff auf Verbrauchsdaten für die Energieabrechnungen, was zu mehr Effizienz und Kosteneinsparungen im Unterhalt führt.

    Arealübergreifendes Energie- und Gebäudemanagement
    Arealübergreifende Anforderungen umfassen die Integration des Energie- und Gebäudemanagementsystems. Es geht also nicht um, einzelne Wohnung, sondern um eine Überbauung als «Smart City» zurealisieren, mit durchgehender Konnektivität über alle Systeme.

    Zentrale Steuerung von Gebäudefunktionen mit Touchscreen oder Smartphone App
    Mit dem Gebäudeautomations-System von eSMART lassen sich über ein Bedienpanel/Touchscreen oder der Smartphone App Gebäudefunktionen wie die Videogegensprechanlage, Raumklima, Licht oder Beschattung benutzerfreundlich und zentral steuern. Der Immobilienverwalter kann auf Verbrauchsdaten zugreifen und mit den Bewohnern über den Touchscreen kommunizieren. Zusätzlich zeigt der Touchscreen den Verbrauch von Strom, Heizung und Wasser in Echtzeit an, was die Verbrauchs-Gewohnheiten der Bewohner positiv beeinflusst und ihnen hilft, Energie und Kosten zu sparen.

    Kommunikation über bestehende Stromleitung, ohne zusätzliche Verkabelung
    Kommuniziert wird über die bestehende Stromleitung und lässt sich daher problemlos sowie kostengünstig und nachhaltig integrieren, sowohl in Neu- als auch in Bestandsbauten. Mikromodule werden z.B. direkt hinter dem Lichtschalter montiert und kommunizieren übers bestehende Stromnetz (Powerline-Kommunikations-Technologie).
    Smart Living ist eine herausfordernde, zukunftsorientierte Aufgabe für alle am Projekt beteiligten Parteien.

  • 97. immoTable – Wirtschaftsraum Winterthur

    97. immoTable – Wirtschaftsraum Winterthur

    Nutzen Sie im Anschluss die Gelegenheit zum Networking. Präsentieren Sie Ihr Unternehmen und Ihre Leistungen vor einflussreichen Gästen.

    Der 97. immoTable findet am 1. Juni 2023 ab 13:30 Uhr statt. Seien Sie dabei und sichern Sie sich jetzt Ihr Ticket. Wir freuen uns auf Sie.

  • BFH-AHB lanciert Minor für eine Spezialisierung im Studium

    BFH-AHB lanciert Minor für eine Spezialisierung im Studium

    Studierende der BFH-AHB können künftig ihr Studium in Architektur, Holztechnik oder Bauingenieurwesen mit einem fachübergreifenden Minor vertiefen und erweitern. Die Minor «Zirkuläres und nachhaltiges Bauen» und «Integrales digitales Bauen» sind als Nebenfächer oder als kleine Studienprogramme zu verstehen, die den Studierenden eine Zusatzqualifikation ermöglichen. Mit der Wahl des Minors setzen die Studierenden einen individuellen thematischen Schwerpunkt für ihr persönliches, spezialisiertes Profil.  

    Interdisziplinär, zukunftsweisend, vernetzt 
    Ein Minor erhöht nicht nur die Individualisierung des Studiums, sondern auch die Interdisziplinarität. Im Minor setzen sich Studierende der Disziplinen Architektur, Holztechnik und Bauingenieurwesen über die Fachgrenzen hinweg vertieft mit einem aktuellen Thema auseinander. Im Austausch mit Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Politik betrachten sie es aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Gemeinsam gewinnen die Studierenden der drei Fachrichtungen neue Erkenntnisse und entwickeln Lösungsansätze für komplexe zukünftige Herausforderungen. Nicht zuletzt sammeln sie dabei wichtige Erfahrungen in der interdisziplinären Zusammenarbeit. 

    Mit den Minor bereitet die BFH-AHB die Studierenden auf die Arbeitswelt von morgen vor, denn zirkuläres und nachhaltiges Bauen sowie integrales digitales Bauen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Zusammenarbeit von Architekt*innen, Holzingenieur*innen und Bauingenieur*innen spielt hier eine zentrale Rolle: Gemeinsam können sie die digitale Transformation des Bauens vorantreiben und zirkuläre, nachhaltige Bauprojekte zum Erfolg führen. Studierende beschäftigen sich im gesamten Studium mit diesen Zukunftsthemen. Im Minor vertiefen sie sie und nutzen dabei das Potenzial der Zusammenarbeit, um die Bauwelt verantwortungsbewusst mitzugestalten.

  • Schlössli Schönegg wird zum Innovationscampus

    Schlössli Schönegg wird zum Innovationscampus

    Das historische Schlössli Schönegg mit dem dazugehörenden Chalet auf der Wilhelmshöhe in Luzern gehört seit 1998 Stefan Muff, dem Hauptaktionär der Axon-Active-Gruppe. Gemeinsam mit seinem Bruder Bruno renovierte Muff das damals stark sanierungsbedürftige Gebäude in enger Absprache mit der Denkmalpflege. Danach diente es als Hauptsitz der Endoxon AG, die Technologien für digitale Landkarten entwickelte und 2006 an Google verkauft wurde. Seit 2008 ist das «Schlössli» Hauptsitz der Axon Active Group, die sich strategisch im Bereich der digitalen Transformation positioniert. Axon befasst sich mit komplexen Big-Data-Lösungen für weltweit operierende Unternehmen wie auch mit digitalen Ökosystemen für diverse Branchen. Die Unternehmensgruppe zählt heute über 750 Mitarbeitende an 18 Standorten rund um den Globus. Am Hauptsitz arbeiten derzeit 50 Personen – Tendenz stark steigend.

    Mit dem Schlössli Schönegg hatte Muff von Anfang an grosse Visionen. Bereits beim Kauf plante er Erweiterungen ein. Stand heute kann das Gebäude die künftigen Anforderungen als Zentrum zum Erbringen digitaler Dienstleistungen sowie für die geplante Forschungstätigkeit und das neu entwickelte Betriebskonzept «DeepWorking» nicht mehr erfüllen. Deshalb sieht das neu aufgegleiste Projekt einen ergänzenden Neubau als «Axon Campus» vor, der als Innovations-Labor dienen soll. Dieses soll die interdisziplinäre Kooperation verschiedener Interessensgruppen und Ideen fördern. Der Campus führt Akteure aus Bildung, Politik, Behörden und Wirtschaft zusammen und lässt sie an zukunftsweisenden Gesellschafts- und Geschäftsformen teilhaben. Gleichzeitig können die Innovationen in digitalen Ökosystemen erlebt und getestet werden. Die Umgebung soll auch für Start-ups ideale Voraussetzungen bieten, weshalb über das Projekt auch als «Silicon Valley der Zentralschweiz» berichtet wurde.

    Skizze des geplanten Anbaus.

    Um den Ansprüchen eines modernen Campus gerecht zu werden, muss das künftige Raumangebot offen, flexibel und multifunktional gestaltet werden. Vorgesehen ist eine Bruttogeschossfläche von 1500 Quadratmetern mit rund 150 Arbeitsplätzen. Projektiert sind ausserdem eine Kantine von gehobener Qualität mit Produktionsküche sowie ein voll digitales und multifunktionelles Auditorium für 120 Personen mit angeschlossenem Bar-Bereich. Der Neubau wird den besonderen örtlichen Verhältnissen und der daraus resultierenden Gefahrenlage aufgrund möglicher Hangrutsche und Steinschläge angepasst. Eine umfassende Hangsicherung ist durch den Neubau gewährleistet. Den sich wandelnden Mobilitätsansprüchen wird ebenfalls Rechnung getragen: mittels angemieteter Parkplätze auf Niveau Gibraltarstrasse und der Einrichtung von e-mobilitätskonformen Park- und Veloplätzen in dem auf 15 Mio. Franken veranschlagten Neubau. Zurzeit läuft noch der Bewilligungsprozess. Mit dem Bezug wird frühestens 2025 gerechnet.

    Der Kraftort Wilhelmshöhe soll dank dem Projekt des renommierten Architekturbüros von Daniele Marques aus Luzern verstärkt zu einem Haus der Begegnung und der digitalen Transformation werden. Muff schwebt vor, dass sich der Ort zu einem gesamtheitlichen Innovationsstandort entwickelt. Eine mögliche Öffnung der Räume an den Wochenenden für Bildungsinstitutionen oder andere kuratierte Veranstaltungen sei denkbar.

  • Reuss-Projekt soll vor Hochwasser schützen und Lebensräume sichern

    Reuss-Projekt soll vor Hochwasser schützen und Lebensräume sichern

    Über 135’000 Menschen leben und arbeiten im Reusstal. Nicht zuletzt mit dem boomenden Arbeits- und Lebensraum Luzern Nord wird sich die Region stark weiterentwickeln.

    Hochwasser verursacht grosse Schäden
    Von der Reuss geht aktuell jedoch ein beträchtliches Hochwasser-Risiko aus. Die heutigen Dämme sind über 150-jährig – es besteht die Gefahr, dass sie schweren Hochwassern nicht mehr standhalten. Allein das Hochwasser im Jahr 2005 verursachte entlang der Reuss und der Kleinen Emme an Gebäuden und öffentlichen Infrastrukturen Schäden in der Höhe von 345 Millionen Franken.

    Mit dem Projekt «Hochwasserschutz und Renaturierung Reuss» will der Kanton Luzern den Hochwasserschutz und Renaturierungsmassnahmen aufeinander abstimmen und einen mehrfachen Nutzen generieren. Es soll Menschen, Tiere, Infrastrukturen und Güter schützen, die Reuss und ihren Gewässerraum ökologisch aufwerten und die Lebensqualität der Bevölkerung erhalten und steigern.

    Verbreiterung der Reuss schützt vor Hochwasser
    Das geplante Reuss-Projekt sieht an geeigneten Stellen eine Verbreiterung des Gewässers vor. Das führt zu einer Absenkung des Wasserspiegels und sorgt damit für den Hochwasserschutz. Höhere Dämme böten weniger Schutz als eine breitere Reuss, und eine tiefere Reuss würde das Grundwasser im Reusstal und damit das Trinkwasser im Kanton Luzern gefährden. Wo Siedlungen und Infrastrukturen den benötigten Platz für die Aufweitung beschränken, werden bestehende Dämme erhöht und vereinzelt flache Dämme neu geschaffen.

    Das Reuss-Projekt gliedert sich in fünf geografische Abschnitte. Auf allen sollen spezifische Schutz- und ökologische Massnahmen realisiert werden.

    Bau wird rund zwölf Jahre dauern
    Die öffentliche Auflage des Projekts fand im Herbst 2019 statt. Im Juni 2022 hat der Regierungsrat das Projekt bewilligt, aufgrund von Beschwerden ist es jedoch noch nicht rechtskräftig. Daher wird sich das Projekt zeitlich nach hinten verschieben. Nach der rechtskräftigen Projektbewilligung wird der Regierungsrat einen Sonderkredit für die Realisierung des Vorhabens beantragen, über den die Bevölkerung abstimmen wird. Die Bauarbeiten zur Ausführung des Projekts werden rund zwölf Jahre in Anspruch nehmen.

  • Kaufen und Mieten im März teurer geworden

    Kaufen und Mieten im März teurer geworden

    Wie der von der SMG Swiss Marketplace Group in Zusammenarbeit mit dem Immobilien-Beratungsunternehmen IAZI erhobene Swiss Real Estate Offer Index zeigt, wurden Eigentumswohnungen im März zu 1,0 Prozent höheren Werten ausgeschrieben. Bei den Einfamilienhäusern ist ebenfalls eine, wenn auch geringere Zunahme von 0,3 Prozent zu verzeichnen. Die Zahl der ausgeschriebenen Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen ist in den letzten Monaten gestiegen, was grundsätzlich für eine Verbesserung der angespannten Situation im Immobilienmarkt sprechen würde. «Allerdings sehen wir, dass Verkäufer:innen von Eigenheimen vorerst weiter von einer stärkeren Zahlungsbereitschaft ausgehen, wie die aktuelle Erhöhung der Preisforderungen zeigt», sagt Martin Waeber, Managing Director Real Estate, SMG Swiss Marketplace Group. 

    Wohnungssuchende müssen mit höheren Mieten rechnen 
    Auf den allgemeinen Umzugstermin per Ende März hin sind die Angebotsmieten im Landesmittel um 0,8 Prozent gestiegen. Innert Jahresfrist zeigt sich eine stattliche Zunahme von 4,6 Prozent. Allerdings gibt es regional grosse Unterschiede bei der Mietpreisentwicklung: Am stärksten zugenommen haben die Werte in der Zentralschweiz (2,2 Prozent), insbesondere durch die Preistreiber Zug und Luzern. Etwas moderater sind die Steigerungen in der Ostschweiz (1,1 Prozent), in der Grossregion Zürich (1,0 Prozent) sowie in der Genferseeregion (0,9 Prozent). Kaum Veränderung gab es im Mittelland (0,1 Prozent), während die Angebotsmieten in der Nordwestschweiz (-0,3 Prozent) und im Tessin (-0,3 Prozent) leicht gesunken sind. 

    Insbesondere in den drei Grossregionen Zürich, Zentralschweiz und Genfersee ist aufgrund der bestehenden Wohnungsknappheit, der andauernden Zuwanderung sowie dem auf Juni zu erwartenden Entscheid zum Referenzzinssatz in den kommenden Monaten mit weiteren Preispreissteigerungen zu rechnen.

  • Arealentwicklung: Fokussierte Schwerpunkte für die wirtschaftliche Entwicklung

    Arealentwicklung: Fokussierte Schwerpunkte für die wirtschaftliche Entwicklung

    Bereits im kantonalen Richtplan 2009 wurden die kantonalen Entwicklungsschwerpunkte festgelegt. Schon vor der Zustimmung der Schweizer Bevölkerung zum Raumplanungsgesetz hatten die kantonalen Planer damit den Fokus gesetzt auf eine verstärkte räumliche Konzentration der zukünftigen wirtschaftlichen Entwicklung entlang der attraktivsten Verkehrslagen. Für die etwas dezentraleren Lagen stehen weitere planerische Instrumente zur Verfügung, damit auch dort eine
    adäquate Entwicklung der Unternehmen möglich ist.

    Integrale Raum- und Wirtschaftsentwicklung
    Die Abstimmung von Siedlung und Verkehr ist ein zentrales Element in der Weiterentwicklung der kantonalen Entwicklungsschwerpunkte (ESP). Nur wenn Infrastrukturen und Wachstum in einer guten Symbiose stehen, entstehen langfristig funktionierende Gebiete. Die Optimierung der Verkehrserschliessung ist häufig die Basis für die ESP-Entwicklung. Dabei setzt der Kanton Luzern nebst der Planung von Strassen und Schienen insbesondere einen Fokus auf die Förderung der nachhaltigen Mobilität, nicht zuletzt im Hinblick auf die klimapolitischen Ziele. Die Unternehmen sind ihrerseits gefordert, ein betriebliches Mobilitätsmanagement einzuführen und ihren Teil zu leisten, damit der Verkehr optimal fliessen kann.

    Instrument der abgestimmten Standortförderung
    Durch seine zentrale geografische Lage und die ständige Arbeit an den wichtigsten Standortfaktoren für Unternehmen ist der Kanton Luzern heute als Unternehmensstandort besonders attraktiv. Durch die enge Kooperation des Kantons mit den Regionen und Gemeinden in der Standort- und Wirtschaftsförderung sind die kantonalen ESP das wichtigste Verbindungsstück zur Raumplanung. Alle Entwicklungsschwerpunkte sollen verfügbare, attraktive Flächenangebote, verbunden mit einem erfolgsversprechenden Vermarktungsprofil, erhalten. Die Basis wird im gemeinsam getragenen Gebietsmanagement der ESP in Zusammenarbeit mit den Grundeigentümern und Investoren gelegt.

    Strategische Arbeitsgebiete als Spezialangebot
    Als strategische Arbeitsgebiete (SAG) werden zusammenhängende grössere Flächen bezeichnet, welche im Richtplan festgesetzt werden. Aktuell gibt es im Kanton Luzern drei solche Gebiete. Sie sind zwischen 10 und 30 ha gross. Viel Fläche also, um grosse Ideen und Projekte zu verwirklichen. Gemäss den formulierten Kriterien ist deren Nutzung besonders wertschöpfungsstarken Unternehmen und Immobilienentwicklungen vorbehalten. Die Entwicklung der Areale erfolgt in enger Abstimmung mit dem Kanton Luzern und den jeweiligen Standortgemeinden. Die Wirtschaftsförderung Luzern agiert als erste Ansprechpartnerin für potenzielle Interessenten.

    Stadtregion Luzern

    ESP Luzern Süd
    Traumhaft eingebettet zwischen Luzern, Horw und Kriens erstreckt sich ein vielfältiges Siedlungsgebiet mit urbanem Charakter und direkt angrenzendem Naherholungsgebiet. Die fortlaufende Transformation in ein urbanes, kreatives und nachhaltiges Wohn- und Arbeitsgebiet ist in vollem Gange. Luzern Süd ist mit sämtlichen Verkehrsmitteln regional und überregional bestens erschlossen. Besonders der Velo-Highway «Freigleis» stösst als Arbeits- und Freizeitverbindung auf Begeisterung.
    www.luzernsued.ch

    ESP Luzern Nord
    In der Smart City Luzern Nord treffen mit Emmen und Luzern die zwei bevölkerungsreichsten Gemeinden des Kantons aufeinander. Rund um den Seetalplatz, bestens erschlossen und malerisch gelegen an den Flüssen Reuss und Kleine Emme, entsteht derzeit das urbane Herz des ESP-Perimeters, welcher sich vom Bahnhof Littau bis zum Bahnhof Waldibrücke zieht. Im flächenmässig grössten ESP gibt es eine grosse Breite von Angeboten für Unternehmen und Bevölkerung.
    www.luzernnord.ch

    ESP Luzern Ost
    Der Raum Luzern Ost umfasst sechs Rontaler Gemeinden. Direkt an die Autobahn A14 angebunden und mit allen Verkehrsmitteln erschlossen, liegt Luzern Ost direkt auf der Achse der Wirtschaftsräume Luzern, Zug und Zürich. Nebst grossen Industriefirmen finden hier insbesondere international ausgerichtete Unternehmen ihren Platz. Gleichzeitig bieten die grünen Hügel der Region und der nahgelegene Gewässerraum der Reuss Naherholung vor der Haustür.
    www.luzernost.ch

    ESP Luzern Bahnhof
    Das weltweit bekannte Postkarten-Luzern ist die kulturelle und wirtschaftliche Metropole der Zentralschweiz. Das Jahrhundertprojekt Durchgangsbahnhof wird die nationale und internationale Erreichbarkeit von Luzern auf Dauer sicherstellen und den Ausbau hin zur nachhaltigen Mobilität in der gesamten Grossstadt-Region ermöglichen. Das Stadtzentrum am See wird eine neue Prägung erhalten, da im direkten Umfeld des Bahnhofs neue, einmalige städtebauliche Chancen entstehen.

    ESP Rothenburg Station
    Dieser im Norden der Stadtregion gelegene ESP zeichnet sich durch eine hohe Lagequalität und Entwicklungsdynamik aus und verfügt über ein grosses Weiterentwicklungspotenzial. Aktuell wird in einem kooperativen Prozess ein Gesamtkonzept Siedlung und Verkehr erarbeitet, welches die Basis bildet für die zukünftige bauliche, verkehrsverträgliche und wirtschaftliche Entwicklung des Gebiets.

    SAG Schweissmatt Inwil
    Das grösste der drei strategischen Arbeitsgebiete im Kanton Luzern befindet sich in der Gemeinde Inwil. Das beinahe 30 ha grosse Landstück liegt in unmittelbarer Nähe der Autobahn A14 (Hauptverkehrsachse Luzern-Zug-Zürich) und ist in planungsrechtlicher Vorbereitung für die Ansiedlung eines wertschöpfungsstarken Grossunternehmens.

    Regionen Sursee, Seetal, Willisau und Wiggertal

    ESP Sursee
    Die Entwicklung von Stadt und Region Sursee hin zu einem modernen kleinstädtischen Zentrum am Sempachersee zeichnet sich seit Jahrzehnten ab. Die Stadt ist auch als Unternehmensstandort interessant. So siedelten sich über die Jahre zahlreiche Unternehmen an, welche von der perfekten Anbindung auf Schiene und Strasse profitieren. Mit der Aufnahme ins Agglomerationsprogramm steht der Stadt Sursee der nächste Entwicklungsschritt bevor. Vom Arbeitsgebiet im Norden der Stadt erreichen Unternehmen schweizweit ihre Kunden innert kurzer Zeit.

    ESP Hochdorf-Römerswil
    Hochdorf ist das regionale Zentrum des Luzerner Seetals. Die hohe landschaftliche Qualität trifft hier auf spannende Unternehmen. Insbesondere die Indust- trie hat sich im Laufe der Zeit im Seetal niedergelassen. Das prägt. So ist das Seetal auch heute noch jene Region mit dem höchsten Anteil im zweiten Sektor. Die grossen Baulandreserven sind ein wesentlicher Vorteil des ESP und insbesondere auch dessen Potenzial. Aktuell wird ein Nutzungs- und Entwicklungskonzept erarbeitet.

    ESP Reiden / Wikon
    Die Gemeinden Wikon und Reiden liegen an der Grenze zum Kanton Aargau und sind verkehrstechnisch bestens erschlossen mit der eigenen Autobahnausfahrt zur A2. Neben der Nord-Süd-Verbindung ist auch die Ost-WestVerbindung A1 in unmittelbarer Nähe. Diese Lage und auch das industrie- und gewebefreundliche Umfeld (der ESP grenzt nur an wenigen Punkten an Wohngebiete) machen den ESP zu einem stark nachgefragten Standort für Unternehmen.

    ESP Willisau
    Das schmucke Städtchen Willisau ist das regionale Zentrum des Luzerner Hinterlands. Kleine und mittelgrosse Gewerbe- und Industriebetriebe unterschiedlicher Branchen haben sich hier niedergelassen. Mit der Competec Logistik (Brack) ist in den vergangenen Jahren eine grosse Ansiedlung gelungen, und das Unternehmen baut weiter kräftig aus in Willisau. Es gibt noch Baulandreserven, und städtebauliche Entwicklungen auf dem ehemaligen Wellisareal sind im Gang. Aktuell wird die räumliche und nutzungsmässige Vision für den ESP Willisau für dessen Weiterentwicklung erstellt.

    ESP Dagmersellen
    Der Entwicklungsschwerpunkt Dagmersellen ist verkehrstechnisch hervorragend erschlossen. Er liegt in unmittelbarerer Nähe des Autobahnanschlusses der A2, der Bahnhof ist in Fussdistanz, und es gibt auch einen Industriegleisanschluss. Der ESP ist geprägt von grossen industriellen Unternehmen wie Pan Gas, Misapor, Emmi oder Hiestand und verfügt über ein grosses Lager- und Logistikangebot, v.a. durch die Firma Galliker AG. Der ESP verfügt noch über Erweiterungspotenzial.

    SAG Honrich Sempach
    Das strategische Arbeitsgebiet befindet sich direkt an der Autobahn. Ganz in der Nähe kämpften die alten Eidgenossen in der berühmten Schlacht von Sempach um ihre Eigenständigkeit. Eigenständig ist auch das Profil. Wo sonst finden Unternehmen heute noch 10 ha Land mit Seesicht zur Bebauung? Das mit dem Wakkerpreis ausgezeichnete Städtli überzeugt mit hoher Qualität. Eine Bedingung gibt es: das Land ist wertschöpfungsstarken Unternehmen und Nutzungen vorenthalten.

    SAG Mehlsecken Reiden
    Die Lage des SAG Reiden könnte zentraler nicht sein. Eingemittet zwischen den Städten Basel, Bern, Luzern und Zürich liegt es im Kreuz der beiden das Land durchquerenden Autobahnen A2 und A1. Der Autobahnanschluss Reiden liegt direkt neben dem Areal. Die rund 20 ha Land bieten strategische Entwicklungsmöglichkeiten für ein wertschöpfungsstarkes Unternehmen, welches hier die Lagegunst und das hohe Potenzial nutzen möchte für einen nächsten grossen Schritt.

  • Innovationen und Herausforderungen – windays 2023

    Innovationen und Herausforderungen – windays 2023

    Nach der pandemiebedingten Online-Veranstaltung vor zwei Jahren konnten im Bieler Kongresshaus wieder Hände geschüttelt werden. Die Möglichkeit zum Pflegen des Netzwerkes nahmen weit über 300 Fachleute wahr. Im Zentrum der windays standen die Fachausstellung und vor allem die spannenden Referate.

    Energie, Lüftung, Behaglichkeit
    Im ersten Referat ging Nationalrätin Priska Wismer darauf ein, wie die Politik den Schweizer Gebäudepark nachhaltiger betreiben will. Er soll bis 2050 nur noch halb so viel Energie verbrauchen wie heute. Dies wird nur mit einer deutlichen Erhöhung der Energieeffizienz möglich sein, wie die Mitte-Politikerin ausführte.

    Welch grosse Bedeutung Fenster für die energetische Sanierung haben, präsentierte Kristina Orehounig von der Empa. Ihre Forschung zeigt deutlich, dass Gebäudehüllen nicht nur im Winter wichtig sind für die Energieeffizienz. Aufgrund des Klimawandels spielt der Hitzeschutz im Sommer eine immer wichtigere Rolle. Dieses Thema nahm auch Julia Bachinger von der Holzforschung Austria auf. Sie präsentierte 10 goldene Regeln, mit denen «coole Räume durch coole Fenster» möglich werden. Ein zentraler Punkt ist dabei korrektes Lüften, das aber auch für viele andere Bereiche wichtig ist, wie Julian Wenzel (Maco) und Beat Frei vom Ingenieurbüro Frei Wüst Expert in ihren Referaten aufzeigten. Laut SIA 180 ist heute ein Lüftungskonzept zwingend erforderlich. Auf die Frage, wer bei Sanierungen dafür zuständig sei, antwortete Beat Frei: «Der Fensterbauer, nur weiss er es oft nicht.»

    Fenstermontage
    Im Themenblock Montage zeigte Michael Lerch von 4B auf, dass die Fenster immer grösser, schwerer und komplexer werden. Oft ist auf den Baustellen schon das Einbringen der Elemente eine aufwändige Herausforderung. Den meisten Beteiligten ist zwar bewusst, dass Montagen ohne einwandfreie Planung nicht funktionieren. Mindestens so wichtig ist aber die Umsetzung, die stark vom eingesetzten Personal abhängt. Dominik Sieber (SFS) betonte in seinem Referat, dass zwei Drittel der Reklamationen direkt oder indirekt mit der Montage zusammenhängen.

    Eine Idee zum Vereinfachen der Fenstermontage ist das elastische Verkleben mit der Wand. Peter Schober berichtete über die Untersuchungen von Holzforschung Austria zu diesem Thema. Mit Verkleben kann man Befestigen, Dämmen sowie die Anschlüsse aussen und innen in einem Arbeitsgang zusammenfassen. Es braucht aber speziell modifizierte Klebesysteme und die entsprechenden Applikationshilfen. Peter Schober schätzt, dass in zwei bis fünf Jahren solche Systeme auf den Markt kommen können.

    Herausforderung Fachkräftemangel
    Seit der Pandemie hat sich im Baugewerbe der Mangel an Fachkräften noch einmal verstärkt. Tom Sahli, Experte für Personalgewinnung, zeigte in seinem Referat auf, dass für viele Mitarbeitende die Werte eines Unternehmens deutlich wichtiger sind als die fachlichen Themen des Jobs. Auch in verschiedenen anderen Bereichen haben sich die Vorstellungen der jüngeren Generation massgeblich verändert. Grundsätzlich gilt: Die Unternehmen bewerben sich heute bei potenziellen Mitarbeitenden, nicht mehr umgekehrt.

    Eine Podiumsdiskussion zum gleichen Thema brachte einige spannende Ansätze hervor. So schilderte Nicole Wenger, dass ihre Wenger Fenster AG inzwischen in allen Bereichen Teilzeitarbeit ermöglicht, also auch auf der Montage. Das Unternehmen beschäftigt auch Mitarbeitende mit Handicap.

    Wie Markus Stebler erzählte, führen bei seiner Stebler Glashaus AG Gleichaltrige aus dem zukünftigen Team die Bewerbungsgespräche. Die HR-Verantwortlichen stossen erst später dazu.

    Heinrich Hochuli setzt in seinem Kleinbetrieb in Reitnau AG darauf, die eigenen Schreinerlernenden nach Lehrabschluss weiter zu beschäftigen. Als Vertreter des Schreinermeisterverbandes wies er auch auf die Projekte hin, welche der VSSM lanciert, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

    Personalexperte Tom Sahli empfahl den Unternehmen, ihre bestehenden Mitarbeitenden weiterzuentwickeln. Wegen den vollen Auftragsbüchern und den fehlenden Ressourcen sei das zwar schwierig, lohne sich aber in jedem Fall.

    Nachhaltigkeit
    Zur Ökobilanzierung von Fenstern sprach Hansueli Schmid von der Lignum. Bisher war der Bedarf nach genauen Werten im Fensterbau kaum vorhanden. Das könnte sich aber in absehbarer Zeit ändern, wenn ökologische Kriterien bei der Auftragsvergabe relevant werden. BIM könnte dabei als Lösungsbringer wirken.

    Um Wege zu mehr Nachhaltigkeit ging es auch im Referat von Gerald Feigenbutz, von der Gütegemeinschaft Kunststoff-Fensterprofilsysteme. Seine Organisation ist bestrebt, den Rezyklatanteil in Kunststofffenstern weiter zu steigern. Im Moment liegt er bei 25%. Entscheidend für die Kreislauffähigkeit der Produkte ist, dass sie sich nach ihrer Lebensdauer gut in die verwendeten Werkstoffe auftrennen lassen. Dieser Prozess muss schon bei der Entwicklung berücksichtigt werden.

    Digitalisierung
    Wie viel Potenzial der Einsatz von Simulationen bietet, zeigten gleich zwei Beispiele. Karim Ghazi Wakili von der Berner Fachhochschule BFH präsentierte hygrothermische Simulationen von Terrassenanschlüssen. Und das Frauen-Duo Vasiliki Gkesouli/Julia Hauth stellte das Projekt «Glasfalzverklebung bei Kunststofffenstern» vor. Sie setzten für ihre Entwicklung FEM-Modelle und DIC-Technik ein. Dadurch gewannen sie nicht nur viel Zeit und Geld, sie konnten auch von der hohen Zuverlässigkeit der modernen Technik profitieren.

    Mit einem spannenden Praxisbeispiel wartete Nikita Aigner auf. Mit einem Team der BFH hat er die Renovation von Fenstern architektonisch wertvoller Bauten digitalisiert und automatisiert. Der Prozess beginnt bei der Massaufnahme auf der Baustelle. Basierend auf den dort erfassten Daten kann ein Roboter die mühsame Handarbeit beim Ausglasen und Fräsen übernehmen.

    Ausblick
    Die windays werden im Zweijahresturnus durchgeführt. Das nächste Mal finden sie am Donnerstag, 3. April und Freitag, 4. April 2025 statt.

  • Die Sustainability Days 2023 zeigen, es ist Zeit zu handeln

    Die Sustainability Days 2023 zeigen, es ist Zeit zu handeln

    Unter dem Motto «Get things done» präsentierten die Sustainability Days in den vier Kongress- und Ausstellungsformaten SmartSuisse, Re‘ Summit, Future-Proof Infrastructure und MUT – Messe für Umwelttechnik während dem 28. und 29. März 2023 Trends, konkrete Lösungen in Form von innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie Strategien und Ausblicke. «Wir freuen uns, dass die Sustainability Days mit ihren 15 Themenschwerpunkten rund um Nachhaltigkeit einen so hohen Anklang gefunden haben. Unser Ziel ist, uns künftig als zentrale Plattform für eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Smart City, Corporate Sustainability,
    Umwelttechnik und Infrastruktur zu etablieren», sagt Julien Rousseau, Brand Director der Sustainability Days, zufrieden.


    Denkanstösse von nationalen und internationalen Stimmen
    Den Auftakt der Kongressreihen mit insgesamt über 170 Referierenden machte am 28. März unter anderem Marco Lambertini, Sonderbeauftragter und ehemaliger Director General von WWF International. Er plädiert für die Einleitung eines tiefgreifenden Wandels unseres Wirtschaftsmodells, um zu einer naturfreundlichen Gesellschaft zu werden und die Entwicklung von der Umweltzerstörung abzukoppeln. Auch der Keynote Speaker und Architekt Thomas Rau unterstreicht die Notwendigkeit eines schnellstmöglichen Wandels. Für ihn dabei ein wichtiger Weg: die Kreislaufwirtschaft. Seines Erachtens müssen wir die Wertschöpfungskette neu denken, hin zu einer Werterhaltungskette. Material muss in einer begrenzten Welt als etwas betrachtet werden, das nur vorübergehend genutzt und anschliessend wieder dem Kreislauf der Dinge übergeben wird.


    Auch der politische Blickwinkel auf das Thema Nachhaltigkeit spielte eine grosse Rolle. So diskutierten die Schweizer Stadtpräsidentinnen und -präsidenten Stefanie Ingold (Solothurn), Beat Jans (Basel), Michael Künzle (Winterthur), Barbara Thalmann (Uster) und Beat Züsli (Luzern) über das Ziel klimaneutraler Städte. Einigkeit herrschte darüber, dass der Klimaschutz in diesem Kontext keine Alibiübung sei. Dies zeige unter anderem, was für Massnahmen und Überlegungen bereits aufgegleist bzw. angedacht seien. Städte hätten durchaus eine Vorbildfunktion, da sie oftmals über mehr Ressourcen verfügen. Regula Rytz, ehemalige
    Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz, warf als Historikerin einen Blick auf das Thema «Sustainable Technology: zwischen echter Transformation und Fortschrittsmythen». Laut ihr brauchen neue Herausforderungen in der Umweltpolitik neue Formen von nachhaltiger
    Technologie – und es braucht Pioniergeist für echte Transformation. Pekka Timonen, Bürgermeister von Lahti, stellte in seiner Keynote die Erfolgsgeschichte der traditionellen Industriestadt vor. So hat sich Lahti zu Finnlands führender grüner Stadt und zu einem Vorreiter unter den nachhaltigen Städten Europas entwickelt.


    In weiteren Keynotes und Sessions stand der Klimawandel als solcher im Fokus. Der Generalsekretär der UN-Organisation WMO, Petteri Taalas, zeigte eindrücklich den Klimawandel sowie die damit einhergehenden Klimakatastrophen und zukünftige Szenarien mit globaler Auswirkung auf. Man müsse jetzt handeln, wenn die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels in diesem Jahrhundert verhindern werden sollen. Und auch Prof. Dr. Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich und Redner beim Re‘ Summit, das gemeinsam mit sun21 organisiert wird, teilt diese Ansicht. Nach ihm können den Klimawandel nur eine vollständige Abkehr von fossilen Brenn- und Treibstoffen sowie Netto-Null Emissionen vor 2050 begrenzen. Die Hindernisse seien dabei nicht primär technisch wirtschaftlicher Natur, sondern eine Kollision von Identitäten und die Frage, wie man auf die Herausforderungen reagieren solle. Neu war im Rahmen der SmartSuisse die Erweiterung der Themenschwerpunkte um Health, welches auf reges Interesse stoss. So diskutierten z.B. beim Health Podium Expertinnen und Experten aus der Praxis unter dem Aspekt Datensicherheit vs. Datennutzung, ob Gesundheitsdaten das neue Gold sind.


    Branchenübergreifende Begegnungen
    Ein weiteres Highlight war die Networking Dinner Party am Dienstagabend. Bei einem Drei-Gänge-Menü in lockerer Atmosphäre kamen Teilnehmende aller Formate zusammen, um branchenübergreifend miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und zu diskutieren. Unterhaltsam durch den Abend geführt wurden sie dabei vom Stand Up-Comedian und Zauberer Michel Gammenthaler sowie von «The Blackouts», die mit ihrer LED-Show gezeigt haben, wie Kunst und Technologie genutzt werden können, um eine Botschaft zu transportieren und Menschen zu inspirieren. Zu Gast war auch der Schweizer Abenteurer und Visionär
    Bertrand Piccard, der bei seinem Auftritt von seiner Weltumrundung in einem Solarflugzeug ohne Treibstoff berichtete. Als Pionier in der Betrachtung der Ökologie durch die Linse der Rentabilität setzt er sich heute für erneuerbare Energien und saubere Technologien ein.


    Konkrete Lösungen zum Anfassen und Ausprobieren
    Die Begleitausstellung bot reichlich Gelegenheit zum fachlichen Austausch sowie zum Netzwerken. 72 Anbieterinnen und Anbieter präsentierten ihre Lösungen und Innovationen und konnten wichtige Kontakte mit den Besuchenden sowie auch anderen Mitwirkenden knüpfen. «Die SmartSuisse ist für die SBB ein wichtiger Treffpunkt, um sich mit anderen Expertinnen und Experten auszutauschen, unsere Projekte weiterzuentwickeln und neue Ideen zu generieren. Dies ganz im Sinne des Smart City Lab Basel Mottos ‚vernetzen, entwickeln, testen, erleben’»,
    heisst es seitens Smart City Lab Basel, SBB AG.


    In der Ausstellung gab es zudem spannendes zu erleben: Der Aussteller SAAM (Swiss Association for Autonomous Mobility) stellte im Rahmen der SmartSuisse das von SwissMoves initiierte Projekt des teleoperierten Fahrens vor und bot den Besuchenden die Möglichkeit an, in einem aus Fribourg gesteuerten Fahrzeug auf einer Teststrecke mitzufahren. Ebenfalls Teil der Ausstellung war die MUT – Messe für Umwelttechnik, die mit ihrem Angebot das Fachpublikum der Schweizer Umwelttechnikbranche bediente. «Das Treffen der Cleantech-Industrie an der MUT zeigt die Notwendigkeit, ökologische und pragmatische Lösungen zu fördern», sagt Andreas Knecht von der Mokesa AG, welche Ausstellerin an der Messe für Umwelttechnik war.

    Virtuell diskutiert: nachhaltige Infrastrukturprojekte
    Das Future-Proof Infrastructure diskutierte am 28. März virtuell die Herausforderungen, denen sich Infrastrukturprojekte stellen müssen, um Nachhaltigkeit zu erreichen, wie z.B. finanzielle und politische Widerstandsfähigkeit. Hierfür brachte der virtuelle Kongress wichtige internationale Interessenvertreter, Investoren sowie Infrastrukturexpertinnen und -experten zusammen. Die Diskussionen machten deutlich, dass in allen Sektoren ein immenses inanzierungsdefizit bei Infrastrukturinvestitionen besteht und es dringend notwendig ist, den Klimawandel durch die Verbesserung nachhaltiger Ergebnisse der Infrastruktur zu bekämpfen. Lösungen für die Finanzierung von Infrastrukturen wurden unter anderem vom FAST-Infra Panel angesprochen, das darauf abzielt, private Investitionen in wertvolle Infrastrukturen freizusetzen. Ausserdem wurde erörtert, wie Einrichtungen zur Projektvorbereitung wichtige Infrastrukturprojekte in Ländern mit begrenztem Zugang zu finanziellen und technischen Ressourcen ans Licht bringen können. Partner des Formats ist die Global Infrastructure Basel Foundation (GIB). Die zweite Ausgabe der Sustainability Days findet voraussichtlich vom 9. bis 11. April 2024 in Basel statt.

  • Ein solides Jahr 2022 für die Wirtschaftsförderung Kanton Freiburg

    Ein solides Jahr 2022 für die Wirtschaftsförderung Kanton Freiburg

    Bei den 41 begleiteten Projekten handelt es sich um 25 Erweiterungen und 16 Neuansiedlungen von Unternehmen. Von den 16 Ansiedlungen sind 3 aus der Schweiz und 13 aus dem Ausland. Wie z.B. das japanische Unternehmen Epson, das sich im Marly Innovation Center niedergelassen hat oder die brasilianische Firma Carob House in Freiburg. Bei den Erweiterungen sind beispielsweise die Projekte von Immomig in Düdingen oder Wago Contact in Domdidier zu erwähnen.

    Auch wenn die WIF im 2022 beträchtliche Ressourcen dafür eingesetzt hat, ist das Rolex-Projekt nicht in den Zahlen des Jahresberichts berücksichtigt. Mit dem Abschluss des Raumplanungs- und Bauverfahrens sowie der Einrichtung von provisorischen Produktions- und Ausbildungsstätten wird das Projekt 2023 Form annehmen. Dieses Projekt von ausserordentlicher Tragweite und Qualität wird eine Stärkung des Freiburger Industriestandorts und eine Beschleunigung der kantonalen Kompetenzen in den Bereichen der Automatisierung, der Robotisierung sowie ganz allgemein der Industrie 4.0 zur Folge haben.

    Staatsrat Olivier Curty, Volkswirtschafts- und Berufsbildungsdirektor, sagte an der Medienkonferenz: «Die Freiburger Unternehmen haben in den letzten Jahren und Monaten ihre Resilienz eindrücklich unter Beweis gestellt. Weder die weltweite Pandemie noch der Krieg in Europa kann sie davon abhalten, zu investieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Der Kanton Freiburg setzt seine wirtschaftliche Entwicklung erfolgreich und tatkräftig fort.»

    WIF-Direktor Jerry Krattiger fasst zusammen: «Die WIF hat trotz schwierigem weltwirtschaftlichem Kontext ein gutes Jahr hinter sich. Nachdem der Staatsrat vor bald drei Jahren die Biowirtschaft und die Industrie 4.0 als Hauptachsen der kantonalen Wirtschaftsförderungsstrategie definiert hat, hat der Kanton Freiburg seine Positionierung in diesen Bereichen erfolgreich fortgesetzt.»

    Neue Regionalpolitik mit 15 neuen Projekten
    Im Rahmen des Umsetzungsprogramms 2020-2023 der Neuen Regionalpolitik (NRP) wurden letztes Jahr 15 Projekte genehmigt, mit einem Unterstützungsbeitrag von 1,35 Millionen Franken. Diese Projekte verteilen sich auf folgende Bereiche: Gemeinschaftsprojekte (9), Programm für die Bergregionen (3), Tourismus (2) und neue Themen (1).

    Ausserdem haben die Arbeiten für das NRP-Umsetzungsprogramm 2024-2027 begonnen. Industrie und Tourismus sind nach wie vor die beiden Schwerpunktthemen. Neu kommen als fachübergreifende Themen die lokale Wirtschaft, die nachhaltige Entwicklung und die Digitalisierung hinzu. Neben ihrer üblichen Tätigkeit zur Unterstützung der Gründung, Ansiedlung und Entwicklung von Unternehmen sowie ihren Aktivitäten im Bereich der NRP hat die WIF im vergangenen Jahr das letzte COVID-Unterstützungspaket für Unternehmen abgeschlossen.

  • Luzern – der Wirtschaftsstandort mit Rückenwind

    Luzern – der Wirtschaftsstandort mit Rückenwind

    Mutige Entscheide und die daraus resultierende Dynamik prägten in den letzten zwei Jahrzehnten die Entwicklung des Standortes Luzern, wobei das 1998 eröffnete KKL als Symbol des Wandels diente. Im Zuge dieser Erneuerung baute Luzern den Hochschulstandort aus und steigerte seine steuerliche Attraktivität für Einwohner und Unternehmen.

    Nach Jahren starken Wachstums und wirtschaftlichen Wohlstands steht Nachhaltigkeit heute hoch im Kurs des Zeitgeistes. Nebst wirtschaftlichen und sozialen Aspekten werden besonders ökologische Themen stärker gewichtet als in der Vergangenheit. Insbesondere die Berücksichtigung des Klimaschutzes ist zu einem echten Gradmesser für die Zukunftsfähigkeit von Geschäftsmodellen geworden. Unternehmen müssen sich dieser Herausforderung stellen und die richtige Balance zwischen dem Business von heute und dem von morgen finden.

    Der Kanton unterstützt die globalen Anstrengungen im Klimaschutz und strebt bis 2050 eine Netto-Null-Emission von Treibhausgasen an. Die Klimastrategie des Kantons Luzern lädt die Wirtschaft und die Unternehmen ein, gemeinsam an diesem Ziel mitzuarbeiten. Ein zentrales Leuchtturmprojekt wird in dieser Ausgabe genauer vorgestellt: das einzigartige Energie-Ökosystem in Dagmersellen.

    In den Bereichen Steuern, Erreichbarkeit und Bildung bleibt der Kanton durch die geplante Steuergesetzrevision und den Bau von zwei Generationenprojekten in der Verkehrsinfrastruktur (Durchgangsbahnhof und Bypass) wettbewerbsfähig. Der Ausbau der Hochschulstandorte in Horw und Luzern sichert derweil den Unternehmen den Zugang zu den künftig benötigten Fachkräften.

    Testimonials

    Adrian Steiner
    CEO, Thermoplan AG
    «Thermoplan setzt auf den Wirtschaftsstandort Luzern, weil man hier gut ausgebildete und loyale Fachkräfte in allen Bereichen findet.»

    Makoto Nakao
    President, GC International AG
    «Die Dentalmedizin in der Schweiz gehört zu den qualitativ besten der Welt. Luzern hat uns punkto Infrastruktur, Bildung und Sicherheit überzeugt.»

    Dr. Ralf P. Halbach
    CEO, Geistlich Pharma AG
    «Der attraktive Wirtschaftsstandort überzeugt Menschen aus der ganzen Schweiz und aus dem Ausland, nach Luzern zu ziehen und hier zu arbeiten. Die Erfahrung zeigt: Die Vorzüge, in Luzern zu leben, sind ein starkes Argument.»

    Peter Ruppeiner
    CEO und Co-Founder, AVANTYARD LTD.
    «Luzern entwickelt sich immer mehr zum Hotspot für Persönlichkeiten mit innovativen Ideen und Startups. Ein attraktiver Standort mit einer überschaubaren Grösse eignet sich hervorragend, um schnell ein Netzwerk aufzubauen.»

    Wirtschaftsförderung Luzern

    Alpenquai 30, CH-6005 Luzern
    +41 41 367 44 00
    info@luzern-business.ch, www.luzern-business.ch

  • Allianzvereinbarung für Projekt «Zukunftspforte Menziken»

    Allianzvereinbarung für Projekt «Zukunftspforte Menziken»

    Bisher war die Planung und Realisierung von Bauprojekten durch Silodenken geprägt. Als Folge davon litt die Verständigung unter den Projektbeteiligten und mit der Auftraggeberschaft, es gingen gute Ideen verloren und das Wissen der ausführenden Unternehmen wurde oftmals nicht genutzt. Die Immobilienentwicklerin Steiner AG setzt deshalb auf die zukunftweisende IPD-Methodik der Projektabwicklung. Bei Integrated Project Delivery (IPD) handelt es sich um einen radikal neuen Ansatz, der von Anfang an auf eine enge, kollaborative Zusammenarbeit aller wichtigen Beteiligten setzt und stets den Projekterfolg in den Mittelpunkt stellt. Dadurch wird das Silodenken (“best for me”) aufgebrochen und durch ein gemeinsames Ziel (“best for project”) ersetzt. Die Allianzpartner tragen nicht nur die Risiken gemeinsam, sondern partizipieren auch alle am Projekterfolg.

     Unterstützt wird die Steiner AG bei der erfolgreichen Einführung und Umsetzung der neuen Methodik von dem auf IPD und LEAN spezialisierten Unternehmen refine Schweiz AG. Zudem stellt Dr. iur. Wolf. S. Seidel von Seidel & Partner Rechtsanwälte beim Projekt «Zukunftspforte Menziken» die erforderliche juristische Unterstützung bei der Ausarbeitung der neuen Vertragswerke sicher.

    Starke und verlässliche Allianzpartner
    Dank der IPD-Methodik können alle beteiligten Projektpartner ihre Wertschöpfung verbessern. Gleichzeitig profitieren sie davon, dass Daten von Anfang an gemeinsam genutzt und Kommunikationsbarrieren abgebaut werden. Die gemeinsame Arbeit in der Co-Location, die LEAN Planung, sowie der konsequente Einsatz von BIM unterstützen die IPD-Methodik. Bei der «Zukunftspforte Menziken», welche von der Steiner AG als erstes IPD-Projekt ausgewählt wurde, ist die Phase der Partnerauswahl weitgehend abgeschlossen.

     Die folgenden Allianzpartner konnten für das Projekt gewonnen werden:

    •          Generalplanung: GKS Architekten Generalplaner AG
    •          Bauingenieur: EBP Schweiz AG
    •          HLKSE Planung: HEFTI.HESS.MARTIGNONI Aarau AG
    •          Elektro-Ausführung: Eniwa AG
    •          Landschaftsarchitektur: Planikum AG
    •          Rohbau: Leuthard Bau AG
    •          Bauherr / Entwicklung: Steiner AG

    Noch gesucht werden je ein Allianzpartner für

    •          HLKS-Ausführung
    •          Baumanagement Hülle + Ausbau

  • Der Bahnhof Lausanne wird auf zukünftigen Bedürfnisse ausgerichtet

    Der Bahnhof Lausanne wird auf zukünftigen Bedürfnisse ausgerichtet

    Zusammen mit ihren Beauftragten suchte die SBB intensiv nach Lösungen für die Elemente, die im Dezember 2022 den Start mehrerer Baustellen verhindert hatten. Zudem hatte das BAV im Oktober Klärung bezüglich der Statik verlangt und für Passagierströme, bei denen noch Fragen offen waren, eine partielle Plangenehmigungsverfügung erlassen. In den letzten sechs Monaten fanden zahlreiche technische und politische Konsultationen statt, um nachhaltige Lösungen zu finden.

    Lösungen für die Verankerungen im Süden des Bahnhofs
    Für die neuen Verankerungen, welche die Stützmauer und die Statik der Südfassade des Bahnhofs verstärken, wurden zusätzliche Informationen verlangt. Um die geologischen Verhältnisse des Geländes zu prüfen, wurden Testverankerungen gebaut. Nun wird das Dossier entsprechend überarbeitet und im Frühling 2024 dem BAV zur Prüfung unterbreitet.

    Lösungen für das Untergeschoss des Bahnhofplatzes
    Das BAV hat zusätzliche Informationen zur Statik des Bahnhofplatz-Untergeschosses verlangt. Bis Ende Jahr werden die Statik und das Dossier überarbeitet, sodass das BAV sie 2024 prüfen kann.

    Lösungen für die Perrons und Unterführungen
    Bei der partiellen Plangenehmigungsverfügung wurden Aspekte in Bezug auf die Perrons und Unterführungen beanstandet. Dafür suchten die SBB Projektteams nach Verbesserungen. Angesichts des steigenden Personenaufkommens und Angebots im Bahnhof Lausanne stellen staufreie und sichere Passagierströme eine grosse Herausforderung dar. Um den Abriss weiterer Gebäude südlich des Bahnhofs zu vermeiden, wurden 2012 für das Projekt Perrons definiert, die schmaler als ideal waren. Nun plant die SBB breitere Perrons mit mehr Platz für die Kund:innen, u.a. aufgrund der Entwicklung des Bahnbetriebs und der Normen zum Gleisachsabstand im Bahnhof. Die neue Gleisgeometrie liefert gleichzeitig auch die vom BAV verlangten Zusatzinformationen bezüglich der Statik. Dank dieser Verbesserungen kann der Bahnhof Lausanne länger genutzt werden, ohne dass es zu einer Überlastung kommt.

    Für das neue Projekt sind über 1000 neue Pläne, technische Berichte und Berechnungsunterlagen nötig. Die gesamte Gleis- und Perrongeometrie des Bahnhofs muss überarbeitet werden. Die SBB und ihre Beauftragten benötigen für die Erarbeitung der Dokumente 2,5 Jahre, das BAV für die Prüfung und Genehmigung dieses Teildossiers 12 Monate. Zuerst wird die Konsistenz der Gesamtplanung beurteilt, danach werden die verschiedenen Teilprojekte fortlaufend geprüft und genehmigt, sofern sie den technischen und gesetzlichen Anforderungen entsprechen. Mit den rund 12 Monaten Verspätung, die das Projekt bereits heute hat, sollten die Arbeiten 2037 abgeschlossen sein, also 4,5 Jahre später als ursprünglich geplant. Die Mehrkosten für die neue Planung werden in den nächsten Monaten analysiert.

    Neue Etappierung der Baustelle
    Die Freigabe der Plangenehmigungsdossiers in drei Phasen führt zu einer neuen Etappierung der Baustelle. Die Planer:innen bemühten sich, die Belastung für die Kund:innen möglichst gering zu halten. Durch die neue Planung hat sich auch die Abhängigkeit vom Metroprojekt minimiert. Das Angebot im Bahnhof Lausanne wird während der Arbeiten aufrechterhalten.

  • Eigentumsübertragung des Areals Schützengütli zur Entwicklung von Wohneigentum erfolgt

    Eigentumsübertragung des Areals Schützengütli zur Entwicklung von Wohneigentum erfolgt

    Im Februar 2022 erwarb die Halter AG das Areal Schützengütli in Bischofszell mit zwei Flächen von rund 6500 und 1000 Quadratmetern. Das Grundstück, das ab 1907 der Schifflistickerei und später dem Glasgleichrichterbau gedient hatte, ging 1946 in den Besitz der Malzfabrik und Fruchtpresserei Laumann & Co. über. Bis vor wenigen Jahren wurden hier Essenzen und Sirupe hergestellt. Am 10. Februar 2023 trat der revidierte Bau- und Zonenplan der Stadt Bischofszell in Kraft und ermöglichte eine Wohnnutzung mit Gestaltungsplanpflicht auf dem Areal.

    Für ein lebendiges und attraktives Bischofszell
    «Mit dieser Arealentwicklung in einem intakten Quartier werden wir attraktiven Wohnraum an sehr gut erschlossener Lage direkt beim Bahnhof schaffen», ist Rolf Zäch, Projektleiter bei Halter Entwicklungen, überzeugt. «Die Entwicklung des Areals leistet einen wertvollen Beitrag für ein attraktives Bischofszell.» Auch Thomas Weingart, Stadtpräsident von Bischofszell, ist erfreut über die anstehende Entwicklung: «Das Zentrum unserer Stadt entfaltet sich weiter positiv. Das freut den Stadtrat. Besonders ehrt uns, dass mit der Halter AG eine namhafte Firma in Bischofszell tätig wird, die ihre grosse Erfahrung in städtebaulichen Entwicklungen einbringen kann.»

    Harmonische Einbettung in Quartier und Stadt
    Geplant sind rund 50 Eigentumswohnungen, für die der Gebäudebestand bis auf einzelne Elemente weichen wird. In einem zweistufigen Studienauftrag soll eine qualitativ hochwertige Arealentwicklung erzielt werden, die den zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohnern eine hohe Wohn- und Lebensqualität bietet und sich harmonisch in das umgebende Quartier einfügt. Unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Kriterien wird ein städtebauliches Konzept für das Grundstück erarbeitet, dem in einem zweiten Schritt die architektonische Gestaltung folgt. Das von Halter Entwicklungen bereits aufgegleiste Studienauftragsverfahren wird in diesem Frühjahr starten.

  • Wenn Glacestäbchen über eine Tonne tragen…

    Wenn Glacestäbchen über eine Tonne tragen…

    Eine Schachtel Glacestäbchen, eine Tube Leim sowie Kreativität und Intuition: Mehr brauchte es nicht, um am nationalen Brückenbau-Wettbewerb der Schweiz teilzunehmen. Dementsprechend gross war das Interesse der Berufsschulen aus den drei Sprachregionen. Die 64 teilnehmenden Lernenden der Berufe Zeichner/in aus den Fachrichtungen Ingenieurbau, Geomatik, Architektur, Landschaftsarchitektur oder Raumplanung sowie Zimmerleute konstruierten ihre Brückenmodelle in
    ihrer Freizeit und investierten dafür bis zu 100 Stunden. Auf immer grösseren Anklang stösst der Wettbewerb auch bei den Studierenden FH, die mit acht Teams und 21 Teilnehmenden dabei waren. Den Brückenbau-Wettbewerb organisiert der VSS zusammen mit dem Ingenieurbüro AJS.

    Die Präsentation der Brückenmodelle im Kongresshaus in Biel zeigte die ganze Bandbreite der Kreativität der Lernenden und Studierenden: Von elegant und leicht bis massiv und schwer, inspiriert von klassischen Formen oder einfach der freien Fantasie entsprungen, minutiös bis ins letzte Detail ausgearbeitet oder eher improvisiert. Auch Jean-Marc Jeanneret, Präsident des organisierenden Verbands der Schweizer Strassen- und Verkehrsfachleute (VSS), freute sich über die riesige
    Vielfalt der präsentierten Modelle. Für ihn hat dieser Wettbewerb, der in vielen Ländern schon seit Jahren etabliert ist, gerade im digitalen Zeitalter noch einen weiteren, nicht zu unterschätzenden Effekt: «Beim ‹händischen› Zusammenbauen begreift man die Konstruktion im wahrsten Sinne des Wortes. Schwachstellen werden konkreter bewusst, als bei der statischen Berechnung oder beim 3D-Modell am Computer. So erlangen Lernende spielerisch viele Erkenntnisse, die sie sich
    sonst oft mühevoll aneignen müssen. Deshalb ist dieser Wettbewerb auch ein guter Einstieg ins Berufsleben.»

    Höhepunkt der Veranstaltung war der Belastbarkeitstest, mit dem die effektivste Brücke gekürt wurde. Erst knisternd, dann krachend und mit viel Beifall der Zuschauer brechen die Brückenmodelle auf dem Prüfstand. Die Effektivität der Brücke wird dabei nach der erreichten Tragfähigkeit in Relation zum Eigengewicht bewertet. Diese Bewertungsformel belohnt jene, die mit einem Minimum an Materialverbrauch zur effizientesten Lösung kommen – ganz im Sinne einer ressourceneffizienten
    Wirtschaft.

    Am besten gelöst hat diese Aufgabe bei den Studierenden – wie schon im Vorjahr – das Team der ZHAW Winterthur. Ihre Brücke trug eine Last von unglaublichen 1060 kg! Damit sicherten sich die drei Studenten Pascal Lämmler, Fabio Schäfer und Naatan Lohrer nicht nur den Siegerscheck in der Höhe von 1000 Franken, sondern gewannen auch in der Kategorie «Maximallast» und stellten erst noch einen neuen Rekord auf. Auch bei den Lernenden dominierte ein Team: Die Gewerbliche Berufsschule Wetzikon holte mit Valentin Voll, Pascal Roffler und Denis Bilgin den Sieg sowohl in der Kategorie «Effektivste Brücke» als auch in der Kategorie «Maximallast» (773 kg).

  • Grünes Licht für digital gefertigte Betontreppe

    Grünes Licht für digital gefertigte Betontreppe

    Sie ist eine der grossen Herausforderungen in der kommenden NEST-Unit «STEP2»: eine Betontreppe, deren Form an eine menschliche Wirbelsäule erinnert. Obwohl sich die Unit noch in der Planung befindet, wurden Teile der Treppe bereits als Prototypen produziert. Denn die Unit verfolgt ein grosses Ziel: Gebaut wird nur, was in der Baubranche eine Zukunft hat. Gemeinsam arbeiten die Partner konsequent auf die Marktreife hin – so auch bei der Treppe.

    «Das Projektteam hat gemeinsam in den letzten zwei Jahren ein völlig neuartiges Konzept zur Herstellung massgeschneiderter Betonteile erarbeitet. Das war nur möglich, weil die Expertinnen und Experten entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf Augenhöhe miteinander zusammengearbeitet haben», ist Enrico Marchesi, Innovationsmanager im NEST und Projektverantwortlicher von «STEP2», überzeugt. Das interdisziplinäre Projektteam wurde gemeinsam mit den Scouting- und Inkubationsexperten des Hauptpartners BASF zusammengestellt. Es setzt sich zusammen aus dem Architekturbüro ROK, das für die Projektleitung verantwortlich ist, dem ETH-Lehrstuhl «Digital Building Technologies», 3D-Druckexperten der BASF-Tochtergesellschaft BASF Forward AM und des 3D-Druckunternehmens New Digital Craft, Fachleuten des Betonfertigteile-Herstellers SW Umwelttechnik, Ingenieurinnen und Ingenieuren des Ingenieursbüros WaltGalmarini und den Experten des Empa-Spin-offs «re-fer».

    Massgeschneiderte Lösungen
    Die «STEP2»-Treppe demonstriert eindrücklich, wie Betonbauwerke mithilfe von computergestütztem Design und neuesten 3D-Druck-Technologien realisiert werden können. Durch den Einsatz von 3D-gedruckten Schalungen ist es möglich, komplexere Formen zu kreieren als mit bisherigen Sonderschalungen. Gleichzeitig lässt sich der Materialaufwand erheblich verringern.

    Das Verfahren ermöglicht massgeschneiderte Lösungen aus Beton, die optimal auf den jeweiligen Anwendungsfall angepasst werden können und einen hohen Detaillierungsgrad aufweisen. Daneben birgt es auch grosses Potenzial bei der Restauration, etwa bei der Erneuerung historischer Bauwerke.

    Hohe Komplexität
    Das Design der Treppe stammt vom ETH-Lehrstuhl «Digital Building Technologies». Anhand dessen entwickelte das Projektteam ein komplexes, auf Parametern basierendes Schalungssystem für die einzelnen Treppenstufen, das mittels 3D-Druck produziert wird. «Es war für uns wichtig, die digitale Fabrikation so einzusetzen, dass wir extrem filigrane Betonelemente herstellen können. Ein zentrales Kriterium für das System war die Wiederverwendbarkeit der Schalung für die Produktion mehrerer Stufen. Gleichzeitig mussten wir die Anforderungen des 3D-Drucks und des Materials sowie auch die Gegebenheiten beim Befüllen der Schalung mitberücksichtigen», erklärt Benjamin Dillenburger, Leiter des «Digital Building Technologies»-Teams. Um all diesen Anforderungen gerecht zu werden, war der Austausch innerhalb des gesamten Projektteams von zentraler Bedeutung.

    «Damit die 3D-gedruckte Schalung für mehrere Stufen zum Einsatz kommen kann, haben wir eine geeignete Beschichtung verwendet. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit entschieden wir uns dabei für ein Material, das wieder von der Schalung gelöst werden kann. Nur so können wir die sortenreine Materialtrennung sicherstellen», sagt Jörg Petri von «New Digital Craft». Er und das «Virtual Engineering»-Team von «BASF Forward AM» brachten ihr jahrelanges Knowhow im 3D-Druck-Bereich ins Projekt ein.

    «Für BASF Forward AM ist das Projekt ein wichtiger Meilenstein um aufzuzeigen, dass die verwendeten Materialien den hohen Anforderungen standhalten. Das zahlt in unsere Strategie ein, Schalungen mithilfe von 3D-Druck zu realisieren als Alternative zum herkömmlichen Formenbau», sagt Anke Johannes, Director Sales Europe bei BASF Forward AM. Beim Schalungsmaterial hat sich das Team für das Filament Ultrafuse® PET CF15 entschieden, da dieses hervorragende Eigenschaften für die Anwendung bei Betonschalungen aufweist. Am Ende stand das Konzept zur Herstellung und zum Zusammenbau der Schalungselemente.

    Der Härtetest
    Nun war die Zeit gekommen, die Treppe in die Realität zu überführen. SW Umwelttechnik stellte die Stufen mithilfe der Schalungen im eigenen Werk her. Als Material kommt ultrahochfester faserverstärkter Beton zur Anwendung. «Unser Beton ermöglicht sehr dünne, komplexe Formen, die mit normalem Stahlbeton nicht realisiert werden könnten. Es ist schön, dass wir dies anhand der Treppe in der Unit «STEP2» so eindrücklich demonstrieren können», freut sich Klaus Einfalt, CEO von SW Umwelttechnik.

    Für die Berechnung und Beurteilung der Statik ist das Ingenieursbüro WaltGalmarini zuständig. Um zu überprüfen, ob die errechneten Werte der Realität entsprechen, wurden die Stufen an die Empa geschickt. Dort wurden sie unter der Aufsicht des Ingenieursbüros von Empa-Experten verschiedenen Belastungstests unterzogen. Der erste Prototyp bestehend aus drei Stufen, die alle einzeln getestet wurden, erfüllte die Erwartungen weitestgehend und lieferte gleichzeitig neue Erkenntnisse zur Optimierung des Systems.

    Beim darauffolgenden Prototyp wurde schliesslich nicht nur die Statik, sondern auch der Aufbau des Treppensystems auf die Probe gestellt. Drei Stufen wurden aufeinander gefädelt und mit «memory-steel», einer innovativen Vorspanntechnik des Empa-Spin-offs «re-fer», zusammengespannt. Dabei wurden Stäbe vom Typ «re-bar R18» in vordefinierte Hohlräume platziert und mechanisch verankert. Die Vorspannung erfolge durch Erhitzung mittels Strom. Danach wurden weitere Versuche durchgeführt, um zu analysieren, wie belastbar die Stufen einzeln und das System insgesamt ist. Das Ergebnis: Die Ingenieure erachteten das Gesamtsystem als zuverlässig.

    «Ich freue mich sehr, dass die Treppe nicht nur auf dem Papier, sondern nun auch in der Praxis überzeugen konnte. Das stellt für uns ein äusserst wichtiger Meilenstein im Projekt dar», sagt Michael Knauss von ROK. Mit diesem «Proof-of-Concept» kann nun die Produktion der finalen Treppe erfolgen – ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Realisierung der NEST-Unit «STEP2».