Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Einfamilienhaus wird mit Bitcoin Mining geheizt

    Einfamilienhaus wird mit Bitcoin Mining geheizt

    Der erste RY3T ONE heizt ein komplettes Einfamilienhaus. Das hat die Firma RY3T aus dem Kanton St.Gallen jetzt mitgeteilt. Dabei handelt es sich um eine Serverheizung, die die Abwärme aus dem Bitcoin Mining nutzt. Sie wurde von einem Installationspartner samt Boiler und Pufferspeicher installiert.

    «Die Relevanz von Bitcoin nimmt täglich zu», so RY3T auf seiner Internetseite. «Damit Millionen von Menschen Zugang zu einem sicheren Zahlungssystem haben, braucht es Bitcoin Mining», heisst es dort weiter. «Die daraus entstehende Abwärme nutzen wir, um dein Zuhause zu heizen.»

    Solche Serverheizungen können laut RY3T ökologischer sein als Wärmepumpen. Erstens machten sie die Abwärme von Computern zu einer Ressource, statt sie einfach nur in die Luft zu entlassen. Zweitens seien Wärmepumpen zwar effizienter als Serverheizungen, doch verbrauchten sie anders als diese keinen zusätzlichen Strom, um Wärme zu erzeugen. Und drittens nutzten Serverheizungen vorhandene Technologie und bräuchten im Gegensatz zu Wärmepumpen keine zusätzlichen Komponenten und Kühlmittel.

    Einige der ersten RY3T ONEs werden zunächst als ergänzendes Heizsystem installiert. «Der Grund: Die Kunden möchten das Gerät erst einmal kennenlernen und die Wärme des Bitcoin Mining erleben.» Eine spätere Aufrüstung zur primären Heizquelle sei jedoch möglich. Die Installation selbst gestalte sich ähnlich der einer Wärmepumpe. In den auf die Erstinstallation folgenden Wochen werden den Angaben zufolge insgesamt zehn weitere Geräte in Privathäusern aufgestellt und angeschlossen.

  • Photovoltaikanlage auf dem kybunpark-Stadiondach wird vergrössert

    Photovoltaikanlage auf dem kybunpark-Stadiondach wird vergrössert

    Die St.Galler Stadtwerke (SGSW) haben ihre Photovoltaikanlage auf dem Dach des Fussballstadions kybunpark, Heimstätte des FC Gallen 1879, ausgebaut, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Ein Grossteil der lokal erzeugten Solarenergie – etwa 440’000 Kilowattstunden – wird für Veranstaltungen im Stadion genutzt. Die symbolische Einweihung der Anlage fand beim Heimspiel des FC St.Gallen 1879 gegen FC Lausanne-Sport am 26. Januar statt.

    Das Dach ist nun vollständig mit Solarmodulen belegt. Durch die zusätzliche Kapazität von 572 Kilowatt Spitzenleistung wird eine um 560’000 Kilowattstunden höhere Strommenge ermöglicht. Die Gesamtleistung der Anlage betrage neu 1’205 Kilowatt in Spitzenzeiten und erhöhe die jährliche Stromproduktion auf mehr als 1 Million Kilowattstunden. Damit könnten 288 Vier-Personen-Haushalte ihren jährlichen Strombedarf decken.

    Durch diese zwischen September 2024 und Januar 2025 von SGSW, Stadion St.Gallen AG und FC St.Gallen Event AG gemeinsam umgesetzte Kapazitätserweiterung behalte die Anlage ihren Status als «grösste Solaranlage auf einem Dach» im Stadtgebiet bei. Die bisherige Photovoltaikanlage galt bei Inbetriebnahme im Jahr 2015 mit einer Spitzenleistung von 633 Kilowatt und einer Produktion von 520’000 Kilowattstunden pro Jahr als die grösste.

  • Neue Rechenzentrum in Genf speist Abwärme ins Fernwärmenetz ein

    Neue Rechenzentrum in Genf speist Abwärme ins Fernwärmenetz ein

    INFOMANIAK, europaweit tätiger Cloud-Anbieter und Entwickler von Webtechnologien, hat im Beisein von Behördenvertretern und Projektpartnern ein neues Rechenzentrum am Unternehmensstandort Genf eingeweiht. Gemäss einer Medienmitteilung kann der von den dort 10’000 unterirdisch installierten Servern verbrauchte Strom per Fernwärmenetz als Heizenergie nochmals verwendet werden. Obgleich es sich um eine energieintensive Anlage handele, gilt das Rechenzentrum damit als «aktiver Akteur der Energierückgewinnung».

    Bereits im November 2024 wurde damit begonnen, den in diesem Rechenzentrum verbrauchten Strom zu 100 Prozent in Wärme umzuwandeln und in das kantonale Fernwärmenetz einzuspeisen. Aktuell nutze der Serverpark 25 Prozent seiner Kapazität, bis 2028 soll die Anlage mit voller Leistung laufen. Für das Fernwärmenetz wird dann eine Leistung von 1,7 Megawatt erwartet. «Mit so viel Energie können jährlich 6000 Minergie-A-Haushalte beheizt werden oder 20’000 Personen täglich fünf Minuten lang duschen», heisst es in der Mitteilung.

    Das neue Datacenter soll den bisherigen Verlust der Abwärme mit einem neuen Funktionsprinzip ändern. Es gibt die aus Strom gewonnene Wärme mit einer Temperatur von 40 bis 45 Grad an einen Luft-Wasser-Wärmetauscher ab, der einen Warmwasserkreislauf erwärmt. Wärmepumpen ermöglichen im Anschluss eine Erhöhung der Wassertemperatur, um die Abwärme in das Fernwärmenetz zu leiten.

    Zur positiven Klimawirkung trage zudem die Lage unter einem Wohngebiet bei. Dadurch seien keine Auswirkungen im Stadtbild zu befürchten. So würden mehrere bedeutende Herausforderungen der Cloud-Branche gelöst und Schritte für mehr technologische Unabhängigkeit in Europa getan, heisst es.

  • Wiederverwendung von Jalousieaktoren

    Wiederverwendung von Jalousieaktoren

    Griesser schenkt alten JAX-Aktoren ein zweites Leben. Diese Jalousieaktoren, die Teil der verkaufsstarken Sonnenschutzsteuerung KNX von Griesser sind, werden laut einer Mitteilung des Sonnenschutzspezialisten ab sofort repariert. Danach kehren sie in den wirtschaftlichen Kreislauf zurück. Sie sind ab sofort auf der Online-Plattform MyGriesser für individuelle Konfigurationen verfügbar.

    Die KNX-Varianten mit ihren JAX-Aktoren zählt Griesser zu nationalen und internationalen Verkaufsschlagern. Mit seiner jüngsten Massnahme zur «Steigerung der Nachhaltigkeit» wollte das Unternehmen nach den Worten seines CEO Urs Neuhauser «dort ansetzen, wo wir den grössten Impact erreichen können. Deshalb fiel die Wahl auf die Griesser KNX-Steuerungslösungen.» Das Qualitätsversprechen gelte auch nach der Reparatur, weshalb alle reparierten Aktoren mit einer einjährigen Garantie ausgestattet werden. Ausserdem gelten die weiteren Service-Leistungen auch für die Reparaturobjekte.

    Vorerst wird das Projekt in Frankreich lanciert. Zu einem späteren Zeitpunkt sind auch weitere Griesser-Standorte geplant.

    Wie Griesser betont, setzt das Unternehmen schon seit Längerem auf Kreislaufwirtschaft. So enthalte etwa sein Aluminium seit mehreren Jahren einen hohen Rezyklatanteil. Mit dem 2024 lancierten Green Aluminium sollen dessen CO2-Emissionen pro Kilogramm zusätzlich um bis zu 30 Prozent sinken. Vorerst wird dieses grünere Aluminium den Angaben zufolge beim Fensterladensortiment eingesetzt.

  • Innovative Messtechnik erleichtert Bauwerkskontrolle bei Stahlbeton

    Innovative Messtechnik erleichtert Bauwerkskontrolle bei Stahlbeton

    Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben eine Methode entwickelt, mit der Korrosion im Bewehrungsstahl von Stahlbetonbauwerken entdeckt werden kann, ohne dass dafür der Beton aufgebrochen werden muss. Die Methode von Maschinenbauingenieur Lukas Bircher und seinem Team setzt auf elektrochemische Messungen, informiert die ETH in einer Mitteilung. Konkret haben die Forschenden eine aus zwei aufblasbaren Dichtungen mit Elektroden in der Mitte bestehende Sonde erfunden. Im zugehörigen Kabel ist eine Wasserleitung eingebaut.

    Die Sonde wird in die Drainagerohre eingeführt, die Dichtungen werden aufgepumpt und anschliessend wird Wasser in den abgedichteten Bereich eingeleitet. Durch die Löcher in der Entwässerungsleitung stellt das Wasser eine Verbindung zwischen den Elektroden in der Sonde und dem Boden her. Dadurch entsteht eine elektrolytisch leitende Verbindung zum Stahl im Bauwerk, die eine lokale elektrochemische Messstelle bildet. „Mit der Messzelle zeichnen wir elektrische Signale auf, die unterschiedlich ausfallen, je nachdem, ob der Bewehrungsstahl korrodiert ist oder nicht“, wird Bircher in der Mitteilung zitiert.

    Derzeit muss die Sonde noch händisch nach und nach durch die Drainagerohre geleitet werden, um eine umfassende Zustandserfassung des Stahls zu ermöglichen. Im nächsten Schritt wolle das Team die Messung „mehr automatisieren und die Inspektionssonde robuster machen“, erläutert Bircher. Da sich das Konzept bereits bewährt hat, wird er gemeinsam mit dem Materialingenieur Federico Martinelli-Orlando und dem Bauingenieur Patrick Pfändler ein Start-up namens Talpa-Inspection gründen.

  • Potenziale und Herausforderungen der Umnutzung

    Potenziale und Herausforderungen der Umnutzung

    Technische und wirtschaftliche Herausforderungen
    Die Umwandlung von Gewerbebauten in Wohnraum erfordert erhebliche bauliche Anpassungen. Gebäudetiefen, Lichtverhältnisse und Infrastruktur stellen Herausforderungen dar, die hohe Investitionen verlangen. Gleichzeitig kann eine Umnutzung wirtschaftlich attraktiv sein, wenn die Mietpotenziale für Wohnraum über denen von Büroflächen liegen. Kreative Konzepte wie modulare Bauelemente oder alternative Wohnmodelle wie Co-Living können die Umsetzung erleichtern.

    Rechtliche Hürden und politische Faktoren
    Bauvorschriften, Zonenpläne und das NIMBY-Phänomen (Not In My Back Yard) können Projekte verzögern oder verhindern. Ein frühzeitiger Dialog mit Behörden und Anwohnern kann helfen, Widerstände zu minimieren. Zudem zeigt die Politik zunehmend Bereitschaft, regulatorische Rahmenbedingungen anzupassen, um Umnutzungen zu erleichtern.

    Innovative Praxisbeispiele
    Erfolgreiche Projekte wie die Umnutzung der Rennbahnklinik in Muttenz oder das Pilotprojekt auf dem ehemaligen Industrieareal ZWHATT in Regensdorf zeigen, dass durch flexible Konzepte, reduzierte Baukosten und intelligente Raumlösungen nachhaltiger Wohnraum geschaffen werden kann.

    Zukunftsperspektiven
    Umnutzungen bieten grosses Potenzial zur Bewältigung der Wohnraumknappheit und zur ressourcenschonenden Stadtentwicklung. Voraussetzung für den Erfolg sind innovative Planung, politische Unterstützung und ein kooperativer Ansatz zwischen Investoren, Behörden und der Bevölkerung.

  • Effiziente Kühlung für Rechenzentren und mehr

    Effiziente Kühlung für Rechenzentren und mehr

    Bislang war der Einsatz von Ionenwind begrenzt, da die Luftströmung zu schwach war. Das Unternehmen entwickelte nun neuartige Nadelelektroden und optimierte die Gehäuseform nach dem Coandă-Effekt, um den Luftstrom effizient zu verstärken. Diese Kombination erlaubt eine bis zu dreifache Luftgeschwindigkeit bei gleichzeitig reduziertem Energiebedarf.

    Vielseitige Einsatzmöglichkeiten
    Neben der Kühlung von Datenzentren sieht das Start-up grosses Potenzial in anderen Industrien, etwa bei Trocknungssystemen und Luftreinigungsverfahren. Die Technologie ermöglicht Luftbewegung mit minimalem Druckunterschied und könnte langfristig herkömmliche Lüfter ersetzen.

    Auf dem Weg zur Marktreife
    Das Start-up erhielt bereits mehrere Auszeichnungen und wird von Venture Kick, der Gerbert Rüf Stiftung und dem Schweizerischen Nationalfonds gefördert. Während der eigene Produktionsaufbau vorangetrieben wird, prüft das Unternehmen auch ein Lizenzmodell. Die Technologie könnte einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs in verschiedenen Sektoren leisten.

  • Onlinetool für klimaneutrale Industrieprozesse

    Onlinetool für klimaneutrale Industrieprozesse

    Die Industrie steht vor der Herausforderung, ihre Prozesse von fossilen Brennstoffen auf erneuerbare Energien umzustellen. Besonders für Temperaturbereiche von 100 bis 200°C bieten Hochtemperatur-Wärmepumpen eine energieeffiziente Lösung. Sie können nicht nur Prozesswärme bereitstellen, sondern auch gleichzeitig Kälte erzeugen, was sie für viele Industriezweige besonders attraktiv macht.

    Interaktive Technologie-Landkarte für Unternehmen
    Im Forschungsprojekt «Identifikation von industriellen Wärmepumpen für die Prozesswärme» hat das Fraunhofer ISE ein Onlinetool entwickelt, das Unternehmen gezielt bei der Auswahl der richtigen Wärmepumpentechnologie unterstützt.

    Das Tool bietet:

    • Visualisierung der verfügbaren Wärmepumpentechnologien im Temperaturbereich und Leistung
    • Zuordnung von Wärmepumpen zu spezifischen Industrieprozessen (z. B. Reinigung, Trocknung, Kühlung)
    • Interaktive Abrufmöglichkeiten für Prozesstemperaturen in verschiedenen Branchen
    • Detaillierte Fact Sheets zu Kreislaufprozessen, Verdichtertechnologien und Kältemitteln

    Ein Beitrag zur klimaneutralen Industrie
    Das Onlinetool ist Teil des Fraunhofer-Forschungsleitthemas «Klimaneutrale Industrie», das Unternehmen auf dem Weg zu einer CO₂-neutralen Energieversorgung unterstützt.

    Dazu gehören:

    • Optimierung von Energieeinsparpotenzialen
    • Nutzung industrieller Abwärme
    • Integration erneuerbarer Energien (z. B. Photovoltaik zur Eigenstromversorgung)
    • Speicherlösungen für Wärme, Kälte und Strom

    Besonderes Augenmerk liegt auch auf der Aufbereitung von Industrieabwässern, die nicht nur Abwärme, sondern oft wertvolle Reststoffe wie Metalle oder Säuren enthalten. Diese können mit modernen Rückgewinnungstechnologien effizient wiederverwertet werden.

    Mitwirken und Daten beitragen
    Der Datenpool des Onlinetools wird laufend erweitert. Hersteller von Wärmepumpen und Industrieunternehmen können mit dem Fraunhofer ISE in Kontakt treten, um ihre Daten in die Plattform zu integrieren und so die Entwicklung weiter voranzutreiben.

    Mit dieser neuen digitalen Lösung bietet das Fraunhofer ISE Unternehmen ein effektives Werkzeug zur Dekarbonisierung industrieller Prozesse und zur Steigerung der Energieeffizienz – ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Produktion.

  • Die steigende Milliardenlast für Rückversicherer

    Die steigende Milliardenlast für Rückversicherer

    Die wirtschaftlichen Folgen von Naturkatastrophen haben 2024 alarmierende Dimensionen erreicht. Munich Re beziffert die globalen Gesamtschäden auf 320 Milliarden Dollar, wovon 140 Milliarden Dollar durch Versicherungen abgedeckt waren. Damit gehört das vergangene Jahr zu den teuersten seit Beginn der Aufzeichnungen. Besonders Hurrikane, Überschwemmungen und Waldbrände verursachten hohe Kosten und zeigen die wachsenden Risiken durch den Klimawandel.

    Die teuersten Katastrophen des Jahres
    Hurrikan Helene verursachte mit 56 Milliarden Dollar den grössten Schaden, wovon nur 16 Milliarden Dollar versichert waren. Hurrikan Milton richtete Schäden in Höhe von 38 Milliarden Dollar an, mit einer Versicherungsdeckung von 25 Milliarden Dollar.

    Auch das Erdbeben in Japan am Neujahrstag 2024 hinterliess mit 15 Milliarden Dollar Schaden erhebliche Verwüstungen. Überschwemmungen in Brasilien, Valencia und Dubai verstärkten die globalen Herausforderungen.

    Klimawandel als Treiber extremer Wetterereignisse
    Studien zeigen, dass der Klimawandel die Häufigkeit und Intensität extremer Wetterphänomene verstärkt. Zwar nimmt die Anzahl tropischer Stürme nicht zu, doch ihre Zerstörungskraft wächst. 93 Prozent der weltweiten Gesamtschäden und 97 Prozent der versicherten Schäden wurden durch Wetterkatastrophen verursacht.

    Die steigenden Risiken führen zu höheren Versicherungsprämien. Besonders gefährdete Regionen mit schwacher Versicherungsabdeckung stehen vor enormen Herausforderungen. Naturkatastrophen forderten 2024 rund 11’000 Menschenleben. Weniger als in früheren Jahren, aber immer noch erheblich.

    Versicherungsbranche unter Druck
    Die Kosten für Naturkatastrophen liegen weit über den Durchschnittswerten der letzten Jahrzehnte. Der 30-Jahres-Schnitt der Gesamtschäden beträgt 181 Milliarden Dollar, der 10-Jahres-Schnitt 236 Milliarden Dollar. Die Schadenssumme von 320 Milliarden Dollar im Jahr 2024 zeigt die zunehmende Bedrohung.

    Steigende Versicherungsansprüche erhöhen die Prämien und Risikobewertungen. Regionen mit hohem Katastrophenrisiko könnten künftig schwerer versicherbar werden. Gleichzeitig sind staatliche Schutzmassnahmen nötig, um Privatpersonen und Unternehmen vor den finanziellen Folgen extremer Wetterereignisse zu schützen.

    Prävention als Schlüssel

    Die steigenden Kosten extremer Wetterereignisse erfordern Investitionen in klimaresiliente Infrastruktur. Tobias Grimm, Chef-Klimatologe bei Munich Re, betont: «Den Preis für schlimmere Wetterextreme zahlen alle, besonders aber Menschen in wenig versicherten Ländern mit geringer Finanzkraft für den Wiederaufbau.» Die Versicherungsbranche und die Politik sind gefordert, nachhaltige Strategien zur Stärkung der Widerstandskraft zu entwickeln. Nur mit präventiven Massnahmen kann die Belastung durch Klimakatastrophen langfristig reduziert werden.

  • Innovationswettbewerb für Bau-Startups in der dritten Runde

    Innovationswettbewerb für Bau-Startups in der dritten Runde

    Die Basler Startup Academy und die Fachmesse Swissbau haben die dritte Swissbau Startup Challenge ausgeschrieben. Die Kooperation fördert Jungunternehmen aus der Bau- und Immobilienbranche, die aktiv zu deren Transformation beitragen. Entsprechend liegt ein besonderer Fokus auf der Kreislaufwirtschaft. In einer Meldung auf LinkedIn zeigen sich die Veranstaltungspartner erfreut, «hier BaselCircular als Partner mit an Board haben».

    Teilnehmen können Start-ups, die nicht älter als zwei Jahre sind, und Scale-ups, die es noch nicht länger als vier Jahre gibt. Sie haben die Möglichkeit, an einer Pitching-Runde teilzunehmen und professionelle Rückmeldungen zu ihrer Geschäftsidee zu erhalten. Gleichzeitig werden sie an Bootcamps und Workshops der Startup Academy und durch das Branchennetzwerk der Swissbau gefördert.

    Die Top-Teams treten beim Finale an der Swissbau vor einer Fachjury und dem Messepublikum auf. Die Messe findet vom 20. bis 23. Januar 2026 statt. Optional können die Jungunternehmen dort auch eine Präsenz am Infopoint zum rabattierten Preis buchen.

    Beim Finale wird erstmals auch der Swissbau Circular Award verliehen. Mit dieser Auszeichnung möchten die Veranstaltungspartner neue, kreative Lösungen für eine nachhaltige Bauweise identifizieren und unterstützen sowie Start-ups, etablierte Unternehmen und Fachleute zusammenbringen, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Ausserdem soll die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft in der Bau- und Immobilienbranche herausgestellt werden. Die Anmeldung zur Challenge ist bis 31. März möglich.

    Die Swissbau ist eine Messe der MCH Group mit Sitz in Basel.

  • 850’000 Euro Kapital für nichtfossile Wärme in der Industrie

    850’000 Euro Kapital für nichtfossile Wärme in der Industrie

    SolidWatts hat eine Pre-Seed-Investitionsrunde mit 850’000 Euro abgeschlossen. Wie die 2022 von ehemaligen Mitarbeitern des CERN gegründete Ausgliederung des Genfer Nuklearforschungszentrums in einer Mitteilung informiert, wurde die Runde von der Athener Risikokapitalgesellschaft Evercurious angeführt. Beteiligt haben sich auch der Basler Start-up-Förderer Kickfund und Angel-Investoren.

    SolidWatts stellt mit dielektrischer Erwärmung, die auch als Mikrowellen-, Radiofrequenz- oder Hochfrequenzerwärmung bekannt ist, nichtfossile Wärme für industrielle Prozesse zur Verfügung. Dabei wird in einem Werkstoff Wärme durch ein elektromagnetisches Wechselfeld erzeugt.

    Laut Unternehmensangaben ist dies «eine unglaublich effiziente Methode, um Wärme für industrielle Prozesse wie Trocknen, Aushärten, Schweissen, Formen und die chemische Umwandlung von Materialien zu erzeugen». Die unternehmenseigene Solid-State-Power-Amplifier-Technologie erreichte «bisher unübertroffene Leistungs- und Effizienzniveaus». Das CERN verfügt über die weltweit grösste und leistungsstärkste Installation eines solchen Festkörper-Leistungsverstärkers.

    Wie SolidWatts-CEO und -Mitgründer Dr. Markus Aicheler in der Mitteilung ausführt, wird das frische Kapital aus der Investitionsrunde es SolidWatts ermöglichen, «die Entwicklung und den Einsatz unserer Technologie zu beschleunigen und der Industrie dabei zu helfen, ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen deutlich zu reduzieren und die CO2-Emissionen drastisch zu senken». Dabei will das Unternehmen für seine Produkte Megawatt-Leistungsstufen erreichen.

  • KI bietet Unternehmen Chancen beim Klimaschutz

    KI bietet Unternehmen Chancen beim Klimaschutz

    Die Künstliche Intelligenz bietet zahlreiche Instrumente, mit denen Unternehmen ihren Klimaschutz verbessern und ihr Geschäft an den Klimawandel anpassen können. Das zeigt ein Whitepaper, das der Verband swisscleantech mit der Beratungsfirma Accenture erarbeitet hat. Das Papier bietet sowohl eine praxisorientierte Methodik für die Analyse der eigenen Massnahmen durch die Unternehmen als auch auch einen detaillierten Marktüberblick.

    Vertreter von Unternehmen, die in der Schweiz tätig sind, zeigen auf, welche KI-Instrumente sie bereits nutzen. So setzt Swisscom die Lösung von 42hacks mit Sitz in Trogen AR ein, um die Mobilität ihrer Mitarbeitenden dank der KI-gestützten Analyse ihrer Mobilfunkdaten zu optimieren. Die Algorithmen von viboo aus Dübendorf ZH erlauben die intelligente Steuerung von Thermostaten und Heizungen.

    Siemens hat den 2023 fertiggestellten Campus von Siemens Smart Infrastructure in Zug zu einem klimaneutralen Vorzeigeprojekt für Nachhaltigkeit von Gebäuden gemacht. Im Zentrum steht dabei die digitale Gebäudeplattform Building X, die Teil von Siemens Xcelerator ist.

    Auch Google und SAP gehen im Whitepaper auf ihre KI-gestützten Massnahmen zum Klimaschutz ein.

    Die breite Anwendung von KI wird den Energiebedarf der Rechenzentren erhöhen. Ihr Anteil am weltweiten Stromverbrauch könnte bis 2030 von derzeit 1 bis 2 Prozent auf 10 Prozent steigen. Das Whitepaper zeigt auch, wie ihre Energieeffizienz erhöht werden kann. «Der steigende Stromverbrauch kann über den Einsatz von KI und weitere Effizienzmassnahmen bereits teilweise abgefedert werden,» wird swisscleantech-Co-Geschäftsführer Michael Mandl in einer Mitteilung zum Whitepaper zitiert. «Dafür benötigt es aber weitere regulatorische und politische Bemühungen.»

    Generell betont swisscleantech die Chancen von KI. «Unsere Analyse hat gezeigt, dass KI bereits heute ein enormes Potenzial bietet, um Unternehmen bei der Erreichung ihrer Klimaziele zu unterstützen», so Co-Präsident Fabian Etter.

  • Ehemalige Sporthalle wird zum Feuerwehrdepot

    Ehemalige Sporthalle wird zum Feuerwehrdepot

    Eine nicht mehr benutzte Beachvolleyball-Stahlhalle aus Bern hat eine neue Heimat im Tessin gefunden, erläutert öbu in einem Beitrag auf LinkedIn. Der Verband für nachhaltiges Wirtschaften hat die Entwicklung des Kreislaufwirtschaftsprojekts in seiner LinkedIn-Gruppe zum Thema Kreislaufwirtschaft thematisiert. Beachcenter Bern hatte die nicht mehr benötigte Halle im Juni vergangenen Jahres interessierten Abholern kostenlos zur Verfügung gestellt.

    Nun stehe fest, dass die Halle im Dorf Peccia in der Gemeinde Lavizzara wieder aufgebaut wird, informiert öbu. Dort soll sie das bei den Unwettern im letzten Sommer beschädigte Feuerwehrdepot ersetzen und als Lager- und Mehrzweckhalle dienen. Die zwischen 6 und 8 Meter hohe Halle soll dafür neu zwei Zwischengeschosse bekommen. Sie werden mit wiederverwerteten oder lokal verfügbaren Materialien realisiert.

    Zudem muss die Konstruktion für die Gegebenheiten am neuen Standort umgebaut werden, erläutert öbu. Dabei wird die ehemals quadratische Halle mit einem Grundriss von etwa 30 mal 30 Metern geteilt und als Rechteck mit Seitenlängen von 15,2 mal 38,8 Metern aufgebaut. Alle vorhandenen Materialien wie die Stahlkonstruktion, die Fassadenelemente, die Sandwichplatten für Fassade und Dach, die Schiebetore sowie die Oberlichter und Lampen finden erneut Verwendung. Die Um- und Neubauten werden von den Architekturbüros urbane landschaften aus Basel und Zanini Gozzi aus Paradiso TI realisiert. Im Sommer dieses Jahres soll die Halle ihrer neuen Bestimmung zugeführt werden können.

  • Neuer Standard bei JVA Bostadel

    Neuer Standard bei JVA Bostadel

    Die Justizvollzugsanstalt Bostadel, errichtet zwischen 1972 und 1977, zeigt nach Jahrzehnten deutliche Abnutzungsspuren. Bauliche Anpassungen zur Erhöhung der Erdbebensicherheit, des Brandschutzes und der Energieeffizienz sind dringend nötig, um die Sicherheit für Insassen und Personal zu gewährleisten. Das umfassende Sanierungsprojekt umfasst sowohl die Modernisierung der Gebäudetechnik als auch den Bau einer neuen Spezialabteilung, die während der Bauphase als Provisorium dienen wird.

    Sanierung unter Betrieb
    Ein zentraler Aspekt dieses Projekts ist die Sanierung bei laufendem Betrieb. Der Neubau ermöglicht eine temporäre Ausweichlösung während der Renovierung und richtet sich besonders an die Bedürfnisse älterer und langzeitverwahrter Gefangener. Dieser Ansatz wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Strafvollzugskonkordat der Nordwest- und Innerschweiz sowie dem Bundesamt für Justiz entwickelt, um den reibungslosen Betrieb der JVA zu gewährleisten.

    Architektonische Innovation
    Das Siegerprojekt von Eggenspieler Architekten AG und architecture + aménagement s.a. überzeugt mit der durchdachten Planung und architektonische Innovation. Der Ergänzungsbau schafft zusätzliche Aussenbereiche und sorgt durch optimale Belichtung der Innenräume für eine angenehme Umgebung. So wird eine moderne und nachhaltige Justizvollzugsinfrastruktur verwirklicht.

    Effizientes und nachhaltiges Projekt
    Die Gesamtkosten belaufen sich gemäss Grobkostenschätzung auf 66,6 Millionen Franken, netto 50,35 Millionen nach Abzug der Bundesbeiträge, ist das Projekt wirtschaftlich und nachhaltig gestaltet. Die Einbindung der Kantonsregierungen von Zug und Basel-Stadt gewährleistet die Erfüllung moderner Standards und Anforderungen.

    Weichenstellung für die Zukunft
    Nach Genehmigung durch die Kantonsregierungen und das bevorstehende Verfahren in den Kantonsparlamenten wird das Projekt etappenweise realisiert. Die Fertigstellung des Erweiterungsbaus ist bis 2028 geplant, die vollständige Sanierung bis 2031. Damit wird die JVA Bostadel auf die Anforderungen der nächsten Jahrzehnte vorbereitet.

  • Erneuerbare halten bei Strom und Wärme einen hohen Anteil

    Erneuerbare halten bei Strom und Wärme einen hohen Anteil

    Die Umstellung der Schweizer Energieversorgung auf erneuerbare Quellen kommt nur langsam voran. Das zeigt die siebte Benchmarkstudie des Bundesamtes für Energie (BfE), an der diesmal 111 Energieversorger aus der ganzen Schweiz teilgenommen haben.

    Danach stagniert der Anteil der Erneuerbaren im Vergleich zur sechsten Studie 2021/22 bei den teilnehmenden Versorgern beim Strom bei etwas über 80 Prozent, bei der Wärme leicht darunter, beim Gas bei knapp 10 Prozent. Vier Versorger haben die Ziele beim Strom bereits mit über 90 Prozent erfüllt, darunter Energie Wasser Bern (ewb) und die Services Industriels de Genève mit 95 Prozent und Eniwa in Aarau und EWZ in Zürich mit 94 Prozent. Bei der Wärme liegen EWZ mit 95 Prozent und Energie Uster und Eniwa mit je 92 Prozent Zielerfüllung vorn. Bei der Gasversorgung liegen nur ewb mit 88 Prozent und Technische Betriebe Glarus mit 84 Prozent über 80 Prozent Zielerfüllung.

    Die Digitalisierung bildet namentlich für kleine Versorger eine grosse Herausforderung. Ein Viertel von ihnen hat dafür nicht mal eine Strategie. Die knappe Hälfte hat eine Strategie, aber keine konkreten Ziele.

    Auch bei Massnahmen zur Energieeffizienz harzt es. Erst 45 Prozent der teilnehmenden Stromversorger haben bereits eine Strategie mit quantifizierten Zielen.

    Das Benchmarking selbst hat laut einer Mitteilung des BfE zur Studie mit Webinars, Veranstaltungen und Informationsmaterial einen Beitrag zum Wissenstransfer in der Branche geleistet.

  • Forschung an Beton als Kohlenstoffspeicher

    Forschung an Beton als Kohlenstoffspeicher

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) wollen mit der Arbeitsgruppe Mining the Atmosphere überschüssiges Kohlendioxid in grossen Mengen aus der Atmosphäre entfernen. Laut einer Mitteilung könnten so 5 bis 10 Milliarden Tonnen Kohlenstoff jährlich als Betonzuschlagstoffe genutzt werden. Dies sei genug, um nach der Energiewende das überschüssige CO2 innerhalb von 100 Jahren dauerhaft zu speichern und so die Atmosphäre wieder auf ein klimaverträgliches Niveau zu bringen. Dabei handelt es sich um schätzungsweise 400 Milliarden Tonnen Kohlenstoff oder umgerechnet rund 1500 Milliarden Tonnen CO2.

    Für die Umsetzung wird jedoch überschüssige erneuerbare Energie benötigt. Nur so kann das Kohlendioxid zunächst in Methan oder Methanol umgewandelt werden, um es anschliessend zu Polymeren, Wasserstoff oder festem Kohlenstoff weiterzuverarbeiten «Diese Berechnungen basieren auf der Annahme, dass nach 2050 ausreichend erneuerbare Energie verfügbar ist», wird Pietro Lura, Leiter der Empa-Abteilung Beton und Asphalt, in der Mitteilung zitiert.

    Doch die weltweit benötigte Menge an Baumaterialien übersteigt den überschüssigen Kohlenstoff in der Atmosphäre bei weitem «Selbst wenn genügend erneuerbare Energie verfügbar ist, bleibt die zentrale Frage, wie diese riesigen Mengen Kohlenstoff langfristig gelagert werden können», erläutert Lura weiter. Einen Ansatz sehen die Forscher hier in der Herstellung von Siliziumkarbid, das als Füllstoff in Baumaterialien und die Herstellung von Asphalt genutzt werden kann. Dies soll den Kohlenstoff langfristig binden und mechanisch hervorragende Eigenschaften besitzen. Die Herstellung bezeichnet Lura allerdings als äusserst energieintensiv. Die Herstellung erfordert noch erhebliche Material- und Verarbeitungsforschung, um sie wirtschaftlich rentabel zu machen.

  • Leuchtturm Papieri Cham

    Leuchtturm Papieri Cham

    Menschen suchen heute das «Sowohl-als-auch» – im Fall der Papieri ist es das Zusammenspiel eines urbanen Lebensgefühls in nächster Nähe zur Natur. Einerseits bietet der neue Ortsteil alle Extras eines lebendigen Quartiers mit praktischen Dienstleistungen für den Alltag wie ein vielfältiges Einkaufs- und
    Gastronomieangebot, Kinderbetreuung oder Freizeitangebote in Kultur und Sport. Andrerseits kann man Ruhe an der Lorze oder in einem der unmittelbar angrenzenden Naherholungsgebiete finden.

    Next Level Spaces
    In der dritten Bauetappe werden mit den «Next Level Spaces» insgesamt 10’000 m² Office-, Gewerbe- und Verkaufsflächen erstellt. Wo und wie gearbeitet wird, hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Um Mitarbeitende zu begeistern, braucht es attraktive, aber auch anpassungsfähige Arbeitskonzepte. Dies führt zu neuen Anforderungen an die Gebäude, wie eine hohe Flexibilität, um vom Bürolayout bis zur Haustechnik unterschiedlichsten Bedürfnissen gerecht zu werden.

    So sind die Flächen der «Next Level Spaces» flexibel gestaltbare und über 6 Meter hohe Räume mit einer Nutzlast von bis zu einer Tonne pro m², und es lassen sich nach Bedarf Zwischenböden einziehen. Der Nutzer entscheidet, wo es Zwischenböden braucht, und kann so auch nachträglich Zusatzflächen schaffen. Die «Next Level Spaces» bieten zukunftsorientierten Unternehmen einen Wow-Standort für Büros, Gewerbe und Industrie 4.0.

    Wahrzeichen Kesselhaus
    Ebenfalls in der dritten Bauetappe wird das Wahrzeichen im Herzen des Areals umgenutzt – das denkmalgeschützte Kesselhaus. Wo früher Dampfkessel eingeheizt wurden, erwartet künftig Gaumenschmaus die Gäste. Im Frühling 2026 erweitert die Segmüller Collection ihr Portfolio einzigartiger Gastronomie-Konzepte wie z.B. Carlton, Loft Five, Roof Garden oder Sablier in Zürich nach Cham an den Papieri-Platz und eröffnet im Erdgeschoss des Kesselhauses ein neues Grillrestaurant mit Bar und Lounge. Industrieller Charme trifft auf modernen Lifestyle, archaische Feuerküche auf raffinierte Eleganz – ein Ort, der Genuss für jeden Geschmack verspricht. Im darüberliegenden Westteil warten einzigartige Büroräumlichkeiten im einstigen Denkmal auf neue Nutzer und im Ostteil bietet ein Fitnesscenter Raum für körperlichen Ausgleich.

    Nachhaltigkeit
    Ausgezeichnet mit dem «Watt d’Or» des Bundesamts für Energie ermöglicht das Energiesystem des Papieri-Areals einen komplett CO2-freien Betrieb und erzeugt letztendlich rund 75% der Energie vor Ort. Zusätzlich wird das Gewerbehaus der «Next Level Spaces» mit dem international rennommierten Nachhaltigkeits-Label «Leed Platinum» zertifiziert. Auch ressourcenschonendes Bauen ist in der Papieri bereits gelebte Praxis. Beispielsweise mit der Umnutzung der denkmalgeschützten Gebäude wie dem Kesselhaus oder mittels einem innovativen Holz-Hybrid-Wohnhochhaus. Der wichtigste Beitrag zur Nachhaltigkeit ist jedoch eine lange Lebensdauer. Diesem Faktor wird in der Entwicklung grosse Beachtung geschenkt. Gebäude müssen flexibel sein, um in der Zukunft heute noch unbekannten Bedürfnissen der sich verändernden Gesellschaft gerecht zu werden. Ein Bürogebäude, das sich beispielsweise zu Wohnungen umnutzen lässt, verhindert einen frühzeitigen Abriss und leistet damit einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Deshalb werden in der Papieri qualitativ hochstehende, anpassungsfähige Gebäude gebaut, die auch in Jahrzehnten noch Gefallen für verschiedene Nutzungen finden.

  • Faltbare und wieder verwendbare Schalung revolutioniert Betonbau

    Faltbare und wieder verwendbare Schalung revolutioniert Betonbau

    Unfold Form heisst die leichte und mehrfach verwendbare Schalung für Gewölbebauten aus Beton. Sie wurde von der Architektur-Doktorandin Lotte Scheder-Bieschin in der ETH-Forschungsgruppe von Philippe Block entwickelt. Gegenüber herkömmlichen Decken spart sie laut einem Bericht der ETH bis zu 60 Prozent Beton und bis zu 90 Prozent Stahl.

    Unfold Form besteht aus dünnen, flexiblen Sperrholzstreifen. Sie sind durch Textilscharniere miteinander verbunden und lassen sich wie Fächer entfalten. In einem Holzrahmen werden vier solcher Formen einfach und schnell zu einer tragfähigen Schalung mit Zacken zusammengefügt. Darauf wird der Beton gegossen. «Der Beton nimmt diese Riffelung auf als Rippen», so die Erfinderin. «Diese Rippen helfen dabei, Lasten abzutragen.»

    Ist der Beton ausgehärtet, lässt sich die Schalung von unten entfernen, wieder zusammenfalten und erneut gebrauchen. Den Angaben zufolge wiegt das ganze System für den Prototyp nur 24 Kilogramm, kann aber bis zu 1 Tonne Beton tragen.

    «Man braucht neben dem Material nur eine Schablone für die Form und ein Heftgerät.» Das Material für den Prototyp kostete 650 Franken. Wie die Forscherin betont, lässt sich die Schalung ohne Fachwissen oder Hightech produzieren und aufstellen. So sei sie weltweit und auch mit beschränkten Mitteln einsetzbar, etwa in Entwicklungsländern. Denn gerade dort sei die Nachfrage nach Neubauten sehr hoch.

    Von der südafrikanischen Partnerfirma nonCrete, die sich für nachhaltige Bauten und erschwinglichen Wohnraum einsetzt, wurde vor Ort der zweite Prototyp gegossen. «Mit dem neuartigen Schalungssystem», so Scheder-Bieschin, «sollen in südafrikanischen Townships dereinst Wohnhäuser entstehen, die qualitativ gut, würdig und nachhaltig sind».

  • Kraftwerk in Saas Almagell soll mit höherem Staudamm allen Strom im Winter erzeugen

    Kraftwerk in Saas Almagell soll mit höherem Staudamm allen Strom im Winter erzeugen

    Die Kraftwerke Mattmark AG haben laut einer Mitteilung die Machbarkeit der Erhöhung ihres Staudamms um 3 und 10 Meter prüfen lassen. Gemäss einer Vorstudie kann eine Erhöhung um 10 Meter die gesamte bisherige Stromproduktion von 60 Gigawattstunden in den Winter verlagern. Das Stauvolumen des Sees steigt dabei um 18 Prozent. Es braucht keine neuen Wasserfassungen oder Zuleitungen.  Die Investitionen betragen 83 Millionen Franken. Die Arbeiten würden vier Jahre in Anspruch nehmen.

    Mitaktionär Axpo aus Baden hat die Vorstudie im Auftrag des Betreiberunternehmens erarbeitet. Nun erarbeitet Axpo auch das technische Vorprojekt und den Umweltverträglichkeitsbericht. Parallel dazu sollen Vertreter von Anspruchsgruppen aus der Bevölkerung, dem Umweltschutz und dem Tourismus in Begleitgruppen einbezogen werden.

    An der Kraftwerke Mattmark AG sind ausser Axpo mit 38,88 Prozent auch die Axpo-Tochter CKW mit 27,78 Prozent, die BKW und die Stadt Sitten mit je 11,11 Prozent sowie die ewl und die Stadt Siders mit je 5,56 Prozent beteiligt. Der vollständige Betrieb des ab 1958 errichteten Kraftwerks im Saastal wurde 1969 aufgenommen.

    Derzeit werden rund 33 Gigawattstunden Strom im Winterhalbjahr und 28 Gigawattstunden im Sommerhalbjahr erzeugt.

  • Smart-City-Strategie Zug

    Smart-City-Strategie Zug

    Die Herausforderungen des Stadtwachstums, von der Klimakrise über die Verkehrslogistik bis zur Siedlungsverdichtung, verlangen nach ganzheitlichen Ansätzen. Zug setzt dabei auf die Digitalisierung als Schlüsselstrategie. Mit ihrer starken technologischen Basis und dem aktiven Einbezug aller städtischen Akteure bietet die Smart-City-Strategie Zug innovative Antworten auf die Fragen der Zukunft.

    Intelligente Verwaltung und bürgernahe Dienstleistungen
    Die Stadt Zug strebt eine effiziente, bürgernahe Verwaltung an, die den Zugang zu Dienstleistungen erleichtert und Transparenz fördert. Digitale Technologien, wie etwa Open Data und smarte Verwaltungsprozesse, bieten Bürgerinnen und Bürgern orts- und zeitunabhängige Zugänge zu städtischen Angeboten. Dieser kundenfreundliche Ansatz stärkt den Dialog zwischen Stadt und Bevölkerung und macht Zug zur Vorreiterin für eine moderne Stadtverwaltung.

    Gesellschaftliche Teilhabe und digitale Kompetenzen stärken
    Mit der Smart-City-Strategie schafft Zug neue Plattformen für die Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen. Digitale Kanäle erweitern den Dialog und fördern das Mitspracherecht, insbesondere für jüngere Generationen und weniger mobile Personen. Bildungsangebote sollen die digitalen Kompetenzen sowohl der Bevölkerung als auch der Verwaltung verbessern und die Zugerinnen und Zuger für die Chancen und Herausforderungen der digitalen Transformation fit machen.

    Smart Mobility für nachhaltige Mobilität und Lebensqualität
    Eine zentrale Säule der Strategie ist die smarte Mobilität. Innovative Technologien und alternative Verkehrsformen sollen den Pendelverkehr entlasten, Emissionen reduzieren und die Aufenthaltsqualität erhöhen. Zug setzt dabei auf Echtzeitdaten, intermodale Mobilität und den Ausbau emissionsfreier Verkehrsträger. Das Ziel: eine saubere, sichere und nachhaltige Mobilität, die das Stadtleben bereichert.

    Innovationsstarker Wirtschaftsstandort
    Mit seiner dynamischen Start-up-Szene und innovativen Branchen wie Fintech und Blockchain schafft Zug ein attraktives Umfeld für Hightech-Unternehmen und qualifizierte Fachkräfte. Die Smart-City-Strategie stärkt das Standortprofil und vernetzt Unternehmen, die sich für eine nachhaltige Wirtschaft und Kreislaufprozesse einsetzen. Zug wird so nicht nur als Lebensraum, sondern auch als Wirtschaftsstandort zukunftsfähig aufgestellt.

    Nachhaltigkeit und Umweltschutz durch smarte Technologien
    Die Förderung von Energieeffizienz und CO2-Reduktion ist ein zentrales Ziel der Strategie. Digitale Anwendungen wie «Smart Metering» ermöglichen eine transparente Darstellung des Energieverbrauchs und fördern den bewussten Umgang mit Ressourcen. Die Stadt setzt auf den Ausbau erneuerbarer Energien und eine intelligente Nutzung der bestehenden Infrastruktur – ein klares Bekenntnis zu Klimaschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung.

  • Kooperation für nachhaltige Energieversorgung in Arlesheim, Münchenstein und Reinach

    Kooperation für nachhaltige Energieversorgung in Arlesheim, Münchenstein und Reinach

    Primeo Energie und uptownBasel vertiefen ihre Zusammenarbeit. Die beiden Baselbieter Unternehmen haben Ende Dezember 2024 «zwei bedeutende Verträge» unterzeichnet, erläutert Primeo Energie in einer Mitteilung. Sie dienen unter anderem dem Ziel, die auf dem Areal des Kompetenzzentrums für die Industrie 4.0 in Arlesheim anfallende Abwärme zum Beheizen tausender Wohnungen in den umliegenden Gemeinden Arlesheim, Münchenstein und Reinach zu nutzen.

    Dafür stellt uptownBasel Partner Primeo Energie langfristig das Gebäude 4 zur Verfügung. Hier wird der Energieversorger mit Sitz in Münchenstein die Übergabezentrale für die Abwärme des Kompetenzzentrums einrichten. Im zweiten Vertrag geht es um das Arealnetz. Danach ist Primeo Energie sowohl für die Betriebsführung als auch für die Instandhaltung des Netzes auf dem 75’000 Quadratmeter grossen Areal des Kompetenzzentrums zuständig. Bestandteil des Arealnetzes bilden unter anderem Hoch- und Mittelspannungsleitungen für die Energieversorgung des Areals und seiner neun Gebäude.

  • Abschiedsfeier für das Raben-Bad in Baden geplant

    Abschiedsfeier für das Raben-Bad in Baden geplant

    Bagni Popolari läutet das Ende der Zwischennutzung im Bad zum Raben ein. Am 25. Januar soll im Thermalbad am Kurplatz in Baden Abschied gefeiert und das Ende der Ausstellung «Acts of Attention» begangen werden, informiert der Verein in einer Mitteilung. An der Limmatpromenade wird gleichzeitig ein temporäres Aussenbecken mit naturbelassenem Thermalwasser zum Baden einladen.

    Bagni Popolari habe das vormals stillgelegte Raben-Bad seit 2017 mit Ausstellungen, Performances, Musik, Lesungen, Vorträgen, Animationsfilmen wieder belebt und dabei tausende Besuchende gezählt, heisst es in der Mitteilung. Für einen Weiterbetrieb müsse das Thermalbad nun aber gründlich renoviert werden. Unter anderem brauche es eine solide Bädertechnik, eine Lüftung, neue elektrische Installationen und rollstuhlgängige WCs.

    Für den Umbau ist die aus Bagni Popolari hervorgegangene Raben-Genossenschaft zuständig. Sie hat sich 2022 zum Erwerb des Badegeschosses im ehemaligen Badegasthof zum Raben gegründet. Nach Einschätzung der Raben-Genossenschaft werden die nötigen Umbauten rund 4,5 Millionen Franken kosten.

    1,5 Millionen davon sollen durch den Verkauf neuer Genossenschaftsanteile und Spenden zusammenkommen. Die übrigen 3 Millionen Franken will die Raben-Genossenschaft über Zuwendungen der öffentlichen Hand, von Stiftungen und Sponsoren sowie durch Darlehen aufbringen. «Wenn alles gut läuft, kann Bagni Popolari 2027 die erste Vernissage im erneuerten Bad zum Raben feiern», hofft der Verein.

  • Neues Energiezentrum für das Limmattal

    Neues Energiezentrum für das Limmattal

    Ein Team um das Architekturbüro Penzel Valier AG aus Zürich hat den Studienauftrag für das Limmattaler Energiezentrum (LEZ) von Limeco gewonnen, wie aus einer Medienmitteilung hervorgeht. Das von Limeco als Generationenprojekt bezeichnete Vorhaben umfasst den Neubau der Kehrichtverwertungsanlage (KVA) und die Erweiterung der Abwasserreinigungsanlage (ARA) in Dietikon. Limeco wird dort aus Abfall und Wasser CO2-neutrale Energie für das Limmattal produzieren.

    Der Studienauftrag zielte laut Limeco darauf ab, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, bei dem sich das LEZ in die Umgebung einfügt und die verschiedenen Ansprüche der umliegenden Gebiete berücksichtigt werden. Gleichzeitig soll das Projekt einfach aus- und umgebaut werden können.

    Das Siegerprojekt «vermittelt erfolgreich zwischen dem Gewerbegebiet Silbern und der Auenlandschaft», wird Stefano Kunz, Präsident des Verwaltungsrats von Limeco und Vorsitzender im Beurteilungsgremium, in der Mitteilung zitiert. Es vereine «schlüssig und stringent die gesellschaftlichen, örtlichen und betrieblichen Anforderungen» und schaffe so einen grossen Mehrwert.

    Die KVA erreicht bis 2034 das Ende ihrer Lebensdauer und muss daher neu gebaut werden. Die ARA soll bis 2050 erweitert werden. Limeco setzt sich eigenen Angaben zufolge bei der Planung des Projekts für einen Dialog mit ihren Trägergemeinden, der Bevölkerung, dem Kanton sowie Natur- und Umweltschutzorganisationen ein. Das Ergebnis des 2020 gestarteten Mitwirkungsprozesses ist in zwei Weissbüchern dokumentiert. Es sei als Grundlage in den Studienauftrag eingeflossen.

    Die Projektentwürfe der insgesamt sechs Teams, die sich um den Studienauftrag bemüht haben, werden am 18. und 19. Januar sowie am 1. Februar in der Heimstrasse 46, 8953 Dietikon, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

  • Nachhaltige Wandelemente entfeuchten Innenräume

    Nachhaltige Wandelemente entfeuchten Innenräume

    Ein Forscherteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) hat Bauelemente entwickelt, mit denen sich Räume entfeuchten lassen. Laut einer Mitteilung sind die Elemente in der Lage, Feuchtigkeit zu binden und damit temporär einzulagern. Die Wandelemente bestehen aus einem hygroskopischen Feuchtigkeit bindendem Material. Dieses ist in der Lage, bei Bedarf eine höhere Luftfeuchtigkeit in einem Innenraum aufzunehmen und anschliessend durch Lüften des Raumes wieder an seine Umgebung abzugeben. «Unsere Lösung empfiehlt sich für stark frequentierte Räume, für die die installierten Lüftungsanlagen ungenügend sind», wird der Betreuer des Forschungsprojekts, Guillaume Habert, Professor für Nachhaltiges Bauen an der ETH, in der Mitteilung zitiert.

    Die Bauelemente entstehen aus wiederverwendbaren Materialien, dabei kommen Abfälle aus Marmorsteinbrüchen zum Einsatz. Diese werden feinst vermahlen und mit einem Bindematerial, einem sogenannten Geopolymer, zu einem festen Baustoff verarbeitet. Das Geopolymer besteht dabei aus einer wässrigen Kaliumsilikatlösung und Metakaolin, welches traditionell bei der Herstellung von Porzellan verwendet wird. Produziert wird mittels 3D-Drucktechnik. Bei dieser Technik wird das Marmorpulver schichtenweise aufgetragen und mittels Geopolymer verbunden. «Mit diesem Verfahren lassen sich Bauteile in einem grossen Formenreichtum effizient herstellen», heisst es von Benjamin Dillenburger, Professor für Digitale Bautechnologien der ETH. Bisher konnte das Team so Prototypen eines 20 mal 20 Zentimeter grossen und 4 Zentimeter dicken Wand- und Deckenelements herstellen. Die Forschenden sehen nach diesem Machbarkeitsnachweis Chancen, die Technologie auf industriellen Massstab zu skalieren.

  • Beton als CO₂-Speicher

    Beton als CO₂-Speicher

    Die Reduktion von Treibhausgasemissionen allein reicht nicht aus, um den Klimawandel zu bremsen. Es ist ebenso wichtig, bereits ausgestossenes CO₂ aktiv aus der Atmosphäre zu entfernen. Forschende der Empa haben berechnet, dass durch gezielte CO₂-Speicherung in Beton jährlich bis zu zehn Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden werden könnten. Dieser Prozess könnte langfristig helfen, das CO₂-Niveau der Atmosphäre auf den Zielwert von 350 ppm zurückzuführen.

    Das Konzept basiert auf der Umwandlung von CO₂ in feste Kohlenstoffverbindungen, die als Betonzuschlagstoffe genutzt werden. Neben Beton könnten auch andere Baumaterialien wie Asphalt oder Kunststoffe zur Speicherung beitragen. Die Herausforderung liegt darin, grosse Mengen Kohlenstoff effizient und schnell in diese Materialien einzubringen, ohne deren Eigenschaften zu verschlechtern.

    Siliziumkarbid als Schlüsseltechnologie
    Ein vielversprechender Ansatz ist die Herstellung von Siliziumkarbid als Betonzuschlagstoff. Diese Verbindung kann Kohlenstoff nahezu dauerhaft binden und verbessert gleichzeitig die mechanischen Eigenschaften des Betons. Allerdings ist die Produktion von Siliziumkarbid sehr energieintensiv, weshalb der vollständige Einsatz dieser Technologie erst nach der Energiewende realistisch ist.

    Ohne den Einsatz von Siliziumkarbid würde es mehr als 200 Jahre dauern, das überschüssige CO₂ aus der Atmosphäre zu entfernen. Durch eine Kombination aus porösem Kohlenstoff und Siliziumkarbid liesse sich dieser Prozess jedoch erheblich beschleunigen.

    Neue Wege für eine CO₂-bindende Wirtschaft
    Die Forschungsinitiative «Mining the Atmosphere» verfolgt das Ziel, CO₂ nicht nur zu reduzieren, sondern als wertvollen Rohstoff zu nutzen. Neben der Speicherung in Baumaterialien kann Kohlenstoff auch für die Herstellung von Polymeren, Karbonfasern oder Graphen genutzt werden.

    Für eine erfolgreiche Umsetzung sind jedoch technologische Fortschritte sowie wirtschaftliche und regulatorische Anreize erforderlich. Die Forschenden betonen, dass eine Kombination aus CO₂-Reduktion und aktiver Entfernung notwendig ist, um den Klimawandel langfristig einzudämmen.

    Mit der Nutzung von Beton als Kohlenstoffspeicher könnte ein entscheidender Beitrag zur Stabilisierung des Klimas geleistet werden. Eine nachhaltige Lösung für die Zukunft der Bauindustrie.

  • Innovative Windturbine geht in Testphase

    Innovative Windturbine geht in Testphase

    VentoStream stellt derzeit die Beta-Version des ersten hochskalierten Prototypen seiner neuartigen Windenergieanlagen fertig und plant für dieses Jahr eine Testphase. Das 2023 gegründete Unternehmen hat eine Technologie entwickelt, die auf fast zwölf Jahren der Entwicklung basiert. VentoStream bezeichnet seine Anlagen als «innovatives Produkt zur Stromproduktion aus Wind ohne Nebenwirkungen».

    Laut Firmenangaben eliminieren die VentoStream-Turbinen viele Nachteile konventioneller Propeller-Windkraftanlagen: Sie sind kleiner und leichter, lassen sich daher einfacher transportieren und installieren. Zudem beeinträchtigen sie das Landschaftsbild deutlich weniger und sie sind geräuscharm. «Sie entkräftigen damit praktisch alle Gründe für Einsprachen gegen Windparks», so VentoStream. Dazu bestehen sie hauptsächlich aus wiederverwertbarem Aluminium und Kupfer. Dagegen sind die Flügel herkömmlicher Windräder nicht rezyklierbar.

    Die VentoStream-Technologie basiert auf der klassischen Strömungslehre, Aerodynamik und moderner Turbinentechnologie. Sie besteht aus unterschiedlichen Systemeinheiten, die im Zusammenspiel erheblich mehr Leistung erzeugen sollen als konventionelle Propellerwindkraftanlagen. Als mögliche Nutzer nennt VentoStream Unternehmen, die eigenen Strom erzeugen möchten, Elektrizitätswerke, die öffentliche Hand, Bergbahnen und Pistenbetreiber, Eisenbahn und Solargesellschaften.

    Im Sommer 2025 soll die zweistufige Testphase beginnen. Die ersten Tests werden Unternehmensangaben zufolge an einem Standort im Baselbiet durchgeführt. Dabei soll die Funktionalität optimiert und die Leistungskennlinie validiert werden. «Im zweiten Schritt», so CEO Manuel Bernsau, «möchten wir die Windturbine an einem hochalpinen Standort testen».

  • Schweizer Datenökosystem

    Schweizer Datenökosystem

    Daten sind eine zentrale Ressource für wirtschaftliche Entwicklung, Forschung und gesellschaftlichen Fortschritt. Um zu verhindern, dass Daten in isolierten Silos verbleiben, setzt der Bund auf ein nationales Datenökosystem. Dieses umfasst themenspezifische Datenräume, in denen Unternehmen, Hochschulen, Behörden und Organisationen sicher und kontrolliert Daten austauschen können.

    Der Bundesrat hat die Bundeskanzlei beauftragt, eine zentrale Anlaufstelle zur Koordination dieser Datenräume zu schaffen. Die Anlaufstelle Datenökosystem Schweiz, die am 15. Januar 2025 ihren Betrieb aufgenommen hat, wird von der Bundeskanzlei in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Kommunikation, dem Bundesamt für Statistik und der Direktion für Völkerrecht betrieben.

    Koordination, Beratung und internationale Vernetzung
    Die Hauptaufgabe der Anlaufstelle besteht darin, Grundlagen für ein interoperables Datenökosystem zu schaffen. Dazu gehören Regelwerke, technische Standards und organisatorische Strukturen. Gleichzeitig unterstützt sie laufende Datenraumprojekte mit konzeptioneller, organisatorischer und rechtlicher Beratung.

    Ein zentrales Element ist die Vernetzung der relevanten Akteure. In sogenannten Communities of Practice können Fachleute Wissen und Erfahrungen austauschen, um die Entwicklung gemeinsamer Datenlösungen zu beschleunigen. Darüber hinaus arbeitet die Anlaufstelle mit internationalen Partnern wie dem Fraunhofer-Institut zusammen, um die Kompatibilität schweizerischer Datenräume mit europäischen und globalen Initiativen sicherzustellen.

    Daten für Wirtschaft, Forschung und Gesellschaft nutzbar machen
    Mehrere Datenraumprojekte befinden sich bereits im Aufbau, etwa in den Bereichen Gesundheit («DigiSanté»), Tourismus («Nationale Dateninfrastruktur für den Tourismus») und Landwirtschaft («agridata.ch»). Ein weiteres Beispiel ist der geplante Mobilitätsdatenraum, in dem Akteure des öffentlichen Verkehrs, der Logistik und der Behörden Mobilitätsdaten austauschen. Dies ermöglicht effizientere Verkehrssteuerung, optimierte Routenplanung für Spediteure und schnellere Reaktionszeiten für Blaulichtorganisationen.

    Mit der neuen Anlaufstelle setzt die Schweiz einen wichtigen Schritt, um das Potenzial von Daten nachhaltig zu nutzen und digitale Innovationen über Branchen- und Verwaltungsgrenzen hinweg zu fördern.

  • Bioinspiriertes «Solar Gate» reguliert klimaneutral

    Bioinspiriertes «Solar Gate» reguliert klimaneutral

    In der Natur passen sich Pflanzenstrukturen auf intelligente Weise an ihre Umgebung an, diese Prinzipien nutzt nun auch die Architektur. Forschende der Universitäten Freiburg und Stuttgart haben mit dem «Solar Gate» ein Fassadensystem entwickelt, das auf Veränderungen von Luftfeuchtigkeit und Temperatur reagiert, ohne mechanische oder elektrische Komponenten zu benötigen.

    Dieses adaptive Verschattungssystem wurde an der livMatS Biomimetic Shell installiert, einem Forschungsgebäude der Universität Freiburg. Es basiert auf hygromorphen Materialien, die sich wie Kiefernzapfen selbstständig öffnen und schliessen. Dadurch lässt das System im Winter Sonnenlicht zur natürlichen Erwärmung ins Gebäude und schützt im Sommer vor übermässiger Hitze – vollkommen energieautark.

    4D-Druck ermöglicht intelligente Fassaden
    Das Geheimnis hinter der Innovation liegt in der Kombination aus biobasierten Zellulosematerialien und modernster 4D-Drucktechnologie. Zellulose, ein erneuerbarer und reichlich vorhandener Rohstoff, reagiert auf Feuchtigkeitsschwankungen, indem sie sich ausdehnt oder zusammenzieht. Das Forschungsteam hat diese natürliche Eigenschaft genutzt, um eine zweischichtige Struktur zu entwickeln, die sich je nach Wetterlage automatisch anpasst.

    Die mit 4D-Druck hergestellten Elemente rollen sich bei hoher Luftfeuchtigkeit ein und öffnen sich, während sie sich bei trockenen Bedingungen abflachen und schliessen. Damit bietet das «Solar Gate» eine völlig neue Möglichkeit, Gebäude klimaneutral zu regulieren.

    Energieeffiziente Bauweise der Zukunft
    Der Gebäudesektor ist für einen grossen Teil der weltweiten CO₂-Emissionen verantwortlich. Durch intelligente, biobasierte Materialien können Gebäude ihren Energieverbrauch für Heizung, Kühlung und Lüftung erheblich reduzieren. Das «Solar Gate» zeigt, wie natürliche Prinzipien und moderne Fertigungstechnologien zu nachhaltigen architektonischen Lösungen führen können.

    Mit diesem innovativen Verschattungssystem beweisen die Forschenden, dass nachhaltige Bauweisen nicht nur umweltfreundlich, sondern auch effizient und kostengünstig sein können. Die Zukunft der Architektur könnte damit ein grosses Stück näher an der Natur liegen.

  • Schweizer Energiepreis würdigt Innovationen in Technologie und Nachhaltigkeit

    Schweizer Energiepreis würdigt Innovationen in Technologie und Nachhaltigkeit

    Das BFE zeichnet am Abend des 9. Januar im Kongresszentrum Kursaal in Bern die siegreichen Projekte des Energiepreises Watt d’Or 2025 aus. Der Watt d’Orist nicht dotiert. In dem bereits zum 18. Mal durchgeführten Wettbewerb werden Trophäen in Form einer Schneekugel in den Kategorien Energietechnologien, Erneuerbare Energien, energieeffiziente Mobilität sowie Gebäude und Raum vergeben. Zudem würdigt das BFE in diesem Jahr vier Projekte mit einem Sonderpreis, informiert das BFE in einer entsprechenden Mitteilung.

    In der Kategorie Energietechnologien trug die von der Hochschule Luzern und der Matica AG aus Kaltenbach TG entwickelte Sorptionsspeicher-Wärmepumpe SeasON den Sieg davon. Die Schneekugel in der Kategorie Erneuerbare Energien ging an die Agri-Photovoltaikanlage der ewb bei der Lubera AG in Buchs SG, die das Sonnenlicht sowohl zum Pflanzenwachstum als auch zur Stromproduktion nutzen kann. Die Kategorie Energieeffiziente Mobilität konnte der Elektropower-Tunnel der Galliker Transport AG in Altishofen LU für sich entscheiden. Er wurde in Zusammenarbeit mit der Fent AG aus Seon AG, der Thomas Lüem Partner AG aus Baar ZG und der CKW AG aus Luzern entwickelt. Der Mini-Wärmeverbund des Basler Energieunternehmens IWB bekam dem Watt d’Or für die Kategorie Gebäude und Raum.

    Vier Projekte der Genossenschaft Elektra in Jegenstorf BE, der Freiburger Groupe E, dem Tessiner Verteilnetzbetreiber Azienda Elettrica di Massagno sowie der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich wurden mit einem Spezialpreis der Jury zu innovativen Netztarifen bedacht. Insgesamt hatten sich 40 Projekte für den diesjährigen Watt d’Or beworben.

  • Immobiliengesellschaft sichert Finanzierung für grüne Projekte ab

    Immobiliengesellschaft sichert Finanzierung für grüne Projekte ab

    Die HIAG Immobilien Holding AG mit Sitz in Basel hat laut Medienmitteilung ihren ersten Green Bond über 100 Millionen Franken mit einer Laufzeit von 5,25 Jahren und einem Coupon von 1,42 Prozent platziert. Die Emissionserlöse werden zur Finanzierung und Refinanzierung von nachhaltigen Gebäuden und Projekten gemäss dem Green Financing Framework von HIAG verwendet, heisst es weiter. Die Liberierung, also die Einzahlung von gezeichneten Gesellschaftsanteilen, erfolgt per 23. Januar 2025. Der Handel des Green Bonds an der SIX Swiss Exchange sei beantragt.

    Mit dieser Emission habe HIAG vom günstigen Zinsumfeld profitieren und die Finanzierungen über einen längeren Zeithorizont absichern können, heisst es weiter. Der Green Bond und auch die im Sommer 2023 lancierte nachhaltig ausgerichtete Syndikatskreditlinie über 500 Millionen Franken stehen im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie von HIAG, heisst es weiter.

    Die Immobiliengesellschaft HIAG ist an der SIX Swiss Exchange kotiert und verfügt nach eigenen Angaben über ein Immobilienportfolio im Gesamtwert von 1,95 Milliarden Franken. HIAG arbeitet auf einer Fläche von rund 743’000 Quadratmetern mit derzeit 58 Projekten und einem erwarteten Investitionsvolumen von 3 Milliarden Franken. Das Portfolio umfasse 41 Areale mit gut erschlossenen Büro-, Gewerbe- und Logistikimmobilien sowie ausgewählten Wohnobjekten in zukunftsorientierten Wachstumsregionen der Deutsch- und Westschweiz, heisst es  von HIAG.