Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Nachhaltigkeitsstandard für Schweizer Immobilienfonds eingeführt

    Nachhaltigkeitsstandard für Schweizer Immobilienfonds eingeführt

    Der Schweizer Immobiliensektor verantwortet etwa ein Viertel aller CO2-Emissionen. Um die Situation und das Marktverhalten übersichtlicher zu gestalten, hat der Verband Swiss Sustainable Finance jetzt einen Standardfragebogen zur Nachhaltigkeit von Immobilienfonds erarbeitet. Dieser soll den Immobilienhandel transparenter gestalten und in Bezug auf Nachhaltigkeit zu belastbaren Entscheidungen führen, heisst es in einer Mitteilung. Investoren können Fragen zur Nachhaltigkeit einheitlich beantworten und damit die Vergleichbarkeit der Angebote erhöhen. Die so erhaltene Transparenz ist sowohl für Banken und Vermögensverwalter als auch für potentielle Investoren interessant. Zudem gibt der Fragebogen Auskunft über die Einhaltung von ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) im Immobiliensektor.

    „Ein Standardfragebogen erhöht die Vergleichbarkeit und reduziert den Aufwand für alle Beteiligten“, wird Sabine Döbeli, CEO von Swiss Sustainable Finance, in der Mitteilung zitiert. „Gleichzeitig kann über eine regelmässige Weiterentwicklung unter Einbezug aller Akteure in der Wertschöpfungskette von Immobilieninvestments dafür gesorgt werden, dass der Fragebogen an aktuelle Entwicklungen angepasst wird und immer die relevantesten Informationen enthält.“  (mehr …)

  • Gebäudeprogramm für energetische Sanierungen verzeichnet Rekordnachfrage

    Gebäudeprogramm für energetische Sanierungen verzeichnet Rekordnachfrage

    Für das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen wird ein Rekordjahr vermeldet. Laut einer Medienmitteilung sind im Jahr 2023 Förderungen in Höhe von 528 Millionen Franken ausbezahlt worden. Es sei der höchste Betrag seit Einführung des Programms im Jahr 2010. Gegenüber dem Vorjahr ergebe sich eine Steigerung um 25 Prozent.

    Die geförderten Massnahmen führten über ihre Lebensdauer zu einer Energiereduktion bei Gebäuden in Höhe von 11,2 Milliarden Kilowattstunden sowie zu 3,4 Millionen Tonnen weniger CO2-Ausstoss, heisst es.

    Gründe für die erhöhte Nachfrage seien die Themen Energieversorgungssicherheit und Energiesparen, die unverändert präsent sind für die Öffentlichkeit. Die Kantone hätten infolge steigender Energiekosten ihre Förderbudgets und teilweise Fördergelder erhöht und damit Anreize im Sanierungssektor geschaffen.

    Weiter heisst es, neben den Auszahlungen hätten auch die Verpflichtungen von Fördermitteln für energetische Massnahmen, die in den nächsten fünf Jahren umgesetzt und ausbezahlt werden, mit 587 Millionen Franken fast wieder den Höchstwert von 2022 in Höhe von 592 Millionen Franken erreicht.

    Der grösste Teil davon entfiel auf Sanierungsvorhaben für die Haustechnik. Die Förderfranken sollen in den nächsten Jahren für den Austausch von 26’500 Heizungen verwendet werden. Für Systemsanierungen seien 114 Millionen Franken vorgesehen.

    Ausser für die Klimaziele hatte das Gebäudeprogramm einen positiven Effekt auf Beschäftigung und Wertschöpfung. 3000 Vollzeitäquivalente und 150 Millionen Franken an zusätzlicher inländischer Wertschöpfung konnten damit generiert werden.

  • Portfolio mit drittem Green Bond wird erweitert

    Portfolio mit drittem Green Bond wird erweitert

    Die Zug Estates Holding AG hat am 26. August mit Liberierung zum 30. September ihren bereits dritten Green Bond platziert, informiert die auf Entwicklung, Vermarktung und Betrieb von Liegenschaften in der Region Zug spezialisierte Immobiliengesellschaft in einer Mitteilung. Der an institutionelle Investoren adressierte Bond im Umfang von 100 Millionen Franken hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit 1,65 Prozent verzinst.

    Bereits 2019 hatte Zug Estates den ersten Green Bond emittiert. Im Jahr 2022 stellte die Immobiliengesellschaft ihr Anleihenportfolio dann vollständig auf Green Bonds um. Derzeit machen grüne Gebäude rund 95 Prozent des Gesamtportfolios von Zug Estates aus. Als grüne Gebäude werden dabei Liegenschaften klassiert, die weniger als 1 Kilogramm Treibhausgasemissionen pro Quadratmeter Energiebezugsfläche aufweisen.

    In Zukunft will Zug Estates neben Green Bonds auch andere Arten von grünen Finanzinstrumenten anbieten können. Dazu hat die Immobiliengesellschaft ihr Green Bond Framework auf ein Green Finance Framework erweitert. Im Rahmen der Erweiterung hat Zug Estates dabei eine zweite Meinung von International Shareholder Services (ISS) Corporate Solutions eingeholt. Die auf ESG-Research und -Rating spezialisierte Agentur hat der Immobiliengesellschaft am 23. August die Einstufung C+ und damit den Status Prime verliehen.

  • Studie zeigt Chancen für Fassadenbegrünung und Solarpanels

    Studie zeigt Chancen für Fassadenbegrünung und Solarpanels

    Im Rahmen des Projekts GreenPV hat ein Forschungsteam der Hochschule Luzern innovative Lösungsansätze für die Gestaltung von Gebäudefassaden entwickelt. Ziel war es, die Potenziale von Photovoltaikanlagen (PV) und Begrünung zu erforschen, um den steigenden Herausforderungen durch die Klimaerwärmung zu begegnen. Eine speziell für Planer und Bauherren entwickelte Broschüre fasst die Erkenntnisse und Empfehlungen des Projekts zusammen.

    Die Bedeutung dieser Forschung wird deutlich, wenn man sich die Prognosen des National Center for Climate Services ansieht: Die Jahresmitteltemperatur in der Schweiz könnte bis Ende des 21. Jahrhunderts um bis zu 5,4 Grad ansteigen. Dies wird nicht nur den Energiebedarf, insbesondere für Kühlung, erheblich erhöhen, sondern auch die Behaglichkeit in Gebäuden beeinflussen. Photovoltaikanlagen können genau dann Energie liefern, wenn sie am dringendsten benötigt wird, nämlich bei intensiver Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig bieten begrünte Fassaden eine sinnvolle Alternative in urbanen Gebieten, wo neue Grünflächen rar sind.

    Fassaden als ungenutztes Potenzial
    «Während auf Dächern die Vorteile von PV-Systemen und Begrünungen bereits vermehrt genutzt werden, bleiben Fassaden bisher weitgehend ungenutzt», erläutert Dr. Silvia Domingo, Forscherin an der HSLU. Dabei bieten Fassaden eine hervorragende Gelegenheit zur Energiegewinnung und Begrünung, ohne zusätzliche Flächen zu beanspruchen. Besonders in der kalten Jahreszeit erweisen sich PV-Anlagen an Südfassaden als besonders effizient, da sie den niedrigen Neigungswinkel der Sonne optimal nutzen können.

    Die Studie zeigt jedoch auch, dass es Hindernisse gibt, die einer breiteren Anwendung dieser Technologien im Wege stehen. Dazu gehören finanzielle Herausforderungen, fehlende Richtlinien und Bedenken hinsichtlich des Brandschutzes. Diese Faktoren sorgen oft für Verunsicherung bei Bauherren. Um dem entgegenzuwirken, hat das Forschungsteam eine Broschüre mit praxisnahen Empfehlungen für die Anwendung von PV-Anlagen und Begrünungen an Fassaden erstellt.

    Optische Aspekte und funktionale Synergien
    Ein weiteres Hindernis, das Dr. Domingo identifiziert, ist die ästhetische Wahrnehmung von Solarpanels an Gebäudefassaden. Schwarze Solarpanels entsprechen oft nicht den visuellen Vorstellungen der Bauherrschaften. Doch die Forschung zeigt, dass in Zukunft auch Solarpanels in verschiedenen Farben und Texturen erhältlich sein könnten, ohne signifikante Einbussen bei der Effizienz.

    Neben PV-Anlagen bieten begrünte Fassaden zahlreiche Vorteile, die weit über den Kühleffekt hinausgehen. Sie tragen zur Biodiversität bei, verbessern die Luftqualität, mindern die Schallausbreitung und fördern die Regenwasserretention. Diese Vorteile sind besonders in dicht bebauten städtischen Gebieten von grosser Bedeutung, wo sie die Lebensqualität erheblich steigern können.

    Die Kombination von Begrünung und PV-Anlagen
    Die HSLU-Studie zeigt, dass Begrünungen und PV-Anlagen an Fassaden oft gut kombiniert werden können, um Synergien zu nutzen. Während PV-Anlagen an unbeschatteten, höheren Fassadenbereichen für maximale Energiegewinnung sorgen, entfalten begrünte Flächen in bodennahen Bereichen ihre kühlende und lärmabsorbierende Wirkung. Diese Kombination trägt zu einem angenehmeren Quartierklima und einer klimafreundlichen Stromproduktion bei.

    Abschluss des Projekts GreenPV
    Das Projekt GreenPV, das im Dezember 2021 startete und bis Mitte 2024 lief, wurde von einem breiten Netzwerk an Unterstützern finanziert, darunter das Bundesamt für Energie (BFE) und verschiedene Stiftungen. Das Projektteam, unter der Leitung von Gianrico Settembrini, hat wertvolle Erkenntnisse gewonnen, die in einer Broschüre festgehalten sind und nun Planer, Bauherren und Interessierten zur Verfügung stehen.

    Mit den Ergebnissen des Projekts GreenPV liefert die HSLU einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung im Bauwesen und zeigt auf, wie Begrünung und Solarpanels an Fassaden kombiniert werden können, um den Herausforderungen des Klimawandels effektiv zu begegnen.

  • Eröffnung der NEST-Unit «STEP2»

    Eröffnung der NEST-Unit «STEP2»

    Am 29. August 2024 wurde das neueste Gebäudemodul «STEP2» im Forschungs- und Innovationsgebäude NEST der Empa offiziell eröffnet. Dieses zweistöckige Modul im Südosten von NEST vereint eine Vielzahl von Innovationen, die alle darauf abzielen, den Material- und Energieverbrauch in der Bauindustrie signifikant zu senken und ressourcenschonende Bauweisen zu fördern.

    In der Schweiz ist der Bausektor für den Grossteil des Rohstoffverbrauchs, des Abfallaufkommens und ein Drittel der CO2-Emissionen verantwortlich. Mit dem NEST-Gebäude verfolgt die Empa gemeinsam mit über 150 Partnern das Ziel, neue Technologien und Materialien so weit zu entwickeln, dass sie marktreif werden. Die Unit «STEP2» ist das jüngste Beispiel dafür, wie diese Vision in die Realität umgesetzt wird.

    Von der digitalen Treppe bis zur adaptiven Fassade
    Beim Betreten der «STEP2»-Unit fällt sofort die innovative Rippen-Filigrandecke ins Auge. Diese wurde von einem interdisziplinären Team entwickelt und ermöglicht Spannweiten von bis zu 14 Metern, ideal für den Büro- und Hochhausbau. Dank digitaler Planungsmethoden und 3D-gedruckter Schalungen konnte der Materialaufwand um 40 % reduziert werden, ohne Kompromisse bei der Stabilität einzugehen. Die Decke erfüllt zudem wichtige Funktionen in der Raumakustik und als thermische Speichermasse.

    Eine weitere technologische Meisterleistung ist die geschwungene Betontreppe «Cadenza», die das Herzstück des Gebäudes bildet. Sie wurde mithilfe computergestützter Designs und 3D-Drucktechnologien realisiert, was eine extrem materialeffiziente Bauweise ermöglichte. Diese Treppe zeigt eindrucksvoll, wie digitale Fertigungstechnologien zu innovativen und nachhaltigen Designlösungen im Bauwesen beitragen können.

    Ganzheitliches Energiekonzept und innovative Materialien
    Die «STEP2»-Unit setzt auf ein integriertes Energie- und Behaglichkeitskonzept, das in Zusammenarbeit mit führenden Ingenieuren entwickelt wurde. Die neuartige Doppelhautfassade, die mit moderner Beschattungstechnik und kontrollierter natürlicher Lüftung ausgestattet ist, spielt eine zentrale Rolle in der Energieeffizienz des Gebäudes. Diese Fassade dient gleichzeitig als Testplattform, um in Zukunft neue Technologien einfach integrieren zu können.

    Auch bei den verwendeten Materialien setzt «STEP2» auf Innovation und Nachhaltigkeit. So wurden Wand- und Bodenpaneele aus rezyklierten Abfallstoffen wie Denim-Fasern, Pappbechern und Kaffeesatz hergestellt. Diese Materialien senken nicht nur den Bedarf an neuen Rohstoffen, sondern tragen auch zur Reduktion von Treibhausgasemissionen bei.

    Co-Creation und Marktreife
    Die Entwicklung der «STEP2»-Unit erfolgte im Rahmen eines Co-Creation-Ansatzes, bei dem alle beteiligten Partner von Anfang an eng zusammenarbeiteten. Dieser Ansatz ermöglichte es, marktfähige Lösungen zu entwickeln, die in der Bauindustrie eine echte Zukunft haben. Für die BASF, Hauptpartner des Projekts, bietet «STEP2» die ideale Umgebung, um ihr chemisches Know-how in konkrete, nachhaltige Baulösungen umzusetzen.

    «STEP2» ist mehr als nur ein Gebäudemodul – es ist eine reale Innovationsumgebung, die zeigt, wie Forschung und Wirtschaft erfolgreich zusammenarbeiten können, um nachhaltige Technologien zur Marktreife zu bringen. Die Unit wird künftig als Arbeitsplatz und Innovationswerkstatt dienen, um weitere Fortschritte in der nachhaltigen Bauweise zu erzielen.

  • Zürich bevorzugt Umbau vor Neubau

    Zürich bevorzugt Umbau vor Neubau

    Immobilien Stadt Zürich (IMMO) hat ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, nimmt im Portfoliomanagement der IMMO Nachhaltigkeit einen vorderen Rang ein. Entsprechend einer im Frühjahr vorgestellten Nachhaltigkeitsstrategie setzt das Unternehmen alles daran, das städtische Netto-Null-Ziel bis zum Jahr 2035 zu erreichen. Im Fokus stehen dabei neben Betriebsoptimierungen vor allem der Ersatz fossiler Heizungen. Wie der Bericht ausweist, verursacht das IMMO-Portfolio gegenwärtig nur noch ein Drittel der Emissionen im Vergleich zum Jahr 2007. Begünstigt wird das Senken der Emissionen auch durch den Ausbau von Solaranlagen sowie dem Bau von Ladestationen zum Fördern der E-Mobilität.

    Darüber hinaus ist IMMO bestrebt, sogenannte graue Emissionen zu senken. Dies soll umgesetzt werden, in dem der Erhalt von Bausubstanz und deren nachhaltiger Umbau vor Neubau priorisiert wird. Des Weiteren sieht die Planung im Einklang mit städtebaulichen Veränderungen eine Entsiegelung von Flächen, das Anlegen von Grünanlagen und den Erhalt von Biodiversität vor. So sollen entsprechende Anlagen mit Pflanzen von Bäumen auf dem Schulgelände Gabler bis zum Herbst 2024 abgeschlossen sein.

    Der Nachhaltigkeitsbericht soll künftig alle zwei Jahre vorgelegt werden, heisst es in der Mitteilung.

  • Kilchberg vergibt Auftrag für Seewasser-Wärmeverbund

    Kilchberg vergibt Auftrag für Seewasser-Wärmeverbund

    Die AEW Energie AG aus Aarau hat von der Gemeinde Kilchberg den Zuschlag für die Projektentwicklung des Seewasser-Wärmeverbunds Kilchberg bekommen, informiert AEW in einer Mitteilung. Der Auftrag wurde im Rahmen eines Submissionsverfahrens vergeben. Das Aargauer Energieunternehmen wird Bau, Betrieb und Finanzierung des Wärmeverbunds übernehmen.

    In einem ersten Schritt will AEW nun den bestehenden Projektumfang überprüfen und Schlüsselkunden kontaktieren. Darauf aufbauend soll die Wirtschaftlichkeitsberechnung erneut analysiert werden. Gleichzeitig will AEW Kundinnen und Kunden akquirieren. Erst im Anschluss wird das Unternehmen den definitiven Umsetzungsentscheid fällen.

    «Der finale Investitionsentscheid ist im Sommer 2025 zu erwarten», schreibt AEW. Läuft alles nach Plan, könnten erste Wärmelieferungen im Frühjahr 2027 erfolgen. Bis dahin wollen Gemeinde und Unternehmen die Bevölkerung über wichtige Projektschritte auf dem Laufenden halten.

  • Neues Whitepaper: «Energiespeicher für Immobilien: Erneuerbare Energien effizient nutzen»

    Neues Whitepaper: «Energiespeicher für Immobilien: Erneuerbare Energien effizient nutzen»

    Link zum Whitepaper

    Bis 2050 will die Schweiz das Netto-Null-Ziel erreichen. Es gilt daher, fossile Energien durch erneuerbare zu ersetzen. Allerdings ist der Ertrag der Anlagen von der Witterung sowie der Tages- und Jahreszeit abhängig. Um Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen, braucht es Speicherlösungen. Diese verbessern zudem die CO2-Bilanz, weil weniger Öl und Gas für die Abdeckung von Spitzenlasten benötigt werden.

    Stromspeicher: Batterie bringt Flexibilität
    Batteriespeicher können überschüssigen Solarstrom lokal zwischenspeichern und später Verbraucher*innen im Haushalt, Elektroautos oder die Wärmepumpe versorgen. Dies steigert den Eigenverbrauch und damit die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen deutlich. Nebst den Betreibern profitiert auch das Stromnetz von Speichern. So muss etwa eine Solaranlage bei Überproduktion nicht wegen einer drohenden Netzüberlastung abgekoppelt werden. Übersteigt im umgekehrten Fall die Nachfrage das Angebot, lassen sich mit lokal gespeicherter Energie Lastspitzen decken, was das Netz stabilisiert und die Kosten senkt. Als Standard-Stromspeicher dient heute die Lithium-Ionen-Batterie, während sich Alternativen wie Natrium-Ionen-Batterien oder Salzbatterien noch nicht etabliert haben. Gleiches gilt für das bidirektionale Laden, bei dem die Batterie eines Elektrofahrzeugs als lokaler Stromspeicher genutzt wird.

    Wärmespeicher: Erdsonden und Behälter
    Eine Alternative zum Speichern von Solarstromüberschüssen bietet die Umwandlung in thermische Energie. Wärme lässt sich über Wochen oder Monate speichern und bei Bedarf wieder für die Beheizung und die Warmwasserversorgung nutzen. So ergänzen Wärmespeicher erneuerbare Heizsysteme wie Wärmepumpen oder thermische Netze. Einige Speichertypen kann man zudem im Sommer als Wärmesenke nutzen, um Gebäude mit wenig Energieaufwand zu kühlen. Die in der Schweiz gängigsten Speichertypen sind Erdsonden-Wärmespeicher und Behälter-Wärmespeicher. Eine interessante Variante, die weniger Platz benötigt, sind Eisspeicher.

    Wasserstoff und Methan: Saisonale Speicherung
    Überschüssiger Solarstrom kann auch durch Umwandlung in ein CO2-neutrales Gas wie Wasserstoff oder Methan («Power-to-Gas») saisonal gespeichert werden. Bei Bedarf lässt sich das Gas entweder zur Produktion von Wärme und Strom oder als Treibstoff für Fahrzeuge verwenden. Wasserstoff entsteht durch die Elektrolyse von Wasser, der Wirkungsgrad dieser Umwandlung liegt bei bis zu 80%. Eine weitere Verarbeitung zu Methan hat den Vorteil, dass dieses ins Erdgasnetz eingespeist werden kann und keine separate Infrastruktur benötigt. Der Gesamtwirkungsgrad hängt von den angewendeten Methoden ab, liegt aber heute im besten Fall bei 50 bis 70% und ist noch nicht wirtschaftlich.

    Ausführlichere Informationen sowie Beispiele aus der Praxis finden Sie im neuen ewz-Whitepaper «Energiespeicher für Immobilien: Erneuerbare Energien effizient nutzen».

  • Bevölkerung unterstützt nachhaltige Stromproduktion

    Bevölkerung unterstützt nachhaltige Stromproduktion

    Das Stimmvolk von Spiringen hat am 18. August der Solaranlage Sidenplangg mit 68,8 Prozent deutlich zugestimmt. Die Stimmbeteiligung betrug 55,3 Prozent. Das Stimmvolk nehme mit seiner Zustimmung eine grosse Chance wahr und zeige, dass es sich für eine nachhaltige Stromproduktion einsetze, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung.

    Auch EWA-energieUri ist über das Ja erfreut. Er sei «dankbar, dass sich die Bevölkerung von Spiringen so deutlich hinter unser Projekt stellt», wird Werner Jauch, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Urner Energieerzeugers, in einer eigenen Mitteilung zitiert. Nun müsse die Korporation Uri als Grundeigentümerin dem Projekt zustimmen. Danach könne das Baugesuch eingereicht werden.

    Die Anlage soll im Schächental auf 12 Hektaren in einer Höhe von 1800 bis 2000 Metern über dem Meer in einem Gelände errichtet werden, das heute bereits für Lawinenverbauungen genutzt wird. Bei einer Leistung von 8 Megawatt sollen jährlich rund 12,5 Gigawattstunden erzeugt werden, davon bis zu 45 Prozent im Winter. Die Investitionen betragen rund 39 Millionen Franken. Der erste Teil der Anlage soll Ende 2025 ans Netz gehen.

    Ausser EWA-energieUri und der Gemeinde beteiligt sich auch die aventron AG, ein Gemeinschaftsunternehmen Schweizer Regionalwerke mit Sitz in Münchenstein BL, an dem Vorhaben.

  • Frisches Kapital für die Dekarbonisierung von Immobilien

    Frisches Kapital für die Dekarbonisierung von Immobilien

    Der Softwaredienstleister Optiml hat sich in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde frisches Kapital in Höhe von 4 Millionen Dollar sichern können. Wie aus einer auf Linkedin veröffentlichten Mitteilung hervorgeht, will das Unternehmen den Immobilienmarkt weiter mit Software bei Schritten zu Dekarbonisierung in der Branche unterstützen. Als Dienstleister (Software-as-a-Service/SaaS) will Optiml Programme entwickeln, die die Datenverwaltung erleichtern und Instrumente für Asset- und Portfolioentscheidungen liefern. Dabei beachtet das Unternehmen ständig wechselnde Regulatorien und Marktbedingungen, heisst es in der Mitteilung. Mit von Künstlicher Intelligenz unterstützter Software können Immobilienfirmen und -besitzer ihre Sanierungs- und Renovierungsarbeiten marktgerecht planen und dabei Ziele der Dekarbonisierung der Objekte einarbeiten.

    Die Sanierungs- und Dekarbonisierungssoftware der 2022 gegründeten Ausgliederung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) beruht auf jahrelanger Forschung in der ETH-Gruppe Nachhaltigkeit und Technologie (SusTec). Sie bedient sich wissenschaftsbasierter Optimierungsalgorithmen.

  • Kanton Zürich will Solaranlagen auf grossen Dächern vorschreiben

    Kanton Zürich will Solaranlagen auf grossen Dächern vorschreiben

    «Für eine sichere Stromversorgung in der Schweiz und um das Ziel Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen, muss die Stromproduktion aus lokalen erneuerbaren Energien rasch und deutlich ausgebaut werden», leitet die Staatskanzlei des Kantons Zürich eine Mitteilung zu einer geplanten Teilrevision des Energiegesetzes ein. Konkret will der Kanton Zürich die Errichtung von Solaranlagen auf geeigneten Dächern ab 300 Quadratmetern Fläche verbindlich machen. Damit könnten rund 60 Prozent eines jährlichen Potenzials von insgesamt 6 Terawattstunden Solarstrom von Dächern ausgeschöpft werden, schätzt der Kanton.

    Die Installation von Solaranlagen auf grossen Dächern soll sowohl für Neubauten als auch für Bestandsbauten verbindlich sein. Bereits bestehende Gebäude dürfen dabei bei einer Dachsanierung, spätestens aber bis 2040 nachgerüstet werden. Die Vorgabe soll zudem nur dann greifen, «wenn die Solaranlage über die gesamte Lebensdauer wirtschaftlich ist». Die entsprechende Gesetzesvorlage wurde in die bis Ende November dauernde Vernehmlassung geschickt.

    Neben der Pflicht für Solaranlagen sieht die Teilrevision die Förderung von Technologien zur saisonalen Energiespeicherung vor. Sie soll aus einem von den Stromnetzbetreibern verwalteten Förderfonds erfolgen, der aus einer Abgabe von maximal 0,5 Rappen pro Kilowattstunde Strom geäufnet wird. Angedacht sind wettbewerbliche Ausschreibungen, von denen Projekte mit dem meisten Winterstrom pro Förderfranken profitieren, sowie die Unterstützung von noch in der Entwicklung befindlichen Technologien zur saisonalen Speicherung.

  • Nachhaltige Immobilien: fit für die Zukunft

    Nachhaltige Immobilien: fit für die Zukunft

    Wohn- und Gewerbeliegenschaften brauchen Energie – und zwar signifikant. So ist der Schweizer Gebäudepark für 25 Prozent des Schweizer Endenergiebedarfs sowie für einen Drittel des inländischen CO2-Ausstosses verantwortlich. Deshalb spielen Immobilien auch eine Schlüsselrolle in der Energiewende. Doch das Streben nach mehr Nachhaltigkeit im Gebäudebereich ist nicht nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll. Investitionen zur Steigerung der Energieeffizienz und für den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien wirken wertvermehrend. Und nachhaltige Gebäude sind langfristig marktfähig. Die Migros Bank bietet Firmenkunden eine kostenlose Analyse zur Identifikation des Optimierungspotenzials in ihrem Immobilienportfolio.

    Kostenlose Analyse von Immobilienportfolios
    Eine nachhaltige Immobilie stiftet langfristig einen ökologischen, einen sozialen wie auch einen ökonomischen Nutzen. Was dies für ein einzelne Wohnliegenschaft konkret bedeutet, muss individuell beurteilt werden. Bei der ökologischen Nachhaltigkeit geht es generell darum, die Energieeffizienz des Gebäudes zu steigern und die Emissionen zu senken.

    Gemeinsam mit Kundinnen und Kunden überprüft die Migros Bank die Wohn-liegenschaften auf Nachhaltigkeit, Rendite, Potenzial und Marktfähigkeit. Gemeinsam mit Immobilienfachleuten wurde dazu ein Hilfsmittel entwickelt. Dieses zeigt auf, welche Investitionen einen Einfluss auf Einsparungen und Kosten aus diesen Investitionen resultieren und welche CO2-Emissionen des Immobilienportfolios zu erwarten sind. Oftmals haben eine energetische Sanierung oder ein frühzeitiger Heizungsersatz einen positiven Einfluss auf die Rentabilität.

    Die Chancen nachhaltiger Gebäude
    Steigt die Energieeffizienz von Gebäuden, sinken die Energiekosten. Das ist direkt spürbar. Selbstverständlich müssen die Investitionen – zum Beispiel in die Sanierung des Gebäudes – amortisiert werden. Die teuren Energiekosten führen jedoch dazu, dass die Amortisationszeit in vielen Fällen kurz ist. Eine gesteigerte Energieeffizienz kann zudem den Marktwert der Immobilie erhöhen. Der Attraktivitätsgewinn ist auch bei Mietobjekten spürbar. Die Nachfrage nach nachhaltigen Gebäuden mit tiefen Nebenkosten ist gross. Mieterinnen und Mieter sind bereit, für nachhaltigen Wohnraum mehr zu bezahlen.

  • Fortschrittliche Holzverarbeitungstechnologie in der Schweiz vorgestellt

    Fortschrittliche Holzverarbeitungstechnologie in der Schweiz vorgestellt

    Bundesrat Guy Parmelin hat am 15. August 2024 das erweiterte Produktionszentrum der Firma Strüby in Root besucht. Dabei habe er mit seiner Delegation aus dem Eidgenössischen Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung und dem Bundesamt für Wohnungswesen eine Weltpremiere erlebt, heisst es in einer Mitteilung des in Seewen ansässigen Holzbauunternehmens.

    Im Beisein der Besucherinnen und Besucher wurden auf der laut Strüby weltweit einzigartigen, vollautomatisierten Brettstapelmaschine die ersten Massivholzelemente gefertigt. Sie war von der auf Holzbearbeitungsmaschinen spezialisierten baden-württembergischen Firma Weinig für Strüby gefertigt worden. Damit will Strüby die Produktion von Naturholzdecken stark steigern.

    Die Delegation habe sich von dem vier Hektaren grossen Werk und dem Strüby-Angebot beeindruckt gezeigt, heisst es in der Mitteilung weiter. Es reicht von der Projektentwicklung über die Architektur, das Engineering, die Produktion und Realisation bis hin zum Kundendienst und Gebäudeunterhalt.

  • Oxara, KIBAG und Holcim Schweiz spannen zusammen

    Oxara, KIBAG und Holcim Schweiz spannen zusammen

    Oxara, KIBAG und Holcim Schweiz spannen laut einer Medienmitteilung zusammen und wollen den Zementersatz Oxacrete Oulesse flächendeckend auf dem Schweizer Baumarkt etablieren. Die Zementproduktion verursacht etwa 5 Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen in der Schweiz, heisst es in der Mitteilung. Die Zusammenarbeit zwischen Oxara mit Sitz in Dietikon, KIBAG in Zürich und Holcim in Zug adressiere den dringenden Bedarf an skalierbaren, zirkulären und dekarbonisierenden Technologien. Nachdem Oxara, KIBAG und Holcim die Oulesse-Technologie validiert und das Marktpotential dieser Lösung evaluiert haben, planen sie nun gemeinsam den offiziellen Markteintritt.

    Mit Oxacrete Oulesse könne das Bauwesen nachhaltiger gestaltet werden, indem die Wiederverwendung von Rückbaumaterialien gefördert und Kreisläufe geschlossen werden, heisst es weiter. Damit lassen sich die Umweltauswirkungen von Baumaterialien erheblich reduzieren und bis zu 10 Prozent des Schweizer Betonmarktes bedienen. Für die Herstellung von Oxacrete Oulesse werden Rückbaumaterialien verwendet und das Bindemittel bietet eine kohlenstoffarme Alternative zu herkömmlichem Zement.

    „Diese Partnerschaft ist ein weiterer Schritt zur Verwirklichung unserer Nachhaltigkeitsziele“, sagt Clemens Wögerbauer, Head Commercial and Sustainability bei Holcim Schweiz. Holcim hat schon 2022 mit Fachleuten aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Industrie einen Rahmen zur Dekarbonisierung der Zementindustrie entwickelt. Dieser ist aus einer Partnerschaft mit der britischen Science Based Targets Initiative (SBTi) hervorgegangen. „Wir haben visionäre und innovative Partner an unserer Seite, die perfekt zu unserer Mission passen: Kreislaufwirtschaft mit Dekarbonisierung zu kombinieren“, so Wögerbauer weiter.

  • Umweltfreundliche Innovation im Bauwesen

    Umweltfreundliche Innovation im Bauwesen

    Griesser steigt auf noch nachhaltigeres Aluminium um. Bisher hat der international aktive Entwickler von Sonnenschutzeinrichtungen für Gebäude aus Aadorf Aluminium verwendet, das zu 64 Prozent aus Primärrohstoff und zu 36 Prozent aus wiederverwertetem Aluminium bestand, informiert Griesser in einer Mitteilung. Neu setzt Griesser Aluminium ein, dass nur noch zu 35 Prozent aus Primärrohstoff besteht. Die übrigen 65 Prozent werden aus im Herstellungsprozess von Aluminium anfallenden Schrott beziehungsweise Verbraucherschrott gewonnen.

    „Unsere Klimavision sieht eine vollständige Dekarbonisierung bis 2050 vor“, wird Griesser-CEO Urs Neuhauser in der Mitteilung zitiert. „Im Materialbereich Aluminium haben wir den grössten Hebel, um unseren CO2-Footprint stark zu verringern.“ Das bisher von Griesser verwendete Aluminium wies einen Fussabdruck von rund 4,7 Kilogramm CO2-Ausstoss pro produziertem Kilogramm Aluminium auf. Mit dem Umstieg auf das noch nachhaltigere Aluminium wird dieser Wert um 30 Prozent auf 3,3 Kilogramm CO2 pro Kilogramm Aluminium gesenkt. Als Vergleichswerte werden in der Mitteilung ein europäischer Durchschnittswert von 6,7 Kilogramm und ein globaler Durchschnittswert von 16,7 Kilogramm genannt.

    Für die Senkung seines Fussabdrucks arbeitet Griesser mit zwei europäischen Lieferanten zusammen. Sie bieten zertifiziertes Low-Carbon-Aluminium an. Neben dem Einsatz von wiederverwertetem Aluminium wird das Aluminium dabei mit Energie aus erneuerbaren Quellen und modernen Technologien in Europa produziert, erläutert Griesser. Im Vergleich zur herkömmlichen Herstellung weise der Produktionsprozess damit „zu bis fünf Mal“ geringere CO2-Emissionen aus.

  • Erster echter Null-Emissions-Ersatz für Portlandzement

    Erster echter Null-Emissions-Ersatz für Portlandzement

    Die Herstellung von Zement ist für rund sieben Prozent der globalen CO2-Emissionen verantwortlich, vor allem aufgrund der energieintensiven Hochtemperaturprozesse und der Verwendung von Kalkstein. Ein neues Verfahren könnte diesen Prozess revolutionieren. Das Startup Sublime Systems hat einen CO2-neutralen Zement entwickelt, der auf elektrochemische Prozesse setzt. Inspiriert von den Techniken der Römer, die ohne extreme Hitze stabile Bauwerke schufen, kombiniert Sublime Systems altes Wissen mit modernster Technologie.

    Bauprojekte mit nachhaltigem Zement
    Sublime Systems hat bereits einen wichtigen Meilenstein erreicht. In Bostons grösstem klimaneutralen Bürogebäude wurden drei Tonnen des neuartigen Zements verbaut. Die erste kommerzielle Produktionsanlage des Unternehmens in Holyoke, Massachusetts, soll 2026 in Betrieb genommen werden und eine Kapazität von 30.000 Tonnen pro Jahr haben. Diese Anlage dient als Modell für die Skalierung der Technologie, mit dem Ziel, zukünftig Fabriken mit einer Jahreskapazität von Millionen Tonnen weltweit zu errichten.

    Elektrochemie statt Hochtemperaturverfahren
    Die Idee für Sublime Systems entstand im Labor von Professor Chiang am MIT. Leah Ellis und Andres Blades untersuchten die chemischen Prozesse der Zementherstellung und entwickelten daraufhin ein Verfahren, das auf Elektrizität statt auf Hitze setzt. Die innovative Technologie umgeht die CO2-intensiven Schritte der herkömmlichen Zementproduktion und bietet eine echte Null-Emissions-Lösung.

    Zukunft der Zementproduktion
    Sublime Systems sieht sich als Vorreiter einer klimafreundlichen Zementproduktion. Mit der neuen Methode zeigt das Unternehmen, dass nachhaltige Alternativen möglich sind, ohne die Leistungsfähigkeit des Materials zu beeinträchtigen. Durch die Partnerschaften mit Immobilienunternehmen wie WS Development wird der Zement bereits in realen Bauprojekten eingesetzt, was das Potenzial der Technologie unter Beweis stellt.

  • Modulares Holzsystem belebt leerstehende Gebäude

    Modulares Holzsystem belebt leerstehende Gebäude

    In der Schweiz stehen viele Gebäude und Industriebrachen leer, die ein grosses Potenzial für temporäre Nutzungen bieten. Solche Zwischennutzungen tragen dazu bei, ungenutzte Flächen wieder attraktiv zu machen und gleichzeitig Bauland und Ressourcen zu schonen. Oft sind diese leerstehenden Gebäude jedoch nicht sofort nutzbar, da sie lediglich aus Stahl- oder Betonhüllen bestehen und weder klimatische noch akustische Bedingungen für die Nutzung bieten.

    Um diese Herausforderung zu meistern, entwickelten Forschende der Berner Fachhochschule  gemeinsam mit Partnern ein modulares Baukastensystem aus Holz. Ziel ist es, diese Brachflächen schnell und unkompliziert für verschiedene Nutzungen wie Ateliers, Läden, Co-Working-Spaces oder Wohnungen nutzbar zu machen.

    Modularer Baukasten für flexible Nutzung
    Das Baukastensystem basiert auf vorgefertigten Modulen, die sich je nach Bedarf zu Räumen zusammenfügen lassen. Ein digitaler Generator visualisiert dabei die Zusammensetzung der Module in 3D. In einer digitalen Produktionskette werden alle Komponenten gefertigt und anschliessend zu verschiedenen Modullösungen zusammengebaut.

    Das erste Ergebnis dieses Projekts ist ein Prototyp eines Raummoduls mit einer Fläche von 3,6 mal 3,6 Metern. Es besteht aus einer tragenden Struktur sowie vorgefertigten Elementen für Boden, Wände und Dach. Dieser Prototyp wird bereits in der ehemaligen Fabrikhalle „Dispo“ in Nidau genutzt, wo ein Physiotherapeut seine Praxis eingerichtet hat.

    Herausforderungen und Lösungen
    Die grösste Herausforderung bei der Entwicklung des Baukastensystems war es, ein Modul zu schaffen, das einfach und schnell aufzubauen ist. Zwei Personen ohne technische Vorkenntnisse sollen in der Lage sein, das Modul innerhalb eines Tages zu montieren und ebenso schnell wieder zu demontieren. Vor allem die Verbindung der Wandelemente stellte das Team vor technische Herausforderungen, die sie jedoch durch den Einsatz kurzer Schraubgewinde lösen konnten. So gelang es, eine stabile und dennoch leicht zu lösende Befestigung zu entwickeln.

    Zukunftsperspektiven für das Baukastensystem
    Das Projekt steht nun vor der nächsten Phase. Basierend auf den Erfahrungen mit dem Prototyp werden die Module weiter optimiert. Geplant sind Tests und Messungen, um das System zur Serienreife zu bringen. In Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft soll der modulare Baukasten bald in grösserem Umfang verfügbar sein und Raum für neue Nutzungen in der ganzen Schweiz bieten.

  • Zug Estates platziert dritten Green Bond

    Zug Estates platziert dritten Green Bond

    Die Zug Estates Holding AG hat einen weiteren bedeutenden Schritt in ihrer nachhaltigen Finanzstrategie gemacht. Nach der erfolgreichen Einführung von Green Bonds im Jahr 2019 und der vollständigen Umstellung des Anleihen Portfolios auf grüne Anleihen im Jahr 2022, hat das Unternehmen nun einen weiteren Green Bond über CHF 100 Mio. platziert. Die Emission, die am 30. September 2024 liberiert wird, verfügt über einen Coupon von 1.65% und eine Laufzeit von sieben Jahren. Damit steigt der Anteil unbesicherter Anleihen im Verhältnis zu sämtlichen verzinslichen Finanzierungen auf rund 45%.

    Mehr Flexibilität für nachhaltige Investments
    Im Vorfeld der Emission hat Zug Estates ihr bestehendes Green Bond Framework zu einem Green Finance Framework erweitert. Diese Neuerung ermöglicht dem Unternehmen, neben Green Bonds auch auf andere grüne Finanzinstrumente zuzugreifen. Damit erweitert Zug Estates seine Flexibilität in der Finanzierung nachhaltiger Projekte und setzt ein starkes Zeichen für die Zukunft des grünen Investments.

    Unter den neuen, strengen Selektionskriterien werden Gebäude und Areale als grün klassifiziert, die entweder weniger als 1 kg CO2-Äquivalente pro m² Energiebezugsfläche ausstossen oder über renommierte Nachhaltigkeitszertifikate wie BREEAM, DGNB/SGNI, SNBS oder Minergie verfügen. Trotz dieser anspruchsvollen Vorgaben können 95% des gesamten Portfolios von Zug Estates als grüne Liegenschaften eingestuft werden – ein Beleg für die konsequente Strategie des Unternehmens im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit.

    Die Suurstoffi Vorzeigemodell für nachhaltige Immobilien
    Ein grosser Teil der grünen Liegenschaften von Zug Estates befindet sich im Suurstoffi-Areal. Diese hochmoderne, nahezu CO2-frei betriebene Entwicklungsfläche wurde auch den bestehenden sowie dem neu lancierten Green Bond zugewiesen. Zum 30. Juni 2024 beträgt der Marktwert der Suurstoffi-Liegenschaften, die für die Green Bonds bestimmt sind, CHF 418.4 Mio. Dieses Areal ist ein herausragendes Beispiel für die Umsetzung von Zug Estates‘ nachhaltigen Entwicklungsstrategien und setzt neue Massstäbe im Bereich des nachhaltigen Bauens und Betreibens von Immobilien.

    Bestätigung durch internationale Rating-Agenturen
    Zug Estates erhält für ihr Green Finance Framework hohe Anerkennung von ISS Corporate Solutions, einer der weltweit führenden ESG-Research- und Rating-Agenturen. Diese Second Party Opinion (SPO) stärkt das Vertrauen der Investoren in die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Zusätzlich wurde Zug Estates von ISS (International Shareholder Services) am 23. August 2024 mit der Einstufung „C+“ und dem Status „Prime“ ausgezeichnet. Dies unterstreicht den hohen Stellenwert, den Zug Estates auf die ökologische, soziale und governancebasierte Nachhaltigkeit legt.

    Erfolgreiche Platzierung des Green Bonds
    Die Platzierung des neuen Green Bonds von Zug Estates stiess auf grosses Interesse bei institutionellen Investoren. Diese schätzen insbesondere, dass die Mittel direkt in Immobilien investiert werden, die höchsten Nachhaltigkeitsanforderungen entsprechen und bereits heute fast vollständig CO2-frei betrieben werden. UBS AG und die Basler Kantonalbank agierten als Joint Lead Manager der Emission. Die Zulassung zum Handel an der SIX Swiss Exchange wurde beantragt, was die Attraktivität des Green Bonds weiter steigert.

    Nachhaltigkeit als Zukunftsstrategie
    Mit der Platzierung ihres dritten Green Bonds und der Erweiterung ihres Green Finance Frameworks beweist Zug Estates erneut ihre führende Rolle im Bereich der nachhaltigen Immobilienfinanzierung. Das Unternehmen zeigt, wie konsequente ökologische Ausrichtung nicht nur den Wert des Portfolios steigern kann, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung von CO2-Emissionen und zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung leistet. Zug Estates setzt damit einen neuen Standard für die gesamte Immobilienbranche.

  • Landsgemeinde entscheidet über Braunwalds Erschliessung

    Landsgemeinde entscheidet über Braunwalds Erschliessung

    Die künftige Erschliessung von Braunwald wird von der Landsgemeinde 2025 bestimmt. Nach intensiven Diskussionen in Politik und Öffentlichkeit ermöglicht eine Revision des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr, dass die Bürger über die Erschliessungsvariante entscheiden können. Der Regierungsrat favorisiert die Modernisierung der Standseilbahn als wirtschaftlichste Lösung mit geringem Verfahrensrisiko und kürzerer Bauzeit.

    Die favorisierte Lösung
    Nach einer langen Evaluationsphase entschied sich der Regierungsrat für eine neue Standseilbahn, die als kosteneffizienteste und praktikabelste Option gilt. Sie verursacht Investitionskosten von 24 Millionen Franken und Betriebskosten von 3 Millionen Franken pro Jahr. Im Vergleich zu einer Gondelbahn, deren Bau fast doppelt so teuer wäre und eine längere Verfahrensdauer von bis zu zehn Jahren hätte, bietet die Standseilbahn deutliche Vorteile. Eine automatisierte Standseilbahn würde zudem eine fahrplanunabhängige Nutzung ermöglichen.

    Gesetzliche Anpassungen zur Einbindung der Landsgemeinde
    Der Regierungsrat hat entschieden, die Erschliessung von Braunwald in einem neuen Artikel des Gesetzes über den öffentlichen Verkehr festzuschreiben, was eine Diskussion und Abstimmung auf der Landsgemeinde 2025 ermöglicht. Damit erhält die Bevölkerung das letzte Wort in dieser wichtigen infrastrukturellen Entscheidung. Sollte die Landsgemeinde für eine alternative Gondelbahn stimmen, würde der Regierungsrat die entsprechenden Planungsanpassungen einleiten.

    Investitionen und Zukunftsperspektiven
    Die geplanten Investitionen von 24 Millionen Franken für den Bau der Standseilbahn und 3 Millionen Franken für den Betrieb schaffen eine nachhaltige und zukunftsorientierte Erschliessung für Braunwald. Der Regierungsrat erwartet, dass durch die Entscheidung der Landsgemeinde ein wichtiger Schritt in Richtung wirtschaftlicher und umweltfreundlicher Mobilität gesetzt wird, der die Region langfristig stärkt und den Tourismus fördert.

  • Grüner Wasserstoff: Studie identifiziert Kanada als Top-Standort

    Grüner Wasserstoff: Studie identifiziert Kanada als Top-Standort

    Forschende des Paul Scherrer Instituts (PSI) haben sich der Frage gewidmet, wo Wasserstoff effizient und kostengünstig hergestellt werden kann, mit dem Ziel den Klimawandel zu stoppen und zukünftig keine neuen Treibhausgase mehr auszustossen. Laut einer Mitteilung haben die Forschenden geografische und ökonomische Daten und Prognosen zusammengestellt, um den Aufbau einer Wasserstoffökonomie zu beschreiben. Dafür haben sie vier Szenarien mit einem Wasserstoffbedarf zwischen 111 und 614 Megatonnen pro Jahr analysiert. Die Studie ist aktuell in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ zu lesen.

    Für die Herstellung von Wasserstoff gibt es verschiedene Technologien. Bei der sogenannten Polymerelektrolytmembran-Elektrolyse (PEM) wird der Wasserstoff in einem Elektrolyseur aus Wasser gewonnen. Der grosse Vorteil bei diesem Verfahren besteht darin, dass die Energie für die Umsetzung aus grünem Strom gewonnen werden kann. Zu lösen ist die Frage, wo der hohe Bedarf an Ökostrom am ehesten zu decken ist.

    „Wir haben dazu vor allem ökonomische Kriterien angelegt“, wird Tom Terlouw, Doktorand am PSI und Erstautor der Studie, in der Mitteilung zitiert. „Sprich, wo ist die Produktion am günstigsten?“ Dabei kristallisierten sich zwei Schwerpunkte heraus: Wo gibt es genug Wind oder Sonne, um den enormen Bedarf an Ökostrom zu decken? Und wo gibt es ausreichend freie Flächen, um die zur Produktion notwendigen Anlagen aufzustellen? Hier erwies sich Kanada als optimal. „Dort existieren viele freie Flächen, die sehr windig und daher ideal zum Aufstellen von Windturbinen sind“, ergänzt Terlouw. Weiterhin bieten sich die zentralen USA, Teile Australiens, die Sahara, Nordchina und Nordwesteuropa an. Mitteleuropäische Länder wie die Schweiz sind dagegen weniger geeignet, da dort weder freie Flächen noch ausreichende Sonneneinstrahlung vorhanden sind. Des Weiteren weisen die Forscher darauf hin, dass auch bei der Herstellung von grünem Wasserstoff noch Restemissionen an Treibhausgasen aus der Herstellung und dem Transport der benötigten Materialien entstehen. Um diese Restemissionen auszugleichen, müssten entsprechende Mengen Kohlendioxid aus der Atmosphäre gefiltert werden, heisst es in der Studie.

  • Grünes Licht für alpine Solaranlage

    Grünes Licht für alpine Solaranlage

    Der Bündner Energieversorger Repower, die Gemeinde Klosters und die Klosters-Madrisa Bergbahnen AG wollen gemeinsam eine alpine Solaranlage bei der Bergbahn errichten. Das Stimmvolk der Gemeinde Klosters hatte dem Vorhaben am 22. Oktober 2023 zugestimmt.

    Nun hat auch die Bündner Regierung laut einer Mitteilung den Bau der Anlage durch die Madrisa Solar AG bewilligt. Der Standort sei bereits durch die vorhandene touristische Infrastruktur gut erschlossen und an das Stromnetz angebunden.

    Die Anlage im Gebiet Züg soll auf einer Höhe von rund 2000 Metern und einer Fläche von 156‘821 Quadratmetern 25‘000 Solarmodule umfassen und eine Gesamtleistung von 10,8 Megawattpeak aufweisen. Die Stromproduktion dürfte über 15‘000 Megawattstunden aufweisen.

    Die Bergbahnen betreiben bereits fünf Solaranlagen mit einer Jahresleistung von 294 Megawattstunden. Diese decken bis zu 20 Prozent des eigenen Strombedarfs.

  • Einkaufsorganisation erzeugt eigenen Strom in St.Gallen

    Einkaufsorganisation erzeugt eigenen Strom in St.Gallen

    Die Einkaufsorganisation des Schweizerischen Auto- und Motorfahrzeuggewerbes (ESA) hat laut einer Medienmitteilung mit einer dritten Anlage ihr Netz zur eigenen Stromversorgung komplettiert. Am Donnerstag, 15. August, wurde am ESA-Standort in St.Gallen eine Photovoltaikanlage in Betrieb genommen. Vor vier Monaten startete die ESA an ihrem Sitz in Burgdorf und vor einem Monat in Giubiasco die ersten beiden Anlagen.

    Die Photovoltaikanlage in St.Gallen ist mit rund 1800 Modulen und rund 3500 Quadratmetern die momentan zweitgrösste Anlage der ESA. Die künftig erzeugte Strommenge wird in etwa den Jahresverbrauch von 150 Haushalten abdecken. Die Anlage in Burgdorf deckt 200 Haushalte ab, die in Giubiasco circa 25 Haushalte.

    Die Einkaufsorganisation ESA wurde 1930 gegründet. Als Genossenschaft gehört sie rund 7000 Mitinhabern aus dem Automobil- und Motorfahrzeuggewerbe. An elf schweizweiten Standorten sind rund 670 Mitarbeitende, davon rund 60 Lernende, im Einsatz.

  • Stillgelegte Bohrung in Trüllikon: Potenzial für CO2-Speicherung wird geprüft

    Stillgelegte Bohrung in Trüllikon: Potenzial für CO2-Speicherung wird geprüft

    Die stillgelegte Tiefenbohrung Trüllikon-1 geht laut einer Mitteilung des Bundesamtes für Energie (BFE) von der Nagra an swisstopo über. Das Bundesamt für Landestopographie will dort das Potenzial und die Herausforderungen einer Einspeisung von CO2 in den Untergrund untersuchen.

    Das Bohrloch war von der Nagra im Rahmen der Suche nach einem geeigneten Endlager für radioaktive Abfälle angelegt worden. Gemäss einer Untersuchung, die swisstopo 2023 gemeinsam mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Universität Bern durchgeführt hat, ist es in sehr gutem Zustand und für die sichere Durchführung eines CO2-Einspeisetests geeignet.

    Der Einspeisetest könnte im Rahmen eines Pilotprojekts von 2025 bis höchstens 2030 dauern. Laut dem BFE ist es aber noch offen, ob der Test durchgeführt wird. Das swisstopo stehe aber bereits mit dem Gemeinderat von Trüllikon und der Grundeigentümerschaft in Kontakt, heisst es in der Mitteilung. Das allfällige Pilotprojekt stelle zudem keine Vorentscheidung dar, ob in der Schweiz überhaupt CO2 im Untergrund gespeichert werden soll.

  • Jetzt Ticket zum 17. Schweizerischen Finanz- und Immobilienkongress in Zürich sichern

    Jetzt Ticket zum 17. Schweizerischen Finanz- und Immobilienkongress in Zürich sichern

    Die IAZI AG präsentiert anlässlich ihres 30-jährigen Unternehmensjubiläums am 20. November 2024 ein vielseitiges und inspirierendes Kongress-Programm und erweist sich einmal mehr als zentrale Expertise-Plattform für die relevanten Themen der Finanz- und Immobilienbranche. Gästen bietet sich die einmalige Gelegenheit zum exklusiven Networking mit führenden Experten und Entscheidern aus eng miteinander verzahnten Branchen und die Chance auf einen wertvollen Wissensvorsprung.

    Globale Herausforderungen wie Klimawandel und wirtschaftliche Ungleichheiten erfordern in einer zunehmend vernetzten Welt innovative Ansätze und gemeinschaftliches Handeln. Eine Verknüpfung globaler Strategien und lokaler Initiativen macht nachhaltige und wirksame Lösungen möglich – das soll im Fokus des 17. Schweizer Finanz- und Immobilienkongresses stehen.

    Unter dem Motto «Globale Perspektiven, Lokale Lösungen» beleuchten hochkarätige Referenten Trends und Prognosen zu Themen wir der globalen Sicherheitslage, ESG-Strategien und Stadtarchitektur.

    Zu den Keynote Speakern zählen Christof Franzen, Journalist und SRF-Sonderkorrespondent, der einen Blick auf die globale Sicherheitslage mit Fokus auf Russland und die Schweiz wirft und Jens Korte, der als renommierter Wirtschaftsjournalist und Börsenexperte die Auswirkungen der US-Wahlen einordnen wird.
    Dr. Anna Braune, Leiterin Forschung und Entwicklung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, DGNB e.V. widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit im Bauwesen und stellt zukunftsfähige Konzepte für Neubauten vor.
    Die renommierte Zukunftsforscherin Oona Horx-Strathern stellt Visionen für eine neue Stadtarchitektur vor und die Extremsportlerin und Unternehmerin Anja Blacha liefert Inspirationen für einen Aufstieg, der Extremsport und Unternehmertum vereint.

    Abgerundet wird dieser Zukunftsdialog mit hochwertigen Informationen und präzisen Daten aus dem Schweizer Real Estate Markt, die das tägliche Geschäft der Immobilienprofis unterstützen. Prof. Dr. Donato Scognamiglio, Co-Gründer und Verwaltungsratspräsident der IAZI AG,  erläutert neueste Zahlen, Trends und Prognosen im Hinblick auf Schweizer Immobilien.

    Hier erhalten sie alle Details zum Programm: immokongress.ch

  • Thurgauer Agri-Photovoltaik und Energiespeicher Projekte erhalten Förderung

    Thurgauer Agri-Photovoltaik und Energiespeicher Projekte erhalten Förderung

    Vier Projekte erhalten Unterstützung durch die EKT Energiestiftung. Im Rahmen der zweiten Vergaberunde lagen dem Stiftungsrat laut einer Mitteilung 20 Gesuche zur Prüfung vor. Alle Projekte arbeiten an einer sicheren nachhaltigen Energieversorgung und an der Umsetzung der Klimaziele. Überzeugt hätten sie durch eine hohe Praxisorientierung und ihren Bezug zum Kanton Thurgau. Zudem seien es „gute Beispiele dafür, wie sowohl die Thurgauer Wirtschaft als auch die Thurgauer Landwirtschaft von der EKT profitieren können“, wird Stiftungsratspräsident Fabian Etter zitiert.

    Eines der Forschungsprojekte ist im Bereich Agri-Photovoltaik angesiedelt. Untersucht werden Wege zur Doppelnutzung landwirtschaftlicher Flächen, sowohl zur Erzeugung von Kulturpflanzen als auch von Solarstrom. Eine Versuchsanlage mit halbtransparenten Photovoltaikmodulen des Landwirtschaftlichen Kompetenzzentrums Arenenberg soll Erkenntnisse zu Sorteneignung, Witterungsschutz, Bewässerung und Lichtmanagement liefern.

    Als weitere Projekte werden zwei Vorhaben rund um Energiespeicherung gefördert, da diese zentral beim Umbau der Energieversorgung sind. Das eine wird bei der Tierkörpersammelstelle in der Stadt Frauenfeld durchgeführt, die an dem Pilotprojekt beteiligt ist. Untersucht wird der Prototyp einer Sorptionswärmepumpe. Damit lasse sich während der Sommermonate die beim Kühlen entstehende Abwärme zusammen mit der elektrischen Energie der Photovoltaikanlage thermochemisch speichern. Beim zweiten Energiespeicherprojekt handele es sich um eine Vorstudie, die Chancen und Rahmenbedingungen beim Einsatz von modularen Sandbatterien als Wärmespeicher erforscht.

    Weitere innovative Ansätze für die Energiewende sieht die EKT Energiestiftung in dem Projekt Thurgauer Energienutzung aus dem Untergrund 2023. Die Fördersumme werde in Kombination mit einem Darlehen vergeben und soll Grundlagen und Planungsarbeiten unterstützen, welche zur Beantragung von Fördermitteln beim Kanton und beim Bund benötigt werden. Forschungsziel seien Erkenntnisse zur Nutzung von geothermischen Energiequellen.

  • Eindämmung von HFC-23-Emissionen

    Eindämmung von HFC-23-Emissionen

    Fluorkohlenwasserstoffe (FKW) gehören zu den stärksten Treibhausgasen, und HFC-23 ist das potenteste unter ihnen. Ein Kilogramm HFC-23 verursacht in der Atmosphäre dieselbe Erwärmung wie 12.000 Kilogramm CO₂ und bleibt rund 200 Jahre in der Atmosphäre. Im Rahmen der Kigali-Änderung des Montreal-Protokolls haben sich über 150 Länder verpflichtet, die Emissionen von HFC-23 drastisch zu reduzieren. Hauptquellen dieses Gases sind die industrielle Produktion von Kühlmitteln und Polytetrafluorethen (PTFE), besser bekannt als Teflon.

    Seit 2020 sind Teflonhersteller verpflichtet, HFC-23 zu zerstören, bevor es in die Atmosphäre gelangen kann. Die gemeldeten Emissionen zeigen Fortschritte. 2020 sollen laut offiziellen Angaben weltweit nur noch 2.000 Tonnen HFC-23 freigesetzt worden sein. Tatsächliche Messungen deuten jedoch auf etwa 16.000 Tonnen hin, was eine erhebliche Diskrepanz aufzeigt.

    Neue Erkenntnisse durch Tracer-Gas-Messungen
    Um diese Differenz zu erklären, untersuchten Forschende der Empa, der University of Bristol und TNO die HFC-23-Emissionen einer Teflon-Fabrik in den Niederlanden. Ihre Ergebnisse, die im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht wurden, basieren auf einer innovativen Methode. Die Forschenden setzten ein Tracer-Gas frei, das nicht in der Atmosphäre vorkommt und schnell abgebaut wird. In 25 Kilometern Entfernung erfassten sie die Konzentrationen von HFC-23 und verglichen diese mit den Tracer-Werten. Auf diese Weise konnten sie die tatsächlichen Emissionen der Fabrik präzise berechnen.

    Die Ergebnisse zeigen, dass die Emissionen der Fabrik höher sind als die gemeldeten Zahlen, jedoch immer noch gering. „Die Massnahmen zur Eindämmung funktionieren gut, aber es gibt Optimierungspotenzial“, erklärt Martin Vollmer von der Empa. Co-Autor Kieran Stanley von der University of Bristol fasst zusammen: „Die Ergebnisse sind ermutigend und zeigen, dass Emissionen von HFC-23 mit den richtigen Massnahmen erheblich reduziert werden können.“

    Globale Herausforderungen bei der Reduktion von HFC-23
    Die Studie verdeutlicht, dass die Eindämmung von HFC-23 technisch möglich ist, jedoch nicht überall konsequent umgesetzt wird. „Die gemessenen hohen Emissionen in der Atmosphäre deuten darauf hin, dass die berichteten Massnahmen nicht immer der Realität entsprechen“, warnt Vollmer. Die Forschenden fordern unabhängige Überprüfungen der Emissionen aus der Produktion von Fluorpolymeren und Kühlmitteln, um die Lücken im Verständnis der Emissionsquellen zu schliessen und sicherzustellen, dass internationale Klimaabkommen eingehalten werden.

    Nächste Schritte in der Forschung
    Im Oktober 2024 soll in Seoul eine weitere Studie durchgeführt werden, um die Emissionen von halogenierten Substanzen in der südkoreanischen Hauptstadt zu messen. Diese Methode könnte auch bei der Überwachung anderer Treibhausgase nützlich sein. „Durch kontinuierliche Überwachung und präzise Messungen können wir die Emissionsquellen besser identifizieren und Massnahmen zur Emissionsminderung effektiver gestalten“, so Arnoud Frumau von TNO.

  • Basel-Stadt will Fernwärme und Begrünung ausbauen

    Basel-Stadt will Fernwärme und Begrünung ausbauen

    Der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt hat ein umfassendes Konzept zum Ausbau des Fernwärmenetzes entwickelt und als Ratschlag vorgelegt. Wie aus einer Mitteilung hervorgeht, sollen in diesem Rahmen Strassen, Leitungen und Tramgleise umfassend saniert werden. Gleichzeitig sollen viele innerstädtische öffentliche Flächen entsiegelt werden.

    Diese weiträumige Umgestaltung biete auch die einmalige Chance, grosse Flächen zu begrünen, heisst es in der Mitteilung. Um die Pläne umzusetzen, prüft der Kanton in Übereinstimmung mit dem Stadtklimakonzept bei jeder anstehenden Sanierung die Möglichkeiten neuer Baumanpflanzungen. Nebst den jetzt vorzunehmenden Anpflanzungen sieht das Projekt vor, Fernwärme- und andere Leitungen bei den Sanierungen so zu verlegen, dass auch später noch Begrünungen vorgenommen werden können. Zudem ist bei Planung und Realisierung zu beachten, dass der Verkehrsfluss in der Stadt optimiert wird und jedweder Zugang von Sicherheitskräften wie Feuerwehr oder medizinischer Notdienst gewährleistet ist.

    Für die Umsetzung des Gesamtprojekts hat der Regierungsrat dem Grossen Rat ein Budget von jährlich 4,1 Millionen Franken über 13 Jahre, also insgesamt eine Summe von 51 Millionen Franken, beantragt.

  • Innovationen für das Schweizer Energiesystem

    Innovationen für das Schweizer Energiesystem

    Das Konsortium RECIPE hat den Zuschlag in der 2023 ausgeschriebenen Runde des Förderprogramms SWiss Energy Research for the Energy Transition (SWEET) bekommen, informiert das Bundesamt für Energie (BFE) in einer Mitteilung. Die Ausschreibung trug den Titel Kritische Infrastrukturen, Klimawandel und Resilienz des Schweizer Energiesystems und wurde vom BFE in Zusammenarbeit mit dem National Centre for Climate Services (NCCS) lanciert. RECIPE setzt sich aus den Eidgenössische Technischen Hochschulen Zürich (ETH) und Lausanne (EPFL), der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und der Hochschule Luzern (HSLU) sowie den Wirtschaftspartnern Swisscom, Infras und Zoï zusammen. Die Federführung hat die ETH.

    Im Rahmen von SWEET wird RECIPE die Gefahren analysieren, die der Schweizer Energieinfrastruktur durch den Umbau des Energiesystems und dem Klimawandel drohen. Gleichzeitig sollen damit verbundene Risiken für Wirtschaft, Gesellschaft, Ressourcen und Ökosystem untersucht werden. Darauf basierend will RECIPE Massnahmen zur Erhöhung der Resilienz entwickeln und konkrete Empfehlungen für die Beteiligten ausarbeiten.

    SWEET wurde zur Förderung von Innovationen eingerichtet, die wesentlich zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 und der Erreichung der Schweizer Klimaziele beitragen können. Das bis 2032 laufende Programm wird vom BFE geleitet und führt rollend Ausschreibungen zu zentralen Themen von Energiestrategie und langfristiger Klimastrategie durch. Gefördert werden ausschliesslich Projekte von Konsortien. Im Fall von RECIPE übernimmt das Förderprogramm 8 Millionen Franken des Gesamtbudgets von 10,5 Millionen Franken.

  • Nachhaltige Innovation im Bauwesen

    Nachhaltige Innovation im Bauwesen

    Das Start-up Oxara aus Dietikon hat laut einer Mitteilung auf LinkedIn den Innenausbau eines Schulhauses in Confignon mit seinem Lehmbeton Nossim realisiert. Das nachhaltige Material reduziere nicht nur die CO2-Emissionen erheblich, sondern verleihe dem Raum auch eine einzigartige, warme Ästhetik, heisst es. Die Arbeiten wurden mit der Baufirma Marti Construction aus Lausanne ausgeführt.

    Das 2019 gegründete Unternehmen Oxara hat eine Technologie für Zuschlagstoffe zur Herstellung von Cleancrete entwickelt, einem zementfreien Beton. Die Zuschlagstoffe und Bindemittel von Oxara taugen für die Herstellung von zementfreien Beton für Wände, Böden und Gusselemente sowie von zementfreien Ziegeln und Blöcken für herkömmliches Mauerwerk.

    Am Standort Dietikon verfügt Oxara über eine Produktionskapazität von 300 Tonnen Zuschlagstoffen pro Jahr.

  • Startschuss für das «FORUM UZH»

    Startschuss für das «FORUM UZH»

    Die Bauarbeiten für das «FORUM UZH», ein wegweisendes Projekt der Universität Zürich, haben begonnen. Der Neubau wird zukunftsweisende Lehr- und Forschungsräume schaffen, um den steigenden Anforderungen moderner Hochschulbildung gerecht zu werden. Das Projekt ist ein zentraler Bestandteil der städtebaulichen Erweiterung des Hochschulgebiets Zürich. Neben Lern- und Arbeitsbereichen entstehen auch öffentlich zugängliche Cafeterien, Bibliotheken und Gewerbeflächen.

    Das Konzept des Neubaus steht im Zeichen der Nachhaltigkeit. Die Holz-Beton-Hybridbauweise reduziert CO2-Emissionen erheblich und sorgt für eine hohe Aufenthaltsqualität. Die Begrünung der Dachfläche in Kombination mit einer Photovoltaikanlage leistet einen positiven Beitrag zum Stadtklima. Durch die Schaffung eines Stadtplatzes mit Bepflanzung wird der Stadtraum zusätzlich aufgewertet.

    Nachhaltigkeit im Fokus
    Das «FORUM UZH» orientiert sich an höchsten Nachhaltigkeitsstandards. Mit der Auszeichnung durch das Minergie-P-Zertifikat und der SGNI-Zertifizierung in Gold ist das Gebäude ein Vorreiter in ökologischer Bauweise. Die Kombination von umweltfreundlichen Baumaterialien und energieeffizienter Technik macht es zu einem Modellprojekt, das in der urbanen Landschaft Zürichs eine wichtige Rolle spielen wird. Der Bau schreitet planmässig voran, mit einem Bezug des Gebäudes ab Mitte 2030.