Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Buildify.earth investiert in nachhaltige Bau-Start-ups

    Buildify.earth investiert in nachhaltige Bau-Start-ups

    Die neu gegründete Investmentgesellschaft buildify.earth wird aussichtsreiche Start-ups aus dem Ökosystem des Switzerland Innovation Park Central unterstützen, die sich auf die Entwicklung kreislauffähiger Produkte und Dienstleistungen sowie für die CO2-Reduktion in der Bauindustrie fokussieren. Mit einer langfristigen Anlagestrategie will buildify.earth ihnen laut einer Medienmitteilung „den Markteintritt und ein nachhaltiges Wachstum in der Schweiz und darüber hinaus“ ermöglichen.

    Gegründet wurde buildify.earth vom Switzerland Innovation Park Central gemeinsam mit privaten Investoren und der Zuger Kantonalbank, die ein Drittel am Aktienkapital der neu gegründeten Gesellschaft hält. Wie es in der Mitteilung weiter heisst, glaube buildify.earth an echte Partnerschaften und langfristige Beziehungen mit allen Beteiligten. „Aus diesem Grund wurde buildify.earth nicht als ein weiterer Venture-Capital-Fonds konzipiert“, sondern will seine Wirkung langfristig maximieren, indem er mindestens die Hälfte aller zukünftigen Erlöse wieder in das Start-up-Ökosystem reinvestiere.

    Als Ergänzung zur Investmentgesellschaft wurde auch der Venture Desk gegründet. Mit den jeweils richtigen Ansprechpartnerinnen und -partnern unterstützt diese Einrichtung Start-ups bei der Unternehmensführung. Das soll es den Gründerinnen und Gründern erleichtern, sich auf das Wachstum ihres Unternehmens zu konzentrieren. Switzerland Innovation Park Central und die Zuger Kantonalbank gehören zu den sieben Partnern. Ausserdem stehen die Aktionariat AG, die Caminada Treuhand AG Zug, ITZ InnovationsTransfer Zentralschweiz/*zünder, Kellerhals Carrard und die Rentsch Partner AG zur Verfügung.

  • Empa forscht zu Lehm als nachhaltigem Baustoff

    Empa forscht zu Lehm als nachhaltigem Baustoff

    Lehm setzt im Vergleich zu Beton deutlich weniger CO2 frei, erläutert die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in einer Mitteilung. Ellina Bernard vom Beton & Asphalt-Labor der Empa in Dübendorf und der Professur für Nachhaltiges Bauen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich arbeitet daran, Lehm als nachhaltige Alternative zu Beton zu etablieren. Ihr Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit einem Ambizione-Grant unterstützt.

    Lehm kommt in unterschiedlicher geologischer Zusammensetzung überall auf der Welt vor. Der nachhaltige Baustoff könnte Beton sowohl in nichttragenden Konstruktionen als auch in tragenden Wänden von Wohnbauten ersetzen. Für einen Einsatz in grossem Massstab will Bernard mit ihrem Team daher zum einen Standards für die Zusammensetzung und mechanische Belastbarkeit definieren. Zum anderen müssen Zusatzstoffe gefunden werden, die die Belastbarkeit des Materials erhöhen. Hier wird derzeit noch herkömmlicher Zement benutzt, der den ökologischen Fussabdruck von Lehm aber wieder „in den roten Bereich“ drückt, schreibt die Empa.

    Einen vielversprechenden Ansatz hat Bernard in Zusammenarbeit mit dem Geologen Raphael Kuhn in Magnesiumoxid gefunden. In ersten Laborexperimenten mit Lehmrezepturen wurde eine Druckfestigkeit von bis zu 15 Megapascal erreicht, informiert die Empa. Lehm mit Zementzusatz bringt es auf bis zu 20 Megapascal.

  • PV-Modul-Recycling mit digitaler Unterstützung

    PV-Modul-Recycling mit digitaler Unterstützung

    Das Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik CSP in Halle (Saale) hat Solar Materials dabei unterstützt, ihren Aufbereitungsprozess durch automatisierte Datenerfassung zu optimieren. Mithilfe einer umfangreichen Datenbank mit Hunderten von Proben verschiedener PV-Module kann Solar Materials nicht nur den Schadstoff- und Silberertrag der Solarmodule abschätzen, sondern auch den Recyclingprozess anpassen.

    Die meisten PV-Anlagen in Deutschland wurden zwischen 2010 und 2012 installiert, und nach Ablauf der zwanzigjährigen Einspeisevergütung ab 2029 wird eine erste Welle der Entsorgung erwartet. Angesichts des anhaltenden Zubaus von PV-Anlagen wird der Bedarf an Entsorgungsdienstleistungen hoch bleiben und weiter steigen. Daher ist es entscheidend, kostengünstige Recyclingprozesse und -verfahren für die Rückgewinnung von Materialien aus ausgedienten Modulen zu entwickeln.

    Die Solar Materials GmbH aus Magdeburg plant genau das und hat bereits eine Pilotlinie für das Recycling von Solarmodulen eingerichtet. In Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer CSP hat das Unternehmen den Aufbereitungsprozess für seine Recycling-Linie weiter verbessert. Eine umfangreiche Datenbank mit Moduldaten ermöglicht eine automatische Erkennung der PV-Module zu Beginn des Recyclingprozesses und passt die Verfahren entsprechend an. Dies führt zu Energieeinsparungen und besseren Endresultaten.

    Die Datenbank ermöglicht auch eine genauere Analyse der eingehenden PV-Module, was zu einer besseren Abschätzung des Silber- und Schadstoffgehalts führt und die Preisgestaltung anpasst. Die Pilotlinie des Unternehmens läuft bereits erfolgreich und der Bau einer groß angelegten Recyclingstraße in Magdeburg hat im September begonnen. Dies markiert einen wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigen Zukunft im Bereich PV-Modul-Recycling.

  • Empa forscht zu Lehm als nachhaltigem Baustoff

    Empa forscht zu Lehm als nachhaltigem Baustoff

    Laut einer Mitteilung der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) setzt Lehm im Vergleich zu Beton deutlich weniger CO2 frei 1. Ellina Bernard vom Beton & Asphalt-Labor der Empa in Dübendorf und der Professur für Nachhaltiges Bauen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich arbeitet daran, Lehm als nachhaltige Alternative zu Beton zu etablieren. Ihr Projekt wird vom Schweizerischen Nationalfonds (SNF) mit einem Ambizione-Grant unterstützt.

    Lehm ist ein nachhaltiger Baustoff, der in unterschiedlicher geologischer Zusammensetzung überall auf der Welt vorkommt. Er könnte Beton sowohl in nichttragenden Konstruktionen als auch in tragenden Wänden von Wohnbauten ersetzen. Für einen Einsatz in großem Maßstab will Bernard mit ihrem Team daher zum einen Standards für die Zusammensetzung und mechanische Belastbarkeit definieren. Zum anderen müssen Zusatzstoffe gefunden werden, die die Belastbarkeit des Materials erhöhen. Hier wird derzeit noch herkömmlicher Zement benutzt, der den ökologischen Fußabdruck von Lehm aber wieder „in den roten Bereich“ drückt, schreibt die Empa.

    Bernard hat in Zusammenarbeit mit dem Geologen Raphael Kuhn in Magnesiumoxid einen vielversprechenden Ansatz gefunden. In ersten Laborexperimenten mit Lehmrezepturen wurde eine Druckfestigkeit von bis zu 15 Megapascal erreicht, informiert die Empa 1. Lehm mit Zementzusatz bringt es auf bis zu 20 Megapascal.

  • Mehrheit will weniger Verkehr in der Stadt

    Mehrheit will weniger Verkehr in der Stadt

    Die Schweizerinnen und Schweizer wollen, dass ihre Städte in den kommenden 30 Jahren weniger verkehrsreich, grüner und bezahlbarer werden. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Sotomo im Auftrag des Express- und Paketdienstleisters DPD Schweiz im Juni dieses Jahres durchgeführt hat. Sie trägt den Titel Zukunftsbild nachhaltige Stadt.

    Demnach möchten sechs von zehn Personen mehr autofreie Zonen in städtischen Zentren und fast ebenso viele (58 Prozent) mehr Bäume in bebauten Gebieten und mehr abgetrennte Velowege. Dafür nähmen sie weniger Parkplätze und Autospuren in Kauf. 84 Prozent sind für einen besseren öffentlichen Verkehr. Für die Verbindungen zwischen den Städten wünschen sich 88 Prozent einen Ausbau des europaweiten Schnell- und Nachtzugnetzes. 53 Prozent wollen Autobahnen mit mehr Kapazität.

    Eine deutliche Diskrepanz zwischen Jungen und Älteren zeigt sich beim Thema Klimaneutralität: Während 22 bis 24 Prozent aller Altersgruppen zwischen 31 und über 60 Jahren das Netto-Null-Ziel bis 2050 für realistisch halten, glauben dies nur 12 Prozent der 18- bis 30-Jährigen. Gleichzeitig halten aber 87 Prozent von ihnen dieses Ziel für wünschenswert. Bei allen anderen Altersgruppen sind es nur zwischen 68 und 78 Prozent.

    Eine grosse Mehrheit befürwortet die Förderung preisgünstiger Alterswohnungen (91 Prozent), auch die Sympathisantinnen und Sympathisanten der FDP (88 Prozent) und der SVP (85 Prozent). Gemeinnützige Wohnungen wollen 70 Prozent der Bevölkerung. Für höhere Bauten sprechen sich 65 Prozent aus, für eine Beschränkung der Einsprachemöglichkeiten bei Bauprojekten 52 Prozent.

  • Neue Schultoiletten sollen Sri Lankas Bauindustrie verändern

    Neue Schultoiletten sollen Sri Lankas Bauindustrie verändern

    Paolo Tombesi, der Direktor des Labors für Bau und Architektur (FAR) an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL), und der Gastwissenschaftler Milinda Pathiraja haben ein wegweisendes Bauprojekt an dessen alter High School in Kandy im Zentrum Sri Lankas abgeschlossen: Der Bau zweier Toilettenanlagen soll das industrielle Entwicklungspotenzial durch architektonisches Design zeigen. Ihr Prototyp fusst auf 20 Jahren gemeinsamer Forschung.

    Bei strategischer Planung könne die Gestaltung solcher Infrastrukturen, „als Chance genutzt werden, um Innovationen zu präsentieren und zu verbreiten und praxisbezogene Auslöser für eine dringend benötigte Wiederbelebung der lokalen Baukultur einzuführen“, wird Pathiraja in einem Bericht der EPFL zitiert. Es sei auch darum gegangen, „neue, wirtschaftlich nachhaltige und ökologisch orientierte Bau-‚Traditionen‘ für Länder zu kultivieren, die unter Urbanisierungsdruck, begrenzten Rohstoffen und finanziellen Zwängen stehen“.

    So wurden etwa nicht-nachhaltige Baumaterialien vermieden, die funktionierender Lieferketten bedürfen wie Glas und Aluminium oder im Land nicht verfügbar sind wie Klinker. Die beiden Forscher wollten zudem verdeutlichen, wie Baupolitik und Nachhaltigkeit an unterschiedlichen Stellen zu Wertschöpfung führen, etwa anhand der gewölbten Dächer aus Ferrozement.

    Für all dies benötige die Branche konkrete Beispiele und Prototypen, „die sowohl den technischen Wert als auch die wirtschaftliche Machbarkeit solcher Ideen zeigen“, so Tombesi. Diese Toiletten senken gleichzeitig die Gesamtkosten auf 400 Dollar pro Quadratmeter, einschliesslich der Sanitäreinrichtungen. „Und angesichts des landesweiten Bedarfs an dieser Art von Programmen werden die von uns gewonnenen Erkenntnisse wahrscheinlich von anderen aufgegriffen werden.“

  • Kantonale Liegenschaften in Riehen gewinnen Nachhaltigkeitspreis

    Kantonale Liegenschaften in Riehen gewinnen Nachhaltigkeitspreis

    Die Liegenschaften des Kantons Basel-Stadt am Hirtenweg 16 bis 28 in Riehen haben den diesjährigen internationalen Preis für nachhaltige Architektur gewonnen, informiert das kantonale Finanzdepartement in einer Mitteilung. Mit dem Preis zeichnen die Fakultät für Architektur der Universität Ferrara und das Baustoffunternehmen Fassa Bortolo jedes Jahr Projekte aus, „die sich auf die Bedürfnisse der Menschen ausrichten und eine Vorbildfunktion im schonenden Umgang mit natürlichen Ressourcen einnehmen“, heisst es dort weiter. Die kantonalen Liegenschaften haben sich im diesjährigen Wettbewerb gegen zahlreiche weitere Projekte aus aller Welt durchgesetzt.

    Die international zusammengesetzte Jury wurde dabei vor allem durch zwei Aspekte der Liegenschaften in Riehen überzeugt. Dies war zum einen die sozialverträgliche Verdichtung von Wohnraum. Von den fünf bereits auf der Parzelle befindlichen Gebäuden hat der Kanton drei saniert. Die übrigen beiden wurden abgerissen und durch drei Neubauten ersetzt. Dadurch konnte die Anzahl der Wohnungen von 32 auf 63 fast verdoppelt werden.

    Zum anderen gab die ressourcenschonende Massivholzbauweise im von Projektteam Harry Gugger Studio AG, Erne AG Holzbau und Fontana Landschaftsarchitektur realisierten Projekt den Ausschlag. Dabei wurden die Holzmodule in einer Produktionshalle vorgefertigt und dann innerhalb kürzester Zeit vor Ort montiert. Während der gesamten Bauarbeiten konnten die Bewohnenden der Liegenschaften zudem vor Ort bleiben. Bewohnende der rückgebauten Gebäude zogen vor dem Abriss ihres alten Hauses in einen bereits fertiggestellten Neubau um.

  • Bauen neu denken

    Bauen neu denken

    Heute versammelten sich in Luzern über 500 Vertreter aus Wohnbaugenossenschaften aus der gesamten Schweiz, sowie Behörden, Unternehmen und Experten, zum Forum der Schweizer Wohnbaugenossenschaften. Das Treffen stand unter dem Motto „Bauen neu denken: Herausforderungen Klima, Kreislauf, Kosten“ und widmete sich den Problemen, vor denen die Baubranche steht: Städte erwärmen sich zunehmend, der Bau- und Wohnsektor verbraucht viel Energie, Ressourcen und Raum, während die Mietkosten für viele Haushalte immer belastender werden. Die Frage lautet, wie können Gebäude so konstruiert werden, dass sie die Hitze reduzieren, weniger Ressourcen benötigen und dennoch erschwinglich sind?

    Eva Herzog, Ständerätin (BS) und Präsidentin der Wohnbaugenossenschaften Schweiz, betonte in ihrer Eröffnungsrede die Notwendigkeit von preiswerten Wohnungen angesichts der aktuellen Wohnungsnot, steigender Wohnkosten und höherer Krankenkassenprämien. Sie forderte gemeinnützige Wohnungsbauunternehmen auf, ihren Teil zur Schaffung von gemeinnützigem Wohnraum beizutragen. Sie appellierte insbesondere an die Politik: „In der aktuellen Session befassen wir uns mit mehreren wohnungspolitischen Vorstößen. Das Parlament hat die Möglichkeit, die Richtung für mehr erschwinglichen Wohnraum und gegen hohe Mieten zu vorgeben. Es ist erfreulich, dass eine erste Motion, die die Wohnungsnot durch Verdichtung und gemeinnützigen Wohnungsbau adressieren möchte, vom Ständerat mit deutlicher Mehrheit weitergeleitet wurde.“

    Daniel Burri, Präsident von WOHNEN SCHWEIZ, wies darauf hin, dass die aktuellen Herausforderungen auch eine große Chance für den gemeinnützigen Wohnungsbau darstellen. „Gemeinnützige Bauunternehmer waren schon immer Pioniere in Bezug auf nachhaltiges Bauen und Wohnen. Die Bereitstellung von langfristig erschwinglichem Wohnraum ist unsere Hauptaufgabe. Wir können nun zeigen, dass wir nach wie vor führend in diesem Bereich sind und auch in Zukunft eine wichtige Rolle auf dem Wohnungsmarkt spielen werden.“

    Key-Speaker Thomas Rau machte deutlich, dass ein einfaches Optimieren des bestehenden Systems nicht ausreicht. Stattdessen ist eine Transformation zu einem komplett neuen Wirtschaftssystem erforderlich, in dem Abfall der Vergangenheit angehört. Experten aus der Praxis und Forschung präsentierten danach neue Ansätze für den Bau: etwa kreislauffähiges Bauen, hitzemindernde Materialien, weniger Technologie, kluger Umgang mit Bestehendem oder Kosteneinsparungen an den richtigen Stellen. Videos mit Auszubildenden aus der Baubranche veranschaulichten, wie sich die nächste Generation von Bauprofis die Zukunft des Bauens vorstellt. Informationen dazu sind auf der Website des Forums der Schweizer Wohnbaugenossenschaften, www.forum-wohnen.ch, zu finden.

    Wie durch beispielhafte Projekte von Genossenschaften sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland demonstriert wurde, ist nachhaltiges, zirkuläres und kosteneffizientes Bauen für Wohnbaugenossenschaften keine Vision für die Zukunft, sondern bereits heute Realität.

  • Zwischenbilanz klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden

    Zwischenbilanz klimaneutrale Landwirtschaft Graubünden

    Der Zwischenbericht zur klimaneutralen Landwirtschaft in Graubünden bietet einen Einblick in die Fortschritte und Herausforderungen dieses wegweisenden Projekts. Mit Blick auf die 52 beteiligten Betriebe wurden in der Pilotphase zunächst die Treibhausgasemissionen ermittelt. Darauf aufbauend wurden gezielte Maßnahmen zur Emissionsreduktion oder -kompensation entwickelt.

    Die Gesamtemissionen Betriebe belaufen sich auf etwa 15’000 Tonnen CO2-Äquivalente jährlich, vergleichbar mit dem Treibhausgas-Ausstoß von rund 1’100 Personen in der Schweiz. Ein Schwerpunkt liegt auf den Auswirkungen tierischer Lebensmittelproduktion, insbesondere den Emissionen aus der Wiederkäuerhaltung. Das Methan von Rindern, Schafen und Ziegen trägt 30-mal stärker zur Erwärmung bei als CO2. In diesem Zusammenhang werden auch Unterschiede zwischen verschiedenen Betriebstypen deutlich.

    Die Umsetzung der Projektmaßnahmen begann im Jahr 2022. Die Frage, ob die Pilotbetriebe in dieser Phase ihre Emissionen signifikant reduzieren konnten, wird jedoch erst nach Abschluss der Pilotphase Ende 2025 abschließend beantwortet werden können. Aktuell sind zahlreiche betriebliche Anpassungen erforderlich, um eine schrittweise Reduktion der Emissionen zu erreichen. Dies betrifft unter anderem Bodenbearbeitung, Tierhaltung, Fütterung, Lagerung von Wirtschaftsdüngern, sowie die Nutzung erneuerbarer Energien.

    Die Erkenntnis aus der Pilotphase, dass natürliche Prozesse wie die Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdüngern sowie Tierhaltung durch Methan- und Lachgasemissionen stärker zur Treibhausgasbelastung beitragen als der Treibstoffverbrauch von Traktoren, ist überraschend. Trotz der Herausforderungen bleiben die teilnehmenden Betriebe motiviert. Sie erfahren sowohl gesellschaftliche Unterstützung als auch Anerkennung für ihre Bemühungen, die Klimakrise anzugehen. Auch in anderen Betrieben sowie benachbarten Kantonen weckt das Projekt großes Interesse und fördert ähnliche Initiativen.

    Die Pilotphase wird Ende 2025 abgeschlossen sein. Ziel ist es, die gewonnenen Erfahrungen ab 2026 auf alle rund 2000 Landwirtschaftsbetriebe in Graubünden auszudehnen. Es wird daran gearbeitet, Lösungsansätze für eine klimaneutrale Landwirtschaft zu entwickeln und umzusetzen. Klimaneutralität bleibt eine Vision, aber die Landwirtschaft bietet die Möglichkeit, Treibhausgase durch „negative Emissionen“ zu kompensieren, etwa durch den Aufbau von Kohlenstoff im Boden.

    Der Kauf klimaneutral erzeugter Produkte durch Konsumenten trägt zur Förderung einer klimaneutralen Landwirtschaft bei. Die Pilotphase fördert Projekte wie regionalen Lieferservice mit Gemüse-Abonnements. Eine langfristig erfolgreiche klimaneutrale Landwirtschaft erfordert die Bereitschaft der Konsumenten, entsprechende Produkte zu konsumieren und gegebenenfalls einen höheren Preis zu akzeptieren. Der gesellschaftliche Trend zu pflanzlicher Ernährung unterstützt solche Initiativen.

    Obwohl die Herausforderung der Klimaneutralität trotz intensiver Bemühungen bestehen bleibt, zieht Projektleiter Müller zur Halbzeit der Pilotphase eine positive Bilanz der Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure. Die Vision einer klimaneutralen Landwirtschaft wird von den Pilotbetrieben weiterhin mit Begeisterung und Enthusiasmus verfolgt.

  • Die angepassten Schweizer Gebäudelabels sind lanciert

    Die angepassten Schweizer Gebäudelabels sind lanciert

    Der GEAK: Die Basis
    Die Konferenz Kantonaler Energiedirektoren (EnDK) definiert im Rahmen der GEAK-Normierung die Methodik für die Bilanzierung von Energie, CO2 und Treibhausgasen für den Betrieb von Gebäuden. Diese wird anschliessend von Minergie und SNBS in allen Produkten übernommen. Neben den Skalen zur Gesamtenergie und Gebäudehüllenqualität wurde bereits 2022 eine Skalierung der CO2-Emissionen ergänzt, die im Einklang mit dem Schweizer Treibhausgasinventar steht. Im März 2023 wurde zusätzlich eine Methode für die Bilanzierung der vorgelagerten Emissionen (Elektrizitätsproduktion, Fernwärme) ergänzt, so dass nun die gesamten in der Betriebsphase verursachten Treibhausgasgasemissionen ausgewiesen werden können.

    Die Minergie-Standards: Komfort, Effizienz und Klimaschutz
    Die Gebäudestandards von Minergie fokussieren auf Komfort, Effizienz und Klimaschutz. Bei der Anpassung der Minergie-Standards stechen drei Massnahmen heraus:

    1.            Treibhausgasemissionen (THGE) in der Erstellung: Neu gelten für alle Neubauten im Minergie-Standard Grenzwerte für die durch die Erstellung verursachten THGE. Die Grenzwerte sind so definiert, dass zu deren Einhaltung in jedem Fall Optimierungen vorgenommen werden müssen, aber weiterhin an allen Standorten und Lagen gebaut werden kann. Zudem wird die Installation von Photovoltaik und Erdsonden-Wärmepumpen dank flexiblen Grenzwerten nicht behindert. In den nächsten Jahren werden die Grenzwerte sukzessive verschärft. Mit dem gleichzeitig optimierten vereinfachten Nachweis wird das Verständnis für die relevantesten Massnahmen zur Reduktion der THGE geschärft. Die Bilanzierung kann auch von (noch) nicht spezialisierten Architektur- und Planungsbüros mit sehr wenig Aufwand vorgenommen werden.

    2.            Hitzeschutz: Auch in der Schweiz überhitzen die Gebäude mit den wärmer werdenden Sommermonaten öfter und stärker. Bisher wurde anhand von Erfahrungswerten vergangener Jahrzehnte modelliert, wie oft das Innenraumklima den minimalen Gesundheits- und Komfortanforderungen nicht mehr genügen kann. Neu muss der Nachweis für den Sommerlichen Wärmeschutz bei Minergie anhand von Klimadaten erbracht werden, welche MeteoSchweiz für die nächsten Jahrzehnte errechnet hat. Wie bisher darf ein Minergie-Wohnbau dabei bei Standardnutzung nicht mehr als 100 Stunden pro Jahr Temperaturen von über 26.5°C aufweisen. Dies bedingt ein adäquates architektonisches Konzept kombiniert mit entsprechend optimierter Gebäudetechnik. Vermehrt wird im Sommer ein Teil der Eigenstromproduktion für die Temperierung (Freecooling) oder sogar Kühlung der Gebäude aufgewendet werden müssen.

    3.            Photovoltaik (PV): Neu wird durch eine objektspezifische Verschärfung der Minergie-Kennzahl sichergestellt, dass die belegbare Dachfläche bei allen Minergie-Gebäuden voll für die Eigenstromproduktion genutzt wird. Darunter wird verstanden, dass Dachaufbauten für Gebäudetechnik, Fenster, Lifte oder Terrassen weiterhin möglich sind, aber die verbleibende Fläche voll mit Modulen belegt wird. Bei Sanierungen sind die Möglichkeiten einer vollständigen Nutzung der Dachfläche eingeschränkter als im Neubau, was im Grenzwert berücksichtigt ist. Bei Gebäuden mit bis zu 4 Stockwerken wird mit dieser Anpassung eine Leistung von 20-40Wp/m2 EBF installiert, im Vergleich zu 10Wp/m2 gem. Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) 2014. Auf die Einführung einer minimalen Leistung der PV-Anlagen von 20Wp/m2 EBF und damit de facto einer Pflicht zu Fassadenanlagen bei hohen Gebäuden wird aufgrund der aktuellen Unsicherheiten beim Brandschutznachweis von Fassadenanlagen vorerst verzichtet. Nach Vorliegen einer von der Branche breit getragenen Lösung wird diese Anforderung eingeführt werden.

    Ausserdem wird die Anforderung an die Gebäudehülle (bei Minergie- und Minergie-A-Bauten) erhöht. Ebenso müssen zur Erfüllung der Minergie-Kennzahl bspw. effizientere Geräte und Beleuchtung (in Zweckbauten) eingesetzt werden – für einen möglichst effizienten und fossilfreien Betrieb. Zur Sicherstellung eines optimalen Betriebs wird die Monitoring-Pflicht auf Gebäude ab 1’000 m2 EBF ausgeweitet. Zudem sind Minergie-Gebäude für die Elektromobilität bereit (und überwiegend mit Strom ausgerüstet). 

    Für alle Anpassungen gilt eine Übergangsfrist von 12 Monaten. Mehr Informationen zu den Anpassungen an den Minergie-Gebäudestandards stehen im entsprechenden Faktenblatt Minergie-Standards oder im Detail im Produktreglement Minergie-Gebäudestandards 2023.1.

    Der Zusatz ECO: Das Plus für Ökologie und Gesundheit
    Die Minergie Baustandards werden mit dem Zusatz ECO um eine besonders gesunde, kreislauffähige und klimafreundliche Bauweise ergänzt. Der erneuerte ECO-Zusatz besticht mit klarer Struktur, vereinfachtem Bewertungssystem und bringt die aktuellen Themen in das Label.

    Neu wurde das Thema «Klimaschutz und Ressourcen» mit 8 Vorgaben gestärkt, davon 2 neue zu «Restwert rückzubauender Bestandsbauten» und zum «Einsatz lokaler Ressourcen». Die Grenzwerte für Graue Energie und Treibhausgase wurden angepasst. Im Thema «Gebäudekonzept und Kreislaufwirtschaft» steht weiterhin die Nutzungsflexibilität und Wiederverwendung bzw. Wiederaufbereitung im Zentrum. Der Bereich «Gesundheit» wurde gekürzt, vereinfacht und im Bereich Baumaterialien verständlicher formuliert. Neu sind die Innovationsvorgaben in den Bereichen Gesundheit und Ökologie.

    Dank des neuen Bewertungssystems und der gemeinsamen Abwicklung mit dem Minergie-Nachweis auf der Label-Plattform vereinfacht sich die Nachweisführung und Zertifizierung. Die Kombination der strengeren Minergie-Baustandards mit dem neuen ECO-Zusatz bietet Bauherrschaften ein Label, das sie auf dem Weg in das zukunftsfähige Bauen unterstützt und die Qualität sicherstellt.

    Für die Anpassung gilt eine Übergangsfrist von 12 Monaten. Mehr Informationen zu den Anpassungen am Zusatz ECO stehen im entsprechenden Faktenblatt Zusatz ECO oder im Detail im Produktreglement, Zusatz ECO 2023.1.

    Der SNBS-Hochbau: Umfassend nachhaltig
    Mit dem SNBS-Hochbau werden Gebäude in allen Dimensionen der Nachhaltigkeit (Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt) geprüft und zertifiziert. Mit der aktuellen Anpassung wird die Anzahl Kriterien und Messgrössen um rund ein Viertel auf 35 Kriterien resp. 98 Messgrössen reduziert. Dies vor allem durch Weglassen, was in Normen und rechtlichen Grundlagen bereits ausreichend geregelt ist.

    Verschärft und ergänzt werden hingegen die Anforderungen für klimaangepasstes und CO2-armes Bauen. So wird bspw. das Denken in Kreisläufen geschärft, die Wiederverwendung von Bauteilen geregelt oder der Einbezug rückzubauender Gebäudeteile in die Bewertung der Treibhausgasemissionen von Neubauten integriert.

    Ein weiteres neues Thema ist das Mikroklima, also die Begrünung von Aussenräumen, Beschattung von Aufenthaltsbereichen oder Gestaltung von Eigenschaften von Oberflächen im Aussenraum.

    Für die Anpassung gilt eine Übergangsfrist von 12 Monaten. Mehr Informationen zu den Anpassungen am SNBS-Hochbau stehen im entsprechenden Faktenblatt SNBS-Hochbau oder im Detail im Kriterienbeschrieb SNBS-Hochbau 2023.1.

    Das SNBS-Areal: Für Nachhaltigkeit auf Arealebene
    Neu können die bekannten Qualitäten des SNBS-Hochbau auch auf Ebene Areal zertifiziert werden. Es wurden 22 Schlüsselkriterien vom SNBS-Hochbau auf das Areal übertragen und 8 neue Kriterien entwickelt. Es handelt sich dabei um Aspekte, deren Thematisierung sich bei Einzelgebäuden oft nicht lohnen, aber in Arealen entscheidend zu deren Nachhaltigkeit beitragen. Dazu gehören beispielsweise die Governance des Areals, Anforderungen an die Entwicklungsphase oder die Einbindung des Areals ins Umfeld. Im Areal sind Kompensationen bei Treibhausgasen, Energie, Mobilität und Bodennutzung möglich. Die Themen ESG und EU-Taxonomie werden im Kriterienbeschrieb ebenfalls adressiert. Zertifizierbar sind sämtliche Nutzungen auf einem Areal.

    Mehr Informationen zum neuen SNBS-Areal stehen im entsprechenden Faktenblatt SNBS-Areal oder im Detail im Kriterienbeschrieb SNBS-Areal 2023.1. Projekte können ab sofort geplant und ab November 2023 eingereicht werden.

    Das Minergie-Areal: Klimaschutz im Areal
    Minergie-Areale orientieren sich an denselben Zielen wie die Minergie-Baustandards, umfassen aber auch arealspezifische Anforderungen. Die einzelnen Gebäude sind mehrheitlich nach Minergie zu zertifizieren und erfüllen so neben höchsten Anforderungen an Energie- und Treibhausgasemissionen überdurchschnittliche Anforderungen an den Hitzeschutz und die Raumluftqualität. Neu bei Minergie sind die Vorgaben ans Arealmanagement, die klimaangepasste Gestaltung des Aussenraums und Anreize zu einer klimafreundlichen Mobilität. Damit soll auf Minergie-Arealen eine besonders hohe Lebensqualität sichergestellt werden.

    Mehr Informationen zum neuen Minergie-Areal stehen im entsprechenden Faktenblatt Minergie-Areal oder im Detail im Produktreglement Minergie-Areal 2023.1. Projekte können ab sofort geplant und ab November 2023 eingereicht werden.

    Ablösung der 2000-Watt-Areale
    Mit der Einführung des SNBS-Areal und des Minergie-Areal wird das bisher durch das Bundesamt für Energie geführte 2000-Watt-Areal abgelöst. Bestehende Areale «in Entwicklung» oder «in Transformation» finden in einem der neuen Areal-Labels eine gleichwertige Anschlusslösung. Für den Übergang ist gegenüber der Neuzertifizierung ein erleichtertes Verfahren vorgesehen.

  • KVA Turgi soll für 325 Millionen Franken erneuert werden

    KVA Turgi soll für 325 Millionen Franken erneuert werden

    Nach 50 Jahren Betrieb soll die KVA Turgi erneuert werden. Dazu wird der Vorstand laut einer Medienmitteilung an der nächsten Abgeordnetenversammlung am 27. September einen Projektierungskredit von 17 Millionen Franken beantragen. Die Gesamtkosten der Erneuerung werden auf 325 Millionen Franken geschätzt. Die Notwendigkeit einer Erneuerung zeigt sich den Angaben zufolge auch in steigendem Aufwand für Reparaturen und Instandhaltung.

    Nach einer mehrjährigen Planungsphase wird der Bau voraussichtlich erst 2028 beginnen können. Die neue KVA könnte dann 2033 in Betrieb gehen. Die letzten Erneuerungsarbeiten an der Anlage waren in den 1990er Jahren durchgeführt worden.

    Die KVA hat dazu auf ihrer Internetseite neben der Einladung zur Abgeordnetenversammlung eine Sammlung von Dokumenten einschliesslich der Machbarkeitsstudie des Projekts sowie den detaillierten Antrag von Präsident Philippe Ramseier zum Projektierungskrediteingestellt.

    Schon seit 2015 beschäftigen sich laut diesen Unterlagen Geschäftsleitung und Vorstand der KVA mit der Erneuerung der veralteten Anlagen. Geprüft wurde eine Zusammenarbeit mit den benachbarten Anlagen in Buchs AG und Dietikon ZH. Beide lehnten diese allerdings ab. Nach der Machbarkeitsstudie von 2022 hat sich der Vorstand der KVA dazu entschieden, die neue Anlagen auf einer benachbarten Parzelle des Abwasserverbandes Region Baden Wettingen zu platzieren. So kann der Betrieb während der Erneuerungsarbeiten weitergehen.

    Die KVA Turgi verarbeitet jährlich rund 120‘000 Tonnen Abfall. Für die daraus gewonnene Fernwärme wird wegen der Erneuerungskosten mit einer moderaten Preisanhebung gerechnet.

  • Mobiliar investiert in Hitzeminderung in Berner Quartier

    Mobiliar investiert in Hitzeminderung in Berner Quartier

    Die Mobiliar beteiligt sich mit einem Kostenanteil in Höhe von 450’000 Franken an einer Klimaanpassungs- und Aufwertungsmassnahme im Berner Breitenrainquartier. Gemäss Klimamessungen der Universität Bern ist dieses Viertel überdurchschnittlich heiss. Einer Mitteilung der Versicherung zufolge hat der Gemeinderat für eine entsprechende Umgestaltung der Optingenstrasse einen Kredit in Höhe von 1,3 Millionen Franken bewilligt. „Mit dem finanziellen Beitrag der Mobiliar können wir an der Optingenstrasse mehr machen, als wenn die Stadt das Projekt alleine finanzieren müsste“, wird Gemeinderätin Marieke Kruit zitiert.

    Geplant ist, gegen den Hitzestau 20 Bäume anzupflanzen sowie Strassen- und Parkflächen zu entsiegeln, damit Regenwasser versickern und durch die Verdunstung die Luft kühlen kann. Zur weiteren Aufwertung des Quartiers sollen Grün- oder Mergelflächen mit Veloständern oder Sitzgelegenheiten angelegt werden. Die Stadt führt diese Klimaanpassungen im Rahmen der ohnehin für 2024 vorgesehene Sanierungsarbeiten des Energieversorgers Energie Wasser Bern durch.

    „Unser Umgang mit Naturgefahren beschränkt sich nicht aufs Bezahlen von Schäden – wir engagieren uns verstärkt auch in der Prävention“, wird Thomas Trachsler von der Mobiliar zitiert. Belinda Walther Weger, Leiterin Public Affairs & Nachhaltigkeit bei der Versicherung, betont, dass Schwammstadtprojekte über die reine Gefahrenabwehr hinausgehen: „Sie tragen dazu bei, dass die Lebensqualität in dicht besiedelten Gebieten hoch bleibt.“ Deshalb werde sich die Mobiliar aus der Genossenschaft im Rahmen der Unterstützung von Klimaschutzprojekten an weiteren Schwammstadt-Projekten in Schweizer Städten beteiligen. „Mit unserem Engagement wollen wir einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und positiven Zukunft leisten.“

  • Venture Kick unterstützt Borobotics mit 150‘000 Franken

    Venture Kick unterstützt Borobotics mit 150‘000 Franken

    Borobotics aus Winterthur erhält von Venture Kick mit Erreichen der dritten Stufe des Programms 150‘000 Franken für die Weiterentwicklung seines innovativen Bohrroboters. Als Antwort auf das Problem der bisher energieintensiven und teuren Bohrung von Löchern für Erdwärmesonden revolutioniert Borobotics laut einer Medienmitteilung geothermische Wärmeprozesse mit einem Bohrroboter, der auf bis zu 90 Prozent weniger Raum und zu deutlich geringeren Kosten arbeiten kann.

    Zusätzlich zu den hohen Kosten und dem grossen Platzbedarf bringen bisherige Verfahren laut der Mitteilung Nachteile wie Energieintensität, Ungenauigkeit, Lärmbelästigung und Landschaftszerstörung mit sich. Borobotics beschreibt seine Entwicklung als „einen regenwurmartigen Roboter, der sich senkrecht in die Erde bewegt“, ohne Bohrturm oder Bohrgestänge. Er soll eine wesentlich grössere Verbreitung von Erdwärmeheizungen ermöglichen.

    Borobotics ist laut der Mitteilung aus einem Forschungsprojekt der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften hervorgegangen. Das Start-up will die 150‘000 Franken in mehrere Bohrtests seines Roboters investieren, um auf der Geothermie-Messe GeoTHERM 2024 in Offenburg bei Demonstrationsbohrungen am 29. Februar und 1. März 2024 bei Demonstrationsbohrungen einen funktionstüchtigen Prototyp vorstellen zu können.

  • Klimaneutraler Campus fertiggestellt

    Klimaneutraler Campus fertiggestellt

    „Technologie stellt den Schlüssel zur Erreichung von Nachhaltigkeit dar,“ so Roland Busch. „Da Gebäude für 40% des globalen Energieverbrauchs verantwortlich sind, spielen klimaneutrale Gebäude eine entscheidende Rolle. Sie sind sowohl für Unternehmen als auch für Länder ein wirksamer Ansatzpunkt, um nachhaltiger zu agieren. Um die komplexen Prozesse zu steuern, setzen wir auf künstliche Intelligenz. Diese orchestriert die notwendige Hardware und Software. Insbesondere die Schweiz, mit ihren strengen Umweltstandards und weltklasse Universitäten, bietet den idealen Nährboden für die Weiterentwicklung dieser Technologien. Unsere neue digitale Geschäftsplattform, ermöglicht unseren Kunden, unsere modularen Lösungen effizient einzusetzen.“

    „Wir schafft eine einzigartige Symbiose aus der physischen und der digitalen Welt, und ermöglicht damit die Gestaltung einer besseren Zukunft,“ fügt Matthias Rebellius, Vorstandsmitglied der Siemens AG und CEO von Smart Infrastructure, hinzu. „Der neue Campus in Zug ist ein Paradebeispiel dafür. Durch Einsatz modernster Technologien aus unserem Portfolio läuft der Campus vollständig klimaneutral – ein Ziel, das wir uns bereits vor zwei Jahren gesetzt hatten und nun erreicht haben.“

    Der Campus in Zug dient als globaler Hauptsitz von Smart Infrastructure und ist ein Hotspot für die Entwicklung innovativer Gebäudetechnologien. Von hier aus werden jährlich etwa 80 neue Patente angemeldet. Der 25.000 Quadratmeter große Campus umfasst ein Haupt-, ein Fabrik- und ein modernisiertes F&E-Gebäude. Die Klimaneutralität wird durch eine Reihe unterschiedlicher Maßnahmen erreicht: Wärmepumpen, Wasser aus dem Zugersee, Photovoltaikanlagen, begrünte Dächer und ein hochmodernes Gebäudeautomationssystem. Zudem fördern über 50 firmeneigene Ladestationen die nachhaltige Mobilität.

    Für die Planung des Campus kam Building Information Modeling (BIM) zum Einsatz, eine Methode, die zunächst einen digitalen Zwilling des Gebäudes erstellt. So können Energie- und Ressourcenverbrauch präzise dokumentiert, gemessen und angepasst werden. Zusätzlich wurden zahlreiche IoT-Funktionen implementiert, um die Effizienz und das Nutzererlebnis zu optimieren.

    Bei der Eröffnungszeremonie konnten die Teilnehmer Building X, die skalierbare digitale Gebäudeplattform von Siemens, in Aktion erleben. Diese Plattform ist ebenfalls Teil von Siemens Xcelerator und trägt zur Digitalisierung und Optimierung des Gebäudebetriebs bei.

    Der neu fertiggestellte Campus bietet nun ein klimaneutrales Arbeitsumfeld für über 1.700 Mitarbeiter, die daran arbeiten, die technologische Entwicklung für kritische Infrastrukturen weltweit voranzutreiben.“

  • Effizientes Asphaltrecycling in der Schweiz

    Effizientes Asphaltrecycling in der Schweiz

    In der Schweiz stellt das wachsende Aufkommen von Alt-Asphalt auf Deponien ein Problem dar, das nun durch innovative Forschung angegangen wird. Das „HighRAP“-Projekt, angeführt von Martins Zaumanis und in Zusammenarbeit mit Behörden und Industriepartnern, zielt darauf ab, den Einsatz von Recycling-Asphalt im Straßenbau zu maximieren.

    Herausforderungen und Lösungen
    Alt-Asphalt ist eine anspruchsvolle Ressource. Sein Bindemittel, Bitumen, altert und versteift mit der Zeit, was die Verwendung erschwert. Darüber hinaus ist Alt-Asphalt oft ein Gemisch aus unterschiedlichen Straßenschichten und Zeitperioden, was seine Homogenität beeinträchtigt. Zaumanis‘ Forschungsprojekt bietet hier Lösungen an. Durch spezialisierte Testmethoden und ein neu entwickeltes Rechenmodell wird es einfacher, Alt-Asphalt wiederzuverwenden.

    Praxistests und Anwendungen
    Das Projekt hat bereits seine Praxistauglichkeit in zwei Pilotprojekten unter Beweis gestellt. In Uster gelang es, bis zu 50% Recycling-Asphalt in die Straßendecke einzubinden, ohne Leistungseinbußen zu erleiden. Selbst auf dem klimatisch anspruchsvollen Lukmanierpass wurde Asphalt mit hohen Recyclinganteilen erfolgreich eingesetzt. Diese Ergebnisse ermutigen zur erweiterten Nutzung von Recyclingmaterial.

    Zukunftsweisende Forschung
    Das Projekt bietet nicht nur praktische Lösungen für den Straßenbau, sondern wirft auch ein neues Licht auf die Möglichkeiten, Recyclingmaterial effizient und nachhaltig zu nutzen. Martins Zaumanis ist zuversichtlich, dass seine Forschung dazu beitragen wird, die Menge an Alt-Asphalt auf Deponien erheblich zu reduzieren.

    Mit dem Projekt „HighRAP“ nimmt der nachhaltige Straßenbau in der Schweiz Fahrt auf. Neue Methoden, politischer Wille und erfolgreiche Praxistests lassen eine Zukunft mit weniger Abfall und mehr Recycling im Straßenbau realistisch erscheinen.

  • Steiner leitet Bau von Holzgebäude in Ostermundingen ein

    Steiner leitet Bau von Holzgebäude in Ostermundingen ein

    Die Steiner AG hat mit dem Bau von 17 Eigentumswohnungen im nahe Bern gelegenen Ostermundigen begonnen. Die Vermarktung der Studios und der 2,5- und 4,5-Zimmer-Wohnungen laufe bereits „auf Hochtouren“, schreibt die Zürcher Immobilienentwicklerin in einem Beitrag auf LinkedIn. Das Projekt NIDO sieht ein Gebäude im Holzbau vor, dessen Wohnungen mit einem Laubengang erschlossen werden.

    „Ausgestattet mit moderner Haustechnik wie einer Erdsonde mit Wärmepumpe und einer Photovoltaikanlage wird aus diesem fortschrittlichen Holzgebäude ein zukunftsweisendes Zuhause für Menschen, denen nachhaltiges Wohnen ein Anliegen ist“, so Steiner. Laut Projektbeschreibung verfügen die Wohnungen über Balkone und Terrassen in Westlage. Zu den Wohnungen im Erdgeschoss gehört jeweils eine Gartenfläche. Im Aussenraum sollen zudem „Begegnungszonen für alle Bewohnenden“ entstehen.

  • Implenia erhält Top-Bewertung für Nachhaltigkeit

    Implenia erhält Top-Bewertung für Nachhaltigkeit

    Das Bau- und Immobilienunternehmen Implenia mit Sitz in Opfikon hat beim Rating für Nachhaltigkeit 86 Punkte von der amerikanischen Bewertungsagentur Morningstar Sustainalytics erhalten. Das ist ein Punkt mehr als im vergangenen Jahr. Damit festigt Implenia seine Spitzenposition in den drei Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) innerhalb der Branche Construction und Engineering, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Demnach liegt Implenia auch beim aktuellen ESG Risk Rating von Sustainalytics weit vorne und zählt zu den Industry Top Rated, also den Spitzenreitern seiner Branche. Dafür wurden den Angaben zufolge neben dem Management von ESG-Themen auch die branchenspezifischen ESG-Risiken angeschaut.

    „Als einer von fünf Unternehmenswerten und Teil unserer Mission ist Nachhaltigkeit in der Kultur von Implenia fest verankert, das zeigt einmal mehr das Sustainalytics-Rating“, wird Anita Eckardt, Vorsitzende des Implenia Sustainability Committee, in der Medienmitteilung zitiert. Die Energiewende sei ein grosser Nachfragetreiber in der Bau- und Immobilienbranche. „Wir unterstützen unsere Kunden dabei, Immobilien sowie Infrastruktur nachhaltig zu planen und zu realisieren und entwickeln die Möglichkeiten dafür ständig weiter.“

    Sustainalytics ist ein zur Morningstar Inc. in Chicago im US-Bundesstaat Illinois gehörendes Unternehmen mit Sitz in Amsterdam und bietet Daten und Ratings zu unternehmerischer Verantwortung für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung an.

  • Windpark Quatre Bornes nimmt nächste Hürde

    Windpark Quatre Bornes nimmt nächste Hürde

    Der Windpark Quatre Bornes hat eine weitere Hürde genommen. Laut einer Mitteilung der Groupe E hat das Kantonsgericht Neuenburg die Einsprache der Gegner des Projekts gegen die drei Windräder auf dem Gebiet der Neuenburger Gemeinde Val de Ruz zurückgewiesen. Das Gericht habe seine Entscheidung unter anderem damit begründet, dass das Projekt von nationaler Bedeutung und der kantonale Richtplan nicht zu beanstanden sei. Die Einsprecher können nun Einsprache beim Bundesgericht erheben.

    Auch die sechs Windräder des Windparks, die auf dem Gebiet der Berner Gemeinde Sonvilier geplant sind, sind noch Gegenstand laufender Verfahren. Die Initianten hatten dort ursprünglich sieben Windräder geplant.

    Der Windpark wird von den beiden Gemeinden sowie 23 Landwirten und anderen Personen geplant. Groupe E investiert über seine Tochter greenwatt in das Projekt. Die ersten Windmessungen wurden 2006 vorgenommen. Der Windpark soll 63 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzeugen.

  • EcoVadis verleiht Hilti erneut Umwelt-Rating in Gold

    EcoVadis verleiht Hilti erneut Umwelt-Rating in Gold

    Hilti hat von EcoVadis zum dritten Mal das Umwelt-Rating in Gold erhalten. Diese Auszeichnung bekommen branchenübergreifend nur die besten 5 Prozent der weltweit mehr als 100’000 bewerteten Unternehmen. Zudem wurde dem Bauchtechnologieunternehmen auch das Prädikat Leader on Carbon Management verliehen. Die in Paris ansässige und weltweit tätige Umwelt-Rating-Agentur würdigte Hilti laut seiner Medienmitteilung als „Unternehmen mit einem erstklassigen Treibhausgas-Managementsystem und grossen Ambitionen bei der Dekarbonisierung“.

    Grundlage für diese „herausragende Bewertung“ sei das Bekenntnis von Hilti zur Science Based Targets Initiative. Unternehmen, die ihr beitreten, verpflichten sich, ihren CO2-Fussabdruck bis 2030 deutlich zu reduzieren und bis 2050 Netto-Null-Emissionen zu erreichen. Darüber hinaus attestierte EcoVadis der Hilti Gruppe im Vergleich zum Vorjahresrating weitere Verbesserungen in den Kernbereichen Umwelt und Geschäftsethik. Unter anderem sei die hohe Datentransparenz zum Lebenszyklus der Hilti-Produkte hervorgehoben worden.

    „Wir treten an, um für unsere Kunden der beste Partner in Sachen Nachhaltigkeit zu sein“, wird CEO Jahangir Doongaji zitiert. „Die diesjährige Bewertung bestärkt uns darin, unsere Ambitionen weiter voranzutreiben. Neben unserem Ziel, selbst nachhaltiger zu werden, hilft unser differenziertes Produkt- und Dienstleistungsangebot unseren Kunden, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.“

  • 10 Millionen Franken Fördermittel für Betonrecycling-Technologie

    10 Millionen Franken Fördermittel für Betonrecycling-Technologie

    Fast 40% der globalen CO2-Emissionen sind auf den Bau- und Gebäudesektor zurückzuführen. Jährlich werden weltweit rund 30 Milliarden Tonnen Beton hergestellt und die Nachfrage steigt weiter an. Das Bindemittel Zement und der Verbundwerkstoff Beton sind wichtige Baustoffe – ihre Produktion trägt allerdings zum Klimawandel bei. Schätzungen gehen davon aus, dass alleine die Zementindustrie für mehr als 8% der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist. Mit reCO2ver® hat Sika eine innovative Technologie entwickelt, die eine vollständige Wiederverwertung von Beton-Abbruchmaterial ermöglicht und in der Betonbranche einzigartig ist.

    17’000 Tonnen CO2-Speicherung in  Beton-Abbruchmaterial bis ende 2030

    Sikas bereitet Altbeton nicht nur in die qualitativ hochwertigen Einzelteile Kies, Sand und Zementstein auf, sondern kann dank eines chemischen Verfahrens zusätzliches CO2 binden. Zirka 15 Kilogramm CO2 können pro Tonne Abbruchmaterial dauerhaft gespeichert werden. Darüber hinaus wird das im Prozess entstehende Zementsteinpulver durch Sika

    Additive in seiner Leistungsfähigkeit optimiert und kann so erneut als Zementersatz in der Betonproduktion eingesetzt werden. Seit Oktober 2021 ist eine Pilotanlage in der Schweiz in Betrieb – die Testphase wurde nun erfolgreich abgeschlossen.

    Um den Klimamehrwert der Anlagen standardisiert belegen zu können, entwickelt Sika gemeinsam mit South Pole ein Klimaschutzprogramm gemäss den Vorgaben des Schweizer Bundesamts für Umwelt (BAFU). Ein bedeutender Meilenstein in Bezug auf die Umsetzung und Verwendung dieser Technologie zur CO2-Abscheidung und -Speicherung wurde nun erreicht: Die Schweizer Stiftung Klimarappen garantiert den Kauf von CO2-Zertifikaten aus diesem Programm von anfänglich CHF 10 Millionen bis Ende 2030.

    Die Implementierung der industriellen Anlagen ist zentraler Bestandteil des zertifizierten Klimaschutzprogramms. Bis Ende 2030 sollen so rund 17’000 Tonnen CO2 in Beton-Abbruchmaterial gespeichert werden. Dies entspricht ungefähr der CO2-Menge, die beim Bau von 850 Einfamilienhäusern aus Beton freigesetzt wird. Philippe Jost, Head Construction Sika: «Mit unserer Innovationsstärke und unseren nachhaltigen Technologien ermöglich wir es unseren Kunden in der Bau- und Fahrzeugindustrie, ihren ökologischen Fussabdruck zu verkleinern und den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit zu vollziehen. Wir freuen uns sehr, dass die reCO2ver®-Technologie gezielt gefördert wird. Wir sind davon überzeugt, dass wir durch das Programm einen grossen Mehrwert für die Baubranche, die Umwelt und für die nachfolgenden Generationen schaffen.»

  • Empa entwickelt recycelbaren Kunststoff für die Industrie

    Empa entwickelt recycelbaren Kunststoff für die Industrie

    Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) haben eine neue Art von Kunststoff entwickelt. Ihr Epoxidharz lässt sich sowohl reparieren als auch wiederverwerten. Das ist einer Medienmitteilung zufolge ein Novum. Bisher war die Wiederverwertung bei Epoxidharzen nicht möglich. Bei dieser Art von Kunststoffen sind die Polymerketten engmaschig miteinander vernetzt, was das Schmelzen verunmöglicht. „Haben sie einmal ausgedient, werden sie verbrannt oder in Deponien entsorgt”, erklärt Wenyu Wu Klingler vom Empa-Labor Advanced Fibers in St.Gallen.

    Epoxidharze haben allerdings ausgezeichnete mechanische und thermische Eigenschaften, wie die Empa in ihrer Mitteilung schreibt. Entsprechend werden sie vielseitig in der Industrie eingesetzt – etwa bei der Herstellung von Bauteilen für Flugzeuge, Autos, Züge, Schiffe und Windkraftanlagen.

    Mit dem besonderen Epoxidharz der Empa soll also unter anderem der Einsatz von faserverstärkten Kunststoffen in der Industrie nachhaltiger werden. „Die Herstellung von Kohlenstofffasern benötigt sehr viel Energie und setzt enorm viel CO2 frei”, erklärt Sabyasachi Gaan vom Empa-Labor Advanced Fibers. Wenn sie nach ihrer Nutzung in den Stoffkreislauf zurückgebracht werden können, könne der ökologische Fussabdruck verbessert und auch der Preis gesenkt werden, so Gaan.

    Faserverstärkte Kunststoffe, wie sie im Bau von Flugzeugen, Zügen, Booten, Autos und Velos eingesetzt werden, sind laut der Empa aber nicht die einzige Anwendung für den neuen Kunststoff. Er könnte beispielsweise zur Beschichtung von Holzböden eingesetzt werden –  als eine transparente, widerstandsfähige Schicht, die gute flammhemmende Eigenschaften aufweist.

  • HSLU eröffnet mikrobiologisches Analyselabor in Hergiswil

    HSLU eröffnet mikrobiologisches Analyselabor in Hergiswil

    An der HSLU kann neu auch interdisziplinär zur Keimbelastung geforscht werden. Dafür wurde am Hochschulstandort in Hergiswil ein mikrobiologisches Analyselabor eingerichtet, informiert die Hochschule in einer Mitteilung. „Hier wird die Expertise der Fachbereiche Medizintechnik, Gebäudetechnik und Verfahrenstechnik vereint“, wird Benoit Sicre, Experte für Lufthygiene und Raumluftqualität am Institut für Gebäudetechnik der HSLU, dort zitiert. „So können wir eine optimale Forschungs-, Entwicklungs- und Dienstleistungsqualität erreichen.“

    Grundsätzlich kann im neuen Labor ein breites Spektrum von Analysen vorgenommen werden. Als Beispiele zählt die Mitteilung die Wiederaufbereitung medizinischer Einwegkleidung oder die Wirkung einer UV-LED-Leuchte bei der Desinfektion eines Luftstrom auf. Aktuell wird der Schwerpunkt auf interdisziplinäre Fragestellungen der Luftdesinfektion und der Bekämpfung von Legionellen gelegt.

    Für die Forschungen mit Krankheitserregern wie Legionellen wurde das Labor an den Anforderungen der biologischen Sicherheitsstufe 2 ausgerichtet. Legionellen haben an Bedeutung gewonnen, seit die Temperatur von Boilern im Zuge von Energiesparmassnahmen häufig zu niedrig  eingestellt ist, um die Keime abzutöten. Zudem sei der Erreger schwierig zu erkennen, erläutert Christina Giger vom Institut für Medizintechnik der HSLU. „Wir tauschen uns regelmässig mit anderen Laboratorien aus, um unser Wissen topaktuell zu halten.“ Diese Wissen nutzen die Forschenden der HSLU, um Strategien zur Vermeidung von Legionellen oder Desinfektionsmittel zu testen.

  • Dietikon erweitert Info-Angebot auf seiner Stadt-App

    Dietikon erweitert Info-Angebot auf seiner Stadt-App

    Das Informations- und Dienstleistungsangebot in der Dietiker Stadt-App ist laut einer Medienmitteilung der Stadt Dietikon erweitert worden. Neu stehen der Bevölkerung zahlreiche lokale Echtzeitdaten in den Bereichen Verkehr, Temperatur, Luftqualität oder Lärm zur Verfügung. Interessierte können in der App auch personalisierte Benachrichtigungen einrichten, heisst es weiter.

    Im Rahmen der Smart City Dietikon werden an verschiedenen Standorten in der Stadt via Sensoren Daten in den Bereichen Verkehr, Temperatur oder Luftqualität erfasst. Bisher wurden diese Daten primär intern gesammelt, heisst es in der Mitteilung. Neu stehen diese Daten in der App auch der breiten Bevölkerung und der Wirtschaft zur Verfügung.

    Bei der modifizierten Stadt-App handelt es sich um ein neuentwickeltes Modul, welches in enger Zusammenarbeit mit dem App-Anbieter Anthrazit und  den Elektrizitätswerken der Stadt Zürich (EKZ) entstanden ist. Dietikon ist laut der Mitteilung die erste Stadt, welche das Modul benutzt.

    „Die Darstellung dieser Daten sehe ich als grossen Nutzen für die Bevölkerung“, wird Jörg Haller zitiert, der Leiter Smart City und öffentliche Beleuchtung bei EKZ, der das Projekt gemeinsam mit der Stadt Dietikon vorangetrieben hat.

    „Der Stadtrat hat sich zum Ziel gesetzt, die digitale Transformation aktiv voranzutreiben. Aktuell läuft intern ein Prozess zur Weiterentwicklung der Smart-City-Strategie, parallel dazu werden weitere Projekte umgesetzt“, wird Stadtpräsident Roger Bachmann zitiert. Als Beispiel nennt er die Strassenreinigung mittels Unterstützung von Künstlicher Intelligenz. Die Smart City Dietikon hatte an der Smart City Innovation Challenge des Bundesamtes für Energie (BFE) 2020 den Hauptpreis gewonnen.

  • Die nachhaltige Revolution im schweizerischen Immobilienmarkt

    Die nachhaltige Revolution im schweizerischen Immobilienmarkt

    In einem Zeitalter, in dem Nachhaltigkeit an vorderster Front steht, stellt REMMS ein innovatives System vor, das in der Lage ist, jede der rund zwei Millionen Immobilien der Schweiz nach den Prinzipien von Ökonomie, Ökologie und Soziales zu beurteilen. Dies wurde von führenden Persönlichkeiten, Dr. Stefan Fahrländer und Andreas F. Vögeli, vor Medien in Zürich betont.

    Ein zentrales Merkmal ist, dass es Handlungsfelder in der Immobilienwirtschaft hervorhebt. Das System gibt nicht nur eine Bewertung, sondern zeigt auch Wege zur Unterstützung des nationalen CO2-Reduktionspfades. Dies ist besonders relevant in einer Zeit, in der das Pariser Abkommen und die UNO-Nachhaltigkeitsziele internationalen Druck ausüben.

    Für Immobilienbesitzer und Finanziers öffnet das Unternehmen Türen zu tieferen Einblicken. Mit speziell entwickelten Fragebögen können detaillierte Analysen der Immobilienportfolios durchgeführt werden. Diese Bewertungen berücksichtigen auch mehrere renommierte Standards, was die Relevanz und Glaubwürdigkeit des Systems erhöht.

    Ein bemerkenswertes Merkmal ist seine gemeinnützige Struktur. Investoren haben minimale Kosten, und das System ist allgemein zugänglich, insbesondere durch die „REMMS 4 ALL“-App. Diese Zugänglichkeit wurde durch die Unterstützung aus Bundesbern sichergestellt.

    Die Mitgliedschaft umfasst renommierte Persönlichkeiten und Institutionen. Vom akademischen Sektor wie der Universität Zürich bis zu regionalen Behörden wie dem Hochbauamt des Kantons Zürich zeigt die Mitgliedsliste die Breite und Tiefe des Engagements für das System.

    Die Bedeutung geht über bloße Bewertungen hinaus. Es dient als Hilfsmittel, das Eigentümern objektive und neutrale Einsichten bietet, potenzielle Verbesserungen aufzeigt und Lösungen für ökologische Herausforderungen bietet.

    Fazit – ein umfassendes, innovatives und gemeinnütziges System, das den schweizerischen Immobilienmarkt im Hinblick auf Nachhaltigkeitsziele revolutioniert.

  • Neuer Kunststoff schützt vor Flammen

    Neuer Kunststoff schützt vor Flammen

    Epoxidharze sind widerstandsfähige und vielseitige Kunststoffe. In Kombination mit Glas- oder Kohlenstofffasern werden sie beispielsweise zur Herstellung von Bauteilen für Flugzeuge, Autos, Züge, Schiffe und Windkraftanlagen verwendet. Solche faserverstärkten Kunststoffe auf Epoxidbasis haben auszeichnete mechanische und thermische Eigenschaften und sind viel leichter als Metall. Ihre Schwäche: Sie sind nicht recycelbar – zumindest noch nicht.

    Nun haben Empa-Forschende um Sabyasachi Gaan vom Empa-Labor «Advanced Fibers» einen Kunststoff auf Epoxidharzbasis entwickelt, der vollständig recycelbar, reparierbar und zudem schwer entflammbar ist – und dabei die günstigen thermomechanischen Eigenschaften von Epoxidharzen beibehält. Ihre Ergebnisse haben sie in der Zeitschrift Chemical Engineering Journal veröffentlicht.

    Das Recyceln von Epoxidharzen ist alles andere als trivial, denn diese Kunststoffe zählen zu den sogenannten Duromeren. Bei dieser Art von Kunststoffen sind die Polymerketten engmaschig miteinander vernetzt. Diese chemischen Verbindungen verunmöglichen das Schmelzen. Ist der Kunststoff einmal ausgehärtet, lässt er sich nicht mehr verformen.

    Anders verhält es sich bei Thermoplasten, wie beispielsweise PET oder Polyolefine. Ihre Polymerketten liegen eng aneinander, sind aber nicht miteinander verbunden. Unter Hitzeeinwirkung lassen sich diese Kunststoffe schmelzen und in neue Formen bringen. Nur: Wegen der fehlenden Vernetzung sind ihre mechanischen Eigenschaften bei erhöhten Temperaturen in der Regel nicht so vorteilhaft wie diejenigen von Duromeren.

     Eine neue Art von Kunststoff
    Das besondere Epoxidharz, das die Empa-Forschenden in Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern entwickelt haben, ist eigentlich ein Duromer – lässt sicher aber, im Gegensatz zu anderen Duromeren, wie ein Thermoplast schmelzen. Der Schlüssel dazu ist der Zusatz eines besonderen funktionalen Moleküls aus der Klasse der Phosphonsäureester in die Harzmatrix. «Wir haben dieses Molekül ursprünglich als Flammschutzmittel synthetisiert», sagt Empa-Wissenschaftlerin Wenyu Wu Klingler, die diese Technologie miterfunden hat. Die Bindung, die das Molekül mit den Polymerketten des Epoxidharzes eingeht, ist aber reversibel, lässt sich also unter bestimmten Bedingungen wieder lösen. Dies lockert die Vernetzung der Polymerketten, sodass sie sich schmelzen und verformen lassen.

    Solche Werkstoffe, auch Vitrimere genannt, sind erst seit rund zehn Jahren bekannt und gelten als besonders vielversprechend. «Heute sind faserverstärkte Kunststoffe praktisch nicht recycelbar, ausser unter extremen Bedingungen, die die Fasern beschädigen», erklärt Wu Klingler. «Haben sie einmal ausgedient, werden sie verbrannt oder in Deponien entsorgt. Mit unserem Kunststoff wäre es erstmals möglich, sie erneut in den Stoffkreislauf zu bringen.»


    Ihre Vision für die Zukunft, ergänzt Gruppenleiter Sabyasachi Gaan, sei «ein Verbundwerkstoff, bei dem die Fasern und die Kunststoffmatrix komplett voneinander getrennt und wiederverwendet werden können.» Einen besonderen Vorteil sieht der Forscher beispielsweise bei kohlenstofffaserverstärkten Kunststoffen, wie sie im Bau von Flugzeugen, Zügen, Booten, Autos, Velos und mehr eingesetzt werden. «Die Herstellung von Kohlenstofffasern benötigt sehr viel Energie und setzt enorm viel CO2 frei», erklärt er. «Wenn wir sie recyceln könnten, wäre ihr ökologischer Fussabdruck um einiges besser – und der Preis um einiges tiefer.» Zudem könnten so auch wertvolle Zusatzstoffe wie Phosphor aus der Polymermatrix zurückgewonnen werden.

    Massgeschneidertes Material
    Faserverstärkte Kunststoffe sind nicht die einzige Anwendung für den neuen Kunststoff. Beispielsweise könnte er zur Beschichtung von Holzböden eingesetzt werden, als eine transparente, widerstandsfähige Schicht, die gute flammhemmende Eigenschaften aufweist – und bei der sich Kratzer und Beschädigungen mit etwas Druck und Hitze wieder «heilen» lassen.

    «Wir haben nicht ein einziges Material für einen spezifischen Zweck entwickelt, sondern vielmehr eine Toolbox», erklärt Gaan. «Der Flammschutz, die Rezyklierbarkeit und die Reparierbarkeit sind gegeben. Alle weiteren Eigenschaften können wir je nach Verwendungszweck optimieren.» So seien Fliesseigenschaften besonders wichtig für die Herstellung von faserverstärkten Kunststoffen, während Holzbeschichtungen im Aussenbereich zusätzlich witterungsfest sein müssen.

    Um diese und weitere Anwendungen des Materials weiterzuverfolgen, suchen die Forschenden nun nach Industriepartnern. Die Chancen für einen kommerziellen Erfolg stehen gut: Denn nebst all seinen anderen vorteilhaften Eigenschaften ist das modifizierte Kunstharz auch noch günstig und einfach in der Herstellung.

  • Wie entwickelt man klimaneutrale Immobilien?

    Wie entwickelt man klimaneutrale Immobilien?

    Die Division Implenia Real Estate hat 36 eigene Entwicklungsprojekte in der Schweiz untersucht, um der Frage auf den Grund zu gehen, wie klimaneutrale Gebäude realisiert werden können. Aus dieser Studie lassen sich die wichtigsten Hebel zur Dekarbonisierung von Gebäuden über ihren gesamten Lebenszyklus ableiten, hinsichtlich der Emissionen während der Erstellung sowie im Betrieb. Diese Einflussfaktoren sind in ein White Paper eingeflossen.

    Die Immobilienbranche ist für rund 36 % des Primärenergieverbrauchs und 37 % der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Um das im Pariser Abkommen festgelegte 1,5-Grad-Ziel bis 2050 zu erreichen und die globalen Treibhausgasemissionen zu reduzieren, muss Dekarbonisierung bei der Entwicklung wie beim Bau von Immobilien gleichermassen in den Mittelpunkt rücken.

    Die Analyse der Immobilien-Entwicklungsprojekte hat gezeigt, dass die wirksamsten Hebel zur Dekarbonisierung in der frühen Planungsphase zu finden sind, beginnend mit der Standortwahl. Wenn die Standortbedingungen aus Sicht der erneuerbaren Energien ungünstig sind, ist es viel schwieriger, eine Netto-Nullnutzung zu erreichen. Frühzeitig festgelegte Gebäudeparameter wie Form, Kompaktheit, Ausrichtung, Unterkellerung und Tragstruktur haben ebenfalls einen erheblichen Einfluss auf die Emissionsziele.

    «Mit der richtigen Kombination aus Standort, Design, dem Einsatz erneuerbarer Energien, intelligenten Systemen und ökologischen Materialien entwickeln wir Gebäude, in denen künftige Generationen nachhaltig wohnen und arbeiten können», sagt Marc Lyon, Head Real Estate Development Schweiz bei Implenia.

    Weitere Infos unter implenia.com/net-zero/

  • Urbane Dörfer lädt zur Eröffnung nach Melchenbühl ein  

    Urbane Dörfer lädt zur Eröffnung nach Melchenbühl ein  

    Die Genossenschaft Urbane Dörfer mit Sitz in Bern lädt am Samstag, 26. August, ab 17 Uhr zur Eröffnungsfeier des Projekts Melchenbühl nach Muri-Gümligen ein. Dort, direkt bei der Tramhaltestelle Melchenbühl in Gümligen, eröffnet die Genossenschaft einen vielfältigen Begegnungsort. Es ist das zweite Pilotprojekt von Urbane Dörfer neben dem Urbanen Dorf Webergut in Zollikofen BE. Laut einem zu diesem Anlass herausgegebenen Flyer mit Einladung wird am 26. August zunächst ein Kreativort mit Kaffee und Bar, Coworking und Atelier eröffnet. Langfristig sollen 60 Wohneinheiten entstehen.

    Am 1. März 2023 hat Urbane Dörfer das Areal übernommen. Die ungenutzte Wiesenfläche, ein zweistöckiges Werkstatt- und Bürogebäude mit Innenhof und ein Zeithorizont von zwei bis drei Jahren schaffen Raum für Ideen aus der Bevölkerung, das Testen von zukünftigen Nutzungen des Urbanen Dorfes und für einen Begegnungsort, heisst es auf der Internetseite zum Projekt.

    Am neuen Kreativort wird es Benela’s Kaffee und Bar im Erdgeschoss geben. Im Obergeschoss sollen Atelier und Coworking Space einen schöpferischen Nährboden für Kreativschaffende und Selbstständige schaffen. Die Kreativwerkstatt diene als Workshop-Raum für kreative Projekte.

    Zur Zukunft des Pilotprojekts heisst es, langfristig entstehe auf dem Areal ein vielfältiger Wohn-, Arbeits- und Kreativort und eine Basis für gelebte Nachbarschaft. Geplant sind 60 Wohneinheiten, gemeinschaftlich genutzte Flächen und öffentliche Gewerbeflächen. Das partizipative Wohnprojekt sei „eine Keimzelle für ein nachhaltiges urbanes Leben“.

    Dann folgt noch der Hinweis, dass der Anlass bei jedem Wetter stattfinde und eine Anmeldung nicht erforderlich sei.

  • Modulare Holzeinbauten für Zwischennutzungen

    Modulare Holzeinbauten für Zwischennutzungen

    Das Surren eines Akkuschraubers klingt durch das DISPO in Nidau. In der alten Fabrikhalle, die Raum bietet für Kreative, Kultur- und Gewerbetreibende, entstehen an diesem Tag vier Prototypen von Raummodulen, dank denen es künftig möglich sein soll, Zwischennutzungen von leerstehenden Gebäuden und Brachen einfach und nachhaltig umzusetzen. Ungenutzten Räumen soll damit ein ökologischer, ökonomischer und sozialer Mehrwert verliehen werden. Dieses Ziel verfolgen Forschende des Instituts für Holzbau, Tragwerke und Architektur IHTA der Berner Fachhochschule BFH gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft im Innosuisse-Forschungsprojekt «àDisposition».

    Verschiedene Modullösungen getestet
    Im Projekt entwickeln die Forschenden einen modularen Baukasten für Raummodule und Innenausbauten. Eine zentrale Komponente ist ein Konfigurator, dank dem Projektideen einfach geprüft, dargestellt und zeit- und ressourcensparend umgesetzt werden können. Auf der Basis von digitalen Entwürfen erstellen die Forschenden der BFH in Zusammenarbeit mit den Projektpartnern nun Prototypen im Dispo in Nidau. Anhand von diesen untersuchen und verbessern sie verschiedene Modullösungen. Das Projektteam testet unterschiedliche Systeme, Verbindungselemente und Segmentformen und kann bereits nach kurzer Zeit vielversprechendste Strategien für ein leichtes, wiederverwendbares und einfach rekonfigurierbares, modulares System identifizieren.

    Zeit für Aufbau variiert je nach Fabrikationsgrad
    Die Anforderungen an die modularen Einbauten sind hoch: Auf- und Abbau soll für Laien möglich sein und die Bauteile sollen leicht genug sein, dass es nur zwei Personen für die Montage benötigt. Die Einbauten sollen zudem anpassungsfähig sein, sich einfach umgestalten lassen sowie gut zu transportieren und zu lagern sein. Während des Aufbaus der Prototypen zeigt sich bereits, wie wichtig es ist, den idealen Grad der Vorfabrikation auszuwählen. Werden die Rahmen der Module bereits zusammengeschraubt angeliefert, können die Einbauten in kürzester Zeit aufgestellt werden. Transport und Lagerung gestalteten sich jedoch als schwieriger. Umgekehrt dauerte der Aufbau deutlich länger, wenn die Bauteile einzeln und dadurch kompakt angeliefert werden.

    Wichtigkeit der digitalen Durchgängigkeit
    Ein weiterer Aspekt, den die Forschenden mit der Produktion und dem Aufbau der Prototypen testen, ist die digitale Kette «Design to Production». Die Module werden im Konfigurator entworfen, die Daten für die Produktion anschliessend automatisch in CadWork exportiert. Diese Dateien bildeten die Grundlage für Materialbestellungen und den Produktionsprozess. Hier zeigte sich die Wichtigkeit der digitalen Durchgängigkeit für einen schnellen und einfachen Produktionsprozess.

    In einem nächsten Schritt befassen sich die Forschenden mit der Ausstattung der Module. So sind die Wände ein weiteres Gestaltungselement und zusätzliche (Dämm)Schichten müssen den Anforderungen an die Schall- und Wärmedämmung gerecht werden. Diese Anforderungen unterscheiden sich je nach Nutzung stark.

    «àDisposition – Spaceship Planet Earth. Sustainable and temporary use of buildings and vacant sites through simple and modular structural measures» ist ein von der Innosuoisse gefördertes Forschungsprojekt, das bis Juni 2025 läuft. Projektpartner sind C2 Beat Cattaruzza GmbH, Beer Holzbau AG, Pius Schuler AG, Prona AG und Bauart Architekten und Planer AG.

  • Kanton Basel-Stadt verbaut künftig CO2-negativen Asphalt

    Kanton Basel-Stadt verbaut künftig CO2-negativen Asphalt

    Das Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt hat zusammen mit ViaTec Basel AG, Institut für Baustofftechnologie, im Rahmen eines Forschungsprojekts einen CO2-negativen Asphalt entwickelt. Er soll den CO2-Fussabdruck des Basler Strassenbaus deutlich reduzieren.

    Laut einer Medienmitteilung wurden verschiedene Asphaltmischungen mit unterschiedlichen Anteilen an Pflanzenkohle getestet. Zertifizierte Pflanzenkohle wird von IWB in einer eigenen Anlage aus Grüngut hergestellt. Sie besteht aus dem Kohlenstoffanteil des CO2, das die Pflanze während ihres Wachstums der Umwelt entzogen hat. Durch deren Weiterverwendung im Asphalt wird das CO2 der Atmosphäre dauerhaft entzogen.

    Schliesslich erprobte das Tiefbauamt Basel-Stadt auf einem Umschlagplatz für Recycling-Baustoffe seit 2022 eine tragende Asphaltschicht aus 50 Prozent Recyclingasphalt und 2 Prozent Pflanzenkohle. Die Ergebnisse sind den Angaben zufolge „äusserst positiv“: Eine Tonne der neuen Asphaltmischung bindet dauerhaft ein Äquivalent von 50 Kilogramm CO2. Nun werde es auch in Basel möglich sein, die Technologie grossflächig einzusetzen.

    Nun will das Tiefbauamt Basel-Stadt gemeinsam mit den regionalen Belagsmischwerken die Herstellung vereinfachen und den Pflanzenkohleasphalt bei notwendigen Strassensanierungen möglichst flächendeckend einsetzen. Die Stadt geht davon aus, dass sie auf diese Weise jährlich rund 1250 Tonnen CO2-Äquivalent dauerhaft in den Basler Strassen einlagern kann. Das seien rund 450 Tonnen mehr, als die Asphaltproduktion für den Strassenbau verursache.

  • Energie-Cluster lädt zu Tageskurs über Photovoltaikfassaden

    Energie-Cluster lädt zu Tageskurs über Photovoltaikfassaden

    Das Netzwerk Energie-Cluster mit Sitz in Bern lädt Interessierte am 12. September zu einem Tageskurs über Photovoltaikfassaden (PV-Fassaden) an die Hochschule Luzern (HSLU). In der Zeit von 8.30 und 17 Uhr beleuchten Referenten und Referentinnen verschiedene Aspekte rund um Hausfassaden zur Produktion von Solarenergie, heisst es in einer Medienmitteilung.

    Demnach wird David Stickelberger, Leiter Markt und Politik bei Swissolar, ab 9 Uhr auf politische Rahmenbedingungen für PV-Fassaden eingehen. Ab 9.30 Uhr widmet sich Christoph Wangler, Product Owner PV Systems bei 3S Swiss Solar Solutions, der Frage, wie nachhaltig Solarmodule sind.

    Ab 10.40 Uhr geht Roger Buser, Dozent für Gebäudetechnik und Energie an der HSLU, auf die Prozessschritte von einer groben Abschätzung zum Bauprojekt ein. Anschliessend referiert Pierre-Olivier Cuche, Geschäftsleiter bei Solarwall, über die Architektur und Gestaltung von PV-Fassaden. Ab 11.40 Uhr referiert Andreas Haller, Leiter Innovation Solarsysteme bei der Ernst Schweizer AG, über Ausführungsplanung und Installation.

    Nach der Mittagspause geht es weiter mit dem Thema Brandschutz in einem Referat von Christian Renken, Geschäftsleiter der CREnergie GmbH. Ab 14 Uhr widmet sich Renken dem Thema Performance und Wirtschaftlichkeit.

    Auf ihn folgt Stefan Gränicher, Projektleiter Immobilienentwicklung der Frutiger AG, mit seinem Impuls über Rentabilität aus Sicht eines Immobilienentwicklers. Robin Bergamin, Beratung & Verkauf bei der Invisia AG, spricht anschliessend über Energiemanagement und die bestmögliche Nutzung von Strom.

    Letzter Vortrag des Tages ist der von Sina Büttner, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Gebäudetechnik und Energie an der Hochschule Luzern, über die optimale Fassadengestaltung mit Solaranlagen sowie die Begrünung im Hinblick auf den Klimawandel.