Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • Nachhaltiges Bauen folgt kantonalen Regelungen

    Nachhaltiges Bauen folgt kantonalen Regelungen

    Aufgrund der verfassungsmässigen Zuständigkeit der Kantone gibt es in diesem Bereich schweizweit unterschiedliche Regelungen. Dafür hat die Konferenz der kantonalen Energiedirektoren (EnDK) deshalb die Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) des Jahrgangs 2014 verabschiedet, welche auf eine grösstmögliche Harmonisierung und damit Vereinfachung der Bauplanung und der entsprechenden Bewilligungsverfahren abzielen.  

    Wir haben untersucht, wie nahe die Umsetzung ausgewählter kantonaler Nachhaltigkeitsregelungen gemäss MuKEn sind. Die vollständige Analyse kann hier heruntergeladen werden. Die Auswertung zeigt: Basel-Stadt, Luzern, Jura und Freiburg orientieren sich bei ihrer Energiegesetzgebung relativ stark an den Mustervorschriften und gehen teilweise sogar darüber hinaus. Am anderen Ende stehen Aargau, Uri und Zug, wo entsprechende Umsetzung in Planung sind, sowie Solothurn, das in absehbarer Zukunft über am wenigsten Regeln verfügen wird. 

    Das Setting: kantonale Zuständigkeit, interkantonale Koordination 
    Gemäss Bundesverfassung liegt die Energiepolitik im Bauwesen im Zuständigkeitsbereich der Kantone. Sie sind damit befähigt, im Rahmen des bundesgesetzlichen Rahmens eigene energie- und klimapolitische Ziele zu definieren und umzusetzen. 

    Diese Aufgabenzuteilung macht durchaus Sinn: Kantonale Behörden sind mit der Infrastruktur, der Bevölkerung und den Befindlichkeiten ihrer Region bestens vertraut. Sie können baurechtliche Massnahmen damit sachgerecht, effizient und breit unterstützt planen und umsetzen. 

    Das Resultat ist aber auch ein Gefüge von verschiedenen Regimes mit unterschiedlichen Ausprägungen und Schwerpunkten. Das sorgt etwa bei überregional agierenden Immobilienakteuren zuweilen für Verwirrung. Da Skaleneffekte erschwert werden, führt die föderalistische Rollenteilung zu Effizienzeinbussen. 

    Das hat auch die Politik begriffen. In den zuständigen kantonalen Konferenzen entwickeln und koordinieren die zuständigen Regierungsrätinnen und Regierungsräte und Sachverständigen deshalb gemeinsame energie- und klimapolitische Ziele und Strategien, die sie beispielsweise in den bereits erwähnten MuKEn 2014 festhielten.  

    Detaillierte Informatîonen unter https://www.wuestpartner.com/ch-de/2023/03/24/nachhaltiges-bauen-folgt-kantonalen-regelungen/

  • Es ist Zeit zu handeln, wie die Sustainability Days 2023 zeigen

    Es ist Zeit zu handeln, wie die Sustainability Days 2023 zeigen

    Unter dem Motto «Get things done» präsentierten die Sustainability Days in den vier Kongress-und Ausstellungsformaten SmartSuisse, Re‘ Summit, Future-Proof Infrastructure und MUT – Messe für Umwelttechnik während dem 28. und 29. März 2023 Trends, konkrete Lösungen in Form von innovativen Produkten und Dienstleistungen sowie Strategien und Ausblicke. «Wir freuen uns, dass die Sustainability Days mit ihren 15 Themenschwerpunkten rund um Nachhaltigkeit einen so hohen Anklang gefunden haben. Unser Ziel ist, uns künftig als zentrale Plattform für eine nachhaltige Zukunft in den Bereichen Smart City, Corporate Sustainability,
    Umwelttechnik und Infrastruktur zu etablieren», sagt Julien Rousseau, Brand Director der Sustainability Days, zufrieden.

    Denkanstösse von nationalen und internationalen Stimmen
    Den Auftakt der Kongressreihen mit insgesamt über 170 Referierenden machte am 28. März unter anderem Marco Lambertini, Sonderbeauftragter und ehemaliger Director General von WWF International. Er plädiert für die Einleitung eines tiefgreifenden Wandels unseres Wirtschaftsmodells, um zu einer naturfreundlichen Gesellschaft zu werden und die Entwicklung von der Umweltzerstörung abzukoppeln. Auch der Keynote Speaker und Architekt Thomas Rau unterstreicht die Notwendigkeit eines schnellstmöglichen Wandels. Für ihn dabei ein wichtiger Weg: die Kreislaufwirtschaft. Seines Erachtens müssen wir die Wertschöpfungskette neudenken, hin zu einer Werterhaltungskette. Material muss in einer begrenzten Welt als etwas betrachtet werden, das nur vorübergehend genutzt und anschliessend wieder dem Kreislauf der Dinge übergeben wird.

    Auch der politische Blickwinkel auf das Thema Nachhaltigkeit spielte eine grosse Rolle. So diskutierten die Schweizer Stadtpräsidentinnen und -präsidenten Stefanie Ingold (Solothurn), Beat Jans (Basel), Michael Künzle (Winterthur), Barbara Thalmann (Uster) und Beat Züsli (Luzern) über das Ziel klimaneutraler Städte. Einigkeit herrschte darüber, dass der Klimaschutz in diesem Kontext keine Alibiübung sei. Dies zeige unter anderem, was für Massnahmen und Überlegungen bereits aufgegleist bzw. angedacht seien. Städte hätten durchaus eine Vorbildfunktion, da sie oftmals über mehr Ressourcen verfügen. Regula Rytz, ehemalige
    Nationalrätin und Präsidentin der Grünen Schweiz, warf als Historikerin einen Blick auf das Thema «Sustainable Technology: zwischen echter Transformation und Fortschrittsmythen». Laut ihr brauchen neue Herausforderungen in der Umweltpolitik neue Formen von nachhaltiger
    Technologie – und es braucht Pioniergeist für echte Transformation. Pekka Timonen, Bürgermeister von Lahti, stellte in seiner Keynote die Erfolgsgeschichte der traditionellen Industriestadt vor. So hat sich Lahti zu Finnlands führender grüner Stadt und zu einem Vorreiter unter den nachhaltigen Städten Europas entwickelt.

    In weiteren Keynotes und Sessions stand der Klimawandel als solcher im Fokus. Der Generalsekretär der UN-Organisation WMO, Petteri Taalas, zeigte eindrücklich den Klimawandel sowie die damit einhergehenden Klimakatastrophen und zukünftige Szenarien mit globaler Auswirkung auf. Man müsse jetzt handeln, wenn die schlimmsten Auswirkungen des
    Klimawandels in diesem Jahrhundert verhindern werden sollen. Und auch Prof. Dr. Reto Knutti, Professor für Klimaphysik an der ETH Zürich und Redner beim Re‘ Summit, das gemeinsam mit sun21 organisiert wird, teilt diese Ansicht. Nach ihm können den Klimawandel nur eine vollständige Abkehr von fossilen Brenn- und Treibstoffen sowie Netto-Null Emissionen vor 2050 begrenzen. Die Hindernisse seien dabei nicht primär technisch wirtschaftlicher Natur, sondern eine Kollision von Identitäten und die Frage, wie man auf die Herausforderungen reagieren solle. Neu war im Rahmen der SmartSuisse die Erweiterung der Themenschwerpunkte um Health, welches auf reges Interesse stoss. So diskutierten z.B. beim Health Podium Expertinnen und Experten aus der Praxis unter dem Aspekt Datensicherheit vs. Datennutzung, ob Gesundheitsdaten das neue Gold sind.

    Branchenübergreifende Begegnungen
    Ein weiteres Highlight war die Networking Dinner Party am Dienstagabend. Bei einem Drei-Gänge-Menü in lockerer Atmosphäre kamen Teilnehmende aller Formate zusammen, um branchenübergreifend miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und zu diskutieren. Unterhaltsam durch den Abend geführt wurden sie dabei vom Stand Up-Comedian und Zauberer Michel Gammenthaler sowie von «The Blackouts», die mit ihrer LED-Show gezeigt haben, wie Kunst und Technologie genutzt werden können, um eine Botschaft zu transportieren und Menschen zu inspirieren. Zu Gast war auch der Schweizer Abenteurer und Visionär
    Bertrand Piccard, der bei seinem Auftritt von seiner Weltumrundung in einem Solarflugzeug ohne Treibstoff berichtete. Als Pionier in der Betrachtung der Ökologie durch die Linse der Rentabilität setzt er sich heute für erneuerbare Energien und saubere Technologien ein.

    Die zweite Ausgabe der Sustainability Days findet voraussichtlich vom 9. bis 11. April 2024 in Basel statt.

  • Beim Duschen Energie und CO2 einsparen

    Beim Duschen Energie und CO2 einsparen

    Warmes Wasser braucht in etwa so viel Energie wie das Heizen. Allein fürs Duschen wird bis zu 80 Prozent des gesamten Warmwassers benötigt. Doch während seit Jahren Entwicklungen im Fokus stehen, um effizienter und energiesparender zu heizen, fließt noch immer viel warmes Wasser einfach ungenutzt in den Abfluss. Doch das muss nicht sein! Die neue Kaldewi Duschrinne nutzt die Wärme des abfließenden Duschwassers, um damit das kalte Frischwasser auf dem Weg zur Duscharmatur vorzuwärmen. Ein in den Abfluss integrierter Wärmetauscher sorgt so für eine effiziente Wärmerückgewinnung. Ganz im Sinne der Nachhaltigkeit muss für eine angenehm warme Duschtemperatur deutlich weniger Heißwasser zugemischt werden. Das spart viel Energie, senkt spürbar die Kosten und verringert den CO2-Fußabdruck.

    Die neuen Duschrinnen wurden vom international renommierten Studio Aisslinger gestaltet und erfüllen höchste Designansprüche. Eine patentierte Handhabung zum einfachen Öffnen und Schließen der Abdeckung, große Flexibilität bei der Rinnenpositionierung sowie die große Maßvielfalt sind weitere überzeugende Argumente. Und mit exklusiven Farben und Oberflächen wird die Marken-Rinne zu einem wahren Schmuckstück im Bad.

  • Flumroc schmilzt Gestein künftig mit erneuerbarer Energie

    Flumroc schmilzt Gestein künftig mit erneuerbarer Energie

    Im Rahmen der umfassenden Erneuerungsarbeiten ersetzt die Steinwollproduzentin ihre bisher mit Kokskohle betriebenen Kupolöfen durch einen Elektroschmelzofen. Den Energiebedarf des Elektroschmelzofens wird die Flumroc AG vollständig mit zertifiziertem, nachhaltigem Strom aus Schweizer Wasserkraft abdecken. Mit der Umstellung des Produktionsprozesses senkt Flumroc ihren CO2-Ausstoss um 80 Prozent und verbessert damit ihren ökologischen Fussabdruck massiv. «Für die Zukunft brauchen wir in allen Bereichen klimafreundliche Lösungen – auch in der Industrie. Von der Erneuerung profitieren unsere Kunden, unsere Umwelt, der Standort Flums und unser Unternehmen», sagt Flumroc-Geschäftsführer Damian Gort. Die Inbetriebnahme der Anlagen erfolgt voraussichtlich im Sommer 2023. Nur noch ein kleiner Teil des Gesamtenergiebedarfs wird mit fossilen Energieträgern gedeckt.

  • Bundesrat setzt Verordnungsänderung zur Umsetzung der Solaroffensive in Kraft

    Bundesrat setzt Verordnungsänderung zur Umsetzung der Solaroffensive in Kraft

    Mit den Änderungen des Energiegesetzes erleichtert das Parlament die Bewilligung von Photovoltaik-Grossanlagen und legt für diese eine Förderung mit einer Einmalvergütung von bis zu 60 Prozent der Investitionskosten fest. Diese Erleichterungen gelten, bis diese neuen Photovoltaik-Grossanlagen schweizweit eine jährliche Gesamtproduktion von maximal 2 Terawattstunden (TWh) erlauben. Die Änderungen des Energiegesetzes sind befristet bis 2025.

    Die am 17. März 2023 vom Bundesrat verabschiedeten Anpassungen der Energieverordnung, der Energieförderungsverordnung und der Stromversorgungsverordnung betreffen die Umsetzung von Artikel 71a des Energiegesetzes (Produktion von zusätzlicher Elektrizität aus Photovol­taik-Grossanlagen). Das UVEK hatte dazu vom 5. bis 16. Dezember 2022 eine öffentliche Konsultation durchgeführt. Der Bundesrat hat in der Verordnung nun folgende Grundsätze festgehalten:

    Zubau-Schwellenwert 2 TWh: Die Schwelle der 2 TWh bestimmt sich nach der Produktion der rechtskräftig bewilligten Projekte. Die Kantone melden dem Bundesamt für Energie (BFE) laufend die geplanten Projekte und deren Stand von der öffentlichen Auflage bis zur Inbetriebnahme. Das BFE führt eine öffentlich zugängliche und laufend aktualisierte Liste mit diesen Informationen.

    Ausschluss von Fruchtfolgeflächen: Anlagen auf Fruchtfolgeflächen sind aus dem Geltungsbereich von Artikel 71a ausgeschlossen. Damit wird verhindert, dass diese PV-Anlagen die Lebensmittelproduktion konkurrenzieren.

    Baubewilligung: Die Baubewilligung muss durch den Kanton erfolgen. Dazu muss die Zustimmung der Standortgemeinde und der Grundeigentümerinnen und -eigentümern vorliegen. Im Rahmen der Baubewilligung muss der Kanton auch die Auflagen bezüglich des Rückbaus festlegen. Für die elektrische Erschliessung ist eine Bewilligung durch das eidgenössische Starkstrominspektorat oder das Bundesamt für Energie erforderlich. Die kantonale Bewilligungsbehörde stimmt sich mit den Bundesbehörden ab.

    Höhe der Einmalvergütung: Ein Gesuch kann gestellt werden, wenn eine rechtskräftige Baubewilligung für das Projekt vorliegt. Der Höchstbetrag der Einmalvergütung liegt bei 60 Prozent der anrechenbaren Investitionskosten. Um von der Förderung zu profitieren, müssen bis Ende 2025 mindestens zehn Prozent der erwarteten Produktion der gesamten geplanten Anlage oder 10 Gigawattstunden ins Netz eingespeist werden. Die Frist bis zur vollständigen Inbetriebnahme der Anlagen läuft bis Ende 2030. Für diejenigen Projekte, die diese Kriterien nicht erfüllen, steht die normale Einmalvergütung für Photovoltaik-Anlagen zur Verfügung. Netzverstärkungen: Die Eidgenössische Elektrizitätskommission ist für die Bewilligung der Vergütung der notwendigen Netzverstärkungen für Photovoltaik-Grossanlagen zuständig. Diese Kosten sind Teil der Systemdienstleistungen der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid.

  • BFH-Forschende entwickeln nachhaltiges Bindemittel für Holzwerkstoffe

    BFH-Forschende entwickeln nachhaltiges Bindemittel für Holzwerkstoffe

    Die Nachhaltigkeit von Holzwerkstoffen wie Sperrholz oder Holzfaserplatten wird massgeblich durch das verwendete Bindemittel bestimmt. Denn Bindemittel auf Basis von Formaldehyd, wie sie heute vor allem verwendet werden, sind für den Grossteil der CO2-Emissionen von Holzwerkstoffen verantwortlich. Zudem werden ihre Formaldehydemissionen oft als problematisch betrachtet. An der Entwicklung von mineralischen Bindemitteln wird deshalb bereits seit einigen Jahren geforscht, auch an der BFH. Im Vergleich zu einem Formaldehyd-Klebstoff weisen diese Bindemittel fast 80 Prozent geringere CO2-Emissionen auf. Ein neues mineralisches Bindemittel zur Herstellung von Holzwerkstoffen entwickeln Forschende des Instituts für Werkstoffe und Holztechnologie IWH der BFH in einem kürzlich gestarteten Innosuisse-Projekt. Im Projekt arbeiten die Forschenden mit der Schweizer Firma Omya International AG zusammen, eine global führende Anbieterin von Kalziumkarbonat-Mineralien.

    Weniger als 20 Prozent Bindemittel
    Die Entwicklung der BFH und der Omya International AG soll zunächst für die Produktion von mineralisch gebundenem Sperrholz bestimmt sein. Die fertigen Platten sollen einen Bindemittelanteil von weniger als 20 Prozent enthalten und über die mechanischen Eigenschaften von konventionell hergestelltem Sperrholz für den Innenbereich verfügen. Das Bindemittel soll mit Hitze ausgehärtet werden können, was einen schnellen Herstellungsprozess ermöglicht und das Produkt dadurch konkurrenzfähig macht.

  • 5. Global Real Estate Run- lokal handeln, global wirken

    5. Global Real Estate Run- lokal handeln, global wirken

    Am 30. und 31. März 2023 findet der 5. Global Real Estate Run statt, ein Event, der sich der Förderung von Innovation, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in der Immobilien- und Bauwirtschaft verschrieben hat. Teilnehmende können innerhalb eines 48h Zeitfenster eine frei wählbare Strecke von 6 km joggen oder spazieren. Pro absolviertem Kilometer wird vom Veranstalter ein Baum gepflanzt.

    Das Eventformat eignet sich hervorragend als unterhaltsamer Team-Event und richtet sich an Mieter, Eigentümer und Immobilienprofis, die sich für eine generationenfreundlichere Immobilien- und Bauwirtschaft in Bewegung setzen möchten.

    „Wir glauben, dass jeder Einzelne einen Beitrag zu einer generationenfreundlicheren Zukunft leisten muss. Der Global Real Estate Run ist eine Gelegenheit für die Immobilien- und Bauwirtschaft, zusammenzukommen und gemeinsam ein Zeichen zu setzen“, sagt Mario Facchinetti, Initiator der Veranstaltung.

    Die Teilnahmegebühr für Privatpersonen ist kostenlos, für Teams beträgt Sie CHF 37.- pro Person. Dafür erhält das Team ein Baumpflanz-Zertifikat für jeden Baum, der im Team erlaufen wird. Die Veranstaltung verzeichnet mittlerweile über 4000 Teilnehmende aus rund 57 Ländern und wird von verschiedenen Unternehmen unterstützt, die sich für eine nachhaltigere Immobilien- und Bauwirtschaft engagieren.

    Die Veranstaltung ist ein Beispiel dafür, wie Mieter, Eigentümer und Immobilienprofis einen Teil dazu beitragen können, die Umweltauswirkungen zu reduzieren und eine generationenfreundlichere Zukunft zu schaffen.

    Interessierte können sich ab sofort unter www.globalrealestaterun.com anmelden und sich auf eine sportliche und unterhaltsame Aktivität freuen.

  • Ferien im Baudenkmal in den Naturpärken der Schweiz

    Ferien im Baudenkmal in den Naturpärken der Schweiz

    Die Schweizer Pärke schätzen und achten Natur und Landschaft als Lebensgrundlage. Sie engagieren sich für eine reiche Biodiversität, eine hohe Landschaftsqualität und die Energiewende. Gleichzeitig setzen sie sich für die Erhaltung des kulturellen Erbes ein und entwickeln touristische Angebote, welche die Wertschöpfung in den Regionen erhöhen. Die Stiftung Ferien im Baudenkmal setzt sich für den sinnvollen Fortbestand bestehender Bauten und Kulturlandschaften ein. Mit jedem geretteten Haus sensibilisiert sie ihre Feriengäste für Themen der nachhaltigen Baukultur.

    Die gemeinsamen Werte der Nachhaltigkeit sind der Grund, für die kommunikative Vernetzung der beiden Institutionen. Zurzeit befinden sich 22 Baudenkmäler der Stiftung in zwölf Schweizer Pärken. Dank der gegenseitigen Kommunikation finden sich Feriengäste vor Ort leichter zurecht und können ausgehend von den Baudenkmälern die regionale Baukultur und Natur hautnah erleben.

    Im Rahmen der Kooperation soll das Angebot der Stiftung Ferien im Baudenkmal in den Pärken aktiv erweitert werden. Sanfter Tourismus fördert das Bewusstsein und das Engagement für das kulturelle Erbe.

    Entdecken Sie alle Naturpärke, in denen Sie gleichzeitig auch Ferien im Baudenkmal verbringen können. Während dem Aufenthalt in den Baudenkmälern lassen sich Ausflüge zu allen Sehenswürdigkeiten der Pärke unternehmen. Erleben Sie die landschaftliche und kulturelle Vielfalt der Schweiz.

  • Meilenstein der Transparenz über Treibhausgasemissionen der Immobilienbranche

    Meilenstein der Transparenz über Treibhausgasemissionen der Immobilienbranche

    Immobilien sind nach dem Verkehr und der Industrie mit einem Anteil von 23.9% der drittgrösste Verursacher von Treibhausgasemissionen in der Schweiz. Zur Erreichung der Klimaziele von Netto-Null führt daher kein Weg an nachhaltigen Immobilien vorbei. Immobilien sieht man allerdings nicht an, ob sie umweltfreundlich sind oder nicht. Früh entstanden daher Labels und Ratings, die Auskunft geben sollen über die Nachhaltigkeit von Immobilien.

    Vergleichbarkeit ist zentral
    Was anfänglich viel zur Förderung und zum besseren Verständnis der Nachhaltigkeit von Immobilien beigetragen hat, ist mittlerweile selbst zum Problem geworden. Die Vielfalt von Labels und Initiativen im Nachhaltigkeitsbereich überfordert viele Marktteilnehmer. Zudem lassen sich die einzelnen Ratings kaum miteinander vergleichen. Etliche Ratings umfassen mehrere Dutzend Indikatoren, so dass letztlich nicht mehr klar ist, was sie überhaupt ausdrücken wollen. Viele Anlagegefässe im Immobilienbereich sind heute zudem als nachhaltig etikettiert und wenden ESG-Kriterien an, ohne dass jedoch Klarheit besteht, wie nachhaltig die jeweiligen Immobilien sind.

    Der Trend geht in Richtung Offenlegung von Umweltkennzahlen
    Anleger verlangen jedoch immer präzisere Informationen und wollen verschiedene Anlageprodukte nicht nur bezüglich Rendite oder Risiken, sondern auch bezüglich Nachhaltigkeit miteinander vergleichen können. Der Trend geht heute daher in Richtung direkter Offenlegung von Umweltkennzahlen, wie zum Beispiel Energieverbrauch oder Treibhausgasemissionen. Im letzten Jahr haben die Verbände AMAS und KGAST ihre Mitglieder zur Veröffentlichung der wichtigsten Kennzahlen in den Jahresberichten von Immobilienfonds und Immobilien-Anlagestiftungen mit Abschlussdatum ab Ende 2023 verpflichtet bzw. aufgefordert. 

    Weshalb braucht es einen Standard?
    Allerdings ist die Berechnung dieser Kennzahlen alles andere als einfach. Für dieselben Liegenschaften können unterschiedliche Werte resultieren, je nach Berechnungsmethodik. Eine Standardisierung ist daher nötig. REIDA hat sich dieser Aufgabe angenommen und einen Standard für die Ermittlung der wichtigsten umweltrelevanten Kennzahlen im Immobilienbereich erarbeitet. Nach diesem REIDA-Standard wurde im Jahr 2022 ein Benchmarking mit 3984 Bestandsliegenschaften beziehungsweise 36 Immobilienportfolios durchgeführt, die total über knapp 23 Mio. m2 Energiebezugsfläche verfügen.

    Was wurde gemessen?
    Erfasst und bilanziert werden nur real gemessene Verbrauchswerte. Dies stellt einen grossen Unterschied zu anderen Erhebungen dar, bei denen vielfach keine Verbrauchsdaten vorliegen und die daher zumeist mit berechneten Werten (Schätzungen auf Basis von Richtgrössen) operieren. Für jedes der Immobilienportfolios wird zusammen mit den Ergebnissen auch der Abdeckungsgrad ausgewiesen. Dieser beschreibt den Anteil der Liegenschaften im Portfolio, für welche gemessene Energieverbrauchsdaten vorliegen. Im Durchschnitt beträgt der Abdeckungsgrad aller 36 Portfolios 83.1%. Die Offenlegung des Abdeckungsgrades dient ebenfalls der Transparenz, ist aber noch wenig verbreitet. Eine Analyse der Jahresberichte von kotierten Immobilienfonds durch pom+Consulting im Jahr 2022 hat etwa ergeben, dass nur 25% derselben, quantitative Angaben zum Abdeckungsgrad enthielten.

    Benchmarking-Resultate und deren Einordung
    Der mittlere Energieverbrauch im REIDA-Benchmarking-Portfolio beläuft sich auf 97.4 kWh pro m² Energiebezugsfläche. Die Bandbreite liegt zwischen 59 und 146 kWh/ m². Für Portfolios am unteren Rand der Werte dürften Spezialsituationen verantwortlich sein – z.B. dass Single Tenants viel Energie selbst einkaufen, was gemäss aktueller Methodik in der Energiekennzahl noch nicht berücksichtigt wird. In einer Online-Umfrage der Universität Lausanne, die 66 Portfolios von institutionellen Investoren mit gut 31 Mio. m² Gebäudefläche analysiert hat, wurde für das Bezugsjahr 2020 ein etwas höherer Wert von 105.5 kWh/m² Energiebezugsfläche ausgewiesen – allerdings ohne Verwendung einer einheitlichen Berechnungsmethodik.

    Der Anteil der erneuerbaren Energie beträgt im REIDA CO2-Benchmarking im Durchschnitt 25.8%, bei einer Bandbreite von 13% bis 54%. Im Durchschnitt betragen die Treibhausgasemissionen der Portfolios, die am REIDA-Benchmarking teilgenommen haben, 13.1 kg CO2-Äquivalente pro m² Energiebezugsfläche. Das Benchmarking berücksichtigt neben Kohlendioxid auch alle anderen Treibhausgase, wie z.B. Methan oder Lachgas, und berechnet daraus CO2-Äquivalente (CO2e). Das REIDA-Portfolio 2022 erzielt damit einen sehr guten Wert – bei einer Bandbreite zwischen 4.1 und 22.4 kg CO2e/m². Die von der Universität Lausanne erhobene Stichprobe gelangte im Mittel zu einem Wert von 19.6 kg CO2e/m². Wiederum ist ein direkter Vergleich mangels einheitlicher Berechnungsmethodik nur mit Vorbehalt möglich.

    Angabe von Unsicherheitsbereichen
    Eine weitere Errungenschaft des REIDA-Benchmarkings ist die Angabe von Unsicherheitsbereichen. Denn die verwendeten Verbrauchs- und Emissionswerte sowie die Berechnungen sind stets mit Unsicherheiten behaftet (z.B. ungenaue Messsensoren, kleine Umrechnungsunschärfen von vermietbarer Fläche auf Energiebezugsfläche). Diese Unsicherheiten werden für jedes Portfolio aggregiert und auf Stufe der Kennzahlen in Form eines Unsicherheitsbereichs ausgewiesen, der anzeigt, wie verlässlich die Kennzahl ist. Die Angabe des Unsicherheitsbereichs erfolgt dabei als doppelte Standardabweichung, was bedeutet, dass der tatsächliche Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95% im angegebenen Unsicherheitsbereich liegt. Bei der Kenngrösse der CO2e-Emissionsintensität weisen die einzelnen Portfolios Unsicherheitsbereiche von 0.3 bis zu 5.8 kg CO2e/m² auf.

    Neuer Standard für ESG-Reporting in der Schweiz
    Mit dem CO2-Benchmarking setzt REIDA einen neuen Standard und erreicht dadurch einen Meilenstein im ESG Reporting von Immobilien in der Schweiz. Der Standard soll zudem nicht nur hinsichtlich Methodik und Datenqualität laufend verbessert werden, sondern mit der Zeit auch bisher noch ausgeklammerte Aspekte der ökologischen Nachhaltigkeit umfassen. Eine der wichtigsten Pendenzen wird es sein, nicht nur die Betriebsphase von Immobilien abzudecken, sondern ihren gesamten Lebenszyklus abzubilden und insbesondere das Thema der grauen Energie einzubauen. Die Ergänzung von Ratings und Zertifikaten – die bezüglich Transparenz und Vergleichbarkeit Grenzen haben – sowie der Übergang zum direkten Ausweisen der eigentlichen Schlüsselkennzahlen sind damit in vollem Gange.

  • Klimaschutzmaßnahmen trotz ökonomischer Herausforderungen

    Klimaschutzmaßnahmen trotz ökonomischer Herausforderungen

    Die dritte Ausgabe beinhaltet die Erkenntnisse von Fachleuten zu den entscheidenden ESG-Kernthemen, die für dieses Jahr strategische Entscheidungen beeinflussen werden. Der Bericht basiert auf Roundtable-Interviews mit den Mitgliedern des ULI Americas Sustainable Development Council, dem ULI Europe Sustainability Council und dem ULI Asia Pacific Resilient Cities Council. Er verweist auf fünf Aspekte, die 2023 die Entscheidungen im Immobiliensektor prägen werden.

    Anpassung der ESG-Strategie an makroökonomische Herausforderungen
    Eine erhöhte Inflation und die Gefahr einer Rezession sind erhebliche Hürden, die Unternehmen davon abhalten können, einen entscheidenden Fortschritt bei der Dekarbonisierung im Gebäudebereich zu erzielen. Dennoch werden die führenden Unternehmen im Immobiliensektor die makroökonomischen Probleme durch die Rückstellung von Kapital für Fortschritte im Bereich ESG meistern. Höhere Energiekosten und die Entschlossenheit von Investoren, mehr für grüne Energie zu zahlen, sind nur zwei Faktoren, die den ökonomischen Nutzen der Nachhaltigkeit stärken. 

    Einbindung des Transformationsrisikos in Transaktionen und Bewertungen
    Führende Immobilienunternehmen beginnen damit, das Geschäftsrisiko der Dekarbonisierung in die Wertermittlungen von Immobilien zu integrieren, insbesondere im Hinblick auf ihre Exitstrategie. Rasche Fortschritte bei der Messung des Transformationsrisikos werden dadurch erzielt, dass sich immer mehr Unternehmen den mit dem Klimawandel verbundenen politischen, marktbezogenen, rechtlichen und technologischen Risiken stellen.

    Kooperationen schließen
    Eine Kooperation über die gesamte Wertschöpfungskette im Immobiliensektor hinweg ist wesentlich für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele. Diese Kooperation beinhaltet die Zusammenarbeit des Immobiliensektors mit Regierungen, Community-Mitgliedern, Mietern und den Beteiligten der Wertschöpfungsketten. Hierdurch gelingt es der Immobilienbranche häufig das „S“ in ESG voranzubringen und so sicherzustellen, dass bei Gebäuden und Gemeinschaften Personen sowie ihre Bedürfnisse und Werte an erster Stelle stehen.

    Eine Antwort auf die Herausforderungen weltweit auftretender Flutkatastrophen finden
    Der durch den Klimawandel bedingte Anstieg des Meeresspiegels und vermehrte Starkregenereignisse zeigen, dass Stürme stärker werden und Überflutungen zunehmend die Küstenregionen sowie im Inland liegende Orte bedrohen. Die Branche sucht nach präziseren Daten-Tools, um diese Risiken zu quantifizieren und zu bewerten, und benötigt aktuelle Überflutungskarten von den örtlichen und staatlichen Behörden.

    Reaktion auf den staatlichen Einfluss
    Weltweit reagiert die Immobilienbranche auf politische Vorgaben für Klimaschutzmaßnahmen auf lokaler und staatlicher Ebene sowie in der Bauindustrie und im Rahmen der Portfolios. Diesen Umweltvorschriften fehlt es jedoch häufig an Einheitlichkeit. Dementsprechend investiert die Immobilienbranche vermehrt in Compliance, einschließlich einer Aufstockung des Personals, sowie in die Erkennung von Möglichkeiten zur Steigerung der Wertschöpfung in ihren Unternehmen. 

    Der Bericht bietet einen Überblick über die vielfältigen Herausforderungen, die Entwickler und Investoren überwinden müssen, um einen Ausgleich zwischen der Umsetzung längerfristiger Maßnahmen zur Bewältigung des Klimarisikos und kurzfristiger Investitionsrendite zu finden. Der Bericht betont die Notwendigkeit einer Kooperation über die gesamte Wertschöpfungskette im Immobiliensektor hinweg, die Bedeutung einer Nachhaltigkeitsanalyse bei der Bewertung und die Entwicklung hin zu einer transparenteren, durchgängigeren und in sich stimmigen Regulierung.

    „Trotz der ökonomischen Herausforderungen hat die Immobilienbranche dieses Jahr die Chance, Wertpotenziale durch Investitionen in die Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit von Gebäuden zu heben“, sagt Marta Schantz, Co-Executive Director am ULI Randall Lewis Center for Sustainability in Real Estate. „Die gesetzlichen Vorgaben unterstützen zunehmend ein größeres Engagement beim Klimaschutz. Die Immobilienbranche sollte die Zusammenarbeit mit den an der Wertschöpfungskette Beteiligten intensivieren, um diesen Prozess zu beschleunigen. Unser diesjähriger Ausblick bietet Immobilienexperten, die sich für dieses Jahr über Nachhaltigkeitsthemen informieren möchten, eine Hilfestellung.“ 

    „Unser Ziel ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, ESG- und Nachhaltigkeitsstrategien mit messbaren Ergebnissen zu entwickeln, zu erweitern und zu verwalten, um die ESG-Ziele zu erreichen“, sagt Matthew Hardy von Ferguson Partners, der für Australien und Neuseeland sowie für die weltweiten Initiativen im Hinblick auf ESG und Nachhaltigkeit verantwortlich ist. „Es ist klar, dass ESG-Strategien für die ethische und treuhänderische Verantwortung von grundlegender Bedeutung sind. Wir sind stolzer Partner des ULI beim Austausch von Best Practices, die bei der sich verschärfenden Klimakrise diesen so dringend benötigten Fortschritt beschleunigen.“ 

    Den vollständigen „ULI Global Sustainability Outlook 2023“ finden Sie anbei.
    ULI-SustainabilityOutlook_2023_Digital-Final_DE_komprimiert.pdf

  • Photovoltaik: Kristalline Lichtfänger

    Photovoltaik: Kristalline Lichtfänger

    Um Sonnenlicht direkt in Strom umzuwandeln, gibt es verschiedene Lösungen. Die bekanntesten sind Silizium-Solarzellen, die auf Silizium-Einkristallen basieren. Solarzellen dieses Typs sind relativ dick und zerbrechlich. Als weitere Variante haben sich so genannte Dünnschichtsolarzellen etabliert, die etwa 100-mal dünner sind. Diese Zellstruktur ist flexibel und kann auf flexible Substrate wie Kunststofffolien oder Metallfolien aufgedampft werden. Zu den bereits seit längerem bekannten Dünnschichtzellen aus den Halbleitern Galliumarsenid (GaAs), Cadmiumtellurid (CdTe) oder Kupfer-Indium-Gallium-Schwefel-Selen (CIGS) gesellt sich nun eine neue Klasse: die organisch-anorganischen Perowskite. Der Begriff Perowskit beschreibt die gemeinsame Kristallstruktur der Materialien in diesen dünnen Schichten.

    Das Interessante daran ist, dass Perowskite nicht nur als Solarzellen eingesetzt werden können, sondern umgekehrt auch als Beleuchtungsmittel oder als Basis für Photodetektoren, zum Beispiel in Röntgengeräten oder Sensoren für Smartwatches. Aus diesem Grund wird diese Materialklasse derzeit weltweit intensiv erforscht. Doch es gibt ein Problem: Viele dieser Perowskit-Kristalle enthalten sogenannte organische Ionen als Bausteine. Das sind Kristallbausteine, die Kohlenstoff, Stickstoff und Wasserstoff enthalten. Sie schmelzen und verdampfen bei viel niedrigeren Temperaturen als Silizium oder GaAs, CdTe oder CIGS. Daher sind viele bewährte Produktionsverfahren für diese Materialien nicht geeignet.

    Industrielle Fertigung ist gefragt
    Das Projekt AMYS („Advanced Manufacturability of Hybrid Organic-inorganic Semiconductors for Large Area Optoelectronics“), das im Rahmen der „Strategic Focus Area Advanced Manufacturing“ (SFA-AM) des ETH-Bereichs gestartet wurde, versucht nun, genau diese Probleme zu lösen. Benötigt wird ein industrielles Herstellungsverfahren für Perowskit-Dünnschichten, die bisher hauptsächlich in „nassen“ Sprühverfahren in Labors hergestellt werden. Die Aufgaben der Forschungspartner sind sorgfältig verteilt: Das Team der Perowskit-Spezialisten Ayodhya N. Tiwari und Fan Fu vom „Thin Films and Photovoltaics Laboratory“ der Empa sucht nach einem flexiblen Perowskit-Photodetektor und Solarzellen; das Team von Chih-Jen Shih von der „Nanomaterials Engineering Research Group“ der ETH Zürich will Perowskit-LEDs bauen, die Licht mit besonders hoher Farbgenauigkeit erzeugen. Und Christophe Ballif von der EPFL ist mit seinem Team auf der Suche nach besonders effizienten Tandem-Solarzellen, die aus Silizium auf der Unterseite und einer halbtransparenten Perowskit-Schicht auf der Oberseite bestehen.

    Alle Forscher haben bereits Vorarbeiten geleistet: Im Juli stellte das EPFL-Team einen neuen Weltrekord auf: Solarzellen aus dickem, kristallinem Silizium mit einer dünnen Perowskit-Schicht darauf erreichten einen Wirkungsgrad von über 31 Prozent. Ein solcher Wert wurde bereits mit anderen Halbleiterzellen erreicht, doch sind diese in der Herstellung rund 1000-mal teurer. Damit öffnet sich ein Tor zur kostengünstigen Photovoltaik. „Wir haben einen zweistufigen Prozess entwickelt, um die organischen Bestandteile unserer Perowskite schonend und homogen auf mittelgrosse Solarzellen aufzutragen“, erklärt Christian Wolff, der im EPFL-Team arbeitet. „Das wollen wir nun auf ein neu entwickeltes, auf Trockendampf basierendes Verfahren ausdehnen, das es einerseits ermöglicht, noch grössere Flächen homogen zu bedecken, und gleichzeitig zu sehen, ob es nicht noch bessere chemische Kombinationen gibt.“

    Sebastian Siol von der Empa hilft ihm dabei. Er ist Spezialist für Beschichtungsprozesse und für die Analyse von industriell hergestellten dünnen Schichten. Mit automatisierten Hochdurchsatz-Experimenten wird er eine Vielzahl von verschiedenen chemischen Zusammensetzungen und Prozessparametern screenen, mit dem Ziel, eine „Bibliothek“ von vielversprechenden Perowskit-Mischungen zu erstellen. Damit erhalten Wolff und seine Kollegen in allen Arbeitsgruppen entscheidende Hinweise, wo sie suchen müssen. Das beschleunigt den Weg zum Ziel von preiswerten, stabilen und grossflächigen optoelektronischen Bauelementen mit vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten.

    Ungiftige Lösungsmittel für die Herstellung
    Der Empa-Forscher Fan Fu ist Spezialist für Perowskite und ebenfalls Teil des Forschungskonsortiums. Er hat sich gleich zwei Aufgaben vorgenommen: Einerseits sucht er nach neuen Photodetektoren und Solarzellen auf der Basis von Perowskiten. Andererseits will er auch einen „grünen Weg“ für die industrielle Produktion von Perowskit-Zellen finden. „Während das EPFL-Team einen Trockenprozess gefunden hat, haben wir an der Empa den Nassprozess weiterentwickelt“, erklärt der Forscher. „Wir benutzen keine giftigen Lösungsmittel mehr, die man zwar im Labor verwenden kann, die aber im industriellen Prozess ein Handicap sind. Wir arbeiten jetzt mit Isopropanol – das auch in jedem Coiffeur-Salon verwendet wird.“ Fan Fu will sein Nassverfahren nun auch auf industrielle Prozesse wie die sogenannte Slot-Die-Beschichtung übertragen. Bei der Suche nach dem optimalen Verfahren hilft ihm auch sein Empa-Kollege Sebastian Siol. Er wird die Probekörper aus Fus Versuchsreihen kartieren und helfen, die optimalen Prozessparameter zu finden.

    Perowskit-Sensoren für Smartwatches
    Fan Fu hat noch ein zweites Projekt, das er im Rahmen von AMYS verfolgt: Perowskit-Zellen könnten auch als Photodetektoren in Kameras oder als Röntgendetektoren für die medizinische Bildgebung dienen – und hätten zwei entscheidende Vorteile: Sie sind viel billiger und einfacher herzustellen als die heute üblichen Silizium-Kamerachips. Außerdem sind sie flexibel und können sich der Körperform anpassen. Fu erläutert anhand eines Beispiels, wie interessant dies werden könnte: „Blutsauerstoff- und Pulsfrequenzsensoren in Smartwatches basieren teilweise auf der optischen Erfassung des Blutflusses.“ Mit flexiblen, optischen Sensoren könnten solche Messwerte in Zukunft viel günstiger und gleichzeitig genauer ermittelt werden, sagt Fu. „Messgeräte, die direkt auf der Haut aufliegen, sind eine Schlüsseltechnologie für die zukünftige Interaktion zwischen Mensch und Maschine.“

  • Bundesrat will Wettbewerbsfähigkeit von KMU und Regionen stärken

    Bundesrat will Wettbewerbsfähigkeit von KMU und Regionen stärken

    Mit der Botschaft zur Standortförderung 2024-2027 entwickelt der Bundesrat die strategischen Grundlagen der Standortförderung des Bundes weiter. Er verfolgt mit der Standortförderung in den Jahren 2024-2027 die folgenden fünf Ziele: Rahmenbedingungen für KMU verbessern, Regionen stärken, zur nachhaltigen Entwicklung beitragen, Chancen der Digitalisierung nutzen sowie die Attraktivität des Wirtschafts- und Tourismusstandorts stärken. Im Vergleich zur Periode 2020-2023 wird die Bedeutung der nachhaltigen Entwicklung und der Digitalisierung aufgewertet. Zudem wird die Standortförderung noch stärker auf die Bedürfnisse der Haupt-Zielgruppen – KMU und Regionen – ausgerichtet. Für die Umsetzung der Ziele werden in den kommenden Jahren durch das SECO und die mandatierten Organisationen (Bürgschaftsgenossenschaften, Schweizerische Exportrisikoversicherung, Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit, Schweiz Tourismus, Switzerland Global Enterprise) 23 konkrete Aktivitäten definiert. Die Umsetzung erfolgt zum Teil in Zusammenarbeit mit den Kantonen und weiteren Partnern.

    Die Schwerpunkte der Standortförderung
    Bei der KMU-Politik liegt der Schwerpunkt im Ausbau von EasyGov.swiss, des One-Stop-Shops von Bund, Kantonen und Gemeinden für Unternehmen. Dieser kann wesentlich zur administrativen Entlastung der Unternehmen beitragen. In der Periode 2024-2027 soll der Leistungsumfang von EasyGov weiter ausgebaut werden, um dem Bedürfnis der Unternehmen nach weiteren elektronischen Behördenleistungen gerecht zu werden. Im Rahmen des Ausbaus von EasyGov ist beispielsweise geplant, den Unternehmen künftig einen gebündelten Prozess für den Unternehmensumzug (Adressänderung) anbieten zu können. Geplant ist auch ein weiterer Ausbau im Bereich der ausländerrechtlichen Meldungen und Bewilligungen für Unternehmen.

    Bei der Tourismuspolitik liegen die inhaltlichen Schwerpunkte auf der Weiterentwicklung der Investitionsförderung, der nachhaltigen Entwicklung sowie der digitalen Transformation des Tourismus. Einen Schwerpunkt stellt in den Jahren 2024-2027 zudem die Umsetzung des Recovery-Programms für den Schweizer Tourismus dar, mit dem den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie entgegengewirkt wird.

    Die Neue Regionalpolitik NRP startet 2024 in ihre dritte achtjährige Mehrjahresperiode (2024-2031). Die bisherigen thematischen Förderschwerpunkte «Industrie» und «Tourismus» werden weitergeführt. Als Querschnittthemen erhalten neben der Digitalisierung insbesondere die nachhaltige Entwicklung und die «lokale Wirtschaft», welche die Exportorientierung der NRP ergänzt, besonderes Gewicht.

    Schliesslich soll das Angebot zur Unterstützung der Exportwirtschaft, beispielsweise in Bezug auf handelstechnische Fragestellungen, und insbesondere der Zugang von Schweizer Exporteuren zu grossen ausländischen Infrastrukturprojekten, bedarfsgerecht weiterentwickelt und der «Team Switzerland»-Ansatz erweitert werden. So führen diverse Verbände, Bundesstellen, Switzerland Global Enterprise und die Schweizerische Exportrisikoversicherung vermehrt gemeinsame Promotionsauftritte im Ausland durch. Diese richten sich unter anderem an Generalunternehmer, welche grosse Infrastrukturprojekte ausführen. In wichtigen Märkten werden weitere Geschäftsmöglichkeiten identifiziert.

    Verpflichtungskredite und Zahlungsrahmen
    Um die Instrumente der Standortförderung fortzuführen und weiterzuentwickeln, beantragt der Bundesrat dem Parlament für die Jahre 2024-2027 Verpflichtungskredite und Zahlungsrahmen im Umfang von insgesamt 428,83 Millionen Franken. Für die Jahre 2020-2023 stand ein Betrag von rund 399 Millionen Franken zur Verfügung. Hinzu kommt ein Zahlungsrahmen für die Äufnung des Fonds für Regionalentwicklung in den Jahren 2024-2031 im Umfang von 217,3 Millionen Franken (reduziert um 12,7 Mio. CHF gegenüber der Vorperiode 2016-2023).

    Die Umsetzung der Standortförderung erfolgt anhand der Instrumente der KMU-Politik, der Tourismuspolitik, der Neuen Regionalpolitik (NRP) sowie der Aussenwirtschaftsförderung.

  • Sphärische Kugeln an der Expo 2025 im Schweizer Pavillon

    Sphärische Kugeln an der Expo 2025 im Schweizer Pavillon

    Vom 13. April bis 13. Oktober 2025 findet in Osaka in Japan die nächste Weltausstellung statt. Zum Motto «Designing Future Society for Our Lives» präsentiert sich die Schweiz als leistungsfähiger und führender Innovationshub und zeigt dazu konkrete Beispiele aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. Die Firma Nüssli gewann mit Manuel Herz Architekten und Bellprat Partner die Ausschreibung für Gestaltung, Bau und Rückbau des Schweizer Auftritts und setzt den Pavillon in Leichtbauweise und mit einem Hauch Magie um. Das Team wird ergänzt durch Robin Winogrond Landschaftsarchitekten, Studio AA-Morf, and Kyoto Design Lab.

    Schweizer Ideen, Erfahrung und Know-how in Japan
    «Wir sind sehr stolz, unsere langjährige Tradition als Umsetzungspartner des Schweizer Pavillons auf der Expo 2025 in Osaka fortsetzen zu können. Trotz dieser langen Expo-Erfahrung wird uns der Schweizer Pavillon mit seiner pneumatischen, kugelförmigen Konstruktion aber auch einige Knackpunkte bieten», sagt Andy Böckli. Stefan Sekiguchi ergänzt: «Den Architekturentwurf zusammen mit japanischen Dienstleistern und entsprechend den geltenden Richtlinien in Japan erfolgreich zu realisieren, erfordert das Kennenlernen von Land und Leuten. Deshalb arbeiten wir mit unserem lokalen Partner zusammen und können so von wertvollem Wissen profitieren.» Arnau Bellprat freut sich auf die Herausforderungen im globalen Umfeld. «In unseren Spheres sollen die Besucher und Besucherinnen in eine immersive, narrative und fantastische Welt eintauchen können. Sie sollen ein sinnliches und emotionales Erlebnis haben, an das sie sich noch lange erinnern werden – wir nennen das eine biografische Notiz.» Der Architekt Manuel Herz ist besonders an der pneumatischen Bauweise interessiert, die ein Gebäude von minimalem Gewicht ermöglicht und eine lange Tradition für Pavillons bei Weltausstellungen hat. «Wir nehmen eine Architektur, die schon früher für ikonische Expo-Gebäude verwendet wurde, und interpretieren sie neu».

    In die Natur eingebetteter Pavillon
    Im Konzept für den Schweizer Pavillon steht die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Kugeln und modulare Konstruktionen aus wiederverwendeten rezyklierbaren Materialien sowie Pflanzen, die das Gebäude überwachsen, umschliessen und CO2 abscheiden, bilden die eingeschossige barrierefreie Architektur und tragen zu einem minimalen ökologischen Fussabdruck bei. Die Szenografie nimmt das leichte äussere Erscheinungsbild des Gebäudes auf und inszeniert die Inhalte in der Ausstellung mit Licht und Farbe. Die Besucherinnen und Besucher erleben in den fünf Sphären des Pavillons, wie aus den Nährstoffen der Natur sowie mit der humanistischen Tradition der Schweiz und etwas Magie die Schweizer Innovation entsteht. Sie können selbst mitgestalten, erkunden und schliesslich die Schweizer Innovationskraft in Form von Pflanzensamen in die Welt hinaustragen. Im Pavillon treffen sie zudem auf die mythische Figur des Heidi, die als Bindeglied zum Gastgeberland Japan wirkt. Auch die Pflege und die Erhaltung der Natur sind wichtige gemeinsame Anliegen, die Japan und die Schweiz verbinden. 

    Zusammenarbeit und lokale Unterstützung
    Das Thema Nachhaltigkeit wird im Schweizer Pavillon ernst genommen und mit akademischer Unterstützung sorgfältig umgesetzt. Mit Forschenden, Dozierenden und Studierenden des Kyoto Institute of Technology – insbesondere mit dem KIT Design Lab der Architektur-Fakultät – soll der soziale, ökonomische und ökologische Fussabdruck des Auftritts über die ganze Lebensdauer analysiert und verbessert werden.

  • Pflanzliche Dämmstoffe als CO2-Senke?

    Pflanzliche Dämmstoffe als CO2-Senke?

    Der Gebäudebereich ist der materialintensivste Sektor und einer der wichtigsten Treiber des globalen Klimawandels. Er ist verantwortlich für rund 40 Prozent des globalen Energieverbrauchs, für 30 Prozent der Treibhausgasemissionen und sorgt in der EU für 36 Prozent des anfallenden Abfalls. Nachdem in den letzten Jahrzehnten erhebliche Anstrengungen unternommen wurden, damit Gebäude weniger Energie verbrauchen, und im Betrieb des Gebäudeparks vermehrt erneuerbare Energie eingesetzt wird, haben sich die Treibhausgasemissionen hier merklich reduziert. Über den gesamten Lebenszyklus von Gebäuden spielt jedoch deren Erstellung sowie die Herstellung der Baustoffe ebenfalls eine wesentliche, im Vergleich zum Betrieb aber noch wenig beachtete Rolle. Bei modernen Gebäuden sind die «grauen» Treibhausgasemissionen, die auf die Erstellung des Gebäudes zurückgehen, ähnlich hoch wie die Emissionen aus dem Betrieb. Daher haben Baumaterialien, die der Atmosphäre langfristig CO2 entziehen, grosses Potenzial, den ökologischen Fussabdruck von Gebäuden zu senken.

    Wie sich CO2 langfristig binden lässt
    Ein neues Forschungsvorhaben von WissenschaftlerInnen um Jannis Wernery vom «Building Energy Materials and Components Lab» der Empa basiert auf der Idee, CO2 in neu entwickelten Dämmstoffen langfristig zu binden. Dazu sollen pflanzliche Rohstoffe – idealerweise Abfallprodukte aus der Land- und Forstwirtschaft – zu Dämmmaterialien für Gebäude verarbeitet werden. Der grösste Teil des in der Biomasse gebundenen Kohlenstoffs, den die Pflanzen während ihres Wachstums in Form von CO2 aus der Atmosphäre aufgenommen und gebunden haben, kann durch eine spezielle Hitzebehandlung dauerhaft fixiert werden; er bleibt in der so entstandenen «Pflanzenkohle» während der gesamten Lebensdauer des Gebäudes – und sogar weit darüber hinaus – gebunden: Wird dieses zurückgebaut, kann die Pflanzenkohle nämlich direkt in Äcker eingebracht werden. Dort erhöht sie die Fruchtbarkeit des Bodens und bleibt über Jahrhunderte bis Jahrtausende stabil – im Gegensatz zu anderen pflanzlichen Baustoffen, etwa Holz oder Zellulosedämmung, die bei der Verrottung oder thermischen Verwertung das gespeicherte CO2 wieder freisetzen.

    «Bis die Idee in die Praxis umgesetzt werden kann, gibt es aber noch viel zu tun», sagt Physiker Wernery, der sich mit seiner Forschungsgruppe an der Empa auf die Erforschung und Entwicklung von Dämmstoffen spezialisiert hat und für diesen neuen Ansatz auch mit Forschenden an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zusammenarbeitet. Dabei ist es unter anderem wichtig sicherzustellen, dass sämtliche Inhaltsstoffe der neuartigen Dämmmaterialien für eine spätere Verwendung als «Dünger» geeignet sind; ein marktfähiges Dämmmaterial muss natürlich auch punkto thermischer Isolation mit etablierten Produkten mithalten können sowie zudem einen ausreichenden Brandschutz gewährleisten.

    Empa-Forscher Wernery ist überzeugt, dass Pflanzenkohledämmung die CO2-Bilanz der Schweiz künftig deutlich verbessern könnte – wenn es gelingt, dieses anspruchsvolle «Anforderungsprofil» zu erfüllen. Eine erste Analyse hat gezeigt, dass sich durch einen realistischen Teilersatz konventioneller Dämmstoffe wie EPS oder Mineralwolle durch Pflanzenkohle gut eine halbe Million Tonnen CO2-Äquivalente jährlich einsparen liesse, einerseits durch Vermeidung von Emissionen bei der Produktion der konventionellen Materialien, andererseits durch die Langzeitspeicherung des CO2 in der Pflanzenkohle. Dies entspricht gut einem Prozent der gesamten Schweizer Treibhausgasemissionen.

    Finanzielle Unterstützung – gleich aus mehreren Quellen
    Ein ambitioniertes Konzept mit einem grossen Potenzial – das fanden auch diverse Förderinstitutionen und unterstützen daher Wernerys Ansatz finanziell: Nämlich die Minerva-Stiftung, die sich unter anderem für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen einsetzt, der ETH-Rat sowie das Bundesamt für Energie (BFE). Nicht zuletzt hat zudem erst vor kurzem der Klimafonds vom Stadtwerk Winterthur für die Erarbeitung der Grundlagen einen Förderbeitrag gesprochen, der aus freiwilligen Beiträgen von zwei Rappen pro bezogener Kilowattstunde Strom der Kundinnen und Kunden vom Stadtwerk Winterthur stammt.

  • CKW Fiber Services eröffnet neues, ökologisches Datacenter

    CKW Fiber Services eröffnet neues, ökologisches Datacenter

    CKW Fiber Services eröffnet einen neuen digitalen Marktplatz für Connectivity und Datacenter Services in der Zentralschweiz. Auf dem Gelände der CKW-Unterstation Rotkreuz baute das Tochterunternehmen von CKW das neue Datacenter «DC Zug». Auf einer Nutzfläche von 700 Quadratmetern bietet das Datacenter – mit eigenem, leistungsstarkem Glasfasernetz – Platz für verschiedene Ausbau- und Leistungsstufen (Rack Spaces, Private Caged Areas, White Spaces) sowie disponible Housing-Flächen für individuelle, kundenspezifische Lösungen an. Es richtet sich unter anderem auch an nationale Unternehmen, die aus Sicherheitsüberlegungen einen zweiten Standort für Housing, Storage und Archivierung ihrer Daten in einer anderen Region anstreben.

    Über 1’100 Quadratmeter Solarpanels verbaut
    Das Datacenter setzt nicht nur Massstäbe bezüglich Sicherheit, sondern auch punkto Nachhaltigkeit. Sowohl auf dem Dach als auch an den Fassaden sind auf 1’165 Quadratmetern insgesamt 1’021 Solar-Module verbaut. Durch den Einbezug der Fassade kann der Anteil an Strom, der am Morgen, am Abend und im Winterhalbjahr produziert wird, deutlich gesteigert werden. Die Solaranlage produziert rund 135’000 Kilowattstunden Strom pro Jahr – dies entspricht dem jährlichen Stromverbrauch von rund 30 durchschnittlichen Vierpersonen-Haushalten. Dieser eigens produzierte Solarstrom wird zu 100 Prozent direkt vor Ort für den Betrieb des Rechenzentrums verbraucht.

    «Die CKW-Gruppe ist eine schweizweit führende Anbieterin von Solaranlagen, da setzen wir natürlich auch bei unseren eigenen Projekten auf erneuerbare Stromproduktion», sagt Roberto Cresta, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei CKW Fiber Services. Zudem steige die Nachfrage bei Kunden nach nachhaltigeren IT- Dienstleistungen. Deshalb produziert das Datacenter Zug mit der eigenen Solaranlage nicht nur umweltfreundlichen Strom, sondern nutzt diesen auch effizient: So ist einerseits geplant, die Abwärme konsequent zu verwerten und andererseits ermöglicht die eingesetzte Kaltgangeinhausung eine merkliche Energieeinsparung beim Kühlen. Das separat zu den aktiven Kälteanlagen angeordnete Freecooling- Aggregat ermöglicht zudem durch die grosse Fläche und Leistung mehr Freecooling- Betriebszeiten bei höherer Last. Dadurch lassen sich auch tiefere PUE-Werte (Power Usage Effectiveness) erzielen. Das Unternehmen investierte gut 10 Millionen Franken in den neuen Bau und rund 1,6 Millionen Franken in den Glasfaser-Backbone-Ausbau im Kanton Zug und Luzern. Somit ist das DC Zug auch aus der Sicht Connectivity, optimal in den CKW Datacenter-Verbund Zentralschweiz redundant eingebunden.

    Datacenter erfüllt höchste Sicherheitsanforderungen
    «Der Standort bei der Unterstation bietet nicht nur in Bezug auf Strom, Datennetzanbindung und geographische Erreichbarkeit beste Bedingungen, er erfüllt auch das verstärkte Bedürfnis von Unternehmen aus der Region Zug nach sicherer, hochverfügbarer Infrastruktur für hochsensible Daten und ebnet allen Kunden den Weg in unterschiedlichste Cloud-Anwendungen», sagt Roberto Cresta. In der Tat erfüllt das Datacenter höchste Anforderungen in Bezug auf Sicherheit (Konzeption anlehnend an Tier Level 3). Der erdbebensichere Bau ist nach Bauwerksklasse 3 gebaut, das heisst, analog lebenswichtigen Infrastrukturbauten wie Spitäler. Zudem ist im Krisenfall eine Energieautonomie von mindestens sechs Tagen gewährleistet und das Datacenter wird nach ISO27’001 zertifiziert. So entspricht es auch den Auflagen an die hohen Standards für Informationssicherheit des Finanzinstitutes der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA.

  • Nachhaltiger Beton für die Kantons- und Universitätsbibliothek Fribourg

    Nachhaltiger Beton für die Kantons- und Universitätsbibliothek Fribourg

    Ein Umbau des historischen Gebäudes, zwei Anbauten mit einer Gesamtnutzfläche von 15 000 Quadratmetern und ein Freihandmagazin mit einer Raumkapazität für 300 000 Dokumente: Der Kanton Fribourg hat sich zum Ziel gesetzt, die Kantons- und Universitätsbibliothek nach Abschluss der Bauarbeiten im Jahr 2025 zum Herzstück des akademischen und kulturellen Lebens in Fribourg zu machen. Er verfolgt ein ökologisches Baukonzept und setzt damit gemeinsam mit dem beauftragten Baukonsortium Antiglio-Frutiger auf ressourcenschonende und lokale Baumaterialien.

    Ein nachhaltiger Beton …

    „Die Verwendung von Recyclingbeton war eine Voraussetzung für den Bauherrn, um die Nachhaltigkeitsanforderungen des Projekts zu erfüllen“, erklärt Pierre-Yves Poncet, Bauleiter und Vorstandsmitglied der Antiglio SA. So wurde für dieses ehrgeizige Projekt für mehr als die Hälfte des nötigen Betons ein Vorzeigeprodukt in Sachen Kreislaufwitschaft geliefert: der nachhaltige Beton ECOPact+. Diese innovative Lösung basiert auf dem nachhaltigen Zement Susteno, dem ersten ressourcenschonenden Zement weltweit, der als Zumahlstoff hochwertig aufbereitetes Mischgranulat aus rückgebauten Gebäuden enthält. Bei ECOPact+ werden zusätzlich primäre durch recycelte Gesteinskörnungen ersetzt, wodurch natürliche Ressourcen und knapper Deponieraum geschont werden. Insgesamt erzielt dieser nachhaltige Beton eine CO2-Reduktion von 10% im Vergleich zu einem Standardrecyclingbeton.

    … lokal hergestellt

    Die Nachfrage nach Recyclingbeton ist heute in der Region zwar noch auf einem niedrigen Niveau, doch immer mehr lokale Bauprojekte werden mit umweltschonenden Lösungen umgesetzt. Ein weiteres Beispiel ist die Baustelle des neuen Gebäudes der ACPC (Association du Centre professionnel cantonal), der Vereinigung des Kantonalen Berufsbildungszentrums in Villaz Saint-Pierre, für die Holcim 8’000 Kubikmeter Recyclingbeton liefert. Um auf die wachsende Nachfrage in Fribourg zu reagieren, wurde 2022 in Avenches eine neue Anlage für die Annahme, Lagerung und Verarbeitung von mineralischem Bauabfall eröffnet. Der Standort in der Broye verleiht Materialien aus dem regionalen Rückbau von Gebäuden ein zweites Leben und verarbeitet sie zu neuen, hochwertigen Baustoffen für die Region Broye / Vully / Lacs.

    “Wir haben uns für ECOPact+ entschieden, denn Holcim war eine der wenigen lokalen Anbieterinnen, die uns Recyclingbeton in den gewünschten Mengen und innerhalb eines engen Zeitrahmens liefern konnte. Zudem ist ihre Recyclinganlage die einzige in der Region, die zertifizierten Recyclingkies produziert“, so Pierre-Yves Poncet.

    Die Qualität stimmt

    Das Ergebnis erfüllt die Erwartungen des Kunden auf ganzer Linie, der sich über eine ähnliche Verarbeitung im Vergleich zu einem Standardbeton derselben Klassifizierung freut. „Sowohl in Bezug auf die Verarbeitung als auch auf das Endergebnis ist kein Unterschied zu nicht recyceltem Beton zu erkennen“, sagt Pierre-Yves Poncet zufrieden. „Wir sind sehr stolz zur Umgestaltung dieses symbolträchtigen Gebäudes des Kantons Fribourg mit einem lokalen, CO2-reduzierten und ressourcenschonenden Beton wie ECOPact+ beitragen zu dürfen”, so Roland Genilloud, Verkaufsleiter für die Region Fribourg / Broye bei Holcim Kies und Beton AG.

  • Schindler Note ‘A’ für Transparenz beim Klimawandel

    Schindler Note ‘A’ für Transparenz beim Klimawandel

    Der 2022er CDP-Fragebogen zum Klimawandel gilt als der Goldstandard für die Umwelttransparenz von Unternehmen. Im Rahmen des CDP-Prozesses werden Unternehmen bewertet und erhalten eine Note von A bis D, basierend auf der Vollständigkeit der Offenlegung, dem Verständnis und dem Management von Umweltrisiken sowie auf vorbildlichem Umwelt-Leadership, wie z.B. der Festlegung ambitionierter und aussagekräftiger Ziele. In den letzten zwei Jahren hat Schindler noch mehr für die Umwelt getan. Die Fahrzeugflotte für Servicetechniker wird sukzessive auf Elektromobilität umgestellt, das Produktangebot um nachhaltige Wartungslösungen für Kunden erweitert und noch stärker auf Technologie und Innovation im Bereich Klimaschutz gesetzt.

    „Es zum ersten Mal in die CDP-A-Liste geschafft zu haben, stimmt uns zuversichtlich. Unsere Bemühungen haben sich ausgezahlt. Es ist beruhigend zu sehen, dass wir mit dem, was wir tun, dazu beitragen können, das zu schützen, was uns wichtig ist. Unsere Ziele sind hochgesteckt: Wir haben uns verpflichtet, bis 2040 in unserer gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null-Treibhausgasemissionen zu erreichen. Und damit nicht genug. Wir werden uns weiterhin Schritt für Schritt für mehr Umweltschutz einsetzen und unser Geschäft dem Klimawandel gegenüber widerstandsfähiger machen“, erklärte Silvio Napoli, Verwaltungsratspräsident und CEO von Schindler.

  • Sunwin Energy verkauft ein 375-MW-Solarportfolio

    Sunwin Energy verkauft ein 375-MW-Solarportfolio

    Die Transaktion wurde als conditional Sales-Purchase-Agreement (cSPA) für 15 Solar-PV-Projekte strukturiert, mit Projektgrößen zwischen 10 und 75 MW, die zwischen 2023 und 2026 baureif sein werden. Sunwin Energy hat das Portfolio in den letzten Jahren entwickelt, wobei der Schwerpunkt auf der Diversifizierung in verschiedenen Regionen Italiens liegt, einschliesslich Projekten auf Deponien, Industriestandorten und landwirtschaftlichen Flächen mit Agri-PV gemäss den neuen italienischen diesbezüglichen Richtlinien.

    „Wir freuen uns, dass wir diese neue Partnerschaft mit einem internationalen und renommierten Unternehmen für einen Teil unseres 1GW-Portfolios eingehen können. Die Zusammenarbeit stärkt unsere Position als erfahrener Greenfield-Entwickler auf dem dynamischen italienischen Markt. Diese Transaktion gibt uns die notwendigen finanziellen Möglichkeiten und gleichzeitig behalten wir unsere Agilität als unabhängiger Entwickler“, sagt Lars Konersmann, Geschäftsführer bei Sunwin Energy.

    „Wir freuen uns, diese Transaktion in Italien zu unterstützen und unsere starke Position auf dem Markt zu unterstreichen. Mit einem erwarteten Ausbau von 5,1 GW im Jahr 2022 mit einem Löwenanteil an Solarenergie gehört Italien wieder zu den führenden Märkten für erneuerbare Energien in Europa und bietet großartige Aussichten für Solarinvestitionen“, sagt Jochen Magerfleisch, geschäftsführender Gesellschafter bei Capcora , der Sunwin in dieser M&A-Transaktion beraten hat.

  • Einzigartiges Energie-Ökosystem geplant

    Einzigartiges Energie-Ökosystem geplant

    In Dagmersellen soll in den nächsten Jahren ein schweizweit einzigartiges Energie-Ökosystem entstehen. Das Transportunternehmen Galliker, die Milchverarbeiterin Emmi, die Industriegase-Produzentin PanGas (Tochter von Linde plc) und die Energiever­sorgerin CKW haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. «Zusammen mit Emmi, Galliker und PanGas wollen wir die Energiewende vorantreiben und mit dem geplanten Energie-Ökosystem einen signifikanten Beitrag zur Dekarbonisierung und Diversifizierung der Energieversorgung leisten», erklärt Martin Schwab, CEO von CKW.

    Aus Holz und Wasser aus der Milchverarbeitung entsteht Wasserstoff
    Am Anfang des Energie-Ökosystems steht ein von CKW betriebenes Holzheizkraft­werk zur Produktion von Wärme und Strom. PanGas wird einen Teil des Stroms für die Herstellung von Wasserstoff zur Versorgung der LKW-Flotte von Galliker verwenden. Galliker Transport verfolgt mit «Green Logistics by Galliker» das Ziel, bis 2050 CO2-neutral unterwegs zu sein. Seit 2020 ist Galliker mit sechs Wasserstoff-LKWs erfolgreich auf den Schweizer Strassen unterwegs und setzt auch in Zukunft auf alternative Antriebs­lösungen, wobei Wasserstoff aus lokaler Produktion im Fokus steht. Zusätzlich gewinnt PanGas aus dem Verbrennungsprozess grünes CO2; beispielsweise für den Einsatz in der Nahrungsmittelindustrie.

    «Bei PanGas beschäftigen wir uns seit jeher mit Wasserstoff. Es freut uns sehr, dass wir mit diesem Projekt massgeblich zur CO2-Reduktion beitragen können und dem Schweizer Dekarbonisierungsziel ein grosses Stück näherkommen», so Roger Britschgi, Managing Director PanGas. «PanGas setzt sich stark für die weitere Verbreitung nach­haltiger Wasserstoff-Technologien ein.»

    Mit der erneuerbaren Energie aus dem Holzheizkraftwerk deckt Emmi einen Teil der am Produktionsstandort Dagmersellen benötigten Wärmeenergie für die Produktion von Frischkäsespezialitäten wie Mozzarella oder Ricotta sowie Milchpulver ab. Das Projekt ist ein Meilenstein des von Emmi bis 2050 angestrebten Netto-Null-Reduk­tions­pfads und ein weiterer Schritt, die innenbetrieblichen CO2-Emissionen bis 2027 um 60 Prozent zu senken. Mit Blick auf die Kreislaufschliessung liefert Emmi zudem deminera­lisiertes Wasser aus der Produktion von Milchprodukten für die Wasserstoff-Herstellung.

    «Dieses im Verbund mit drei regional verankerten nationalen Partnern konzipierte einzigartige Energie-Ökosystem ermöglicht eine nachhaltigere Produktion unserer Milchprodukte und verringert unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen», so Marc Heim, Leiter Emmi Schweiz.

    Das Holzheizkraftwerk wird im Vollausbau 100 GWh Strom und 130 GWh Wärme produzieren. Emmi nutzt rund 50 GWh der Wärme. Weitere mögliche Wärme-Abnehmer sind die örtliche Industrie sowie Wärmeverbunde in den umliegenden Dörfern. Das Holzheizkraftwerk soll soweit möglich mit regionalen Waldhack­schnitzeln und Altholz betrieben werden. Dafür sind bis zu 200’000 Tonnen Holz pro Jahr notwendig.

    Die vier Unternehmen planen, insgesamt rund CHF 200 Mio. in die Produktion, die Verteilung und die Nutzung der erneuerbaren Energien zu investieren.

    Detailprojekt wird ausgearbeitet
    Bis das Energie-Ökosystem gebaut werden kann, sind weitere Planungs- und Be­willigungsschritte durchzuführen. In der Detailplanung gilt es, die gesamte Wert­schöpfungskette zu organisieren. Bevor Baugesuche eingereicht werden können, muss auch die Zonenplanung der Gemeinde Dagmersellen angepasst werden.  Die Bevölkerung wird regelmässig über den Projektstand informiert. In der aktuellen Planung wird mit einer Inbetriebnahme frühestens im Jahre 2027 gerechnet.

  • Nachhaltiger Beton für Hyperloop-Röhren

    Nachhaltiger Beton für Hyperloop-Röhren

    Die beiden Unternehmen entwickeln gemeinsam eine Betonmischung, die einen hohen Anteil an lokalen und CO2-angereicherten zirkulären Materialien enthält und gleichzeitig die Anforderungen von vorgespannten Betonfertigteilen für Hyperloop-Röhren erfüllt. Hyperloop ist ein innovatives schienengeführtes Hochgeschwindigkeits-Transportsystem, das weltweit als neues Verkehrsmittel entwickelt wird. Bei der Hyperloop-Infrastruktur fahren Pods genannte Fahrzeuge mit Passagieren und Gütern in einem Netz von Vakuumröhren. Das Vakuum reduziert den Luftwiderstand, und ein Magnetschwebeantrieb hebt die Reibung auf, so dass ultraschnelle Fahrten mit einer Geschwindigkeit von 1000 km/h möglich sind – und das mit einem Energieverbrauch eines herkömmlichen Zuges.

    Für Hyperloop werden Röhren benötigt, die einen niedrigen Druck aushalten. Dazu wird eine faserverstärkte Betonkonstruktion – ähnlich wie bei Tunnels – mit Kunststoff überzogen, um das poröse Material luftdicht zu machen. Aufgrund der Anwendung als Transportinfrastruktur muss der Beton hohe Belastungen aushalten und trotzdem möglichst leicht sein und materialsparend verbaut werden können.

    Die gemeinsame Entwicklung wird zur Herstellung von Teströhren benutzt, die dann Vakuum- und Belastungstests unterzogen werden, um die Eignung des Materials zu bestätigen.

    Patrick Eberhard, Geschäftsführer der zirkulit AG begrüsst die Forschungspartnerschaft ausdrücklich: ”In Zusammenarbeit mit der EuroTube Stiftung stärken wir die Forschung für Zukunftstechnologien in der Baubranche. Wir arbeiten täglich mit grosser Leidenschaft an technischen Lösungen für eine enkelfähigere Zukunft. Im Team von EuroTube brennt die gleiche Leidenschaft. Gemeinsam stellen wir uns der technischen Herausforderungen und machen in der Entwicklung von zirkulärem Beton einen nächsten Schritt in die Zukunft.” Doré de Morsier, Gründer und Vorsitzender des EuroTube-Stiftungsrats, ergänzt: “Die Hyperloop-Technologie steht für emissionsfreien Transport über grosse Distanzen mit hohen Geschwindigkeiten. Wir setzen den Schwerpunkt darauf, dass auch der Bau der Infrastruktur nachhaltige Materialien verwendet, die ihrerseits über ihren Lebenszyklus emissionsarm hergestellt und wiederverwertet werden können. Die Partnerschaft ist ideale, da er unsere Vision teilt, um diese Materialien für innovative Anwendungen im Bereich von vorgespannten Fertigelementen zu entwickeln.”

  • Klybeck-Areal:Ein Stadtquartier wandelt sich

    Klybeck-Areal:
    Ein Stadtquartier wandelt sich

    Das vielleicht bedeutendste Areal der Basler Industriegeschichte liegt mit einer Fläche von 300’000 Quadratmetern im Norden der Stadt. Dieses geschlossene Areal wird sich jetzt öffnen. Schritt für Schritt soll ein grünes, durchmischtes und klimafreundliches Stadtquartier entstehen und mit dem restlichen Klybeckquartier verschmelzen. Beim Bau muss keine zusätzliche Fläche neu versiegelt werden, sondern es wird bereits bebaute Fläche genutzt. Nebst Raum für Wohnen und Arbeiten sind mehrere Schulen, Kultur- und Sportangebote vorgesehen sowie öffentliche Grün- und Freiräume, öffentliche Einrichtungen und neue Verkehrsverbindungen. «Eine gewisse Heterogenität im Angebot ist für einen urbanen Charakter eines Ortes zentral», sagt Beat Aeberhard, Kantonsbaumeister von Basel-Stadt. «Das Klybeck soll ein Anziehungspunkt für Personen aus ganz Basel und der Region werden.» Aktuell gehe er davon aus, dass es im neuen Quartier Wohnungen für 8500 Einwohnende und Platz für 7500 Arbeitsplätze geben wird. Das Wohnraumangebot soll hochwertig und vielfältig sein. Ein Drittel der Wohnungen wird preisgünstig und drei Viertel davon gemeinnützig sein.

    Quelle: Diener & Diener Architekten

    Ebenso sind weiterhin bedeutende Flächen für Industrie- und Gewerbenutzungen vorgesehen. «Es ist der Regierung ein Anliegen, dass auf dem Klybeck nach wie vor auch weniger wertschöpfungsintensive Branchen ihr Auskommen finden.» Mit verschiedenartigen Grün-und Freiflächen, dem Umgang mit den Oberflächen im Sinne einer Schwammstadt, einem massvollen Erhalt von bestehenden Bauten, einer Energieversorgung ohne fossile Brennstoffe und dank einer autoreduzierten Mobilität soll der Stadtteil in Sachen Klimaschutz vorbildlich sein. Das Klybeck-Areal besitzt eine lange und bewegte Geschichte als Industrieareal. Die Entwicklung des Areals knüpft nicht nur an weltweite Trends an, sondern auch an die gewachsene, spezifische Identität und Geschichte des Ortes. In den Planungsprozess wurde die Öffentlichkeit mittels Beteiligung von Anfang an einbezogen.

    Auf dem Klybeck-Areal soll ein lebendiges Stadtquartier entstehen, das an die Geschichte des Orts anknüpft. Quelle: Diener & Diener Architekten

    Die Planungspartner Rhystadt AG, Swiss Life und der Kanton Basel-Stadt entwarfen auf Basis der bereits bestehenden Stadtstruktur unter Bewahren von Identität und Atmosphäre ein städtebauliches Gesamtkonzept. Dieses bildete die Basis für die Arbeiten zum städtebaulichen Leitbild, welches im Herbst 2022 der Öffentlichkeit präsentiert wurde. Es ist ein Gesamtplan für die Bebauung und die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten im Klybeck-Areal. Das städtebauliche Leitbild wurde von den Planungspartnern zusammen mit dem interdisziplinären Planungsteam Diener & Diener Architekten, Vogt Landschaftsarchitekten, Heller Enterprises und Gruner und unter Beizug eines fachlichen Begleitgremiums erarbeitet. Das Areal ist immer noch ein Betriebsareal, auf dem gegen 2500 Menschen jeden Tag arbeiten und ein- und ausgehen. Im Rahmen der heutigen Zonenordnung entwickelt es sich schon heute ständig weiter. Mit einer Umsetzung von Transformationsprojekten in ersten Arealteilen ist ab 2027/2028 zu rechnen, für die gesamte Arealentwicklung mit einem Zeithorizont bis 2040.

    Das neue Stadtquartier möchte in Sachen Klimaschutz vorbildlich sein.
  • Stockacker-Areal:Ganzheitliche Energielösung lohnt sich auch wirtschaftlich

    Stockacker-Areal:
    Ganzheitliche Energielösung lohnt sich auch wirtschaftlich

    Das Wohnareal Stockacker in Reinach zeigt, dass sich der Einsatz von erneuerbaren Energien bei einer integralen Energie- und Mobilitätslösung auch wirtschaftlich lohnt. Es besteht aus vier Gebäuden mit insgesamt 77 Wohnungen. Das Areal ist eine Art «Smart City» im Kleinen, die zu 100 Prozent auf erneuerbare Energien setzt. Das Schweizer Unternehmen Energie 360° hat für das Areal eine integrale Energielösung entwickelt.

    Alles spielt zusammen
    Die Energielösung beinhaltet Wärme, Kälte, Strom, Elektromobilität sowie Smart Solutions. Wärmepumpen, Solaranlagen, ein Batteriespeicher und Elektroladestationen werden mit einer intelligenten Steuerung verbunden und bilden so ein integrales Energiesystem. Das heisst: Alle Elemente sind optimal aufeinander abgestimmt und kommunizieren miteinander. Dadurch lassen sich der Eigenverbrauch des Solarstroms erhöhen, Stromspitzen brechen sowie Synergien zwischen Wärme, Kälte, Strom und Mobilität dynamisch nutzen.

    Wärmepumpen nutzen die Erdwärme mittels Erdsonden als Energiequelle. Betrieben werden sie mit der Photovoltaikanlage. Im Winter werden so die 77 Wohnungen der Überbauung beheizt, im Sommer durch sogenanntes «Free Cooling» gekühlt.

    Dabei wird den Wohnungen über die Bodenheizung Wärme entzogen und ins Erdreich abgegeben. Die Erdsonden können sich dadurch regenerieren, und die Bewohner profitieren gleichzeitig von einer leichten Abkühlung der Wohnräume. In der Garage gibt es Ladestationen für Elektroautos, welche über Solarstrom geladen werden.

    Batterieraum könnte Solarstrom speichern
    Auch ein Batterieraum ist bereits vorbereitet, wo später Speicher installiert werden können – beispielsweise mit ausgedienten «Second-Life»-Fahrzeug
    batterien. Diese würden tagsüber per Solarstrom geladen und stünden abends, wenn viel Strom verbraucht wird, zur Verfügung. Zum jetzigen Zeitpunkt rechnet sich dies finanziell noch nicht, das Energiesystem wäre aber einsatzfähig. Mittelfristig sollen zudem Elektrofahrzeuge bi-direktional ins System eingebunden werden: Das Auto wird zum Pufferspeicher, ist also sowohl Stromlieferant als auch Strombezüger.

    Die Energielösung im Stockacker-Areal sorgt für eine hohe Versorgungssicherheit bei tiefen Investitions- und Betriebskosten. Mieterinnen und Mieter profitieren von tieferen Energiekosten und höherem Wohnkomfort.

  • «Weitermachen wie bisher ist keine Option»

    «Weitermachen wie bisher ist keine Option»

    Zur Person

    Beat Aeberhard ist Kantonsbaumeister von Basel-Stadt. In dieser Funktion leitet er seit 2015 die Dienststelle Städtebau & Architektur im Bau- und Verkehrsdepartement. Zuvor war er während sieben Jahren Stadtarchitekt von Zug. Er studierte Architektur an der ETH Lausanne und Zürich sowie Urban Design an der Columbia University in New York. Überdies war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Urban Design Program der Columbia University. Beat Aeberhard wurde 1969 geboren und wuchs in Zürich und New Orleans auf.

    In Basel wird seit Jahren aktiv gebaut. Was prägt die Entwicklung der Stadt im Moment besonders?
    Basel ist attraktiv. Die Bevölkerung wächst, und die Anzahl Arbeitsplätze nimmt zu. Wir haben die Chance, mehrere nicht mehr benötigte Industrie- und Logistikareale sowie unternutzte Gewerbegebiete in neue Stadtquartiere zu transformieren. In enger Abstimmung mit den jeweiligen Grundeigentümerinnen und Grundeigentümern entwickeln wir in den nächsten Jahren aus diesen bislang teilweise geschlossenen Arealen lebendige, grüne und durchmischte neue Quartiere.

    Welches sind die wichtigsten Projekte?
    Jedes Areal hat seine eigene Geschichte und Prägung. Auf dem Dreispitz Nord wird vereinfacht gesagt aus einem Parkplatz ein lebendiges Stadtquartier. Auf dem Areal Walkeweg erproben wir ein neues Modell einer zeitgemässen Gartenstadt. Auf Rosental Mitte kann neben einer dringend benötigten Vernetzung der umliegenden Quartiere neuer Wirtschaftsraum geschaffen werden. Und in Basels Norden wachsen die bestehenden Stadtteile in den Gebieten Volta Nord, Klybeck- und Westquai sowie auf dem Klybeck-Werkareal weiter. Es entstehen neue Nachbarschaften mit eigenem Charakter, die sich mit der restlichen Stadt verweben. Wichtig ist, dass von diesen Entwicklungen insbesondere auch die bestehenden Quartiere profitieren. Die städtebaulichen Entwicklungen werden begleitet von grösseren Infrastrukturvorhaben, wie etwa dem Ausbau der tri-nationalen S-Bahn oder dem Rheintunnel zur Entlastung der Osttangente.

    Gibt es Leuchtturm-Projekte?
    Ich finde es schwierig, von Leuchttürmen zu sprechen. Richtig ist, dass wir die Entwicklung der einzelnen Vorhaben ambitioniert angehen. Die unterschiedlichen Transformationsareale betrachten wir dabei als Experimentierflächen. Wir untersuchen jeweils genau, wofür sich welches Areal am besten eignet. In dem Sinn betreiben wir eine Art angewandte Forschung des Städtebaus. So wird etwa das heute praktisch vollflächig versiegelte Areal Dreispitz Nord inskünftig über rund 50 Prozent Grünfläche verfügen. Auf dem Dach des bestehenden Shopping Centers entsteht eine Sekundarschule, und ein vielfältiges Wohnangebot soll das heute ausschliesslich dem Einkauf vorbehaltene Areal ergänzen. Auch vermeintlich kleinere Entwicklungen weisen eine Vorbildfunktion bezüglich Transformationsprozess auf: Auf dem Westfeld zum Beispiel entstehen über 500 Genossenschaftswohnungen, und im Kleinbasel entwickelt sich mit Rosental Mitte ein Forschungsstandort zu einem vollwertigen Stadtteil. Wichtig ist uns, dass wir diese umfassenden Veränderungen sorgfältig und mit Einbezug der Bevölkerung planen und umsetzen.

    Der Kanton nimmt beim Bauen verschiedene Rollen ein – etwa als Grundbesitzer, Bauherr, Baubewilligungsgeber. Welches sind dabei die grössten Herausforderungen?
    Übergeordnetes Ziel sind eine hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität für alle. Dazu gehört über das Ganze gesehen ein durchmischtes und ausgewogenes Angebot für Wirtschaft, Gewerbe, Wohnen, Bildung, Freizeit und Erholung. Die Interessenabwägung ist dabei eine der wichtigsten Aufgaben. Wir arbeiten an der Stadt für alle.

    Wie sieht es mit günstigem Wohnraum in der Stadt Basel aus?
    Die Frage nach erschwinglichem Wohnraum hat in Basel in den vergangenen Jahren eine Brisanz erreicht, der sich niemand entziehen kann. Mehrfach wurde über Fragen des preisgünstigen Wohnangebots oder des Wohnschutzes abgestimmt. Dabei wurden die Vorschriften laufend verschärft. Auf den grossen Transformationsarealen muss gemäss kantonalem Richtplan ein Drittel der Wohnungen preisgünstig angeboten werden. Gegenwärtig steht mit der Initiative «Basel baut Zukunft» eine Forderung im Raum, welche 50 Prozent gemeinnützigen Wohnungsbau auf den Transformationsarealen fordert. Die Regierung erarbeitet hierzu einen Gegenvorschlag.

    Heute sind die Forderungen in der Bauwirtschaft zur Energie-, Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit nicht zu überhören. Ist dies für Sie eine Last oder eine Chance?
    Wir nehmen diese Herausforderungen als Chance wahr. Wir sind in der Pflicht, nachfolgenden Generationen eine lebenswerte Welt zu hinterlassen. Weitermachen wie bisher ist schlicht keine Option. Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung lauten die Ziele. Das verlangt von allen Beteiligten, sich aktiv für nachhaltige und energieeffiziente Lösungen einzusetzen. Wir als Behörde haben eine Schlüsselrolle bei der Erreichung dieser Ziele. Wir müssen Bauteile wiederverwenden, aber auch Normen und Raumstandards hinterfragen.

    Wird das Thema Nachhaltigkeit auch in den Projektwettbewerben berücksichtigt?
    Aktuell laufen in Basel zwei grössere Projektwettbewerbe. Beide nehmen das Thema Nachhaltigkeit in den Fokus: Auf dem Areal Walkeweg Nord sollen die Wohnungen ressourcenschonend und bauökologisch vorbildlich erstellt und energieeffizient betrieben werden. Im offenen Wettbewerb für ein Wohnbauprojekt am Schliengerweg wollen wir in Zusammenarbeit mit der Grundeigentümerin Immobilien Basel-Stadt ein Projekt mit günstigen Wohnungen umsetzen, welches das Ziel «Netto-Null bis 2040» mit ReUse-Bauteilen erreicht. Der Kanton hat hierzu eine eigene Bauteilbörse ins Leben gerufen. Wir nehmen unsere Vorbildfunktion im Sinne der Kreislaufwirtschaft ganz konkret wahr.

    Kürzlich wurde das städtebauliche Leitbild für das Klybeck-Areal präsentiert. Was beinhaltet dieses und wie wurde es aufgenommen?
    Das städtebauliche Leitbild beschreibt unter anderem die Eckpunkte der Entwicklung bezüglich Frei-und Grünräumen, Wohnen und Arbeiten, Mobilität, Städtebau sowie Nachhaltigkeit und Umwelt. Es zeigt auf, wie ein lebenswerter Stadtteil aussehen könnte und wie dieser entsteht. Das Leitbild weist überdies nach, inwiefern die Anliegen aus dem bisherigen Beteiligungsprozess der Bevölkerung in die Planung eingeflossen sind. Unter anderem deshalb ist das städtebauliche Leitbild von der Öffentlichkeit grundsätzlich gut aufgenommen worden. Es ist uns gelungen, den aktuellen Stand der Planung nachvollziehbar zu vermitteln.

    Das heute praktisch voll versiegelte Areal Dreispitz Nord soll zukünftig über 50 Prozent begrünt werden.
  • Die Gewinner des dritten nationalen Minergie-Ratings

    Die Gewinner des dritten nationalen Minergie-Ratings

    Minergie zeichnet allzweijährlich Gemeinden aus, welche seit 1998 und speziell in den vergangenen zwei Jahren am meisten nach Minergie gebaut und zertifiziert haben und so einen beachtlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Im nationalen Wettbewerb, bei dem alle Gemeinden, in denen mindestens ein zertifiziertes Minergie-Gebäude steht, mitmachen, können die Gemeinden in fünf Bereichen Punkte sammeln. So entsteht ein nationaler Vergleich aller Gemeinden in Bezug auf das energieeffiziente Bauen. Neben den Kriterien Anzahl Minergie Zertifikate Neubau, Modernisierung und die schwieriger zu erreichenden Spezialzertifikate (Minergie-A, Minergie-P und Minergie-ECO), sowie der total nach Minergie zertifizierten Fläche, jeweils pro Einwohner gerechnet, wird auch das Engagement der Gemeinden mit Punkten belohnt. Besonders gewichtet wird das in den vergangenen zwei Jahren Erreichte. Die 30 besten Gemeinden sind in der Tabelle aufgelistet (siehe Tabelle: Gewinnergemeinden nationales Minergie-Rating 2022). 

    Für die kleine Berggemeinde Isone ist der erste Platz im Minergie-Rating 2022 eine Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg in der Energiepolitik der richtige ist. Die Gemeinden spielen in der Schweizer Energiepolitik eine grundlegende Rolle und haben eine wichtige Funktion gegenüber der Bevölkerung, aber auch gegenüber der Wirtschaft.

    Die Urner Gemeinde Andermatt, Gewinnerin in der Kategorie mittlere Gemeinden, hat dank dem Baugeschehen rund um das Tourismusresort des Investors Samih Sawiris in den Bereichen Anzahl Zertifikate Minergie und zertifizierte Energiebezugsfläche viele Punkte gesammelt. Erich Renner, Gemeinderat von Andermatt meint dazu: «Der Podestplatz bedeutet, dass Andermatt sehr gut unterwegs ist bezüglich Anzahl nach Minergie zertifizierter Gebäude und zertifizierter Energiebezugsfläche. Das ist sehr schön für uns – auch, weil wir ja bereits zum vierten Mal das Label „Energiestadt“ erreicht haben.» In der Gemeinde Andermatt ist der Bereich Bauen nur ein Teil auf dem Weg, ein Nachhaltigkeits-Valley zu werden.

    Für die Stadt Weinfelden ist der erneute Gewinn der Goldmedailleein Gemeinschaftswerk. Gemäss Martin Brenner, Stadtrat von Weinfelden, trugen weitsichtige Bauherren, innovative Planer und kompetente Handwerksbetriebe massgeblich dazu bei, dass Weinfelden nun wieder zuoberst auf dem Podest steht. Die Stadt Weinfelden wurde bereits 2018 mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Auch zum diesjährigen Sieg beigetragen haben zwei in den letzten zwei Jahren neu gebaute Schulhäuser, welche nicht nur nach Minergie, sondern nach den etwas schwieriger zu erreichenden Standards Minergie-A und Minergie-P zertifiziert wurden.

    Gemeinden und Städte sind wichtige Akteure in der Förderung von energieeffizienten Bauweisen und auch im Bereich erneuerbare Energien. Zudem haben sie eine Vorbildrolle und sind oft Anlaufstelle für private Bauherrschaften und können so auch deren Entscheidungen beeinflussen. Deshalb ist diese Auszeichnung für die Gemeinden eine Bestätigung ihres Engagements für das nachhaltige Bauen und für den Klimaschutz. Mit der Kürung der Gewinner-Gemeinden bedankt sich Minergie für das Engagement der Gemeinden.

  • Europas erste Solaranlage in Satellitenschüssel

    Europas erste Solaranlage in Satellitenschüssel

    Als erstes Unternehmen in Europa nutzt Leuk TDC Satellitenschüsseln zur Energieproduktion. Anstatt ausgediente Satellitenschüsseln zu entsorgen, wird die vorhandene Infrastruktur umfunktioniert. Dieses Solarprojekt wurde von CKW realisiert. Die Solarpanels werden auf der Innenseite der Satellitenschüsseln montiert, wo die Sonneneinstrahlung am stärksten wirkt.

    Mit Satellitenschüsseln zur Selbstversorgung
    Ehemalige Satellitenschüsseln eignen sich optimal als Solaranlage. Sie können flexibel nach der Sonne ausgerichtet werden und erzeugen dadurch mehr Strom als herkömmliche Solaranlagen. Schnee bleibt auf den Solarpanels zudem kaum haften und dank ihrer Lage auf rund 1’000 Metern über Meer liegen das Rechenzentrum und die Satellitenschüsseln meist über der Nebelgrenze. Somit kann Leuk TDC auch im Winter sehr viel Energie durch Sonneneinstrahlung gewinnen.

    Eine Schüssel generiert jährlich rund 110’000 kWh, was dem Energiebedarf von 25 Haushalten entspricht. Die Solarpanels auf dem Dach des Rechenzentrums produzieren zusätzliche 550’000 kWh pro Jahr. Bei Leuk TDC sind weitere Solarprojekte angedacht: Solarpanels auf zwei weiteren Satellitenschüsseln und auf Freiflächen, um in Leuk künftig noch mehr Sonnenenergie zu gewinnen. Die Baubewilligung für die zweite Satellitenschüssel liegt bereits vor, die im Frühling gebaut werden soll.

    Dank des eigens produzierten Solarstroms und zusätzlicher Wasserkraft wird das Rechenzentrum von Leuk TDC in Zukunft zu 99 Prozent mit erneuerbarer Energie betrieben. Auch CKW nimmt eine Vorreiterrolle in der klimafreundlichen Energieproduktion ein: Bis 2030 will die Zentralschweizer Energiedienstleisterin massiv in erneuerbare Energien investieren und mit Kraftwerksprojekten in den Bereichen Photovoltaik, Windkraft, Biomassekraftwerke, Wasserkraft und mit weiteren Technologien zusätzlichen Strom für 165’000 Haushalte und Wärme für 55’000 Haushalte produzieren.

    Zukunftsmodell Solar Contracting
    In der Zusammenarbeit mit CKW profitiert Leuk TDC vom Solar Contracting. Bei diesem Modell wird die Solaranlage von CKW installiert und Leuk TDC bezieht den Solarstrom zu einem Fixpreis und einer festgelegten Vertragsdauer. Auch Wartungs- und Servicearbeiten erledigt CKW. Nach Ablauf der Vertragsdauer gehört die Solaranlage Leuk TDC. Durch den eigens produzierten Strom ist Leuk TDC unabhängiger und weniger betroffen von steigenden Strompreisen. So kann Leuk TDC auch in Zeiten von Stromunsicherheit die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden nach geringer Latenzzeit und High-Computing-Services im Rechenzentrum erfüllen. Die Partnerschaft von Leuk TDC und CKW beweist, dass Rechenzentren trotz ihres Energiebedarfs auch nachhaltig betrieben werden können. John Harris, CEO von Leuk TDC, bekräftigt: «Dies ist möglich, wenn man auf Solarprojekte setzt und deren Ausbau fördert. Indem Unternehmen bei ihrer Energiebeschaffung mehr auf eigene Solarlösungen setzen, tragen sie einen wichtigen Teil zum Erreichen der Schweizer Energieziele bei.»

    Im Solarbereich liegt in der Schweiz ein enormes Potenzial brach. Insbesondere Freiflächenanlagen im alpinen Bereich sind in der Schweiz eine Seltenheit. «Wir wollen verstärkt auch im alpinen Bereich Grossanlagen realisieren, denn diese sind effizienter und können im Winter sogar mehr Strom produzieren als im Sommer», sagt CKWCEO Martin Schwab. Die neue Anlage in der Satellitenschüssel von Leuk TDC ist bestes Beispiel für eine innovative, effiziente Solaranlage mit hoher Winterstromproduktion.

  • Eishockey mit CO2-neutralem Energiekonzept

    Eishockey mit CO2-neutralem Energiekonzept

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    Die neue Swiss Life Arena kann 12 000 Besucherinnen und Besucher beherbergen. In der Arena werden nicht nur Eishockeyspiele ausgetragen. Mit ihrer hochmodernen Infrastruktur als multifunktionale Sport- und Eventarena beherbergt sie auch kulturelle Veranstaltungen und Events aller Art.

    Ausgehend von den Zielen der 2000-Watt-Gesellschaft, denen die Stadtzürcher Stimmberechtigten bereits 2008 an der Urne zugestimmt haben, wurde auch das Energiekonzept für die Swiss Life Arena entwickelt. Die integrierte Energielösung von ewz vereint Ökologie mit Wirtschaftlichkeit durch ein geschicktes Zusammenspiel von Kälteproduktion und der daraus entstehenden Abwärme.

    Eisfelder als Herzstück

    Das Herz der Arena sind die beiden zentral angeordneten Eisfelder. Das Trainingsfeld und das Hauptspielfeld bilden auch den Kern des Energiekonzepts. Schaltstelle für die Kälte- und Wärmeproduktion ist die Energiezentrale. Hier wird die Klimakälte für das Eis produziert.

    Kälte wird noch für weitere Zwecke benötigt, und zwar für die Entfeuchtung der Räume und die Raumklimatisierung. In Eishallen ist Feuchtigkeit immer ein Problem, da sich bei einem Spiel das Stadion innert kurzer Zeit mit Zuschauerinnen und Zuschauern füllt, die viel Wärme abgeben. Mit Kälte wird die feuchte Luft bis zum Taupunkt gekühlt, die Feuchtigkeit gesammelt und abgeführt und anschliessend die trockene Luft wieder erwärmt. Dieser Prozess erfolgt bedarfsorientiert und wird über Sensoren gesteuert. Um die Nebenräume wie Restaurant, Konferenzräume oder Physio zu klimatisieren, ist eine thermische Bauteilaktivierung vorgesehen. Ein in die Wände und Decken eingelassenes Rohrleitungssystem aktiviert die Gebäudemasse und kann so Räume auf sanfte und zugfreie Art und Weise temperieren.

    In der Energiezentrale wird aber nicht nur Kälte für die Bedürfnisse des Stadions erzeugt. Auch umliegende Bürogebäude erhalten die umweltfreundliche Kälte aus der Arena. Dieser «Kälte-Hub» für Dritte ist angesichts des wachsenden Kältebedarfs als Folge der seit Jahren steigenden Sommertemperaturen eine äusserst sinnvolle Lösung.

    Wertvolle Synergien

    Wo Kälte produziert wird, entsteht auch Wärme – ein willkommener Nebeneffekt. In der Arena wird die Abwärme aus der Eisproduktion nämlich für die Heizung verwendet und mittels einer Wärmepumpe das Warmwasser aufbereitet. Ein Niedertemperaturnetz bringt Wärme in die Bodenheizung, während über das Hochtemperaturnetz das Brauchwarmwasser und das Wasser zur Eisaufbereitung bereitgestellt werden.

    Der Anschluss der Arena an das Anergienetz des Energieverbunds Altstetten ermöglicht ein verlustfreies Energiemanagement. Entsteht überschüssige Wärme aus der Kälteproduktion, wird diese ins Anergienetz eingespeist, was die Temperatur leicht erhöht. Mit dieser durchdachten Lösung lässt sich verhindern, dass die Abwärme einfach ungenutzt übers Dach abgeführt wird. Mittels Anergienetz gelangt Wärme in die lokalen Wärmezentralen innerhalb des Energieverbunds Altstetten, wo sie mithilfe von Wärmepumpen auf das erforderliche Temperaturniveau angehoben wird.

    Im Endausbau im Jahr 2035 sollen rund 30 000 Haushalte in den Quartieren Altstetten und Höngg auf diese Art und Weise mit Wärme versorgt werden. Als Wärmequellen für den Energieverbund dienen das gereinigte Abwasser sowie die Abwärme der Klärschlammverbrennungsanlage des Klärwerks Werdhölzli. Die neue Arena ist Teil des Energieverbunds sein und dank dem Kälte-Hub die Abnehmer im Versorgungsgebiet mit ökologischer Kälte beliefern. Diese lokale Energiequelle leistet einen wertvollen Beitrag an die regionale Wertschöpfung und senkt die Abhängigkeit von Energielieferungen aus dem Ausland.

    CO2-freie Stromversorgung und effiziente Gebäudetechnik

    Neben der CO2-neutralen Wärme- und Kälteversorgung der Arena ist auch der ewz-Strom, der in der Swiss Life Arena verbraucht wird, zu 100 Prozent CO2-frei. Zudem wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage mit 400 kWp installiert. Der hier produzierte Strom von 400 MWh wird direkt in der Arena verbraucht. Zusammen mit dem ausgeklügelten Gebäudetechniksystem erreicht die Swiss Life Arena den Minergie-Standard für Eisstadien.

    Mehr Informationen zum Projekt: www.ewz.ch/swisslifearena

  • Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling

    Kreislaufwirtschaft ist mehr als Recycling

    Umwelt- und Klimaschutzbemühungen müssen eine ganzheitliche Sichtweise verfolgen. Es sollte nicht sein, dass Ziele gesetzt werden, wie beispielsweise irgendeinen Kreislauf zu 80% statt zu 75% zu schliessen, ausschliesslich CO2-Emissionen zu reduzieren oder isoliert betrachtet mit Massnahmen zugunsten der Biodiversität den Nährstoffwert der Böden zu fördern. Das alles sind zwar wichtige Massnahmen, aber viel entscheidender ist es, möglichst alle Kreisläufe auf der technischen und der biologischen Seite im Auge zu behalten und ein gesamthaftes Schliessen sämtlicher Kreisläufe anzuvisieren. Dabei ist es wichtig, den Energiebedarf mit den daraus resultierenden Klimaeffekten mitzuberücksichtigen und Aktivitäten daran auszurichten, dass sich das Ökosystem auch in Zukunft im Gesamtgleichgewicht befindet.

    Recycling hat in der Bauwirtschaft Tradition
    Das Wiederverwenden und Schliessen der stofflichen Kreisläufe hat in der Bauwirtschaft eine grosse Tradition. Im Mittelalter benutzte man beispielsweise antike Amphitheater als Steinbrüche. Bereits in den 90er-Jahren begann die Branche, hohe Summen in den Bau von industriellen Recyclinganlagen zu investieren. Schon im Jahr 2008 stellte der BAFU-Abfallbericht fest, dass über 80% der Bauabfälle im Stoffkreislauf gehalten werden. Dieser Anteil hat sich inzwischen weiter erhöht. Zum Vergleich: Der oft genannte Recyclingweltmeister PET liegt mit einer Verwertungsquote von 81% auf Augenhöhe. Bei Holz, Kunststoffen und Keramik hingegen liegen die entsprechenden Anteile sogar weit tiefer, bei unter 30%. Sie werden nach Gebrauch vor allem verbrannt und landen auf der Deponie. Bei den Materialien Beton, Kies, Schotter, Mischgut und Beton könnten sogar noch mehr Mengen von Schweizer Bauwerken rezykliert werden. Allerdings werfen diese bei einem Jahresbedarf von über 30 Mio. Tonnen aufgrund der langlebigen Bausubstanz jährlich nur ca. 12 Mio. Tonnen Rückbaumaterial ab. Die Rückbaumengen sind deswegen begrenzt. Weil die Recyclingquote sich auch im internationalen Vergleich bereits auf rekordverdächtiger Höhe befindet, wird die Schweiz auch in Zukunft auf Materialreserven in den Talsohlen angewiesen sein, um die Rohstoffversorgung zu gewährleisten.

    Um den Fussabdruck wirksam zu begrenzen, ist es wichtig, dass das Baumaterial lokal abgebaut werden kann und es für möglichst langlebige Bauwerke verwendet wird. Auch gilt es, den Anteil der eingesetzten grauen Energie gering zu halten, indem Bauteile möglichst oft wiederverwendet werden. Die Anzahl und die Länge der Transportwege sind ein besonders grosser Hebel, da es sich bei Steinen und Erden um schwergewichtige Massenprodukte handelt. Erhöht sich die durchschnittliche Transportdistanz zur Baustelle um nur einen Kilometer, werden zusätzliche CO2-Emissionen von insgesamt ca. 4000 Tonnen ausgestossen. Das entspricht so viel CO2 , wie 400 Personen insgesamt im Jahr über ihren Konsum verantworten.

    Vorschläge von Greenbuilding zur Förderung der Kreislaufwirtschaft

    1. Umweltproduktedeklaration – Zuschlagskriterium in Ausschreibungen
    Mit der EN 15804 gibt es ein europaweit anerkanntes und praxiserprobtes Messystem für die Kreislauffähigkeit von Bauwerken, das in skandinavischen Ländern in Ausschreibungen bereits beigezogen wird. Der Bundesrat wäre heute in der Lage, dieses einzuführen, es in Ausschreibungen vorzugeben und so die Kreislaufwirtschaft zu fördern.

    2. Stofflich – energetische Verwertung
    Mit einem Vorziehen der stofflichen – energetischen Verwertung gegenüber der rein energetischen Verwertung lassen sich Emissionen einsparen.

    3. Trennbare Baustoffe
    Diese fördern das werterhaltende und dauerhafte Schliessen der Kreisläufe. Entsprechende Plattformen sind in Betrieb.

    4. Eigenschaftsspezifische Ausschreibunge
    Dank eigenschafts- statt sortenspezifischen Ausschreibungen lassen sich die Materialzusammensetzungen auf das Bauwerk kreislaufmässig massschneidern. Zusätzliche Kreislaufpotentiale lassen sich so ausnutzen.

    5. 5. Planung: Die grösste Hebelwirkung liegt bei der Planung des Bauwerks. Dieses Erfolgspotential lässt sich ausschöpfen, wenn es uns gelingt, dass schon bei der Planung des Bauwerks die Kreislauffähigkeit der Materialien angemessen mitberücksichtig wird.

    In der Praxis haben sich hinsichtlich des Begrenzens des ökologischen Fussabdrucks die folgenden Handlungsprinzipien durchgesetzt, die in Zukunft noch bedeutungsvoller werden:

    1. Kreislaufwirtschaft: Auch in Zukunft rezykliert die Kies- und Betonindustrie möglichst alle zurückgebauten mineralischen Rohstoffe, sofern dadurch keine übermässigen Energieaufwände resultieren, die Verwertung im Rahmen der Nachhaltigkeit erfolgt und sie dauerhaft zur Sicherung des ökologischen Gesamtgewichts beiträgt.

    2. Langlebigkeit: Die Kies- und Betonindustrie engagiert sich weiterhin zugunsten der Langlebigkeit und Dauerhaftigkeit der Bauwerke und -materialien.

    3. Dialog: Die Kies- und Betonindustrie trägt zu einem umfassenden Fussabdruckdialog innerhalb der Bauwirtschaft bei.

    4. Innovation: Die Kies- und Betonindustrie will Handlungsspielraum, um neue und innovative Produkte entwickeln zu können.

    5. Bodenverträgliche Baustoffe: Jeder Baustoff soll jederzeit bodenverträglich deponiert werden können.

    Cradle-to-Cradle-Prinzip auch im Bau
    Das stoffliche Recycling von mineralischen Ausgangsmaterialien macht aus ökologischer Sicht erst Sinn, wenn die aus der Aufbereitung und der dauerhaften Ablagerung resultierenden Umweltemissionen sowie die damit verbundenen Risiken, hinsichtlich der Qualität der Gewässer und Böden, mitberücksichtigt werden. Im Zusammenhang mit PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) belasteten Strassenbelägen ergeben sich beispielsweise momentan in verschiedenen Regionen entsprechende Produkte, bei denen die Nachfrage fehlt und die aufgrund ihres Schadstoffgehalts von den Deponien abgelehnt werden müssen. Es ist deswegen wichtig, zu verhindern, dass durch das Schliessen eines spezifischen stofflichen Kreislaufs an anderen Orten übermässige Emissionen entstehen. Oder auch, dass Gebäude mit Baustoffen erstellt werden, die nach dem Ablaufdatum der Bauten nicht mehr nachgefragt werden, sich nicht mehr stofflich wiederverwerten lassen und so auf der biologischen Seite zu Altlasten und grossen Umweltrisiken führen können. Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang vom Cradle-to-Cradle-Ansatz: Alle Kreisläufe auf der stofflichen und der biologischen Seite sollen unter Berücksichtigung der entstehenden Umweltemissionen sowie der Anliegen von Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt umfassend geschlossen werden. Zudem sollen immer alle Materialien auch von der stofflichen auf die biologische Seite überführt und dort problemlos abgelagert werden können.

    Ein guter technischer Kreislauf stellt Bauprodukte zur Verfügung, welche die Qualitätsanforderungen des Bauwerks im Einzelfall erfüllen, und ein Downcycling, das heisst das Zurverfügungstellen von Materialien, die nach der Aufbereitung eine schlechtere Qualität aufweisen als das ursprüngliche Material, verhindern. Zudem sollen sie zu einer Qualitäts- und Energieoptimierung beitragen, für Mensch und Umwelt verträglich wirken und last, but not least wirtschaftlich produziert werden können. Um das brachliegende ökologische Optimierungspotenzial wirksam auszunutzen, sind alle Baupartner aufgefordert, zu kooperieren. Viele lukrative Ökologiepotenziale befinden sich in den frühen Planungsphasen zu Beginn des Bauprozesses. Kreislaufwirtschaft und Kooperation gehören deswegen zusammen.

    Heute gilt es, mit unternehmerischen und innovativen Aktivitäten den ökologischen Fussabdruck von Bauwerken, bezogen auf ihre gesamten Lebenszyklen, zu reduzieren. Ein Beispiel eines technischen Kreislaufs mit einer gesamthaft besonders ökologisch positiven Wirkung stellt ein kürzlich lanciertes Verfahren dar, welches es ermöglicht, aus der Atmosphäre entferntes CO2 dauerhaft in recyceltem Betongranulat zu speichern und damit die CO2-Bilanz des Betons zu verbessern. Zudem geht es im Sinne des Cradle-to-Cradle-Ansatzes darum, bei der Produktentwicklung neben den technischen Eigenschaften auch die biologische Seite mitzuberücksichtigen. So werden beispielsweise ca. 75% des auf Baustellen anfallenden sauberen Aushubs in Kiesgruben verwertet und dies trägt dazu bei, dass im Rahmen der Rekultivierung die Fruchtbarkeit der Böden gefördert wird.

    Auch das nationale Parlament sieht im Thema Potenzial und hat sich diesem mit der Lancierung der parlamentarischen Initiative „Schweizer Kreislaufwirtschaft stärken“ im vergangenen Jahr angenommen. Der Vorstoss der nationalrätlichen Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats verlangt verschiedene Anpassungen im Umweltschutzgesetz. Greenbuilding unterstützt insgesamt diesen Vorstoss, der aus seiner Sicht ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist. Nicht alle aber einige der vorgeschlagenen und zum Teil auch von Greenbuidling eingebrachten Lösungen sind erfolgsversprechend.

  • Neues Stadtquartier in Bern soll grün, urban und nachhaltig werden

    Neues Stadtquartier in Bern soll grün, urban und nachhaltig werden

    Auf dem Viererfeld/Mittelfeld soll Wohn- und Lebensraum für rund 3000 Bewohnerinnen und Bewohner geschaffen werden. Das Stadtquartier soll urban, nachhaltig, grün und wegweisend sein in Bezug auf eine zukunftsweisende Mobilität sowie hinsichtlich vielfältigen und durchmischten Wohnungsbaus und ökologischer Standards. Angestrebt wird die Zertifizierung als 2000-Watt-Areal.

    Mindestens 50 Prozent der Wohnfläche sind für den gemeinnützigen Wohnungsbau reserviert. Die Stadt Bern will so langfristig preisgünstigen Wohnraum schaffen und erhalten. Geplant sei ein Zuhause für Menschen mit den vielfältigsten Lebensentwürfen und -umständen. Dieses Ziel beeinflusst laut Stadtpräsident Alec von Graffenried auch das Vorgehen in der Planung: «Die Nachbarschaft und die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner werden das Projekt mitprägen, damit sich schon bald viele Menschen im Viererfeld/Mittelfeld wohlfühlen können.»

    Das neue Quartier soll aus unterschiedlichen, aber zueinander passenden Häusern bestehen und dadurch Vielfalt in der Einheit bieten. Geplant sind fünf Teilgebiete mit unterschiedlichen Bebauungsmustern. In einem der Teilgebiete soll eine Schule entstehen.

    Etwa die Hälfte des Viererfelds und ein Drittel des Mittelfelds bleiben grün und stehen als Stadtteilpark für Spiel und Naherholung zur Verfügung. An einer Hauptachse des Viererfelds befinden sich alle wichtigen öffentlichen Räume und publikumsorientierten Nutzungen. Eine zweite wichtige Verbindung führt vom Länggassquartier über das Mittelfeld in den Stadtteilpark mit seiner Allmend, seinen Sportflächen und dem Gartenland.

    Der Stadtrat Bern hat Anfang Jahr entschieden, den Stimmberechtigten die Baurechtsabgabe von Land auf dem Viererfeld/Mittelfeld und die nötigen Kredite für die nächsten Schritte in einer einzigen Abstimmung vorzulegen. Die Abstimmung war für Mai 2022 vorgesehen. Aufgrund einer Stimmrechtsbeschwerde gegen die Volksvorlage hat der Gemeinderat entschieden, diese Abstimmung abzusagen und die Vorlage aufzuteilen: Die Stimmberechtigten sollen über Kredite und Baurechtsvergaben separat abstimmen.

    Der Abschluss von Reservationsvereinbarungen mit den Investorinnen und Investoren der ersten Etappe erfolgt nach der Volksabstimmung. Danach beginnt die Projektierung der ersten Bauetappe und zu einem späteren Zeitpunkt die Evaluation der Bauträgerschaften für die weiteren Etappen. Die Bauarbeiten für die Infrastrukturen auf dem Viererfeld/Mittelfeld sollen voraussichtlich im Jahr 2026 beginnen. Mit dem geplanten Baustart der ersten Wohnbauten ab 2027 wären ab 2029 die ersten Wohnungen bezugsbereit. Der Bau des Schulhauses im Viererfeld wird mit einer separaten Vorlage zur Abstimmung gebracht.

    Das neue Quartier in der Stadt Bern soll aus fünf Teilgebieten (Nord, West, Ost, Zentrum, Mittelfeld) und viel Grünfläche (Stadtteilpark und Mittelfeldpark) bestehen.

    Städtebaulicher Wettbewerb –
    Siegerteam Städtebau und Stadtteilpark:

    • Städtebau: Ammann Albers StadtWerke GmbH, Zürich
    • Landschaftsarchitektur: Raderschallpartner ag landschaftsarchitekten bsla sia, Meilen
    • Architektur: huggenbergerfries, Architekten AG ETH SIA BSA, Zürich
    • Soziales: Zeugin-Gölker Immobilienstrategien GmbH, Zürich
    • Mobilität: Basler & Hofmann AG, Zürich

    Prämierte Projekte Wohnen mit Weiterbearbeitung
    (Architekten, Reihenfolge gemäss Rangierung):

    • pan m GmbH & Martin Dubach Architekt ETH (neu: Studio DIA),
      Zürich
    • Hosoya Schaefer Architects AG, Zürich
    • agps architecture AG, Zürich
    • huggenbergerfries Architekten AG, Zürich
    • Bürgi Schärer Architekten AG, Bern / Futurafrosch Architektur und Raumentwicklung GmbH, Zürich / henson architekten GmbH, Zürich
    • BHSF Architekten, Zürich / van Wageningen Architekten, Amsterdam
    • camponovo baumgartner architekten GmbH, Zürich / Blättler Heinzer Architektur GmbH, Zürich

    Idee/Nutzung:
    Stadtquartier mit Wohn- und Lebensraum für 3000 Bewohnerinnen und Bewohner
    LAGE: Stadt Bern
    PLANUNG UND REALISIERUNG: 2012 bis 2034
    BAUSTART: Voraussichtlich 2026
    GRUNDEIGENTÜMERIN: Stadt Bern, Fonds für Boden und Wohnbaupolitik, Baufelder, Abgabe im Baurecht
    NEUE EINWOHNER:INNEN: ca. 3000
    NEUE WOHNUNGEN: ca. 1100
    NEUE ARBEITSPLÄTZE: ca. 600

  • «Die Kreislaufwirtschaftgewinnt an Bedeutung»

    «Die Kreislaufwirtschaft
    gewinnt an Bedeutung»

    Zur Person
    Donald Vogt ist Dipl. Architekt FH /SIA und seit 2013 Geschäftsführer der Marti Gesamtleistungen AG. Zuvor war er als Leiter Bauten + Investments bei Die Mobiliar und danach als Stv. Direktor Akquisition + Projektentwicklung bei Losinger Marazzi SA tätig. Er ist seit 2015 Vorstandsmitglied bei Entwicklung Schweiz sowie seit 2020 Schulrat bei der Berner Fachhochschule BFH.

    Das Familienunternehmen Marti Gruppe wurde vor rund 100 Jahren als einfache Bauunternehmung gegründet. Mittlerweile gehören über 80 Konzerngesellschaften zur Gruppe. Wohin führt der Weg?
    Wir forschen, tüfteln und versuchen, der Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu sein. Im Bereich Nachhaltigkeit möchten wir noch stärker werden. Schon heute produzieren wir unseren eigenen Recycling-Beton und denken vermehrt in Richtung Kreislaufwirtschaft. Auch in den kommenden Jahren legen wir Wert auf die Förderung der Vielfalt: So finden sich unter unseren 80 Unternehmungen die unterschiedlichsten Spezialisierungen. Darüber hinaus legen wir Wert auf die Ausbildung des Nachwuchses sowie auf die Förderung unserer Mitarbeiter:innen.

    Sie können umfangreiche Bauprojekte aus einer Hand anbieten. Welche Rolle spielen die digitalen Möglichkeiten bei den Schnittstellen?
    Eine grosse Rolle. Wir binden die digitale Wertschöpfung schon früh in unsere Projekte ein: Bei der Kalkulation wie natürlich auch bei der Planung. Unsere Baumeister arbeiten ebenfalls grösstenteils digital – so reduzieren wir die Fehlerquote und steigern die Qualität. Alle Beteiligten arbeiten am selben Modell, und Abläufe werden automatisiert. Wir haben eine starke IT-Abteilung, die die einzelnen Firmen unserer Gruppe bei digitalen Vorhaben unterstützt.

    Wie digital sind die Schweizer Bauunternehmen im Vergleich zum restlichen Europa?
    Wir arbeiten mit unterschiedlichen Partnern, Architekten und Planern aus Ländern der EU zusammen. Hier mache ich im Bereich der Digitalisierung keine grossen Unterschiede aus, eher die Arbeits- und Planungsabläufe unterscheiden sich etwas. Ich würde sagen, wir sind in der Schweiz im Vergleich zum internationalen Umfeld gut aufgestellt.

    Was bedeutet die Energiestrategie 2050 für Ihre Gruppe?
    Wir sind bestrebt, die energiebedingte Umweltbelastung der Schweiz zu reduzieren. In unserem Fall betrifft das zum einen die Wahl der Baumaterialien. Wir beschäftigen uns damit, welche Materialien wir möglichst nachhaltig und energiesparend im Bau einsetzen können. Hier kommt wieder die Kreislaufwirtschaft zum Tragen. Zum anderen wird es immer wichtiger, wo man baut: Ist das auf einer Wiese irgendwo abseits der Stadt oder beispielsweise in Nähe eines gut erschlossenen Zentrums.

    Nachhaltigkeit und günstige Preise schliessen sich nicht aus


    Welchen Einfluss hat der Klimawandel auf ihre Bauprojekte?
    Wir errichten zum Teil begrünte Fassaden. Auch das Thema Beschattung wird immer wichtiger sowie die Wahl der beim Bau eingesetzten Materialien. Ausserdem sorgen wir in der Projektgestaltung vermehrt für die Integration speicherfähiger Orte. Die Elektromobilität sowie Photovoltaikanlagen gewinnen ebenfalls an Bedeutung – genauso der Einsatz neuer Technologien.

    Wie handhaben Sie Ressourcen Engpässe während der Planung und Umsetzung?
    Wir setzen schon lange auf den Einsatz von Photovoltaikanlagen sowie Wärmepumpen. Materialengpässe versuchen wir dank geschickter Planung und frühzeitigem bestellen zu vermeiden. Personalengpässe lassen sich nicht immer vermeiden. Wir zählen aber glücklicherweise auf viele langjährige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

    Wie reduzieren Sie die «graue Energie», die bereits bei der
    Gewinnung von Rohstoffen anfällt?

    Hier setzen wir auf die Wiederverwertung von Materialien sowie auf kurze Transportwege. Wie arbeiten grundsätzlich möglichst mit Dienstleistern aus der Region zusammen. Wir achten auf Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit. Unsere Baumeister betreiben ein Baustoffcenter mit Bodenwaschanlage, Materialbewirtschaftung sowie Produktion von Recycling-Beton.

    Welches sind aus Ihrer Perspektive die derzeit wichtigsten Projekte für Bern?
    Aus meiner Sicht zählen hierzu das Viererfeld, WankdorfCity 3, die Campus Biel und Bern sowie das geplante neue Polizeizentrum in Niederwangen bei Köniz oder auch das Quartier «Papillon» in Niederwangen.

    Sie sind bei Entwicklung Schweiz im Vorstand. Welche Bedeutung hat der Verband für Bern und die Marti Gruppe?
    Insbesondere der Austausch mit der Politik, Behörden und anderen Verbänden erachte ich als wichtig. Es ist essenziell, dass wir uns gegenseitig verstehen, die Bedürfnisse des anderen akzeptieren und die Zusammenarbeit fördern. Ausserdem werden übergeordnete Themen wie beispielsweise Nachhaltigkeit, Qualitätsverständnis oder auch über Baukultur diskutiert. Damit bietet Entwicklung Schweiz einen Mehrwert für alle Akteure.


    Wohin geht die Reise der Prop-Tech-Unternehmen?
    Grundsätzlich ist ein grosser Hype um die Prop-Tech-Firmen festzustellen. Ich sehe hier viele spannende und zukunftsorientierte Startups. Ich begrüsse Technologien, die Abläufe vereinfachen und die Digitalisierung fördern. Man darf dabei nur nicht das Zwischenmenschliche vergessen. Die Immobilienbranche lebt von Menschen, persönliche Kontakte bleiben wichtig und müssen auch in Zukunft gepflegt werden.

  • Holzbau für die Gesundheit

    Holzbau für die Gesundheit

    Das Projekt Aarhus ist ein schönes Beispiel, wie komplexe Anforderungen an Gebäude in Holz realisiert werden können. Durch die kompakte Form und pro Geschoss identische Grundrisse kann der Holzbau seine Wettbewerbsfähigkeit ausspielen. Die Anforderungen an den Brandschutz konnten dabei klug erfüllt werden. Das behagliche Klima des Holzbaus sowie die Sichtflächen in Holz entfalten eine angenehme sowie natürliche und gesundheitsfördernde Wirkung. Das Know-how konnte die Renggli AG als Totalunternehmung inkl. Architekturleistungen, Holzbauengineering und Holzbau bieten.

    Herausforderung Brandschutz
    Das Bewohnergebäude ist in der Nutzung einem Beherbergungsbetrieb zuzuordnen. Hieraus ergeben sich hohe Anforderungen bei der Materialisierung. Aufgrund des Wirtschaftlichkeitsvergleichs entschied man sich für das Löschanlagenkonzept, bei dem eine Sprinkleranlage eingebaut wird. Diese bietet den Vorteil, den Brand frühzeitig zu detektieren und umgehend zu intervenieren.

    Herausforderung Holzbau-Statik
    Der statische Nachweis für das Gebäude stellte bei der Planung eine Herausforderung dar. Doch strukturiertes Vorgehen und Schnittstellenregelungen zwischen dem Massivbau für das Untergeschoss und dem Holzbau erleichterte das Vorgehen. Da es sich um einen reinen Holzbau handelt, muss das Abtragen der vertikalen Lasten ab der Bodenplatte sich selbst aussteifen. Die Ermittlung der Belastung erfolgt mit einer dreidimensionalen Betrachtung des Gebäudes. Dadurch können die Geometrie sowie die exzentrischen Lasteinwirkungen nachvollziehbar untersucht werden. Auch lassen sich die Steifigkeiten abhängig von den Wandaufbauten und Verbindungmitteln ermitteln und im 3D-Modell korrekt betrachten.

    Herausforderung spezielle Verbindung
    Um die aus den horizontalen Einwirkungen resultierenden Zug- und Druckkräfte von Geschoss zu Geschoss übertragen zu können, wurde eine besondere Verbindung eingesetzt: Die vierschnittige Holz-Holz-Verbindung ist in der Lage, die Normalkräfte sicher zu übertragen.

    Herausforderung Gesundheit
    Die wohltuende Wirkung von Holz auf die menschliche Psyche ist bekannt. Dass Holz, ein gesunder Hightech-Werkstoff mit einem grossen Potenzial ist, ist weniger bekannt. Dieses lebendige Material dünstet natürliche Verbindungen aus. Die meisten Menschen empfinden diesen als wohltuenden Geruch. Prof. Dr. Volker Mersch-Sundermann hat in einer Langzeitstudie festgestellt, dass keine gesundheitlichen Risiken bestehen. Herr Prof. Moser bestätigt in einer weiteren Studie, dass Massivholz als «Umfeldmaterial» die Regenerationsfähigkeit und die parasympathische Komponente der Herz-Kreislauf-Regulation stärkt. Holz beugt also Herz-Kreislauf- und stressbedingten Erkrankungen vor, die immer mehr zunehmen.

    Beitragsbild: 3D-Modell zum Nachweis der horizontalen Auslenkung. Die Auslenkung ist mehrfach vergrössert dargestellt.