Kategorie: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit – Immobiliennews zu ESG, Energie, Klimazielen & nachhaltigen Strategien in der Schweizer Immobilienbranche.

  • ZHAW lädt zu Tagung über Vegetationssysteme für Schwammstadt

    ZHAW lädt zu Tagung über Vegetationssysteme für Schwammstadt

    Die Forschungsgruppe Pflanzenverwendung des ZHAWInstituts für Umwelt und Natürliche Ressourcen in Wädenswil führt am 7. September 2023 die Fachtagung über Vegetationssysteme in der Schwammstadt durch. Sie ist Teil der jährlichen Veranstaltungsreihe zu Pflanzensystemen. Thematisches Zentrum ist laut einer Medienmitteilung die Hitzeminderung in Städten durch Massnahmen für eine Schwammstadt, mit besonderem Augenmerk auf der Wahl geeigneter Pflanzen.

    Die Schwammstadt ist ein Konzept der Stadtplanung, das möglichst viel Regen- und Oberflächenwasser dort aufnehmen möchte, wo es anfällt, anstatt es lediglich zu kanalisieren und abzuleiten. So sollen Überflutungen bei Starkregen vermieden, das Stadtklima verbessert und die Resilienz von urbanen Ökosystemen gefördert werden.

    Solche Massnahmen können in der Erweiterung des Raums für Wurzelwerk unter Strassen, der Bepflanzung von Regenwasserspeichern oder in Pflanzenbeeten als Sickerbecken bestehen. Internationale Fachleute zeigen anhand von Erkenntnissen aus der Forschung und an Praxisbeispielen, wie mit Vegetationssystemen die Herausforderungen des Klimawandels angegangen werden können.

    Mit ihrer Einladung sprechen die Veranstaltenden Fachleute an, die mit Landschaftsarchitektur und der Planung von Freiraum, Verkehr und Infrastruktur befasst oder für Baum- und Naturschutz in Städten und Gemeinden verantwortlich sind. Zudem sind Umweltingenieurinnen und -ingenieure ebenso eingeladen wie Interessierte aus Forschungs- und Lehreinrichtungen.

  • Synhelion und Cemex skalieren Solarklinker auf Industrieniveau

    Synhelion und Cemex skalieren Solarklinker auf Industrieniveau

    Synhelion, der weltweite Pionier für nachhaltige Solartreibstoffe, hatte im Januar 2022 mit dem Zementproduzenten Cemex in einer spanischen Pilotanlage erstmalig Solarklinker hergestellt. Jetzt haben die beiden Unternehmen gemäss einer gleichlautenden Medienmitteilung die Produktion auf ein industrielles Niveau skaliert.

    Bei dem Prozess erzeugen Solar-Receiver von Synhelion, einer Ausgliederung aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, mit konzentriertem Sonnenlicht Temperaturen von über 1500 Grad. Damit wird ein gasförmiges Wärmeträgermedium erhitzt. So kann die für das Zusammenschmelzen von Kalkstein, Ton und anderen Materialien erforderliche Hitze bereitgestellt werden. In der traditionellen Klinkerproduktion werden für den energieaufwändigen Prozess fossile Brennstoffe verwendet, die für etwa 40 Prozent der direkten CO2-Emissionen verantwortlich sind. Ziel der Kooperation von Synhelion und Cemex ist die Entwicklung einer vollständig solarbetriebenen Zementproduktion.

    Die jetzige Entwicklungsstufe sei „ein spannender Meilenstein für alle Beteiligten, der durch die hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Teams von Cemex und Synhelion erreicht wurde“, wird Gianluca Ambrosetti, Co-CEO und Mitbegründer von Synhelion, in der Mitteilung zitiert. „Unsere Technologie kann einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung der Zementproduktion leisten, und wir freuen uns auf weitere bahnbrechende Erfolge in diesem Bereich.“ Cemex-CEO Fernando A. González ergänzt: „Die soliden Fortschritte, die ich hier sehe, beweisen, dass Solarzement nicht nur ein Traum ist, sondern durch kontinuierliche Zusammenarbeit sowie rigorose Forschung und Tests erreicht werden kann.“

  • Faltbares Solardach von iWorks ist validiert

    Faltbares Solardach von iWorks ist validiert

    Ein Team aus sieben Ingenieuren der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat im Rahmen eines Innosuisse-Projekts die Photovoltaiklösung des Liechtensteiner Unternehmens iWorks validiert. Bei der faltbaren Urbanbox handelt es sich um automatisch aus- und einfahrbare Solarmodulträger. Sie wurden für Städte und Unternehmen entwickelt. Das Validierungsteam der beiden Institute für Energiesysteme und Fluid-Engineering (IEFE) und für Mechanische Systeme (IMES) an der ZHAW-School of Engineering wurde von der Klimastiftung Schweiz unterstützt.

    Die Träger der Photovoltaikmodule werden bei extremen Witterungsbedingungen durch eine digitale Steuerung in eine robuste Box zurück- und bei günstigem Wetter wieder ausgefahren. Weil dadurch keine massive Unterkonstruktion nötig ist und die Module bei ihrem Weg in oder aus der Box von einer rotierenden Bürste gereinigt werden, fallen laut iWorks im Vergleich zu permanent installierten Solardächern erhebliche Kosten weg.

    „Mit diesem Meilenstein wird die wirtschaftliche Doppelnutzung von Flächen im urbanen Raum für die Solarstromerzeugung bereits im nächsten Jahr absehbar“, wird Prof. Dr. Franz Baumgartner vom IEFE, der an der ZHAW auch den Studiengang Energie und Umwelttechnik leitet, in einer Medienmitteilung zitiert. „Firmen und Kommunen erhalten damit eine weitere, effektive Möglichkeit ihren CO2-Fussabdruck zu reduzieren und zur Energiewende beizutragen.“

    Das Unternehmen iWorks sei zusammen mit dem Team der beiden ZHAW-Institute nun bereit, in die nächste Projektphase überzugehen, heisst es in der Mitteilung. Auf Basis des bisher Erreichten soll noch in diesem Jahr eine voll industrialisierte Urbanbox-Lösung für den kommerziellen Einsatz realisiert werden.

  • AMAG nimmt zweite Photovoltaikanlage in Cham in Betrieb

    AMAG nimmt zweite Photovoltaikanlage in Cham in Betrieb

    AMAG hat auf dem Dach des eigenen Parkhauses an der Alten Steinhauserstrasse 5 in Cham die zweite Solaranlage an das dortige Stromnetz gebracht. Laut einer Medienmitteilung des Autohändlers wurden auf einer Fläche von 1599 Quadratmetern über 786 Solarmodule installiert. Damit könnten jährlich 320’000 Kilowattstunden Strom erzeugt werden.

    Das öffentliche Parkhaus wird von der AMAG Parking AG betrieben. Mit der Aktivierung der Anlage arbeitet die AMAG Gruppe weiter an der Umsetzung ihrer Nachhaltigkeits- und Klimastrategie. Im Juni 2023 hatte der Autohändler bei AMAG Zug eine Photovoltaikdachanlage in Betrieb genommen. Wie dort soll der Strom den Eigenbedarf der AMAG decken. Eine allfällige Überproduktion soll dem öffentlichen Stromnetz zugeführt werden.

    Bis 2025 sollen 75’000 Quadratmeter der Dächer von AMAG-Betrieben mit Solarpaneelen ausgestattet werden. Die AMAG-Gruppe hat in den vergangenen Jahren schrittweise die Solarkapazitäten ausgeweitet. So entstanden auf den Dächern zahlreicher Betriebe entsprechende Anlagen.

  • Dormakaba ist Praxispartner bei EU-Forschung zu Gebäude-Management  

    Dormakaba ist Praxispartner bei EU-Forschung zu Gebäude-Management  

    Die Europäische Union finanziert das Forschungsprojekt openDBL (Digital Building Logbook) zur Verbesserung des Gebäude-Managements. Insgesamt sind laut einer Medienmitteilung 13 Partner aus acht europäischen Ländern beteiligt. Einziger Partner aus der Praxis ist das auf die Zutrittsverwaltung von Gebäuden spezialisierte Unternehmen dormakaba mit Sitz in Rümlang. Bei den anderen Partnern handelt es sich um Forschungsinstitute, Verwaltungen sowie Unternehmen der IT-Branche.

    Die Initiative werde die Instandhaltung von Gebäuden rationalisieren, die Zugänglichkeit von Daten verbessern und nachhaltige Praktiken fördern, heisst es in der Mitteilung. Die Forschenden haben schon ihr zweites Arbeitstreffen abgehalten. Es fand am 18. und 19. Juli in der Firmenzentrale von dormakaba in Rümlang statt. „Mit unserer Expertise und innovativen Lösungen werden wir dazu beitragen, den Weg zu ebnen für standardisierte Ansätze und die Revolutionierung des Gebäudebetriebs“, wird dormakaba-Projektkoordinator Kai Oberste-Ufer zitiert.

    Das mit einem Budget von 4,5 Millionen Euro ausgestattete Projekt zielt laut der Mitteilung darauf ab, die Verwaltung und den Abruf von Gebäudedaten durch die Entwicklung eines neuartigen digitalen Logbuchs zu verändern. Dieses soll als zentrale Plattform dienen, um Informationen zu speichern und zu verwalten, darunter bauliche Details, Wartungsaufzeichnungen und Betriebsdaten wie die Luftqualität. Das Logbuch wird mit offenen Schnittstellen ausgestattet sein.

    Die europaweiten Pilotversuche der 13 Partner aus Estland, Deutschland, Griechenland, Italien, Lettland, Polen, Rumänien und Spanien werden von der Forschungs- und Technologieorganisation CETMA koordiniert.

  • «co-operate» – ein Modell für klimagerechtes Bauen

    «co-operate» – ein Modell für klimagerechtes Bauen

    Was den schonenden Umgang mit Ressourcen und die Reduzierung des CO2-Ausstosses betrifft, soll der Campus, der auf dem Empa-Areal in Dübendorf Gestalt annimmt, durchaus ein Musterschüler werden – vom Scheitel bis zur Sohle, von den Dächern bis in 100 Meter Tiefe, wo die Erdsonden eines einzigartigen experimentellen saisonalen Energiespeichers enden. Im Sommer wird in diesen «Röhren» die Abwärme etwa von den Kältemaschinen, Lüftungen und Laborgeräten gespeichert, um sie dann im Winter zum Heizen oder für die Produktion von Warmwasser zu nutzen. Das Ziel: den CO2-Ausstoss der Gebäude auf dem gesamten Campus auf ein Minimum senken und zugleich diese innovative Technologie für eine nachhaltige Energiezukunft erkunden.

    Den Ausstoss von Treibhausgasen minimieren: Dieser Anspruch prägt auch die Konstruktionen des neuen Campus. Das dreistöckige Gebäude rechter Hand der Einfahrt ist ein einzigartiges «Holz-Beton-Parkhaus», dessen Decken eine anspruchsvolle Konstruktion aus Fichtenträgern und -platten mit Betonüberzug sind. Durch diese Hybridbauweise liess sich die Dicke der Betonschichten laut dem Bauunternehmen Implenia auf rund ein Drittel reduzieren. Eine deutliche Einsparung also beim «Klimasünder» Zement: Rund 9’300 m2 Betonrippendecken wurden mit Holzbalkendecken ersetzt – auch ein Beitrag zum aktuellen Trend, Beton, wo möglich und sinnvoll, zum grossen Teil mit Konstruktionen aus Holz zu ersetzen.

    Anspruchsvoll bei diesem Vorhaben war laut Kevin Olas, Leiter «Immobilien» der Empa, unter anderem die geschickt unauffällig integrierte Installation von Beleuchtung, Elektrotrassen und Abwasserleitungen, um die Ästhetik dieser raffinierten Hybridkonstruktionsweise nicht zu beeinträchtigen. Zudem musste die Planung auch künftige Aspekte berücksichtigen: Das Parkhaus wurde mit Blick auf den Klimawandel in Modulbauweise aus demontierbaren Fertigteilen geplant – mit Blick in eine fernere Zukunft, in der die individuelle Mobilität womöglich eine geringe Rolle spielt als heute. Dann liessen sich Teile des Bauwerks auch zu Werkstätten oder für andere Zwecke umwidmen.

    Urin als Rohstoff für Dünger
    In dieser Zukunft wird auch umweltfreundliche Kreislaufwirtschaft das Bauen bestimmen: Nicht nur Stahl, Beton oder Holzelemente lassen sich klimaschonend wiederverwerten, sondern auch menschliche «Rohstoffe». Beispiel Urin: Im grossen Laborgebäude im Zentrum von «co-operate» sind «NoMix»-WCs installiert, die Fachleute des Wasserforschungsinstituts Eawag in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Ohne die gewohnte Benutzung zu verändern, trennen sie den menschlichen Urin vom so genannten Schwarzwasser aus Fäkalien, Spülwasser und Toilettenpapier.

    Weil der Urin wertvolle Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium enthält, lässt er sich nutzen, um Dünger für die Landwirtschaft herzustellen. In einem eigens entwickelten Verfahren der Eawag wird das Rohmaterial im Kellergeschoss des NEST-Gebäudes zunächst mit einem biologischen Prozess stabilisiert und verliert so den strengen Geruch. Ein Aktivkohle-Filter entfernt sämtliche Medikamentenrückstände, bevor die Flüssigkeit schliesslich eingedampft wird – zu einem hochwertigen Dünger namens «Aurin», den der Eawag-Spin-Off Vuna GmbH vermarktet. Aus 1000 Litern Urin entstehen 100 Liter von diesem Dünger, der seit 2018 vom Bundesamt für Landwirtschaft auch für den Einsatz bei essbaren Pflanzen zugelassen ist.

    Viele Mosaiksteine für eine gute Klimabilanz

    Neben dem unauffälligen Urin-Sammelsystem dokumentieren viele offensichtliche Details den Anspruch des Campus als Wegweiser für umweltfreundliches Bauen. Photovoltaik-Installationen werden die Eigenstrom-Produktionen massiv erhöhen. Und auf mehr als 14’000 m2 Fläche bewegen sich die Menschen auf Recycling-Asphalt mit einem hohen Anteil von 80 Prozent wiederverwertetem Material in der Tragschicht und 20 Prozent in der dünnen Deckschicht.

    Zugleich haben die Landschaftsarchitekten freilich auf Asphalt verzichtet, um naturnah zu gestalten: Bislang versiegelte Flächen werden «befreit», wie die Ludwig-Tetmajer-Strasse auf dem Empa-Areal. «Aus dieser ‹Parkplatz-Asphalt-Wüste› wird eine begrünte und schattige Zone», erklärt Kevin Olas. Und auch hinter den grossen Neubauten wird die Biodiversität mit vielfältigen Pflanzen und Bäumen gefördert – dank ausgewählter hitzeresistenter Arten, die sich auch bei künftigen Klimabedingungen wohlfühlen werden.

  • Zürich Wind – Zürcher Kooperation zur Nutzung der Zürcher Windenergie

    Zürich Wind – Zürcher Kooperation zur Nutzung der Zürcher Windenergie

    Mit der Energiestrategie und Energieplanung 2022 hat der Zürcher Regierungsrat die Stossrichtung im Kanton Zürich festgelegt: weg von importierten, fossilen Energieträgern hin zu erneuerbarer, heimischer Energie. EKZ, ewz und Stadtwerk Winterthur beabsichtigen daher, gemeinsam Windprojekte an den vom Kanton Zürich definierten und im kantonalen Richtplan festgelegten Standorten umzusetzen. Die Regierungen der Städte Zürich und Winterthur haben eine entsprechende Zusammenarbeitsvereinbarung genehmigt. Michael Baumer, Stadtrat der Stadt Zürich: «Mit EKZ, ewz und Stadtwerk Winterthur haben sich drei starke Partner zusammengeschlossen, um die lokale Energieproduktion weiter auszubauen und die Bevölkerung in der Stadt und im Kanton Zürich mit noch mehr erneuerbarer Energie zu versorgen.» Der Winterthurer Stadtrat Stefan Fritschi ergänzt: «Mit Windprojekten im Kanton Zürich leisten wir gemeinsam einen wertvollen Beitrag an die erneuerbare Stromproduktion und an unsere klima- und energiepolitischen Ziele.» Mit Zürich Wind, der Zürcher Kooperation zur Nutzung der Zürcher Windenergie, soll die Entwicklung, aber auch die Finanzierung, der Bau und der Betrieb von Windkraftanlagen im Kanton Zürich sichergestellt werden. Windprojekte werden von der Bevölkerung nicht überall begrüsst. Gemäss Urs Rengel, CEO EKZ, sind sich die Partner dessen bewusst: «Zürich Wind setzt auf den Dialog und wird Windprojekte nur mit Unterstützung der lokalen Bevölkerung realisieren.» Die drei Partner wollen mit Zürich Wind ein deutliches Zeichen für eine erneuerbare Stromversorgung im Kanton Zürich setzen.

    Der Kanton Zürich hat am 7. Oktober 2022 seine Pläne für die Evaluierung der Windenergiegebiete im kantonalen Richtplan vorgestellt. Windkraftanlagen sollen auch im Kanton Zürich einen Beitrag an die künftige Stromversorgung mit erneuerbaren Energien leisten. Die Versorgungssicherheit gewinnt immer mehr an Bedeutung und es sind insbesondere Lösungen für den Strombedarf im Winter zu finden. Windkraftanlagen sind besonders geeignet, einen Beitrag an die Versorgungssicherheit zu leisten, da die Stromproduktion wegen der Windverhältnisse vor allem im Winter anfällt, wenn die Produktion aus Fotovoltaikanlagen mangels optimaler Sonneneinstrahlung im Mitteland gering ist.

    Windpotenzial im Kanton Zürich
    Die Baudirektion des Kantons Zürich hat im Auftrag des Bundes einen Grundlagenbericht Windenergie zur Situation im Kanton Zürich erstellt und im letzten Herbst veröffentlicht. Der Bericht zeigt auf, dass es auch im Kanton Zürich möglich ist, Windenergie zu nutzen. Rund 50 Gebiete sind als Potenzialgebiete definiert. Ob in diesen Gebieten die Realisierung von Windkraftanlagen machbar ist und die Windausbeute wirtschaftlich ist, ist in spezifischen Projekten zu klären. Der Kanton hat das Ziel, die Richtplanung mit der Standortfestlegung bis Ende 2025 abzuschliessen.

     Quelle www.ewz.ch

  • 4000 Szenarien für die Klimawende

    4000 Szenarien für die Klimawende

    Derzeit stösst die Menschheit 42 Milliarden Tonnen Kohlendioxid pro Jahr aus. Nur noch rund 300 bis 600 Milliarden Tonnen dürfen laut Berechnungen des Weltklimarates IPCC seit 2020 noch dazu kommen, sonst wird das Ziel, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken, kaum noch erreichbar sein. Dieser Schlussfolgerung schliesst sich auch Evangelos Panos vom Labor für Energiesystemanalysen des PSI an: «Es könnte knapp werden, denn in 70 Prozent unserer Szenarien überschreitet die Welt in den nächsten fünf Jahren die 1,5-Grad-Celsius-Marke.»

    Welche Klima-Massnahmen haben den grössten Erfolg?
    Vor dem Hintergrund des Klimawandels sind zahlreiche politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entscheidungen zu treffen. Diese sind allerdings mit zahlreichen Unsicherheiten behaftet. Verständlich, wenn Verantwortliche nach belastbaren Grundlagen für beispielsweise eine der zentralen Fragen suchen: Welche Massnahmen haben den grössten Effekt und sind zudem ökonomisch vorteilhaft, um das Netto-Null-Emissionsziel zu erreichen, wie es sich etwa die Schweiz vorgenommen hat? Antworten liefert nun eine grosse Computer-Simulation, die zu diesem Thema entwickelt wurde. Sie koppelt Klimamodelle mit ökonomischen Modellen und 1200 Technologien zur Bereitstellung und zur Nutzung von Energie sowie zur Reduktion der Emission von Treibhausgasen. Ein Supercomputer berechnete im Rahmen der Studie 4000 Szenarien für 15 Regionen der Erde und berücksichtigte dabei jeweils die möglichen Entwicklungen in Zehnjahresschritten bis ins Jahr 2100. «Dafür braucht es ausgefeilte Datenanalyse- und Visualisierungstechniken», ergänzt Mitautor James Glynn, Leiter der Analyseplattform für die Modellierung von Energiesystemen an der Columbia University in den USA. Die finale Datei umfasst 700 Gigabyte. Der Forschungsartikel dazu ist jetzt im Fachmedium Energy Policy erschienen.

    Was die Arbeit von Evangelos Panos und den Co-Autoren so besonders macht: Ihre integrierten Bewertungsmodelle berücksichtigen erstmals viele der Unsicherheiten, die in den Modellen stecken. Bisherige Szenarien gehen in der Regel davon aus, dass alle Parameter für die Zukunft bekannt wären, etwa, wann welche Technologien zur Verfügung stehen und was sie kosten oder wie gross die Ausbaupotenziale für erneuerbare Energien sind. Berechnungen des IPCC fokussieren zudem allein auf Technologieoptionen, also auf die Frage, welche Auswirkungen die Wahl bestimmter Technologien für das Klima hat. Die Unsicherheiten in Klimamodellen und wie das Klima auf das Wirtschaftswachstum reagiert, bleiben dabei ebenso aussen vor wie viele weitere Unsicherheiten, etwa bezüglich Bevölkerungsentwicklung oder politischer Massnahmen. «Der wichtigste Beitrag unserer Forschungsarbeit besteht darin, dass er die politischen Entscheidungsträger in die Lage versetzt, konkrete Entscheidungen über Klimamassnahmen zu treffen, und zwar in voller Kenntnis der bestehenden Unsicherheiten», betont Mitautor Brian Ó Gallachóir vom University College Cork.

    18 Unsicherheitsfaktoren und 72 000 Variablen
    Wenn Forschende Szenarien durchrechnen wollen, die viele Variablen und Unsicherheiten enthalten, greifen sie oft zur sogenannten Monte-Carlo-Methode. Die Monte-Carlo-Methode sagt nicht die Zukunft voraus. «Sie spannt vielmehr eine Art Datenlandkarte mit Was-wäre-wenn-Entscheidungspfaden auf», so Evangelos Panos. So auch in der aktuellen Studie: Das Team variierte für jedes Szenario 72 000 Variablen. «Wir haben 18 Unsicherheitsfaktoren berücksichtigt, darunter das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, die Klimasensitivität, das Ressourcenpotenzial, die Auswirkungen von Veränderungen in der Land- und Forstwirtschaft, die Kosten für Energietechnologien und die Entkopplung von Energiebedarf und wirtschaftlicher Entwicklung», erläutert James Glynn von der Columbia University.

    Fundierte Basis für nationale Pfade zur Energiewende
    Um einzelne Szenarien mit Fokus auf politische und ökonomische Fragen auf die unterschiedlichen nationalen Pfade zur Energiewende herunter zu brechen, müssen zusätzliche, nationalspezifische Parameter berücksichtigt werden. «Ein Energiesystem, das den Übergang zu einer kohlenstofffreien Wirtschaft ermöglicht, ist kapitalintensiv und erfordert die Mobilisierung von Ressourcen aller Akteure», resümiert Panos. Dafür seien massgeschneiderte Analysen auf nationaler Ebene erforderlich: »Unsere Studie liefert hierfür eine fundierte Basis.»

  • «Charta kreislauforientiertes Bauen» zwölf Grosse machen vorwärts

    «Charta kreislauforientiertes Bauen» zwölf Grosse machen vorwärts

    Trotz grosser Fortschritte in den letzten Jahren: Immer noch gehen beim Bauen zu viele wertvolle, nichterneuerbare Rohstoffe unwiederbringlich verloren. Und vom Netto-Null-Ziel ist man noch weit entfernt. Der Bau und der Betrieb von Gebäuden und Infrastrukturen sind verantwortlich für rund 50 Prozent des Rohstoffbedarfs, einen Drittel der CO2-Emissionen und über 80 Prozent des Abfallaufkommens in der Schweiz. Soll die Bauwirtschaft nachhaltiger und zukunftsfähiger werden, muss der Verbrauch nicht erneuerbarer Rohstoffe beim Bauen abnehmen und die grauen Treibhausgasemissionen müssen sinken.

    Vor diesem Hintergrund machen sich zwölf der grössten öffentlichen und privaten Bauauftraggeber in der Schweiz auf den Weg Richtung Kreislaufwirtschaft. Sie zeichnen zusammen für rund 4 Milliarden Franken Hochbauinvestitionen pro Jahr verantwortlich. Mit dem Unterzeichnen der «Charta kreislauforientiertes Bauen» bekennen sie sich zu einer gemeinsamen Ambition, bis 2030 die Verwendung von nicht erneuerbaren Primärrohstoffen auf 50 Prozent der Gesamtmasse zu reduzieren, die grauen Treibhausgasemissionen zu erfassen und stark zu reduzieren sowie die Kreislauffähigkeit von Sanierungen und Neubauten zu messen und stark zu verbessern.

    Beim Bau und Unterhalt ihrer Liegenschaften sollen innovative Lösungen zur Erreichung dieser Ziele entwickelt werden: sanieren statt neu bauen, langfristig bauen, Materialeinsatz reduzieren, wiederverwenden. Dies haben die beteiligten Unternehmen heute mit der Unterzeichnung der Charta im NEST, dem modularen Forschungs- und Innovationsgebäude der Empa/Eawag in Dübendorf, bekräftigt. Sie sind entschlossen, die Kreislaufwirtschaft in der Schweizer Bauwirtschaft entscheidende Schritte voranzubringen. Gemeinsam möchten sie lernen und laden weitere Bauherrschaften ein, der Charta beizutreten.

    Mit der Charta bekennt sich eine Reihe der bedeutendsten Schweizer Bauauftraggeber zur Kreislaufwirtschaft. Die Charta ist offen für weitere Partner. Die Charta-Partner wollen ihr Wissen und ihre Erfahrung bündeln, um die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft im Schweizer Bauwesen voranzutreiben im Bewusstsein ihrer grossen Verantwortung für ein nachhaltiges, klimafreundliches Bauen in der Schweiz.

     Im Vordergrund steht das auf Freiwilligkeit basierende, von Pioniergeist getriebene Zusammenwirken und Vernetzen und das gemeinsame Lernen mit dem Ziel, konkrete Schritte in Richtung kreislauforientiertes Bauen auszulösen.

    Gemeinsame Ambition ist es, bis 2030 die Verwendung von nicht erneuerbaren Primärrohstoffen auf 50 Prozent der Gesamtmasse zu reduzieren, den Ausstoss indirekter Treibhausgasemissionen zu erfassen und stark zu reduzieren sowie die Kreislauffähigkeit von Sanierungen und Neubauten zu erfassen und stark zu verbessern.  Die Erstunterzeichner der Charta sind: Allreal; AXA Investment Managers Schweiz AG,   Baudirektion Kanton Zürich, Bundesamt für Bauten und Logistik BBL, Empa, Hochbaudepartement Stadt Zürich,    Post Immobilien Management und Services AG, Swiss Prime Site, Swiss Life Asset Management AG, UBS Fund Management (Switzerland) AG, Zug Estates und Zurich Invest AG.

  • Alpine Solaranlage bei der Bergbahn Madrisa geplant

    Alpine Solaranlage bei der Bergbahn Madrisa geplant

    Die geplante alpine Solaranlage Madrisasolar käme auf rund 2000 Meter über Meer zu stehen und würde sich im Endausbau über eine Fläche von etwa 150’000 Quadratmeter erstrecken. Die rund 30’000 Module wären allesamt nach Süden ausgerichtet und würden bei einer Produktionsleistung von 12 MW eine durchschnittliche Jahresproduktion von voraussichtlich über 17 GWh liefern. Mit dieser Strommenge könnten rund 3’500 Haushalte versorgt werden.

    Die Ausbeute an Solarstrom, insbesondere in den wichtigen Wintermonaten, ist an dieser Lage besonders hoch. Und der Strom wird dort produziert, wo dieser zum Teil auch gebraucht wird. Verbrauchs- und Produktionsprofil der Bergbahn und Madrisasolar stimmen ideal miteinander überein, sodass die Bergbahn Madrisa vollständig mit Solarstrom betrieben werden könnte. Die Produktion von lokal erzeugter, erneuerbarer Energie ist für die Klosters-Madrisa Bergbahnen AG ein wichtiges Thema und Madrisasolar wäre ein grosser Schritt zu mehr Nachhaltigkeit am Berg. Darüber hinaus würde die Anlage auch lokale und regionale Bedürfnisse abdecken.

    Gebiet mit vorhandener Infrastruktur und Nutzung
    Madrisasolar käme in einem Gebiet mit vorhandener Infrastruktur und Nutzung zu stehen. Aktuell wird zusätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Grundbesitzerin des Standorts ist die politische Gemeinde Klosters, das Nutzungsrecht liegt derzeit bei der Alpgenossenschaft. Besitzerin und Betreiberin von Madrisasolar wäre die Bündner Energieversorgerin Repower AG, die technische Projektleitung liegt bei der Fanzun AG. Eine Beteiligung der Gemeinde und die weiteren Rahmenbedingungen sind derzeit noch in Prüfung und Ausarbeitung.

    Der Gemeindevorstand von Klosters und die Klosters-Madrisa Bergbahnen AG unterstützen das Vorhaben. Alle Beteiligten erachten den Zubau von Produktionsanlagen für erneuerbare Energien als zwingend und beurteilen den geplanten Standort aus Umwelt-, Landschafts- und Tourismussicht als möglich und gut verträglich. Im Lichte des Energiestadt-Labels passt eine entsprechende Produktionsanlage zudem bestens in die Energiestrategie der Gemeinde Klosters. Bis zur Einleitung des Bewilligungsverfahrens sind noch einige politische und technische Hürden zu überwinden. So ist nebst dem Gemeindeparlament und der Stimmbevölkerung auch die Bürgergemeindeversammlung für das Weiterkommen dieser Grossanlage zuständig. Eine öffentliche Informationsveranstaltung zum Projekt ist im August 2023 vorgesehen. Die Abstimmung ist für den 22. Oktober 2023 geplant.

  • Schweizerinnen und Schweizer sind für schnellen Ausbau erneuerbarer Energien

    Schweizerinnen und Schweizer sind für schnellen Ausbau erneuerbarer Energien

    «Strom und Wärme aus einheimischen und nachhaltigen Quellen ist für Schweizerinnen und Schweizer immer wichtiger», sagt Patrick Drack, Geschäftsführer von STIEBEL ELTRON Schweiz. «Unsere Umfrage zeigt: Selbst wenn Windräder und Sonnenkollektoren möglicherweise das Landschaftsbild beeinträchtigen, akzeptiert eine sehr deutliche Mehrheit von 79 Prozent deren Betrieb.»

    Die Chancen der Energiewende
    Aus Sicht der Bevölkerung bietet die Energiewende vielfältige Chancen – insbesondere auch im Hinblick auf den Aspekt der Wirtschaftlichkeit: Nachhaltige Technologien sind nach Meinung der SchweizerInnen (82 Prozent) Wachstumsmärkte der Zukunft. Das Land kann dadurch wettbewerbsfähiger werden, denken 76 Prozent. Im eigenen Haus wiederum lässt sich mit dem Umstieg auf moderne Heiztechnik der Immobilien-Wert erhalten oder steigern, sind 85 Prozent überzeugt. «Die Wärmepumpe ist ganz klar die Heiztechnologie der Zukunft», sagt Drack. «Der Umstieg auf Erneuerbare in den privaten Haushalten ist ein wichtiger Beitrag zur Energiewende.»

    Bevölkerung wünscht sich Informationsangebot
    Auf eine solche umweltfreundliche Heizung möchten etwa zwei Drittel der Schweizerinnen und Schweizer laut Umfrage umstellen, um damit das Klima zu schonen und von Import-Energie unabhängiger zu werden. Zur Unterstützung wünscht sich die Bevölkerung aber ein zugänglicheres Informationsangebot, wie die Energiewende angegangen werden kann. Konkret gemeint sind auch die recht komplizierten Anträge für Förderangebote von Bund und Kantonen. «Mit dem Gebäudeprogramm sollen die privaten Haushalte beim Umstieg auf klimafreundliche Heiztechnik finanziell unterstützt werden», erklärt Drack. «Eine Energieberatung ist dabei äusserst hilfreich.»

  • Einsatz von stationären Wasserstoff-Brennstoffzellen zur Unterstützung der Energiewende

    Einsatz von stationären Wasserstoff-Brennstoffzellen zur Unterstützung der Energiewende

    Wasserkraft, Photovoltaik und Windenergie bilden die tragenden Säulen einer erneuerbaren und ökologisch nachhaltigen Energieinfrastruktur in der Schweiz. Allerdings birgt die vermehrte Integration von Solarenergie und Windkraft in das Stromnetz gewisse Risiken, da diese Energiequellen volatilen Charakter aufweisen und somit eine potenzielle Gefahr für das Netzgleichgewicht darstellen.

    Die Verwendung von Wasserstoff bietet eine Möglichkeit, solche Energieschwankungen auszugleichen. Überschüssige, unvorhersehbare Solar- und Windenergie wird nicht direkt ins Netz eingespeist, sondern zur Wasserstoffproduktion mittels Elektrolyse verwendet. In Zeiten von Energiemangel, beispielsweise bedingt durch Windstille und stark bewölktes Wetter im Winter, kann der gespeicherte Wasserstoff als Energiequelle verwendet werden.

    Seit 2020 beschäftigt sich die Hälg Group mit dem Thema „stationäre Wasserstoff-Brennstoffzelle in Gebäuden“. In diesem Zusammenhang wurde ein Projektteam aus drei Partnerfirmen gebildet: Die Osterwalder AG in St. Gallen ist verantwortlich für die Produktion von grünem Wasserstoff durch Wasserkraft und dessen Transport, H2Energy fungiert als Technologie- und Produktionspartner im Bereich der Brennstoffzellen, während die Hälg Group als Anbieter von integralen Gebäudetechnik- und Energiesystemen für Planung, Realisierung und Betreuung des der gesamten Gebäudetechnik Gebäuden zuständig ist. Die Vision dieses Projektteams besteht darin, ideale Energienetzwerke zu schaffen, in dem umweltfreundlich erzeugten Wasserstoff als Energiespeicher die Lücken anderer erneuerbarer Energien schließt.

    Stationäre Wasserstoff-Brennstoffzelle: ein vielversprechender Ansatz für eine grüne Energiewirtschaft
    Die Grundlage des Wasserstoff-Brennstoffzellensystems existiert seit annähernd zwei Jahrhunderten. Die verstärkte Nutzung von Wasserstoff als Energiemedium und Substitut für fossile Energiequellen hat in jüngster Vergangenheit eine signifikante Weiterentwicklung der Brennstoffzellentechnologie bewirkt. Essentiell für die ökologische Verträglichkeit dieses Verfahrens ist die Herstellungsmethode des Wasserstoffs. Der sogenannte «graue» Wasserstoff entsteht durch die Zerlegung fossiler Brennstoffe. Hingegen wird «grüner» Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser unter Einsatz von umweltschonenden Energiequellen wie Wasserkraft, Solarenergie und Windkraft gewonnen.

    Indem, im Ökosystem der Projektgruppe ausschließlich «grüner» Wasserstoff verwendet wird, generiert die stationäre Brennstoffzelle umweltverträglich Elektrizität und Wärme. Dabei werden in der Brennstoffzelle Wasserstoff und Sauerstoff vereint. Durch die Anwendung elektrischer Spannung zwischen einer Anode und einer Kathode reagieren die beiden Elemente und vereinigen sich zu Wasserdampf. Im Zuge dessen entstehen zudem elektrische Energie und Wärme, welche unmittelbar zur Versorgung von Gebäuden und Arealen genutzt werden können. Das dabei anfallende Wasser wird weiterverwendet.

     Die Wasserstoff-Brennstoffzelle zeichnet sich gerade deshalb durch ihre Umweltfreundlichkeit aus, da im Verlauf der chemischen Reaktion keine Schadstoffemissionen entstehen oder freigesetzt werden. Lediglich reiner, energiearmer und unbedenklicher Wasserdampf entweicht als «Abgas». Folglich wird die Funktion der Wasserstoff-Brennstoffzelle als gänzlich emissionsfrei erachtet.

    Vorteile der Gebäudetechniklösung Wasserstoff-Brennstoffzellen

    • Maximiert den Wert der Immobilie und steigert ihre Attraktivität
    • Steigert die Reputation des Anlageeigentümers und setzt ein fortschriftliches verantwortungsbewusstes Statement in Sachen Umweltschutz, Klimawandel und Green Transformation.
    • Notstromversorgung im Gebäude: Teil- oder Vollautarkie möglich
    • Senkung von Leistungs- und Anschlusskosten
    • Geringe Wartungskosten aufgrund nicht beweglicher Teile
    • Modulare Bauweise: ab 80 kWel / 78 kWth, beliebig skalierbar.
    • Reduktion von Winterstrombedarf, Netzbelastung, Winterstromlücken
    • Mithilfe bei der Dekarbonisierung, Umweltschutz und bei der Reduktion von Treibhausgasen
    • Peak-Shaving des elektrischen Netzbezug

    Ideales Energienetzwerk
    Es ist von Bedeutung, dass Energieerzeuger und -verbraucher auf eine breite Palette umweltfreundlicher Technologien zurückgreifen können. Hierzu zählen neben Wasserstoff-Brennstoffzellen auch Wärmepumpen, Kältemaschinen, Solarthermie, Windenergie und Photovoltaik sowie Batteriekurzzeitspeicher und bidirektional verwendbare E-Fahrzeuge.  Weitere Informationen unter https://haelg.ch/stationaere-wasserstoff-brennstoffzelle/

  • «NEST bietet die ideale Umgebung, um unsere Innovation weiterzuentwickeln»

    «NEST bietet die ideale Umgebung, um unsere Innovation weiterzuentwickeln»

    Gebäude sind für mehr als 40 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs verantwortlich. Ein Grossteil wird dabei für die Sicherstellung des Nutzerkomforts aufgewendet – also für die Heizung und die Kühlung. Gerade im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen im Energiemarkt stellt sich die grosse Frage, wie wir unseren Energieverbrauch künftig decken können. Es müssen Wege gefunden werden, neue Energiequellen zu erschliessen und gleichzeitig den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken. Einer davon könnte die bessere Nutzung der Fassadenflächen sein. 

    Das birgt durchaus Potenzial, da die Gebäudefassade nach wie vor mehrheitlich ungenutzt und gleichzeitig der zentrale Faktor ist, um Energie entweder ins Gebäude zu lassen oder diese drinnen zu behalten. Forschende der ETH Zürich haben deshalb im Rahmen der NEST-Unit HiLo eine Innovation entwickelt, mit der dieses Potenzial ausgeschöpft werden kann: eine adaptive Solarfassade, die nicht nur die Stromproduktion optimiert, sondern gleichzeitig auch den Energieverlust reduziert. An der eigentlichen Fassade angebracht, bildet diese eine Art zweite Haut für das Gebäude. Die Innovation trägt so auch den passenden Namen «Solskin». 

    Einfache Architektonische Einbettung 
    «Wir wollten eine Fassade entwickeln, die man sehr einfach an einem Gebäude installieren und optimal in die Architektur integrieren kann», erklärt Bratislav Svetozarevic die Idee hinter der Innovation. Er war von Anfang an massgeblich an der Entwicklung von «Solskin» beteiligt, zunächst 2014 als Doktorand in der «Architecture and Building Systems»-Gruppe von Arno Schlüter an der ETH Zürich und ab 2018 als Post Doc an der ETH und der Empa, wo er an verwandten Themen forschte. 

    «Solskin» besteht aus einer leichten Unterkonstruktion, die an der Fassade befestigt wird. Darauf montiert befinden sich kleine quadratische Dünnschicht-Solarpanels, die farblich an die bestehende Gebäudehülle angepasst werden können. So fügt sich die Solarfassade optimal in das jeweilige Gesamtbild des Gebäudes ein. Gleichzeitig lassen sich die Panels einzeln in alle Richtungen drehen. Denn hinter jedem Modul befindet sich eine Steuerungseinheit, die Svetozarevic und seine Kolleginnen und Kollegen im Laufe der Jahre entwickelt haben. Das Spezielle dabei: die Ausrichtung der Panels erfolgt mit Luftdruck. Die verwendeten Materialien sind sowohl robust wie auch flexibel, damit das System auch starken Windböen und Niederschlag standhält. 

    Realitätscheck 
    Die Idee der flexiblen Ausrichtung ist es, dass die Solarfassade dem Sonnenstand folgen kann und dadurch die Stromproduktion optimiert wird. Gleichzeitig dient «Solskin» auch dazu, das Gebäude im Sommer aktiv zu beschatten und so den Kühlbedarf zu reduzieren oder die Paneele zu öffnen und die Sonnenstrahlen in den Innenraum zu lassen und so im Winter Heizenergie zu sparen. 

    Die ersten Prototypentests an der ETH Zürich haben die Forschenden von der Anwendbarkeit der Innovation überzeugt. Doch würde die innovative Fassade auch an einem realen Gebäude funktionieren? Um die Antwort auf diese Frage zu finden, wurde «Solskin» an der Fassade der HiLo-Unit angebracht. «HiLo bot uns die Möglichkeit, unser System erstmals an einem belebten Gebäude zu installieren und zu testen. So waren wir in der Lage, die Nutzung und Akzeptanz der Nutzerinnen und Nutzer zu erfassen», erklärt Svetozarevic. Ein wichtiger Faktor, denn neben dem eigentlichen System haben die Forschenden auch einen Algorithmus entwickelt, der die Bedürfnisse der Personen, die in der HiLo-Unit arbeiten, erfasst und so neben der Optimierung der Produktion auch den Nutzerkomfort verbessern kann. Mithilfe der Daten aus dem Betrieb am NEST wird dieser nun weiterentwickelt. 

    Eine strahlende Zukunft 
    Die Ergebnisse der Prototypen und des Pilotprojekts am NEST zeigen eine klare Richtung: Mit «Solskin» lässt sich Energie einsparen – und zwar enorm. Während die Solarproduktion im Vergleich zu herkömmlichen Lösungen um bis zu 40 Prozent gesteigert werden kann, ist bei der Heiz- und Kühlenergie im Vergleich zu einem konventionellen, nicht anpassungsfähigen Beschattungssystem eine Einsparung von bis zu 80 Prozent möglich. «Wir freuen uns, dass wir am NEST zeigen konnten, dass unser System funktioniert und welches Potenzial es aufweist», meint Svetozarevic strahlend. Von diesem Potenzial zeigten sich auch diverse Fachjurys überzeugt, die «Solksin» ausgezeichnet haben. Unter den Awards befindet sich auch der renommierte Watt d’Or, der vom Bundesamt für Energie jährlich verliehen wird. 

    Im nächsten Schritt geht es nun an die Kommerzialisierung. Zu diesem Zweck hat Bratislav Svetozarevic mit seinem Team 2022 das Spin-Off «Zurich Soft Robotics» gegründet und konnte bereits einen grösseren Auftrag an Land ziehen. Die Firma KELLER Druckmesstechnik AG in Winterthur möchte «Solskin» an ihrem neuen Produktionsgebäude anbringen – und zwar auf einer Gesamtfläche von 1’300m2. 

    Neben der Nutzung an neuen Gebäuden eignet sich die Innovation aber auch ideal für die Aufrüstung von älteren Bauten. Damit birgt «Solskin» grosses Potenzial den gesamten Gebäudepark energetisch zu optimieren und damit eine Antwort darauf zu geben, wie wir auch in Zukunft genügend Energie für den Betrieb unserer Gebäude generieren können.

  • Herausforderungen machen erfinderisch

    Herausforderungen machen erfinderisch

    Repräsentative Fassade aus gebrauchten Materialien
    Die Aufgabe: Ausgerechnet für die Fassade eines prominent am Zürcher Hauptbahnhof gelegenen Verwaltungsbaus sollen einfache, gebrauchte Alltagsmaterialen und -bauteile zum Einsatz kommen. Gleichzeitig will die real am Workshop vertretene Bauherrschaft den Ersatz der Fassade nutzen, um der Liegenschaft einen repräsentativen Ausdruck zu verleihen.

    Aus zur Verfügung gestelltem gebrauchtem Material sollen die Studierenden in kleinen Gruppen einen Entwurf für die Fassade erstellen. Sie sollen städtebauliche, konstruktive und atmosphärische Aspekte diskutieren und entwickeln. Und schliesslich sollen sie einen Ausschnitt aus der Fassade in Originalgrösse bauen. Unterstützt und angeleitet werden die Studierenden von ZHAW-Dozierenden und internationalen Fachleuten.

    Das Materiallager enthält verschiedene gebrauchte oder übriggebliebene Bauteile. Jede Gruppe bekommt ein anderes Material als Ausgangspunkt für ihre Gestaltungsidee: Spiegel, Stahlgitter, Rasengittersteine, Dachziegel, Profilbleche oder glasfaserverstärkter Kunststoff.

    Kreative Lösungen
    Die herausfordernde Aufgabe, der Liegenschaft mit einfachen, gebrauchten Alltagsmaterialen einen gestalterisch attraktiven und repräsentativen Ausdruck zu verleihen, führt zu überraschenden Ergebnissen: Die Studierenden deuten Rasengittersteine zu kunstvollen Stilelementen um.

    Rasengittersteine werden wiederverwendet und zum kunstvollen Stilelement umfunktioniert.

    Sie hinterleuchten Kunststoffpaneele, die gleichzeitig einen thermischen Puffer schaffen. Sie arrangieren Dachziegel mit variierenden Reliefs und Lackierungen zu belebten Oberflächen.

    Hinterleuchtete Kunststoffpaneele schaffen eine thermisch isolierende Pufferschicht.

    Um dem nüchternen Verwaltungsbau Wohnlichkeit einzuhauchen, kombiniert eine Gruppe Studierender französische Balkone mit verzinkten Treppentritten, die zugleich Halt für eine Fassadenbegrünung bieten.

    Dachziegel mit variierenden Reliefs und Lackierungen werden zu belebten Oberflächen.

    Eine andere Gruppe nutzt Spiegel aus dem kurz zuvor abgerissenen Winterthurer Kantonsspital als schräg eingesetzte Fensterlaibungen und gibt der Fassade damit eine surreal verspielte Anmutung.

    Französische Balkone mit verzinkten Treppentritten sorgen für Wohnlichkeit und bieten Halt für eine Fassadenbegrünung.

    Wertschätzung für den Bestand
    Die Suche nach Qualitäten im scheinbar Wertlosen verändert den Blick der Studierenden auf den ortsfesten Bestand. Einige Studierende nehmen die Aufgabenstellung so ernst, dass sie sie infrage stellen: Ist ein Ersatz der bestehenden Fassadenelemente, wie er in Realität vorgesehen ist, überhaupt nötig? Kann es gelingen, die bestehende Fassade zu erhalten und für die neue Nutzung umzurüsten? Eine Gruppe Studierender schlägt in ihrem Projekt vor, die bestehende Fassade zu sanieren und das dafür benötigte Gerüst später am Gebäude zu belassen – um damit neue Lebensräume im Aussenraum zu schaffen.

    Spiegel als schräg eingesetzte Fensterlaibungen verleihen der Fassade eine surreal verspielte Anmutung.

    Ganz nebenbei wächst in der Workshop-Woche auch eine Erkenntnis. Die Architektur der Wiederverwendung kann zwar vielfältige architektonische Haltungen und Ausdrucksformen hervorbringen – sie alle gründen aber auf einer gemeinsamen Basis: dem respektvollen und behutsamen Umgang mit bereits gebautem Bestand.

    Die bestehende Fassade soll saniert werden. Das dafür genutzte Gerüst bleibt auch nach der Sanierung am Gebäude und schafft neue Lebensräume im Aussenraum.
  • Pflanzliche Dämmstoffe als CO2-Senke?

    Pflanzliche Dämmstoffe als CO2-Senke?

    Der Gebäudebereich ist verantwortlich für 40% des globalen Energieverbrauchs, 30% der Treibhausgasemissionen und 36% des Abfalls in der EU. Energieeffi­zienzmassnahmen haben Emissionen im Betrieb reduziert. Die Materialherstellung bleibt eine unter­schätzte Quelle. «Graue» Emissionen aus modernen Gebäuden sind vergleichbar mit Betriebsemissionen. Baumaterialien, die CO2 langfristig binden, reduzieren den ökologischen Fussabdruck.

    Wie sich CO2 langfristig binden lässt
    Die Empa entwi­ckeln neue Dämmstoffe für Gebäude, die CO2 langfristig binden können. Pflanz­liche Abfallprodukte aus der Land- und Forstwirtschaft werden in Dämmma­terialien verarbeitet und bei einer Hit­zebehandlung fixiert. Diese «Pflanzenkohle» bleibt während der Le­bensdauer des Gebäudes gebunden und kann beim Rückbau des Gebäudes direkt in Äcker einge­bracht werden, wo sie die Fruchtbarkeit des Bodens erhöht und stabil bleibt. Im Gegensatz zu anderen Baustoffen, wie Holz oder Zellulosedämmung, die das gespeicherte CO2 bei Verrottung oder thermischer Verwertung freisetzen.

    Physiker Wernery von der Empa forscht mit seiner Gruppe und der ZHAW an Dämmstoffen aus Pflanzenkohle. Das Dämmmaterial muss thermisch isolie­ren, brandsicher und für eine spä­tere Verwendung als Dünger geeignet sein. Pflanzenkohledämmung könnte die CO2-Bilanz der Schweiz um gut 1% ver­bessern, indem Dämm­stoffe wie EPS oder Mineralwolle durch Pflanzenkohle ersetzt werden. Das würde jährlich eine halbe Million Tonnen CO2-Äquivalente einsparen, indem Emis­sionen bei der Produktion von konventio­nellen Dämmstoffen vermieden und CO2 in der Pflanzenkohle langfristig gespei­chert wird.

    Finanzielle Unterstützung – gleich aus mehreren Quellen
    Wernery erhält finanzielle Unterstützung für sein vielversprechendes Konzept von Förderinstitutionen wie der Minerva-Stiftung, dem ETH-Rat und dem Bundesamt für Energie. Der Kli­mafonds vom Stadtwerk Winterthur hat einen Beitrag für die Erarbeitung der Grundlagen geleistet, der aus frei­willigen Beiträgen von Kunden stammt, die zwei Rappen pro Ki­lowattstunde Strom bezogen.

  • ETH Zürich und EPFL lancieren grüne Energie-Koalition

    ETH Zürich und EPFL lancieren grüne Energie-Koalition

    Die Schweiz sieht sich mit einer kombinierten Energie-​ und Klimakrise konfrontiert. Um das gesetzte Netto-​Null-Ziel bis 2050 zu erreichen und gleichzeitig eine Energielücke zu vermeiden, ist das Land auf erneuerbare Energiequellen, saisonale Speichermöglichkeiten und eine effiziente Anbindung an den europäischen Strommarkt angewiesen. Neben Pumpspeicherkraftwerken, Batterien oder Wärmespeichern bieten insbesondere synthetische Kraftstoffe und Gase wie Wasserstoff eine interessante Möglichkeit, um günstigen Strom aus Fotovoltaikanlagen im Sommer für den Winter zu speichern, zu transportieren und zu handeln. Es gibt zahlreiche vielversprechende Technologien, die sich derzeit in Entwicklung befinden, aber noch nicht voll einsatzfähig sind. Hier setzt die «Coalition for Green Energy and Storage» an, die am 8. Juni auf dem Swiss Economic Forum in Interlaken öffentlich vorgestellt wurde. 

    «Mit der Koalition wollen wir bestehende Technologien zur CO2-​Abscheidung und zur Produktion und Speicherung von kohlenstoffneutralen Gasen und Treibstoffen schnell zur Marktreife bringen und auf einen industriellen Level heben», erklärt ETH-​Präsident Joël Mesot den Plan. Ziel ist es, innert nützlicher Frist ein skalierbares, klimaneutrales und flexibles Energiesystem zu ermöglichen. 

    Gesucht: Partner aus Politik, Industrie und Wissenschaft 
    Um dieses Ziel zu erreichen, bedarf es einer gemeinsamen Anstrengung von Wissenschaft, Politik und Wirtschaft. «Allein die beiden ETH’s verfügen über 150 Forschungsgruppen im Bereich Energie, sowie rund 460 Forschende und vier erfolgreiche Spin-​offs im Bereich CO2-​Abscheidung und Energiespeicherung. Zusammen mit weiteren Forschungsgruppen von PSI und Empa verfügt der ETH-​Bereich sowohl über das Know-​how als auch die Grösse, um gemeinsam mit Unternehmen auf aktuelle Herausforderungen zu reagieren», sagt EPFL-​Präsident Martin Vetterli. Nun suchen die beiden Hochschulen nach Technologie-​ und Umsetzungspartnern, sowie nach Geldgebern und Unterstützern aus Politik und Gesellschaft. 

    Rund 20 Unternehmen und Organisationen haben bereits ihr Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet: Alpiq, AMAG, BKW Energie, SBB / CFF, Carvolution AG, Cemsuisse, Emil Frey Gruppe, Edelweiss, FIR Group AG, Gaznat, Genève aéroport, GE Vernova, Gruyère Hydrogen Power SA, Implenia, MAN Energy Systems, Migros Industry, Romande Energie, Rolex, Swissmem, SWISS International Air Lines, VBSA, Viteos SA, Verband der Schweizerischen Gasindustrie / Association Suisse de l’Industrie Gazière. 

    Mit der Fluggesellschaft Swiss International Air Lines (SWISS) und dem Energiedienstleister Alpiq – die neben den beiden Präsidenten auf dem SEF anwesend waren – sind zwei Schwergewichte der Schweizer Wirtschaft von Anfang an mit an Bord. «Wir sind stolz, Teil dieser Energie-​Koalition zu sein. Gemeinsam treiben wir die Produktion synthetischer Treibstoffe voran, die für uns einer der grössten Hebel sind, um künftig immer nachhaltiger zu fliegen. Gleichzeitig werden neue Möglichkeiten zur Energiespeicherung geschaffen, was die Versorgungssicherheit der Schweiz erhöht und der ganzen Gesellschaft dient», sagt Swiss CEO Dieter Vranckx. Die Fluggesellschaft braucht rasch wirtschaftliche Lösungen, um ihre eigenen Klimaziele zu erreichen. Synthetische Treibstoffe spielen dabei eine wichtige Rolle. Alpiq wiederum verfügt über ein breites Portfolio an Wasserkraft-​ und Speicherwerken in der Schweiz und zählt mit der Produktion von grünem Wasserstoff in Gösgen zu den Pionieren in der Schweiz. Mit zahlreichen Projekten für den Zu- und Ausbau von erneuerbaren Energien und verschiedenen Speichertechnologien in der Schweiz und im benachbarten Ausland kann Alpiq einen wesentlichen Beitrag leisten: «Mit einer breiten Koalition aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft können wir das gesetzte Netto-​Null-Ziel und gleichzeitig eine nachhaltige Energieversorgung erreichen. Damit können wir den Wirtschafts-​ und Wissenschaftsstandort Schweiz stärken», begründet Alpiq-​CEO Antje Kanngiesser die klare Zusage ihres Unternehmens. Auch der bekannte Philanthrop Hansjörg Wyss hat der Koalition bereits seine Unterstützung zugesichert. 

    Geplant: Forschungsplattformen im Megawatt-​Bereich 
    Mit neuen technischen Lösungen will die Koalition zusätzliche Möglichkeiten schaffen, um die saisonalen Unterschiede in der Stromproduktion mittels Energiespeicherung in der Schweiz und in Europa zu nutzen. So wird die Versorgungsicherheit der Schweiz verbessert und der Energiehandel mit den europäischen und internationalen Partnern diversifiziert, wodurch neue Geschäftsfelder entstehen und Chancen für Technologie-​Startups und die Schweizer Industrie geschaffen werden. Die technischen Optionen sollen systemisch analysiert werden, um möglichst optimale Lösungen hinsichtlich Versorgungssicherheit und Kosten zu finden und zu implementieren. 

    Die Koalition wird bis Ende 2023 formell gegründet, um Anfang 2024 die ersten Projekte zu starten. Auf Basis bestehender Technologien werden Demonstratoren im Megawatt-​Bereich gebaut, die ab 2028 produktiv sein sollen und als Forschungsplattformen dienen werden. Für dieses Vorhaben wird in einer ersten Phase ein Budget von rund 100 Mio. Franken benötigt. 

  • Stadtrat plant Neuorganisation der Wärmeversorgung

    Stadtrat plant Neuorganisation der Wärmeversorgung

    Bisher gibt es auf Stadtgebiet drei städtische Anbieter von Wärmenetzen: Das Elektrizitätswerk ewz, Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) und die Energie 360° AG. Neu sollen sämtliche grossflächigen Wärmenetze unter dem Dach von ewz vereint werden. Durch die gemeinsamen Anstrengungen zur Erreichung der städtischen Netto-Null-Ziele haben die drei Anbieter von Fernwärmenetzen ihre Zusammenarbeit in den letzten Jahren intensiviert. Vor rund zwei Jahren hat dann der Stadtrat mit der Gründung der Geschäftsstelle Wärme Zürich diese Zusammenarbeit formalisiert. Seither koordiniert Wärme Zürich den Ausbau der Netze der drei Anbieter. Derzeit wird geprüft, ob die bestehenden Wärmenetze auch physisch untereinander verbunden werden können, damit auf Stadtgebiet Schritt für Schritt ein Gesamtnetz entsteht, das die Versorgungssicherheit weiter erhöht. Die geplante Neuorganisation trägt diesen Veränderungen Rechnung und stellt die nächste Integrationsstufe im Bereich der Wärmeversorgung dar. 

    Umsetzungsplan in Arbeit 
    Ein Projekt unter der Leitung der Stadtratsmitglieder Michael Baumer (Vorsteher des Departements der Industriellen Betriebe), Simone Brander (Vorsteherin des Tiefbau- und Entsorgungsdepartements) sowie Andreas Hauri (Vorsteher der Gesundheits- und Umweltdepartements) wird bis Ende Jahr in einem Umsetzungsplan aufzeigen, wie und in welchem Zeitraum eine solche Neuorganisation erfolgen kann. In diesem Zeitraum erfolgt auch die Vernehmlassung bei den Personalverbänden. 

    Integration der Fernwärmeaktivitäten von ERZ 
    Die Fernwärmeaktivitäten von ERZ werden in ewz integriert. Mit dem Umsetzungsplan wird aufgezeigt, wie die Integration der Fernwärmeaktivitäten ausgestaltet werden soll und wie und zu welchem Zeitpunkt die betreffenden Mitarbeitenden von ERZ zu ewz wechseln sollen. Die Fachleute von ERZ werden die neue Organisation mit ihrem Wissen und ihrer langjährigen Erfahrung im Wärmebereich entscheidend mitprägen. 

    Neue Perspektiven für Energie 360° 
    Auch Energie 360° wird einen Teil ihrer Wärmenetze in der Stadt Zürich ans ewz übertragen, wobei die Mitarbeitenden bei Energie 360° verbleiben. Eigentum und Betrieb des Gasnetzes sowie alle übrigen Aktivitäten verbleiben bei Energie 360°. Energie 360° ist eine Aktiengesellschaft im Besitz der öffentlichen Hand. Haupteigentümerin ist die Stadt Zürich. An der Strategie der Firma, die Transformation in der gesamten Schweiz voranzutreiben und bis 2040 ausschliesslich erneuerbare Energie zu liefern, wird festgehalten. Da sich der Tätigkeitsschwerpunkt von Energie 360° zukünftig noch stärker auf Aktivitäten ausserhalb der Stadt verlagert, will der Stadtrat dem Unternehmen neue Perspektiven bieten und das Feld für Kooperationen öffnen. Um hier mehr Handlungsfreiheit zu gewinnen, soll die Kompetenz des Stadtrats zur Veräusserung von Anteilen dieses Unternehmens ausgedehnt werden. 

  • Nationalrat will mehr Fotovoltaikanlagen auf Stockwerkeigentum

    Nationalrat will mehr Fotovoltaikanlagen auf Stockwerkeigentum

    Er hat am Mittwoch eine Motion des Tessiner SP-Nationalrats Bruno Storni mit dieser Forderung angenommen. Storni strebt auch an, dass es in Gebäuden im Stockwerkeigentum einfacher wird, energetische Sanierungen vorzunehmen und Elektroauto-Ladestationen zu installieren. 

    Dafür soll der Bundesrat im Stockwerkeigentumsrecht die nötigen Quoren bei der Beschlussfassung von solchen Projekten anpassen. Fürs Erreichen der Ziele der Energiestrategie 2050 des Bundes sei es wichtig, dass die Energieeffizienz von Gebäuden im Stockwerkeigentum steige, sagt Storni. 

    Mit 119 zu 66 Stimmen bei 6 Enthaltungen nahm die grosse Kammer Stornis Vorstoss an. Dieser geht nun zur Prüfung an die zuständige Kommission des Ständerats. 

    Der Bundesrat lehnte die Motion ab. Das geltende Recht enthalte eine differenzierte und ausgewogene Regelung der Beschlussfassung von Stockwerkeigentümergemeinschaften. Es solle den Stockwerkeigentümern im Rahmen ihrer Privatautonomie überlassen sein, mittels der bewährten Regeln der Beschlussfassung über Sanierungs- und Umbauprojekte zu entscheiden. 

  • ESG-Plattform für effizientes Management von Nachhaltigkeitsdaten

    ESG-Plattform für effizientes Management von Nachhaltigkeitsdaten

    Die Arealentwicklung «Pra Roman» der Genossenschaft Codha und des Vereins «Sur le Pra» hat den Binding Preis für Biodiversität 2023 gewonnen, weil die Überbauung die ökologischen wie sozialen Vernetzungsfunktionen für das Quartier und die Stadt äusserst vorbildhaft übernimmt und das Projekt von Anfang an partizipativ angegangen wurde. Der Preis 2023 war zum Jahresthema «wegweisende Arealentwicklungen» ausgeschrieben worden.

    Die Formulierung von Absenkungszielen und die nachvollziehbare Berichterstattung über deren Erreichung wird von Investoren und Politik gefordert. Wincasa begleitet seine Kundinnen und Kunden proaktiv auf dem Weg hin zu Netto-Null. Als Immobiliendienstleister verfügt Wincasa über viele Daten aus dem Betrieb von Immobilien und dank einem dedizierten Team über sehr viel Know-how im Bereich Nachhaltigkeit. Die Quantifizierung und das Reporting von Nachhaltigkeitsthemen ist aufgrund der Vielzahl an unterschiedlichen Datenquellen komplex. Eine weitere grosse Herausforderung ist zudem die Qualität der Daten und der manuelle Aufwand, der zu ihrer Überprüfung und Verbesserung erforderlich ist. Zudem existieren verschiedene ESG-Frameworks und Berichtstandards, wie z.B. die Global Real Estate Sustainability Benchmark (GRESB), deren Messkriterien und Anforderungen sich voneinander unterscheiden. Diese Herausforderungen machen es für die Kundinnen und Kunden von Wincasa schwierig, die gestiegenen Anforderungen an die Nachhaltigkeit und deren transparente Berichterstattung zu erfüllen.

    Integrierte Aufbereitung von ESG-Daten
    Als führender Schweizer Immobiliendienstleister möchte Wincasa gemeinsam mit dem Data Science PropTech-Unternehmen Novalytica Nachhaltigkeits-Reportings einfacher und transparenter machen – so die Vision. Zu diesem Zweck wurde eine Plattform zum Management von ESG-Daten entwickelt. Mit dieser wird unter anderem die Erstellung eines GRESB-Reportings deutlich erleichtert. Dr. Niklas Naehrig, Leiter Strategie & Nachhaltigkeit Wincasa sagt dazu: «Unsere Plattform erlaubt es, unterschiedlichste Datenquellen zu integrieren und Daten nach internationalen Reporting-Standards auszuwerten. Neben der Nutzung von Datenquellen aus der Bewirtschaftung ermöglicht die ESG-Plattform auch die Einbindung von öffentlich verfügbaren Daten und die automatisierte Prüfung der Datenqualität mit einer smarten Verbindung aus künstlicher und menschlicher Intelligenz.»

    Automatisierte Prüfung der Datenqualität
    Derzeit wird die von Wincasa und Novalytica entwickelte Lösung als Pilotprojekt im Portfolio eines namhaften Schweizer Immobilieneigentümers erprobt. Für den Eigentümer ist Nachhaltigkeit ein bedeutender Bestandteil der Unternehmensstrategie. Der Einsatz der Plattform wird den Aufwand zur Erhebung und Auswertung der Nachhaltigkeitsdaten für die verschiedenen Benchmarks und Standards beträchtlich verringern und die Datenqualität signifikant erhöhen. Zugleich ermöglicht die Plattform detailliertere Einblicke in das Nachhaltigkeits-Potenzial des Portfolios.

    Quelle www.wincasa.ch

  • Mit Klimasimulation gegen Hitzeinseln

    Mit Klimasimulation gegen Hitzeinseln

    Die Erhitzung asphaltierter Innenstädte – sogenannte Hitzeinseln – ist ein bekanntes Problem beim Städtebau. Sie lässt sich mit smarten Massnahmen aber merklich verbessern. Dies zeigt die Stadt Winterthur in Zusammenarbeit mit dem Raumplanungsbüro Berchtoldkrass Space & Options und dem auf Klimaanalysen spezialisierten Büro GEO-NET Umweltconsulting GmbH anhand einer computergestützten Klimamodellierung für die Lokstadt. Der aktuelle Planungsstand wurde mit zwei klimaoptimierten Szenarien verglichen. Dank der Simulation wird erkennbar, wie sich die Gestaltung der Gebäude und Freiräume auf die Aussentemperaturen auswirken und so die Aufenthaltsqualität im Areal beeinflussen. Gleichzeitig wurde geprüft, welche Massnahmen besonders gut umsetzbar und wirkungsvoll sind. Die Pilotstudie ist Teil des Programms Smart City Winterthur und wurde durch dessen Innovationskredit ermöglicht. In Auftrag gegeben wurde sie durch das Amt für Städtebau.

    Auf dem Planungsperimeter der Lokstadt werden zahlreiche Wohneinheiten und Arbeitsplätze entstehen. Damit das Quartier später eine hohe Wohn- und Lebensqualität aufweist, ist eine auf Klimagesichtspunkte abgestützte Planung sinnvoll. Eine klimaangepasste und damit hitzeverträgliche Gestaltung ist trotz dichter Bauweise möglich: Bioklimatisch wirksame Ausgleichsmassnahmen sind bei der Lokstadt zum Beispiel Bäume, unversiegelte, helle sowie begrünte Oberflächen und beschattete Flächen. Grossflächig begrünte Dächer – idealerweise in Kombination mit schattenspenden Fotovoltaikanlagen – wirken sich positiv auf das Stadtklima aus. Für eine bessere Aufenthaltsqualität sorgen nebst Fassadenbegrünungen Wasserflächen oder auch Trinkbrunnen.

    Die Auswertung zeigt: Die Lokstadt wurde bereits in der ursprünglichen Planung in der Ausgestaltung des öffentlichen Raums stadtklimatisch gut aufgestellt. Um das Klima weiter zu optimieren, werden weitere Baumstandorte sowie helle, versickerungsfähige Flächen geprüft. Die Technologie bietet alle Voraussetzungen, um den Städtebau der Zukunft in Bezug auf das Klima zu optimieren.

  • Binding Preis für Biodiversität 2023 erhält Ökoquartier in Lausanne

    Binding Preis für Biodiversität 2023 erhält Ökoquartier in Lausanne

    Die Arealentwicklung «Pra Roman» der Genossenschaft Codha und des Vereins «Sur le Pra» hat den Binding Preis für Biodiversität 2023 gewonnen, weil die Überbauung die ökologischen wie sozialen Vernetzungsfunktionen für das Quartier und die Stadt äusserst vorbildhaft übernimmt und das Projekt von Anfang an partizipativ angegangen wurde. Der Preis 2023 war zum Jahresthema «wegweisende Arealentwicklungen» ausgeschrieben worden.

    Lebensräume ökologisch vernetzt
    Die Siedlung «Pra Roman» mit zwölf Mehrfamilienhäusern auf einer Fläche von 22’000 Quadratmetern liegt an der Peripherie von Lausanne. Bei der Arealüberbauung vom Jahr 2020 wurde die Umgebung vorbildlich in die Planung und Erstellung miteinbezogen. So schuf die Preisträgerin etwa wechselfeuchte Wildkorridore mit integrierten Kleinstrukturen für Amphibien und Kleinsäuger und zur Förderung der Wildpflanzen. Dieses Bewusstsein, Verantwortung für die ökologische Vernetzung in einem grösseren System zu übernehmen, ist zentral für die Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum.

    Bewohnerschaft in Planung miteinbezogen
    Die Sensibilisierung der Bewohnerschaft zur Biodiversitätsförderung war von Anfang an ein wichtiger Teil des Projektes «Pra Roman». Codha, die Bauherrin und Genossenschaft für gemeinnütziges Wohnen, initiierte zu Beginn der Planungsphase den Verein «Sur le Pra» und entwickelte einen partizipativen Prozess. Zukünftige Bewohnerinnen und Bewohner trafen sich schon früh zu Bauplatzrundgängen oder Naturbeobachtungen und entwarfen mit hoher Gestaltungsfreiheit in Workshops ihre naturnahen Aussenräume, die sie später eigenständig realisierten. Die Bauherrin unterstützte sie dabei finanziell.

    Gemüsegarten ermöglicht Begegnung und Sensibilisierung
    Eine dieser Grünflächen ist der Gemeinschafts-Gemüsegarten. Hier tauscht man sich aus und lernt die Natur als Lebensgrundlage kennen. Die Kultur der nachhaltigen Lebensweise und Landnutzung zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Projekt «Pra Roman». Die umliegenden Ökosysteme werden beobachtet, in ihrer Vielfalt nachgeahmt und mit dem Siedlungsraum verbunden.

    «Wir sind überzeugt, dass dieses ausgezeichnete Beispiel weitere Immobilienentwickelnde ermutigt, Biodiversität früh mitzudenken und viele Menschen einzubeziehen», sagt Peter Lehmann, Vizepräsident der Jury des Preises.

    Anerkennungspreis geht an das Projekt Areal Bach in St. Gallen
    Neben dem Hauptpreis vergibt die Stiftung für kleinere Areale den mit 25’000 Franken dotierten Anerkennungspreis. Das Areal Bach, eine Zwischennutzung beim Bahnhof St.Fiden in St.Gallen, erhält diesen Preis, weil es eindrücklich das Potenzial der vielen brach liegenden Flächen in den Städten aufzeigt. Der Verein Areal Bach hat mit seinem Durchhaltewillen und Engagement Widerstände überwunden, die Chance gepackt und gemeinsam mit der Bevölkerung die Flächen ökologisch aufgewertet und mit kreativen Ideen belebt. Er hat es geschafft viele Akteure mit ins Boot zu holen, um so ein gemeinschaftlich getragenes, vielfältiges Projekt zu realisieren. Aus einem Unort entstand eine grüne Oase auf Zeit, die die Grundlagen für Biodiversität und Aufenthaltsqualität für die Planung einer zukünftigen Arealentwicklung schaffen kann.

  • Solarpflicht auf Gebäuden wird von Energiekommision abgelehnt

    Solarpflicht auf Gebäuden wird von Energiekommision abgelehnt

    In intensiven Diskussionen hat sich die Energiekommission des Ständerates mit den Differenzen zum Bundesgesetz über eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien (21.047) befasst. Zu zahlreichen Punkten bringt sie neue Vorschläge ein, um einen angemessenen Ausgleich zwischen Schutz- und Nutzungsinteressen zu finden und so eine breit abgestützte Vorlage zu schaffen. Mit 8 zu 5 Stimmen beantragt die Kommission die Streichung des Artikels zur Sistierung der Restwasservorschriften für bestehende Wasserkraftwerke, wie vom Nationalrat beschlossen. Sie betont, dass die vorgeschlagene Bestimmung verfassungsrechtlich fragwürdig ist. Ausserdem bleibe genügend Zeit, um für die Problematik der drohenden Produktionsverluste bei den bestehenden Wasserkraftwerken eine ausgewogene Lösung zu finden. Eine Minderheit möchte dem Nationalrat folgen, da ohne einen vollumfänglichen Erhalt der bestehenden Stromproduktion aus Wasserkraft der angestrebte Ausbau der erneuerbaren Energien nicht erreicht werden könne. 

    Die Kommission spricht sich zudem dafür aus, dass für die Nutzung der Solar- und Windenergie geeignete Gebiete in den kantonalen Richtplänen ausgeschieden werden sollen. Bei dieser Planung sollen auch Schutzinteressen berücksichtigt werden. In den definierten Gebieten soll gelten, dass der Bedarf an Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien ausgewiesen ist und die Anlagen standortgebunden sind. Ausserdem sollen sie in einer Interessenabwägung anderen nationalen Interessen grundsätzlich vorgehen. Bedingung dafür ist, dass die Anlagen nicht in Inventarobjekten gemäss Art. 5 NHG realisiert werden. Zudem soll das Vorhaben «Chlus» von den gleichen Erleichterungen profitieren wie die 15 ausgewählten Projekte der Speicherwasserkraft. Eine Minderheit lehnt diesen Zusatz ab.  

    NATIONALES INTERESSE AN ANLAGEN ZUR NUTZUNG ERNEUERBARER ENERGIEN 
    Weiter hat sich die Kommission mit den Rahmenbedingungen für Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im nationalen Interesse befasst. Wie auch vom Nationalrat beschlossen, sollen diese in Biotopen von nationaler Bedeutung sowie in Wasser- und Zugvogelreservaten weiterhin ausgeschlossen sein, in neu entstehenden Gletschervorfeldern und alpinen Schwemmebenen jedoch grundsätzlich infrage kommen. Nicht gelten soll dieser Ausschluss für Wasserkraftanlagen, die der ökologischen Sanierung dienen. Neu soll es beim Bau von Wasserkraftwerken zudem grundsätzlich möglich sein, dass die Restwasserstrecke durch diese Schutzgebiete verläuft, eine Minderheit will hier am Beschluss des Nationalrates festhalten. Mit 9 zu 3 Stimmen möchte die Kommission daran festhalten, dass auch Elektrolyseuren und Methanisierungsanlagen ab einer bestimmten Grösse und Bedeutung ein nationales Interesse im Sinne des Natur- und Heimatschutzes (NHG) zukommen soll. 

    VERPFLICHTENDE NUTZUNG DER SOLARENERGIE 
    Die Kommission lehnt die vom Nationalrat beschlossene Solarpflicht für sämtliche Neubauten sowie erhebliche Umbau- und Erneuerungsvorhaben als zu starken Eingriff in das Privateigentum und die Hoheit der Kantone ab. Stattdessen beantragt sie mit 6 zu 4 Stimmen bei 2 Enthaltungen, die verpflichtende Nutzung der Solarenergie auf Gebäuden ab einer Fläche von 300 m2, wie mit dem «Bundesgesetz über dringliche Massnahmen zur kurzfristigen Bereitstellung einer sicheren Stromversorgung im Winter» (21.501, Entwurf 4) beschlossen, unbefristet ins geltende Recht zu überführen. Eine Minderheit fordert eine Solarpflicht gemäss Nationalrat, diese soll jedoch nur bei Neubauten und Dachsanierungen greifen. Zudem unterstützt die Kommission mit 7 zu 3 Stimmen eine Pflicht, Fahrzeugabstellflächen ab einer bestimmten Grösse mit Solarelementen zu überdachen. Für neue Parkplätze ab einer Grösse von 250 m2 soll diese Pflicht ab sofort gelten, für bestehende Parkplätze ab einer Grösse von 500 m2 mit einer Übergangsfrist von 5 Jahren. Eine Minderheit möchte diese Plicht komplett streichen, gemäss einer anderen Minderheit soll sie für neue Parkplätze erst ab 500 m2 Fläche und für bestehende Parkplätze ab 1000 m2 Fläche gelten.  

    Im Bereich der Förderung erneuerbarer Energien beantragt die Kommission, dass der Bundesrat die Kompetenz erhalten soll, für Anlagen bis 150 kW Mindestvergütungen für die Rücklieferung an den Netzbetreiber festzulegen. So soll auch für kleinere und damit teurere Anlagen Investitionssicherheit geschaffen werden. Im Gegenzug sollen die vom Nationalrat beschlossenen Übergangsbestimmungen mit fixen Vergütungen gestrichen werden, da diese die Netzbetreiber und die gebundenen Stromkonsumentinnen und -konsumenten zu stark belasten. Ausserdem möchte die UREK-S daran festhalten, im Rahmen der gleitenden Marktprämie einen besonderen Anreiz zur Winterstromproduktion zu schaffen. Übersteigt der Referenz-Marktpreis für Elektrizität in den Wintermonaten die zugesicherte Vergütung, soll der Anlagenbetreiber einen vom Bundesrat festzulegenden Anteil zwischen 10 und 40 % des Überschusses erhalten. 

    SCHAFFUNG EINES MARKTES FÜR EFFIZIENZDIENSTLEISTUNGEN 
    Die Kommission unterstützt mit 6 zu 5 Stimmen bei einer Enthaltung das vom Nationalrat beschlossene Programm zur Schaffung eines Marktes für Effizienzdienstleistungen. Dieses Programm sieht vor, dass die Energieversorgungsunternehmen (EVU) jährlich nachweisen müssen, dass sie in einem bestimmten Umfang Massnahmen zur Steigerung der Stromeffizienz bei Endverbraucherinnen erbracht haben oder diese Massnahmen bei Dritten, sogenannten Effizienzdienstleistern, in Auftrag gegeben haben. Ob die Zielvorgabe erfüllt ist oder nicht, bemisst sich dabei nicht am Stromabsatz des Energieversorgungsunternehmens: Die Effizienzdienstleistungen stellen ein neues, unabhängiges Geschäftsfeld dar. Die Massnahmen sind auch nicht auf das Netzgebiet des jeweiligen EVU beschränkt. So können gesamtschweizerisch die günstigsten Massnahmen zuerst getroffen werden. Eine Minderheit lehnt dieses Effizienzprogramm ab und verweist dabei auf den Vollzugsaufwand, Zielkonflikte der EVU sowie die bestehenden Massnahmen zur Effizienzsteigerung. 

    Bei der Frage der Energiereserve gemäss Art. 8a StromVG folgt die Kommission grundsätzlich der Entscheidung des Nationalrates. So sollen Betreiber von Speicherwasserkraftwerken dazu verpflichtet werden können, eine Reserve zu bilden. Gewisse Rahmenbedingungen sollen aber geändert werden, so soll die Verpflichtung nur für Betreiber von Werken ab einer Kapazität von 10 GWh möglich sein. Die Abgeltung für das vorgehaltene Wasser soll zudem auch die aktuelle Marktsituation berücksichtigen. 

    RAHMENBEDINGUNGEN FÜR STROMNETZE DER ZUKUNFT 
    Mit 11 zu 1 Stimmen bei 1 Enthaltung spricht sich die Kommission dafür aus, sämtliche zur Einspeisung von erneuerbarer Energie notwendigen Netzverstärkungen solidarisch auf die Stromkonsumentinnen und -konsumenten in der ganzen Schweiz umzulegen. Für Ausbauten auf der untersten Netzebene soll dem Netzbetreiber ein pauschaler Betrag ausbezahlt werden, ohne dass eine Genehmigung der Elcom erforderlich ist. Wie der Nationalrat beantragt die Kommission, auch die Kosten für die Verstärkung von bestimmten Anschlussleitungen für auf nationaler Ebene zu verteilen. Von dieser Unterstützung profitieren sollen Leitungen zwischen der Grenze des Grundstücks, auf dem sich eine Anlage zur Produktion von erneuerbarer Energie befindet, und dem Netzanschlusspunkt. 

    Im Bereich der Grundversorgung mit Elektrizität (Art. 6 StromVG) beantragt die Kommission, am geltenden Recht und damit an der Durchschnittspreismethode festzuhalten. Die vom Nationalrat beschlossene Änderung konnte nicht überzeugen. Die Kommission unterstützt jedoch die Einführung eines Standardstromproduktes, welches insbesondere auf erneuerbarer inländischer Energie beruhen soll. 

    Die Kommission beantragt, auf eine Marktöffnung im Bereich Messwesen zu verzichten und hält damit am Beschluss des Ständerates fest. Die von den Netzbetreibern erhobenen Daten sollen jedoch besser verfügbar sein. Weiter folgt sie der Entscheidung des Nationalrates, wonach auch Speicher mit Endverbrauch vom Netznutzungsentgelt entlastet werden sollen: Für den zurückgespeisten Strom soll das Netzentgelt zurückerstattet werden können. Eine Minderheit beantragt, an den Beschlüssen des Ständerates festzuhalten. Weiter soll die Nutzung von Flexibilität beim Stromverbrauch nur mit dem ausdrücklichen Einverständnis von deren Inhaber möglich sein. 

    Angesichts der komplexen Differenzbereinigung zum Mantelerlass (21.047) konnte die Kommission die Detailberatung zum CO2-Gesetz (22.061) nicht rechtzeitig für eine Behandlung in der Sommersession abschliessen. Sie wird diese Vorlage in die Herbstsession bringen. 

    Die Kommission hat am 11./12. Mai 2023 unter dem Vorsitz von Ständerätin Adèle Thorens Goumaz (G, VD) und teilweise in Anwesenheit von Bundesrat Albert Rösti in Bern getagt.

  • Recyclingcenter Ostschweiz setzt mit innovativer Aufbereitungsanlage neue Massstäbe

    Recyclingcenter Ostschweiz setzt mit innovativer Aufbereitungsanlage neue Massstäbe

    An der Niederstettenstrasse 28 in Niederstetten bei Wil SG ist eine neue Bodenwaschanlage entstanden. Mit der vollautomatischen Anlage bereitet die RCO ab sofort auch belastete Bauabfälle auf und führt diese als hochwertige Materialien in den Baustoffkreislauf zurück. Die RCO rechnet mit rund 200’000 Tonnen aufbereitetem Baumaterial pro Jahr, das so wiederverbaut werden kann. Damit könnten jährlich über 500 Einfamilienhäuser aus nachhaltigem Baumaterial entstehen. 

    Waschen statt deponieren 
    Die nassmechanische Aufbereitungsanlage löst die seit rund zwei Jahrzehnten betriebene trockenmechanische Anlage ab. “Mit der Bodenwaschanlage können wir nun auch Materialien entgegennehmen und aufbereiten, die bis anhin deponiert werden mussten. Dazu gehören etwa verschmutzte Aushubmaterialien”, sagt Samuel Graf, Verwaltungsratsmitglied der RCO. “Das spart nicht nur wertvollen Deponieraum, sondern schont auch die natürlichen Kiesressourcen.” Die Materialien finden anschliessend eine breite Anwendung im Hoch- und Tiefbau, beispielsweise als Sand oder Kies für die Betonproduktion. 

    Baustoffrecycling auf nächstem Level 
    Die hochmoderne Verfahrenstechnik sortiert, klassifiziert und dosiert die verschiedenen Materialkomponenten. “Zudem lassen sich Schad- und Fremdstoffe effizient entfernen, was für eine deutlich verbesserte Qualität der Produkte sorgt”, erklärt Stefan Eberhard, Delegierter des Verwaltungsrates. “Die so produzierten Baustoffe sind qualitativ hochwertig und normkonform – das zeigt auch unser Betriebsgebäude.” Dieses besteht zu einem sehr grossen Teil aus rezykliertem Baumaterial und dient der RCO als Showroom, um Kunden und der Öffentlichkeit die vielen Vorteile von nachhaltigem Baumaterial visuell aufzuzeigen. 

    Über die RCO 
    Die RCO wurde 2018 von den beiden Unternehmen Holcim Kies und Beton AG und Zürcher Kies und Transport AG gegründet. Mit dem gemeinsamen Know-How treiben Holcim und Zürcher Innovationen im Baustoffrecycling voran, schliessen Materialkreisläufe noch konsequenter und bedienen den Ostschweizer Markt mit hochwertigen Baustoffen.

  • PSI forscht für CO2-armen Zement

    PSI forscht für CO2-armen Zement

    Ein Forschungsteam will bisher unbekannte Prozesse bei der Hydratation von Zement ans Licht bringen. Durch ein tieferes Verständnis will es den Weg für kohlenstoffarme Zemente ebnen. An der Studie sind unter der Leitung der Universität Malaga die französische Universität Grenobles Alpes, die ebenfalls in Grenoble ansässige European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) und das Paul Scherrer Institut beteiligt.

    Den grössten Nachteil der derzeit vorliegenden Vorschläge für kohlenstoffarme Zemente stellt gemäss einer Mitteilung des PSI die langsame Hydratationskinetik in den ersten drei Tagen dar. Jedoch sei gerade das Verständnis der Prozesse bei der Zementherstellung in den frühen Stadien „von entscheidender Bedeutung“, erklärt Studienerstautorin und Doktorandin an der Universität von Malaga, Shiva Shirani. „Deshalb haben wir eine Methode entwickelt, um ein vollständiges Bild von der Hydratation von Portlandzement zu erhalten.“

    Dafür kombinierten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler komplementäre experimentelle Ansätze an der ESRF und der Synchrotron Lichtquelle Schweiz des PSI. Die Nahfeld-Ptychotomographie enthüllte der Mitteilung zufolge die Hydratation von kommerziellem Portlandzement.

    „Das Verständnis der Mechanik der langsamsten Prozesse wird hoffentlich zu Strategien führen, um die Hydratation von kohlenstoffarmen Zementen vernünftig zu beschleunigen“, so der Mitautor Professor Miguel A.G. Aranda. Das könne etwa durch festigkeitssteigernde Zusatzmittel geschehen, „damit ein frühzeitiges Entfernen der Schalung möglich wird“.

  • Ja zum Erhalt des Klimas, der Baukultur und der Biodiversität

    Ja zum Erhalt des Klimas, der Baukultur und der Biodiversität

    Der Schweizer Heimatschutz sagt «JA» zum Klimaschutzgesetz. Denn die Vorlage enthält konkrete Massnahmen, die Anreize für den Ersatz von Heizungen und die energetische Ertüchtigung von Gebäuden schaffen. So wird die Sanierung von bestehenden Bauten zur Verbesserung der Energieeffizienz gefördert. 

    Sorgfältige Renovationen sowie qualitativ hochstehende und ressourcenschonende Neubauten tragen zu einer hohen Baukultur bei. Diese ist die Grundlage für vielfältige öffentliche Räume, intakte Landschaften und einen klimaneutralen, lebenswerten Wohnraum, der den sozialen Austausch und den Gemeinschaftsgeist fördert und zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt. 

    Ressourcenschonung bevorzugen 
    Neue Gebäude produzieren beim Bau oder Abriss mehr Treibhausgase als während ihrer gesamten Nutzungsdauer. Dies ist auf den hohen Anteil an grauer Energie und Emissionen zurückzuführen, die bei der Gewinnung, dem Transport, dem Abriss und der Entsorgung der Baumaterialien eines Gebäudes anfallen. 

    So ist es offensichtlich, dass ein massvoller Umgang mit materiellen Ressourcen und eine bessere Erhaltung unseres gebauten Erbes der erste Schritt zu einer klimafreundlichen Bauweise und zur Erreichung des Ziels der Netto-Null-Emissionen bis 2050 ist.

  • Ja zur Teilrevision des Umweltschutzgesetz verleiht Kreislaufwirtschaft zusätzlichen Schub

    Ja zur Teilrevision des Umweltschutzgesetz verleiht Kreislaufwirtschaft zusätzlichen Schub

    Über die Bautätigkeit in der Schweiz fallen pro Jahr rund 57 Millionen Tonnen Aushubmaterial und 17 Millionen Tonnen Ausbruchmaterial an. Der Begriff «Abfall» sollte in diesem Zusammenhang nicht verwendet werden, verleitet er doch dazu, die Statistiken mit dem Kehrichtvolumen zu verwechseln, das entsorgt wird. Diese insgesamt 74 Millionen Tonnen Material sind vielmehr ein Indiz dafür, wie viele Tonnen Aushub-​ und Ausbruchmaterial als wertvolle Ressource anfällt, die in weiten Teilen verwertet werden können. Um diese bestmöglich zu nutzen, braucht es ideale gesetzliche Rahmenbedingungen. Solche Verbesserungen beinhaltet die Teilrevision des Umweltschutzgesetzes, mit dem sich der Nationalrat am 3. Mai 2023 während der Sondersession befasst. 

    Der SBV hat bereits im Rahmen der Vernehmlassung vom Februar 2022 das Ziel unterstützt, einen entsprechenden Rahmen im Umweltschutzgesetz für eine moderne und umweltschonende Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Der gewählte regulatorische Ansatz aus einer Mischung von Anreizen, Kompetenzen zur Regulierung und Förderinstrumenten scheint zielführend. Es ist jedoch wichtig zu untermauern, dass die Unternehmen der Bauwirtschaft viele Hauptanliegen der Revision längst auf freiwilliger Basis umgesetzt haben. Zudem wurden bereits wichtige rechtliche Grundlage geschaffen wie zum Beispiel die Verordnung über die Vermeidung und die Entsorgung von Abfällen (VVEA). Diese räumt der Vermeidung, Verminderung und der gezielten Verwertung von Abfällen einen hohen Stellenwert ein. 

    Enge Koordination mit Baubranche wichtig  
    Mit lebenszyklusoptimierten Bauten können Ressourcen und Materialien über mehrere Objekt-​Lebenszyklen generell ohne Einbussen an Qualität oder Funktionalität im Kreislauf gehalten oder wiederverwertet werden. Die Bauwirtschaft hat diesbezüglich schon viele innovative Lösungsansätze erarbeitet und wird diese weiterentwickeln. Die Materialwahl bei Bauprojekten treffen jedoch die Bauherren, Architekten und Planer und nicht die Bauunternehmer. Diese gilt es davon zu überzeugen, die Kreislaufwirtschaft ganz früh in der Projektentwicklung einzubinden. Der SBV appelliert deshalb an diese Anspruchsgruppen und die Politik, bei der Umsetzung des Umweltschutzgesetzes eine enge Koordination mit den Baumeistern einzugehen, um das Knowhow der gesamten Baubranche zu nutzen und hemmende Rahmenbedingungen oder Fehlanreize zu verhindern. Ebenfalls zentral sind für den SBV die Kompatibilität des Schweizer Umweltschutzgesetzes mit internationalen Standards und regulatorischen Vorgaben. Explizit gilt es, die Entwicklungen in der EU mitzuberücksichtigen, um einen Swiss Finish und daraus resultierende Handelshemmnisse zu verhindern. 

    Verzicht auf nationale Grenzwerte für die graue Energie  
    Der SBV regt an, auf nationale Grenzwerte für die graue Energie zu verzichten. Eine korrekte Erfassung der grauen Energie bei Neubauten und Erneuerungen kommt in der Praxis einer Herkulesaufgabe gleich, die scheitern dürfte – oder schlimmer noch – verzerrende Resultate liefern könnte. Damit droht im Endeffekt ein faktisches Verbot für gewisse Bauweisen beziehungsweise Baumaterialien, was wiederum zu einer immensen Verteuerung der Bauwerke führt. Statt an solchen praxisuntauglichen Grenzwerten sollte sich die Ausschreibung von Bauwerken stets an der benötigten beziehungsweise gewünschten Funktion orientieren und nicht an spezifischen Baumaterialien. Diese ergibt sich durch die Ansprüche an das Bauwerk. Es gilt nicht nur die Ressourcenschonung, sondern die gesamte Nachhaltigkeit für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft zu berücksichtigen.

  • Fünf Technologien auf dem Weg zu Netto-Null

    Fünf Technologien auf dem Weg zu Netto-Null

    Die TA-Swiss-Studie hat zum Ziel, Politik und Öffentlichkeit über Chancen, Grenzen und Risiken verschiedener Methoden zur CO2-Entnahme und Speicherung zu informieren. Dabei wurden Aspekte wie Machbarkeit, Klimawirksamkeit, Kosten, Ressourcenverbrauch und Auswirkungen auf Umwelt und Bevölkerung betrachtet.

    Bei den fünf Technologien handelt es sich um:

    • die Speicherung von CO2 als Biomasse im Wald und die Verwendung von Holz
    • die Speicherung in Form von Humus im Boden und den Einsatz von Pflanzenkohle
    • die Abscheidung und Speicherung von CO2 bei der Verbrennung von Biomasse  (BECCS)
    • die Entnahme aus der Luft und Speicherung  (DACCS)
    • die beschleunigte Verwitterung von Abbruchbeton und Gestein (Carbonatisierung)

    Jede der fünf NET wurde anhand des aktuellen Wissensstands und mithilfe von Experteninterviews bewertet. Mögliche Chancen, Risiken, Synergieeffekte und Konflikte wurden aus Systemsicht identifiziert und betrachtet. Darauf basierend wurden allgemeine und spezifische, technologiebezogene Handlungsoptionen und Empfehlungen abgeleitet und zusammen mit ausgewählten Stakeholdern reflektiert.

    Die wichtigsten allgemeinen Empfehlungen der Studie
    Damit der Beitrag von NET zum Netto-Null-Ziel umwelt- und gesellschaftsverträglich umgesetzt werden kann, sollten sich Politik und Gesellschaft frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen. Dies erfordert insbesondere, dass die Öffentlichkeit mittels faktenbasierter und nachvollziehbarer Informationen in die Gestaltung der Einsatzbedingungen der NET einbezogen wird.

    Es braucht eine übergreifende Strategie zur Nutzung begrenzter Ressourcen, wie erneuerbarer Energie, Wasser, Biomasse und Boden, und zur Finanzierung für die Entwicklung und Umsetzung der NET.

    Um das Potential der unterschiedlichen Technologien zu bestimmen, sind weitere Untersuchungen nötig.

    Die langfristig der Atmosphäre entzogene Menge an CO2 muss transparent und einfach erfasst werden können, um einen verlässlichen Bewertungsrahmen zu schaffen und zu vermeiden, dass dasselbe CO2 mehrmals gezählt wird.

    Die Mindestzeitdauer der CO2-Fixierung, ab welcher eine Technologie bzw. ein NET-Projekt im Sinne der Klimastrategie anerkannt wird, sollte reflektiert werden.

    NET können beim Erreichen des Netto-Null-Ziels nur ergänzend zur prioritären Reduktion der Treibhausgasemissionen zum Einsatz kommen. Daher ist es wichtig, dass für die Reduktion von CO2-Emissionen und für die CO2-Entfernung getrennte Ziele gelten.

    Die Schweiz hat momentan eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung von NET. Dieser Wettbewerbsvorteil sollte mit der Förderung der entsprechenden Forschung und Entwicklung, sowie von Demonstrationsprojekten weiter gestärkt werden.

  • Implenia baut Position als Branchenführer für Nachhaltigkeit aus

    Implenia baut Position als Branchenführer für Nachhaltigkeit aus

    Implenia reduzierte 2022 den CO2-Fussabdruck deutlich, von absolut 62’981 Tonnen CO2-Äquivalent im Basisjahr 2020 auf 50’672 Tonnen CO2-Äquivalent. Auch umsatzbereinigt bedeutet dies eine Reduktion um 10,5 Prozent. Implenia hat das Reporting des CO2-Fussabdrucks weiter geschärft. Es umfasst nun alle Märkte und sämtliche Scope 1- und Scope 2-Emissionen sowie erste Kennwerte zu den Scope 3-Emissionen.

    Ebenso hat Implenia 2022 das gesamte Portfolio seiner über 40 Entwicklungsprojekte in der Schweiz analysiert und den CO2-Fussabdruck berechnet. Die Analyse erfolgte auf den Grundlagen des SIA-Effizienzpfads Energie. Um die Treibhausgasemissionen weiter zu verringern, wurden wesentliche Optimierungen eingeleitet. Die Ergebnisse dieser Portfolioanalyse ermöglichen es, die wichtigsten Hebel zur Dekarbonisierung zu identifizieren und eine ambitionierte Dekarbonisierungsstrategie zu verfolgen. Mit Photovoltaik-Anlagen auf Dächern von Werkhöfen und Produktionsanlagen erzeugt Implenia selbst Solarstrom. 2022 waren es mehr als 1,3 Gigawattstunden Ökostrom, ein Zuwachs von über 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Zum vollständigen Bericht: https://implenia.com/nachhaltigkeit/nachhaltigkeitsbericht/?utm_source=mm_newsletter_de/link&utm_campaign=sustainabilitycp&utm_medium=row_773

  • Gebäudedämmung – Lichtes Mauerwerk

    Gebäudedämmung – Lichtes Mauerwerk

    Verglaste Bauelemente sind in der Architektur eine beliebte Methode, um Licht in ein Gebäude zu lassen. So lässt sich das umweltfreundliche Tageslicht besser nutzen, und es wird weniger künstliche Beleuchtung benötigt. Um diesen Vorteil zu maximieren, sollten aus den Glaselementen jedoch möglichst ganze Wände für die Gebäudehülle gebaut werden, was voraussetzt, dass die Elemente über eine wirksame Wärmedämmung verfügen und eine gewisse Last tragen können – eine Kombination, die so auf dem Markt bislang nicht verfügbar war. 

     Beide Anforderung erfüllt: hochdämmend und lichtdurchlässig 
    Silikat-Aerogele sind thermische Hochleistungsdämmstoffe, die im Bausektor zunehmend Verbreitung finden. Am gebräuchlichsten sind undurchsichtige Dämmmatten und -putze. Empa-Forscher Jannis Wernery und seine Kollegen aus der Abteilung «Building Energy Materials and Components» hatten bereits 2017 die Idee, den Dämmstoff direkt in einen Baustein zu integrieren und stellten einen neuartigen, mit Aerogel gefüllten Ziegelstein vor, den sogenannten «Aerobrick». Dieser spart dank seiner hervorragenden Wärmedämmung Heizkosten – ganz ohne zusätzlich auf das Mauerwerk aufgebrachte Dämmschicht. 

    Aerogel kann jedoch auch nahezu transparent sein, was ein lichtdurchlässiges, isolierendes Bausystem ermöglicht. Um das auszunutzen und die Dämmleistung des «Aerobrick» noch weiter zu verbessern, entwickelten Wernery, Michal Ganobjak und Co. ein neuartiges modulares Bauteil auf der Basis von Floatglas und Silikat-Aerogel-Granulat, das beide Eigenschaften vereint – es ist lichtdurchlässig und wärmedämmend: der Aerogel-Glasbaustein. 

    Die mit lichtdurchlässigem Aerogel-Granulat gefüllten Glasbausteine lassen den Bau von ästhetisch ansprechenden und sogar tragenden Fassadenelementen zu, die einen grossflächigen Tageslichteintrag ermöglichen. Diese Kombination von Festigkeit, Dämmung und Lichtdurchlässigkeit erreichten die Empa-Forschenden durch versetzte Abstandshalter zwischen den Glasscheiben innerhalb des Glasbausteins, die die statische Stabilität bei minimalem Wärmedurchgang gewährleisten. 

    Der Glasbaustein hat eine gemessene Wärmeleitfähigkeit von 53 mW/(m∙K) und eine Druckfestigkeit von fast 45 MPa. Dies ist die höchste Dämmleistung eines Ziegels, die in der Fachliteratur, geschweige denn auf dem Markt zu finden ist. Gleichzeitig kommt die Eigenschaft der Lichtdurchlässigkeit hinzu. 

     Vielfältige Anwendungen im Blick 
    Der Aerogel-Glasbaustein eignet sich für Anwendungen, in denen gleichzeitig Anforderungen an hohen Tageslichteintrag, Blendschutz und Schutz der Privatsphäre bestehen, etwa in Büros, Bibliotheken und Museen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei, dass eine Gebäudehülle aus solchen Glassteinen das Gebäudeinnere in Sachen Tageslicht an den Aussenraum koppelt. Dies kann sich positiv auf den Tagesrhythmus der Gebäudenutzer auswirken. Mögliche Anwendungen sind etwa: 

    • Räume, die keine Sichtverbindung nach aussen haben sollen, zum Beispiel aus Gründen der Privatsphäre, der Sicherheit oder der Vermeidung von Störungen, aber dennoch diffuses Tageslicht ins Innere lassen sollen, also etwa Bibliotheken, Galerien, Museen, Foyers, Büros, Treppenhauskerne, Turnhallen, Mehrzweckhallen, Wohnhäuser oder Kunstwerkstätten. 
    • Räume, in denen Tageslicht für einen gesunden zirkadianen Rhythmus notwendig ist, wie Wohnheime, Krankenhäuser und Sanatorien, aber auch Zoos, Ställe und Tierzuchten bis hin zu Gewächshäusern 
    • Orte, an denen ein Maximum an Tageslicht eingebracht und Platz gespart werden soll, etwa in dicht bebauten Stadtquartieren mit Hochhäusern und vielen Stadtwohnungen 
    • Architektonische Elemente wie Trombe-Wände in der Solararchitektur, in Innenhöfen oder Atrien, die aus der Infrarotstrahlung des Sonnenlichts Wärme generieren 

    Eine Analyse der Materialkosten zeigt, dass der Isolierglasbaustein in solchen Anwendungen durchaus wettbewerbsfähig sein kann. Der Glasbaustein bietet somit der Architektur neue Gestaltungsmöglichkeiten für mehr Tageslicht in Gebäuden – und zwar sowohl für Neubauten als auch bei Renovierungen. Die Forschenden haben den Aerogel-Glasbaustein inzwischen zum Patent angemeldet und sind auf der Suche nach möglichen Industriepartnern.

  • Neue Doppelkindergärten aus Re-Use Bauteilen

    Neue Doppelkindergärten aus Re-Use Bauteilen

    Das Architekturstudium des 6. Semesters Teilzeit befassen sich in diesem Semester mit der Frage, wie aus dem Bauteilkatalog des Rückbauprojekts Roche Süd Basel neue Doppelkindergärten für die Stadt Basel geschaffen werden können. 

    Eine ehrgeizige und experimentelle Aufgabe und ein Pilotprojekt 
    Nach dem Besuch des Areals Süd auf dem Roche-Campus in Basel, analysieren die Student*innen die Gebäude, die demnächst zurückgebaut werden, auf deren Ressourcen-Potential für eine Zukunft als Doppelkindergärten. Es handelt sich um ein Pilotprojekt, da es derzeit keine etablierte Industrie für Re-Use-Teile gibt. «Neubauten», die aus Re-Use-Ressourcen gebaut werden, sind ein Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft in der Baubranche. Als theoretische Grundlagen werden die 10-R-Kaskade sowie Crade-to-Cradle in den Vordergrund gestellt. 

    Für diese ehrgeizige und experimentelle Aufgabe arbeitet das Departement Architektur, Holz und Bau der Berner Fachhochschule mit Expert*innen der Firmen Gruner, CSD Ingenieure und Erne Holzbau. Wöchentlich geben verschiedene Referent*innen mit Wissen und Erfahrung in diesem Bereich einen Input und nehmen an den Tischdiskussionen mit den Student*innen teil. 

    In Partnerschaft mit der Stadt Basel und dem Unternehmen Roche werden die Student*innen bis zum Semesterende Vorschläge erarbeiten, wie die Gebäudeteile weiterverwendet werden können. Dabei werden durch neues Fügen der Bauteile Lebensräume für Kinder entstehen. 

    Entwurfsatelier «Re-use for Kids» 
    Im Entwurfsatelier «Re-Use for Kids» geht es um die Suche nach Möglichkeiten, wie aus einem Bauteilkatalog eines Rückbauprojekts neue Kindergärten entworfen und gebaut werden können. Ziel ist es, Prinzipen und Parameter zu finden, die eine stringente architektonische Gestaltung bei der Wiederverwendung von Gebäudeteilen ermöglichen. Dabei werden die Auswirkungen der wiederverwendeten Teile auf die Struktur, Konstruktion, Raumfügung und Atmosphäre der Architektur untersucht. 

    Die Auseinandersetzung mit dem Thema verlangt das Einbeziehen unterschiedlichster Themen in den Entwurfsprozess und ist deshalb eine interdisziplinäre Aufgabe. Verschiedene externe Experten bringen im Entwurfsatelier ihr Fachwissen ein und schaffen damit eine realitätsnahe Unterrichtssituation.